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Singer and song collector Sam Lee travels to Tbilisi to explore the ancient polyphonic folk songs and sacred chants of Georgia. He discovers a nation where singing is in the blood.
With some of Georgia's finest singers and musicologists as his guides, Sam is introduced to the ritualistic folk songs that are said to the control the weather and even cure the sick. He is invited to a feast, high on a mountainside above Tbilisi, where he meets the Chamgelianis - a singing family from the remote region of Svaneti who are keeping the tradition of age-old pre-Christian folk songs alive.
At the beautiful Kashveti Church in the heart of Tbilisi, Sam meets singer and ethno-musicologist John Graham who introduces him to the liturgical chanting tradition. These orthodox Christian chants feature sacrosanct melodies that are said to have been passed down by God and transmitted orally over the centuries.
Bordered by powerful neighbours including Russia and Turkey, Georgia has been attacked and invaded persistently over the centuries, its traditional songs suppressed. Sam learns that, under Soviet rule, sacred chanting was banned in Georgia and chanters threatened with exile and even death. Practitioners were forced to go underground from the early 1920s.
The tradition might have died out entirely were it not for the efforts of a single monk who buried manuscripts containing the forbidden sacred songs in order to keep them safe. Many years later, following the end of the Soviet stranglehold, the buried manuscripts were rediscovered and became the backbone of a chant revival that has seen Georgian singing spread around the world.
Presenter: Sam Lee
Producer: Max O'Brien
A TBI production for BBC Radio 4
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Friday, April 26, 2019
POLYPHONY: The Song Hunters - Suppression and Survival. By Sam Lee via @BBCRadio4
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Thursday, December 05, 2013
EDITION: Vaterland, Sprache, Glaube: Orthodoxie und Nationenbildung am Beispiel Georgiens: 95. Von Eva Fuchslocher
Dieses Buch [pdf] zeigt am Beispiel Georgiens und der Georgisch Orthodoxen Kirche, wie Religion und Kirche Ein? uss auf Nationenbildung nehmen. Anhand prägnanter Beispiele aus Vergangenheit und Gegenwart wird unter Einbeziehung von Theorien des "nation building" die Herausbildung der georgischen Nation als eine "imaginierte Gemeinschaft" nachvollzogen. Dem in der Forschung vernachlässigten Einfluss von Religion und Kirche räumt die Autorin dabei besonderen Stellenwert ein. Hiermit liegt erstmals eine Gesamtschau zur engen Verbindung von Nationenbildung und Orthodoxie in Georgien vor. Neben Theorien zur Nationenbildung in Hinblick auf den Zusammenhang von Nation, Sprache, Religion und Moderne, den Besonderheiten der christlichen Orthodoxie und den Grundzügen der sowjetischen Nationalitätenpolitik, werden in diesem Buch die Geschichte und Kirchengeschichte Georgiens dargestellt. Georgien wurde schon im 4. Jahrhundert christianisiert, zeitgleich bildete sich eine eigene Alphabetschrift heraus. So war schon früh der Grundstein für die Einheit von Sprache, Land und Glaube gelegt. Allerdings war die weitere georgische Geschichte geprägt von Fremdherrschaft. In dieser historischen Konstellation wurde die Orthodoxe Kirche zur Bewahrerin der Sprache und nationalen Identität Georgiens. Den Zusammenhang von Sprache, Religion und georgischer Nation zeigt die Autorin anhand christlicher Literatur, Märtyrerlegenden und Mythen zur Entstehung des Landes auf. Am Beispiel politischer Ereignisse seit der Unabhängigkeit Georgiens von der Sowjetunion wird die Verbindung von Religion und Nation in der jüngsten Vergangenheit veranschaulicht.
Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: ibidem-Verlag; Auflage: 1., Erstauflage (2. Januar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898218848
ISBN-13: 978-3898218849
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,6 x 1,6 cm
Die Autorin: Eva Fuchslocher studierte bis 2006 Kulturwissenschaft, Europäische Ethnologie und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie promoviert derzeit über den Zusammenhang von Religion und Nation. Neben den wissenschaftlichen Tätigkeiten arbeitet sie im Museumsbereich. Aufsätze u.a. in Hochschulen im Wettbewerb (Dietz 2009), Berliner Blätter und Freischüßler. Die Vorwortautorin: Dr. Christina von Braun ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.
AmazonShop: Books, Maps, Videos, Music & Gifts About The Caucasus
Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: ibidem-Verlag; Auflage: 1., Erstauflage (2. Januar 2010)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3898218848
ISBN-13: 978-3898218849
Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 14,6 x 1,6 cm
Die Autorin: Eva Fuchslocher studierte bis 2006 Kulturwissenschaft, Europäische Ethnologie und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie promoviert derzeit über den Zusammenhang von Religion und Nation. Neben den wissenschaftlichen Tätigkeiten arbeitet sie im Museumsbereich. Aufsätze u.a. in Hochschulen im Wettbewerb (Dietz 2009), Berliner Blätter und Freischüßler. Die Vorwortautorin: Dr. Christina von Braun ist Professorin für Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin.
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Monday, September 09, 2013
RELIGION: Mönch in Georgien lebt seit 20 Jahren einsam auf einer Säule (welt.de)
(welt.de) Er lebt zwischen Himmel und Erde, auf 40 Meter Höhe – und das seit 20 Jahren: In Georgien hat sich ein Mönch auf eine Säule zurückgezogen. Jetzt hat er zum ersten Mal seit Langem Besuch empfangen.
