Wednesday, April 18, 2012

ESC: Eurovision Song Contest in Baku - Sicherheitskräfte schlagen Journalisten krankenhausreif. Von Annette Langer(spiegel.de)

Reporter Idrak Abbasow im Krankenhaus: "Sie schlagen Kinder, Frauen und Alte, ohne Skrupel"
Reporter Idrak Abbasow im Krankenhaus: "Sie schlagen Kinder, Frauen und Alte, ohne Skrupel"


Menschenrechtler warnen vor immer heftigeren Übergriffen auf Journalisten, Hausbesitzer und Oppositionelle in Aserbaidschan. Doch das Regime Alijew schlägt weiter ungebremst zu. In Baku wurde ein Reporter schwer verletzt, als er Zwangsumsiedlungen dokumentieren wollte.


Hamburg - Ende Mai richtet das autoritär regierte Aserbaidschan den Eurovision Song Contest aus. In der Hauptstadt Baku wird Tag und Nacht emsig gearbeitet, um glänzenden Eindruck auf die internationale Gemeinschaft zu machen. Die "Crystal Hall", eine 25.000 Besucher fassende Mehrzweckhalle gleich neben dem größten Flaggenmast der Welt, wurde nach offizieller Verlautbarung bereits fertiggestellt. Im Zentrum veredeln Bauarbeiter Bordsteinkanten mit Marmor und kleben brandneue Kitschfassaden vor schäbige sowjetische Plattenbauten.


Die Welt schaut auf Baku, und sie schaut aufmerksam. Doch trotz kritischer Berichte über die Einschüchterung von Journalisten und die illegale Zwangsumsiedlung von Innenstadtbewohnern aus Profitgier macht die Regierung unter Präsident Ilham Alijew offenbar weiter wie gehabt: Erst am Dienstag hatten "Human Rights Watch" und "Reporter ohne Grenzen" in Berlin auf die stetige Verschlechterung der Menschenrechtslage im Land hingewiesen. Doch schon am Mittwoch kam es erneut zu einem schweren Übergriff auf einen Journalisten.


Wie der aserbaidschanische Sender "Azadliq" berichtet, wurde der Reporter und Menschenrechtler Idrak Abbasow von Polizisten und Sicherheitskräften des staatlichen Öl- und Gasförderunternehmens SOCAR attackiert. Er erlitt schwere innere Verletzungen auf musste auf die Intensivstation des klinischen Zentrums von Baku gebracht werden.


"Abbasow wurde heftig getreten und geschlagen", berichtet Emin Huseyn, Leiter des Instituts für Freiheit und Sicherheit von Reportern in Aserbaidschan. "Er ist noch immer ohne Bewusstsein, ein Auge ist blutunterlaufen, sein Sehvermögen wird vermutlich eingeschränkt bleiben." Viel schlimmer jedoch sei, dass das medizinische Personal dem Patienten nur minimale Pflege zukommen lasse. "Ich habe das bei meinem Besuch im Krankenhaus selbst beobachtet. Dieses Verhalten hat System, Journalisten werden immer nachrangig behandelt", so der Vorwurf des Menschenrechtlers.


Zusammen mit anderen Journalisten hatte sich der 35-jährige Reporter der Zeitung "Zerkalo" (Spiegel) in die Siedlung Sulutepe, etwa zehn Autominuten vom Zentrum Bakus entfernt, begeben. Hier tobt seit Monaten ein Kampf zwischen privaten Hausbesitzern und dem mächtigen staatlichen Ölkonzern SOCAR, der behauptet, Eigentümer der Grundstücke zu sein. Die Bewohner hingegen erklären, das Land von der Gemeindeverwaltung erstanden zu haben. Unter dem Vorwand, es handele sich um baufällige Gebäude, wurden in der Vergangenheit zahlreiche von Privatleuten gebaute Häuser abgerissen - ohne Gerichtsbeschluss.


Auch am Mittwoch wollten SOCAR-Angestellte laut Berichten von "Radio Liberty" Häuser abreißen. Abbasow war mit einem Filmteam vor Ort, als man ihn niederschlug. "Sie schlagen Kinder, Frauen und Alte, ohne Skrupel", sagt Huseyn. "Die Bewohner von Sulutepe sind verzweifelt." Laut eigenen Angaben verwaltet SOCAR Vorkommen von drei bis fünf Milliarden Tonnen Erdöl und fünf Billionen Kubikmeter Erdgas - den begehrten Rohstoffreichtum des Landes. Das Unternehmen hält Anteile an der Baku-Tiflis-Ceyhan- sowie der Südkaukasus-Pipeline. SOCAR beschäftigt mehr als 58.000 Mitarbeiter, von denen sich viele über desolate Arbeitsbedingungen und Lohndumping beschweren.


Abbasow war erst kürzlich mit einem Preis für seine mutige Berichterstattung ausgezeichnet worden. Er ist Gründungsmitglied des Instituts für Freiheit und Sicherheit von Reportern in Aserbaidschan.


Mehr bei Stefan Niggemeier:

Aserische Imagepflege

VERKEHR: Chiatura - Seilbahnen und anderer Stadtverkehr (tramwayforum.at)

Tschiatura war einst die Stadt mit der größten Manganerzproduktion der Welt. Vor dem Ersten Weltkrieg lieferten die städtischen Bergwerke 40 % der Weltproduktion.


Doch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde die Förderung schlagartig zurückgefahren. Um 1990 lebten in der Stadt ca. 30.000 Einwohner. Doch - ich zitiere Wikipedia - "1992 ist in Tschiatura die Gas-, Wasser und Stromversorgung zusammengebrochen. Strom gibt es seit 2004 wieder. Das Gas- und Wasserleitungsnetz ist inzwischen völlig verrottet. Wasser fließt alle 3 - 5 Tage für etwa 30 Minuten. Trinkwasser muss in Kanistern aus Quellen und einigen wenigen Brunnen in der Stadt herbeigeschafft werden. Wohnungen, auch in Hochhäusern, werden mit Holzöfen beheizt. Durch die Situation hat sich die Einwohnerzahl fast halbiert."


Für eine sterbende Stadt ist die Stadt aber durchaus sehr lebendig. Dafür, dass die Menschen seit fast 20 Jahren praktisch am Campingplatz leben, sind sie recht gut drauf. Man sieht den Verfall aber an den großen Plattenbauten, wo viele Wohnungen leerstehen.


Im Stadtverkehr hatte Chiatura ein kleines O-Bus-Netz (eröffnet 1967) mit einer ca. 30 km langen Überlandstrecke nach Sachkhere (eröffnet 1969) - Fotos aus 2006 gibts dort: saktransporti.mashke.org - Leider wurde das O-Bus-Netz 2008 endgültig eingestellt.


