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(eurasischesmagazin.de) Nahezu zeitgleich mit dem G-20 Gipfel in St. Petersburg schlossen der russische Präsident Wladimir Putin und sein armenischer Amtskollege Serge Sargsyan ein Abkommen über den Beitritt Armeniens in die von Russland angeführte Zollunion sowie der Eurasischen Union. Gipfel wie Abkommen werden durch die drohende Gefahr der Internationalisierung des Kriegs in Syrien überschattet.
Bis vor dem Krieg lebten in Syrien etwa 2,1 Millionen Christen, das waren rund zehn Prozent der Bevölkerung. Davon waren 100.000 armenischer Herkunft. Längst hat auch sie die Gewalt des Krieges erreicht. Die Flucht trieb schon Tausende von ihnen in die südkaukasische Republik Armenien. Aber auch Armenien könnte von einem sich zum Flächenbrand ausbreitenden Krieg erfasst werden. Gibt es als Antwort auf den Giftgasangriff oder auf scheiternde Untersuchungsergebnisse einen bewaffneten Angriff durch die Westmächte, so könnte sich die geopolitische Lage Armeniens für die dortigen Menschen einmal mehr als fatal erweisen. Die Regierung der von flüchtenden Menschen selbst betroffenen Republik versucht, sowohl durch Annäherung an die Europäische Union als auch der von Russland angeführten Zollunion aus der historischen Verwurzelung in West wie Ost ein die eigene Situation stabilisierendes Kapital zu ziehen.
Aleppo – Genozid und Genesis
Mit dem Namen Aleppo verbinden die dort lebenden Mitglieder der armenischen Gemeinde in Syrien eine fast hundertjährige tragische Geschichte. Aleppo und die nahe gelegene Wüste Deir El-Zor waren die wesentlichen Vernichtungsorte des vom jungtürkischen Triumvirat um Talaat Pascha betriebenen Völkermords an den Armeniern. Aleppo wurde danach aber auch Stätte des Neuaufbaus, der kulturellen Wiedergeburt als Diaspora-Gemeinde.
Unter den zwei aufeinanderfolgenden Herrschaften der Familie al-Assad stellte die armenische Gemeinde Syriens einen Teil der christlichen Minoritäten dar, die in ihren Hochzeiten bis zu 190.000 Menschen stark war. Bis zum Beginn des Krieges umfasste sie noch 100.000 Mitglieder. Sie durften sich nicht politisch betätigen, hatten aber das Recht, ihre Religion frei auszuüben und Handel zu betreiben, womit die Armenier die traditionelle Rolle des Mittlers und Gestalters von Kommunikationswegen übernahmen. Hieraus erwuchs eine Loyalität gegenüber dem Regime, dem der individuelle Armenier seine physische Existenz als Mitglied einer armenischen Gemeinde verdankte. Aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung waren die armenischen Christen dadurch auch Teil der politischen Strategie der Herrschaft gegenüber der sunnitischen Mehrheit.
Neutralität in der Heimat
Die politische Neutralisierung der christlichen Armenier in Syrien gibt ihnen die Chance, sich in der aktuellen Kriegssituation der Stimme zu enthalten. Politische Neutralisierung durch das System ist aber nicht ausschließlicher Grund, um sich hinter die Gemeindegrenzen zurückzuziehen: Im benachbarten Libanon sind die dort lebenden Armenier politisch partizipierend. Sie flohen dennoch während des letzten Libanon-Krieges, worüber sich der in Antillias residierende Katholikos des Kilikischen Hauses beklagte. Er erinnerte sie an ihre Angehörigkeit als Bewohner des Staates Libanon. Die kulturelle Dynamik der Armenier jedoch ist, dass der Grenzraum zwischen eigener Gemeinde und dem Land, das einen aufgenommen hat, nach beiden Seiten offen ist. Im konkreten Fall heißt das: Mal ist man Libanese, mal auf der Flucht. Der angegebene Status der Neutralität muss in diesem Sinne verstanden werden, stellt jedoch nicht unbedingt Ausflucht dar. Vielmehr bedeutet „Neutralität“ besonders in Krisenzeiten eine Erhöhung des individuellen Aktionsradius innerhalb der eigenen Gruppe.
Erneute Flucht ins Ungewisse
Mordende islamistische Gruppierungen innerhalb der heterogenen Opposition des Assad-Regimes kümmern sich nicht um einen neutralen Status. Immer wieder gibt es Videos und Berichte über islamistische Gruppen zu sehen, die gezielt Christen angreifen und töten. In der Republik Armenien leben schon bis zu 8.000 Armenier , die aus Syrien geflohen sind.
