Monday, September 23, 2013

DOK-FILM: Armin T. Wegner-Lyriker, Reiseschriftsteller, "Gerechter der Völker". Ein unbeugsamer Geist.

Dokumentarfilmvorführung und Diskussionsabend in Bochum

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Freundeskreis der Bücherei Querenburg e.V., die Armin T. Wegner Gesellschaft e.V. und der Armenisch-Akademische Verein 1860 e.V. laden Sie zu einer Dokumentarfilmvorführung "Armin T. Wegner. Der Fotograf des Genozids" ein.

Aus diesem Anlass wird der Filmregisseur, Drehbuchbuchautor und Produzent TIGRAN KHZMALYAN aus Jerevan nach Bochum kommen und nach der Vorführung für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Mittwoch, 25. September 2013, 19:00 Uhr,

Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, 44789 Bochum

Einleitung: Ulrich Klan, Vorsitzender der Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.

Der deutsche expressionistische Dichter, Schriftsteller und Sanitätsoffizier Armin T. Wegner wurde 1915/16 Zeuge des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich. Trotz des von den türkischen Behörden verhängten Fotografie-Verbots gelang es ihm Aufnahmen zu machen, die das Verbrechen dokumentieren. In seinen Schriften hat Armin T. Wegner die Vernichtung des armenischen Volkes mehrfach geschildert.

Der Film wurde englisch, französisch, spanisch, polnisch, türkisch, persisch und russisch synchronisiert und 2012 bzw. 2013 in den USA, Niederlande, Frankreich, Spanien, Iran und in vielen anderen Ländern vorgeführt.

Die deutsche Fassung dieses Dokumentarfilms wurde durch die "Assembly of Armenians of Europe", Sektion Deutschland, synchronisiert und Ende April 2012 zum ersten Mal in Köln und in Frankfurt am Main gezeigt.

Eintritt frei

Für weitere organisatorische Fragen:

Dr. Elmar Linnemann eelinnemann@t-online.de 
Ulrich Klan 0202-4936507 
Azat Ordukhanyan Tel: 0175-9631556

Die Veranstaltung in Bochum wird von "Assembly of Armenians of Europe", Sektion Deutschland, unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen

Freundeskreis der Bücherei Querenburg e.V.
Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.
Armenisch-Akademischer Verein 1860 e.V.

Sunday, September 22, 2013

KUNST: SPACE LAB im Rahmen des MitOst FESTIVALS 2013 in Leipzig mit Tamari Khmiadashvili (GE) - (liap.eu)








(liap.eu) Künstlerresidenz, Ausstellung, Diskussionen
9-13. Oktober

Eröffnung und Performance 10. Oktober 17 Uhr, Halle 18, 3.Stock, Eröffnungsrede Bertram Schulze (Geschäftsführer Spinnerei) und Darius Polok (Geschäftsführer MitOst e.V.) Führung mit den Kuratorinnen um 18 Uhr

Führungen: 11./12. Oktober  um 11 Uhr (auf Deutsch), 13 Uhr (auf Russisch) und 15 Uhr (auf Englisch) Treffpunkt: Infopoint

Katakomben, dunkle Tunnel, versteckte Kellergewölbe, verborgene Treppenhäuser und sogar ein "Dead-End" gibt es in der alten Baumwollspinnerei, die als Hochburg der zeitgenössischen  Malerei in Leipzig bis heute gefeiert wird. Auf den ersten Blick wirkt die ehemalige Baumwollfabrik ziemlich gut erschlossen, doch bleibt sie immer noch eine Schatzkammer an unentdeckten Räumlichkeiten, die sich dem Blick der BesucherInnen entziehen. Schon allein der neuen Einblicke wegen sollte man in die Spinnerei zu den Ergebnissen des einmonatigen Austauschprojekts Space Lab kommen, deren Ausstellungsraum die Spinnerei selbst wurde. Künstler_innen aus Bulgarien, Deutschland, Georgien, Russland, Serbien, Tschechien, aus der Slowakei und aus der Schweiz haben sich im Vorfeld des internationalen MitOst Festivals 2013 mit dem Raum und der Geschichte der Spinnerei auseinandergesetzt und eine neue Karte des etablierten Ortes entworfen. Die Besucher_innen sind eingeladen, die alte Baumwollfabrik durch die Kunstwerke der Teilnehmer_innen neu zu entdecken und in das  Labyrinth aus Geschichten und Erinnerungen einzutauchen.

Teilnehmende Künstler_innen:

Nikolay Alekseev (RU) / Max Bodenstedt (D) / Lorenza Diaz (D/CH) / Ilja Dolgov (RU) / Dušica Dražić (RS) / Ivan Gorshkov (RU) / Kirill Garshin (RU) / Jaroslav Kysa (SK) / Kristina Jurotschkin (D) / Tamari Khmiadashvili (GE) / Ariane Koch (CH) / Thomas Lindenberg (D) / Vasili Maharadze (GE) / Jacub Simcik (CZ) / Sarina Scheidegger (CH) / Maryana Todorova (BG)

Kuratiert
von Kristina Semenova und Olga Vostretsova  (Kulturen des Kuratorischen/ Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig), Spinnerei Expertin Laura Bierau (Archiv Massiv), Assistenz: Mareike Begner , Design der Karte: Alexander Morgenstern

Das Projekt ist Teil des Rahmenprogramms “Art Interventions – Strategien kunstlerischer Eingriffe im offentlichen Raum” und wird durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefordert. Mit freundlicher Unterstützung von LIA Leipzig International Art Programme, GeoAir (Artist Residency in Tbilisi, GE), REMONT (Unabhängige Kunstassoziation in Belgrad, RS), Voronezh Center for Contemporary Art (Voronezh, RU), Baumwollspinnerei (Leipzig, D) und Kosice-Artist-in-Residence sowie Tbilisi State Academy of Art, georgische Botschaft Berlin und European Cultural Foundation Step Beyond Travel Grants.


DOCUMENTARY: English Teacher. By Vano Arsenishvili, Nino Orjonikidze (kinofestival.ch)

(kinofestival.ch) Young, adventurous “English teacher” is assigned to carry out a “linguistic revolution” in the remote Georgian village. Basically looking for new adventures a young teacher finds himself on the frontier of the big political change in the country. In order to get rid of the Soviet legacy and engage the western world, government initiates a project to “invade” Georgia with English speakers. Excited traveler is determined to contribute to a “radical changes” in a small post soviet country. But when the first wave of excitement disappears, he is confronted with the gloomy reality... There are no signs of revolutionary changes, and no readiness or desire to change at all.


My Poster
23.09 in Geneva the film will be presented by the film directors Vano Arsenishvili and Nino Orjonikidze in Geneva

The film directors will take part in the round-table meeting on 25.09 dedicated to the documentary films in Geneva

23.09.13 / 21.00 and 28.09.13 / 17.00
Geneva
Maison des arts du Grütli
Fonction: Cinéma Theatre

(Tickets for this screening will be available only at the festival box office)

Georgia | 2012 | 56'

original language - English, Georgian
subtitles - English, French


Saturday, September 21, 2013

VIDEO: Katie Melua 'Ketevan' album teaser (youtube.com)


Katie's sixth studio album 'Ketevan' is released across Europe between 13th and 20th September 2013.

www.katiemelua.com
www.facebook.com/katiemeluamusic
twitter.com/katiemelua

The album is available to pre-order from a number of resellers, including:
-Our new Katie Melua webstore (Vinyl, CD & download available - pre-orders will receive Katie's autograph - international order accepted): katiemelua.tmstor.es

Amazon: amzn.to

iTunes (with instant download of 'I Will Be There'): smarturl.it/Ketevan

VIDEO: Madina Tsaloeva and Alan Guchmazov - Circassian & Georgian tunes (youtube.com)



Video by Ruslan Kazievallow
Special for GeoMartial
More here: soundcloud.com/usergeomartial
Facebook: facebook.com/Geo-Martial

Sunday, September 15, 2013

REISE: Visa-Abkommen zwischen Bern und Tiflis (luzernerzeitung.ch)

(luzernerzeitung.ch) SCHWEIZ - GEORGIEN ⋅ Mit einer Unterschrift Visa-Bestimmungen gelockert: Die Schweiz und Georgien haben in Neuenburg ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet. Dieses muss von georgischer Seite noch ratifiziert werden. 