Maxime Qavtaradze, 59, georgischer Mönch, hat sich vor 20 Jahren auf die 40 Meter hohe Katskhi-Säule zurückgezogen. Dort lebt er allein, bis auf seltene Besuche von Mönchen aus dem Kloster unterhalb seines Wohnsitzes. Lebensmittel und Wasser erhält er über einen Seilzug von Gläubigen im Tal.
Schon früher war die Säule von besonders frommen Einsiedlern genutzt worden, sogenannten Styliten – den Säulenheiligen. Qavtaradze hatte sich seinerzeit entschieden, sein Leben zu ändern. "Als ich jung war, habe ich mit Freunden getrunken, Drogen genommen." Erst ein Gefängnisaufenthalt habe ihn zur Umkehr gebracht. "Hier in der Stille fühle ich mich Gott nahe", sagt er der britischen "Daily Mail". Außerdem hatte er noch nie ein Problem mit großen Höhen: In seinem früheren Leben war er einmal Kranfahrer.
Mitten in der Nacht kommt die Erlaubnis
Maxime empfängt eigentlich nie Besuch – einzig die Priesterkollegen dürfen ihn hin und wieder besuchen. Einmal hat er einigen jungen Männern erlaubt, am Fuße seines Monolithen zu campieren. Nach oben durften sie nicht.
Auch der Fotograf Amos Chapple musste zunächst unten bleiben. Vier Tage lang hat er ausgehalten – bis schließlich mitten in der Nacht die Erlaubnis von oben kam: Chapple durfte auf die Leiter steigen und nach oben klettern. Vier Stunden gewährte ihm Maxime auf seiner Säule – bei Sonnenaufgang musste der Fotograf das steinerne Kloster verlassen und runterklettern.
Maximes winzige Kapelle geht auf das neunte und zehnte Jahrhundert nach Christus zurück. Damals zogen sich Christen auf die Spitze des Monolithen zurück – um den weltlichen Versuchungen zu entgehen.
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| Maxime Qavtaradze, 59, georgischer Mönch, hat sich vor zwanzig Jahren auf die 40 Meter hohe Katskhi-Säule zurückgezogen - Foto: Amos Chapple |
Maxime Qavtaradze, 59, georgischer Mönch, hat sich vor 20 Jahren auf die 40 Meter hohe Katskhi-Säule zurückgezogen. Dort lebt er allein, bis auf seltene Besuche von Mönchen aus dem Kloster unterhalb seines Wohnsitzes. Lebensmittel und Wasser erhält er über einen Seilzug von Gläubigen im Tal.
Schon früher war die Säule von besonders frommen Einsiedlern genutzt worden, sogenannten Styliten – den Säulenheiligen. Qavtaradze hatte sich seinerzeit entschieden, sein Leben zu ändern. "Als ich jung war, habe ich mit Freunden getrunken, Drogen genommen." Erst ein Gefängnisaufenthalt habe ihn zur Umkehr gebracht. "Hier in der Stille fühle ich mich Gott nahe", sagt er der britischen "Daily Mail". Außerdem hatte er noch nie ein Problem mit großen Höhen: In seinem früheren Leben war er einmal Kranfahrer.
Mitten in der Nacht kommt die Erlaubnis
Maxime empfängt eigentlich nie Besuch – einzig die Priesterkollegen dürfen ihn hin und wieder besuchen. Einmal hat er einigen jungen Männern erlaubt, am Fuße seines Monolithen zu campieren. Nach oben durften sie nicht.
Auch der Fotograf Amos Chapple musste zunächst unten bleiben. Vier Tage lang hat er ausgehalten – bis schließlich mitten in der Nacht die Erlaubnis von oben kam: Chapple durfte auf die Leiter steigen und nach oben klettern. Vier Stunden gewährte ihm Maxime auf seiner Säule – bei Sonnenaufgang musste der Fotograf das steinerne Kloster verlassen und runterklettern.
Maximes winzige Kapelle geht auf das neunte und zehnte Jahrhundert nach Christus zurück. Damals zogen sich Christen auf die Spitze des Monolithen zurück – um den weltlichen Versuchungen zu entgehen.
Tuesday, August 20, 2013
PHOTOREPORTAGE: Georgian Monk Builds Stairway to Heaven. By Temo Bardzimashvili (eurasianet.org)
(eurasianet.org) Come summertime, getting away from it all is the dream that haunts everyone. One Georgian Orthodox monk, though, has come up with a plan for a lifetime of escape atop a 40-meter-high rock column in central Georgia’s Imereti region.
In pagan times, the towering Katskhi Pillar, located about 10 kilometers from the mining town of Chiatura, was thought to represent a local god of fertility. With the arrival of Christianity in Georgia in the 4th century, it came to represent seclusion from the hurly-burly of ordinary life.
A church was first built atop the rock between the 6th and 8th centuries -- no one knows exactly how or why. Stylites, early Christian ascetics who prayed and fasted on top of pillars, used Katskhi for their devotions until some time in the 15th century, when Georgia was struck by domestic upheaval and invasions by Ottoman Turkey. The remains of one unknown practitioner today lay buried beneath the church.
Father Maxim, a 55-year-old native of Chiatura, says that he has dreamed of living atop the Pillar, like the Stylites, since he was young. “When my friends and I used to come up here to drink outdoors, I always envied that monk who used to live there when I looked at the pillar,” he recalled.
