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Monday, December 06, 2010

GEOPOLITIK: "Reset“ im "Great Game“? Von Kai Ehlers (eurasischesmagazin.de)


Staunend schaut die Welt auf eine Annäherung zwischen NATO und Russland, die sich gegenwärtig anzubahnen scheint. Von strategischem „Reset“ ist die Rede, das mit Obama in die Politik gekommen sei, Medwedews Vorschlag für eine „Neue europäische Sicherheitsarchitektur“ erscheint NATO- und EU-Vertretern neuerdings „erwägenswert“, nachdem das Papier bei seiner Vorlage Anfang 2008 von ihnen kaum beachtet wurde.

Die NATO arbeitet an einem Konzept, das „neue Bedrohungen“, „breiter angelegte Partnerschaften“ und unter dem Stichwort „comprehensive aproach“ eine enge Zusammenarbeit mit „zivilen Akteuren“ vorsieht. Darüber wurde beim Gipfel in Lissabon verhandelt. Russland würde über ein gemeinsames Raketenabwehrsystem einbezogen werden, mit dem „unsere Truppen“ und „unsere Bevölkerung“ vor dem geschützt werden soll, was die deutsche Kanzlerin kürzlich „die wirklichen Bedrohungen von heute“ nannte. Medwedew hat die Einladung zu einer solchen Kooperation angenommen.
Was spielt sich da ab? Was sind die „neuen Bedrohungen“ und „wirklichen Gefahren“? Wie sehen die neuen Partnerschaften aus? Was ist unter „unsere Bevölkerung“ zu verstehen? Wer soll geschützt werden? Wie hat man sich die Zusammenarbeit mit „zivilen Akteuren“ vorzustellen? Was schließlich könnten die Interessen Russlands an einer Kooperation mit der NATO und umgekehrt der NATO mit Russland sein? Fragen über Fragen, die sich unter einem nur schwer zu durchdringenden Schleier diplomatischer Floskeln verbergen.


Zubringernetz für die Versorgung der NATO-Truppen
Man muss nicht lange drum herum reden: Die offensichtlichste Neuerung, die nach dem Georgischen Krieg vom August 2008 ins Licht der Öffentlichkeit getreten ist, sodass man Beschreibungen dazu inzwischen sogar googeln kann, ist das „Northern Distribution Network“ (NDN), ein Zubringernetz für die Versorgung der in Afghanistan und Pakistan, unter US-Befehl eingesetzten NATO-Truppen.
Gemeint sind damit zwei Versorgungsrouten durchs nördliche Eurasien. Seit 2006 waren sie in der Planung, seit dem georgischen Krieg werden sie in großem Stil realisiert. Eine der Routen führt von Riga über die baltischen Staaten durch das nördliche Russland bis Usbekistan, wahlweise auch bis Kirgisistan oder Tadschikistan und von dort ins nördliche Afghanistan. Die andere führt durch Georgien, Aserbeidschan, über das kaspische Meer entlang des in den Jahren seit Auflösung der Sowjetunion von den Westmächten geschaffenen „südlichen Korridors“, auch „Neue Seidenstraße“ genannt. Die Route endet ebenfalls im Norden Afghanistans. Wegen der zweimaligen Umsetzung der Ladungen von Überlandlastern auf Schiffe, von diesen auf tadschikischer Seite wieder auf Lkws ist diese Route die weniger attraktive. Sie wird aber gehalten, um nicht allein auf die russische Route angewiesen zu sein. Zudem hofft man so einen gewissen Druck auf Russland ausüben zu können.
Die neuen Versorgungswege ersetzen die frühere südliche Route durch Pakistan, die nicht mehr genutzt werden kann, seit sich das nördliche Pakistan – nicht zuletzt entlang der Versorgungsrouten - zum Teil des afghanischen Kriegsgebietes entwickelt hat. Bezeichnenderweise sprechen die NATO-Militärs inzwischen von Afghanistan und Pakistan als „AfPak“. In letzter Zeit werden auch schon im Süden Pakistans Versorgungskonvois angegriffen, wie die sich häufenden Meldungen von brennenden Tanklastzügen deutlich machen. Die gesamte „zivile“ Versorgung, in zunehmendem Maße aber auch der militärische Nachschub für die in „Afpak“ eingesetzten heute ca. 100.000, geplanten 130.000, bzw. 150.000 Mann plus Tross, wird über diesen Weg abgewickelt. Es liegt auf der Hand, dass diese Routen, auf denen Millionenwerte für die Versorgung der Mannschaften bewegt werden, zudem Ausrüstungen, ohne welche die NATO-Truppen nicht einsatzfähig wären, von Militär, Polizei oder im Zuge des „comprehensive approach“ auch von „privaten Akteuren“ gesichert werden müssen.