In Jerewan gibt es Wohnraumprobleme, sodass sich die Verantwortlichen zum Aufbau eines neuen Viertels entschlossen. Es soll den Namen Nor Halep, also Neu Aleppo, tragen. Mit der Namensgebung wird die Fluchtgeschichte verewigt und trägt sich dadurch in eine lange Liste von Städte- und Ortsnamen ein: In Jerewan gibt es einen weiteren Stadtteil mit dem Zusatz „Nor“: „Nork Marash“ verweist auf die westarmensiche Heimat derjenigen Flüchtlinge, die hier eine neue Heimat aufbauten. Der Stadtteil Zeitun erinnert an die Stadt gleichen Namens in Westarmenien, in der vor dem Völkermord Armenier lebten. Vor Jerewan gibt es den Ort „Musa Ler“, den Flüchtlinge, Nachfahren der Armenier des im heutigen Süden der Türkei liegenden Musa Dagh aufbauten. Auf dem Musa Dagh, dem „Mosesberg“, leisteten die Armenier erfolgreich Widerstand gegen die osmanischen Truppen, Franz Werfel hat ihn in seinen „40 Tagen des Musa Dagh“ beschrieben. Auf tragische Weise schließt sich damit ein Kreis, der den syrischen Armeniern als Nachfahren der Genozid-Opfer einen zeitlichen und lokalen Umweg von Westarmenien über Syrien nach der heutigen Republik Armenien beschied.
Das Giftgas und die syrische Opposition
Sind die syrisch-armenischen Christen dem heimischen Krieg entronnen, so leben sie in der neuen Heimstatt in der Gefahr, dass sie der Krieg dort einholt. Diesbezüglich potentiell entscheidend schien die Abstimmung im amerikanischen Kongress, um die Präsident Obama in der Frage einer bewaffneten Intervention in Syrien, realiter des faktischen Angriffskrieges, bat. Die Tatsache, dass es bei der Erforschung der Urheber des Giftgasanschlags nicht darum geht, wer verantwortlich zeichnet, sondern dass es Giftgas war und dafür nur Assad verantwortlich sein kann, lässt das Mittel Gift zum Zweck für etwas Drittes im Planspiel der westlichen Mächte, allen voran die USA, gerinnen. Dabei scheint die innere ideologische Verfasstheit der syrischen Opposition für die US-Regierung eine weniger bedeutsame Rolle zu spielen.
US-Außenminister Kerry ignorierte bei einer Anhörung im Senat spezielle, den von islamistischen Rebellen getragenen, militärischen Teil der Opposition betreffende Fragen und schien sie dem nicht-militärischen Teil der Gegnerschaft Assads subsummieren zu wollen. Kerry unterschlug dadurch die Existenz des gewaltbereiten Potentials der Opposition. Stattdessen machte er eine die Gesamtheit aller oppositionellen Strömungen umfassende Einheit fest, die einen demokratischen Prozess und einen Verfassungsstaat unterstützt, in dem Minderheiten geschützt werden und der als säkular zu charakterisieren wäre. Der amerikanische Außenminister transportierte damit den fundamentalistischen, jeglicher demokratischen Entwicklung entgegenstehenden, Teil der Opposition ideologisch weiter, ohne dass dieser expliziert würde.
Fehlende Überprüfung der Urheber des Giftgas-Anschlags
Die US-amerikanische Strategie wird in der deutschen Medienlandschaft von allgemeiner Zustimmung begleitet. Akzeptiert scheint, dass es Krieg geben wird, die Frage sei nur, wann er beginnt.
Dabei wird der logische Schluss nicht hinterfragt, der einem von Assad durchgeführten Giftgasangriff strategisch zugrunde liegen müsste. Stattdessen liefert der deutsche Bundesnachrichtendienst BND angebliche Beweise nach, die eine Schuld Assads belegen sollen.
Nicht überprüft wird die Möglichkeit, dass Assad kein Interesse daran haben könnte, chemische Waffen einzusetzen. Nach Einschätzung der der syrischen Kultur kundigen Ethnologin Karin Leukefeld profitieren von dem Giftgas-Massaker die islamistischen Kämpfer „östlich von Damaskus“. Zu betonen sei hierbei, dass der Giftgasangriff in einer Phase stattfand, in der die syrische Armee die „Rebellen“ zurückdrängte. Die Kämpfer mussten sich von strategisch wichtigen Positionen zurückziehen. Der Gasangriff hatte den Abbruch des Angriffs durch die Militärs zur Folge, da die UN-Inspekteure kamen. Dadurch hätte die andere Seite eine Atempause bekommen, so Leukefeld
Flankiert wird diese Perspektive durch Recherchen der Associated-Press-Journalistin Dale Gavlak, basierend auf Interviews mit Ärzten, Rebellen und deren Familienmitgliedern in Ghouta. Danach geht der Anschlag auf die Opposition selbst zurück. Viele Bewohner der Stadt vermuten, dass die Rebellen Giftgas benutzten, das ihnen der saudi-arabische Geheimdienstchef Prinz Bandar bin Sutan lieferte. Hinter dem Anschlag schließlich scheint die Al-Qaida nahestehende Gruppe Jabhat al-Nsra zu stehen, die angekündigt hatte, Zivilisten mit Chemiewaffen angreifen zu wollen.
