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Friday, October 03, 2014

RADIO: Klassik à la carte - Gast: Lisa Batiashvili. Von Margarete Zander (ndr.de)

(ndr.de) NDR Kultur - 15.09.2014 13:00 Uhr Autor/in: Margarete Zander

Lisa Batiashvili und das NDR Sinfonieorchester gehen eine ganz besondere Beziehung ein: In der neuen Saison ist die georgische Star-Violinistin "Artist in residence."

Lisa Batiashvili ist eine Meisterin der Klangfarben. Es ist ihr besonderer Geigenton, der die Kritiker beeindruckt - sowohl live auf der Bühne, als auch in Aufnahmen. Aktuell wird ihre neue CD mit Werken von Bach begeistert besprochen. Das NDR Sinfonieorchester startet mit der Ausnahmekünstlerin ein vielversprechendes Konzept: Mit Batiashvili gibt es zum ersten Mal eine "Artist in Residence". In drei Programmen wird die Solistin zu hören sein. Am 18. September spielen Batiashvili und das NDR Sinfonieorchester in der Hamburger Laeiszhalle unter der Leitung von Thomas Hengelbrock Brahms und Dvořák.

mehr: CD-Tipp: Berührende Momente mit Lisa Batiashvili (ndr.de) 

podcast: media.ndr.de

Saturday, February 01, 2014

VIDEO: Sotschi und die Vertreibung der Tscherkessen. Von Tom Fugmann | Kulturjournal | NDR (ndr.de)



(ndr.de) Hunderttausende Tscherkessen wurden vor 150 Jahren aus Sotschi, dem Olympia-Austragungsort, vertrieben. Einer der wenigen, der sich für die Ureinwohner einsetzt, ist Cem Özdemir.

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Timur Shogen von der Föderation der Europäischen Tscherkessen. © NDR
Timur Shogen
Der Austragungsort der Olympischen Winterspiele hat eine düstere Vergangenheit: Vor genau 150 Jahren vertrieben die Russen aus Sotschi Hunderttausende Tscherkessen - das größte der kaukasischen Völker, das jahrhundertelang am Schwarzen Meer und in den Bergen gelebt hatte. "Da wurden Massaker durchgeführt an uns, an unserem Volk", sagt Timur Shogen von der Föderation der Europäischen Tscherkessen. Über 20.000 Menschen seien an dem Ort, an dem jetzt die Skiwettläufe stattfinden, einfach abgeschlachtet worden. "Heute redet niemand mehr darüber. Es werden Worte laut, was die Menschenrechte anbetrifft. Korruption, krumme Geschäfte. Aber dieses Thema wurde bis jetzt von keinem genannt."

Der Schlächter des Kaukasus'


Manfred Quiring. © NDR
Manfred Quiering
Die Gegend um Sotschi war das Kernland der Tscherkessen - das Volk, das jahrhundertelang vom zaristischen Russland erbittert bekämpft wurde. Seit Iwan dem Schrecklichen drangsalierten russische Heere die Tscherkessen - bis ins 19. Jahrhundert. Berüchtigt für seine Grausamkeit war General Jermolov: Unterwerfung oder Tod. "Es gibt Beispiele dafür, dass er Dörfer hat umstellen lassen", erzählt Autor Manfred Quiring. "Und er hat dann die gesamten Dörfer, die vorher sich nicht freiwillig ergeben haben, vernichten lassen, einschließlich Frauen und Kinder. Und er hat Exempel statuiert und sich dadurch den Ruf erworben, der Schlächter des Kaukasus' zu sein."

1864 fand in Sotschi, der Hauptstadt der Tscherkessen, die letzte Schlacht statt. Tausende wurden massakriert. Wer überlebte, wurde übers Schwarze Meer in die Türkei deportiert. Um dem zu entgehen, stürzten sich Hunderte Tscherkessen in eine Schlucht, auch Frauen mit ihren Babys. Ein Völkermord, so sehen es die Tscherkessen heute, der von Russland nicht anerkannt wird. "In Russland sagt man immer: 'Über den Sieger urteilt man nicht.' Die Russen sind die Sieger und bis heute schreiben sie auch die Geschichte des kaukasischen Krieges", so Quiring.


Keine Rede vom Völkermord

Zamir Shukow von der Tscherkessischen NGO "Adyge Chasse". © NDR
Zamir Shukow
Das alte Siedlungsgebiet der Tscherkessen im Nordkaukasus ist heute nur noch ein Flickenteppich. Und im offiziellen russischen Sotschi-Werbevideo und anderswo ist vom Völkermord keine Rede. Dagegen protestiert die tscherkessische Organisation "No Sochi" - in ihren Moskauer Büros gab's schon eine Razzia. Viele sagen ab, als wir tscherkessische Historiker und Aktivisten um Interviews bitten. Nur einer redet mit uns: Zamir Shukow. Ihn empört besonders, dass die Parade, mit der die Russen vor 150 Jahren ihren Sieg über die Tscherkessen feierten, zu Olympia als Kostümschau wiederholt werden soll: "Wenn das wirklich stattfindet, dann gibt es dafür nur eine Bezeichnung: Es ist eine Schändung. Es wäre eine Siegesfeier auf Massengräbern, unbarmherzig und gefühllos. Man stelle sich nur vor, was los wäre, wenn Neonazis in Auschwitz eine Parade abhielten."


