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Monday, November 05, 2018

BUCH: Georgien, neu buchstabiert: Politik und Kultur eines Landes auf dem Weg nach Europa. via @transcriptweb

Veröffentlichungsort: Bielefeld
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2018
Seitenanzahl: 204
Lizenz: All rights reserved.
Sprache der Publikation: Deutsch
ISBN: 978-3-8376-4533-0

Georgien ist ein Land, das neugierig macht. Christlich geprägt, doch bis zur Unabhängigkeit 1991 Teil der Sowjetunion, liegt es auf der Grenze zwischen Ost und West und sucht seinen ganz eigenen Weg nach Europa. Dieser Band mit kritischen Beiträgen vor allem junger georgischer Autorinnen und Autoren zeichnet das Porträt eines faszinierenden Landes voller Geschichte, Kultur und Vitalität.


Friday, October 05, 2018

GESPRÄCHSZEIT: Nino Lejava - Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung South Caucasus in Georgien. via @radiobremen

Nino Lejava im Podcast
(Klick auf das Bild)
[radiobremen.de] Ihr Land können die meisten Menschen im Westen nicht so richtig auf der Landkarte verorten. Es ist ein Land, das sich viele wohl als grau, düster und kalt vorstellen – und das in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist. Ein guter Anlass für Nino Lejava, die vor Ort die Grünen-nahe Böll-Stiftung leitet, um mit Klischees rund um ihre Heimat aufzuräumen.

Im Norden Russland, im Südwesten die Türkei, im Südwesten der Iran – Georgien muss sich gegen mächtige Nachbarn behaupten. Aber dennoch gehört es zu den Ländern, die im Westen oft unterschätzt werden. Dort wurde einst der Weinanbau erfunden, der immer noch eine große Rolle spielt, es gibt Skigebiete, Strände am Schwarzen Meer und das Land hat sogar eine eigene Schrift. Es ist aber auch das Geburtsland Stalins und Georgien ächzt unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nino Lejava erlebt all das jeden Tag. In Tiflis leitet sie die Heinrich-Böll-Stiftung und beschäftigt sich intensiv mit den politischen Veränderungen im Land, zum Beispiel mit dem erfolgreichen Kampf gegen die Korruption im Land.

"Das war früher ein großes Problem. Heute ist es gerade umgekehrt, wo Georgien für viele verschiedene Länder das Musterbeispiel gibt, dass man das Problem auch bekämpfen könne, wenn der Wille da sei."

Menschen für Demokratie begeistern

Ihre Eltern schickten Nino Lejava als Kind in einen privaten Kindergarten. Dort lernte sie deutsch, was zu Sowjetzeiten noch als Bildungssprache galt. Durch ein Schüleraustauschprogramm verbrachte sie die 11. Klasse in einem bayerischen Internat, wo sich ihre Sprachkenntnisse verfestigten. Das Jura-Studium führte sie dann noch einmal nach Deutschland, nach Hamburg. Als Leiterin des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie heute die Menschen in der Südkaukasus-Region, die sich für Demokratie einsetzen.

"Gerade heutzutage sehen wir auch in Deutschland wie wichtig es ist, sich tagtäglich in Deutschland für die Demokratie einzusetzen und auch Menschen für die Politik zu begeistern."

Einsatz für Naturschutz und Frieden

Auch für "grüne" Themen will Nino Lejava die Menschen in ihrem Land sensibilisieren. Georgien leide als ehemalige Sowjetrepublik immer noch unter umwelt- und naturschädlicher Wirtschaftspolitik, sagt die Juristin. Die Böden wurden ausgebeutet, das Grundwasser oft verseucht. Außerdem leidet das Land unter dem geopolitischen Konflikt mit Russland. Vor zehn Jahren noch standen sich Russen und Georgier in der Region Abchasien und Südossetien mit Panzern gegenüber. Derzeit gibt es keine Kampfhandlungen, aber "der Krieg geht voran", weiß Nino Lejava. Der Konflikt führe unter anderem dazu, dass es sehr viele Binnenflüchtlinge in Georgien gebe.

"Das prägt die Gesellschaft immer noch, weil die Menschen noch hoffen, in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen. Aber diese Hoffnung wird immer weiter vertagt durch die politische Situation in der Region."