Was aber auch im Stadtverkehr einiges hermacht, sind die Seilbahnen, die aufgrund der großen Reliefenergie einen großteil der Stadt erschließen. Hiermit biege ich gerade noch die Kurve zum Tramwayforum: Seilbahnen werden auf englisch auch aerial tramways genannt. Ich habe auf die Schnelle ca. 10 Seilbahnen mit Personenverkehr gezählt, nicht alle davon waren (z.Zt meines Besuches) in Betrieb. Mit zweien bin ich gefahren, das war sogar gratis! Mindestens zwei Seilbahntalstationen sind tatsächlich als Umsteigeknoten ausgeführt. Also gehen wir es an!


Quelle & Mehr Bilder: www.tramwayforum.at

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Die Bergstation nahe eines Manganstollens, mit Arbeitsplatz


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Die Bergstation der 1953 erbauten Seilbahn, bei der Siedlung.

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Ein Arbeitsplatz in der Gondel


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Innen gehts gemächlich zu, die Damen von der Seilbahngesellschaft wirken nicht ausgelastet 


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Auch diese Station ist ein Umsteigeknoten, die Seilbahn, die nach links weggeht, wurde 1953 erbaut und führt zu einer Siedlung am Berg, die andere Seilbahn zu einem Manganstollen.


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JOURNALISMUS: BATUMELEBI: Eine Georgische Zeitung gegen den Mainstream (anstageslicht.de)

(anstageslicht.deEine junge Zeitung, die zudem von jungen Leuten gegründet und in Gang gehalten wird, hat es in einem Land, das von staatlichen Medien kontrolliert wird, schwer. Das wöchentlich erscheinende Blatt wird inzwischen auch überregional gelesen. Für ihre nonkonformistische Haltung hat die Redaktion bzw. die Gründerin und Chefredakteurin Eter TURADZE im Jahr 2009 einen Gerd BUCERIUS-Förderpreis "Freie Presse Osteuropa" erhalten.


BATUMELEBI - Die Chefredakteurin Eter Turadze im Gespräch


Die Wochenzeitung Batumelebi erscheint wöchentlich in der georgischen Hafenstadt Batumi am Schwarzen Meer. Die Auflagenzahl von Batumelebi liegt zwischen 2.300 und 2.500 Exemplaren. Batumelebi erscheint immer mittwochs und kostet 0,70 tetri bzw. 0,35 €. Frau Eter TURADZE, Chefredakteurin von Batumelebi, war zunächst Spezialisten für georgische Sprachwissenschaften und hatte an einer Schule unterrichtet. Doch sie wollte in Georgien etwas verändern und wurde Journalistin.


"Was um mich herum als Journalistin aber auch als Mensch passiert, ist und war für mich komplett inakzeptabel.“


Was macht die Frau, die a) jung ist und b) keine Erfahrung im Zeitungsmachen hat? Sie gründet eine Zeitung. 2001 hob sie mit ihrer Freundin, Frau Mzia AMAGHLOBELI, Batumelebi aus der Taufe. Ihre ersten Mitarbeiter waren ihre Freunde, die ebefalls professionellen Journalismus betreiben wollten. Sowohl TURADZE als auch alle anderen Mitarbeiter haben freiwillig und ohne finanzielle Erwartungen für die Zeitung gearbeitet. Die gesamte Redaktion hatte damals nur einen Computer zur Verfügung. Da sie keinen Drucker in der Redaktion hatten, mussten sie jedesmal den Computer mit zur Druckerei nehmen. Mit der Zeit wuchs Batumelebi und dementsprechend wurde auch der Druck von außen (bzw. ‚oben’) auf die Zeitung größer. Die Mitarbeiter waren mehrfach physischem und moralischem Druck ausgesetzt. Inzwischen arbeiten 22 Personen für die Zeitung.


In der Batumi erscheinen neben Batumelebi zwei weitere regionale Zeitungen: Adjara und Batumuri qronikebi (Chroniken von Batumi), die ausschließlich von der georgischen Regierung finanziert werden.


Hier das Interview mit Frau Eter TURADZE, der Gründerin und Chefredakteurin von Batumelebi, das die Studierenden Ketevan NISHNIANIDZE und Deniz YILMAZ im Herbst 2009 auf schriftlichem Wege geführt hatten:


Wie sind Sie zum Journalismus gekommen?


Ich habe meine erste Berufserfahrung in einer russischen Schule in Batumi gemacht, an der ich Georgisch-Unterrichtet hatte. Als ich Studentin im 2. Semester war hatte ich nebenher in der Schule gearbeitet. Das waren schwierige Zeiten, da 1992 der Bürgerkrieg in Georgien beendet wurde. Monatelang haben z.B. Lehrer kein Gehalt bekommen und wenn sie mal ausgezahlt wurden konnte man damit kaum drei Brote kaufen. Aus diesem Grund haben Lehrer aufgehört zu unterrichten. Ich habe mich entschieden in einem anderen Bereich zu arbeiten. Ein Jahr später habe ich ein Volontariat bei dem Fernsehsender „Adjara“ gemacht. Zunächst habe ich als freie Mitarbeiterin gearbeitet und danach als Teilzeit-Mitarbeiterin. Ein Jahr später hatte ich diesen Fernsehsender verlassen. Nur im Sender aufzutreten hat nicht ausgereicht. Übrigens wird dieser Fernsehsender, wie früher als ich dort noch tätig war, von der Regierung finanziert.


Einige Zeit später hatte ich angefangen für die Regionalzeitung „Adjara ps“ zu arbeiten. Dort war ich zwei Jahre lang Journalistin. Im Jahr 2000 hatte ich mich entschieden auch diese Zeitung zu verlassen. Der Grund dafür war, dass ich in meiner Freiheit zu schreiben stark eingeschränkt war. Fakt ist, dass damals jedes Medium von der Regierung stark kontrolliert wurde und es schwierig war sich frei zu äußern. Ganz am Anfang als ich angefangen hatte als Journalistin zu arbeiten hatte ich kein Wissen darüber „was Journalismus eigentlich ist“. Umso weniger wusste ich die Charakteristik von Zeitungen. Eins stand fest, wir wollten unbedingt anderen Journalismus betreiben. In unserer dritten Ausgabe wurde ein Artikel von einem Regisseur veröffentlicht, der ein Kinderoperntheater, welches von der damaligen Regierung gegründet wurde, kritisiert hat. Nach dieser Veröffentlichung wurde diese Person, der Hauptregisseur vom Fingertheater war, von der Arbeit entlassen. Er wurde gezwungen von Adjara nach Tbilisi zu ziehen um dort zu leben. Nach diesem Fall wurde uns klar, wie wichtig der Journalismus eigentlich ist. Danach haben wir als Redaktion Tag und Nacht sehr hart gearbeitet. Langsam wurde uns klar, wie wichtig es war, neutrale, verschiedene und überprüfte Informationen zu verbreiten.