Panjikidze und Burkhalter tauschen die Verträge aus
Panjikidze und Burkhalter tauschen die Verträge aus

Bei einem offiziellen Arbeitsbesuch in Neuenburg setzten die georgische Aussenministerin Maia Panjikidze und ihr Schweizer Amtskollege Didier Burkhalter ihre Unterschrift unter das Abkommen zur Visa-Erleichterung.

Mit diesem werde sichergestellt, dass die Schweiz dieselben einheitlichen Grundsätze zur Ausstellung von Schengen-Visa anwendet wie dies die übrigen EU-Staaten mit Georgien seit 2011 tun. Das teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) mit.

Einmal ratifiziert, dürfte die Regelung voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten. Für Einreisewillige hat es zur Folge, dass die heutigen Gebühren von 60 auf 35 Euro sinken. Weiter werden darin die Antragsbearbeitungszeiten für die Ausstellung von Schengen-Visa geregelt.

Ein entsprechendes Abkommen hat bereits die EU mit Georgien abgeschlossen. Es regelt unter anderem die erleichterte Erteilung von Visa mit mehrfacher Einreise und langer Gültigkeit für verschiedene Kategorien von Antragstellern, wie Geschäftsleute, Journalisten und Familienmitglieder von in der Schweiz wohnhaften georgischen Staatsbürgern.

Für Rentner gratis

Zudem werden bestimmte Personenkategorien wie Diplomaten, Kinder unter 12 Jahren oder Rentner von der Visagebühr befreit. Laut EDA geht es ausschliesslich darum, die Ausstellung von Kurzzeitvisa sowie die Anforderungen für den Nachweis des Reisezwecks für bestimmte Personenkategorien zu regeln.

"Die Änderung soll dazu beitragen, den persönlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen der Schweiz und Georgien zu fördern", schreibt das EDA. Im Jahre 2012 hat die Schweizer Botschaft in Tiflis 3800 Schengen-Visa für georgische Staatsangehörige mit Hauptziel Schweiz ausgestellt.

Schweiz als Vermittlerin

Weitere Gesprächsthemen des Besuches waren der schweizerische Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) 2014. Eine Priorität werde sein, durch Dialog und Vertrauensbildung zur Lösung der schwelenden Konflikte im Südkaukasus beizutragen. Ein Schweizer Sonderbeauftragter werde für die OSZE in den Genfer Gesprächen zum Georgienkonflikt vermitteln.

Gleichzeitig werde die Schweiz versuchen, die Situation der betroffenen Bevölkerung zu verbessern und das Vertrauen unter den Konfliktparteien auszubauen. Insbesondere solle der Austausch zwischen Jugendlichen, Berufsleuten (wie Katastrophenhelfern) und Experten gefördert werden. (sda)

POLITIK: Das Verhältnis zu Russland bleibt kompliziert. Gespräch mit Georgiens Aussenministerin Maya Panjikidze. Von Volker Pabst (nzz.ch)

(nzz.ch) Georgien hält an der Westorientierung fest. Der Konflikt mit Moskau um die abtrünnigen Gebiete Abchasien und Südossetien bestimmt die Politik des Landes.
Volker Pabst, Bern

Die georgische Aussenministerin Maia Pandschikidse. 

Georgien arbeitet weiter auf eine Integration in die westlichen Institutionen EU und Nato hin. Am Gipfel der Europäischen Union mit den östlichen Partnerländern im November in Vilnius soll der erste Schritt für ein Assoziierungsabkommen gemacht werden. «Dies ist ein wichtiger Schritt für uns», erklärt die georgische Aussenministerin Maia Pandschikidse im Gespräch am Rande eines Arbeitsbesuchs in der Schweiz. «Und ich hoffe, dass auch die Ukraine und die Moldau in Litauen die Zusammenarbeit mit Brüssel weiter intensivieren!»

Druckversuche aus Moskau

Russland ist die Annäherung ehemaliger Sowjetrepubliken an die EU ein Dorn im Auge. Auf Kiew und Chisinau hat Moskau unlängst den Druck erhöht, um eine Abwendung der beiden Länder von der Union zu erwirken. Russische Vertreter haben jüngst unverhohlen mit Gaslieferunterbrüchen in diesem Winter gedroht, sollten die beiden Staaten sich stärker zur EU hinwenden. Die Einfuhr moldauischen Weins wurde bereits verboten; Russland war wichtigster Abnehmer moldauischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Georgiens Nachbarland Armenien, ebenfalls ein Zielland der östlichen Partnerschaft, wie das EU-Programm zur Zusammenarbeit Brüssels mit Georgien, Armenien, Aserbeidschan, Weissrussland, der Moldau und der Ukraine offiziell genannt wird, gab zudem vor einigen Tagen bekannt, in Vilnius kein Abkommen zu unterzeichnen, sondern sich der Zollunion von Russland, Weissrussland und Kasachstan anzuschliessen. «Wir verstehen Armeniens Situation. Dennoch bedauern wir den Schritt», erklärt Pandschikidse. Armenien ist angesichts des rohstoffreichen und somit wirtschaftlich überlegenen Erzfeinds Aserbeidschan auf auswärtigen Schutz angewiesen. Diesen kann nur Russland bieten.

Auf Druckversuche gegenüber Georgien angesprochen, antwortet die Ministerin rhetorisch: «Was kann uns schon passieren?» Georgien und Russland befinden sich immer noch im Kriegszustand, die Schweiz vertritt in den beiden Hauptstädten die Interessen des jeweils anderen Landes.

Leichte Entspannung

Seit dem Regierungswechsel im vergangenen September hat sich das Verhältnis Tbilissis zu Moskau aber etwas verbessert. Ministerpräsident Bidsina Iwanischwili gilt, anders als sein Widersacher, Präsident Saakaschwili, in Moskau nicht als Persona non grata. «Man kann durchaus von einigen positiven Veränderungen sprechen», resümiert Pandschikidse die Entwicklungen des vergangenen Jahres. Die Einreisebedingungen wurden gelockert, Moskau hob das Importverbot für georgischen Wein auf, Tbilissi verzichtete auf ein Veto gegen Russlands Beitritt zur WTO und machte seine Ankündigung, die Winterspiele in Sotschi zu boykottieren, rückgängig. Im Verlaufe der Krise in Syrien bot Moskau sogar an, georgische Staatsbürger aus dem Bürgerkriegsland zu evakuieren.

Für Saakaschwilis Anhänger verträgt sich ein prowestlicher Kurs allerdings nicht mit versöhnlichen Gesten gegenüber Moskau. Aus Saakaschwilis Lager wird Iwanischwili immer wieder mit dem Vorwurf konfrontiert, georgische Interessen zu verraten. Auch in den Wahlen um das Präsidentenamt im Oktober wird die Frage der aussenpolitischen Ausrichtung des Landes eine Rolle spielen. Pandschikidse weist den Vorwurf der Russlandfreundlichkeit ihrer Regierung zurück. Zudem hätten gewisse Fortschritte in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit nichts an den grundlegenden Problemen mit Moskau, der Statusfrage von Abchasien und Südossetien, geändert. «Das Verhältnis zu Russland bleibt für uns kompliziert.