Gastland der Frankfurter Buchmesse

Jedes Jahr darf ein anderes Land seine Literatur und Kultur auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. In diesem Jahr hat Georgien die Chance, den Blick der Deutschen auf ihr Land zu ändern. Vorab erzählt Nino Lejava, die Leiterin der Böll-Stiftung in Tiflis, wie Bremen nach der georgischen Unabhängigkeitserklärung geholfen hat, ein neues Rechtssystem im Land aufzubauen, von welchen Kulturen die georgische Küche beeinflusst wurde und wie die christliche Kirche das Land immer noch prägt.

Das Gespräch zum Anhören:
"Georgien war jahrhundertelang Spielfeld von Großmächten" – Nino Lejava, Leiterin Böll-Stiftung Tiflis, [37:53]

Moderation: Jutta Günther

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Oktober 2018, 18:05 Uhr

Weitere Informationen:

Alle Gespräche im Überblick


Gesprächszeit: Nino Haratischwili, Autorin am 08.10.2018, 18.05 Uhr [radiobremen]

Tuesday, August 05, 2014

KINOPREMIERE: "DIE LANGEN HELLEN TAGE" (Grzeli Nateli Dgeebi / In Bloom) von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß in Berlin

Am Mittwoch den 13. August 2014 um 20 Uhr im Hackesche Höfe Kino Berlin


Kinopremiere des georgischen Spielfilms "DIE LANGEN HELLEN TAGE" (Grzeli Nateli Dgeebi / In Bloom) von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß 

link: georgien.blogspot.de/In Bloom

Nach der Vorführung findet ein Filmgespräch mit den Regisseuren statt, moderiert von Nino Lejava (Leiterin Heinrich- Böll-Stiftung Tiflis) sowie ein Empfang mit Verkostung georgischer Weine, präsentiertvon Go East Reisen, und eine Ausstellung des Künstlers Zaza Tuschmalischvili (Georgia Berlin Galerie)

Wir würden uns sehr über Ihr Kommen freuen. Karten für die Kinopremiere können ab sofort im Hackeschen Höfe Kino

www.hoefekino.de

und an der Abendkasse erworben werden.

“Coming-of-Age als Wucht der Gegensätze, erzählt mit virtuoser Ruhe und betörend schönen Bildern.”
(Critic.de)

„Dielangen hellen Tage ist ein bildschön fotografierter, poetischer und kluger Film über das Erwachsenwerden zweier Mädchen im Georgien der 90er Jahre und den Mut zur Selbstbehauptung in einer Umgebung, in der sich immer der Stärkere durchsetzt.”
(Filmstarts.de)

Kontakt für Rückfragen:
Susanne Wienemann
(BeMovie Filmverleih)
s.wienemann@gmail.com
facebook.com/DieLangenHellenTage 

Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin
www.hoefekino.de

GoEast Reisen
BeMovie
www.go-east.de
www.dielangenhellentage.de

Thursday, February 21, 2013

VERANSTALTUNG: Und es bewegt sich doch? Armenien nach den Präsidentschaftswahlen Podiumsgespräch (boell.de)

Mi, 27.2.13 19 bis 21 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

(boell.deAm 18. Februar finden im südkaukasischen Armenien Präsidentschaftswahlen statt. Sie gelten bereits als entschieden: der seit 2008 amtierende Präsident Sersch Sarksjan wird das Amt zum wiederholten Mal antreten können. Obwohl zum ersten Mal seit Mitte der 90er Jahre alle wichtigsten politischen Akteure wieder im armenischen Parlament repräsentiert sind, erwarten viele Armenierinnen und Armenier keine pluralistischen und freien Präsidentschaftswahlen. Der Einzug der Opposition in das armenische Parlament bei den Wahlen im Frühjahr 2012 hat nur scheinbar zur Pluralisierung der politischen Landschaft geführt. Von einer tatsächlichen Gewaltenteilung ist das Land noch weit entfernt.