Beherrschung Eurasiens ist nach wie vor US-Global-Strategie
Dass dies zu einer Ausweitung der Kampfhandlungen nach Norden in den zentralasiatischen, gegebenenfalls sogar russischen Raum hinein, zu einer allgemeinen Militarisierung des zentralasiatischen Raums unter dem Kommando der US-geführten NATO führen muss, so wie sich der afghanische Krieg zuvor nach Pakistan hineingefressen hat, liegt auf der Hand. Es ist, wenn man sich die US-Global-Strategie noch einmal vergegenwärtigt, die nach wie vor auf eine Beherrschung Eurasiens durch gezielte Interventionen hinausläuft, vermutlich sogar gewollt.
Es sei hier nur in aller Kürze an Brzezinskis epochales Buch „Die einzige Weltmacht“ erinnert, in der diese Strategie zur Sicherung der globalen US-Hegemonie ausdrücklich vorgeführt wird. (Fischer Tb 14358). Brzezinski war es auch, der Obama nach dem Irak-Desaster G.W. Bush´s und nach dem harten Njet der Russen gegen eine NATO-Erweiterung im Kaukasus im Konflikt um Georgien die Richtlinie gab. Sie lautete US-Politik zukünftig auf Afghanistan, Pakistan und Zentralasien zu konzentrieren, dabei breitere Bündnisse anzustreben – alles aber, bitte, ohne dabei Russland als Hauptgegner aus den Augen zu verlieren.
In einer Verlautbarung des „Center for strategic International studies“ (CSIS), einer der einflussreichsten konservativen „Denkfabriken“ der USA wird auch aktuell Klartext zum „Projekt“ der NDN gesprochen: „Während der Impetus hinter der Schaffung der neuen Versorgungslinien in den unmittelbaren militärischen Anforderungen liegt, bietet ihr Aufbau desungeachtet eine einzigartige Möglichkeit für Washington, langfristige Ziele zu verfolgen. Sich in Afghanistan durchzusetzen muss ökonomische und politische Entwicklung einschließen, die der Zukunft der Region verpflichtet ist. Die Obama Administration ist sich dieser Erfordernisse bewusst und hat sie als Herzstücke in die neue Afghanistan und Pakistan-Strategie einbezogen. Das zweite Ziel besteht darin, sicher zu gehen, dass die Expansion von Versorgungsrouten und das damit verbundene Anwachsen amerikanischer Präsenz Pläne für langfristige (im engl. Text: sustainable = nachhaltige!) ökonomische Aktikvitäten durch Afghanistan und Zentralasien einschließen, und das dies zusammengeht mit einem erneuerten, langfristigen US-Engagement.“ - Nachzulesen in Netz-Veröffentlichungen des CSIS als „Part of the ‚Transnational Threat Project’“ (
www.csis.org)

Entwicklungshilfe mit dem Colt, diesmal eurasisch, diesmal global!
In der Sprache des neuen US-Oberkommandierenden der afghanischen NATO-Truppen, General David Petraus, wird aus dem militärischen Versorgungsnetz die Vision von einem „Angelpunkt für einen trans-eurasischen Handel …, der Wohlstand und Stabilität nach Zentralasien bringt.“ Wow! Das ist american way of life in reinster Form: Entwicklungshilfe mit dem Colt, diesmal eurasisch, diesmal global!
Klar ist natürlich, dass solche weitreichenden Netzwerke der NATO- und US-Präsenz im Herzen Eurasiens und des Kaukasus nicht ohne Zustimmung, zumindest nicht ohne Duldung Russlands entstehen konnten. Klar ist auch, dass die amerikanische Seite hofft, Russland auf diese Weise binden, sein Territorium „nachhaltig“ durchdringen und durch einen Kordon US-abhängiger Staaten im Kaukasus und Zentralasien eingrenzen zu können. Brzezinsksi träumte in der New York Times vom 19.8. 2009 bereits von einer NATO, die zwar „noch nicht Weltregierung“ sein könne, aber doch als „hub“, als Angelpunkt eines weltweiten Netzes von regionalen Sicherheitsnetzen fungiere.