Was ist ihr Motiv? Worin liegt der Focus von „Batumelebi“ und warum?


Die georgischen Medienorganisationen besonders Fernsehsender beschäftigen sich mit der Regierungspropaganda. Damit ich erklären kann, welche Situation in Georgien herrscht, möchte ich dazu ein Zitat nennen. Das Zitat stammt von einem ehemaligen Abgeordneten der Regierung der die Gesellschaftsrechte vertreten hat: „Wenn es in Deutschland den Sender ‚Rustavi2’ gegeben hätte, hätten die Deutschen bis heute nicht erfahren, dass sie im zweitem Weltkrieg verloren haben“.


Das Land in dem wir leben steht vor vielen Herausforderungen. Unser Ziel ist es, der Gesellschaft Informationen zu geben, die auf Fakten basieren und nicht subjektiv sind. Die Gesellschaft muss erfahren, was wirklich in diesem Land passiert, sowohl im politischem als auch im ökologischen und allen anderen Bereichen. Die Zeitung „Batumelebi“ versucht den Wachhund zu spielen, was uns manchmal auch sehr gut gelingt. Warum? Weil es als Journalist unsere Pflicht ist, möglichst wahrheitsgemäß und objektiv zu berichten. Ich persönlich könnte keinen anderen Beruf ausüben.


Kam es zu Veränderungen, nach dem Sie den Preis erhalten haben?


Natürlich! Unsere Ratings sind gestiegen. Bereits viele Leute wissen, dass „Batumelebi“ diesen Ehrenpreis bekommen hat. Es kommt mir so vor, dass die negativen Meinungen gegenüber unserer Zeitung gesunken sind. Besonders die Leute von der Regierung haben behauptet, dass die „Batumelebi“ eine Zeitung der Opposition sei. Das haben sie aber nur deshalb behauptet, weil wir die kritisiert haben. Aber wenn man so einen Preis bekommt, der für den objektiven Journalismus steht, ist klar, dass diese Zeitung in Zukunft nicht mehr als oppositionell bezeichnet werden kann. Das heißt, dass wir nun besser vor Vorurteilen geschützt sind als vorher.


Haben andere Publikationen über die Preisverleihung berichtet? Zeitungen, Fernsehsender usw. in Georgien oder im Ausland?


Mehr oder weniger gab es Nachfragen in der georgischen Presse. Dieses Ereignis hat aber leider nicht für große Aufmerksamkeit in Georgien gesorgt. Über den Erhalt dieses Preises hat nur ein regionaler Fernsehsender berichtet. Radio tavisufleba (georgisches Büro) hat darüber berichtet. Einige ausführliche Artikel darüber wurden online veröffentlicht. In deutschen und norwegischen Zeitungen wurde ebenfalls darüber geschrieben. Nach dem Erhalt des Preises hat unsere Redaktion eine Fotoausstellung von der Übergabe dieses Preises organisiert, die von einem georgischen Konsul eröffnet wurde. Wir dachten, dass die Medien zumindest über diese Veranstaltung berichten würden - sie sind nicht einmal zur Ausstellung erschienen.


Haben Sie selbst einen Artikel darüber veröffentlicht? Wenn ja, wo? Oder haben sie in der Zeitung „Batumelebi“ darüber berichtet?


Natürlich haben wir über diese besondere Verleihung in der Zeitung „Batumelebi“ berichtet. Errstmals als wir die Informationen bekommen haben, dass wir für diesen Preis nominiert sind und schließlich als wir den Preis gewonnen hatten. Außerdem haben wir ausführliche Informationen über die Verleihung auf meda.ge veröffentlicht. Zudem haben wir auch viele Informationen an die Medienorganisation zur Verfügung gestellt die sich dafür interessiert haben.


Wie hat die Gesellschaft auf diesen Preis reagiert?


Wir haben viele Gratulationen per Telefon, Post und E-Mail bekommen. Auf den Straßen sind wir von fremden Personen darauf angesprochen worden. Sie haben uns als eine objektive Zeitung akzeptiert und gönnen uns sogar mehr.


Wie hat die Regierung darauf reagiert? Wer genau hat reagiert und wie?


Von der Regierung kam keine Reaktion. Zumindest haben wir nichts mitbekommen.


War es nach der Auszeichnung einfacher die journalistischen Tätigkeiten fortzusetzen? Wenn ja, warum?


Ich möchte sagen, dass es für uns noch schwieriger wurde weiter zu arbeiten, weil das eine große Verantwortung mit sich bringt und die Leser nun mehr von dieser Zeitung erwarten als bisher.


Wie würden Sie das einschätzen: War die Auszeichnung eine Art Schutz? Oder hat der Preis eher negative Folgen für Sie, die Berichterstattung oder ihren Verlag mit sich gebracht?


Ich würde diese Frage ein wenig umkehren: Wir wussten nicht, dass wir für diesen Preis nominiert waren. Als wir von einer fremden Adresse eine E-Mail bekommen haben, die uns über den Preise informieren wollte, haben wir diese gelöscht. Damit möchte ich sagen, dass es eine ziemlich unerwartete und überraschende Information war, natürlich im guten Sinne. Für mich war dieser Preis der Ertrag unserer harten Arbeit. Lange Zeit haben wir harte Arbeit geleistet. Wir hatten auch Momente, in den wir uns gedacht haben, dass wir gegen den Wind kämpfen und unsere Arbeit von keinem geschätzt und gebraucht wird. Dieses Gefühl hatte ich besonders Ende August nach dem Krieg. Außerdem hatten wir auf unsere E-Mail-Adresse Bedrohungsbriefe erhalten, die über eine von unseren Journalisten und meine Liquidierung berichtet. Seitens der Polizei gab es fast gar keine Reaktionen (dieser Fall ist bis heute ungelöst). Eine von unseren vielen Sorgen war es, dass unsere Auflagenzahl bis zur Hälfte gesunken ist, obwohl wir so hart gearbeitet habe. (Nach dem Krieg sind die Preise gestiegen, deshalb mussten wir die Zeitung teurer machen). Zudem hatte unsere Zeitung finanzielle Probleme. Als ich die Analyse gemacht habe, dachte ich, dass meine Wahl, Journalistin zu werden, ein Fehler gewesen sei. Genau in diesen Krisenzeiten haben wir von dem Preis erfahren. Das hat uns das Gefühl vermittelt, nicht allein zu sein. Das ist die emotionale Seite. Und die 30.000 € waren eine wichtige Unterstützung um diese finanzielle Krise zu überstehen.