Hamburger Museum erinnert an die Tscherkessen

Bei uns ist diese Tragödie so gut wie unbekannt. "Tscherkessen - Vom Kaukasus in alle Winde verweht" heißt eine kleine Ausstellung imHamburger Völkerkundemuseum: Erinnerung an das Reitervolk, das lange der Inbegriff der Kaukasuskultur war. Anlass für die Schau: Olympia in Sotschi. "Ich habe in Sotschi, als ich schon mal da war vor einigen Jahren, natürlich Sachen gehört, die einem die Haare zu Berge stehen lassen", so Museumsdirektor Wulf Köpke. "Da sagte die Frau, die uns dort auf dem Olympiagelände herumführte: 'Na klar, die Tscherkessen. Wir wollten denen ja die Zivilisation beibringen. Das wollten die nicht, da mussten wir die ja totschlagen.'"


Grünen-Politiker setzt sich für Tscherkessen ein

Einer der wenigen, der sich für die Sache der Tscherkessen einsetzt, ist Cem Özdemir. Sein Vater ist Tscherkesse, dessen Vorfahren in die Türkei gekommen waren. Russland soll sich endlich der Vergangenheit stellen. "Mittlerweile ist das Klima auch dank der Tschetschenienauseinandersetzung in Russland ein sehr vergiftetes gegenüber den gesamten Kaukasiern", sagt Cem Özdemir, Vorsitzender Bündnis90/Die Grünen. "Viele unterscheiden da nicht mehr. Kaukasus gleich Terrorismus gleich Islam gleich Islamismus. Insofern wären die Olympischen Spiele eine Chance für Russland, diesen dunklen Teil der Vergangenheit aufzuarbeiten."

Tscherkessen fordern Ende des Schweigens

Im aufpolierten Sotschi erinnert nichts an die Tscherkessen. Dabei drohen sie nicht mit Gewalt und wollen kein Land zurück. Aber eine Anerkennung ihres Leids und ein Ende des Schweigens. "Diese Ereignisse haben dazu geführt, dass ich jetzt in Deutschland bin", erzählt Timur Shogen. "Gerade mal 700.000 sind in ihrer ursprünglichen Heimat. Der Rest ist auf die ganze Welt vertrieben, oder verteilt worden. In über 14 Ländern leben wir zurzeit." Und das habe man Sotschi zu verdanken, so Shogun. "Schlusspunkt war Sotschi."

INTERVIEW

Cem Özdemir engagiert sich für Tscherkessen
27.01.2014 | 22:45 Uhr
Video starten (06:55 min)

Friday, December 07, 2012

AUDIO: Baubeginn von South Stream. Der Pipeline-Triumph von Gazprom. Von Horst Kläuser (tagesschau.de)

AudioHorst Kläuser, ARD-Hörfunkstudio Moskau07.12.2012 01:55 | 3'02
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(tagesschau.de) Russland verstärkt seine Position auf dem europäischen Gasmarkt. Am Schwarzen Meer beginnt heute der Bau der neuen Pipeline South Stream, die vor allem auf den südeuropäischen Markt abzielt. Damit droht dem Konkurrenzprojekt Nabucco, das Europa unabhängiger von Russland machen sollte, das Aus.

Von Horst Kläuser, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Gas Pipeline South Stream South Stream ist ein gigantisches Projekt: eine technische Herausforderung, eine sehr teure Investition. Vor allem aber ist die Gaspipeline ein Politikum. Wenn heute im russischen Anapa der Bau der Pipeline offiziell beginnt, kann sich Präsident Wladimir Putin, unabhängig davon, ob er tatsächlich selbst dort erscheint oder nicht, die Hände reiben. Er und seine größte Geldquelle Gazprom haben die Nase vorn. Wieder einmal.

Denn es geht um nicht weniger als die Gasversorgung ganz Südosteuropas. Fast meint man den Triumph in Putins Stimme hören zu können: "Das ist ein bedeutendes und wichtiges Ereignis angesichts der Prozesse, die zurzeit auf dem internationalen Energiemarkt verlaufen. Das ist ein Zeichen der Stabilität."