Werben um Sympathien

Die Wiederherstellung der territorialen Integrität Georgiens sei noch in weiter Ferne, doch arbeite man weiter daran, erklärt die Ministerin. Dazu gehörten neben der diplomatischen Arbeit auch die Bemühungen der Regierung, die Bewohner der abtrünnigen Gebiete, die mehrheitlich auch russische Staatsbürger sind, von den Vorzügen der Zugehörigkeit zu Georgien zu überzeugen. Deshalb sei man zum Beispiel auch darum besorgt, dass der georgische Pass nicht unattraktiver sei als der russische. Ein Assoziierungsabkommen mit der EU sei ein erster Schritt, um Visabestimmungen zu lockern. Auch während des Besuches in der Schweiz spielen Visafragen eine Rolle. Am Samstag ist die Unterzeichnung eines Abkommens zur Lockerung von Einreisebestimmungen geplant.

PODCAST: Georgien geht in Richtung EU. Von Christoph Wüthrich (srf.ch)

(srf.ch) Vor fünf Jahren war Georgien in einen Blitzkrieg gegen Russland verwickelt. Die Schweiz hat mitgeholfen, dass sich die Beziehungen zwischen den Ländern in der Zwischenzeit etwas verbessert haben, sagt die georgische Aussenministerin. Gut sind sie allerdings noch lange nicht.

Maia Panjikidze, die Aussenministerin von Georgien.Nur ein paar Tage dauerte der Krieg zwischen Russland und Georgien im August vor fünf Jahren. Aber die Wunden sind nicht verheilt. Russland hat nach wie vor Truppen in den beiden abtrünnigen Gebieten Georgiens, in Abchasien und Südossetien, stationiert.

Vor einem Jahr wählte Georgiens Bevölkerung eine neue Regierung, die versprach, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren und den vorherigen Konfrontations-Kurs zu beenden. Bei einem Besuch in der Schweiz sagt Aussenministerin Maia Panjikidze dazu: «Ich glaube, wir haben in diesem einen Jahr so ziemlich alles erreicht, was möglich war.» Wein und Mineralwasser

Sie ist stolz auf das, was die Regierung von Premierminister und Milliardär Iwanischwili zu Stande gebracht hat. Sie ist aber auch realistisch. Erreicht worden sei, was möglich war. Da geht es vor allem um die Wirtschaft.

Seit dem Frühling erlaubt Moskau wieder den Import georgischer Waren. «Georgien produziert nicht viel, das für den russischen Markt interessant ist.» Es gehe vor allem um Wein und Mineralwasser, und das sei wieder auf dem russischen Markt.

Besetztes Territorium

Auch das Reisen zwischen Georgien und Russland sei rasch erleichtert worden. Panjikidze sagt trotzdem, von guten Beziehungen mit Russland sei Georgien noch weit entfernt. «Wir haben keine diplomatischen Beziehungen mit Russland. Russland hat zwanzig Prozent unseres Territoriums besetzt. Und weil Russland Abchasien und Südossetien zu unabhängigen Staaten erklärt hat.» Solange diese Besetzung andauere, seien normale Beziehungen nicht möglich, sagt die Aussenministerin.

Diplomatische Interessenvertretung

Seit dem Krieg vertritt die Schweiz die diplomatischen Interessen Georgiens in Moskau und die Russlands in Tiflis. Die Schweiz mache dies sehr gut, sagt die Aussenministerin. In noch in einem anderen Punkt spiele die Schweiz eine wichtige Rolle, nämlich bei den Genfer Gesprächen.

Bei diesen Gesprächen zwischen Russland und Georgien geht es um schwierige Fragen: um die russischen Soldaten, die auf georgischem Boden stehen, und um die Flüchtlinge, die nach Abchasien und Südossetien zurückkehren möchten.

Die Schweiz bemühe sich sehr, sagt Maia Panjikidze, aber im Moment gebe es in Genf kaum Fortschritte.

Integration in Europa

Georgiens Aussenpolitik hat zwei Fern-Ziele: Zum einen will das Land normale Beziehungen mit Russland, zum anderen will es sich in Europa integrieren. Es ist eine Art Gratwanderung. «Georgien hat immer gesagt, dass der europäische Weg der einzige Weg ist für Georgien. Er führt in Richtung Europa, europäische Union und in Richtung Nato», sagt die Aussenministerin.

Im November will Georgien am EU-Ost-Gipfel in Vilnius ein Assoziierungs-Abkommen mit der EU unterschriftsreif machen. Auch andere Staaten, die früher zur Sowjetunion gehörten, streben solche Abkommen an. Russland versucht das aber zu verhindern. Im August übte es mit Schikanen am Zoll massiven Druck auf die Ukraine aus. Und letzte Woche verhängte es ein Importverbot für Wein aus Moldawien.

Dass ein solches Abkommen die Chance verkleinere, dass die zwei Gebiete aus der russischen Obhut zu Georgien zurückkehren, glaubt Panjikidze nicht. «Ich glaube, das wird in einem anderen Kontext entschieden. Wir gehen Richtung Europa, Richtung Nato und das bringt unserem Land eine bessere Entwicklung.» Diese werde die Wirtschaft ankurbeln. Und: «Wenn dieses Land für alle gut ist, die darin wohnen, ist dies das beste Argument für eine Wiedervereinigung.»

Wohlstand, das war die Anziehungskraft, die der deutschen Wiedervereinigung zum Erfolg verhalf. Es ist wohl kein Zufall, dass Maia Panjikidze auf dieses Prinzip setzt. Sie hat in Jena in Ost-Deutschland studiert und war später Botschafterin in Berlin.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel 



Georgische Aussenministerin zur Beziehung zu Russland
Aus Echo der Zeit vom 13.9.2013
Nur ein paar Tage dauerte der Krieg zwischen Russland und Georgien im August 2008. Die Wunden sind noch nicht verheilt. Die Regierung von Georgien ist vor einem Jahr mit dem Versprechen angetreten, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren.
Wie weit ist man gekommen? Die georgische Aussenministerin Maia Panjikidze weilt zurzeit in der Schweiz.
Christoph Wüthrich


Thursday, September 12, 2013

VIDEO: Georgia: Life in "Dream Town" (youtube.com)


Mountain villagers take over disused army base because their own homes are falling apart.

This film shows the lives of villagers from the mountains of Ajara in southwest Georgia. Because landslides have destroyed their homes or left them at serious risk of collapse, they have moved to a lowland area and set up a makeshift settlement.

With no basic amenities, the squatter camp on a disused army base at Khelvachauri, southwest of Batumi, is jocularly known as "Dream Town" by the residents.

The villagers are in limbo, as the authorities say they must move out, but have yet to complete a process that is supposed to determine whose claim to resettlement is genuine.

Successive Georgian governments have had a policy of shifting mountain communities to lowland areas wherever seismic or other conditions mean life is no longer viable. But it is a slow process, and not everyone benefits from rapid resettlement after their village is hit by a landslide. (For more on this issue, see Georgian Villagers on Shaky Ground: go.iwpr.net)

This documentary film was made as part of IWPR's Building Bridges/Building Capacity project, supported by the Norwegian foreign ministry.

CLASSIC: Teona Dvali - Bellini "La Sonnambula"



Aria di Amina "Ah, non credea mirarti" 2 Febbraio 2011 in Tbilisi (Georgia) 

more: youtube.com/Teo Dvali

Tuesday, September 10, 2013

ART: ANDRO SEMEIKO: PEER RESIDENCY 2013 (peeruk.org)

(peeruk.org) Friday 27 September from 6 to 8pm

Book launch with readings by the artist and authors Sally O'Reilly and Zinovy Zinik.

Detail from work in progress, 2013
London-based and Georgian born Semeiko’s primary activity is as a painter, but his interest lies in the complex construction of narrative installations that call upon the language of satire and the absurd through his work with writers and performers.

