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Friday, July 10, 2020

GEORGIAN WINE: Georgischer Wein. Natürlich aus der Amphore. Von Ulrich Amling. via @tagesspiegel

[tagesspiegel.de] Seit 8000 Jahren werden im Südkaukasus Trauben gekeltert. Die Methode gilt als Weltkulturerbe – und ist Vorbild für die angesagte Naturwein-Bewegung 




Es gibt kein Land auf der Welt, in dem Identität und Weinkultur sich enger umschlingen als Georgien. Die heilige Nino, ein Mädchen aus Kappadokien, brachte im vierten Jahrhundert das Christentum im Zeichen des Weinrebenkreuzes dorthin. Je nach mythologischer Sichtweise war es ihr von der Jungfrau Maria in die Hand gedrückt worden oder Nino schuf es selbst aus zwei Weinreben, verbunden mit dem eigenen Haar. Wein als Basis des Glaubens – diese Botschaft verstanden die Georgier, die, wie archäologische Funde bestätigen, seit 8000 Jahren Wein keltern.

Paradiesische Gärten

Der Dokumentarfilm "Our Blood is Wine", der 2018 auf der Berlinale lief (aktuell auf Amazon Prime Video), begibt sich auf die Spuren der traditionellen Weinbereitung und ihrer Renaissance. Darin wird auch diese Begebenheit erzählt: Fremde kommen erstmals nach Georgien und sind fasziniert von den paradiesischen Weingärten. Sie wollen wissen, wie diese Pracht gedüngt wird. Der Winzer gießt ein und schweigt, selbst auf Nachfrage. Als die Fremden ein drittes Mal fragen, antwortet der Mann: "Es gibt um mein Dorf herum nicht einen Weinberg, der nicht mit dem Blut, den Tränen und den Gebeten meiner Vorfahren getränkt ist."

2000 Liter pro Amphore

Den Georgiern gelang es, ihre Weinkultur durch Zeiten der Fremdherrschaft zu retten, sie trotzten osmanischer und russischer Übernahmeversuchen – vielleicht auch deshalb, weil die Weinbereitung eine Arbeit im Untergrund war. Der Ausbau erfolgt in vergrabenen Tonamphoren, den sogenannten Qvevri.

Sie werden noch heute Ring für Ring per Hand getöpfert und eine Woche lang gebrannt. Qvevri können bis zu 2000 Liter fassen. Da sie ins Erdreich eingelassen werden, verläuft die Gärung bei natürlicher Temperatursteuerung langsam. Die Form der Amphore sorgt für eine feine Zirkulation der Maische – ein Phänomen, das biodynamisch arbeitende Winzer mit pflegeleichten, einfach zu produzierenden Betoneiern erreichen.


Winzer Giorgi Natenadze entdeckte in Bäumen uralte Wildweinreben. Er vermehrt die Stöcke und bepflanzt verlassene Terrassen neu. 


Die georgische Methode der Weinbereitung ist seit 2012 Weltkulturerbe, sie wurde zum Vorbild für die Naturwein-Bewegung, weil sie von jeher haltbare Weine ohne chemische Zusätze hervorbringt. Die Nachfrage nach Tonamphoren übersteigt längst die Produktionskapazitäten der fünf verbliebenen Meister dieses Fachs. Dabei machen Qvevri-Weine gerade mal zwei Prozent aller in Georgien erzeugten Flaschen aus, für die Identität des Landes aber stehen sie hundertprozentig.

400 Jahre alte Rebenbäume

Zoltan Kovacs-Gokieli
So wie die Weine von Giorgi Natenadze, der in Bäumen uralte Reben entdeckte, die die Zerstörung der Weinberge unweit der Grenze zur Türkei überdauert hatten. Bis zu 400 Jahre sind diese Rebenbäume alt, Giorgi sammelt Wildwein von ihnen, vermehrt die Stöcke und bepflanzt verlassene Terrassen neu. 525 einheimische Rebsorten gibt es in Georgien, ein Schatz, der nach der Massenproduktion zur Sowjetzeit erst langsam wieder ins Bewusstsein dringt. Der meiste Wein wird in der Region Kachetien östlich von Tiflis angebaut. Hier fallen die Qvevri-Weine kräftig aus, weil Schalen, Kerne und oft auch Stängel für lange Zeit mit dem Saft vergären. Dabei werden viel Farbe, Aromen aber auch Gerbstoffe extrahiert. Die Weißweine funkeln wie Bernstein, weil auch sie mit ihrer Maische vergären – Urbild der „Orange Wines“, die heute von Naturweinwinzern in vielen Ländern erzeugt werden. Würziger Meskhuri, zarter Rosé 