Was muss im Westen passieren, damit die Aufmerksamkeit in Georgien was journalistische Tätigkeiten belangt gesteigert wird?


Die Europäische Union soll von der georgischen Regierung verlangen, dass sie ihre Pflichten als Regierung erfüllen.


Was wünschen Sie sich für die Zukunft?


Ziel unserer Gruppe ist es die Auflagenzahl von „Batumelebi“ deutlich zu erhöhen und die Zeitung zu einer wichtigen Informationsquelle für die Menschen in Georgien zu machen. Bis heute existiert in Georgien keine Zeitung mit eine hohen Auflagenzahl. Wir glauben jedoch, dass dieses möglich ist. Dafür müssen uns noch mehr anstrengen und einen Gang höher schalten. Wir haben eine Online Zugangsquelle für „Batumelebi“ geplant, die schon bald eingeführt werden soll. Auf der Website www.netgazeti.ge werden Informationen über ganz Georgien zu finden sein. Das heißt, dass wir in ganz Georgien, in Tbilisi und andere Städten, Journalisten vor Ort haben werden. Unserer Meinung nach ist es eine große Chance, den Berufstätigen in georgischen Medien beweisen zu können, dass man existierende Probleme in einer Redaktion bezwingen kann.

Pressure on Georgian 'Batumelebi' newspaper (2009) (humanrightshouse.org)

Tuesday, April 17, 2012

PHOTOESSAY: The Unrecognized Islands of Caucasus (motherjones.com)

(motherjones.comCivilians and soldiers alike navigate a region torn apart by years of war.


19 Photos by Karen Mirzoyan/Magnum Foundation 
Text by Hannah Levintova


magnumfoundation.org


Five months ago, the people of South Ossetia, a Georgian breakaway province, cast votes for their next president. Russia—the territory's controlling nation—had endorsed a candidate, but the majority went instead to former education minister (and anti-corruption advocate) Alla Dzhioeva. But her presidency was short-lived: The Supreme Court declared the election invalid, citing polling violations, and set a do-over election date—from which Dzhioeva was barred from participating. This week, Leonid Tibilov, a former KGB agent, won the new election.

Gurgen Khachaturyan
South Ossetia is one of three contested republics in the Caucasus region. Its election chaos illustrates the impasse faced by these territories: All are trying to form autonomous nations, yet they can't build government without a stamp of approval from one of the only countries in the world that recognizes their nationhood. Their independence depends on Russia's support.

The Caucasus region, which straddles the Europe/Asia border, houses a medley of religions and ethnicities, from the Indo-European Ossetians to the Christian Armenians and the Muslim Azerbaijanis. During the USSR era, all that barely mattered; the Soviet identity subsumed regional and sectarian differences. But since the Soviet Union's fall in 1991, rival factions, finally able to assert their singularity, have clashed over competing claims to overlapping homelands.
The first to rise up was Nagorno-Karabakh. The Azerbaijani territory, which is populated largely by Armenians, declared its independence in the thick of the USSR's December 1991 dissolution. A few months later, South Ossetia—where several Indo-Iranian dialects are spoken—won partial autonomy from Georgia in a bloody war. And they prevailed mostly because Georgia was distracted by the separatist movement in Abkhazia, another breakaway province, which gained independence in a 1992 conflict that claimed nearly 10,000 lives and displaced a quarter million people.
Today, these territories exist in a legal no-man's land, largely unrecognized by other nations, and often dependent on neighboring states, primarily Russia, for survival. Over two decades, they've balanced self-protection with haphazard nation-building. Armed clashes with anti-secessionist forces are frequent, though rarely publicized in Western media.
Photographer Karen Mirzoyan spent three years exploring these territories, to expose and understand their singular struggles.
"My aim was to document the transitional state of these unrecognized republics in the region," he explains. "In the beginning, my task seemed simple. What I did not take into account was that over a period of three years, not only my story, but my way of seeing, was subject to transformation." He continues:
Most frequently I was simply sitting with people over a table, drinking, sharing food and the stories of our lives. I often told them about my family, my aspirations, of my upcoming wedding…in return, they loved and understood me as much as I'd come to love and understand them.
I did not want to compromise a single detail, the smallest nuance of the stories shared for the privilege of turning on a microphone, reaching for my camera or even taking out a pen. So, I was not working, I was not acting as a photojournalist…because when interaction is so warm and intimate, I feel it would be unfair to just take these heart-told stories and package them for retail.
Nevertheless, Mirzoyan did take occasional photographs. But he didn't depend on them: Mirzoyan also recorded sounds, wrote in notebooks, or sketched subjects who didn't want to be photographed. "I confess to photography being my excuse, my rationalization for these repeated trips," he explains. "[But] my aim is not to document. I just wanted to see for myself, to listen and understand."
This slideshow presents an excerpt of Mirzoyan's attempt at understanding life in the Caucasus' transitional pockets.

JENA: STARTING NEXT WEEK! 25 April, 18 Uhr: Caucasus Film Series! Carl-Zeiss 3, Nr 225




Source: www.uni-jena.de

EDUCATION: Teach in Georgia - Complete Guide to Teach English in Georgia (footprintsrecruiting.com)

Teach English in Georgia, a beautiful country that borders the Black Sea, Russia, Turkey, Armenia, and Azerbaijan.


Map of Eastern Europe - GeorgiaFootprints Recruiting has been officially selected as the primary provider of teachers to the Ministry of Education in Georgia. Footprints provides over 100 teachers each month to this Eastern European country.


Although this is considered a volunteer program, English teachers are paid a monthly stipend, enjoy homestay accomodation with a Georgian family, and are provided with free round-trip airfare! Those signing up for longer contracts are also offered one free round trip vacation flight each year during school breaks.


Georgia is a rapidly modernizing country with ancient traditions of hospitality. It is a country of incredible diversity; from glaciers to beaches to the highest mountains in Europe where 40% of the country is covered by forests. Teachers will be able to visit mountain top churches and castles that take them back to a different era. Georgia is a year round travel destination and this exciting program, developed by the government of Georgia, is a great opportunity for all types of teachers.





To encourage Georgian schoolchildren to master the English language is the main goal of the project “Teach and Learn With Georgia”.


Since the start of the program in July 2010 Footprints has helped a great number of teachers sign up for a Georgian adventure! Now, in the winter of 2011, more than a year later, numerous teachers who signed up for a semester are reapplying and extending their contracts while others are returning home with a great cultural and teaching experience to put on their resumes and share with their friends. This commercial, launched by the Georgian Ministry of Education and Science, emphasizes what Georgia is striving for -- advances in technology, language, and infrastructure.