Semeiko has collaboratively employed the wordsmithing skills of writer and curator Sally O’Reilly and Russian novelist and broadcaster Zinovy Zinik, to concoct an array of references from which this project has evolved. Semeiko has identified intriguing kernels of historical information from the local area, which have sown seeds of free-associative and swashbuckling fancy.

One starting point has been an episode in Hoxton’s history when, in 1597 Ben Jonson purportedly killed fellow-actor Gabriel Spenser during a duel in a field on which now stands a council housing estate to the rear of PEER. Another rich seam that Semeiko has mined comes from his historical research into the life of Sir Thomas Tresham, a fanatical catholic who was held under house arrest at around the time of the fatal encounter between Jonson and Spencer on the spot where PEER now stands.

Discussions between Semeiko, O’Reilly and Zinik began with these two events, and then evolved and morphed into musings that span triangles, substantiation, rubbish chutes, drunkenness and scaffolding. Collapsing past, present and fictional Hoxton, O’Reilly and Zinik have produced texts that are being adapted by Felix Mortimer of Retz theatre company into short vignettes to be enacted by Bill Bingham at the beginning and end of the open studio week. This exercise in elaboration, excavation, embellishment and exegesis will be further explored throughout the open studio week.

During the open studio week a number of special events were held at the gallery:

Monday 8 April at 7pm
Performance by Bill Bingham adapted by him from texts by artist, writer and curator Sally O'Reilly and novelist and broadcaster Zinovy Zinik - Bill appears by kind permission of the director of Retz's The Trial, Felix Mortimer. Performance approx 15 mins.

Thursday 11 April 2 to 6pm
Drop-in drawing workshop led by Andro Semeiko as part of Hoxton Free Art School, in partnership with Shoreditch Trust.

Sunday 14 April from 3pm
Another chance to see Monday evening's performance by Bill Bingham followed by a tea break and an in conversation between Andro Semeiko and writer and critic JJ Charlesworth.

Andro Semeiko was born in Ozurgeti, Georgia and lives and works in London. He studied Fine Art at the Utrecht School of the Arts and did an MA in Fine Art at Goldsmiths College. He completed his Postgraduate Diploma at the Royal Academy of Arts in 2006. Recent solo exhibitions and projects include Le Grand Charmer, Phoenix Gallery, Exeter (2012); Lily of Blythenhale, an artist's book with texts by Daniel Harbour, Shelley von Strunckel and others, and a related exhibition at Acme Project Space, London (2011); Against Anti Intellectualism: Andro Semeiko, Calum Stirling, +44 141 Gallery, SWG3, Glasgow (2011); Unveiling: Rocket MT2010 an artists book with texts by Neil Mulholland and JJ Charlesworth (2010) and Unveiling, Berwick Gymnasium Art Gallery, Berwick-upon-Tweed (2010). Group exhibitions include Take Shelter in the World, Boston University Art Gallery ANNEX, Boston (2012); Collaborators 3, ROOM Artspace, London (2012); Nor Corridor, Standpoint Gallery, London (2010); Happy End, Guest Projects, Yinka Shonibare's Space, London (2010) and Expanded Painting, Prague Biennale 4, Prague (2009).

www.androsemeiko.com

PUBLIKATION: THE SOUTH CAUCASUS 2018. FACTS, TRENDS, FUTURE SCENARIOS (kas.de)

(kas.de) Die vorliegende Publikation soll zu den Zielen der Konrad-Adenauer-Stiftung beitragen,den politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess zu unterstützen sowie den regionalen Dialog und die Annäherung an europäische Strukturen voranzutreiben. Sie beinhaltet Beiträge von Jungwissenschaftlern und etablierten Experten aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien.

Cover: THE SOUTH CAUCASUS 2018Die vorliegende Publikation soll zu den Zielen der Konrad-Adenauer-Stiftung beitragen, den politischen und wirtschaftlichen Transformationsprozess zu unterstützen sowie den regionalen Dialog und die Annäherung an europäische Strukturen voranzutreiben. Sie beinhaltet Beiträge von jungen Wissenschaftlern und etablierten Experten aus Armenien, Aserbaidschan und Georgien. Die Veröffentlichung wurde durch die Autoren selbst initiiert und konzipiert. Die einheitliche Struktur der Artikel erlaubt dem Leser einen Vergleich der Entwicklungen im Südkaukasus.

Das Konzept besteht in erster Linie darin, die großen Trends zu analysieren und mögliche Szenarien zu entwickeln. Das Jahr 2018 ist in dieser Hinsicht nicht nur eine symbolische Referenz zum hundertsten Jahrestag der ersten Unabhängigkeit der südkaukasischen Länder sondern auch ein realistischer Zeitraum für die Analyse von Entwicklungen.

Eine Auseinandersetzung mit dem Südkaukasus als Region impliziert automatisch die Frage, ob Armenien, Aserbaidschan und Georgien mehr als ihre Vergangenheit und die aus ihr hervorgegangenen Konflikte verbindet. Auf diese Frage geben die Autoren einige interessante Antworten. Mit der Darstellung ökonomischer und sozialer Entwicklungsmodelle, innenpolitischer Szenarios, der Rolle der EU und der Auseinandersetzung mit energiepolitischen Fragen ist “The South Caucasus 2018: Facts, Trends, Future Scenarios” eine wertvolle Quelle für Think Tanks, regionale und internationale Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger sowie alle die an den Entwicklungen in dieser Region interessiert sind.

Gesamte Publikation (pdf) >>>

KOMMENTAR: Salome Surabischwilis europäischer Anspruch. Von Frank Tremmel (einblickgeorgien.blogspot.de)

in georgian language >>>

(einblickgeorgien.blogspot.de) Am Vorabend eines neuen „Orientalischen Krieges“, mitten in den georgischen Badeferien, wird fast unbemerkt eine vermutlich folgenreiche Entscheidung getroffen. In dem einzigen postsowjetischen Land, in dem bislang eine Regierung durch demokratische Wahlen abgelöst wurde, lehnte die Zentrale Wahlkommission die Kandidatur der ehemaligen Außenministerin des Landes, Salome Surabischwili, für die anstehenden Präsidentschaftswahlen ab. Ihrem Widerspruch wurde in der ersten Instanz nicht nachgegeben. Unabhängig von den fadenscheinigen juristischen Begründung, die sich auf ihre doppelte Staatsbürgerschaft bezieht, handelt es sich dabei um einen Akt von enormer symbolischer Bedeutung. Wer ist Salome Surabischwili oder genauer, wofür steht sie?

Salome Surabischwili, eine „Frau für zwei Länder“, stammt aus einer Familie, deren Schicksal eng mit dem europäischen Weg Georgiens verwoben ist. Ihr Großvater, Niko Nikoladze, gehörte zu den wichtigen, an westlichen aufklärerischen Traditionen orientierten Intellektuellen und Politikern des kleinen Kaukasuslandes. Ihre Familie fand nach dem Ende der ersten unabhängigen Demokratischen Republik Georgien 1921 zusammen mit der Exilregierung Aufnahme in Frankreich. Levili (Leuville-sur-Orge), diese kleine Gemeinde, 25 Kilometer von Paris entfernt, wurde zur neuen Heimstatt der Exilierten und zum Symbol des nationalen Widerstandes.

Frankreich bewies seine europäische Solidarität mit dem Freiheitskampf des georgischen Volkes und ging damit kein geringes Risiko ein. Wenn Salome Surabischwili nun gerade ihre französische Staatsbürgerschaft zum Verhängnis werden sollte, haftet diesem Vorgang nicht nur das Hautgout der Undankbarkeit bzw. des mangelnden Geschichtsbewusstseins an. Es wäre auch eine Entscheidung gegen Europa. Damit wird nicht nur Salome Surabischwilis Ehrerbietung gegenüber der Erde, in der Ihre Vorfahren neben hunderten von georgischen Emigranten bestattet wurden, bestraft – es wird auch signalisiert, dass eine der wenigen georgischen Politikerinnen, die immer wieder deutlich europäisch votierte, in Georgien keinen Platz findet.