Wer aber versteht noch Russland?
Aber wie lassen sich die Motive Russlands verstehen, das sich seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 gegen die Einkreisung durch NATO und EU zur Wehr setzen muss, dessen Präsident Putin die bei der „Münchner Sicherheitskonferenz“ 1987 versammelten westlichen Strategen nach jahrelangen vergeblichen Protesten gegen NATO-Erweiterung und zunehmende US-Präsenz in Osteuropa mit einem in der russ. Presse so getauften „Weckruf“ konfrontierte, der den globalen Herrschaftsanspruch der USA, gegen die von der NATO betrieben Einkreisung Russlands, gegen die Erweiterung des US-Raketenschildes nach Osteuropa zurückwies? Anfang 2008 legte Medwedew mit einem Vorschlag für eine neue Eurasische Sicherheitsstruktur nach, deren Kern der Ausbau und die Reform der KSZE- und UN-Strukturen zu einer multinationalen Alternative gegenüber der NATO war – und immer noch ist.
Ein halbes Jahr später demonstrierte Russland im georgischen Konflikt, dass es nicht mehr bereit war, weitere Einkreisungen durch die NATO hinzunehmen. Vom „atlantischen Bündnis“ wurde das russische Njet gegenüber weiteren Ausbaurunden von NATO und EU nach vorübergehendem diplomatischem Geplänkel verstanden – und akzeptiert. Es wird vorerst keine direkten Erweiterungsrunden von NATO und EU im Kaukasus und Osteuropa geben. Nun stattdessen aber das? Ein Russland durchziehendes, Eurasien überspannendes Versorgungsnetz der NATO! Und das mit russischem Einverständnis?
Im Sommer 2009 unterzeichneten Medwedew und Obama auf dem ersten russisch–amerikanischen Gipfel, von der Öffentlichkeit unter all dem lauten Abrüstungsgeklingel kaum wahrgenommen, einen wichtigen militärischen Transitvertrag, der nicht nur die Routen über Land, sondern zugleich auch Überflug-Genehmigungen enthielt. Der Vertrag erlaubt den Transport von Soldaten und wie auch militärischen Versorgungsgütern zu Lande. Auch Flüge russischer Militärmaschinen mit nicht todbringenden Versorgungsgütern, die auch während des Georgienkriegs stattfanden, sollen fortgesetzt werden.


Auf wessen Kosten soll Russlands Rechnung aufgehen?
Was, fragt man sich, verspricht Russland sich von diesem Vertrag? Wirtschaftliche Aufbauhilfe durch verbesserte Infrastruktur? Häfen, Handelsknoten, Straßen, Steuereinnahmen aus dem Transportwesen? Praktische Modernisierungshilfe? Das vermuten die amerikanischen Gegner dieses Vertrages und befürchten, dass Russland sich aus dem Vertrag lösen könne, wenn es seinen Vorteil aus der Anlage der Infrastruktur gezogen habe. Sicher spielen solche Motive eine Rolle. Aber tiefer geht wohl der Hinweis, mit dem CSIS Kamer Zabulow, Botschafter von Afghanistan und Veteran des sowjetischen Krieges in Afghanistan, zitiert: „Es liegt nicht im russischen Interesse, dass die NATO geschlagen wird und all diese Probleme hinterlässt“, erklärte er, „wir zögen es vor, dass die NATO ihre Aufgabe erledigte und dann diese unnatürliche Geographie verließe.“
Möglich ist beides. Wer den letzten Satz hört, wird sich nicht nur an die afghanische Katastrophe der Sowjetunion erinnern, sondern auch Medwedews mehrfache Auftritte in letzter Zeit vor Augen haben, in denen er den Extremismus im Süden Russlands zum größten innenpolitischen Problem des Landes erklärte. Daran gemessen mag der russischen Führung in der Gewissheit, dass sich noch kein westlicher Eroberer in den russischen Weiten festsetzen konnte, die mögliche Bedrohung durch eine globale Erweiterung der NATO als das geringere Übel erscheinen. Ob diese Rechnung aufgeht, darf bezweifelt werden, zumindest ist zu fragen, auf wessen Kosten sie geht, wenn sie aufgeht, anders gefragt: Wer würde von einer solchen eurasischen NATO geschützt? Das ist eine äußerst beunruhigende Frage.

Mehr von Kai Ehlers:
www.kai-ehlers.de

Friday, November 05, 2010

ARTIKEL: "Reset" im "Great game“? Vom Kaukasuskrieg zum "Northern Distribution Network". Von Kai Ehlers (kai-ehlers.de)