Armenien als kleinste Republik des Südkaukasus steht vor verschiedenen innen- und außenpolitischen Herausforderungen: Bedeutet eine zweite Amtsperiode von Präsident Sarksjan eher Stabilität oder Stagnation für die politische und gesellschaftliche Entwicklung des Landes? Wie lässt sich der politische Wille generieren, ein stabiles, korruptionsfreies und demokratisches System zu etablieren? Kann endlich eine Lösung des verhärteten armenisch-aserbaidschanischen Konflikts um die Kaukasusregion Bergkarabach herbeigeführt werden, der die innen- und außenpolitischen Spielräume Armeniens seit vielen Jahren eng begrenzt? Kann das Land trotz der engen sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit von Russland seine Außenpolitik weiterhin nach verschiedenen Seiten ausrichten und insbesondere die Annäherung an die EU fortsetzen? Und schließlich: Wie bringt das Land die Vorbereitungen auf den 100. Jahrestag des armenischen Genozids im Jahr 1915 in Einklang mit den seit 2008 unternommenen zaghaften Versuchen einer politischen Annäherung an den großen Nachbarn Türkei?

Mit:
Gayane Shagoyan (Nationale Akademie der Wissenschaften, Jerewan)
Alexander Iskandaryan (Kaukasus-Institut, Jerewan)
Mikayel Zolyan (V. Brusov Universität, Jerewan)

Moderation:
Nino Lejava (Heinrich-Böll-Stiftung Südkaukasus, Tbilisi)

Livestream: Die Veranstaltung kann über einen Livestream (deutsch und russisch) verfolgt werden: boell.de/stream

Sprache:
Russisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

Information:
Nina Happe, Projektbearbeiterin Ost- und Südosteuropa, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
E-Mail: happe@boell.de
Telefon: +49 (0)30 285 34 384

Veranstalter Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Veranstaltungs- ort
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
10117 Berlin, Schumannstr. 8
Lageplan 

Mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Ausgang über die Spree, dann Albrechtstraße, Reinhardtstraße überqueren und nach links in die Schumannstraße.

Monday, June 11, 2012

DISKUSSION: Georgien: "Die Farben des Kapitalismus"

(freiheit.org) Im Rahmen der Festveranstaltung „Deutsche Woche Tiflis – 20 Jahre deutsch-georgische Beziehungen“ veranstalteten die Vertretungen der deutschen politischen Stiftungen in Georgien, die Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung sowie federführend die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit eine Paneldiskussion zum Thema „Die Farben des Kapitalismus: Welche Zukunft für Georgien?“

Klicken Sie auf das Bild, um dieses Fenster zu schlie�en!Im Vorfeld der Parlamentswahlen im Oktober 2012 widmete sich das Panel aktuellen Themen und Streitfragen: Welchen Reformkurs beschreitet das Land in Zukunft? Entscheidet sich die Führung des Landes für das Entwicklungsmodell einer Modernisierungsdiktatur, in der wirtschaftliche Liberalisierung eng verknüpft ist mit politischer Unfreiheit und selektiver Rechtsstaatlichkeit? Oder wird man sich für den europäischen Weg eines liberaldemokratischen Rechtsstaats in Verknüpfung mit freier Marktwirtschaft stark machen?

Eingeführt und moderiert wurde das Panel hochrangiger Vertreter aus Politik, Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft vom Direktor des Netherland Instituts for Multiparty Democracy, Levan Tsutskiridze. Im Panel vertreten waren Zurab Japaridze, Professor an der Freien Universität Georgien, Giorgi Targamadze, Vorsitzender der Christdemokratischen Bewegung Georgiens, Levan Izoria, Mitglied der Freien Demokraten, Irakli Petriaschwili, Gewerkschaftsführer und Pulizist, Manana Kochladze, Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation Green Alternative, sowie der Wirtschaftsjournalist und Analyst Revaz Sakevarishvili.

Klicken Sie auf das Bild, um dieses Fenster zu schlie�en!
Nino Lejava und Walter Kaufmann.
In der Diskussion wurde insbesondere die Frage aufgegriffen, welche Reformen ein Land wie Georgien für seine weitere Entwicklung brauche. Hauptgegensatz bildete dabei die von Herrn Japaridze vertretene Regierungsauffassung, Georgien müsse weiter auf Deregulierung und die Schaffung günstiger Bedingungen für Unternehmer setzen. Zurab Japaridze, der in seinen Ausführungen die Institution einer Wettbewerbsbehörde heftig kritisierte, vertrat die Meinung, dass die georgische Regierung mit ihrer Deregulierungspolitik manch europäischen Staat in den Schatten gestellt habe. Nun müsse man in einem nächsten Schritt die Nationalbank abschaffen, um einen Währungswettbewerb einzuführen.