Footprints is delighted to see one of our many Georgia teachers featured in this commercia -- Jessica Mishaga arrived in Georgia in October 2010.


People interested in changing not only their lives, but also the lives of many others should consider getting involved in this unique programme. Will you be next?


Links:

Teaching Term Options - Georgia / ENGLISH TEACHING PROGRAMS / Teach in the Republic of Georgia English Teacher's Association of Georgia  / American Voices, Far From Home / Volunteer to Teach. English in Georgia (We have hundreds of new teaching volunteer jobs in Georgia for 2012!) / Teach & Learn With Georgia  / Teach English in Georgia / Georgia looks to replace Russian with English / Nation of Georgia Seeks English Teachers

Saturday, April 14, 2012

INTERVIEW: Emin Milli spricht im Interview über Menschenrechte und Baku 2012 (fr-online.de)

Das Gespräch führte Patrick Schirmer Sastre

(fr-online.de) Aserbaidschan - "Ich habe keine Angst"

Der aserbaidschanische Blogger Emin Milli spricht im Interview über Menschenrechte und Baku 2012. Derzeit studiert Milli in London, möchte aber im September in seine Heimat zurückkehren. 

        

Emin Milli will sagen können, was er denkt – auch in seiner Heimat Aserbaidschan.
      Mit einem satirischen Video über einen absurd teuren Eselkauf durch die Regierung fing alles an. Kurz nach der Veröffentlichung wurde der aserbaidschanische Blogger Emin Milli im Juli 2009 verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nach internationalen Protesten – unter anderem setzte sich US-Präsident Barack Obama für ihn ein – kam er nach 17 Monaten frei. Zur Zeit lebt und studiert Emin Milli in London. Er ist ein bekannter und ausdauernder Kämpfer für die Menschenrechte in seinem Heimatland, das am 26. Mai den Eurovision Song Contest austrägt.
Herr Milli, haben Sie sich über den Sieg Aserbaidschans beim letzten Eurovision Song Contest gefreut?

Na ja, ich bin kein großer Fan von Eurovision. Aber ich habe erkannt, welche Möglichkeiten uns dieser Erfolg bringen wird, um international auf die Probleme in unserem Land hinzuweisen. In diesem Zusammenhang, ja, habe ich mich wirklich gefreut.

Welche Probleme sind das?

Erstens, dass Armenien die aserbaidschanische Region Bergkarabach besetzt hat. Es ist wichtig, dass die Frage um dieses Gebiet gelöst wird. Sie behindert die demokratischen Prozesse, da beide Regierungen den Konflikt als Ausrede nehmen, um Reformen zu verschleppen. Zweitens müssen diese demokratischen Reformen in Gang gebracht werden. Die politischen Gefangenen müssen freigelassen werden. Und wir brauchen eine freie Presse.

Kann eine Schlagerveranstaltung Plattform für politische Inhalte sein?

Die European Broadcasting Union, die den Eurovision Songcontest ausrichtet, behauptet, es wäre keine politische Veranstaltung. Diese Position kann man aus deren Warte verstehen. Aber wenn man die Situation in Aserbaidschan analysiert, wäre es naiv zu glauben, dass Musik nicht politisch ist. Jede Sport- oder Kulturerrungenschaft wird vom Regime als Erfolg vereinnahmt. Deshalb ist alles politisch, was dort passiert.

Aserbaidschan ist seit 2001 Mitglied im Europarat. Inwieweit sehen Sie Bemühungen Europas, die Menschenrechtssituation in Ihrem Land zu verbessern?

Leider hat die Mitgliedschaft im Europarat die Lage eher verschlechtert. Das liegt an der passiven Haltung des Europarats zur Situation in Aserbaidschan. Zugegeben, es ist ein kleines Land. Es gibt viele Konflikte auf dieser Welt, viele Länder mit größeren Problemen und schlimmeren Menschenrechtsverletzungen. Aber angesichts der Ereignisse in der arabischen Welt sollte Europa über sein Engagement für Aserbaidschan nachdenken. Insbesondere darüber, wie man demokratische Werte vermittelt.

Wie könnte das aussehen?

Wir brauchen ein unabhängiges Fernsehen. Das könnte ein Netzwerkfernsehen sein, bestehend aus verschiedenen europäischen Akteuren. Damit könnte man Hunderttausende Menschen erreichen. In Aserbaidschan empfängt man über Satellit einen iranischen Sender, der auf Aserbaidschanisch sendet. Die iranische Propaganda vermittelt so ihre Werte. Das können die demokratischen Kräfte in Aserbaidschan bislang nicht.

Sie leben in England. Wie informieren Sie sich über die Menschenrechtslage in Aserbaidschan?

Ich bin jemand, der denkt, spricht und schreibt. Durch soziale Medien wie Facebook oder Youtube bin ich gut vernetzt in Aserbaidschan. Ich informiere mich darüber, was in Aserbaidschan passiert, aber auch was in der Welt passiert und wie die Welt die Probleme in Aserbaidschan sieht. Und ebenso wie Aserbaidschan die Probleme der Welt sieht.

Hat die Haft Ihr politisches Bewusstsein gestärkt?

Eindeutig. Ich habe mich nie als politische Person gesehen, auch heute nicht. Ich bin ein Bürger und habe das Recht zu sagen, was ich denke. Das mache ich ohne Gewalt, im rechtlichen Rahmen und ich will, dass viele Menschen das Gleiche machen. Das ist zunächst nicht politisch. Aber wie in jedem autoritären System wird dort alles auf diese Weise interpretiert. Die Zeit im Gefängnis hat mir geholfen, die Absurdität dieses Systems zu verstehen.

Können Sie zurzeit nach Aserbaidschan reisen?

Im September, nach meinem Studium, werde ich in meine Heimat zurückkehren. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich verhaftet werde, wenn ich zurückgehe. Aber ich habe keine Angst.

Werden Sie sich den Song Contest anschauen?

Ja, weil ich glaube und erwarte, dass die Sänger in einer Live-Übertragung jene Botschaften verbreiten können, die nach Meinung der Aserbaidschaner öffentlich debattiert werden sollten.



+++

Zur Person
Emin Milli wird 1979 als Emin Abdullayev in Baku geboren. Er schließt 2001 sein Studium des Völkerrechts und der Internationalen Beziehungen in Baku ab. 2002 erlangt er einen Master-Abschluss an der Universität des Saarlands.

Von 2002 bis 2004 war er Direktor der Friedrich-Ebert-Stiftung in Baku.

In seinem Blog befasst er sich mit den Menschenrechten in Aserbaidschan (www.eminmilli.posterous.com). Milli publiziert auch Gastbeiträge für internationale Zeitungen wie den Guardian.