In 1993, Father Maxim took monastic vows, and two years later decided to move to Katskhi. After spending one winter in a grotto beneath the rock column, he received money from a “friend from Tbilisi” to build a new church on its top. The Georgian Orthodox Church’s local eparchy, or regional administration, allegedly granted Father Maxim permission to erect the structure on the site.
Amidst an ongoing religious revival in Georgia, Father Maxim’s mission easily found supporters. More and more people now come to Katskhi to donate money or building materials for the church’s construction -- a generosity that makes the overall cost of the project difficult to estimate, he claims. Many local villagers also volunteer to work on the site for free.
The labor involved, though, can require a head for heights, as well as for matters spiritual. Scaffolding runs halfway up the column; an iron ladder reaches to the top. Builders use ropes to lift heavy construction materials from the ground.
Following the example of the first Stylite, Simeon, Father Maxim does not allow women on the site -- a ban also practiced at pagan shrines in Georgia’s mountain regions of Tusheti and Khevsureti.
Work on the project should be largely finished by the summer of 2011.
Before that date, Father Maxim hopes to secure a blessing from Georgian Orthodox Patriarch Ilia II that would allow the monk to live on top of Katskhi alongside his newly built church. “They told me they allowed me to come here, but not to live up there,” he recounted, laughing. “They told me I was too young then. Now they’ll probably tell me I’m too old.”
The Patriarch’s office could not be reached for comment.
But if the blessing ever comes, Father Maxim knows what he will do -- climb up Katskhi, pull the ladder up after him and live apart from the world’s tumult, once and for all. Editor's Note: Temo Bardzimashvili is a freelance photojournalist based in Tbilisi.
Photos are here >>>
In pagan times, the towering Katskhi Pillar, located about 10 kilometers from the mining town of Chiatura, was thought to represent a local god of fertility. With the arrival of Christianity in Georgia in the 4th century, it came to represent seclusion from the hurly-burly of ordinary life.
A church was first built atop the rock between the 6th and 8th centuries -- no one knows exactly how or why. Stylites, early Christian ascetics who prayed and fasted on top of pillars, used Katskhi for their devotions until some time in the 15th century, when Georgia was struck by domestic upheaval and invasions by Ottoman Turkey. The remains of one unknown practitioner today lay buried beneath the church.
Father Maxim, a 55-year-old native of Chiatura, says that he has dreamed of living atop the Pillar, like the Stylites, since he was young. “When my friends and I used to come up here to drink outdoors, I always envied that monk who used to live there when I looked at the pillar,” he recalled.
In 1993, Father Maxim took monastic vows, and two years later decided to move to Katskhi. After spending one winter in a grotto beneath the rock column, he received money from a “friend from Tbilisi” to build a new church on its top. The Georgian Orthodox Church’s local eparchy, or regional administration, allegedly granted Father Maxim permission to erect the structure on the site.
Amidst an ongoing religious revival in Georgia, Father Maxim’s mission easily found supporters. More and more people now come to Katskhi to donate money or building materials for the church’s construction -- a generosity that makes the overall cost of the project difficult to estimate, he claims. Many local villagers also volunteer to work on the site for free.
The labor involved, though, can require a head for heights, as well as for matters spiritual. Scaffolding runs halfway up the column; an iron ladder reaches to the top. Builders use ropes to lift heavy construction materials from the ground.
Following the example of the first Stylite, Simeon, Father Maxim does not allow women on the site -- a ban also practiced at pagan shrines in Georgia’s mountain regions of Tusheti and Khevsureti.
Work on the project should be largely finished by the summer of 2011.
Before that date, Father Maxim hopes to secure a blessing from Georgian Orthodox Patriarch Ilia II that would allow the monk to live on top of Katskhi alongside his newly built church. “They told me they allowed me to come here, but not to live up there,” he recounted, laughing. “They told me I was too young then. Now they’ll probably tell me I’m too old.”
The Patriarch’s office could not be reached for comment.
But if the blessing ever comes, Father Maxim knows what he will do -- climb up Katskhi, pull the ladder up after him and live apart from the world’s tumult, once and for all. Editor's Note: Temo Bardzimashvili is a freelance photojournalist based in Tbilisi.
Photos are here >>>
Wednesday, July 03, 2013
BBC: Georgia's mighty Orthodox Church . By Paul Rimple (bbc.co.uk)
(bbc.co.uk) When several dozen Georgian Orthodox priests led tens of thousands of
people on a violent attack against a small group of gay rights activists
in Tbilisi earlier this year, much of the rest of the country was
horrified, writes journalist Paul Rimple, who has been based in the
country for 10 years.
Georgians pride themselves on their reputation for being hospitable and tolerant, and most consider themselves Christian.
And yet, what happened clearly illustrates the importance of the Church in Georgia.
Georgia was an early adopter of Christianity making it a state religion in 337AD. Georgians maintained their faith over the centuries despite the waves of invading hordes, including the armies of Ghengis Khan and Tamerlane.
"During communism, the church was outdated, something for old ladies," says political analyst Ghia Nodia.
That attitude quickly changed after independence in 1991, when the elected president, Zviad Gamsakhurdia, espoused a philosophy of ethnic nationalism, which the Church embraced.
"During the (Gamsakhurdia) national movement, the concept that real Georgians are Orthodox Christians spread really fast," Mr Nodia says.
Over 80% of Georgia's 4.5 million people say they belong to the Georgian Orthodox Church, however, experts claim only about 15% - 25% actively participate in rituals.