Anmerkungen zur Annäherung zwischen NATO und Russland

Staunend schaut die Welt auf eine Annäherung zwischen NATO und Russland, die sich gegenwärtig anzubahnen scheint. Von strategischem „Reset“ ist die Rede, das mit Obama in die Politik gekommen sei, Medwedews Vorschlag für eine „Neue europäische Sicherheitsarchitektur“ erscheint NATO- und EU-Vertretern neuerdings „erwägenswert“, nachdem das Papier bei seiner Vorlage Anfang 2008 von ihnen kaum beachtet wurde. Die NATO arbeitet an einem neuen Konzept, das „neue Bedrohungen“, „breiter angelegte Partnerschaften“ und unter dem Stichwort „comprehensive aproach“ eine enge Zusammenarbeit mit „zivilen Akteuren“ vorsieht. Es soll im November verabschiedet werden. Russland soll über ein gemeinsames Raketenabwehrsystem einbezogen werden, mit dem „unsere Truppen“ und „unsere Bevölkerung“ vor dem geschützt werden soll, was die deutsche Kanzlerin kürzlich „die wirklichen Bedrohungen von heute“ nannte. Medwedew hat die Einladung zur Kooperation angenommen; er wird beim NATO-Treffen im November dabei sein.
Was spielt sich ab? Was sind die „neuen Bedrohungen“ und „wirklichen Gefahren“? Wie sehen die neuen Partnerschaften aus? Was ist unter „unsere Bevölkerung“ zu verstehen? Wer soll geschützt werden? Wie hat man sich die Zusammenarbeit mit „zivilen Akteuren“ vorzustellen? Was schließlich könnten die Interessen Russlands an einer Kooperation mit der NATO und umgekehrt der NATO mit Russland sein? Fragen über Fragen, die sich unter einem nur schwer zu durchdringenden Schleier diplomatischer Floskeln verbergen.
Man muss nicht lange drum herum reden: Die offensichtlichste Neuerung, die nach dem Georgischen Krieg vom August 2008 ins Licht der Öffentlichkeit getreten ist, sodass man Beschreibungen dazu inzwischen sogar googeln kann, ist das „Northern Distribution Network“ (NDN), ein Zubringernetz für die Versorgung der in Afghanistan und Pakistan, unter US-Befehl eingesetzten NATO-Truppen.
Gemeint sind damit zwei Versorgungsrouten durchs nördliche Eurasien. Seit 2006 waren sie in der Planung, seit dem georgischen Krieg werden sie in großem Stil realisiert. Eine der Routen führt von Riga über die baltischen Staaten durch das nördliche Russland bis Usbekistan, wahlweise auch bis Kirgisistan oder Tadschikistan und von dort ins nördliche Afghanistan Die andere führt durch Georgien, Aserbeidschan, über das kaspische Meer entlang des in den Jahren seit Auflösung der Sowjetunion von den Westmächten geschaffenen „südlichen Korridors“, auch „Neuen Seidenstraße“ genannt. Die Route endet ebenfalls im Norden Afghanistans. Wegen der zweimaligen Umsetzung der Ladungen von Überlandlastern auf Schiffe, von diesen auf tadschikischer Seite wieder auf Trucks ist diese Route die weniger attraktive. Sie wird aber gehalten, um nicht allein auf die russische Route angewiesen zu sein. Zudem hofft man so einen gewissen Druck auf Russland ausüben zu können.
Die neuen Versorgungswege ersetzen die frühere südliche Route durch Pakistan, die nicht mehr genutzt werden kann, seit sich das nördliche Pakistan – nicht zuletzt entlang der Versorgungsrouten – zum Teil des afghanischen Kriegsgebietes entwickelt hat. Bezeichnenderweise sprechen die NATO-Militärs inzwischen von Afghanistan und Pakistan als „AfPak“. In letzter Zeit werden auch schon im Süden Pakistans Versorgungskonvois angegriffen, wie die sich häufenden Meldungen von brennenden Tanklastzügen deutlich machen. Die gesamte „zivile“ Versorgung, in zunehmendem Maße aber auch der militärische Nachschub für die in „Afpak“ eingesetzten heute ca. 100.000, geplanten 130.000, bzw. 150.000 Mann plus Troß wird über diesen Weg abgewickelt. Es liegt auf der Hand, dass die diese Routen, auf denen Millionenwerte für die Versorgung der Mannschaften bewegt werden, zudem Ausrüstungen, ohne welche die NATO-Truppen nicht einsatzfähig wären, von Militär, Polizei oder im Zuge des „comprehensive approach“ auch von „privaten Akteuren“ gesichert werden müssen.
Dass dies zu einer Ausweitung der Kampfhandlungen nach Norden in den zentralasiatischen, ggflls. sogar russischen Raum hinein, zu einer allgemeinen Militarisierung des zentralasiatischen Raums unter dem Kommando der US-geführten NATO führen muss, so wie sich der afghanische Krieg zuvor nach Pakistan hineingefressen hat, liegt auf der Hand – es ist, wenn man sich die US-Global-Strategie noch einmal vergegenwärtigt, die nach wie vor auf eine Beherrschung Eurasiens durch gezielte Interventionen hinausläuft, vermutlich sogar gewollt.
Es sei hier nur in aller Kürze an Brzezinskis epochales Buch „Die einzige Weltmacht“ erinnert, in der diese Strategie zur Sicherung der globalen US-Hegemonie ausdrücklich vorgeführt wird. (Fischer tb 14358) Brzezinki war es auch, der Obama nach dem Irak-Desaster G.W. Bush´s und nach dem harten NJET der Russen gegen eine NATO-Erweiterung im Kaukasus im Konflikt um Georgien die Richtlinie gab, US-Politik zukünftig auf Afghanistan, Pakistan und Zentralasien zu konzentrieren, dabei breitere Bündnisse anzustreben – alles aber, bitte, ohne dabei Russland als Hauptgegner aus den Augen zu verlieren.