Wie vielfältig die Welt der Qvevri-Weine ist, kann man bei einer Probe mit Zoltan Kovacs-Gokieli erleben. Der Musiker ist mit einer Georgierin verheiratet und nebenher zum wichtigsten Importeur der raren georgischen Naturweine geworden. Kovacs-Gokieli bringt den würzigen Meskhuri von Giorgi Natenadze zu Berliner Endkunden und in die Spitzengastronomie, aber auch den zarten Rosé, den die Winzerin Keto Ninidze aus der Rebsorte Ojaleshi keltert. Sie benutzt dabei lediglich einen Hauch Maische. Der Wein hat nicht mehr als elf Prozent Alkohol, es gibt nur 150 Flaschen (23,50 Euro).


Aus der Rebsorte Ojaleshi keltert die georgische Winzerin Keto Ninidze zarten Rosé. © Khatia-Juda Psuturi  / PROMO


Dass georgische Weine bei aller Amphorenharmonie auch vibrierende Säure haben können, beweist die Cuvée aus den weißen Rebsorten Tsitska und Tsolikouri der Kellerei Gotsa aus Westgeorgien (21,90 Euro). Für diese Weine muss es nicht erst Herbst werden.

- Shop und Infos unter naturwein-georgien.de. Die Weine werden u.a. in den Restaurants Cordo, Cookies Cream und Bandol sur Mer ausgeschenkt. Der Blaue Fuchs hat die größte Auswahl auf seiner Karte.

- Mehr über Georgische Küche und die besten Restaurants in Berlin lesen Sie hier.(Tagesspiegel Plus-Angebot)

Sunday, December 09, 2018

VIDEO: Whetstone Presents - Wild Grapes - GeorgianWine from Giorgi Natenadze

Wild Grapes is a vinous journey through the Republic of Georgia, the birthplace of wine, presented in three distinct acts. For more than 8,000 years, wine has permeated Georgian culture, and Wild Grapes, hosted by Whetstone founder and former sommelier Stephen Satterfieldrfield, is an exploration of the ways in which this considerable legacy has endured throughout the millennia.



Whetstone Founder Stephen Satterfield visits the Republic of Georgia, the cradle of wine, to explore its origins and the ways in which it continues to permeated the culture today.

More: Whetstone PRESENTS: Wild Grapes [whetstonemedia.co]

Our debut film, Wild Grapes is a vinous journey through the Republic of Georgia, the birthplace of wine, presented in three distinct acts. For more than 8,000 years, wine has permeated Georgian culture, and Wild Grapes, hosted by Whetstone founder and former sommelier Stephen Satterfield, is an exploration of the ways in which this considerable legacy has endured throughout the millennia.

Act 1: About 45 minutes north of the Turkish border, we visit Giorgi Natenzahe, a preservationist and winemaker stewarding a 400 year-old grape vine, the oldest known in the world that continues to produce wine.

In Act 2 we travel to Pankisi Gorge, a Muslim village on the Chechen border at the valley floor of the Caucasus Mountains. at Leila’s Guesthouse, a local b+b, we eat extraordinary Chechen cuisine prepared by the talented namesake proprietor, Leila Achishvili. During the stay, she describes the region’s complex history as a recruitment hub for Islamic militants, including a devastating story about the loss of her own sons.

In Act 3 we visit the village of Lagodekhi to experience the most quitessecitial of all Georgian holidays, Easter Sunday. In Georgia, the holiday is commemorated with successive days of feasting culminating with a cemetery picnic in which the entire village comes to celebrate with friends and family past and present.

Sunday, June 18, 2017

#GEORGIANWINE: Georgische Winzer auf der RAW WINE FAIR 2016 in Berlin



Quevriweine auf der RAW WINE FAIR 2016 in Berlin

Autor: Ralph Hälbig
Kamera: Ralph Hälbig
Schnitt: Katrin Molnár

Berlin-Kreuzberg, Ende November. Nach London und New York fand die große Natur-Wein-Messe in diesem Jahr auch erstmals in Berlin statt. Hundertneununddreißig Winzer aus der ganzen Welt waren vor Ort, darunter sieben Weinartisten aus Georgien.