Chemische Substanzen kamen auch aus Deutschland
Zu fragen wäre auch, wie es überhaupt möglich gewesen sein konnte, dass es in Syrien zur Chemiewaffenproduktion kam. Wie die Bundesregierung auf Anfrage der Fraktion der Linken im Bundestag zugeben musste, lieferte Deutschland zwischen 2002 und 2006 Chemikalien, die sich dazu eigneten, auch Chemiewaffen des eingesetzten Typs herzustellen. Kanzlerin Merkel sagte für die damalige (2005/06) schwarz-rote Regierung, dass „sehr klar nachgesehen“ worden sei, bevor das Geschäft gemacht wurde. Es scheint eine Differenz zwischen dem Nachsehen zuvor und danach zu bestehen. Selbst wenn zuvor Möglichkeiten der Herstellung chemischer Waffen anhand der von Deutschland gelieferten Substanzen ausgeschlossen wurden, so schließt der Abschluss des Vertrags diese gleichen Möglichkeit eben wiederum auch ein. Denn die korrekte Verwendung der Substanzen zu kontrollieren wird der Vertrag nicht beinhaltet haben. Stattdessen werden wir in Hinblick auf den Massenmord als dessen Alternative darauf verwiesen, dass die von Deutschland verkauften Stoffe auch „der Fluorierung von Trinkwasser und der Herstellung von Zahnpasta“ hätten dienen können.
Region soll destabilisiert werden
Das wiederum würde die Meinung von Leukefeld stützen, nach der von einem übergeordneten Interesse auszugehen sei, die syrische Region zu destabilisieren. Eine Schwächung Syriens zöge implizit eine solche des Irans nach sich. Ein Verschwinden des russischen Einflusses auf die Region, bedingt durch ein Ende seiner Militärpräsenz in Syrien, käme der weltweiten Kontrolle über den Energiesektor durch die USA ein Stück näher. Ein derart kolportiertes Machtstreben ignoriert allerdings den Flächenbrand, der mit einem direkten Einsatz der US-Waffentechnik wohl verbunden wäre. Obama will sein Gesicht wahren, weswegen er seine Drohung der Überschreitung einer roten Linie bei Einsatz von Chemiewaffen umsetzen möchte. Zur Legitimation seines Vorgehens legte er die Frage dem Kongress zur Beantwortung vor. Ihm aus einem negativen Bescheid den Vorwurf der Schwäche alleine anzuhängen, ginge grundsätzlich fehl und wäre selbst Teil des medialen Kriegsgetöses.
Fatale Folgen eines Flächenbrandes
Blickt man auf die möglichen Auswirkungen eines Flächenbrandes, so findet man sich sehr schnell auf südkaukasischem Territorium wieder. Irans vermeintlicher Todfeind Israel hat unlängst ein Waffengeschäft mit Aserbaidschan im Wert von 1,6 Milliarden Dollar abgeschlossen. Aserbaidschan bekommt Drohnen und Flugabwehrraketen. Israel kann bei einem Angriff auf Iran Flugplätze in Aserbaidschan benutzen, was hinsichtlich der Distanz zwischen Israel und Iran von erheblichem Vorteil wäre. Die aserbaidschanische Seite wiederum beteuert, die gekauften Waffen für eine Rückeroberung Berg-Karabachs zu gebrauchen.
Seit über 20 Jahren währt der bewaffnete Konflikt um die auch zu Sowjetzeiten mehrheitlich von armenischen Christen bewohnte, nun ehemalige, Enklave Nagorny-Karabach in Aserbaidschan. 1992 erklärten sich die dortigen Armenier für unabhängig, die Republik aber ist international nicht anerkannt. 1994 gab es einen unerklärten Waffenstillstand, der bis heute währt, aber immer wieder gebrochen wird. Die Republik Arzach (armenischer Name für Berg-Karabach) wird vornehmlich vom benachbarten Armenien und der Diaspora unterstützt. Armenien selbst lebt in einer Blockadesituation: Die Grenzen zur Türkei und zu Aserbaidschan sind geschlossen. Zwischen Armenien und Russland gibt es keine direkte Verbindung, Der Weg führt über Georgien. Zwischen Armeniens nördlichem Nachbar und Russland gibt es, fünf Jahre nach dem Kaukasuskrieg, wieder erste Annäherungen. Im Süden Armeniens befindet sich der Iran, zu dem Armenien gute Beziehungen pflegt. Kürzlich wurde eine iranische Handelsmesse vereinbart, die im Oktober in Jerewan stattfinden soll. Für Iran wiederum bedeutet der Handel mit Armenien eine Linderung der durch die Sanktionen bedingten eigenen Isolation.