Die Klage über Europa ist nicht neu und wird in allen europäischen Nationen immer wieder erhoben. Diejenigen Georgier, die sich in ihren Hoffnungen enttäuscht sehen, reihen sich ein in die Vielzahl derjenigen, die aus den unterschiedlichsten Gründen meinen, Europa böte keine Heimat. In dieser Klage sind sie europäischer als sie annehmen. Europa ist weniger Ankunft als andauernder Aufbruch. Es bietet keine kompakte Identität, die uns andauernde Ruhe verspricht. Europa „ist und bleibt“, wie es der französische Philosoph und Soziologe Edgar Morin einmal formulierte, „...eine tumultartige und chaotische Baustelle, wo nichts nach einem schon vorgefertigten Plan oder Programm abläuft.“ Seine Grenzen sind fließend und müssen immer wieder neu definiert werden.

Salome Surabischwili hat dies immer wieder versucht und ihre georgischen Landsleute ermutigt, sich an diesem Prozess aktiv zu beteiligen. Sie verbindet den Enthusiasmus der wirklichen Europäerin mit dem nicht nur in Georgien nicht immer beliebten notwendigen Realismus und Differenzierungsvermögen. Wenn man ihr vorwirft, sie sei dort „ein Pinguin in der Wüste“, dann charakterisiert man damit unbeabsichtigt jeden Europäer. Als Europäer sind wir immer „Sancho Panza“ und „Don Quichotte“ zugleich. Salome Surabischwili hat aber zudem das Zeug zu einer Dulcinea. Sie strahlt sowohl als Französin als auch Georgierin eine mediterrane Würde und Klarheit aus, die man vielleicht nur als Nordeuropäer zu goutieren versteht.

Europa trägt an seinen Grenzen viele Narben und so manche Wunde hat sich nie geschlossen. Georgien, ein exemplarisches Grenzland, ist heute mehr denn je die Probe aufs Exempel unseres Europäertums. Grenzen leben von unserem Unterscheidungsvermögen und vom Bewusstheit des Ganzen. Politik ist immer die Kunst der klugen Grenzziehung, nicht im Sinne einer Freund-/Feind-Unterscheidung, wie sie Carl Schmitt und in seiner Folge so mancher Geopolitiker verstand, aber auch nicht im Sinne einer senilen Toleranz der Inklusion. Europa ist kein Imperium und keine Religionsgemeinschaft, aber auch kein Markt, auf dem jede Ware gehandelt werden darf. Unsere aus dem Orient übernommene Religion lehrt uns nicht die falsche Harmonie, sondern vor allem den Glauben an die Macht des Logos, d.h., des Wortes.

Salome Surabischwili hat dies nach der Ablehnung ihrer Kandidatur sehr schön zum Ausdruck gebracht. Ein großer Teil ihrer Verdienste liegt in diesem Bereich der klaren Unterscheidungen. Sie verkörpert zur Zeit als einzige Politikerin die georgische Bereitschaft zum Gespräch und zur Selbstbehauptung. Dialog und Distinktion, Logos und Leidenschaft verknüpft sie gerade über die Fähigkeit zur Differenzierung zu einem politischen Ethos, das für Georgien überlebensnotwendig ist. Das gilt nicht nur nach Außen, vor allem gegenüber Russland, sondern auch im Inneren. Gerade wenn sie die problematische Worthülse „Cohabitation“ kritisiert und stattdessen das in der georgischen Sprache vorhandene Wort თანაარსებობა (tanaarseboba, d.h. Mitexistenz) vorschlägt, verdeutlicht sie sprachlich die Idee der Staatlichkeit. Das gilt nicht weniger für ihren Hinweis auf die Unterscheidung von Recht und Gerechtigkeit, der in der georgischen Alltagssprache nicht geläufig ist – ein Mangel, der die Kontinuität und Funktionsfähigkeit der Institutionen dauernd gefährdet. Insofern wäre ihre Kandidatur allein schon in diesem Sinne ein wohltuendes Vademecum.

Gerade in der augenblicklichen Situation, in der der Architekt der im Oktober 2012 an die Macht gelangten Regierungskoalition, Bidsina Iwanischwili, sich offenbar politisch zurückziehen will, die innenpolitischen Verhältnisse zunehmend chaotischer werden und zugleich im Vorderen Orient der syrische Bürgerkrieg in einen neuen Orientalischen Krieg einmünden könnte, droht der einzigen klar akzentuierten europäischen Stimme, nicht gehört zu werden.

Es handelt sich zudem um eine Stimme, die durch ihre Arbeit in internationalen politischen Organisationen mit den Verhältnissen im Vorderen Orient sehr gut vertraut ist. In den Rankünen der georgischen Clanpolitik, in kleinlichen Ressentiments und opportunistischer Indifferenz verliert Georgien sein europäisches Gesicht.

Das Land ist nicht einmal imstande, sein Verhältnis zu den unmittelbaren Nachbarn zu bestimmen, auch ein Problemfeld, dem sich Salome Surabischwili immer wieder gewidmet hat. Die Indifferenz gegenüber den syrischen Ereignissen ist erschreckend. Während die letzten Jahre durch ein Politikmodell bestimmt waren, das Georgien mit Hilfe eines unrealistischen US-amerikanischen Unilateralismus und einer abstrakten Modernisierungsstrategie in eine westliche Trajektorie katapultieren sollte, wird heute – bislang nur durch sprachliche Ungenauigkeiten – Georgien in einen Orbit verschoben, in dem eine Vasallenexistenz vorausbestimmt ist.

In beiden Fällen unternimmt das Land keinerlei Anstrengungen, den Dialog auf selbstbestimmten Grundlagen zu führen, wie Salome Surabischwili es immer wieder fordert. Wer ohne Not – wie zuletzt in Vilnius – „eurasische“ Ambitionen in Erwägung zieht, stößt das Tor nach Europa zu. Ein differenzierter Dialog ist nur auf der Basis klarer Entscheidungen möglich. Salome Surabischwili hat diesen sehr konkreten Charakter jeder Politik deutlich zum Ausdruck gebracht. Die georgische intellektuelle Elite denkt allerdings nicht politisch. Sie gefällt sich in der vermeintlichen Machtferne, hegt diffuse Hoffnungen und unterwirft sich zugleich mit falschem Pathos den schlimmsten Partikularinteressen. Aus diesem Grund kann sie kein kohärentes politisches Projekt, keine Idee der Staatlichkeit formulieren.

Die „Mitexistenz“, von der Salome Surabischwili spricht, ist der sprachliche Schlüssel zur Schaffung einer solchen Idee. In diesem Wort sind auf differenzierte Weise zwei Komponenten der modernen politischen Existenzform, d.h. der Demokratie, verbunden, die auch im westlichen Liberalismus oftmals nicht genügend berücksichtigt werden, die Liebe und das Recht.

Nur wenn beide in ihren spezifischen Eigenschaften begriffen werden, können sie zusammengeführt werden. Die ehemalige Außenministerin Georgiens besitzt die nötigen Fähigkeiten, um im Amt des Präsidenten die Leidenschaften ihrer Landsleute im Sinne dieses Logos zu kultivieren.

Sie hat sich an verschiedenen Stellen, vor allen Dingen im Zusammenhang mit Regierungsverbrechen aus der Zeit der vor dem Oktober 2012, für konkrete Prozesse der Rechtsstaatlichkeit eingesetzt und dabei den Gedanken der Versöhnung nie beiseite geschoben.

Ob die Georgier diesen Schlüssel benutzten werden, um das Tor zu öffnen, wird allerdings nicht allein von ihr abhängen. Das Schweigen der intellektuellen und politische Elite Georgiens zu der bislang verweigerten Kandidatur ist kein gutes Zeichen.