In einer Verlautbarung des „Center for strategic International studies“ (CSIS), einer der einflussreichsten konservativen „Denkfabriken“ der USA wird auch aktuell Klartext zum „Projekt“ der NDN gesprochen: „Während der Impetus hinter der Schaffung der neuen Versorgungslinien in den unmittelbaren militärischen Anforderungen liegt, bietet ihr Aufbau desungeachtet eine einzigartige Möglichkeit für Washington, langfristige Ziele zu verfolgen. Sich in Afghanistan durchzusetzen muss ökonomische und politische Entwicklung einschließen, die der Zukunft der Region verpflichtet ist. Die Obama Administration ist sich dieser Erfordernisse bewusst und hat sie als Herzstücke in die neue Afghanistan und Pakistan-Strategie einbezogen. Das zweite Ziel besteht darin, sicher zu gehen, dass die Expansion von Versorgungsrouten und das damit verbundene Anwachsen amerikanischer Präsenz Pläne für langfristige (im engl. Text: sustainable = nachhaltige!) ökonomische Aktikvitäten durch Afghanistan und Zentralasien einschließen, und das dies zusammengeht mit einem erneuerten, langfristigen US-Engagement.“ Nachzulesen in Netz-Veröffentlichungen des CSIS als „Part of the ‚Transnational Threat Project’“ (htt://csis.org)
In der Sprache des neuen US-Oberkommandierenden der afghanischen NATO-Truppen, General David Petraus, wird aus dem militärischen Versorgungsnetz die Vision von einem „Angelpunkt für einen trans-eurasischen Handel …, der Wohlstand und Stabilität nach Zentralasien bringt.“ WOW! Das ist american way of life in reinster Form: Entwicklungshilfe mit dem Colt, diesmal eurasisch, diesmal global!
Klar ist natürlich, dass solche weitreichenden Netzwerke der NATO- und US-Präsenz im Herzen Eurasiens und des Kaukasus nicht ohne Zustimmung, zumindest nicht ohne Duldung Russlands entstehen konnten. Klar ist auch, dass die amerikanische Seite hofft, Russland auf diese Weise binden, sein Territorium „nachhaltig“ durchdringen und durch einen Kordon US-abhängiger Staaten im Kaukasus und Zentralasien eingrenzen zu können. Brzezinsksi träumte in der New York Times vom 19.8. 2009 bereits von einer NATO, die zwar „noch nicht Weltregierung“ sein könne, aber doch als „hub“, als Angelpunkt eines weltweiten Netzes von regionalen Sicherheitsnetzen fungiere.
Aber wie lassen sich die Motive Russlands verstehen, das sich seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 gegen die Einkreisung durch NATO und EU zur Wehr setzen muss, dessen Präsident Putin die bei der „Münchner Sicherheitskonferenz“ 1987 versammelten westlichen Strategen nach jahrelangen vergeblichen Protesten gegen NATO-Erweiterung und zunehmende US-Präsenz in Osteuropa mit einem in der russ. Presse so getauften „Weckruf“ konfrontierte, der den globalen Herrschaftsanspruch der USA, gegen die von der NATO betrieben Einkreisung Russlands, gegen die Erweiterung des US-Raketenschildes nach Osteuropa zurückwies? Anfang 2008 legte Medwedew mit einem Vorschlag für eine neue Eurasische Sicherheitsstruktur nach, deren Kern der Ausbau und die Reform der KSZE- und UN-Strukturen zu einer multinationalen Alternative gegenüber der NATO war – und immer noch ist.
Ein halbes Jahr später demonstrierte Russland im georgischen Konflikt, dass es nicht mehr bereit war, weitere Einkreisungen durch die NATO hinzunehmen. Vom „atlantischen Bündnis“ wurde das russische NJET gegenüber weiteren Ausbaurunden von NATO und EU nach vorübergehendem diplomatischem Geplänkel verstanden – und akzeptiert. Es wird vorerst keine direkten Erweiterungsrunden von NATO und EU im Kaukasus und Osteuropa geben. Nun stattdessen aber das? Ein Russland durchziehendes, Eurasien überspannendes Versorgungsnetz der NATO! Und das mit russischem Einverständnis?
Im Sommer 2009 unterzeichneten Medwedew und Obama auf dem ersten russisch–amerikanischen Gipfel, von der Öffentlichkeit unter all dem lauten Abrüstungsgeklingel kaum wahrgenommen, einen wichtigen militärischen Transitvertrag, der nicht nur die Routen über Land, sondern zugleich auch Überflug-Genehmigungen enthielt. Der Vertrag erlaubt den Transport von Soldaten und wie auch militärischen Versorgungsgütern zu Lande. Auch Flüge russischer Militärmaschinen mit nicht todbringenden Versorgungsgütern, die auch während des Georgienkriegs stattfanden, sollen fortgesetzt werden.
Was, fragt man sich, verspricht Russland sich von diesem Vertrag? Wirtschaftliche Aufbauhilfe durch verbesserte Infrastruktur? Häfen, Handelsknoten, Straßen, Steuereinnahmen aus dem Transportwesen? Praktische Modernisierungshilfe? Das vermuten die amerikanischen Gegner dieses Vertrages und befürchten, dass Russland sich aus dem Vertrag lösen könne, wenn es seinen Vorteil aus der Anlage der Infrastruktur gezogen habe. Sicher spielen solche Motive eine Rolle. Aber tiefer geht wohl der Hinweis, mit dem CSIS Kamer Zabulow, 2008 russischer Botschafter in Afghanistan und Veteran des sowjetischen Krieges in Afghanistan, zitiert: „Es liegt nicht im russischen Interesse, dass die NATO geschlagen wird und all diese Probleme hinterlässt“, erklärte er, „wir zögen es vor, dass die NATO ihre Aufgabe erledigte und dann diese unnatürliche Geographie verließe.“
Möglich ist beides. Wer den letzten Satz hört, wird sich nicht nur an die afghanische Katastrophe der Sowjetunion erinnern, sondern auch Medwedews mehrfache Auftritte in letzter Zeit vor Augen haben, in denen er den Extremismus im Süden Russlands zum größten innenpolitischen Problem des Landes erklärte. Daran gemessen mag der russischen Führung in der Gewissheit, dass sich noch kein westlicher Eroberer in den russischen Weiten festsetzen konnte, die mögliche Bedrohung durch eine globale Erweiterung der NATO als das geringere Übel erscheinen. Ob diese Rechnung aufgeht, darf bezweifelt werden, zumindest ist zu fragen, auf wessen Kosten sie geht, wenn sie aufgeht, anders gefragt: Wer würde von einer solchen eurasischen NATO geschützt? Das ist eine äußerst beunruhigende Frage.