Befürchtet wird von armenischer Seite, dass unter dem Deckmantel eines Nahostkrieges die Waffenruhe mit Aserbaidschan gebrochen werden könnte und die Aserbaidschaner einen Krieg im Kriege beginnen könnten. Das wiederum ließe Erinnerungen an 1915 hochkommen, als das osmanische Triumvirat den Ersten Weltkrieg dazu nutzte, um die Armenier im eigenen Land vernichten zu können.
Russland hat einen Krieg verhindert
Einstweilen ist ein Krieg abgewendet. Kurios, zugleich aber ein Musterbeispiel deeskalierenden strategischen Handelns sind die Umstände, die hierzu führten. Eher beiläufig sagte der amerikanische Außenminister Kerry, dass die Intervention noch vermieden werden könnte, würde Syrien seine Chemiewaffen unter internationaler Kontrolle stellen und deren Vernichtung zulassen. Der russische Außenminister Lawrov nahm diese Offerte auf. Assad stimmte dem zu und trat auch der Chemiewaffen-Konvention bei. Bedenkt man die vertrackte Lage des amerikanischen Präsidenten, in die er geriet, als er von der roten Linie sprach, die im Falle eines Chemiewaffeneinsatzes erreicht würde, erscheint es als diplomatischer Schachzug, was die russische Seite vorschlug. Auf diese Weise konnte Obama sein Gesicht wahren und Putin meldete sich eindrucksvoll als Globalplayer zurück.
Wahl zwischen EU und eurasischer Wirtschaftsgemeinschaft
Vor diesem Hintergrund fand in Moskau am 30. August das Gespräch zwischen dem armenischen Präsidenten Serge Sargsyan und seinem russischen Amtskollegen Putin statt, das mit einer Beitrittserklärung Armeniens zur 2010 gegründeten Zollunion abschloss. Die Zollunion gilt als Gegenstück zur Europäischen Union. Parallel dazu wird an der Schaffung einer eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft gearbeitet, die nach Aussage Putins als politisch-wirtschaftliches Bindeglied zwischen der Europäischen Union und dem Pazifikraum zu betrachten sei. Die EU gilt als Vorbild, zu der die zu etablierende östliche Wirtschaftsgemeinschaft jedoch nicht in Konkurrenz treten wolle. Hatte Armenien bislang einen Beobachterstatus, so möchte es bei der Bildung der Eurasischen Union aktiv teilnehmen.
Die armenische Entscheidung ist umso überraschender, als ein positiver Abschluss mit der EU über ein Assoziierungsabkommen kurz bevorstand. Mit dem Abkommen, das im November in der litauischen Hauptstadt Vilnius hätte unterzeichnet werden können, wäre eine Freihandelszone verbunden gewesen.
Armenien – Ost oder West?
Zwar scheint sich Sargsyan immer noch Chancen einer positiven Korrespondenz mit der westlichen Seite vorzustellen, jedoch sagte Brüssel nach der armenischen Entscheidung zunächst ab. Litauen, das den Vorsitz im Ministerrat der EU für die zweite Jahreshälfte 2013 innehat, schrieb sich für den Zeitraum eine Heranführung östlicher Staaten an die EU auf die Fahne. Dazu sollte auch Armenien zählen.
So ist es nicht verwunderlich, wenn der Außenminister Litauens, Linas Linkevicius, von einer Inkompatibilität von EU und Zollunion spricht - es handele sich um zwei „verschiedene Tarifbedingungen“. Der Aussage Linkevicius' liegt aber eine ideologische Engführung zugrunde, die die geopolitische Inkompatibilität zwischen Litauen und Armenien unterschlägt.
Richard Giragosian, ein in den USA geborener Armenier, politischer Analyst und Direktor des Zentrums für Regionale Studien in Jerewan, kritisierte die vermeintliche armenische Kehrtwende in letzter Minute. Der Westen würde das als Zeichen der Schwäche und fehlender Kompetenz werten. Allerdings trennt Giragosian sozioökonomische Belange von militärischen Erfordernissen, was aufgrund der geopolitischen Lage aus armenischer Sicht wenig Sinn macht.
Im Falle eines erneuten Kriegs in Aserbaidschan um Karabach erwartet die armenische Seite eine Unterstützung Moskaus. Der Karabach-Konflikt ist weniger einer Annäherung an Europa hinderlich als vielmehr wichtiger politischer und mythischer Teil der armenischen Identität weltweit. Das muss jeder Präsident der Republik Armenien berücksichtigen.
(eurasischesmagazin.de) Traditionell richtet sich die armenische Kultur sowohl nach Westen als auch nach Osten aus. Negativ wirkt sich das aktuell aus, denn die Abwanderungsströme, die den Staat belasten, nutzen diese Wege. Die armenische Frau gewinnt so eine neue Rolle in altem Gewande. In dieser Phase sorgte der Import des Wortes Gender für Reaktionen, anhand derer sich soziale Dynamiken sehr gut beobachten lassen.