Neben der immer zu veranschlagenden Indifferenz und dem verschlagenen Opportunismus sind es vor allem die allgemeinen Floskeln und bagatellisierenden Phrasen, die Salome Surabischwili in anderen Zusammenhängen mehr als einmal beklagt hat, die jedes konkrete Engagement für die Demokratie in Georgien unterminieren.

Es bleibt abzuwarten, ob in dieser Sache noch ein klärendes politisches Wort gesprochen wird oder ob man sich auf formaljuristische Prozeduren herausredet, wie immer diese auch ausgehen mögen. Auch hier ist das Schweigen vor der nächsten juristischen Instanz ein schwerer Schaden für die Würde der georgische Staatlichkeit. Das muss jedem klar sein.

ESSAYFILM: Film trifft Literatur +++ Giwi Margwelaschwili - Italo-Svevo-Preisträger 2013 (harbour-front.org)

DIENSTAG 17.09.2013 — 19:00 UHR
Metropolis Kino

(harbour-front.org) Premiere des Essayfilmes „Zuschauerraäume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili.
Eine filmische Lesung mit Giwi Margwelaschwili.

Zu Gast die Filmemacherin Marika Lapauri und Insa Wilke, Literaturkritikerin, Moderatorin, Publizistin und Kennerin des Werkes von Giwi Margwelaschwili.

Giwi Margwelschwili kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.

Der Essayfilm „Zuschauerräume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili zeigt den Versuch, die Verstrickung des Menschen in Geschichten und Geschichte aufzulösen. Er lässt die Zuschauer Teilnehmer eines transhistorischen Experiments werden. Mit Hilfe archivarischer Aufnahmen und inszenierter Spielfilmsequenzen arrangieren die beiden Regisseure um den legendären deutsch-georgischen Schriftsteller und Philosophen Giwi Margwelaschwili, Autor des gleichnamigen Theaterstücks und zugleich der konzeptionelle Hauptprotagonist des Films, kaleidoskopartige Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen einer Utopie. Im Mittelpunkt des konkreten Geschehens stehen die Orte des Verhängnisses, wie Theater, Parlamente, Konferenzräume, von denen Geschichte ihren Ausgang nimmt, und der Versuch, diese Topographie der dramatischen und narrativen Verstrickungen auszulöschen. Die dabei zutage tretenden Aporien dieses zugleich historischen als auch antihistorischen Tuns wirken nicht allein desillusionierend, sondern eröffnen einen reflexiven Zugang zu einem Sinnraum, der sich in der Vergeblichkeit der Geschichte über die historische Zeit erhebt.

Rezensionen und Pressezitate

Liebe Marika,
ich bin am Wochenende aus Belgrad zurückgekommen und habe gerade Ihren Film gesehen. Großartig! Ich finde ihn ganz toll. Ihnen und Niko Tarielaschwili ist gelungen, Bilder für die gewaltigen Vorstellungswelten zu finden, die dieser zarte, feine Herr zu entwerfen imstande ist. Ihr Film hat etwas Bezwingendes, man wird immer atemloser und das Ende ist ein Paukenschlag. Ich habe mich gefragt, wie Sie es schaffen wollen, diese philosophischen und zugleich so konkreten Texte filmisch umzusetzen und ihnen gerecht zu werden. Ich finde, es ist Ihnen großartig gelungen. Das Spiel mit den Überblendungen, den verschiedenen Materialien, die Kameraführung und die Anlehnung an den Stummfilm – das alles sind wirklich filmische Antworten und Fortschreibungen auf Giwi Margwelaschwilis Kunst. Und vor allem haben Sie es geschafft, zugleich ein Porträt von ihm zu entwerfen, das nicht vom Äußerlichen ausgeht, sondern vom Innersten Kern dessen, was ihn umtreibt. So wirkt es auf mich.
Ich freue mich schon sehr darauf, ihn noch einmal auf einer großen Leinwand sehen zu können.

Insa Wilke, Publizistin und Literaturkritikerin

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

Preis: 7 €

Mitwirkende: Marika Lapauri und Insa Wilke

OSCARS: Georgia Nominates 'In Bloom' for Foreign-Language Category (hollywoodreporter.com)

(hollywoodreporter.com) Nana Ekvtimishvili and Simon Gross' coming-of-age drama set during Georgia's civil war has been scooping up awards worldwide.

In Bloom Grzeli nateli dgeebi - H 2013

LONDON – In Bloom, a coming-of-age drama set in 1992 during a post-Soviet civil war was nominated Wednesday as Georgia's Oscar submission in the foreign-language category.

The story of two teenage girls coping with puberty and war has touched the hearts of festival juries worldwide, with a dozen awards since the film premiered in Berlin.

Apart from kudos for directors Nana Ekvtimishvili and Simon Gross, the film's young stars Lika Babluani and Mariam Bokeria have jointly won best actress more than once, most recently at last month's Sarajevo Film Festival and July's Odessa IFF.

A Georgia-Germany co-production supported by the Georgian National Film Center, the movie is backed by German and French TV channels ARTE and ZDF.

The Georgian premiere is scheduled in Tbilisi on Sept. 19.

VIDEO: We are from The Caucasus- The Mountain - Jews (youtube.com)


(youtube.com) Documental film, We are from The Caucasus- The Mountain - Jews 1993-1999

CULTURE: Sacred chants make a comeback as Georgia's cultural history resurfaces. By Caitlan Carroll (globalpost.com)

(globalpost.comA movement is underway to reintroduce traditional religious chants to Georgian youth.



TBILISI, Georgia — With her gray hair tucked into a black knit cap and a grin stretched from ear to ear, Lia Salakaia stands with a group of children inside the entrance of a Tbilisi church. As the Georgian Orthodox service finishes, Salakaia raises her hands and the children begin to sing slow, mournful chants, their eyes closely following Salakaia's every direction. The harmonies these children struggle to sing are notable both for their complexity and their rarity.

Georgian sacred chants, with their unusual three-part harmonies and minimal vibrato, date back to the 10th century. But the sounds are relatively new to modern Georgia. Georgian religious traditions like sacred chant were suppressed under Soviet rule. Only since Georgia regained its independence in 1991 have the old songs been resurrected.

Now a movement is underway to reintroduce traditional religious chants to Georgian youth, hungry for a deeper connection to their country's cultural past.


Salakaia is the first stop for many children eager to learn the music. The petite 66-year-old earned the title “godmother of Georgian chant," for her passionate teaching and the gentle way she coaxes children to learn these difficult, often dissonant-sounding harmonies.

“I say to them, 'No one taught you how to speak. You just listened to your parents, and you started to speak. So you can listen to me sing, and step by step you will learn how to sing,'” she says. “And most of them do.”

Salakaia travels constantly, bringing these chants almost single-handedly back to Georgia's network of small towns and rural villages. “I don't want to miss any child,” she says.

After graduating from Salakaia's introductory choirs, some students continue their studies with Malkhaz Erkvanidze, director of the Sakhioba Ensemble and one of the chief scholars of the sacred music movement.

Following Georgia's independence from Soviet rule in the 1990s, Erkvanidze was one of the music scholars who pushed to bring sacred chant from obscurity back to church services. He and others unearthed a small cache of sacred chant recordings from the state archive. It was an important find, given most of the chants had only been passed down orally.

He says the last recordings were made in 1966 by an 80-year-old master chanter who sang all three parts by himself to demonstrate how the voices work together. “He was the last master who was still alive,” Erkvanidze says, adding that the man died a few months after the 1966 recordings were made.

Erkvanidze transcribed the chants into songbooks and opened Tbilisi's first chant school where young men, most sporting trim dark beards, attend classes Monday through Friday. Only a few students have completed the new program, but those who have already plan to teach.

“It's become a debt that we've studied, and now it's important for us to teach the next generation,” says recent chant school graduate Giga Jalaghonia.