Zurzeit lebt Milli in London. Im September will er jedoch in sein Heimatland zurückkehren.

PHOTOREPORTAGE: Georgia: Soaking Up the Dying Tradition of Massage in the Tbilisi Baths. By Paul Rimple and Justyna Mielnikiewicz


(eurasianet.org) It might not be Tbilisi’s oldest legitimate profession, but, arguably, it is its most idiosyncratic. And there are signs it may be dying out, for few people are interested in becoming masseurs in Abanotubani, Tbilisi’s legendary bathhouse district. 


By Justyna Mielnikiewicz
“There is a different mentality today. They seem to be ashamed of the body,” masseur Roma Nazarian, who was taught to massage by his grandfather 25 years ago, said of modern-day bathers. “They just soak and leave.”

It wasn’t always so. 


With its dome-shaped bathhouse roofs and the tiled facade of the Orbeliani baths, no neighborhood is more representative of the Georgian capital than Abanotubani, where legend has it that Tbilisi was born. In the 5th century, King Vakhtang Gorgasali found his hunting falcon being poached in the same sulfuric waters that feed today’s bathhouses. Dazzled by the waters, the king ordered his capital moved to the spot, which he named Tbilisi, based on the Georgian word “tbili,” or “warm.” 


Documentation of the hot springs goes back to the 10th century when an Arab geographer, Abu Dulaf, noted in his diary that "the water in Tbilisi boils without fire,” but recent archeological excavations indicate an even earlier settlement -- Roman-style baths with plumbing that date to the 1st century. The baths were a tradition that quickly caught on, helped by the city’s historic position at the epicenter of the Old Silk Road. By the 13th century, there were 63 baths in the area, according to Tbilisi historian Tsira Elisashvili. In the early 19th century, Russian visitors described 10, about the same number that exist today. 


The Abanotubani baths are built along Persian traditions, but unlike the water in Persian baths, which are manually heated, the water in Tbilisi comes from the earth from between 75 and 107 degrees Fahrenheit. Massage techniques also follow Persian styles, although only one masseur, 30-year-old Ramaz Babaian, still walks on bathers’ backs, a technique he learned from his grandfather.


“When I was little, my grandfather used to bathe me and I used to watch him massage people. I liked it and learned where the nerve endings were, how to walk on the spine to get the circulation moving,” Babaian recounted. A first-class bath in Tbilisi starts with a long soak, followed by a rigorous massage on a slab of marble. The masseur (or masseuse) then uses a coarse woolen mitten to remove layers of old, dirty skin off the body. Next, he (or she) rubs a soothing coat of satiny suds into the exfoliated skin and then pours buckets of hot water over the body to rinse it.


Two of Tbilisi’s most renowned bathers were Russian poet Alexander Pushkin and the French writer Alexandre Dumas, who praised the baths as “luxurious,” and described a bathing ritual not unlike that of today. 


No formal training exists for masseurs; the vocation, usually not the domain of ethnic Georgians, has been handed down from generation to generation. But, these days, nobody wants to learn, masseurs say.


Business in the Tbilisi baths has decreased over the years because most people now have bathrooms in their homes and young people are less interested in getting massaged, masseur Nazarian said. With the dwindling customer demand comes dwindling desire to learn what can prove a trying trade. 


“The work as such is not hard, but breathing the sulfur for ten hours a day isn’t so good,” conceded Rashid Mamedov, a 59-year-old masseur at the 286-year-old Bathhouse #5, Tbilisi’s oldest bath.


One tradition that has all but disappeared is the “bride check.” Zohrav Mamedov, a 46 year-old masseur at the Orlebiani baths, recalls how it was common for potential brides to be met at the baths by a prospective mother-in-law and aunt-in-law, who, under the cover of the steamy baths, would examine the girl’s body for defects.


“It was hush-hush. They don’t do that anymore, Tbilisi people,” Mamedov continued. “They might still come from the regions to do that, but young people today have other ways; like the Internet.”


Other changes are in the works as well. Abanotubani is a predominately ethnic Azeri district and the gentrification of Tbilisi’s Old Town is making its mark on the neighborhood’s traditional lifestyles. While newly constructed and renovated buildings are replacing crumbling structures, upscale cafes and restaurants have pushed out old mom-and-pop establishments. Nazarian says there used to be half a dozen teahouses scattered around the baths. Now there is one. 


Nano Zazanashvili, office manger for Tiflisi Hamkari, a local cultural heritage preservation non-governmental organization, fears the Old Town revitalization program threatens the identity of Abanotubani. “The new buildings are not authentic. They’re made of concrete and reinforced concrete and the bricks are decorative. They’re imitations,” she complained. Nobody knows who will move into these new buildings, Zazanashvili added; a reality that will also affect the individuality of the neighborhood, as it displaces the existing social network. 


But masseur Rashid Mamedov, a lifetime Abanotubani resident, takes a long-term view. As long as there is someone who needs a job in Tbilisi, there will always be masseurs in the Tbilisi baths, he reasons. "The youth are not very interested in this kind of work, “ Mamedov said, “but if you were jobless, you’d come and do this work to save the family.”

Editor's Note: 
Paul Rimple is a freelance reporter based in Tbilisi. Justyna Mielnikiewicz is a freelance photojournalist also based in Tbilisi.

Friday, April 13, 2012

PODCAST: Wenders sprechende Landschaften. Der Regisseur Wim Wenders als Fotograf war u.a. in Armenien. Von Dirk Schneider (dradio.de)

 
(dradio.de) Unter dem Titel "Places, strange and quiet" zeigt die Sammlung Falckenberg in Hamburg die bisher größte Ausstellungen mit Fotografien von Regisseur Wim Wenders. Wenders richtet seinen Blick auf menschenleere Orte und lässt sie ihre eigene Geschichte erzählen.

Wim Wenders: Ferris Wheel, Armenia, 2008. (Bild: Wim Wenders/Courtesy Wenders Images)
Wim Wenders: Ferris Wheel, Armenia, 2008
"Places, strange and quiet" - sie sind in der Tat seltsam und still, diese Orte, die Wim Wenders auf seinen Reisen gefunden hat. Friedhöfe, Hinterhöfe, Landschaften, in Japan, Russland, Armenien, Deutschland. Still heißt hier vor allem menschenleer, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein oder sich nur bleiern voranzuwälzen.

"Meine Filme sind auch sehr von Orten bestimmt, aber wenn man mal anfängt, einen Film zu erzählen, ziehen die Figuren eines Films auch alle Aufmerksamkeit auf sich. Da kann man machen, was man will. (...) In der Fotografie kann ich das mal umkehren und mein ganzes Interesse dem Ort gelten lassen. Und wenn ich warte, bis niemand mehr da ist, und meistens ist eh keiner da, ist auch die Aufmerksamkeit für den Ort da."