Im Gegensatz dazu bewertete der Wirtschaftsexperte Sakevarishvili die bisherigen Reformen als zu einseitig, da keine Rahmenbedingungen für Wettbewerb gegeben seien und mangelnde Rechtssicherheit für georgische wie ausländische Investoren bestünden. Der Vertreter der Freien Demokarten fügte hinzu, die Reformen seien der wirtschaftlichen und sozialen Lage im Land nicht angemessen und begünstigten lediglich eine Reihe von Geschäftsmännern, die der Regierung nahe stünden. Fehlender Wettbewerb habe so zu einer Oligarchisierung der georgischen Wirtschaft geführt. Schließlich plädierte Giorgi Targamadze für das deutsche Modell einer sozialen Marktwirtschaft, die stärker auf die sozialen Belange der Bevölkerung Rücksicht nehmen müsse.

Das Publikum schloss sich der lebhaften Diskussion mit Kommentaren und Fragen an. Viele Teilnehmer charakterisierten die Regierungsführung als zu autoritär. Andere wiederum argumentierten, wirtschaftliche Reformen müsse man durchsetzen, und regulative Institutionen bzw. Rahmenbedingungen behinderten Wirtschaftswachstum nur. In einem Punkt waren sich jedoch alle Beteiligten einig: Privateigentum sei eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung des Landes und müsse besser vor staatlicher Willkür geschützt werden. Dies dürfe allerdings nicht zu einem Laissez-faire-Kapitalismus und einer Ellenbogengesellschaft führen, in der lediglich die ökonomisch bislang erfolgreichen Akteure ihre Freiheitsrechte auch realisieren können.

Die Veranstaltung hat das Dilemma, in dem das Transformationsland Georgien steckt, besonders deutlich gemacht. In den ersten Jahren nach der Rosenrevolution bestand das erklärte Ziel der georgischen Führung darin, das Land durch eine radikale Rosskur zu einer der führenden Volkswirtschaften in der Region zu entwickeln. Das Rezept bestand neben der Stärkung der Sicherheitsorgane wie z.B. Polizei oder Militär in einer kompromisslosen Deregulierung und Entbürokratisierung sowie der Umsetzung eines Minimalstaates im Bereich Wohlfahrt mit dem Ziel, vor allem ausländischen Unternehmern größtmögliche Freiheit zu verschaffen und Investitionen in das Land zu holen.

Anfänglich war diese Strategie äußerst erfolgreich und Georgien erhielt Bestnoten im Ease of Doing Business Index der Weltbankgruppe. Die zunehmende Attraktivität Georgiens für ausländische Unternehmer führte zu einem Anschwellen der Investitionen in 2007 und Anfang 2008 auf ein Rekordniveau und bescherte der georgischen Regierung satte Staatseinnahmen.

Trotz dieses Erfolgs blieb das allgemein erwartete georgische Wirtschaftswunder allerdings bislang aus. Bei näherer Betrachtung wird klar: die Reformen konzentrieren sich auf die Bereiche Deregulierung und Abbau von Hemmnissen für ausländische Unternehmer, lassen institutionelle Rahmenbedingungen einer Marktwirtschaft aber fast völlig außer Acht. Der Aufbau effizienter Institutionen und die Durchsetzung von rechtsstaatlichen Prinzipien hielt nicht Schritt mit der anfänglich mutigen Liberalisierung Georgiens.

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Canan Atilgan und Yasemin Pamuk
Yasemin Pamuk, Projektleiterin der Stiftung für die Freiheit im Südkaukasus fasste zusammen: "Georgien ist in den vergangenen Jahren einen weiten Weg gegangen. Wie die Paneldiskussion aber auch deutlich gezeigt hat, steht das Land heute vor wichtigen Entscheidungen, die für seine künftige Entwicklung von großer Bedeutung sind. Aus liberaler Sicht heißt dies, die Führung des Landes darin zu bestärken, das Prinzip der Freiheit, sei es politische, individuelle oder ökonomische Freiheit, für die Bürger zu verwirklichen und den liberalen Reformkurs in dreifacher Hinsicht weiterzuentwickeln: Rechtsstaatlichkeit, politischer Pluralismus und freier Wettbewerb."