Georgian National Book Center aus Tbilisi
im Internet: www.book.gov.ge und in Leipzig auf der Buchmesse Halle 4
Stand
D309
ICH BIN SIE
23. März 2017 | 15:30 – 16:00 Uhr Mitwirkende: Naira Gelaschwili
Veranstalter: Verbrecher Verlag
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Forum DIE UNABHÄNGIGEN Halle 5, Stand H309
GESPRÄCHE ÜBER DIE GEORGISCHE DRAMATURGIE
23. März 2017 | 21:00 Uhr | Mitwirkende: Basa Janikashvili
Moderation: Davit Gabunia, Barbara Weidle
Veranstalter: Georgian National Book Center, Verlag Theater der Zeit
Art der Veranstaltung: Präsentation, Lesung, Diskussion
Ort: naTo, Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275, Leipzig (Süd)
ÜBER DIE MODERNE GEORGISCHE DICHTUNG
24. März 2017 | 10:30 – 11:00 Uhr
Mitwirkende: Nika Jorjaneli, Eka Kevanishvili, Giorgi Lobjanidze
Moderation: Steffi Chotiwari-Jünger
Veranstalter: Georgian National Book Center, POP Verlag Ludwigsburg
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Forum Ost SüdOst Halle 4, Stand E505
ICH BIN SIE
24. März 2017 | 13:00 – 13:30 Uhr | Mitwirkende: Naira Gelaschwili
Moderation: Jörg Plath
Veranstalter: Bertelsmann, Deutschlandradio Kultur, ZDF
Ort: Das Blaue Sofa Glashalle, Stand 04
WER HAT DIE TSCHAIKA GETÖTET?
24. März 2017 | 17:00 – 17:30 Uhr
Mitwirkende: Anna Kordzaia-Samadashvili
Moderation: Tim Mücke
Veranstalter: Georgian National Book Center, Verlag Hans Schiler
Art der Veranstaltung: Präsentation, Lesung, Diskussion
Ort: Forum OstSüdOst Halle 4, Stand E505
SONNTAG DER BELEUCHTETEN FENSTER
24. März 2017 | 19:00 Uhr | Mitwirkende: Diana Anphimiadi
Veranstalter: Wieser Verlag
Art der Veranstaltung: Lesung
Ort: FrischeParadies, Maximilianallee 5, 04129, Leipzig (Nord)
GEORGISCHE KULINARISCHE BIOGRAPHIE
25. März 2017 | 10:30 – 11:00 Uhr Mitwirkende: Diana Anphimiadi
Veranstalter: Wieser Verlag
Art der Veranstaltung: Lesung
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500
"WIR, DIE APFELBÄUME" – EIN GEDICHTBAND
25. März 2017 | 13:00 – 13:30 Uhr Mitwirkende: Bela Chekurishvili
Moderation: Manfred Metzner
Veranstalter: Georgian National Book Center, Verlag das Wunderhorn
Art der Veranstaltung: Präsentation, Lesung, Diskussion
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500
ROYAL MARY - EIN MORD IN TIFLIS
25. März 2017 | 17:00 – 17:30 Uhr Mitwirkende: Abo Iaschagaschwili
Moderation: Andreas Rostek
Veranstalter: edition.fotoTAPETA
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Leseinsel Junge Verlage Halle 5, Stand G200
ZUFLUCHT IN DEUTSCHLAND. TEXTE VERFOLGTER AUTOREN
25. März 2017 | 17:00 – 17:30 Uhr
Mitwirkende: Zaza Burtchuladze, Sergej Gladkich, Josef Haslinger
Veranstalter: MDR, PEN-Zentrum Deutschland , S. Fischer Verlag
Art der Veranstaltung: Gespräch
Ort: MDR - Glashalle Stand 17
MORDE IN TIFLIS UND ANDERE GESCHICHTEN
26. März 2017 | 11:30 – 12:00 Uhr Mitwirkende: Abo Iaschagaschwili
Moderation: Andreas Rostek
Veranstalter: edition.fotoTAPETA
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Forum OstSüdOst Halle 4, Stand E505
DIE SAMMELGESCHICHTEN "WINZLINGS HOCHZEIT" UND "ER KAM ZU SPÄT"
26. März 2017 | 13:00 – 13:30 Uhr Mitwirkende: Mikheil Javakhishvili
Moderation: Steffi Chotiwari-Jünger, Doreen Hennig
Veranstalter: Georgian National Book Center, Passanten Verlag
Art der Veranstaltung: Diskussion
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500
DAS FÜRSTLICHE LEBEN DES KWATSCHI K.
26. März 2017 | 13:30 – 14:00 Uhr Mitwirkende: Kristiane Lichtenfeld
Moderation: Philipp Dyck
Veranstalter: NORA Verlagsgemeinschaft
Art der Veranstaltung: Lesung
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500
EINE KURZE EINFÜHRUNG IN DIE GEORGISCHE LITERATUR
26. März 2017 | 15:30 – 16:00 Uhr
Mitwirkende: Irine Chogoshvili, Maia Danelia
Moderation: Maja Lisowski, Traian Pop
Veranstalter: Georgian National Book Center, POP Verlag Ludwigsburg
Art der Veranstaltung: Diskussion
Ort: Forum OstSüdOst Halle 4, Stand E505
Weitere Links zum Thema:
Naira Gelaschwili - Ich bin sie Von Anja Hirsch [wdr.de]
Die Georgierin, die Brücken in den Kaukasus baut.
Angry Bird (UA) von Basa Janikashvili
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Friday, March 03, 2017
BUCHMESSE: Georgien in Lesungen, Diskussionen und Gesprächen in Leipzig bei der @buchmesse (23.03. bis 26.03.2017)
Thursday, August 12, 2010
RADIO: Georgien 2010 - Das Post-sowjetische Land im Umbruch. Elisabeth Nehring (wdr5.de)
Scala – Aktuelles aus der Kultur, 09. August 2010
Die Fahrt hinein ins nächtliche Tbilisi führt über hell erleuchtet Prachtstrassen. Repräsentative Gebäude, Museen und Theater sind bunt angestrahlt, ein künstliches Paradies, das die harten Zeiten der Stromausfälle und bitteren Not in Georgien vergessen machen will. Die Hauptstadt des kleinen Kaukasus-Landes schmückt ihr Zentrum mit Licht, aber nur einige Straßenzüge weiter wartet die Realität mit verfallenen Häusern und kaputten Wegen. Solche Kontraste finden sich auch im gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes: traditionelle Geschlechterrollen neben berufstätigen Frauen in hohen Positionen, gut angezogene Menschen, die kein Geld haben, im Winter zu heizen, staatliche Museen, in denen es fast nichts zu besichtigen gibt, dafür aktive junge Kulturschaffende, die mit viel Eigeninitiative ein neues Kunstzentrum gründen.
Scala hat Tbilisi besucht und berichtet über die Licht- und Schattenseite des Lebens im Kaukasusland Georgien.
Autor/in: Elisabeth Nehring
Redaktion: Walburga Manemann
Das Manuskript zum Beitrag im pdf-Format
+++
Elisabeth Nehring:
Auf Tbilisis berühmtester Prachtstrasse, dem Rustaweli Prospekt, flanieren die Menschen zu jeder Jahreszeit, in milder Wintersonne ebenso wie im heißen Sommer, wenn die hohen, ausladenden Bäume Schatten spenden. Rechts und links ist die breite Straße gesäumt von Prachtbauten des 19. Jahrhunderts - Museen, Theatern, dem Opernhaus und Regierungsgebäuden. Teuer gekleidete Frauen steigen neben Straßenhändlern aus schweren Wagen. Die Menschen schauen einander direkt an, es herrscht eine offene Atmosphäre. Hier erinnert nichts mehr an die Schrecken der 90er Jahre, in denen es in Georgien weder Strom noch Sicherheit gab.
Der Rustaweli-Prospekt mündet auf einer Seite in den Freiheitsplatz, hinter dem die Altstadt beginnt. Nur ein kleiner Teil davon ist restauriert, mit Cafés und Bars herausgeputzt für die spärlichen Touristen und auch nur von ihnen zu bezahlen. Im Kern der historischen Altstadt dominieren enge Straßen mit tiefen Schlaglöchern und verfallene Villen, die sich verschachtelt den Berghang hochziehen. An einigen Stellen, vor allem im so genannten Betlehmi-Quartier erkennt man behutsame Maßnahmen zum Erhalt historischer Gebäude. Unter der Leitung von Nato Tsintsabadze vom Internationalen Rat für Denkmalpflege, ICOMOS, kümmern sich die Bewohner des Viertels selbst um den Schutz der alten Bausubstanz.
