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Kann Abstraktion narrativ sein und Figuration sich nicht nur auf die reine Gegenständlichkeit beschränken? Gela Samsonidse, der 1965 in Tiflis geboren wurde, dürfte darin keinen Gegensatz sehen. Denn es ist, als würden seine Bilder die vermeintliche Opposition von figurativer und abstrakter Malerei aufheben. Da klettert ein Bergsteiger einen Felsen hoch, der nur aus quer laufenden Balken zu bestehen scheint, in die sich sein eigener Schatten eingeprägt hat. Da verbergen lamellenartige Streifen eine Interieurszene, die links und rechts von bunten, ornamentalen Kringeln flankiert wird. Seitdem Gela Samsonidse in Tiflis sein Studium an der Staatlichen Kunstakademie abgeschlossen hat, war der Georgier, der seit 1994 bei Freiburg lebt, durch seine abstrakten Bilder aufgefallen, nicht zuletzt durch seine Zeichnungen auf außergewöhnlich schmalem Format. Sie schienen ein sowohl als auch zu verbinden, ein davor mit einem dahinter. Nun, zehn Jahre später, vereint er Abstraktion und Figuration miteinander. Die Porträts, oft nach dem eigenen Familienalbum entstanden, darunter auch einige Selbstporträts, sind die radikale Standortbestimmung eines Malers, der viele Gegensätze zwar nicht aufzuheben, aber auf der Leinwand auszutragen vermag.
modoverlag.de
www.gela-samsonidse.de
Bilder von Gela Samsonidse
aus "Face to Face-Ansehen" die in Neuf-Brisach ausgestellt werden
(see-online.info) Konstanz. Der Kunstverein Konstanz zeigt im September eine Ausstellung mit dem Titel “Fremde Figuren”. Zu sehen sind Arbeiten von Stephan Hasslinger und Gela Samsonidse. Beide, der Bildhauer und der
aus Georgien stammende Maler, leben in Freiburg. Ihre Arbeiten ergänzen sich.
Zu sehen ist die Ausstellung vom 21. September bis 24. November 2013. Vernissage ist am Freitag, 20. September 2013, um 19 Uhr. Einführen wird Hans-Joachim Müller. Preview ist bereits am Donnerstag,
19. September, um 18.30 Uhr.
Über die Künstler
Der aus Georgien stammende, in Freiburg lebende Maler Gela Samsonidse (*1965) und der Freiburger Bildhauer Stephan Hasslinger (*1960) haben sich mit ihren sehr unterschiedlichen Arbeitsweisen für einen gemeinsamen Auftritt entschieden. Zunächst scheinen den beiden Künstlern Ornament und Struktur als Bindeglied zu dienen. Beide verwenden in ihrer Arbeit ornamentale Strukturen: Hasslinger verwendet diese Strukturen, die er der textilen Welt entlehnt, als Hülle seiner
keramischen Skulpturen, die sich auf ausschnitthaft Figürliches beziehen. Samsonidse bindet in seinen neueren Arbeiten das Ornament als Hintergrund oder als Binnenstruktur in seinen figürlichen Darstellungen ein. In seinen früheren Arbeiten dominieren hingegen strukturelle Kompositionen.
Form, Farbe und Struktur
Hasslingers Arbeiten wirken zunächst abstrakt, bei näherer Betrachtung rufen sie aber dinglich körperhafte Assoziationen hervor. Samsonideses Malerei ist zunächst figürlich, löst sich dann aber beim zweiten Blick in ihre Bestandteile von Form, Farbe und Struktur auf. So ergänzen sich beide Arbeitsweisen, Figürliches ist stets auch als Abstraktion und Abstraktes als Figur zu lesen.
Öffnungszeiten Di –Fr, 10 bis 18 Uhr; Sa/So, 10 bis 17 Uhr