Nevertheless, the Orthodox Church remains the most trusted institution in Georgia. In a February survey carried out by the Caucasus Resource Research Center (CRRC), 95% of respondents had a favourable opinion of its work.
Beka Mindiashvili, a former theologian who is now head of the Tolerance Center at the public defender's office, attributes such high confidence in the Church to the 80-year-old Patriarch, Ilia II.
"He possesses all the right attributes. He is charismatic, he speaks slowly and each word is regarded saintly, holy," Mr Mindiashvili says.
"He is a person for everybody. To a simple person, he speaks simply; to a politician, he speaks politically; to an intellectual, he speaks of Umberto Eco and of classical music. And he acquired absolute power in the Church all by himself."
There were only about 50 priests when Ilia II became patriarch in 1977. Today there are approximately 1,700.
His first major test in power was in 1997, when a number of anti-ecumenical abbots threatened to break communion with him for being too liberal. He avoided a schism by breaking off ecumenical activities and pursuing what philosopher Zaza Piralishvili calls an "imitation of medieval rhetoric".
The Church is recognised for maintaining a neutral political
stance and Ilia II is renowned for playing a significant role as
mediator in political confrontations, which in Georgia can easily turn
violent.
Professor Iago Kachkachishvili, head of the sociology department at Tbilisi State University, says the Church's political neutrality is a myth.
"The Church's influence comes from public opinion," he says. "It uses the trust of the people as a source of strength. And every government and politician uses the Georgian Orthodox Church as a source of legitimacy."
While the constitution stipulates a separation between church and state, a 2002 concordat defined this relationship by granting the Church official recognition in Georgia and a special consultative role in the government, particularly in education.
In 2009, Mikheil Saakashvili's government awarded the Church a $15m (£10m) grant - three times the amount of the previous year - and presented luxury sports utility vehicles to each of the 10 archbishops.
Despite the lavish gifts, many conservative elements within the Church, who are pro-Russian, openly voiced their displeasure with the president. They saw his pro-Western orientation as a threat to Georgian traditions and the Church's influence on the people.
The clash of ideologies came to head in July 2011, when parliament passed a law allowing religious minority groups in Georgia to be registered as legal entities in public law giving them legal protection previously only enjoyed by the Orthodox Church.
The move was applauded in the West, but the Georgian Orthodox Church saw this as an infringement on its special status.
Although Ilia II requested the clergy to maintain neutrality in the 2012 parliamentary elections, many priests broke ranks and openly supported the coalition of billionaire Bidzina Ivanishvili, who had provided the funds to build Tbilisi's Sameba Cathedral, the largest church in Georgia.
But on 13 May, Bidzina Ivanishvili who by now was prime minister, took an independent stance and became the first Georgian politician to declare openly that sexual minorities were equal citizens of this country.
Three days later, Ilia II called on the authorities to ban the 17 May demonstration. This marked the first open confrontation between church and state and culminated in expletive-shouting priests chasing gay activists down the main streets of the capital.
Protesters broke through barricades and police were forced to bus the small number of activists out of the area for their protection.
The day after the attacks, Tbilisi artist Magda Guruli joined some 100 people who rallied in the city centre to call for justice.
She believes the response to the protest was a manifestation of the patriarch's power over the state.
"I'm here to say give me back my religion," she said. "Orthodoxy is part of our culture, but who are these people who try to influence society and try to influence their thoughts and try to cultivate blind faith?"
While the notion of homosexuality is not
widely understood or accepted in this deeply traditional Caucasus
nation, most Georgians were appalled by the scenes that unfolded in
Tbilisi on 17 May.
Georgia was an early adopter of Christianity making it a state religion in 337AD. Georgians maintained their faith over the centuries despite the waves of invading hordes, including the armies of Ghengis Khan and Tamerlane.
Although the Soviets permitted religion to be
practised, its reach was severely limited. In 1917, there were 2,455
working churches in Georgia, but by the mid-1980s there were only 80,
along with a few monasteries and a seminary.
That attitude quickly changed after independence in 1991, when the elected president, Zviad Gamsakhurdia, espoused a philosophy of ethnic nationalism, which the Church embraced.
"During the (Gamsakhurdia) national movement, the concept that real Georgians are Orthodox Christians spread really fast," Mr Nodia says.
Over 80% of Georgia's 4.5 million people say they belong to the Georgian Orthodox Church, however, experts claim only about 15% - 25% actively participate in rituals.
Nevertheless, the Orthodox Church remains the most trusted institution in Georgia. In a February survey carried out by the Caucasus Resource Research Center (CRRC), 95% of respondents had a favourable opinion of its work.
Beka Mindiashvili, a former theologian who is now head of the Tolerance Center at the public defender's office, attributes such high confidence in the Church to the 80-year-old Patriarch, Ilia II.
"He possesses all the right attributes. He is charismatic, he speaks slowly and each word is regarded saintly, holy," Mr Mindiashvili says.
"He is a person for everybody. To a simple person, he speaks simply; to a politician, he speaks politically; to an intellectual, he speaks of Umberto Eco and of classical music. And he acquired absolute power in the Church all by himself."
There were only about 50 priests when Ilia II became patriarch in 1977. Today there are approximately 1,700.
His first major test in power was in 1997, when a number of anti-ecumenical abbots threatened to break communion with him for being too liberal. He avoided a schism by breaking off ecumenical activities and pursuing what philosopher Zaza Piralishvili calls an "imitation of medieval rhetoric".