Zu Zeiten der Sowjetunion kamen besonders im Sommer russische Studentinnen aus der russischen Sowjetrepublik zum Studium nach Jerewan. In der Bibliothek arbeitende Studentinnen wurden immer wieder zu Treffen von jungen Armeniern abgeholt, um dann später in beglücktem Zustand wieder zurückzukommen.
Sowjetische Sexualbräuche
Die dahinter sich verbergende Sexualpraxis war mit wechselseitigen rassistischen Zuschreibungen verbunden: Für Russinnen war es der „wilde, dunkle Kaukasier“, mit dem man kurzfristig seinen Spaß haben konnte. Umgekehrt stand für den Armenier die Russin gerade aufgrund ihrer Bereitschaft zu einem Tete-a-tete, wenn nicht in schlechtem Licht, so doch zumindest unterhalb der Ebene, auf der eine Armenierin positioniert wurde. Das hing mit ihrer Jungfernschaft zusammen, die sie erst in der Hochzeitsnacht zu verlieren hatte. Über operative Techniken kann zumindest heute die Frau die Hochzeitsnacht verbringen, ohne zuvor auf den sexuellen Genuss verzichten zu müssen. Die Nacht mit dem frischen Ehegatten gerinnt dann – ganz rituell – zur kunstvollen Darbietung.
Die neue alte Rolle der armenischen Frau
Auch zwanzig Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion ist es nicht ungewöhnlich, die erste Hochzeitsnacht als Jungfrau zu beginnen. Traditionelle stehen hier neben modernen Ansichten. Jedoch hat sich ein Wandel hinsichtlich der Rolle der Frau vollzogen. Armenien leidet unter einer hohen Abwanderungsquote. Das wirkt sich auf das Geschlechterverhältnis aus: Auf 1.000 Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren kommen nur 775 Männer gleicher Altersgruppe. Andere Männer wiederum sind im Ausland, arbeiten, um ihre Familie, die sie zurückgelassen haben, zu ernähren. Die Entwicklung drückt sich im neuen Selbstverständnis der Frauen als ausschließliche Versorgerinnen ihrer Familien aus, sie ersetzen an vielen Stellen die Männer.
Zwanzig Prozent der Frauen haben heute in Armenien einen Hochschulabschluss. Jedoch stehen den zusätzlichen Pflichten, denen die Frauen nachkommen müssen, ihrer starken Stellung, die sie im Alltag haben, immer noch überkommene patriarchalische Ansichten gegenüber. Frauen sind nicht zahlreich im Parlament anzutreffen. Stattdessen tragen sie ihre Ansichten in die NGOs hinein. Das bedeutet aber keinesfalls, dass Feminismus in diesen Kreisen – subversiv - diskutiert würde. Das Verhalten symbolisiert vielmehr die relative Ferne der armenischen Frau von der Politik, die als schmutzig gilt. Solche Geschäfte soll der Mann in die Hände nehmen. Hierzu gesellt sich aber eine generelle Abwesenheit des Dialogs zwischen Regierung und Bevölkerung. Das impliziert für den vor den Wahlen üblichen Stimmenkauf die Unterstellung, das Geld könne auch gezahlt werden, um sich als Politiker beim Wahlpublikum als pure Existenz überhaupt erst bemerkbar zu machen. Aus all dem könnte geschlossen werden, dass Termini wie Gleichberechtigung oder Feminismus diskutiert würden. Dem ist aber nicht so.
Anschlag auf eine angebliche „Homo-Bar“
Dass Frauen selbst Begriffen wie „Feminismus“ und „Gleichberechtigung“ skeptisch gegenübertreten, hängt mit dem überkommenen patriarchalischen System zusammen. Hierzu gesellt sich eine die Gesellschaft durchdringende Homophobie. Beispielsweise wurde der weltberühmte Filmregisseur Sergej Paradjanow 1974 zu fünf Jahren Lagerhaft verurteilt. Die Begründung war u.a. der Vorwurf der Propagierung von Homosexualität. Dieser Sachverhalt wird in Armenien im offiziellen Diskurs oder privaten Austausch über ihn sorgfältig ausgeklammert.
Auch der Vorfall im Mai 2012, als von zwei Männern ein Anschlag ausging, der eine Bar in Jerewan traf, die in Verdacht stand, von Homosexuellen frequentiert zu werden, zeigt die starke Ausprägung von Homophobie. Die beiden Attentäter, die sich selbst als Neonazis bezeichneten, wurden gegen Kaution wieder freigelassen. Die Summe bezahlten zwei Politiker der Armenischen Revolutionären Föderation (ARF), denen es dabei weniger um die Unterstützung von Neonazis ging. Die Partei ist Mitglied der Sozialistischen Internationale.