Nato Tsinsabatze
Die Leute aus der Nachbarschaft partizipieren nicht nur dadurch, dass sie an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, welche Sanierungen z.B. in diesem oder nächsten Jahr zu tun sind, sondern sie bekommen hier während der Bauphase auch Arbeit als Handwerker oder Bauarbeiter. Für sie bedeutet jedes Projekt eine Möglichkeit, Jobs zu finden. Und langsam beginnen wir auch mit der Sanierung des öffentlichen Raums. Sehen Sie dort drüben diese Terrasse? Die ist entstanden aus der Idee eines Gartens; die Nachbarschaft wollte auf dieser wunderbaren Aussichtsterrasse mit Blick auf Tbilisi einen kleinen Garten angelegen. Und das haben sie getan und den erhalten sie jetzt auch.
Im Betlehmi-Quartier wird die charakteristische, traditionelle Bauweise Georgiens sichtbar: Terrassen, Treppen und Kirchen sind mit länglichen, braunen Backsteinen Schicht um Schicht aufgemauert, vor den abgeblätterten Fassaden der Häuser schweben geschlossene Holzveranden oder filigrane Balkone. Hier fällt es leicht, sich in die Vergangenheit der Stadt zurückzuversetzen.
Ein paar Straßen weiter befindet sich in einer alten Karawanserei das Stadtmuseum; es ist zwar offen, aber leer, gerade gibt es nichts zu besichtigen. Nicht viel anders geht dem Besucher im Staatlichen Georgischen Kunstmuseum am Freiheitsplatz: die berühmte Pirosmani-Sammlung ist geschlossen, überhaupt kann man nur zweieinhalb Räume mit wenigen Ausstellungsstücken betreten.
Ganz anders als in diesen vernachlässigten Staatlichen Institutionen geht es auf der anderen Seite des Matkvari-Flusses zu. Dort gründet der Künstler und Kulturmanager Wato Tsereteli gerade sein eigenes Kunstzentrum. Mit viel Eigeninitiative renoviert er dafür das Nebengebäude eines alten Heizkraftwerks, das ausreichend Platz bietet für mittelgroße Ausstellungen, Workshops und Seminare. Genau die richtige Größe für das erste unabhängige Kunstzentrum in Tbilisi, wo es zwar viele bildende Künstler, aber wenig Ausstellungsorte und Galerien für zeitgenössische Kunst gibt. Eigeninitiative und Selbstorganisation unter Künstlern sind noch immer nicht die Regel.
Wato Tsereteli
Es ist leichter, wenn man international Ausstellungen macht und als Künstler eine eigene Entwicklung durch macht, als wenn man jetzt hier etwas aufbaut. Ich bin mir sicher, dass wenn man eine kleine eigene Galerie macht, mit eigenen und anderen Arbeiten und einem klaren Profil, dass man hier auch Erfolg hat. Ich meine, wer sagt, dass Leute das nicht kaufen? Hier sagt man immer: ‚Hier gibt es keinen Markt, wir können hier nichts verkaufen und können nichts ausstellen’, usw. Macht das selbst! Es passiert nicht, weil es leichter ist mit den ganzen Stipendien, aber das ist eben nicht ‚Contribution’, nicht Teilnahme an einem Prozess, der das Land betrifft.
Wato Tsereteli, der seine georgischen Künstlerkollegen zu mehr Mitwirkung an lokalen Gestaltungsprozessen auffordert, hat viel Erfahrung in der westeuropäischen Kunstszene gesammelt; sein Engagement als Kulturmanager und Veranstalter gilt jedoch vor allem dem Aufbau von Strukturen im eigenen Land. Eine der wichtigsten Aufgaben der jungen Generation von Künstlern und Intellektuellen bezeichnet Wato Tsereteli als ‚Kontextualisierung’, die Einbettung der eigenen kulturellen Identität in Vergangenheit und Gegenwart sowie das Anknüpfen an verloren gegangene georgische Traditionen.
Wato Tsereteli
Ich glaube, was in den letzten 200 Jahren, seit wir mit Russland verbunden sind, sehr wichtig für uns war, ist die Fixierung auf den Westen. Russland hat uns auch gedient als Fenster nach Europa, zum Westen. Auch hier war Französisch sprechen und Salon usw., unter Schriftstellern und in der Kunst auch. Und was ich denke, ist, dass wir viel Connection mit dem Osten verloren haben und ich glaube, wir müssen diese Connection zurückfinden. Und dann wird von dieser Realität eine adäquatere Sprache von georgischer Kunst, Kultur, Politik, usw. geboren werden.
Das Verhältnis zu den Nachbarn, das Wato Tsereteli hier anspricht, ist ein wichtiges Thema in Georgien - zu großen Kulturen wie Iran, das als einstigstes Persien immer Einfluss auf das kleine Kaukasus-Land suchte, genauso wie zu den kaukasischen Völkern und Volksgruppen ringsum und natürlich zu Russland, dem riesigen Nachbarn, mit dem Georgien in einer Art Haß-Liebe verbunden scheint. Auf politischer Ebene wird Russland als Bedrohung empfunden, doch herrscht in Georgien keine tief gründende, traditionelle Russland-Feindschaft. Naira Gelashwili, die Leiterin des Kaukasischen Hauses, Zentrum für Literatur, Übersetzung und Friedenstätigkeit, betont im Gegenteil die gewachsenen kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Naira Gelashwili
Russland hat Georgien okkupiert, so feindlich. Aber wer versteht den georgischen Film und das georgische Theater am besten? Die Russen! Sie haben es immer hochgeschätzt und auch jetzt! Wenn kommt ein georgischer Künstler, der findet immer Beifall in Moskau! Das ist so, das ist unerklärlich. Ich will damit sagen, das ist ein riesiger Fehler, wenn man die ganze Erfahrung in Null-Erfahrung verwandelt, absurdnegative Erfahrung und die Politiker haben das gemacht mit Georgien und Russland, sie haben große gemeinsame kulturelle Tradition gehabt und dann ist es plötzlich verschwunden und das ist ein großes Problem.
Die politischen Spannungen zwischen Georgien und Russland würden, so beschreibt es Naira Gelashwili, von der Regierung instrumentalisiert. Dennoch gibt es immer wieder Versuche, die kulturellen Verbindungen zwischen beiden Ländern auch unter erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Zusammenarbeiten russischer und georgischer Künstler oder gegenseitige Einladungen sind beeinträchtigt, aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Das bestätigt auch Ekatarina Maschmischwili, Theaterdirektorin in Tbilisi und selbst eine scharfe Kritikerin der russischen Politik.
Ekatarina Maschmischwili
Wir haben im Theaterbereich sehr gute Freunde in Russland, die auch gegen den Krieg waren und ihren Vorstellung Ausdruck verliehen haben, d.h. gegen ihre Regierung opponierten. Das russische Theater ist ja sehr politisch! Dass diese russischen Theaterleute nach Tbilisi kommen können, daran würden wir gerne arbeiten, aber auch da gibt es Beschränkungen. Wir können zb keine Leute einladen, die Angst haben müssten, nach Georgien zu kommen, weil nach ihrer Rückkehr nach Russland u.U. dort große Probleme auf sie warten. Und natürlich können wir derzeit auch nicht mit russischen Theatermachern zusammenarbeiten, die ihre Regierung unterstützen. Dabei geht es nicht um eine bestimmte politische Haltung, sondern weil das aus unserer Sicht bedeutet, dass sie damit die Ermordung von Menschen unterstützen.
