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Wednesday, February 15, 2017

GESCHICHTE: Theater Konstanz Podiumsdiskussion (2014): 1915 - Der Völkermord an den Armeniern


13.04.2014 | STADTTHEATER
»1915: DER VÖLKERMORD AN DEN ARMENIERN« - EINE GESCHICHTSLÜCKE

PODIUMSDISKUSSION IM RAHMENPROGRAMM ZU »DAS MÄRCHEN VOM LETZTEN GEDANKEN«

Das Erscheinen des Buches "1915: Ermeni Soykırımı" (1915: Der Völkermord an den Armeniern) 2012 löste einen Skandal in der Türkei aus. Der türkische Journalist Hasan Cemal benutzt nicht nur das Wort "Völkermord", sondern setzt sich auch mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander: Sein Großvater Cemal Pascha war Hauptverantwortlicher der gezielten Massentötungen und -deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich. Wie schwierig und politisch hoch aktuell die Aufarbeitung des Völkermords ist, haben die Proteste und die Demonstration rund um die Premiere von Edgar Hilsenraths "Das Märchen vom letzten Gedanken" gezeigt. Aufgrund des großen Diskussionsbedarfs, lädt das Theater Konstanz am Sonntag, 13. April 2014, 18 Uhr, zu einer Filmdokumentation und anschließend, um 20 Uhr, zur Podiumsdiskussion ins Stadttheater ein.

Der 90-minütige Film von Eric Friedler aus dem Jahr 2010 beleuchtet die Hintergründe der schwierigen Aufarbeitung und zeichnet den Verlauf des Völkermords auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach. Anschließend diskutieren die Wissenschaftlerin Seyhan Bayraktar, der Rechtsanwalt Erdal Dogan, Patrak Estukyan (Redaktion der armenisch-türkischen Wochenzeitung Agos), Dr. Raffi Kantian (Deutsch-Armenische Gesellschaft) und Dr. Ali Söylemezoglu den aktuellen politischen Diskurs in der Türkei, Armenien und Deutschland und die Möglichkeiten einer Aufarbeitung. Moderieren wird Wolfgang Koydl, der ehemalige Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Sonntag, 13. April 2014 - Stadttheater

Eine nächste Podiumsdiskussion wird es - am Donnerstag, 16. Februar, Beginn 19 Uhr, Landratsamt Konstanz (Benediktinerplatz 1). Eintritt ist frei - geben! mehr dazu hier: Armenien-Ausstellung: Landratsamt Konstanz bleibt unter Druck [suedkurier.de]

Thursday, August 12, 2010

NEW BOOK: Politik und Erinnerung. Der Diskurs über den Armeniermord in der Türkei zwischen Nationalismus und Europäisierung. Von Seyhan Bayraktar

www.transcript-verlag.de
August 2010, 314 S., kart., 29,80 €
ISBN 978-3-8376-1312-4 Reihe
Global Studies

Schlagworte:
Erinnerungspolitik, Völkermord an den Armeniern, EU und Türkei, Europäisierung, Politische Kommunikation


Adressaten: Politikwissenschaft (Internationale Beziehungen), Soziologie, Geschichtswissenschaft

Der problematische Umgang der Türkei mit dem Mord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs wird in der kontroversen Debatte um den EU-Beitritt der Türkei zwar viel beachtet, ist bislang aber kaum systematisch untersucht worden: Wie haben sich der Erinnerungsdiskurs und die Vergangenheitspolitik in der Türkei im Zeitverlauf entwickelt? Welche Rolle spielt nationale Identität? Wie wirkt sich der internationale Druck aus, der die Europafähigkeit der Türkei zunehmend an deren Anerkennung des Völkermordcharakters der Vertreibungspolitik koppelt?Die Vertreibung der Armenier ist zwar von einem randständigen Thema in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Auseinandersetzung in der Türkei gerückt. Seyhan Bayraktar kann aber anhand der beteiligten Akteure, diskursiven Rahmungen und vergangenheitspolitischen Maßnahmen zeigen, dass dieser Wandel keine paradigmatische Abkehr vom Leugnungsdiskurs bedeutet, sondern für eine zunehmend ausgefeiltere Deutung der Geschichte steht, die sowohl innen- als auch außenpolitisch strategiefähig ist.

Seyhan Bayraktar (Dr. rer. soc.) arbeitet am Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der Universität Zürich. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Politische Kommunikation, Türkei, Europäische Union, Migration und Nationalismus. www.foeg.uzh.ch

Leseprobe (PDF-Datei)

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