Aber nicht nur deren Vertreter hießen das Verhalten der Attentäter gut. Am Internationalen Tag der kulturellen Vielfalt, dem 21. Mai 2012, sollte aus Solidarität mit der Barbesitzerin, die mittlerweile aus Furcht vor persönlichen Übergriffen nach Schweden geflohen ist, ein Marsch der Vielfalt abgehalten werden. Es gab eine Gegendemonstration von Nationalisten, die den Marsch als „gay parade“ bezeichneten. Auch drei armenische Priester waren unter den Gegendemonstranten. Sie sprachen sich gegen Homosexualität aus, aber für eine friedliche Demonstration. Es ist eine konservative Mehrheit, deren undifferenzierte Haltung hier repräsentiert wird und Probleme mit Minderheiten offenkundig werden lässt. Seitens der Gegendemonstranten war es nicht nur begrifflicher Reduktionismus, „kulturelle Vielfalt“ in „Bejahung von Homosexualität“ umzuschreiben. Dem scheint auch eine Wahrnehmung zugrunde zu liegen, die Missverständnissen Vorschub leistet, wie ein Vorgang im vergangenen Mai zeigt.
Das armenische Gender-Gesetz
Im Mai 2013 verabschiedete das armenische Parlament ein Gesetz über die „Gleichen Rechte und Möglichkeiten für Männer und Frauen“. Es sorgte in den darauf folgenden Monaten für viel Aufregung, an der sich breite Teile der armenischen Gesellschaft beteiligten. Zivilgesellschaftliche Gruppen, Kirche, Nationalisten, staatliche Repräsentanten, zahlreiche NGOs, Menschenrechtsadvokaten, Blogger, Massenmedien, Pop Stars und politische Parteien fühlten sich dazu herausgefordert, ein Statement abzugeben.
Artikel 3 des Gesetzes schien der Stein des Anstoßes gewesen zu sein. Darin wird der Begriff Gender gebraucht, der als das „anerzogene, sozial fixierte Verhalten von Personen verschiedenen Geschlechts“ definiert wurde. Viele interpretierten das Gesetz als Projekt zur Zerstörung der traditionellen armenischen Werte und bezogen sich dabei vor allem auf Gender.
Protokolle, die innerhalb vieler Jahre zuvor schon die Gleichheit der Geschlechter zum Gegenstand hatten, wurden ohne Reaktion wahrgenommen. Nun aber wurde Gender verwendet und wurde zum Fanal vielfältiger negativer Zuschreibungen. Gender symbolisierte das Perverse und Sündige, schadete der Tradition von Familie, den armenischen Werten, auch der armenischen Geschichte. Gender wurde auch mit Transvestiten, gar mit gay gleichgesetzt. Aufgrund des Aufruhrs änderte die Regierung das betreffende Gesetz wieder - Gender wurde einstimmig durch „Männer und Frauen“ ersetzt.
„Azg“ und „Nation“
Im armenischen Wörterbuch finden wir für „Gender“ das Wort „ser“, was wiederum auf das (biologische) Geschlecht verweist. Der armenische Anthropologe Levon Abrahamyan schreibt in seinem Hauptwerk (Armenian identity in a changing world. Costa Mesa/Kalifornien 2005 ) über den Zusammenhang von Nation und Familie: Innerhalb der armenischen Kultur gibt es eine lange Tradition, ausländische Wörter ins Armenische zu übersetzen, selbst neue Wörter zu erfinden, um die ausländischen zum Sprechen zu bringen. Bei „Nation“ war das nicht der Fall. Als im 19. Jahrhundert die modernen Konzeptionen Nation und Nationalismus aufkamen, verwendeten die Armenier „azg“ und nicht „Nation“. Nämlich, so Abrahamyan weiter, bezieht sich „azg“, ähnlich wie das lateinische „natio“, auf Bedeutungen wie Stamm, Sippe, Klan, Volk, Ordnung, Klasse. Jedoch, und im Gegensatz zum ausländischen „Nation“, hat das armenische „azg“ seine Nähe zur Bedeutung von Sippe oder Familie nie verloren.
Hinzuzufügen sei die Bemerkung, dass man sich auch in anderer Hinsicht symbolisch des „azg“ bediente, um sich von „Nation“ abzugrenzen: Mit Nation war immer das Fremde, auch Feindliche zu verbinden. Deshalb muss man vorsichtig sein, westlichen Nationalismus auf armenische Verhältnisse zu übertragen, ohne das „azg“ mitzudenken. Wenn sich beispielsweise die zwei Attentäter „Neonazis“ nennen, muss man im vorstehenden Kontext auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, ob es sich bei ihnen nicht um „verdeckte“ Attentäter handeln könnte. Wie gesehen, konnten die ARF-Vertreter ohne Skrupel die beiden freikaufen. Auch kam in der hitzigen Debatte über Gender der Gedanke auf, dass die Aktion gegen die Regierung lanciert gewesen sein könnte und es einen Präzedenzfall darstellen könne, über solche Aktionen zur Destabilisierung beizutragen. Einen Umsturz würde vielleicht der Präsident nicht überleben, dafür aber das System des „azg“.