Ekatarina Maschmischwili leitet mit noch nicht einmal vierzig Jahren das zweitgrößte Theater Tbilisis, das Mardshanischwili. Sie ist Vertreterin einer jungen, gutausgebildeten Generation, die im kulturellen Leben inzwischen z.T. hohe Positionen erreicht hat. Darunter sind auch auffallend viele Frauen - angesichts des Rufes Georgiens als sehr traditionellem Land, scheint das überraschend, doch laut Ekatarina Maschmischwili waren Frauen stets in führenden Rollen vertreten - sowohl zu sowjetischer Zeit als auch in den schwierigen post-sowjetischen Jahren. In Sachen Emanzipation könne sich ihrer Meinung nach der Westen sogar noch etwas abschauen. Überhaupt sieht sie die gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung ihres Landes auf einem guten Weg. Damit ist sie nicht alleine, aber es gehört zu den Auffälligkeiten einer Reise nach Georgien im Jahr 2010, dass man zu den meisten Themen sehr unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen hört. Im Gegensatz zu der jungen Theaterdirektorin bemerkt die Menschenrechtlerin Naira Gelashwili eine gewisse gesellschaftliche Müdigkeit und Stagnation.
Naira Gelashwili
Wir können eigentlich nur das Bewusstsein beeinflussen, damit überhaupt die Ausbildung hier nicht verschwindet jetzt ist das sehr gesunken, das Niveau! So ungebildet war Georgien nie! Sowjetisches Georgien war noch etwas, da haben wir große Wissenschaftler gehabt. Also, die Wissenschaften verschwunden, die Alten sind gestorben, die neue Generation ist nicht entstanden. Alle sind arm, wer wird jetzt Wissenschaft lernen, wenn sie sehen, dass diese Wissenschaftler von Hunger gestorben sind? Oder gereist sind. Also Wissenschaft verschwunden, Kultur sehr schwach. Armut ist keine gute Bedingung für die Entwicklung der Kultur.
Es ist keine auf den ersten Blick sichtbare Armut, die Naira Gelashwili meint. In der Hauptstadt gehen die Menschen gut angezogen, es gibt nur wenig Bettler und - wie fast überall in den postsowjetischen Ländern - sieht man mehr teure Geländewagen als zuhause. Nachts sind die Straßen des Zentrums hell erleuchtet, wichtige Gebäude im Geschmack des Präsidenten Michael Saakaschwili rot, blau, gelb, orange und grün angestrahlt. Der Mangel an Elektrizität, der noch vor einigen Jahren das Leben bestimmte, ist überwunden. Aber gibt es doch noch einmal einen Stromausfall, erweisen sich diese Repräsentationslichter als Potemkinsche Dörfer, die weiterleuchten, während der Rest der Stadt im Dunkeln liegt. Doch die größten Probleme liegen ganz woanders. Naira Gelashwili.
Naira Gelashwili
Jetzt ist riesige Angst vor Armut, riesige Arbeitslosigkeit. Offiziell sagt man das nicht, aber über siebzig Prozent Arbeitslosigkeit. Die Familien werden gerettet, weil über Millionen Georgier im Ausland sind, hauptsächlich in Russland. Von dort wird das Geld geschickt und sie ernähren eigene Angehörigen und Familien.
Es ist so, dass der Westen geholfen hat, damit Saakaschwili hier populär wird, da hat er Geld dafür bekommen, Licht und Wasser und Heizung gegeben, aber die Menschen haben kein Geld das zu bezahlen. Sogar für mich ist das ein Problem das zu bezahlen, so teuer ist das alles. Ich weiß, dass sehr viele Vertreter der Intelligenzia, diese Kulturtragenden, gebildete Menschen, meine Freunde, sie können jahrelang die Wohnungen nicht heizen. Und stellen Sie sich vor, sie wohnen so kalt wie in einem Sarg, in den kalten Wohnungen.
Bei allen gravierenden sozialen Problemen sowie den innen- und außenpolitischen Spannungen und Defiziten, ist es immer wieder die Kultur, die Anlass zu Hoffnungen auf eine positive Entwicklung gibt. Für ein kleines, kulturell reiches Land wie Georgien ist es besonders wichtig, sich nicht zu isolieren, sondern immer wieder gute Kontakte zu den Nachbarvölkern zu suchen. Dass es dafür zahlreiche Beispiele in der Vergangenheit gibt, zeigt die reiche georgische Volksdichtung, die vom Kaukasischen Haus in viele andere Sprachen übersetzt wird.
Naira Gelashwili
Es gab so viele Freundschaften, es ist erstaunlich, wenn man diese Geschichte liest und immer wieder sieht man in der Volksdichtung, wie hoch diese Völker einander schätzten. Sehr viele Ressourcen gibt’s in der Kultur, in dem gemeinsamen Leben, usw., worauf man wunderbare Friedenspolitik aufbauen könnte, eigentlich.
Die Fahrt hinein ins nächtliche Tbilisi führt über hell erleuchtet Prachtstrassen. Repräsentative Gebäude, Museen und Theater sind bunt angestrahlt, ein künstliches Paradies, das die harten Zeiten der Stromausfälle und bitteren Not in Georgien vergessen machen will. Die Hauptstadt des kleinen Kaukasus-Landes schmückt ihr Zentrum mit Licht, aber nur einige Straßenzüge weiter wartet die Realität mit verfallenen Häusern und kaputten Wegen. Solche Kontraste finden sich auch im gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Landes: traditionelle Geschlechterrollen neben berufstätigen Frauen in hohen Positionen, gut angezogene Menschen, die kein Geld haben, im Winter zu heizen, staatliche Museen, in denen es fast nichts zu besichtigen gibt, dafür aktive junge Kulturschaffende, die mit viel Eigeninitiative ein neues Kunstzentrum gründen.
Scala hat Tbilisi besucht und berichtet über die Licht- und Schattenseite des Lebens im Kaukasusland Georgien.
Autor/in: Elisabeth Nehring
Redaktion: Walburga Manemann
Das Manuskript zum Beitrag im pdf-Format
+++
Elisabeth Nehring:
Auf Tbilisis berühmtester Prachtstrasse, dem Rustaweli Prospekt, flanieren die Menschen zu jeder Jahreszeit, in milder Wintersonne ebenso wie im heißen Sommer, wenn die hohen, ausladenden Bäume Schatten spenden. Rechts und links ist die breite Straße gesäumt von Prachtbauten des 19. Jahrhunderts - Museen, Theatern, dem Opernhaus und Regierungsgebäuden. Teuer gekleidete Frauen steigen neben Straßenhändlern aus schweren Wagen. Die Menschen schauen einander direkt an, es herrscht eine offene Atmosphäre. Hier erinnert nichts mehr an die Schrecken der 90er Jahre, in denen es in Georgien weder Strom noch Sicherheit gab.
Der Rustaweli-Prospekt mündet auf einer Seite in den Freiheitsplatz, hinter dem die Altstadt beginnt. Nur ein kleiner Teil davon ist restauriert, mit Cafés und Bars herausgeputzt für die spärlichen Touristen und auch nur von ihnen zu bezahlen. Im Kern der historischen Altstadt dominieren enge Straßen mit tiefen Schlaglöchern und verfallene Villen, die sich verschachtelt den Berghang hochziehen. An einigen Stellen, vor allem im so genannten Betlehmi-Quartier erkennt man behutsame Maßnahmen zum Erhalt historischer Gebäude. Unter der Leitung von Nato Tsintsabadze vom Internationalen Rat für Denkmalpflege, ICOMOS, kümmern sich die Bewohner des Viertels selbst um den Schutz der alten Bausubstanz.
Nato Tsinsabatze
Die Leute aus der Nachbarschaft partizipieren nicht nur dadurch, dass sie an Entscheidungsprozessen beteiligt werden, welche Sanierungen z.B. in diesem oder nächsten Jahr zu tun sind, sondern sie bekommen hier während der Bauphase auch Arbeit als Handwerker oder Bauarbeiter. Für sie bedeutet jedes Projekt eine Möglichkeit, Jobs zu finden. Und langsam beginnen wir auch mit der Sanierung des öffentlichen Raums. Sehen Sie dort drüben diese Terrasse? Die ist entstanden aus der Idee eines Gartens; die Nachbarschaft wollte auf dieser wunderbaren Aussichtsterrasse mit Blick auf Tbilisi einen kleinen Garten angelegen. Und das haben sie getan und den erhalten sie jetzt auch.
Im Betlehmi-Quartier wird die charakteristische, traditionelle Bauweise Georgiens sichtbar: Terrassen, Treppen und Kirchen sind mit länglichen, braunen Backsteinen Schicht um Schicht aufgemauert, vor den abgeblätterten Fassaden der Häuser schweben geschlossene Holzveranden oder filigrane Balkone. Hier fällt es leicht, sich in die Vergangenheit der Stadt zurückzuversetzen.