Dass die Georgier hier sind, haben sie vor allem Elena Kikanadse von der georgischen "Wine Agency" zu verdanken. Sie hat sie nach Berlin eingeladen.

Giorgi Natenadze, Winzer: This is the oldest grape, which I found three years ago. This is first time that I made wine for this grapes. It is a wild grape. It's very limited. Let's taste it!

Giorgi Natenadze sucht seit über zehn Jahren nach den alten (autochthon, indigenous) Weinen Georgiens. In der Zeit der osmanischen Herrschaft wurden viele Sorten in seiner Heimat Meskheti zerstört - der Geburtsort georgischen Weines:

Giorgi Natenadze, Winzer: Also Kachetiens says: the birthplace of Georgian Wine is Meskheti. There are many legends about how it is spread all over Georgia.

80% of my region is now part of Turkey. So I am going there and I am searching and finding some grapes and taking back to my region.

Natenadze erforscht eigenhändig türkische Wälder und alte Dörfer. 24 ursprüngliche Traubensorten seiner Heimat hat er schon wiedergefunden.

Die Leidenschaft für ursprüngliche, natürlich gereifte Dinge teilt auch der Deutsche Udo Hirsch. Er sucht ebenfalls nach alten Rebsorten in der Türkei. Und er produziert seinen Kvevri-Wein auch dort. Kein Problem, trotz Islam:

Udo Hirsch: In der osmanischen Zeit gab es allein 1600 Weinrestaurants in Istanbul. Also bitte! Und auf dem Lande wurde traditionell weiter getrunken. Außerdem gibt es 20 Millionen Aleviten, die Wein trinken dürfen! Für die ist es nicht verboten. Die trinken auch. Also man soll das nicht so eng sehen mit dem Islam.

Hirsch ist Weinhistoriker und hat in den Neunzigern mehrere Jahre in Georgien gelebt. Er ist eine Ikone des Kvevri-Weines und betreibt sein Geschäft inzwischen im türkischen Kapadokien. Erst vor kurzem hat er ein Buch über die Geschichte der Kvevri-Weine herausgebracht.

Udo Hirsch arbeitet mit Nika Bakhia und dem Winzer Soliko Tsaishvili zusammen. Gemeinsam vermarkten sie ihre Naturweine unter einem Label. Nika Bakhia macht seine Weine ohne jegliche Zusatzstoffe - ein Risiko, denn er überlässt den Wein komplett sich selbst.

Auf der RAW WINE Messe werden nur Weine präsentiert, die ohne chemische Behandlung gewachsen sind (biologischer Anbau) und auch natürlich gekeltert werden (biodynamisch). Diese besonderen Weine haben viele Fans. Es geht um Weine, die so gut wie gar nicht manipuliert werden - wie sonst üblich bei Industrieweinen.

Die ehemalige Präsidentenberaterin Rusudan Gorgiladze betreibt in Berlin-Kreuzberg ihr georgisches Restaurant "Schwiliko". Sie will die kaukasische Küche in der deutschen Hauptstadt populär machen und sucht dafür den richtigen Wein.

(2017 soll ihr Kochbuch "Savouring Georgia" auf Deutsch erscheinen.)

Rusudan Gorgiladze, Restaurantbesitzerin: Das ist eine der seltensten Rebsorten und sie wächst nur in Imereti. Die Traube ist sehr, sehr selten. Der Wein ist einer der besten - "Otskhanuri Sapere" ist der Name.

Ein Wein übertrifft hier den anderen. Die älteste bekannte Art des Weinausbaus im Kvevri findet weltweit immer mehr Beachtung und wird zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für andere Qualitätsweine. Ein echter Erfolg für die georgischen Winzer.

Die traditionelle Idee von Wein als Kunst sowie seine Bedeutung als Qualitätsprodukt, das eine ganz bestimmte Region verkörpert, rücken gerade auch die Georgier auf dieser Weinmesse in den Vordergrund. Und das kam gut an.


RAW Wine Fair in Berlin 2016
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Didi madloba!! ... for the great times there to Paata Bolotashvili, Nika Bakhia, Soliko Tsaishvili, Alexander Buchashvili, Georgien Wein, Gotsa Wines, Giorgi Natenadze, Matthias Unger, Kahka Berishvili, Kakha Tchotiashvili, Mako Avqopashvili, Guram Avqopashvili