Examples of the Church's ultra-conservative
interventions included warnings that yoga was full of false "charms"
that lured people away from God as well as a recent mass mobilisation
against ID cards after some Georgian Orthodox leaders claimed the cards
bore the mark of the anti-Christ.
Professor Iago Kachkachishvili, head of the sociology department at Tbilisi State University, says the Church's political neutrality is a myth.
"The Church's influence comes from public opinion," he says. "It uses the trust of the people as a source of strength. And every government and politician uses the Georgian Orthodox Church as a source of legitimacy."
While the constitution stipulates a separation between church and state, a 2002 concordat defined this relationship by granting the Church official recognition in Georgia and a special consultative role in the government, particularly in education.
In 2009, Mikheil Saakashvili's government awarded the Church a $15m (£10m) grant - three times the amount of the previous year - and presented luxury sports utility vehicles to each of the 10 archbishops.
Despite the lavish gifts, many conservative elements within the Church, who are pro-Russian, openly voiced their displeasure with the president. They saw his pro-Western orientation as a threat to Georgian traditions and the Church's influence on the people.
The clash of ideologies came to head in July 2011, when parliament passed a law allowing religious minority groups in Georgia to be registered as legal entities in public law giving them legal protection previously only enjoyed by the Orthodox Church.
The move was applauded in the West, but the Georgian Orthodox Church saw this as an infringement on its special status.
Although Ilia II requested the clergy to maintain neutrality in the 2012 parliamentary elections, many priests broke ranks and openly supported the coalition of billionaire Bidzina Ivanishvili, who had provided the funds to build Tbilisi's Sameba Cathedral, the largest church in Georgia.
But on 13 May, Bidzina Ivanishvili who by now was prime minister, took an independent stance and became the first Georgian politician to declare openly that sexual minorities were equal citizens of this country.
Three days later, Ilia II called on the authorities to ban the 17 May demonstration. This marked the first open confrontation between church and state and culminated in expletive-shouting priests chasing gay activists down the main streets of the capital.
Protesters broke through barricades and police were forced to bus the small number of activists out of the area for their protection.
The day after the attacks, Tbilisi artist Magda Guruli joined some 100 people who rallied in the city centre to call for justice.
She believes the response to the protest was a manifestation of the patriarch's power over the state.
"I'm here to say give me back my religion," she said. "Orthodoxy is part of our culture, but who are these people who try to influence society and try to influence their thoughts and try to cultivate blind faith?"
Friday, May 24, 2013
GEORGIEN: Ermittlungen gegen Priester nach Ausschreitungen gegen Homosexuelle (dpa - nzz.ch)
(dpa - nzz.ch) Nach schweren Krawallen gegen eine
Demonstration von Homosexuellen in Georgien ermittelt die Justiz der
Südkaukasusrepublik gegen zwei orthodoxe Priester. Sie sollen Tausende von
Gläubigen aufgehetzt haben. Den Geistlichen drohen nun bis zu zwei Jahre
Gefängnis, wie das Innenministerium in Tbilissi am Donnerstag mitteilte. Die
Menge war angeblich deshalb so aggressiv gegen die Schwulen und Lesben
aufgetreten, weil die Homosexuellen von Kirchenseite mit Kinderschändern
gleichgestellt worden waren. Die orthodoxe Kirche geniesst enormen Einfluss in
der Ex-Sowjetrepublik.
Auf einem Video soll zu sehen sein, wie einer der Priester Todesdrohungen gegen Homosexuelle bei der Kundgebung am 17. Mai ausspricht. Bisher waren vier junge Leute wegen ihrer Beteiligung an den Ausschreitungen jeweils zu umgerechnet etwa 45 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Bei den Krawallen in der Hauptstadt Tbilissi waren etwa 30 Personen verletzt worden. Homosexualität ist in Georgien zwar nicht verboten, wird aber von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnt.
Auf einem Video soll zu sehen sein, wie einer der Priester Todesdrohungen gegen Homosexuelle bei der Kundgebung am 17. Mai ausspricht. Bisher waren vier junge Leute wegen ihrer Beteiligung an den Ausschreitungen jeweils zu umgerechnet etwa 45 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Bei den Krawallen in der Hauptstadt Tbilissi waren etwa 30 Personen verletzt worden. Homosexualität ist in Georgien zwar nicht verboten, wird aber von weiten Teilen der Bevölkerung abgelehnt.
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Tuesday, May 21, 2013
PRESSEMITTEILUNG: Demonstration gegen homophobe Ausschreitungen und für den säkularen und toleranten Staat in Georgien
WO? Am 23. Mai 2013 um 18.00 Uhr vor der Georgischen Botschaft in Berlin
Am 17. Mai 2013 haben georgische Staatsbürger in der Hauptstadt Tbilissi anlässlich des "internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO)" gegen Intoleranz und Homophobie eine Schweigedemonstration veranstaltet. Mehrere tausend Gegendemonstranten, die von Priestern der georgisch-orthodoxen Kirche angeführt wurden, durchbrachen die Polizeiabsperrungen und griffen die LGTB-Aktivisten/innen an. Die Priester riefen außerdem zur Gewalt gegen Homosexuelle und MenschenrechtlerInnen auf und sprachen Morddrohungen aus. Nur mit großer Mühe und nach langem Zögern, gelang es der Polizei die LGTB-Aktivisten/innen vor der exzessiven Gewalt der Ultraorthodoxen zu schützen und mit Bussen in Sicherheit zu bringen. Die Ultraorthodoxen bewarfen die Busse daraufhin mit Steinen und versuchten weiterhin Gewalt gegen die LGBT-Aktivisten/innen auszuüben. Es gab viele Verletzte.