Ein paar Straßen weiter befindet sich in einer alten Karawanserei das Stadtmuseum; es ist zwar offen, aber leer, gerade gibt es nichts zu besichtigen. Nicht viel anders geht dem Besucher im Staatlichen Georgischen Kunstmuseum am Freiheitsplatz: die berühmte Pirosmani-Sammlung ist geschlossen, überhaupt kann man nur zweieinhalb Räume mit wenigen Ausstellungsstücken betreten.
Ganz anders als in diesen vernachlässigten Staatlichen Institutionen geht es auf der anderen Seite des Matkvari-Flusses zu. Dort gründet der Künstler und Kulturmanager Wato Tsereteli gerade sein eigenes Kunstzentrum. Mit viel Eigeninitiative renoviert er dafür das Nebengebäude eines alten Heizkraftwerks, das ausreichend Platz bietet für mittelgroße Ausstellungen, Workshops und Seminare. Genau die richtige Größe für das erste unabhängige Kunstzentrum in Tbilisi, wo es zwar viele bildende Künstler, aber wenig Ausstellungsorte und Galerien für zeitgenössische Kunst gibt. Eigeninitiative und Selbstorganisation unter Künstlern sind noch immer nicht die Regel.
Wato Tsereteli
Es ist leichter, wenn man international Ausstellungen macht und als Künstler eine eigene Entwicklung durch macht, als wenn man jetzt hier etwas aufbaut. Ich bin mir sicher, dass wenn man eine kleine eigene Galerie macht, mit eigenen und anderen Arbeiten und einem klaren Profil, dass man hier auch Erfolg hat. Ich meine, wer sagt, dass Leute das nicht kaufen? Hier sagt man immer: ‚Hier gibt es keinen Markt, wir können hier nichts verkaufen und können nichts ausstellen’, usw. Macht das selbst! Es passiert nicht, weil es leichter ist mit den ganzen Stipendien, aber das ist eben nicht ‚Contribution’, nicht Teilnahme an einem Prozess, der das Land betrifft.
Wato Tsereteli, der seine georgischen Künstlerkollegen zu mehr Mitwirkung an lokalen Gestaltungsprozessen auffordert, hat viel Erfahrung in der westeuropäischen Kunstszene gesammelt; sein Engagement als Kulturmanager und Veranstalter gilt jedoch vor allem dem Aufbau von Strukturen im eigenen Land. Eine der wichtigsten Aufgaben der jungen Generation von Künstlern und Intellektuellen bezeichnet Wato Tsereteli als ‚Kontextualisierung’, die Einbettung der eigenen kulturellen Identität in Vergangenheit und Gegenwart sowie das Anknüpfen an verloren gegangene georgische Traditionen.
Wato Tsereteli
Ich glaube, was in den letzten 200 Jahren, seit wir mit Russland verbunden sind, sehr wichtig für uns war, ist die Fixierung auf den Westen. Russland hat uns auch gedient als Fenster nach Europa, zum Westen. Auch hier war Französisch sprechen und Salon usw., unter Schriftstellern und in der Kunst auch. Und was ich denke, ist, dass wir viel Connection mit dem Osten verloren haben und ich glaube, wir müssen diese Connection zurückfinden. Und dann wird von dieser Realität eine adäquatere Sprache von georgischer Kunst, Kultur, Politik, usw. geboren werden.
Das Verhältnis zu den Nachbarn, das Wato Tsereteli hier anspricht, ist ein wichtiges Thema in Georgien - zu großen Kulturen wie Iran, das als einstigstes Persien immer Einfluss auf das kleine Kaukasus-Land suchte, genauso wie zu den kaukasischen Völkern und Volksgruppen ringsum und natürlich zu Russland, dem riesigen Nachbarn, mit dem Georgien in einer Art Haß-Liebe verbunden scheint. Auf politischer Ebene wird Russland als Bedrohung empfunden, doch herrscht in Georgien keine tief gründende, traditionelle Russland-Feindschaft. Naira Gelashwili, die Leiterin des Kaukasischen Hauses, Zentrum für Literatur, Übersetzung und Friedenstätigkeit, betont im Gegenteil die gewachsenen kulturellen Beziehungen zwischen beiden Ländern.
Naira Gelashwili
Russland hat Georgien okkupiert, so feindlich. Aber wer versteht den georgischen Film und das georgische Theater am besten? Die Russen! Sie haben es immer hochgeschätzt und auch jetzt! Wenn kommt ein georgischer Künstler, der findet immer Beifall in Moskau! Das ist so, das ist unerklärlich. Ich will damit sagen, das ist ein riesiger Fehler, wenn man die ganze Erfahrung in Null-Erfahrung verwandelt, absurdnegative Erfahrung und die Politiker haben das gemacht mit Georgien und Russland, sie haben große gemeinsame kulturelle Tradition gehabt und dann ist es plötzlich verschwunden und das ist ein großes Problem.
Die politischen Spannungen zwischen Georgien und Russland würden, so beschreibt es Naira Gelashwili, von der Regierung instrumentalisiert. Dennoch gibt es immer wieder Versuche, die kulturellen Verbindungen zwischen beiden Ländern auch unter erschwerten Bedingungen aufrecht zu erhalten. Zusammenarbeiten russischer und georgischer Künstler oder gegenseitige Einladungen sind beeinträchtigt, aber nicht vollkommen ausgeschlossen. Das bestätigt auch Ekatarina Maschmischwili, Theaterdirektorin in Tbilisi und selbst eine scharfe Kritikerin der russischen Politik.
Ekatarina Maschmischwili
Wir haben im Theaterbereich sehr gute Freunde in Russland, die auch gegen den Krieg waren und ihren Vorstellung Ausdruck verliehen haben, d.h. gegen ihre Regierung opponierten. Das russische Theater ist ja sehr politisch! Dass diese russischen Theaterleute nach Tbilisi kommen können, daran würden wir gerne arbeiten, aber auch da gibt es Beschränkungen. Wir können zb keine Leute einladen, die Angst haben müssten, nach Georgien zu kommen, weil nach ihrer Rückkehr nach Russland u.U. dort große Probleme auf sie warten. Und natürlich können wir derzeit auch nicht mit russischen Theatermachern zusammenarbeiten, die ihre Regierung unterstützen. Dabei geht es nicht um eine bestimmte politische Haltung, sondern weil das aus unserer Sicht bedeutet, dass sie damit die Ermordung von Menschen unterstützen.
Ekatarina Maschmischwili leitet mit noch nicht einmal vierzig Jahren das zweitgrößte Theater Tbilisis, das Mardshanischwili. Sie ist Vertreterin einer jungen, gutausgebildeten Generation, die im kulturellen Leben inzwischen z.T. hohe Positionen erreicht hat. Darunter sind auch auffallend viele Frauen - angesichts des Rufes Georgiens als sehr traditionellem Land, scheint das überraschend, doch laut Ekatarina Maschmischwili waren Frauen stets in führenden Rollen vertreten - sowohl zu sowjetischer Zeit als auch in den schwierigen post-sowjetischen Jahren. In Sachen Emanzipation könne sich ihrer Meinung nach der Westen sogar noch etwas abschauen. Überhaupt sieht sie die gesellschaftliche, kulturelle und politische Entwicklung ihres Landes auf einem guten Weg. Damit ist sie nicht alleine, aber es gehört zu den Auffälligkeiten einer Reise nach Georgien im Jahr 2010, dass man zu den meisten Themen sehr unterschiedliche Meinungen und Einschätzungen hört. Im Gegensatz zu der jungen Theaterdirektorin bemerkt die Menschenrechtlerin Naira Gelashwili eine gewisse gesellschaftliche Müdigkeit und Stagnation.
Naira Gelashwili
Wir können eigentlich nur das Bewusstsein beeinflussen, damit überhaupt die Ausbildung hier nicht verschwindet jetzt ist das sehr gesunken, das Niveau! So ungebildet war Georgien nie! Sowjetisches Georgien war noch etwas, da haben wir große Wissenschaftler gehabt. Also, die Wissenschaften verschwunden, die Alten sind gestorben, die neue Generation ist nicht entstanden. Alle sind arm, wer wird jetzt Wissenschaft lernen, wenn sie sehen, dass diese Wissenschaftler von Hunger gestorben sind? Oder gereist sind. Also Wissenschaft verschwunden, Kultur sehr schwach. Armut ist keine gute Bedingung für die Entwicklung der Kultur.