Kai Ehlers
kai-ehlers.de

Sunday, March 08, 2009

BUCHMESSE LEIPZIG 2009: Kai Ehlers, Titel Russland - Herzschlag einer Weltmacht (leipzig-liest.de)

Intime Einblicke in ein Russland mit Zukunft
13. März 2009, 12:30 - 13:00 Uhr

Eine bescheidene Etagenwohnung in einem Moskauer Vorort ist Schauplatz eines Dialogs zwischen dem deutschen Russlandforscher Kai Ehlers und dem russischen Schriftsteller und Journalisten Jefim Berschin. Im Gedankenaustausch treffen Skepsis und Sympathie, Innen- und Außenperspektive aufeinander. Authentische Einblicke in die Umwälzungen der nachsowjetischen Ära öffnen sich und Grundmotive russischer Mentalität, Geschichte und Kultur, geografischer und geopolitischer Besonderheiten werden sichtbar, die Russlands Entwicklung geprägt haben und sich nur auf seinem Boden entfalten konnten.
Kai Ehlers und sein Gesprächspartner zeichnen ein kritisch-differenziertes Bild Russlands und gehen zugleich mit westlichen Klischees scharf ins Gericht. Die jüngste Geschichte Russlands von der dogmatischen Verhärtung unter dem Sowjetregime über die Auflösung staatlicher Ordnung während der Jelzin-Ära bis hin zur Restauration unter Putin zeigt ein Land der Extreme und Widersprüche, das in einer kritisch-distanzierten, seelenlosen Betrachtung nicht erfasst werden kann. Der Sachlichkeit von Berichten und Analysen werden deshalb die Unmittelbarkeit des Gesprächs und die Betroffenheit, die sich in Briefen über die Ereignisse der letzten zwanzig Jahre ausdrückt, an die Seite gestellt.
Recherchen vor Ort – zwischen St. Petersburg und dem Altai, zwischen dem Kaukasus und Wladiwostok – sind Grundlage für ein Gesamtbild Russlands, das geostrategische Aspekte ebenso umfasst wie die Lebenssituation der Bevölkerung in den Städten und auf dem Land, das die Machtelite in und außerhalb des Kremls ebenso einschließt wie die Kultur der Wolgavölker oder das Schicksal der Menschen in den Krisengebieten innerhalb und an den Grenzen Russlands. Wie von selbst richtet sich dabei der Blick auf die Überlebensstrategien der russischen Bevölkerung während der Zeiten der «Verwirrung», der «Smuta», und auf die Besonderheit russischer Gemeinschaftskräfte.