Die Regierung Iwanischwili ist, trotz der verbalen Verurteilung der Gewalt untätig geblieben. Die Folge dieser Untätigkeit ist eine Hexenjagd auf Homosexuelle in der Hauptstadt Tbilissi. Mehrere Aktivisten/innen berichten von anhaltenden Schikanen. Inakzeptabel und empörend waren Äußerungen einiger Vertreter der parlamentarischen Mehrheit, die LGTB-Aktivisten/innen hätten durch ihre Kundgebung die Gewalt provoziert. Heute geht es nicht nur um die Rechte einer Minderheit, sondern um die demokratische Grundordnung Georgiens. Wenn die georgisch-orthodoxe Kirche die Grundsätze der Verfassung nicht anerkennt, den georgischen Staatsbürgern ihr Recht auf freie Entfaltung abspricht, zur Gewalt aufruft, Gewalt ausübt und diese Gewalt außerdem noch unbestraft bleibt, dann ist die Regierung nicht in der Lage, die demokratische Grundordnung in Georgien zu schützen und aufrechtzuerhalten.
Wir fordern den georgischen Staat zum Schutz aller seiner Bürger und zur Einhaltung der Verfassung auf!
Wir fordern die juristische Verfolgung aller Gewalttäter, seien es Geistliche oder Privatpersonen!
Wir fordern die Deutsche Bundesregierung auf, die georgische Regierung zum Schutz der Freiheit und Demokratie in Georgien zu ermahnen!
Wir fordern deutsche Stiftungen auf, Finanzierung der georgisch-orthodoxen Kirche einzustellen!
Am 17. Mai 2013 haben georgische Staatsbürger in der Hauptstadt Tbilissi anlässlich des "internationalen Tags gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO)" gegen Intoleranz und Homophobie eine Schweigedemonstration veranstaltet. Mehrere tausend Gegendemonstranten, die von Priestern der georgisch-orthodoxen Kirche angeführt wurden, durchbrachen die Polizeiabsperrungen und griffen die LGTB-Aktivisten/innen an. Die Priester riefen außerdem zur Gewalt gegen Homosexuelle und MenschenrechtlerInnen auf und sprachen Morddrohungen aus. Nur mit großer Mühe und nach langem Zögern, gelang es der Polizei die LGTB-Aktivisten/innen vor der exzessiven Gewalt der Ultraorthodoxen zu schützen und mit Bussen in Sicherheit zu bringen. Die Ultraorthodoxen bewarfen die Busse daraufhin mit Steinen und versuchten weiterhin Gewalt gegen die LGBT-Aktivisten/innen auszuüben. Es gab viele Verletzte.
Die Regierung Iwanischwili ist, trotz der verbalen Verurteilung der Gewalt untätig geblieben. Die Folge dieser Untätigkeit ist eine Hexenjagd auf Homosexuelle in der Hauptstadt Tbilissi. Mehrere Aktivisten/innen berichten von anhaltenden Schikanen. Inakzeptabel und empörend waren Äußerungen einiger Vertreter der parlamentarischen Mehrheit, die LGTB-Aktivisten/innen hätten durch ihre Kundgebung die Gewalt provoziert. Heute geht es nicht nur um die Rechte einer Minderheit, sondern um die demokratische Grundordnung Georgiens. Wenn die georgisch-orthodoxe Kirche die Grundsätze der Verfassung nicht anerkennt, den georgischen Staatsbürgern ihr Recht auf freie Entfaltung abspricht, zur Gewalt aufruft, Gewalt ausübt und diese Gewalt außerdem noch unbestraft bleibt, dann ist die Regierung nicht in der Lage, die demokratische Grundordnung in Georgien zu schützen und aufrechtzuerhalten.
Wir fordern den georgischen Staat zum Schutz aller seiner Bürger und zur Einhaltung der Verfassung auf!
Wir fordern die juristische Verfolgung aller Gewalttäter, seien es Geistliche oder Privatpersonen!
Wir fordern die Deutsche Bundesregierung auf, die georgische Regierung zum Schutz der Freiheit und Demokratie in Georgien zu ermahnen!
Wir fordern deutsche Stiftungen auf, Finanzierung der georgisch-orthodoxen Kirche einzustellen!
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Saturday, May 18, 2013
KOMMENTAR: Schockiert ... über die Homophobie in Georgien. Von Tatjana Montik
Angesichts der gestrigen Ereignisse in Tiflis fühle ich mich bestürzt oder gar schockiert: Aus einer Manifestation gegen Homophobie im Zentrum der Stadt sind Massenschlägereien geworden, angeführt durch die Vertreter der orthodoxen Kirche.
Ich bin traurig. Denn bis vor kurzem schien es mir, dass die Georgier dem Gott am nächsten stehen, dass der Wille Gottes in diesem Land überall spürbar ist. In meiner persönlichen Empfindung wird dieser Wille direkt durch die Vibration der Berge übertragen. Ich war und bleibe überzeugt, dass die hiesigen Menschen ihre Nächsten, die Kinder, die Frauen und den Gott aufrichtig lieben – mit einer unnachahmlichen bedingungslos reinen Liebe.