Es ist keine auf den ersten Blick sichtbare Armut, die Naira Gelashwili meint. In der Hauptstadt gehen die Menschen gut angezogen, es gibt nur wenig Bettler und - wie fast überall in den postsowjetischen Ländern - sieht man mehr teure Geländewagen als zuhause. Nachts sind die Straßen des Zentrums hell erleuchtet, wichtige Gebäude im Geschmack des Präsidenten Michael Saakaschwili rot, blau, gelb, orange und grün angestrahlt. Der Mangel an Elektrizität, der noch vor einigen Jahren das Leben bestimmte, ist überwunden. Aber gibt es doch noch einmal einen Stromausfall, erweisen sich diese Repräsentationslichter als Potemkinsche Dörfer, die weiterleuchten, während der Rest der Stadt im Dunkeln liegt. Doch die größten Probleme liegen ganz woanders. Naira Gelashwili.
Naira Gelashwili
Jetzt ist riesige Angst vor Armut, riesige Arbeitslosigkeit. Offiziell sagt man das nicht, aber über siebzig Prozent Arbeitslosigkeit. Die Familien werden gerettet, weil über Millionen Georgier im Ausland sind, hauptsächlich in Russland. Von dort wird das Geld geschickt und sie ernähren eigene Angehörigen und Familien.
Es ist so, dass der Westen geholfen hat, damit Saakaschwili hier populär wird, da hat er Geld dafür bekommen, Licht und Wasser und Heizung gegeben, aber die Menschen haben kein Geld das zu bezahlen. Sogar für mich ist das ein Problem das zu bezahlen, so teuer ist das alles. Ich weiß, dass sehr viele Vertreter der Intelligenzia, diese Kulturtragenden, gebildete Menschen, meine Freunde, sie können jahrelang die Wohnungen nicht heizen. Und stellen Sie sich vor, sie wohnen so kalt wie in einem Sarg, in den kalten Wohnungen.
Bei allen gravierenden sozialen Problemen sowie den innen- und außenpolitischen Spannungen und Defiziten, ist es immer wieder die Kultur, die Anlass zu Hoffnungen auf eine positive Entwicklung gibt. Für ein kleines, kulturell reiches Land wie Georgien ist es besonders wichtig, sich nicht zu isolieren, sondern immer wieder gute Kontakte zu den Nachbarvölkern zu suchen. Dass es dafür zahlreiche Beispiele in der Vergangenheit gibt, zeigt die reiche georgische Volksdichtung, die vom Kaukasischen Haus in viele andere Sprachen übersetzt wird.
Naira Gelashwili
Es gab so viele Freundschaften, es ist erstaunlich, wenn man diese Geschichte liest und immer wieder sieht man in der Volksdichtung, wie hoch diese Völker einander schätzten. Sehr viele Ressourcen gibt’s in der Kultur, in dem gemeinsamen Leben, usw., worauf man wunderbare Friedenspolitik aufbauen könnte, eigentlich.
Saturday, August 07, 2010
TBILISI: Droht die Schließung des Kaukasischen Hauses durch die Georgische Regierung? (caucasianhouse.ge)
Sehr geehrte Damen und Herren,
dem Kaukasischen Haus in Tbilissi droht die Schließung, siehe Anlagen.
Es setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den interkulturellen Austausch der kaukasischen Völker und für die Einhaltung der Menschenrechte in Georgien ein.
Die Projekte des Kaukasischen Hauses werden u. a. von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.
Anmerkung von mir: Naira Gelaschwili - die Direktorin des "Kaukasischen Hauses" ist eine Schriftstellerin, Friedensaktivistin, engagierte Kaukasus-Expertin, die über Jahre diese Institution mit ihren Mitstreitern beseelt hat. Auch über die Landesgrenzen hinaus ist sie bekannt. Zahlreiche Artikel- auch in der deutschen Presse - spricht für ihr Engagement und ihre exzellenten Verbindungen. Warum soll diese Institution jetzt geschlossen werden? (Ralph Hälbig)
Aus dem kaukasischen Teufelskreis (Berliner Zeitung)
Naira Gelaschwili, Direktorin des Kulturzentrums „Kaukasisches Haus“, warf Saakaschwili und seiner Umgebung vor, dass sie nach dem Krieg mit seinen für Georgien katastrophalen Folgen nichts anderes im Sinn hätten als den Machterhalten (welt.de) >>>
Im Kaukasischen Haus wird mit verschiedenen Kulturangeboten versucht, Nationalisierung und Militarisierung im Kaukasus zu verhindern. Interview mit Naira Gelaschwili >>>
Georgische Schriftstellerin Naira Gelaschwili über den Krieg: "Die Leute sind gebrochen" (taz.de) >>>
Die Georgierin, die Brücken in den Kaukasus baut. Naira Gelaschwili übersetzt nicht nur Hölderlin (welt.de) >>>
Der Kaukasus ist – auch dank solcher engagierten Menschen wie Naira Gelaschwili – ein kultureller Ort, dessen Vielfalt kaum zu überschauen ist. >>>
Naira Gelaschvili >>>
«Das ist pure Kriegspropaganda. Präsident Michail Saakaschwili fördert ganz gezielt die antirussische Stimmung», sagt die Leiterin des kulturpolitisch engagierten Kaukasus-Hauses in Tiflis, Naira Gelaschwili. (n24.de) >>> und (n-tv.de) >>>
Die georgische Übersetzerin und Menschenrechtsaktivistin Naira Gelaschwili gewährt Einblicke in die Politik Georgiens ... (zeit.de) >>>
Die georgische Kaukasus-Expertin Naira Gelaschwili hat vor einer weiteren «Russifizierung» der uralten Bergvölker durch Moskau gewarnt (dpa.de) >>>
Für weitere Informationen bin ich gern zur Auskunft bereit.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkehard Maaß
Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e. V.
Schönfließer Straße 21, 10439 Berlin
Tel 030 4457006 / mobil 0171 1773543
Spendenkonto HypoVereinsbank
BLZ 10020890 / Kto 5619661
http://www.d-k-g.de/
+++
Decree of the President of Georgia
#497
July 14, 2010
Tbilisi
About Legal Entity of Public Law
According article 5, paragraph B, sub-paragraph of the Law of Georgia on “About Legal Entity of Public Law” , on the basis of the Caucasian House – The Center for Cultural Relations of Georgia establish “The Smirnov’s Museum” – the Legal Entity of Public Law (furthr – Museum).
The Museum is the assignee of the Center for Cultural Relation - The Caucasian House.
The Ministry of Culture and Monument defense have to provide:
a) the state control of the museum;
b) Ratification of the statute of the Museum and appoint the syndic (representative person) on representation.
This Decree will be taken in action right after publication.
Mikheil Saakashvili
+++
Explanation for Society of the Caucasian House
An ordinance of President of Georgia on establishing a legal entity of public law, the Smirnoff Museum, on the basis of the Caucasian House and making it the legal successor of the House caused deep anxiety among the public. Calls and letters of sympathy and readiness to provide help come to the Caucasian House from its friends, people who realize the significance and appreciate the activity of the House, from everywhere – south or north Caucasus, abroad, although we have not yet made any comment concerning the ordinance, neither have we informed our foreign friends and donor organization about it. We will do this along with further developments.
Dear Friends! First, let us to thank you for this support and interest. This has made us feel again that the society exists, reasons and is ready to fight; that people have adequately assessed that the abolition of Caucasian House is a real drama, a disturbing symbol, especially in the context of the disaster caused by the 2008 August war when Russia once again invaded Georgia and occupied a very significant part of our country, once again disintegrated the Caucasus.
At the same time I would like to calm you down and remind you that there was a governmental entity, the Caucasian House and a non-governmental organization, the Center for Cultural Relations Caucasian House. The employees of governmental Caucasian House, as physical persons, founded the NGO in 1999, which still exists now.
The governmental Caucasian House was the legal successor of that organization (Translators’ Board), which in 1985 was bequeathed with four rooms of the so-called Smirnoff house together with Tamamshev and Smirnoff valuable family objects. The remaining four apartments in this dilapidated, nearly ruined two-storey house were sold earlier by Smirnoffs themselves and thus, represented private property.