Since Erkvanidze's chant school only allows men to enroll, the young women like Baia Zhuzhunadze who want to pursue sacred music head to Tbilisi's conservatory. Zhuzhunadze is studying cultural musicology at the conservatory. She says that at first, European classical music was easier for her ears. But when she and her friends began listening to Georgian traditional music, they felt as though they rediscovered their identity.

“We think European music is great,” Zhuzhunadze says. “But Germans and French can research their own culture's music. We Georgians, we are too few, we must do something to preserve this music.”

This hunger to connect with their country's roots is common among young Georgians, says Timothy Blauvelt, country director for American Councils in Georgia and a professor of Soviet studies at Ilia State University. He says Zhuzhunadze's generation has the time and opportunity to explore their Georgian identity because, although the unemployment rate is high, times are better than during her parents' or grandparents' youth.

“You have the parents who grew up at the tail end of the Soviet period or the bad years of the 1990s, when there was a civil war and no electricity. That generation wanted very material things—food on the table and a car in the garage," says Blauvelt. “This generation has grown up with more stability. They have less materialistic values, and their interests are expanding beyond basic survival.”

Zhuzhunadze says the communism and atheism of Soviet times prevented many elder Georgians from passing on cultural traditions to the younger generation. “Now the younger generation, my generation, are discovering it on our own. And we are getting our parents interested in it too,” she says.

At least one elder Georgian is sharing her knowledge of old traditions. The gray-haired Lia Salakaia continues to make her rounds through Georgia's small towns, with no cell phone, just “a pair of iron shoes,” she says.

“It's like if Georgians couldn't speak the Georgian language without going to classes. I want to help children understand their country's music,” she says. “My job is to unfreeze their ears.”

Research for this report was supported by a 2012 Knight Luce Fellowship for Reporting on Global Religion. The fellowship is a program of the University 
of Southern California's Knight Chair in Media and Religion.

VIDEO: "Warum Deutsch?" mit Sergi Gvarjaladze (youtube.com)

Monday, September 09, 2013

RELIGION: Mönch in Georgien lebt seit 20 Jahren einsam auf einer Säule (welt.de)

(welt.de) Er lebt zwischen Himmel und Erde, auf 40 Meter Höhe – und das seit 20 Jahren: In Georgien hat sich ein Mönch auf eine Säule zurückgezogen. Jetzt hat er zum ersten Mal seit Langem Besuch empfangen.

Maxime Qavtaradze, 59, georgischer Mönch, hat sich vor zwanzig Jahren auf die 40 Meter hohe Katskhi-Säule zurückgezogen - Foto: Amos Chapple

Maxime Qavtaradze, 59, georgischer Mönch, hat sich vor 20 Jahren auf die 40 Meter hohe Katskhi-Säule zurückgezogen. Dort lebt er allein, bis auf seltene Besuche von Mönchen aus dem Kloster unterhalb seines Wohnsitzes. Lebensmittel und Wasser erhält er über einen Seilzug von Gläubigen im Tal.

Schon früher war die Säule von besonders frommen Einsiedlern genutzt worden, sogenannten Styliten – den Säulenheiligen. Qavtaradze hatte sich seinerzeit entschieden, sein Leben zu ändern. "Als ich jung war, habe ich mit Freunden getrunken, Drogen genommen." Erst ein Gefängnisaufenthalt habe ihn zur Umkehr gebracht. "Hier in der Stille fühle ich mich Gott nahe", sagt er der britischen "Daily Mail". Außerdem hatte er noch nie ein Problem mit großen Höhen: In seinem früheren Leben war er einmal Kranfahrer.

Mitten in der Nacht kommt die Erlaubnis

Maxime empfängt eigentlich nie Besuch – einzig die Priesterkollegen dürfen ihn hin und wieder besuchen. Einmal hat er einigen jungen Männern erlaubt, am Fuße seines Monolithen zu campieren. Nach oben durften sie nicht.

Auch der Fotograf Amos Chapple musste zunächst unten bleiben. Vier Tage lang hat er ausgehalten – bis schließlich mitten in der Nacht die Erlaubnis von oben kam: Chapple durfte auf die Leiter steigen und nach oben klettern. Vier Stunden gewährte ihm Maxime auf seiner Säule – bei Sonnenaufgang musste der Fotograf das steinerne Kloster verlassen und runterklettern.

Maximes winzige Kapelle geht auf das neunte und zehnte Jahrhundert nach Christus zurück. Damals zogen sich Christen auf die Spitze des Monolithen zurück – um den weltlichen Versuchungen zu entgehen.

Tuesday, September 03, 2013

ALPINISMUS: Christian Stangl hat "Triple Seven Summits" bezwungen - In Georgien: Shkhara (kleinezeitung.at)

Christian Stangl am Shkhara
Christian Stangl am Shkhara Foto © APA | ARCHIL BADRIASHVILI

(kleinezeitung.at) Der Alpinist und Extremsportler Christian Stangl hat sein Ziel erreicht, als erster Mensch auf den jeweils drei höchsten Bergen der sieben Kontinente zu stehen. Der Absteig vom Shkhara führte jedoch fast zu einem Desaster.

Vergangenen Freitag bezwang der 47-Jährige mit seinem Bergführerkollegen Archil Badriashvili aus Georgien und Bergsteigerkollegen und Kameramann Michael Haidn aus Österreich als Schlusspunkt den Shkhara (5.193 Meter) an der russisch-georgischen Grenze, teilte seine Sprecherin heute, Dienstag, der APA mit.

Das Austro-Georgische Dreierteam ist damit heuer das bisher einzige Team, das den Shkhara von Georgien aus erfolgreich besteigen konnte. Dennoch führte der Abstieg beinahe in ein Desaster: Trotz guter Wetterprognose gerieten die Alpinisten nämlich in einen Sturm, der sie auf 4.200 Metern festhielt. In der ersten Nacht schneite es bereits 60 Zentimeter, wegen des steilen Abstieges und der damit verbundenen Lawinengefahr war ein weiterer Abstieg nicht möglich. Nach drei Tagen des Wartens - Lebensmittel und Brennstoff waren bereits zu Ende - forderte Stangl via Satellitentelefon Hilfe aus der Luft an.

Der Shkhara gilt sowohl von Süden (Georgien) als auch von Norden (Russland) als schwieriger und sehr gefährlicher Berg. Derzeit befindet sich Stangl in Tiflis und macht sich morgen auf den Weg, um sein Equipment aus dem Basislager zu holen. Sobald die Daten eingeholt sind, werden sie zur Verifizierung weitergeleitet.


Sieben Jahre unterwegs

Sieben Jahre lang war Stangl unterwegs, um als erster Mensch auf den jeweils höchsten, zweithöchsten und dritthöchsten Gipfeln der Kontinente zu stehen – den "Triple Seven Summits". Der Auftakt erfolgte am 25. Mai 2006 am ersten und zugleich höchsten der 21 Berge, dem Mount Everest (8.848 Meter). Einen absoluten Tiefpunkt gab es im Sommer 2010, als der Bergsportler mit einer falschen Gipfelmeldung vom K2 (samt falschem Gipfelfoto und dem mehr als zögerlichen Eingeständnis, nicht oben gewesen zu sein) für Negativschlagzeilen sorgte.

Stangl dürfte mit dem Shkhara gleich drei Rekorde erreicht haben: Er ist nicht nur der erste Mensch, dem die "Triple Seven Summits" gelungen sind, seinen Berechnungen nach ist er auch der Erste auf den sieben zweit- und den sieben dritthöchsten Gipfeln der Erde. Bei der Besteigung der "Second Seven Summits" hatte sich Stangl zuletzt übrigens einen Streit mit dem Südtiroler Hans Kammerlander geliefert, der beim Rennen um die sieben Zweithöchsten allerdings auf einem falschen Gipfel gestanden sein dürfte.