Und doch, sagt Wenders, erzählen die Orte, wenn sie dann sprechen, von Menschen:

"… von all denen, die mal da waren, die da gelebt haben, die da durchgezogen sind, die da was verhunzt haben."

Etwas verhunzt haben sicher die Planer, die das inzwischen verrostete Riesenrad am Rand der armenischen Steppe haben aufbauen lassen. Oder hatten sie eine romantische Idee? Einen großen Gedanken dagegen muss den unbekannten Bildhauer getrieben haben, die einzelnen Buchstaben des armenischen Alphabets als Monument in die Weite der Landschaft zu stellen.

"Das Alphabet stand auf keiner Landkarte. Stand einfach da. Es war auch keine befahrene Straße."

Wenders spricht von einem inneren Radar, der ihn an solche Orte führt. Oft ist er zu Fuß unterwegs, und dass er an vielen dieser Orte lange Zeit verbracht hat, meint man den Bildern anzusehen, auch wenn man es ihnen eigentlich nicht ansehen kann.

60 meist großformatige Aufnahmen von Wenders zeigt die Ausstellung "Places, strange and quiet", so viele wie noch nie zuvor auf einmal. Viele erinnern in ihrem extremen Querformat an die Kinoleinwand. Und die großen Landschaftsaufnahmen der japanischen Küste bei Onomichi sind tatsächlich eine Hommage an Wenders großes Vorbild, den Regisseur Yasujiro Ozu. Anders als der Filmemacher ist der Fotograf Wenders ganz altmodisch. Seine Bilder entstehen komplett analog, ohne Kunstlicht, sogar ohne Stativ - was in der Tat bei vielen Aufnahmen schwer vorstellbar ist. Inspiriert sind sie von Malern. Von Edward Hopper, aber auch von älteren Meistern:

"Holländischen Malern, vor allem, Landschaftsmalern. Bevor ich überhaupt mal ein Foto gemacht habe, habe ich schon die Idee gehabt, wie man so eine Landschaft in den Rahmen setzt."

Das Erzählen kann der Filmemacher dann aber doch nicht ganz lassen, und so ist jedes Bild mit einem Kommentar versehen, um die Betrachter einzufangen:

"Das zwingt sie schon, stehen zu bleiben. Und nicht nur den Titel zu sehen, sondern auch die Geschichte. Und dann ist die Geschichte vielleicht auch eine, wo man dann auf dem Bild anfängt zu suchen: Wie kommt denn der Wenders dazu? Und schon sind Sie auf eine andere Art mit dabei. So ein bisschen. Ein 'Dirty Trick' sozusagen."

Etwa bei der Aufnahme einer Betonmauer im Freien. Ein Waschbecken ist daran montiert, daneben hängt ein Handtuch. Hinter der Mauer ragt ein Gebilde auf, es könnte der Sprungturm eines Freibads sein, vielleicht aber auch die Spitze eines postmodernen Sakralbaus. "In der Hoffnung auf irgendeine Erklärung", heißt es im Kommentar zum Bild, "habe ich hier lange gewartet. Doch es kam keine. Diese Mauer behielt alle Geheimnisse für sich."

Thursday, April 12, 2012

CALL FOR APPLICATIONS: STORY DEVELOPMENT WORKSHOP IN YEREVAN (dabhub.com)

June 11-15, 2012 ٭ Yerevan, Armenia  

(dabhub.com) Directors Across Borders (DAB) is currently accepting applications for a Story Development Workshop for feature films which will take place in Yerevan, Armenia June 11-15, 2012. The Workshop will focus on the creative aspects of story development and will help to provide emerging scriptwriters, producers and directors the fundamental skills to create more engaging cinematic stories and package them in ways that will make them more competitive in the global film market.
 
The Story Development Workshop is part of the DAB Eastern Partnership Program which is supported by the European Union and implemented by GOLDEN APRICOT Fund for Cinema Development in Armenia and its partners - MAIA (Italy), INTERFILM (Ukraine), Cinema Art Center Prometheus (Georgia) and INTERNEWS (Armenia). The Workshop will be composed of lectures, case studies, group work and one-to-one meetings.

Who can apply?

The Workshop is limited to filmmakers from the European Union Eastern Partnership countries which include Armenia, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova and Ukraine.

Applicants should meet the following criteria:

• applicants should have completed a university education in a related cinema discipline or have some practical experience in the film development and production;
• applicant must have a treatment (script at least in the first draft) which they are seeking to improve and refine;
• if the Applicant is not the scriptwriter, they must be working actively in the development of the story either as a producer or director;
• the minimum length of the project shouldn’t exceed 70 minutes.

How can I apply?

Applicants must submit all the following documents to Directors Across Borders by the email below no later than 15 April 2012:

► duly compiled application form (see attached);
► CV of the candidate, including language skills;
► a brief presentation of the company for which the candidate works (if applicable);
► a letter of motivation, including expected benefits from attending the workshop;
► two letters of recommendation from active professionals in the film industry;
► one page synopsis of the project that the applicant is currently working on;
► description of the stage of development, including estimated production budget and tentative financing plan.

You can download the Application Form and detailed announcement just over HERE and HERE.
Please, note that the deadline is 15 April 2012:
For more information regarding other workshops, trainings and networking opportunities, please visit www.dabhub.com (coming soon) or contact
Tatevik Manoukyan, Coordinator of DAB Project E-mail: t.manoukyan@gaiff.am

Website: dabhub.com

PODCAST: Südossetien: Korruptionstadl im Kaukasus. Korruptionstadl im Kaukasus Ein Gespräch mit Gesine Dornblüth (wissen.dradio.de)

Gesine Dornblüth, Korrespondentin des Deutschlandradios in Moskau. 

 
Ein Jeep des Roten Kreuzes im Dorf Dmenis in Südossietien.
(picture alliance | dpa | Karpov Sergei).  
Dorf Dmenis in Südossetien

Die Führung Südossetiens gilt als korrupt. Deshalb setzen die Menschen ihre Hoffnungen jetzt auf einen neuen Kandidaten.

Wütend sind die Menschen in Südossetien - besonders auf ihren früheren Präsidenten Eduard Kokoity. Er soll zusammen mit korrupten Beamten in Russland, große Teile der russischen Aufbauhilfe für die kriegsgebeutelte Region in die eigene Tasche gesteckt haben.

Das Land zeigt sich durch seine Ruinen

Überall sind noch Kriegsschäden zu sehen. Die Hauptstadt Zchinwali gleicht immer noch einer Schlammwüste - drei Jahre nach dem Krieg. Die Menschen sind arm und leiden unter der Korruption. Gesine Dornblüth war während der Wahlen in Südossetien und schildert die bedrückende Lebenssituation der Bevölkerung.