Warum wurde Gender eingeführt?
Die Frage, warum Gender eingeführt wurde, lässt sich anhand vorstehender kleinen Untersuchung beantworten, stößt aber bei seiner Rezeption seitens Regierung und Bevölkerung auf einige Widersprüche. Der obigem Prozess zugrundeliegenden Methodik aus Import und verschiedenen Strategien der Inkorporation sowie der traditionellen Sympathie gegenüber westlichen Kulturen mag vermutlich der Wunsch geschuldet sein, Gender mit aufzunehmen. Damit tauchen aber auch Probleme auf. Zuerst einmal wird der Begriff im Gesetz in emische Begrifflichkeiten übersetzt, was die Aufnahme des Wortes eigentlich nicht rechtfertigen würde. Weiterhin muss gefragt werden, ob die Regierungsvertreter tatsächlich glauben, mit Gender das zu erfassen, was Gender-Mainstreaming meint. So kamen zwei in ihrer praktischen Umsetzung heterogene Begriffe zur Überlagerung. Bei der Bevölkerung begann die Konfusion.
Gender in Armenien: Inkorporation versus Konfusion
Es gilt als hundertprozentig sicher, dass der neue Begriff systemunterstützend genutzt werden sollte. Folglich hätte die herrschende Oligarchie erhalten werden sollen. Somit nützte die begriffliche „Innovation“ zwar den Oligarchen, den Frauen, um die es bei Gender Mainstreaming hätte gehen sollen, jedoch nicht - zumal sie angeblich von Politik wenig wissen wollen.
Auf der Seite der Bevölkerung beschwerten sich Vertreter von Elternverbände, Gender würde die Familie zerstören. Indem Gender als Gleichsetzung, Identifizierung von Mann und Frau verstanden wurde, kamen bizarre Visionen auf: So wurde vermutet, dass nun bald die Aufstellung von Denkmälern mit Frauen in der Stadt zu sehen seien. Auch wurde befürchtet, Schriftsteller würden „Mutter Armenien“, die hoch über der Stadt im Siegespark stehende Statue, ein männliches Geschlecht geben. Es gäbe dann weibliche Priester, Frauen als Generäle usw. Auf diese Weise wurde alles mit seinem Gegenteil identifiziert und Gender zugeschrieben.
Schließlich: Indem sie unter Gender gay verstanden, hatten sich die Protagonisten der Gegenseite ironischerweise selbst indirekt als gay geoutet. Die Regierung hat auf Gender als zu inkorporierendes Element vermeintlich westlicher Moderne reagiert, die Bevölkerung als fremd-feindliches. Zur Homophobie gesellt sich hier bedingte Xenophobie: „Wir sind ein kleines Volk, Schwule tragen nicht zur physischen Reproduktion bei und jetzt kommt auch noch 'Gender'.
Der Begriff im westlichen Kontext, vor allem Gender Mainstreaming (als ideologische Praxis) als importierter Begriff, hat mit dem armenischen „ser“ wenig zu tun. Er wurde, auf den ersten Blick gesehen, begrifflich korrekt ins Armenische übertragen. Wenn wir aber das armenische ser in die importierte Terminologie zurückübersetzen, erhalten wir keinesfalls Gender Mainstreaming. Warum ist das so?
Gibt es „Homosexualität“ im armenischen Gesetzestext?
Um diese Frage zu lösen, sollen die jeweiligen Zuschreibungen aus Deutschland und Armenien dessen, was unter Gender verstanden wird, verglichen werden. In erster Linie und angesichts der Gleichsetzung von Gender mit gay durch die Bevölkerung gilt es, den Text nach eben der Zulässigkeit gleichgeschlechtlichen Verkehrs zu durchsuchen. Das Wort für Homosexualität selbst taucht im Text nirgendwo auf. Im ersten Absatz wird Gender definiert als „das erworbene, gesellschaftlich verankerte Verhalten von Personen verschiedenen Geschlechts, ein soziales Konzept für Beziehungen zwischen Frauen und Männern, das in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, einschließlich der Politik, Wirtschaft, des Rechts, der Ideologie, Kultur, Bildung, Wissenschaft und des Gesundheitswesens zum Ausdruck kommt.“ Verwirrung scheint das Adjektiv „erwerben“ zu bereiten. Ich fragte einen langjährigen libanesisch-armenischen Freund, der in Jerewan wohnt. Er sagte mir, dass in diesem Passus „Homosexualität“ stehen würde, obwohl es wörtlich nicht da steht, und verwies auf „erworben“. Das „erworben“ als Möglichkeit der Zulässigkeit von Homosexualität kann in diesem Zusammenhang jedoch nicht ohne den Gebrauch von Gender gesehen werden. Denn das Wort alleine löste schon entsprechende Reaktionen aus. Es färbt aus der Innensicht auf den Sinngehalt der anderen Worte des Satzes ab – angesichts Gender wurde das Eigene zum Fremden!