Ich dachte, ich hätte hier zum ersten Mal deutlich gespürt, was angewandte Toleranz bedeutet. Ich fühlte mich glücklich, da es schien, dass hier niemand versucht, die anderen Menschen nach seiner eigenen Art umzukrempeln oder sie besserwisserisch zu belehren. Eine weise und bescheidene kleine Nation.
Die Georgier sind fromm und religiös, dessen war ich mir schon immer bewusst. Und dies wirkt auf viele Vertreter der westlichen Welt, die den Gott längst abgelegt haben, verängstigend und gar abstoßend. Doch ich persönlich neigte immer dazu, in der nahezu kindischen Frömmigkeit der Georgier mehr Positives als Negatives zu sehen. Aus einem einfachen Grund, und zwar: Wie vor kurzem eine hier lebende russische Freundin von mir anmerkte, „kann man in Georgien sogar einen Verbrecher schnell zum Gewissen aufrufen, indem man ihn daran erinnert, dass er erst vor kurzem, ja heute sich bekreuzigt und in der Kirche gebeten habe“. Oder man erinnere ihn an die Ehre seiner Ahnen.
Was passierte nun gestern in Tiflis? Aus einem Tag gegen Homophobie, den man weltweit beging, wurde ein Tag für Homophobie. Ich fürchte, diese Ereignisse am Rustaveli Prospekt durchstrichen meine Vorstellungen von Georgiern als der tolerantesten Nation der Welt. Eine Frage ging mir nicht aus dem Kopf: Ist das tatsächlich der Gott, der uns lehrt, all jene, die anders als die Mehrheit leben, denken, fühlen und lieben, zu schlagen und umzubringen?
Im Zusammenhang mit den Ereignissen von gestern habe ich zweierlei Assoziationen. Zum einen ist das die Heimat meines Mannes, Deutschland. Dort wurden im Mittelalter die so genannten Hexen verbrannt. Einige behaupten, damit hätten die Germanen den genetischen Fonds ihrer Nation beschädigt (da die Hexen bekanntlich überwiegend wunderschön waren). Ist das vielleicht der Grund, warum sich viele deutsche Männer heute gezwungen sehen, sich bei der Wahl der Partnerin in anderen Teilen der Welt umzuschauen?
Zum anderen ist das meine Heimat. Ich komme aus Weißrussland. Einst, im Russischen Zarenreich, war in diesem so genannten Nord-Östlichen Gebiet die so genannte Siedlungsgrenze für die Juden. Sie hatten damals die offizielle Erlaubnis, in diesem Teil des Reiches zu leben, doch sie durften keinesfalls weiter gen Osten ziehen, sprich: nach Sankt Petersburg oder Moskau. Und dennoch lebten die Juden in meiner Heimat in immerwährender Angst vor Pogromen, die regelmäßig, gott- und gnadenlos gegen sie veranstaltet wurden. Mitbeteiligt daran waren die gefürchteten so genannten ‚schwarzen Hundertschaften‘ (Tschornyje sotnji), monarchistisch-nationalistischen Truppen, die gegen Juden und Revolutionäre vorgingen.
Ich möchte mich für diese Vergleiche im Zusammenhang mit Georgien entschuldigen. Aber ich kann nicht umhin: Gestern standen mir stets Inquisitionsfeuer und Pogrome der Schwarzhunderter vor Augen.
Dennoch weigere ich mich dagegen zu glauben, dass die Georgier so sind.
TatjanaMontik, Journalistin
Mehr von Tatjana Montik hier im Blog
Ich bin traurig. Denn bis vor kurzem schien es mir, dass die Georgier dem Gott am nächsten stehen, dass der Wille Gottes in diesem Land überall spürbar ist. In meiner persönlichen Empfindung wird dieser Wille direkt durch die Vibration der Berge übertragen. Ich war und bleibe überzeugt, dass die hiesigen Menschen ihre Nächsten, die Kinder, die Frauen und den Gott aufrichtig lieben – mit einer unnachahmlichen bedingungslos reinen Liebe.
Ich dachte, ich hätte hier zum ersten Mal deutlich gespürt, was angewandte Toleranz bedeutet. Ich fühlte mich glücklich, da es schien, dass hier niemand versucht, die anderen Menschen nach seiner eigenen Art umzukrempeln oder sie besserwisserisch zu belehren. Eine weise und bescheidene kleine Nation.
Die Georgier sind fromm und religiös, dessen war ich mir schon immer bewusst. Und dies wirkt auf viele Vertreter der westlichen Welt, die den Gott längst abgelegt haben, verängstigend und gar abstoßend. Doch ich persönlich neigte immer dazu, in der nahezu kindischen Frömmigkeit der Georgier mehr Positives als Negatives zu sehen. Aus einem einfachen Grund, und zwar: Wie vor kurzem eine hier lebende russische Freundin von mir anmerkte, „kann man in Georgien sogar einen Verbrecher schnell zum Gewissen aufrufen, indem man ihn daran erinnert, dass er erst vor kurzem, ja heute sich bekreuzigt und in der Kirche gebeten habe“. Oder man erinnere ihn an die Ehre seiner Ahnen.
Was passierte nun gestern in Tiflis? Aus einem Tag gegen Homophobie, den man weltweit beging, wurde ein Tag für Homophobie. Ich fürchte, diese Ereignisse am Rustaveli Prospekt durchstrichen meine Vorstellungen von Georgiern als der tolerantesten Nation der Welt. Eine Frage ging mir nicht aus dem Kopf: Ist das tatsächlich der Gott, der uns lehrt, all jene, die anders als die Mehrheit leben, denken, fühlen und lieben, zu schlagen und umzubringen?