Mehr zum Thema:
Südossetien sucht einen Präsidenten
Erste Wahl wurde vom Obersten Gerichtshof annulliert
Beitrag von Gesine Dornblüth in der Sendung "Europa heute" im Deutschlandfunk


ARTICLE: Irma Sharikadze: a glimpse inside her mind, photography. By Teona Betlemidze georgiatoday.ge)

(georgiatoday.ge) “If not for photography I don’t know where I would be? Maybe I would become a professional dancer? I love dancing Tango… I devote all my free time to it,” says the young, black-haired Georgian photographer. Sharikadze is one of the leading photographers in Georgia, and has taken part in a number of photo projects that have brought her local and international acclaim. 

At age of 6, Irma took to figure skating. She still has her pair of first skates, but since then, she hasn’t danced on the ice. At 16, somebody bought her a Zenith photo camera. After she snapped the first pictures on her new camera she became addicted to photography, and this changed her whole life. 

“In my teens I the discovered amazing world of photography,” Irma recalls. “It was the 1990s and I was studying at Toidze Art College and performing at Pantomime’s Theater. My dream was to be an actor. At that time photography was considered to be just men’s stuff.” 

Nonetheless, photography still became a part of her. For Sharikadze, everything begins by self-consciousness, intuition, and by the love of people and life. 

“Photography for me is a unique genre, as it reflects the influence of all the fields of art. The muse and inspiration could come from anywhere; during a journey, while reading a book, at museum or at the theatre,” she adds. 

Irma is working primarily on her own projects. The main focus of her photography features woman. One of her famous photo collections is entitled the World’s Leading Women.

While fulfilling the World’s Leading Women project, she was invited to Russia by GMG Gallery to the exhibit entitled Frida Kalo. This exhibit was presented in a very original way with photos taken of letters, collages and video art. 

“The camera loves the natural environment, any emotion should be real and persuasive,” Irma explains. “It needs special talent and doesn’t depend on appearance. However I always do test shot before a photo session.” 

Just a week ago, Irma Sharikadze and Iuri Mechitov, another popular photographer in Georgia, were participating in the Iberia festival in Holland. After which she flew to France to carry on negotiations with one of the leading galleries, which was interested in her last photo project entitled Sky as Crown. In this project, Georgia’s beautiful landscape is captured like a uniform scene, where ethno-cultural symbols are used as props to represent the Georgian woman’s contemporary, innovative conception. 

Despite a specific style in photography, Irma Sharikadze’s own dressing style is very easy on the eyes. “Chanel said once, ‘fashion is changing but style is everlasting’. I think style is a person’s indivisible part. I love dresses and accessories in particular,” said Sharikadze with a light smile.

Asked whether life depends on fate or on humans themselves she responded: “I always believed in stars and fate. The moon circle affects the sea and the ocean’s movements. Our predecessors during harvest time used to oversee the moon calendar. I hope the development of civilization and technological progress doesn’t mean that there will appear a gap between humans and nature. Of course, no matter how good or bad the stars’ predictions are, a person should create their own lifestyle and principles of action,” explained Irma Sharikadze.

Tuesday, April 10, 2012

FILM: Georgien-Special in 2012 beim Filmfestival GoEast in Wiesbaden vom 18. bis 24. April (filmfestival-goeast.de)

Georgien-Special in 2012 beim Filmfestival GoEast in Wiesbaden
 
Auch in diesem Jahr darf das Publikum auf ein ganz besonderes Rahmenprogramm vor, auf und neben der Leinwand gespannt sein. Die legendären goEast-Partys im Schlachthof und die Filmgespräche mit den Fil- memacherInnen gehören ebenso dazu wie die feierliche Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung. In einer variantenreichen Auswahl an Dokumentar- und Spielfilmen erfährt das Land Georgien als thematischer Schwerpunkt seine ganz spezielle Würdigung. Ein Podium, bestehend aus renommierten Gästen und Filmschaffenden des georgischen Kinos, rundet die Filmreihe ab. Das Zagreb Film Festival stellt sich mit einem Kurzfilmprogramm prämierter Werke vor, während die Slowenische Kinemathek mit TRIPTYCHON DER AGATA SCHWARZKOBLER eine cineastische Perle aus ihrem Archiv zeigt. Dem im letzten Jahr verstorbenen Regiemeister Otakar Vávra wird eine posthume Ehre mit der Präsentation seines Filmes Hexenjagd zuteil. Ein ganz besonderes Ereignis verspricht erneut die diesjährige Matinée zu werden: Der deutsche Schauspieler Joachim Król wird bei der Deutschlandpremiere von AUSGERECHNET SIBIRIEN persönlich anwesend sein.

Hier gibt’s das Programm (pdf): www.filmfestival-goeast.de

REPORTAGE: Grenzenlos. Jens und Theo auf Reisen in den Kaukasus. Ein Film von Ulrike Reiß (mdr.de)

MDR, Sa., 07.04., 12:25 Uhr



leere Worte öffnen keine Türen...
Zwei befreundete Männer auf Reisen: Von Sachsen über den Kaukasus, durch Aserbaidschan bis ans Kaspische Meer. Eigentlich nichts Ungewöhnliches. Doch einer der beiden Männer ist spastisch gelähmt. Aber alles geht, wenn man nur will, unter diesen Umständen selbst das Reisen und Campen in einem alten Auto: Kein barrierefreies Hotel, kein Elektrorolli, keine speziellen Pflege- und Sanitäreinrichtungen. Kein normaler Film! Keine normale Freundschaft!

Jens Müller ist so stark behindert, dass er rund um die Uhr Hilfe benötigt. Theodor Döhler kennt er aus seiner Kirchengemeinde. Und Theo nahm Jens vor elf Jahren in seine Familie auf, ersparte ihm somit das Heim. Seither lebt Jens mit Theo, seiner Frau und den vier Kindern als ganz normales Familienmitglied. Theo hat vollzeitmäßig die Pflege für Jens übernommen. Und einmal im Jahr heißt es: Männerurlaub.


mehr hier: www.sozialsignal.de

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Schwerstbehinderter auf Reisen. Im Rollstuhl durch den wilden Kaukasus. Von Maxim Kireev, Moskau


Jens Müller ist spastisch gelähmt - und er liebt Extremreisen. Mit dem Krankenpfleger Theo Döhler und einem alten Mercedes reist er zurzeit in eine Region, in die sich selbst Gesunde kaum trauen: in den Nordkaukasus. Die Freunde aus Sachsen haben eine Botschaft im Gepäck.