A friend of the Caucasian House, the European Horizon Foundation, which highly appreciated a peace and cultural-educational activity of the organization, carried out the renovation and reconstruction of the entire building in 1998-2002, whilst the Krupp Foundation, upon the request of Horizon, restored the Smirnoff-Tamamshev heirlooms. At the same time, the Horizon Foundation “provided a debt to the municipality to buy out the three apartments sold by Smirnoffs. The fourth apartment, after the renovation had been completed, was sold by the owner himself to Naira Gelashvili. Since then this space has been used by the Caucasian House.
Both these organizations – the governmental and non-governmental Caucasian Houses – represented a single strong cultural-educational and peace centre with close ties with the entire Caucasus and Europe as well as eastern countries and were implementing a diverse conceptual programme with a special focus on Caucasian projects.
The ordinance of President of Georgia envisages the abolition of the governmental Caucasian House which along with other budget organizations was deprived of public financing back in 2005. This, we believe, was a mistake on the part of the state because of the significance and the standing it enjoyed in the Caucasus and Europe as a peace organization. Especially, given that the budget funding was symbolic (about 20 000 Lari a year).
Giorgi Gabashvili, the minister of culture of that time, told us then that although the funding of the Caucasian House was terminated, the organization, being of special state importance, would receive the same amount in the form of a so-called programme financing. The minister also promised that the ministry of culture would spare no efforts to reinstate the status of a legal entity of public law to the Caucasian House and officially approve its ownership over the building which was saved from wrecking and restored as the office of the Caucasian House by the Horizon Foundation in 1998-2000 under the agreement with the Ministry of Culture. This agreement explicitly states that should the Caucasian House be forced to leave this renovated and well-furnished building, the Foundation reserves the right to appeal to a relevant court in the Netherlands to claim the recovery of the amount spent for the restoration.
The minister, however, delivered only on the first half of his promise, leaving the second half un-kept.
Why was the reinstatement of the Caucasian House so important when it was actually maintained by the non-governmental organization? It was important because, the governmental Caucasian House was officially and legally linked to the building, whilst the non-governmental Caucasian House had an agreement with it on mutual use. This somewhat unique model operated perfectly and was also significant in some way for the state as the entire peace policy of the Caucasian House, which boosted confidence to it throughout the Caucasus, was associated with the state.
However, after the abolition of the non-governmental organization, the Caucasian House was left without a legal right on the building which was restored and well-furnished by it and all current and utilities costs of which has been paid by its donor organization, the Horizon Foundation.
Such a situation has arisen anxiety among all the donors and first and foremost, the Horizon Foundation. The Foundation has repeatedly addressed the president, ministers of culture, Giorgi Gabashvili and Nika Rurua, with questions and practical suggestions, but in vain. No reply followed from any of them. Such a disregard – instead of gratefulness – was an embarrassment and disappointment for the board of this Foundation, consisting of German, Dutch, British members, indeed noble people, intellectuals. One of significant causes for these people, who fell in love with Georgia, was the support of the Caucasian House and the country, as a whole.
Let me recall that in addition to the rehabilitation of the Caucasian House and the building in the Nukriani village (which houses the branch of the Caucasian House), the Horizon Foundation restored small monasteries and icons of Svaneti, saved Yermakoff’s unique archive where the works are still in progress, financed archeological excavations at Nekresi, for ten years has funded the education and psychological rehabilitation of children refugees from Abkhazia and Tskhinvali region, the Caucasus public university, our publishing house working in Caucasusian and European languages, so on and so forth. The Foundation was willing to finance restoration works at Davit Gareji Monastery and many other projects, but its heart has been broken.
The offence reached its climax when the 24 Hours newspaper, in the spring of 2008 (that is, before the August war), without any double-checking published a letter from famous representatives of Russian intelligentsia to President of Georgia, in which these ladies and gentlemen, who had never before uttered a word about the wanton acts committed by Russia in the Caucasus and Georgia, voiced their concern about the Smirnoff Museum alleging that it is in tatters and urgently needs to be saved and that the Caucasian House has intruded into the territory of the Smirnoff museum.
As it transpired, this misleading collective letter was spearheaded by Aleksandr Svatikov, one of the members of the Russian Club which operates in Tbilisi, and a former protector of the museum, who has overtly or covertly been fighting against the Caucasian House since its inception, as he believed that an organization with such a name shall not exist.
Upon the publication of this letter, the Ministry of Culture declared on the TV, without any consultation with us, that he intends to grant a state status to Smirnoff Museum, i.e. separate it from the Caucasian House.
It also transpired that the Ministry of Culture which stopped replying to any of the Caucasian House’s letters, was actively cooperating with the Russian Club and Mr. Aleksandr Svatikov – the person who lost any confidence among the employees of the Caucasian House. It should also be noted here, that due to created tense situation the department for the protection of cultural monuments officially demanded that we seal the museum and work under the regime which required the sealing and opening of the museum every working day. In agreement with the department two seals were attached to the entrance door – one by the protector of the funds, Aleksand Svatikov, and another seal by the administration of the House. However it came to happen that starting from that very day Aleksand Svatikov refused to open the museum until after the ministry of culture had officially granted the status of the museum to it. Actually, this was disobedience to the organization where he worked on the one hand, and, on the other, a sort of blackmail to the ministry of culture.
Since March 2009, the leadership of the Caucasian House has repeatedly sent notifications to the Ministry of Culture that such a behaviour of Aleksand Svatikov seriously endangers unique items kept in the museum, but during a year and a half a relevant department of the ministry of culture has not responded to the alarm raised by us and therefore, the Smirnoff-Tamamshev museum remains sealed to date and we have no idea of what has happened to objects and manuscripts kept there. We doubted – not without reason – that all this has been done deliberately to blame the Caucasian House of all the faults and create such a situation around it, which is being witnessed now by the Caucasian House, Georgian society, partner organizations all over the Caucasus and beyond it.
The fruit of the cooperation with the Russian Club was also the album, Smirnoff’s House, published by the Ministry of Culture and the Russian Club in 2008. One cannot find any trace of the Caucasian House and European foundations, i.e. Georgian-European trace in this Album and it also says nothing of the fact that the Smirnoff museum is part of the Caucasian House and that it was saved and revived by the House and its friends and without this care both the House and the museum would have been long destroyed.
In this regard, the Horizon Foundation sent a letter of protest to the ministry of culture which was again left unanswered.
Conspiratorial activities of the government created impression that it intended to replace the Caucasian House with not just Smirnoff museum but by the house of Russian culture. One would wonder how could either Smirnoff museum or the house of Russian culture implement common Caucasian projects? For example, how could they contribute to intensification of the Georgian-Caucasus relations, publication of literary works in Caucasian languages, provide an impartial description of modern conflicts in the Caucasus or historic Russia-Caucasus relations?
The situation today is the following: the Horizon Foundation proposes the government to consider the money it paid for the restoration of the building (more than half a million US dollars) as the buy-out amount and grant the ownership of the restored building to the NGO Caucasian House whilst taking themselves the Smirnoff-Tamamshev museum placed in three rooms. Or take the entire building and refund the money paid for the restoration in order to buy a new building for the Caucasian House. It is exactly this condition that is provided in the agreement between the Horizon Foundation and the Ministry of Culture (in 1998-99): should the Caucasian House be forced to leave the building restored for it, the government of Georgia shall return the amount paid for the restoration to the Foundation.
Thus, our dear friends, we, the employees of the Caucasian House, whom the government ignores for a long time now, are waiting, hoping that the reason may prevail and the Caucasus and Georgia may not lose a unique centre for dialogue, meetings, peace, education and culture, the house which since long ago has cherished the idea of saving the Caucasian solidarity; may not destroy a microcosm so dear to all the peaceful Caucasians, many refugee children and national minorities.
As regards the NGO Caucasian House, it will carry on its activity but if it leaves the building, problems will emerge in the implementation of such projects as Weekend School for internally displaced and socially vulnerable children, Culture Calendar, Conversations about Caucasus and others.
It seems as if from its inception the Caucasian House and we – its staff - have been doomed to continuous attacks from Russian or Georgia special services or all types of obscurantist.