Im Zusammenhang mit den Ereignissen von gestern habe ich zweierlei Assoziationen. Zum einen ist das die Heimat meines Mannes, Deutschland. Dort wurden im Mittelalter die so genannten Hexen verbrannt. Einige behaupten, damit hätten die Germanen den genetischen Fonds ihrer Nation beschädigt (da die Hexen bekanntlich überwiegend wunderschön waren). Ist das vielleicht der Grund, warum sich viele deutsche Männer heute gezwungen sehen, sich bei der Wahl der Partnerin in anderen Teilen der Welt umzuschauen?
Zum anderen ist das meine Heimat. Ich komme aus Weißrussland. Einst, im Russischen Zarenreich, war in diesem so genannten Nord-Östlichen Gebiet die so genannte Siedlungsgrenze für die Juden. Sie hatten damals die offizielle Erlaubnis, in diesem Teil des Reiches zu leben, doch sie durften keinesfalls weiter gen Osten ziehen, sprich: nach Sankt Petersburg oder Moskau. Und dennoch lebten die Juden in meiner Heimat in immerwährender Angst vor Pogromen, die regelmäßig, gott- und gnadenlos gegen sie veranstaltet wurden. Mitbeteiligt daran waren die gefürchteten so genannten ‚schwarzen Hundertschaften‘ (Tschornyje sotnji), monarchistisch-nationalistischen Truppen, die gegen Juden und Revolutionäre vorgingen.
Ich möchte mich für diese Vergleiche im Zusammenhang mit Georgien entschuldigen. Aber ich kann nicht umhin: Gestern standen mir stets Inquisitionsfeuer und Pogrome der Schwarzhunderter vor Augen.
Dennoch weigere ich mich dagegen zu glauben, dass die Georgier so sind.
TatjanaMontik, Journalistin
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Tbilisi
VIDEO: Statement by The Writer Kote Kubaneishvili (youtube.com)
... its not ortodox cristianity - to treat homosexsuals in this way
... he said that it's shame what he saw on this demonstration, so much aggression, he said i don't want to be georgian, so much darkness here....
more:
Campaign Against Violence - Video
Link: liberali.ge
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Monday, January 21, 2013
VIDEO: Über die Georgisch-Orthodoxe Kirche. Von Gia Chubabria (youtube.com)
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Thursday, January 17, 2013
BLOG: Georgia’s Holy Trinity. By Giorgi Lomsadze (eurasianet.org)
| President Mikheil Saakashvili and Prime Minister Bidzina Ivanishvili vie in pleasing the patriarch |
(eurasianet.org) Georgia’s two squabbling rulers, the prime minister and the president, both need love . . . the love of the country’s spiritual leader, the guardian of national unity, the primus inter pares, Georgian Orthodox Church Patriarch Ilia II.
“You love him more,” Prime Minister Bidzina Ivanishvili, apparently in a sudden grip of jealousy, told the patriarch at a January 14 gathering, pointing at President Mikheil Saakashvili, who stood towering over both men with a happy smile.
“Now, why would you say he loves me more?” responded the president, tapping his diminutiverival on the shoulder.
The aging prelate, caught in the middle of the awkward exchange, maintained a diplomatic silence.
The footage of the meeting cuts there, so we don’t know the outcome of this telling conversation, but the party at the patriarch’s showed rather clearly that Georgia’s political system is not a diarchy, but a triumvirate, and that secular leaders need to vie for the holy graces of the chief of the Georgian Orthodox Church.
Georgians’ infatuation with their political leaders is pretty much a one-night stand and they tend to lose interest the moment leaders take office. But the patriarch always tops the national love charts.
And, so, well aware of the patriarch’s star power, Saakashvili and Ivanishvili turned up at the celebrations that marked Orthodox New Year, plus Ilia II's 80th birthday and the anniversary of his 1977 enthronement ; “a celebration of love,” as the church leader himself put it.
Aside from other Georgian politicians, also on hand were visiting foreign clerics, including the Ecumenical Patriarch of Constantinople Bartholomew I, head of the Eastern Orthodox Church, who came over from Istanbul to wish His Holiness many happy returns of the day.
There, in a crowd of beards, cassocks and skufias, the president, the prime minister and Parliamentary Speaker Davit Usapashvili sat sharing a tight sofa and holding candles. “I wish that 2013 is the year of love in Georgia,” said Ivanishvili. Then, passing a microphone to the president, he said, without much love, “Here, hold this, Misha.”
Aside from other Georgian politicians, also on hand were visiting foreign clerics, including the Ecumenical Patriarch of Constantinople Bartholomew I, head of the Eastern Orthodox Church, who came over from Istanbul to wish His Holiness many happy returns of the day.
There, in a crowd of beards, cassocks and skufias, the president, the prime minister and Parliamentary Speaker Davit Usapashvili sat sharing a tight sofa and holding candles. “I wish that 2013 is the year of love in Georgia,” said Ivanishvili. Then, passing a microphone to the president, he said, without much love, “Here, hold this, Misha.”
“I’d like to join the toast,” the president began. The prime minister wasn't having it: “That would be enough, let’s go,” he interrupted.
And then, as the stately patriarch was walking his two key guests out, a little boyish competition again emerged -- whom would Ilia II bid goodbye first, and, hence, who is his favorite son?
The patriarch later spoke of the need for love. Georgia could indeed use some.
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