Moderation Jonathan Stauffer
Veranstalter
Pforte Verlag, Schweiz
Ort Leipzig liest Forum Halle 4, Stand D111

AmazonShop: Books, Maps, Videos, Music & Gifts About The Caucasus

Thursday, December 18, 2008

GEOPOLITIK: Der Ton wird rauer - Gas-Russland und Öl-NATO (russlandonline.ru)

Im Kampf um die Neuaufteilung der Welt

[von Kai Ehlers] Kooperation oder Konfrontation mit Russland? Um diese Fragen kreisen die aktuellen politische Debatten in der Europäischen Union und in der NATO. Der Krieg im Kaukasus und die Finanzkrise fließen in einer Bewegung zusammen, in der die Welt neu gestaltet wird. Von „globaler Perestroika“ spricht Michail Chodorkowski dieser Tage, in Sibirien einsitzender ehemaliger Öl-Zar Russlands.

Der ganze Text >>>

(Schriftliche Fassung eines Vortrages auf dem Kasseler Friedensforum „Die Welt nach Bush“, vom 5. – 7-.12.2008)

[ www.kai-ehlers.de ]

Tuesday, September 02, 2008


Liebe Leserinnen und Leser,
natürlich stehen diesmal der georgische Überfall auf Südossetien und die blitzschnelle Reaktion Russlands im Mittelpunkt unserer Berichterstattung. Außerdem untersuchen unsere Autoren, wie die Kämpfe im Kaukasus das Leben der Menschen und die geopolitische Situation verändert haben.
Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden analysiert „Die russischen Interessen im Kaukasus“. Aus Tiflis kommt sein Bericht: „Die Opposition verpflichtet sich zum Schweigen“. Er hat ein Interview mit dem georgischen Oppositionsführer gemacht. Dessen Aussage: „Saakaschwili ist ein Abenteurer“. Und von Ulrich Heyden ist auch der Kaukasus-Kommentar: „Hysterie und voreilige Schuldzuweisungen“.
Florian Willershausen schildert das schwere Los der Menschen in der zerbombten südossetischen Hauptstadt Zchinwali. Ganze Stadtviertel liegen in Schutt und Asche, ausgebrannte Häuserskelette reihen sich an der Hauptstraße entlang, die mit Glassplittern und zerbrochenen Eternitplatten übersät ist. „Alltag in Trümmern“ ist dieser Beitrag überschrieben.
Ob und wie sich die geopolitische Situation durch den Krieg und die Anerkennung der abtrünnigen georgischen Provinzen durch Russland verändert hat, untersuchen die Beiträge „Ende der Ohnmacht“ von Kai Ehlers, „Kaukasischer Paukenschlag“ von Johannes Wetzinger, sowie „Russland trumpft auf“ und „Realitätsverlust: Saakaschwili und der Westen“ von Rudolf Maresch.
Im Eurasien-Ticker finden sie Verweise zu dem Aufsehen erregenden Interview des russischen Premierministers Wladimir Putin über die Schuld der USA, das er dem amerikanischen Nachrichtensender CNN gegeben hat (englisch und russisch).
Während im Kaukasus die Toten der jüngsten Kämpfe bestattet werden, durchwühlen russische Organisationen die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs. Sie suchen nach den Relikten der Kämpfe von damals: Unsere Autorin hat die Gruppe „Nabat“ bei ihrer aufwühlenden Tätigkeit begleitet. Ihr Beitrag: „Blutgetränkte Erde im Kaukasus“.


Eurasien-Ticker
Auch in Russland geht die Kriegsangst um · SOZ-Gipfel folgt Russland nur teilweise · Putin: Washington ist für den Angriff auf Südossetien mitverantwortlich

Georgien
Kaukasischer Paukenschlag Von Johannes Wetzinger
Noch vor wenigen Monaten galt der Konflikt um das kleine, von Georgien abtrünnige Südossetien als „eingefroren“. Doch im August 2008 eskalierte eine georgische Militärintervention in der gebirgigen Region in einen offenen Krieg. Nach einem militärischen Gegenangriff Russlands ließ der nächste Paukenschlag nur kurz auf sich warten: Am 26. August 2008 verkündete Russlands Präsident Medwedew die offizielle Anerkennung Südossetiens und Abchasiens, einer zweiten von Georgien abtrünnigen Region. Der georgische Präsident Saakaschwili, der bei seinem Amtsantritt die territoriale Reintegration als zentrales Ziel formulierte, hat damit viel verloren: Die Separatistengebiete sind weiter denn je von georgischer Kontrolle entfernt, und auch innenpolitisch zeichnet sich Widerstand ab.

