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Tuesday, July 01, 2014

VORTRAG: Die türkischen Bosniaken und Georgier als Verbindungslinie zwischen Balkan und Kaukasus. Von Dr. Christoph Giesel in Jena (slawistik.uni-jena.de)

Logo der FSU Jena (slawistik.uni-jena.de) (Dr. Christoph Giesel spricht zu uns im Rahmen unserer Ringvorlesung SAKRALITÄT UND MOBILITÄT IN SÜDOSTEUROPA UND IM KAUKASUS, und zwar bereits MORGEN (02. Juli, 18-20 Uhr) über die türkischen Bosniaken und Georgier.

Der Abend verspricht einen spannenden Vortrag mit anschließenden Diskussionen mit dem Referenten.
Ort der Veranstaltung: Accouchierhaus, Seminarraum 101, Jenergasse 8, Jena.
Ich hoffe auf ein gesundes Wiedersehen,
Ihr und Euer TDK

Die türkischen Bosniaken und Georgier als Verbindungslinie zwischen Balkan und Kaukasus – transnationale, historische, soziale und politische Aspekte im Vergleich

Christoph GIESEL

Nach der Eroberung weiter Teile des Balkans und des Kaukasus durch die Osmanen kam es dort langfristig zu Prozessen einer Islamisierung von christlichen Bevölkerungsteilen. Infolge des allmählichen osmanischen Verlustes dieser Gebiete setzten im 19. und 20. Jh. verschiedene Flucht- und Auswanderungsbewegungen unter zahlreichen Angehörigen dieser islamisierten Gruppen mit verschiedenen ethnischen Zugehörigkeiten in das verbliebene osmanische Kernland ein. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem auch die Bosniaken aus Südosteuropa und die islamisierten Georgier aus dem Kaukasus, die insbesondere im nördlichen und westlichen Raum Anatoliens dauerhaft miteinander in Berührung kamen und oftmals zusammen (mit anderen ethnischen Gruppen) in gemeinsamen Siedlungen leben. Im Zuge der türkischen Unabhängigkeitsbewegung unter Mustafa Kemal Atatürk waren sie aufgrund ihrer islamischen Religionszugehörigkeit, ihrer pro-osmanischen Loyalität, ungefestigter bzw. hybrider Selbstverortungen und ihrem diffusen Verständnis vom Türkentum (welches mit dem Osmanentum häufig gleichgesetzt wurde) wichtige Adressaten der nationalideologischen, assimilatorischen Türkifizierungs- bzw. ethnischen Homogenisierungspolitik der Kemalisten. Die politischen, sozialen und rechtlichen Bedingungen in der Türkischen Republik führten im Laufe der Jahrzehnte bei beiden Gruppen zu einem Wechselspiel aus Verlust und Erhalt ethnospezifischer Merkmale und zur partiellen bis fast vollständigen türkischen Assimilierung von vielen Gruppenangehörigen. Das führte auch zu gegenseitigen partiellen Verschmelzungsprozessen bei den Nachfahren der bosniakischen und georgischen Auswanderer. Mit den ab den 1980er Jahren allmählich einsetzenden politisch-sozialen Liberalisierungsprozessen in der Türkei verbesserten sich auch schrittweise die Möglichkeiten einer offeneren öffentlichen ethnokulturellen Entfaltung und Organisation sowie einer wissenschaftlichen Erforschung dieser Gruppen. Das erwirkte eine stetige Zunahme von ethnic revival-Prozessen, die bis zum heutigen Zeitpunkt andauern.

Eigene, von 2007 bis 2012 durchgeführte Feldforschungen zu beiden Gruppen zeigten auf, dass es neben den Unterschieden (zumeist im ethnokulturellen und historisch-geographischem Bereich aber auch im Hinblick auf religiöse Attitüden) zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Türkei-Bosniaken und Türkei-Georgiern gibt, wobei diese Gruppen andererseits jedoch auch jeweils gruppeninterne Ausdifferenzierungen aufweisen. Darauf Bezug nehmend, widmet sich die Präsentation einem strukturellen Vergleich zwischen diesen Gruppen unter politischen, historischen, religiösen, sozialen, sozialpsychologischen und transnationalen Gesichtspunkten. Diese Darlegungen werden durch Erfahrungsberichte aus den Feldforschungen und umfangreiche Bildmaterialien ergänzt. 


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SAKRALITÄT UND MOBILITÄT IN SÜDOSTEUROPA UND IM KAUKASUS

RINGVORLESUNG, SS 2014, Mittwochs, 18-20 Uhr 

PROGRAMM (pdf) >>>

Wednesday, November 18, 2009

INTERVIEW: 'Turkish Soft Power Changes Middle East' (usak-isro.blogspot.co)

Interview with Sedat Laciner on Turkey’s Expanding Foreign Policy by Kaitlin MacKenzie

Sedat Laciner (SL): "First of all, Anatolia is a special place between the continents of Asia, Europe, and Africa. It was always an important place for the Romans, for the Greeks, Arabs, Iranians, and Russians. If a country is located in such a special place, it needs a special foreign policy to protect its interests and to maintain its relations with the neighboring regions. The Anatolian political and economic order needs to be integrated with that of the Balkans and the Caucasus, and with that of today’s Middle Eastern systems, for otherwise it cannot maintain its sovereignty, development, independence, or peace. Turks, during the Ottoman era, first integrated the Anatolian territories and then moved to the territories that connect Anatolia to Europe, Asia, and northern Africa. That is why the first sultans of the Ottoman Empire gave great importance to integrating the Balkans and Asia Minor before integrating the Black Sea region and the Caucasian and Middle Eastern territories nearby.