„Homosexualität“ im deutschen Gender-Kontext
Schauen wir uns auf der Gegenseite den Zusammenhang von Homosexualität und Gender in der deutschen Zuschreibung an. Den Studien zufolge gibt es kein vorgefertigtes Geschlecht, vielmehr ist es ein Konstrukt historischer und kultureller Herkunft. Es wird aber wörtlich auf „Gruppen wie Homosexuelle oder Intersexuelle“ verwiesen. Im Deutschen haben wir demnach den dezidierten Verweis auf Homosexuelle, im Armenischen die Möglichkeit, den Text so zu deuten. Diesbezügliche Deutungsmöglichkeit bieten dann solche Ereignisse wie 2012, als die Bar bombardiert wurde. Angesichts grundsätzlich herrschender Homophobie bedeutet das für die Menschen im Zusammenhang mit dem Gesetzestext die Chance, inhaltlich anzuschließen. Um kulturelle Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Armenien im Kontext zu verbinden, bediene ich mich der Kulturdefinition des sowjetischen Wissenschaftlers Jurij Lotman. Danach kann „Kultur als das nichtvererbbare Gedächtnis eines Kollektivs verstanden werden, das in einem bestimmten System von Verboten und Vorschriften seinen Ausdruck findet. [...] Gleichzeitig erscheint Kultur - das System des kollektiven Gedächtnisses und des kollektiven Bewußtseins - als eine für das jeweilige Kollektiv einheitliche Wertstruktur". Das heißt für Gender, dass für Deutschland und Armenien je verschiedene Voraussetzungen und Konsequenzen seiner praktischen Umsetzung gelten.
Gender und seine Evokationen in Deutschland und Armenien
Das bedeutet beispielsweise für das biologische Geschlecht, dass es in beiden Kulturen gleichermaßen durch soziokulturelle Einwirkungen überformt wird. Der praktische Diskurs jedoch läßt den Unterschied offensichtlich werden. „Erworben“ lässt vielleicht die Konnotation zu, innerhalb der aktuellen Gesellschaftsformation der Homosexualität zuzuneigen, jedoch findet sie in der gesellschaftlichen Praxis ihre Beschränkung. Schließlich liegt im Text die Betonung auf „Männer“ und „Frauen“ mit konstant erscheinender Rollenverteilung.
Gender-Mainstreaming bedeutet im westlichen Diskurs, dass alle Geschlechter in sämtlichen Bereichen gleichgestellt werden. Das schließt Homosexuelle unbedingt mit ein, in Armenien jedoch aus. Das betrifft besonders den Stellenwert der Diskriminierung, die sich im armenischen Text formal auf die Unterscheidung und Beschränkung des Verhältnisses zwischen Männer und Frauen und diese selbst bezieht. Die „Politik der Gendergleichstellung“, so weist der armenische Text aus, beinhaltet eine „staatliche, öffentliche gezielte Aktivität, die [auf] die Gewährleistung der wahren Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen des öffentlichen Lebens“ abzielt. Im Falle Deutschlands bzw. Europas war der Feminismus ursprünglich eine soziale Bewegung. Die Stoßrichtung war also vertikal von unten nach oben ausgerichtet. Mittlerweile jedoch hat sie sich umgekehrt, beginnt institutionell in Brüssel und wirkt sich im Falle Deutschlands in den einzelnen gesellschaftlichen Bereichen in alldurchdrinGender Weise aus. Im universitären Bereich gibt es nicht nur einzelne, scheinbar autonome Gender-Institute, jede andere universitäre Einrichtung aber soll die Gender-Vorgaben erfüllen. Stand im Falle der sozialen Bewegung des Feminismus die Gesellschaft politisch und ideologisch zur Disposition, so stellt der Neoliberalismus, so reaktionär er auch sein mag, unwidersprochen die Rahmenbedingung für die Gender-Durchsetzung dar. Trauriger Höhepunkt dessen ist der Jubel von Alice Schwarzer über die Kanzlerschaft einer Frau!
In Armenien wiederum haben wir es bei der Implementierung des Begriffs mit einer horizontalen Bewegung zu tun. Formal geht es um die Durchsetzung der Gleichstellung von Männern und Frauen Tatsächlich aber löst die Benutzung des Begriffes gegenläufige Bewegungen auf. Alles scheint beim Alten zu bleiben, wobei auf beiden Ebenen, Regierung wie Bevölkerung, das „Azg-Prinzip“ erhalten bleibt.