Geopolitik
Russlands Interessen im Kaukasus Von Ulrich Heyden
Beide Kammern des russischen Parlaments haben für die Unabhängigkeit der beiden abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien votiert. Kremlchef Präsident Dmitri Medwedjew hat den Antrag unterzeichnet und damit die beiden Länder als selbstständig anerkannt. Was treibt Russland zu dieser Politik?

Georgien
Die Opposition verpflichtet sich zum Schweigen Von Ulrich Heyden
Die Menschen auf den Straßen von Tiflis machen sich keine Illusionen über ihre Lage und das Regime Saakaschwili. Viele sehen in ihm nur einen Erfüllungsgehilfen der USA, der das Land in den Bankrott geführt hat.

EM-Interview
„Saakaschwili ist ein Abenteurer“ EM mit Georgi Chaindrawa
Der georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa war unter Saakaschwili Minister für die Konfliktregelung mit den abtrünnigen Provinzen, wurde 2006 aber entlassen, weil er militärische Abenteuer zur Rückgewinnung dieser Gebiete ablehnte. Er ist ehemaliger Filmregisseur und einer der herausragenden Köpfe der georgischen Opposition. Im Gegensatz zu den meisten Oppositionsführern, die den georgischen Präsidenten nicht kritisieren wollen, solange russische Truppen in Georgien sind, nimmt Chaindrawa auch heute kein Blatt vor den Mund. Das Eurasische Magazin interviewte ihn zur aktuellen Lage.

Georgien
Alltag in Trümmern Von Florian Willershausen
Ganze Stadtviertel liegen in Schutt und Asche, ausgebrannte Häuserskelette reihen sich an der Hauptstraße entlang, die mit Glassplittern und zerbrochenen Eternitplatten übersät ist. Der Krieg hat deutliche Spuren in Zchinwali hinterlassen, der Hauptstadt Südossetiens. Wenige Tage nach den schweren Angriffen georgischer Truppen kehrt langsam der Alltag zurück in die Stadt. Die Geflüchteten kommen heim, russische Katastrophenschützer stellen die Strom- und Gasversorgung her, Bagger räumen die Trümmer beiseite, der Wiederaufbau beginnt. Doch das Kriegstrauma wird viele Menschen in Zchinwali noch lange begleiten.

Kaukasus
Russland trumpft auf Von Rudolf Maresch
Der Kreml ist zurück im großen eurasischen Spiel und offenbar nicht mehr gewillt, die Ausbreitung der NATO bis an seine unmittelbaren Grenzen ohne Gegenwehr hinzunehmen. Russland zeigt sich im Gegenteil von der NATO unbeeindruckt. Den blutigen Angriff Georgiens auf Südossetien beantwortete der Kreml knallhart und ohne Zaudern.

Kaukasus
Realitätsverlust: Saakaschwili und der Westen Von Rudolf Maresch
Putins und Medwedjews Russland ist nicht mit der Sowjetunion oder dem „gedemütigten“ Deutschland des 20. Jahrhunderts zu vergleichen –auch wenn raumpolitische Machtkonstellationen der Zwischenkriegszeit und des Kalten Krieges das signalisieren mögen.

Russland
Ende der Ohnmacht? Von Kai Ehlers
Die Vorgänge im Kaukasus sind aus russischer Sicht das Signal für den Eintritt in eine neue Phase der internationalen Beziehungen: So nicht weiter, Herr Bush!, könnte man sie übersetzen. Hier beginnt Russland! Hier beginnt die Notwendigkeit von Absprachen statt der weiteren Militarisierung internationaler Beziehungen. Hinter sein aktuelles Eingreifen im Kaukasus wird Russland nicht zurückgehen.

Kaukasus-Kommentar
Hysterie und voreilige Schuldzuweisungen Von Ulrich Heyden
Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden macht sich seine Gedanken über das Cui bono? – wem nutzt was? - in der Kaukasuspropaganda des Westens.


Kriegsrelikte
Blutgetränkte Erde im Kaukasus Von Silvana Wedemann
Während im Kaukasus die Toten der jüngsten Kämpfe bestattet werden, durchwühlen russische Organisationen die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs. So mancher vermisste Rotarmist bekommt durch sie noch ein richtiges Begräbnis. Die Gebeine der deutschen Soldaten werden wieder zugeschüttet. Unsere Autorin hat die Gruppe „Nabat“ bei ihrer aufwühlenden Tätigkeit begleitet.

Monday, April 02, 2007

GEOPOLITIK US-Raketen auch im Kaukasus

Die Einkreisungspolitik der USA gegenüber Russland schreitet ungeniert fort. In Europa gibt es aufgeregte Debatten. Die derzeitige „Führungsmacht“ der EU ist jedoch bereits dabei, unter den US-Schirm zu kriechen.

Mehr (von Kai Ehlers): US-Raketen auch im Kaukasus
(Eurasisches Magazin)