Wednesday, October 28, 2009

KONZERT: Young Euro Classic Ensemble Südosteuropa

Vorschau auf das Festival 2010
Das Konzert "Spiegelklänge" des Young Euro Classic Ensembles Südosteuropa macht deutlich: eine Zusammenarbeit mit Blick in die Zukunft braucht viel Engagement und - Zeit. Bereits im Oktober 2009 findet sich daher das Ensemble mit jungen Musikern aus dem ehemaligen Jugoslawien und Deutschland zusammen. Auf dem Programm noch in diesem Jahr: eine gemeinsame Probenphase in Berlin, ein erstes Konzert zum Auftakt in der St. Matthäus-Kirche (28. Oktober, 20 Uhr). Anschließend geht das Young Euro Classic Ensemble Südosteuropa bis zum 3. November auf Tournee nach Serbien, Mazedonien und in den Kosovo.
Und das soll erst der Anfang sein: bei Young Euro Classic 2010 wird das Ensemble erneut zu Gast sein. Künstlerischer Anspruch, junge Spielfreude und Anstoß für ein dauerhaftes gesellschaftliches Miteinander, dafür steht das Projekt Young Euro Classic Spiegelklänge.
Die musikalische Leitung des Ensembles übernimmt die georgische Ausnahmegeigerin und Dirigentin Liana Isakadze (*1946). Das "Wunderkind aus Georgien" wurde von David Oistrach entdeckt, war dessen Meisterschülerin und später Assistentin am Moskauer Staatskonservatorium. Sie leitete u.a. das Georgische Staatskammerorchester, das sie für einige Jahre nach Deutschland holte. Die Probenphase des Young Euro Classic Ensembles Südosteuropa findet noch bis zum 28. Oktober in Berlin statt.
Das Projekt Young Euro Classic Spiegelklänge wird vom Auswärtigen Amt gefördert.

Young Euro Classic Ensemble Südosteuropa
Konzert "Spiegelklänge" am 28. Oktober 2009, St. Matthäus-Kirche am Kulturforum mit Studierenden von Musikhochschulen aus Slowenien, Kroatien, Serbien, Kosovo, Bosnien, Montenegro, Mazedonien und Deutschland

Programm
Gioacchino Rossini (1792-1868) Sonate für Streichorchester Nr. 3 C-Dur
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Kammersymphonie op. 110a für Streichorchester
Josip Stolcer-Slavenski (1896-1955) Tänze aus dem Balkan
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Violinkonzert d-Moll (1822)
Antonio Vivaldi (1678-1741) Concerto g-moll "L'Estate" op. 8 Nr. 2, RV 315
Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Divertimento D-Dur KV 136

Tickets: 9 Euro auf allen Plätzen

Vorverkauf: St. Matthäus Kirche am Kulturforum (Di.-So.) 12-18 Uhr, Matthäikirchplatz, 10785 Berlin

Vorbestellung unter: reservierung@yecl.de unter Angabe der Kartenanzahl und des Namens.

Friday, March 27, 2009

STATEMENT: Die Geopolitik der USA. Von Wolfgang Effenberger

Online-Flyer Nr. 187 vom 04.03.2009
Das kausale Verhältnis zwischen »Strategie-Kultur« und Geographie
Die Geopolitik der USA – Teil 1
Von Wolfgang Effenberger

Online-Flyer Nr. 188 vom 11.03.2009
„Eurasischer Balkan“ oder „Strategische Ellipse“ – jedenfalls „Herzland“
Die Geopolitik der USA – Teil 2
Von Wolfgang Effenberger

Online-Flyer Nr. 189 vom 18.03.2009
Das Seidenstraßen-Strategiegesetz führt direkt nach Zentralasien
Die Geopolitik der USA – Teil 3
Von Wolfgang Effenberger

Online-Flyer Nr. 190 vom 25.03.2009
Eine strategisch einflußreiche Familie: Der Brzeziński-Clan
Die Geopolitik der USA – Teil 4
Von Wolfgang Effenberger

Tuesday, March 10, 2009

ARTICLE: Europe between past and future (opendemocracy.net)

The political responses to the financial crisis in the European Union’s east reveal a failure to understand the union's own history, says Krzysztof Bobinski.

An early sign of how the financial crisis in east-central Europe in February 2009 was being perceived in the west came in a major feature in the Financial Times. The story was not so much in the words as in the accompanying map, which showed the old Comecon countries as an undifferentiated mass. It was as if nothing had changed since the 1980s, when the Soviet Union's own "single market" still kept a swathe of states from the Baltics to the Balkans tightly in its orbit.

full article >>>

Thursday, December 21, 2006

Welche Dummheit war es, Jugoslawien nicht zu retten
IM GESPRÄCH Der Regisseur Zoran Solomun über den Verlust eines einzigartigen Staates und ein Gleichnis, das in Europa bis heute nicht begriffen wird.

Ich las eben einen interessanten Artikel über den Balkan. Der Balkan, Vielvölkergemisch, insbesondere wenn man von Ex-Jugoslawien spricht, hat so manche Ähnlichkeiten mit den Problemen des Kaukasus. Der Regisseur Zoran Solomun wagt einen Rückblick, von dem man sich wohl eine Scheibe abschneiden sollte bei der Betrachtungen der Schwierigkeiten im Kaukasus. Er beschreibt einen historischen Verlauf von Konflikten und einen andersgearteten Nationalismus, als den, den die Mitteleuropär wie Luft zum Atmen voraussetzen ... Anegesichts der Kosovofrage ist der Bezug zum Kaukasus überhaupt nicht zu unterschätzen ...

Mehr: Amerikanische Analytiker wissen eines sehr genau: Europa ist über seine Nationalismen zu kontrollieren (Freitag 49)