Along with the steps taken by the government in the forthcoming days we will invite you to the Caucasian House to have a public discussion on the issue and agree upon further actions.
Thank you once again for your support.
Press service of the Caucasian house
27 July 2010
dem Kaukasischen Haus in Tbilissi droht die Schließung, siehe Anlagen.
Es setzt sich seit mehr als 20 Jahren für den interkulturellen Austausch der kaukasischen Völker und für die Einhaltung der Menschenrechte in Georgien ein.
Die Projekte des Kaukasischen Hauses werden u. a. von der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt.
Anmerkung von mir: Naira Gelaschwili - die Direktorin des "Kaukasischen Hauses" ist eine Schriftstellerin, Friedensaktivistin, engagierte Kaukasus-Expertin, die über Jahre diese Institution mit ihren Mitstreitern beseelt hat. Auch über die Landesgrenzen hinaus ist sie bekannt. Zahlreiche Artikel- auch in der deutschen Presse - spricht für ihr Engagement und ihre exzellenten Verbindungen. Warum soll diese Institution jetzt geschlossen werden? (Ralph Hälbig)
Aus dem kaukasischen Teufelskreis (Berliner Zeitung)
Naira Gelaschwili, Direktorin des Kulturzentrums „Kaukasisches Haus“, warf Saakaschwili und seiner Umgebung vor, dass sie nach dem Krieg mit seinen für Georgien katastrophalen Folgen nichts anderes im Sinn hätten als den Machterhalten (welt.de) >>>
Im Kaukasischen Haus wird mit verschiedenen Kulturangeboten versucht, Nationalisierung und Militarisierung im Kaukasus zu verhindern. Interview mit Naira Gelaschwili >>>
Georgische Schriftstellerin Naira Gelaschwili über den Krieg: "Die Leute sind gebrochen" (taz.de) >>>
Die Georgierin, die Brücken in den Kaukasus baut. Naira Gelaschwili übersetzt nicht nur Hölderlin (welt.de) >>>
Der Kaukasus ist – auch dank solcher engagierten Menschen wie Naira Gelaschwili – ein kultureller Ort, dessen Vielfalt kaum zu überschauen ist. >>>
Naira Gelaschvili >>>
«Das ist pure Kriegspropaganda. Präsident Michail Saakaschwili fördert ganz gezielt die antirussische Stimmung», sagt die Leiterin des kulturpolitisch engagierten Kaukasus-Hauses in Tiflis, Naira Gelaschwili. (n24.de) >>> und (n-tv.de) >>>
Die georgische Übersetzerin und Menschenrechtsaktivistin Naira Gelaschwili gewährt Einblicke in die Politik Georgiens ... (zeit.de) >>>
Die georgische Kaukasus-Expertin Naira Gelaschwili hat vor einer weiteren «Russifizierung» der uralten Bergvölker durch Moskau gewarnt (dpa.de) >>>
Für weitere Informationen bin ich gern zur Auskunft bereit.
Mit freundlichen Grüßen
Ekkehard Maaß
Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e. V.
Schönfließer Straße 21, 10439 Berlin
Tel 030 4457006 / mobil 0171 1773543
Spendenkonto HypoVereinsbank
BLZ 10020890 / Kto 5619661
http://www.d-k-g.de/
+++
Decree of the President of Georgia
#497
July 14, 2010
Tbilisi
About Legal Entity of Public Law
According article 5, paragraph B, sub-paragraph of the Law of Georgia on “About Legal Entity of Public Law” , on the basis of the Caucasian House – The Center for Cultural Relations of Georgia establish “The Smirnov’s Museum” – the Legal Entity of Public Law (furthr – Museum).
The Museum is the assignee of the Center for Cultural Relation - The Caucasian House.
The Ministry of Culture and Monument defense have to provide:
a) the state control of the museum;
b) Ratification of the statute of the Museum and appoint the syndic (representative person) on representation.
This Decree will be taken in action right after publication.
Mikheil Saakashvili
+++
Explanation for Society of the Caucasian House
An ordinance of President of Georgia on establishing a legal entity of public law, the Smirnoff Museum, on the basis of the Caucasian House and making it the legal successor of the House caused deep anxiety among the public. Calls and letters of sympathy and readiness to provide help come to the Caucasian House from its friends, people who realize the significance and appreciate the activity of the House, from everywhere – south or north Caucasus, abroad, although we have not yet made any comment concerning the ordinance, neither have we informed our foreign friends and donor organization about it. We will do this along with further developments.
Dear Friends! First, let us to thank you for this support and interest. This has made us feel again that the society exists, reasons and is ready to fight; that people have adequately assessed that the abolition of Caucasian House is a real drama, a disturbing symbol, especially in the context of the disaster caused by the 2008 August war when Russia once again invaded Georgia and occupied a very significant part of our country, once again disintegrated the Caucasus.
At the same time I would like to calm you down and remind you that there was a governmental entity, the Caucasian House and a non-governmental organization, the Center for Cultural Relations Caucasian House. The employees of governmental Caucasian House, as physical persons, founded the NGO in 1999, which still exists now.
The governmental Caucasian House was the legal successor of that organization (Translators’ Board), which in 1985 was bequeathed with four rooms of the so-called Smirnoff house together with Tamamshev and Smirnoff valuable family objects. The remaining four apartments in this dilapidated, nearly ruined two-storey house were sold earlier by Smirnoffs themselves and thus, represented private property.
A friend of the Caucasian House, the European Horizon Foundation, which highly appreciated a peace and cultural-educational activity of the organization, carried out the renovation and reconstruction of the entire building in 1998-2002, whilst the Krupp Foundation, upon the request of Horizon, restored the Smirnoff-Tamamshev heirlooms. At the same time, the Horizon Foundation “provided a debt to the municipality to buy out the three apartments sold by Smirnoffs. The fourth apartment, after the renovation had been completed, was sold by the owner himself to Naira Gelashvili. Since then this space has been used by the Caucasian House.
Both these organizations – the governmental and non-governmental Caucasian Houses – represented a single strong cultural-educational and peace centre with close ties with the entire Caucasus and Europe as well as eastern countries and were implementing a diverse conceptual programme with a special focus on Caucasian projects.
The ordinance of President of Georgia envisages the abolition of the governmental Caucasian House which along with other budget organizations was deprived of public financing back in 2005. This, we believe, was a mistake on the part of the state because of the significance and the standing it enjoyed in the Caucasus and Europe as a peace organization. Especially, given that the budget funding was symbolic (about 20 000 Lari a year).
Giorgi Gabashvili, the minister of culture of that time, told us then that although the funding of the Caucasian House was terminated, the organization, being of special state importance, would receive the same amount in the form of a so-called programme financing. The minister also promised that the ministry of culture would spare no efforts to reinstate the status of a legal entity of public law to the Caucasian House and officially approve its ownership over the building which was saved from wrecking and restored as the office of the Caucasian House by the Horizon Foundation in 1998-2000 under the agreement with the Ministry of Culture. This agreement explicitly states that should the Caucasian House be forced to leave this renovated and well-furnished building, the Foundation reserves the right to appeal to a relevant court in the Netherlands to claim the recovery of the amount spent for the restoration.
The minister, however, delivered only on the first half of his promise, leaving the second half un-kept.
Why was the reinstatement of the Caucasian House so important when it was actually maintained by the non-governmental organization? It was important because, the governmental Caucasian House was officially and legally linked to the building, whilst the non-governmental Caucasian House had an agreement with it on mutual use. This somewhat unique model operated perfectly and was also significant in some way for the state as the entire peace policy of the Caucasian House, which boosted confidence to it throughout the Caucasus, was associated with the state.
However, after the abolition of the non-governmental organization, the Caucasian House was left without a legal right on the building which was restored and well-furnished by it and all current and utilities costs of which has been paid by its donor organization, the Horizon Foundation.
Such a situation has arisen anxiety among all the donors and first and foremost, the Horizon Foundation. The Foundation has repeatedly addressed the president, ministers of culture, Giorgi Gabashvili and Nika Rurua, with questions and practical suggestions, but in vain. No reply followed from any of them. Such a disregard – instead of gratefulness – was an embarrassment and disappointment for the board of this Foundation, consisting of German, Dutch, British members, indeed noble people, intellectuals. One of significant causes for these people, who fell in love with Georgia, was the support of the Caucasian House and the country, as a whole.