Für Russland gewiss. Andere Länder in Europa mögen das anders sehen. South Streams Dimensionen sind derweil gewaltig: Für etwa 16 Milliarden Euro entstehen vier Stränge der rund 1500 Kilometer langen Pipeline, die Gas aus Westsibirien nach Italien transportieren soll. Große Teile verlaufen quer durchs Schwarze Meer, bis zu 2250 Meter tief verlegt, berühren sie türkische Hoheitsgewässer. Weiter zieht sich die Pipeline durch Bulgarien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Ungarn und Slowenien.

Gazprom, der russische Gasmonopolist, hält 50 Prozent an South Stream; die anderen Anteilseigner sind die italienische ENI mit 20 Prozent, die BASF-Tochter Wintershall und die französische EDF, die sich die restlichen 30 Prozent teilen. Das Wettrennen mit der von der EU favorisierten Nabucco-Pipeline ist eröffnet. Während Russland seinen Markt in Europa sichern möchte und das Transitland Ukraine umgehen will, geht es bei Nabucco um noch mehr.

Nabucco-Partner denken über Ausstieg nach

Das Konsortium, an dem türkische Unternehmen, die österreichische OMV, Bulgaren, Rumänen und das deutsche RWE beteiligt sind, will sich von russischem Gas lösen und strebt Lieferverträge mit Aserbaidschan, Turkmenistan und dem Irak an. Nichts ist allerdings unterschrieben. Und weil Moskau eiligst und höchst geschickt in den genannten Ländern eigene Lieferverträge abschloss, denkt RWE mehr als laut über einen Ausstieg nach.

Das könnte das Ende von Nabucco bedeuten. Alexej Miller, Putin-Vertrauter und Gazprom-Chef sieht sich bereits als Sieger im Wettlauf: "Der Zeitplan des Projekts South Stream wird genau eingehalten. Wir haben keine Zweifel, dass das Projekt zur geplanten Zeit fertig gestellt wird."

Das wäre Ende 2015, Anfang 2016. Dann soll das erste Erdgas kommen und bis 2050 fließen. So lange soll South Stream seinen Investoren Geld bringen. Chef ist der ehemalige Hamburger SPD-Bürgermeister Henning Voscherau. Auch dies ein kleiner Triumph der Russen. Während Ex-Kanzler Gerhard Schröder dem North-Stream-Projekt durch die Ostsee vorsteht, warb sein ehemaliger Außenminister Joschka Fischer für Nabucco und vergrätzte den Kreml.

Dieser Beitrag lief am 7. Dezember 2012 um 06:41 Uhr auf NDR Info.
Pipeline-Projekte: Wie Europa mit Gas versorgt werden soll
Türkei sagt Ja zu russischer Gaspipeline South Stream (28.12.2011)
Russland beginnt Bau von Southstream-Pipeline [H. Kläuser, ARD Moskau]
Weltatlas: Russland [Flash|HTML]

more:
Gazprom Says South Stream Construction To Start, While EU Begs To Differ (eurasianet.org)

Friday, August 31, 2012

PODCAST: Georgien: Batumi – das Montecarlo am Schwarzen Meer. Von Birgit Wetzel (ndr.de/info)

(ndr.de/info) In ECHO DER WELT- Das Auslandsmagazin
Autor/in: Holger Senzel | Sendedatum: 26.08.2012 13:30 Uhr

Podcast: ndr.de/info

Mit folgenden Beiträgen

* Iowa: Wahlkampf
* Pakistan: Drohnenkrieg der USA
* Südchina: Säbelrasseln und Folgen
* Adscharien: Las Vegas am Schwarzen Meer
* Rioja: Spanische Nächte

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(birgitwetzel.wordpress.com) Batumi bietet seinen Gästen viel: breite Strände mit kilomterlanger Promenade, Clubs, Discos, Restaurants und Cafes – und Casinos! Zwischen den moslemischen Nachbarn Türkei und Aserbaidschan, die das Glücksspiel untersagen, bietet das christliche Georgien den Spielern ein neues Paradies: Casinos, mit und ohne Hotel, dazu viele gute Weine, Bier und Schnaps. Der Staat verdient kräftig mit, wenn dollarschwere Nachbarn aus Armenien, Aserbaidschan und der Türkei ihre Einsätze machen. Internationale Hotelketten bieten zahlreiche Betten für alle, die gerne länger bleiben, im Casino oder am Strand.

In der Stadt gibt es viele kleine Geschäfte und Cafes, an großen Straßen ebenso wie in vielen kleinen Gässchen.

Wer lieber mit dem Fahrrad fährt statt zu Fuß zu gehen, kann an der Strandpromenade eines von etwa hundert leihen. Bezahlen geht mit der EC Karte!

Ein Quartier sollte man sich in der Stadtmitte suchen, in den Ausßenbezirken gibt es manchmal kein Wasser!

Aber Spaß und gute Erholung sind sicher, ebenso wie gutes Essen und schöne Weine. Fotos folgen in Kürze!

Sendung: Echo der Welt, NDR, 26.08.12