Bei etlichen Bergen war nämlich bis vor kurzem die genaue Höhe umstritten. Zwar waren die klassischen "seven summits“ ganz eindeutig verifiziert, bei den zweit- bzw. dritthöchsten Bergen der Kontinente war dies aber bis vor kurzem nicht der Fall. Um alle Eventualitäten auszuschließen, bestieg Stangl "sicherheitshalber" insgesamt 30 Berge weltweit, um am Ende auch tatsächlich auf den richtigen 21 Gipfeln gestanden zu sein. Außerdem dokumentierte der Steirer seit seinem K2-Debakel jeden Bergerfolg ausführlich mit Gipfelfoto, Gipfelvideo und einem von der Universität Graz zur Verfügung gestellten Differenzial-GPS-Gerät, das besonders exakte Höhen-Messungen zulässt.

Inzwischen steht für Stangl der wissenschaftlichen Anspruch des Projekts sogar über dem sportlichen. Die "Triple Seven Summits" seien eine Rückkehr zum "Ur“-Alpinismus vergangener Epochen, als Forscher und Bergsteiger auszogen, um zu erforschen, zu vermessen und zu erkunden. Mit diesem Projekt hat der Österreicher die umfangreichste Alternative zu den bekannten alpinen Zielen der "seven summits“ (erstmals bestiegen von Dick Bass 1985 – USA) oder auch den "Vierzehn Achttausendern“ (erstmals bestiegen von Reinhold Messner 1986 – Italien) geschaffen.

Saturday, August 31, 2013

VIDEO: Impressions from Rustaveli. By Nanuka Tchitchoua (youtube.com)


Format: 16mm film
Film by Nana (nanuka) Tchitchoua

(youtube.com) Impressions from Rustaveli is inspired by an 800 years old manuscript written by S'hot'ha Rust'havely, a Georgian monk who dedicated his poem to the female King T'hamara, whose name recalls to her people the epoch of the nations glory... Inner world of the poem as film is beyond static painting and beyond cinematographic representation.


Film by Nana Tchitchoua. Impressions from Rustavely is a short, 16mm film inspired by an 800 yrs old manuscript, written by a Georgian monk, Shota Rustaveli, who dedicated his romantic epic poem to the female King Tamara. The manuscript is considered as prophecy by the Georgian people. The film is closely linked with the figure of Tamara, whose name recalls to her people an epoch of nations glory; thus the work glorifies love, beauty and the nobility of the female king. The Knight in the Panther's Skin, is a Persian and Indian tale written in the old Georgian language, regarded as magical in itself. The film portrays heroes and heroines whose radiant loveliness is represented as bright celestial light. The heroes and heroines are performed all by female artists except the character of the monk. I am developing a visually inspired language that produces certain notions on gender. Every culture has its own concept of femininity, and I am interested in investigating the discourse among and between Western and Eastern cultures. I become reflectively creative with ideas of erotic fascination and images regarded as "beautiful". The work inspires cinematic intervention into painting, honoring the Byzantine poetics and my Georgian lineage which challenges the anxious American cyber manipulations by showing us a more ancient postmodern transcendental light. The sense and meaning of the poem cannot be represented by static painting and conventional narrative form. The story is preserved by breaking the film into segments; Impressions of Rustaveli is shot in a frontal style, without camera movements, locating somewhere between painting and cinema.

This is a story of my thoughts, my memories and dreams.

ART: Publication 1st Tbilisi Triennial. Offside Effect. Out Now. (metropolism-webshop.com)

Offside Effect(metropolism-webshop.com) Over the last decade, art education has been confronted time and again with neoliberal thought and attitudes. Although the debate on artistic research demands space for a free artistic space for thought, it also seems necessary now to raise the question regarding the potential of educational platforms outside the Bologna rules.
The 1st Tbilisi Triennial (Offside Effect, Tbilisi 2012), curated by Henk Slager and Wato Tsereteli, concentrated on this specific issue. In a forum-like display system, a number of keynote artists (among others Anton Vidokle, Stephan Dillemuth, Marion von Osten) and lecturers in collaboration with their students from a dozen of experimental academies from all over the world presented their strategic ways of working.

CCA Tbilisi served as the base for the 1st Tbilisi Triennial. On the outside wall of CCA, Marion von Osten created a statistic mural connecting education, migration, and debts. Frankfurt's Staedelschule realized the Crypt-bar for screenings, readings, drinks and inter-disciplinary relaxation. F+F (Zurich) developed the Unexpected Sites Effect project that transformed the neo-liberal 'living from art' into a free 'living for art'. In Mildred's Lane's (New York) living room situation visitors were invited to actively participate in a research project pointing to a revolutionary, rigorously rethinking of the contemporary art complex. Across from the CCA building, in the Vladimir Kurtishvili Memorial House, the atmosphere was more contemplative: the Maumaus program (Lisbon) reflected on a number of parameters significant for contemporary art practice.

The presentations in the Literature Museum were mainly discursive or even counter-discursive. Kaywon College (Young June Lee, Seoul) focused on a reversed educational practice. Kadir Has University's (Inci Eviner, Istanbul) performative project Acting in the Library revealed the discursive domain of archiving and descriptive knowledge. CCA Tbilisi's Informal Masters Program (Wato Tsereteli, Katharina Stadler) engaged in an exploration of exporting creativity to non-art contexts. Annette Krauss (MaHKU Utrecht) organized a test-site in the form of a para-educational department directed towards the significance of 'unlearning'.

Two context-specific case studies were presented on the second floor. One presentation dealt with the situation of the colonial adoption of art education in Africa and the significance of informal institutes for developing an alternative discourse departing from Addis Contemporary (Lucrezia Cippitelli). Another presentation by the doctoral program of the Finnish Academy of Fine Arts (Jan Kaila, Sami van Ingen) demonstrated how an art university could give an idiosyncratic interpretation of artistic freedom by giving shelter to vulnerable image productions.

For the Georgian National Museum, a clean display system was based on the vernacular architecture and its inherent curatorial logic. Rene Francisco (ISA Habana) showed documentary work related to his Pedagogia Pragmatica workshops taking place outside the art academy in Havana's urban landscape. Tiong Ang's Pavilion of Distance project (MaHKU, Utrecht) was initiated as an experimental platform to pursue a collective artistic production. Stephan Dillemuth (Munich) translated the lecture The Academy and the Corporate Public in an installation drawing attention to issues such as bohemian research and squatted institutional spaces.

The venue Europe House mainly showed archiving presentations. Some presentations gave a survey of various experimental education platforms such as the documentation of Anton Vidokle's unitednationsplaza project, a display of the curricular structure of the experimental seminar program of ICA Yerevan (Armenia), and the activities of Visual Culture Research Center (Kiev) shown in the logic of an application form. Other presentations showed documentation of the various Tbilisi Triennial workshops, such as Sarah Cowles' Ruderal Academy Project, Nedko Solakov's Selling & Buying, and Rainer Ganahl's Reading Lenin's Imperialism. Also in Europe House, Tara McDowell (San Francisco) lectured weekly on the topical meaning of historical models of alternative academies.

Previous to the Triennial's opening, the above sketched ideas, perspectives, and strategies were presented and discussed in a two-day forum in Tbilisi's Goethe Institute. Critical referents were Irena Popiashvili (Tbilisi) and Mick Wilson (Gothenburg).

The editorial logic of the Offside Effect publication follows the line-up of presentations, workshops, and seminars. The publication's ultimate goal is to not only document the 1st Tbilisi Triennial, but to also incite further diagnoses and developments in the debate on current art academies and their contexts.

Editor: Henk Slager
Final Editor: Annette W. Balkema Design: Joris Kritis
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This publication was also made possible by the support of the Utrecht School of the Arts, the Mondriaan Fund and the Tbilisi Embassy of the Kingdom of the Netherlands.