Let me recall that in addition to the rehabilitation of the Caucasian House and the building in the Nukriani village (which houses the branch of the Caucasian House), the Horizon Foundation restored small monasteries and icons of Svaneti, saved Yermakoff’s unique archive where the works are still in progress, financed archeological excavations at Nekresi, for ten years has funded the education and psychological rehabilitation of children refugees from Abkhazia and Tskhinvali region, the Caucasus public university, our publishing house working in Caucasusian and European languages, so on and so forth. The Foundation was willing to finance restoration works at Davit Gareji Monastery and many other projects, but its heart has been broken.
The offence reached its climax when the 24 Hours newspaper, in the spring of 2008 (that is, before the August war), without any double-checking published a letter from famous representatives of Russian intelligentsia to President of Georgia, in which these ladies and gentlemen, who had never before uttered a word about the wanton acts committed by Russia in the Caucasus and Georgia, voiced their concern about the Smirnoff Museum alleging that it is in tatters and urgently needs to be saved and that the Caucasian House has intruded into the territory of the Smirnoff museum.
As it transpired, this misleading collective letter was spearheaded by Aleksandr Svatikov, one of the members of the Russian Club which operates in Tbilisi, and a former protector of the museum, who has overtly or covertly been fighting against the Caucasian House since its inception, as he believed that an organization with such a name shall not exist.
Upon the publication of this letter, the Ministry of Culture declared on the TV, without any consultation with us, that he intends to grant a state status to Smirnoff Museum, i.e. separate it from the Caucasian House.
It also transpired that the Ministry of Culture which stopped replying to any of the Caucasian House’s letters, was actively cooperating with the Russian Club and Mr. Aleksandr Svatikov – the person who lost any confidence among the employees of the Caucasian House. It should also be noted here, that due to created tense situation the department for the protection of cultural monuments officially demanded that we seal the museum and work under the regime which required the sealing and opening of the museum every working day. In agreement with the department two seals were attached to the entrance door – one by the protector of the funds, Aleksand Svatikov, and another seal by the administration of the House. However it came to happen that starting from that very day Aleksand Svatikov refused to open the museum until after the ministry of culture had officially granted the status of the museum to it. Actually, this was disobedience to the organization where he worked on the one hand, and, on the other, a sort of blackmail to the ministry of culture.
Since March 2009, the leadership of the Caucasian House has repeatedly sent notifications to the Ministry of Culture that such a behaviour of Aleksand Svatikov seriously endangers unique items kept in the museum, but during a year and a half a relevant department of the ministry of culture has not responded to the alarm raised by us and therefore, the Smirnoff-Tamamshev museum remains sealed to date and we have no idea of what has happened to objects and manuscripts kept there. We doubted – not without reason – that all this has been done deliberately to blame the Caucasian House of all the faults and create such a situation around it, which is being witnessed now by the Caucasian House, Georgian society, partner organizations all over the Caucasus and beyond it.
The fruit of the cooperation with the Russian Club was also the album, Smirnoff’s House, published by the Ministry of Culture and the Russian Club in 2008. One cannot find any trace of the Caucasian House and European foundations, i.e. Georgian-European trace in this Album and it also says nothing of the fact that the Smirnoff museum is part of the Caucasian House and that it was saved and revived by the House and its friends and without this care both the House and the museum would have been long destroyed.
In this regard, the Horizon Foundation sent a letter of protest to the ministry of culture which was again left unanswered.
Conspiratorial activities of the government created impression that it intended to replace the Caucasian House with not just Smirnoff museum but by the house of Russian culture. One would wonder how could either Smirnoff museum or the house of Russian culture implement common Caucasian projects? For example, how could they contribute to intensification of the Georgian-Caucasus relations, publication of literary works in Caucasian languages, provide an impartial description of modern conflicts in the Caucasus or historic Russia-Caucasus relations?
The situation today is the following: the Horizon Foundation proposes the government to consider the money it paid for the restoration of the building (more than half a million US dollars) as the buy-out amount and grant the ownership of the restored building to the NGO Caucasian House whilst taking themselves the Smirnoff-Tamamshev museum placed in three rooms. Or take the entire building and refund the money paid for the restoration in order to buy a new building for the Caucasian House. It is exactly this condition that is provided in the agreement between the Horizon Foundation and the Ministry of Culture (in 1998-99): should the Caucasian House be forced to leave the building restored for it, the government of Georgia shall return the amount paid for the restoration to the Foundation.
Thus, our dear friends, we, the employees of the Caucasian House, whom the government ignores for a long time now, are waiting, hoping that the reason may prevail and the Caucasus and Georgia may not lose a unique centre for dialogue, meetings, peace, education and culture, the house which since long ago has cherished the idea of saving the Caucasian solidarity; may not destroy a microcosm so dear to all the peaceful Caucasians, many refugee children and national minorities.
As regards the NGO Caucasian House, it will carry on its activity but if it leaves the building, problems will emerge in the implementation of such projects as Weekend School for internally displaced and socially vulnerable children, Culture Calendar, Conversations about Caucasus and others.
It seems as if from its inception the Caucasian House and we – its staff - have been doomed to continuous attacks from Russian or Georgia special services or all types of obscurantist.
Along with the steps taken by the government in the forthcoming days we will invite you to the Caucasian House to have a public discussion on the issue and agree upon further actions.
Thank you once again for your support.
Press service of the Caucasian house
27 July 2010
Monday, August 25, 2008
INTERVIEW: Die georgische Schriftstellerin Naira Gelaschwili beklagt das Leid der Menschen im Kaukasus. (taz.de)
Naira Gelaschwili hat in diesem Interview die georgische Situation sehr klar dargestellt und beschrieben. Sie zieht daraus deutliche Schlüsse. Es lohnt sich, es zu lesen und es weiterzuverbreiten!
Georgische Schriftstellerin über Krieg
"Die Leute sind gebrochen"
Die georgische Schriftstellerin Naira Gelaschwili beklagt das Leid der Menschen im Kaukasus und kritisiert die militärische Logik der Politik. Russland, so sagt sie, sei ein gefährlicher Nachbar.
Das ganze Interview >>>
Die Georgierin NAIRA GELASCHWILI, 60, ist Schriftstellerin, Germanistin und Übersetzerin aus dem Deutschen. Sie leitet das Kaukasische Haus in Tiflis, das sich für Versöhnung und Kulturaustausch zwischen den Völkern des Kaukasus einsetzt.
INTERVIEW: BARBARA OERTEL
Georgische Schriftstellerin über Krieg
"Die Leute sind gebrochen"
Die georgische Schriftstellerin Naira Gelaschwili beklagt das Leid der Menschen im Kaukasus und kritisiert die militärische Logik der Politik. Russland, so sagt sie, sei ein gefährlicher Nachbar.
Das ganze Interview >>>
Die Georgierin NAIRA GELASCHWILI, 60, ist Schriftstellerin, Germanistin und Übersetzerin aus dem Deutschen. Sie leitet das Kaukasische Haus in Tiflis, das sich für Versöhnung und Kulturaustausch zwischen den Völkern des Kaukasus einsetzt.
Ich und meine Mitarbeiter treten für eine Vereinigung des Südkaukasus als neutrale Zone ein. Armenien, Georgien und Aserbaidschan sollen einen wirtschaftlichen und politischen Block bilden. Was Abchasien, Südossetien und Nagorny Karabach angeht, so sind diese Problem derzeit nicht lösbar. Deshalb sollte ein Moratorium verhängt werden, und das wenigstens für sieben Jahre. Diese Zeit sollte für einen Versöhnungsprozess und die Entwicklung der Wirtschaft genutzt werden. Schon vor dem Krieg haben vor allem Frauen beim Kaukasischen Haus einen Gesellschaftsrat gebildet. Dort treffen sich nicht nur Mitarbeiter des Hauses, sondern breitere Kreise, die unsere Ideen teilen. Wir haben eine eigene Konzeption für die regionale, politische und ökologische Entwicklung erarbeitet. Nun wollen wir dafür kämpfen, wenigstens eine Stunde pro Woche im Fernsehen zu bekommen, um unsere Ideen zu präsentieren und dieser
nationalistischen Rhetorik etwas entgegenzusetzen.
INTERVIEW: BARBARA OERTEL
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