Showing posts with label John Wurdeman. Show all posts
Showing posts with label John Wurdeman. Show all posts

Saturday, July 15, 2017

#GEORGIANWINE: Tasting Georgia: Ein inspirierendes Buch von Carla Capalbo zur georgischen Weinkultur. Von Simon Woolf (palatepress.com)

(palatepress.com) Was fasziniert uns so an Georgien? Das Interesse an dieser kleinen Nation, die im Kaukasus liegt, scheint auf einem Allzeithoch zu sein - allein im letzten Monat wurden drei großen Bücher zum Thema Essen und Wein veröffentlicht. Und es werden weitere folgen.

Woran liegt das?: Georgien ist exotisch und liegt dort, wo sich West und Ost berühren und überschneiden. Georgien hat gerade genug westlichen Einfluss, um ein Gefühl der Vertrautheit zu verleihen, um einen Bezugsrahmen für westliche Besucher zu geben ...
Georgien gilt als die "Wiege des Weins". Die berühmten Traubenpips, die auf einem Qvevri-Fragment im Osten des Landes gefunden wurden, waren auf etwa 6.000 v. Chr. datiert (ich sage dies mit Vorsicht, da das benachbarte Armenien derzeit die ältesten archäologischen Reste eines Weinguts hat).

All dies führt zu einer sehr starken Mischung aus Kultur, Geschichte und lebendigen Traditionen wie der Supra (Fest), dem Toastmaster (Tamada), dem polyphonen Gesang und natürlich dem qvevri (amphorenähnliches Gefäß zur Gärung von alternden Wein). Es ist nicht verwunderlich, dass Georgien zu einem wichtigen Reiseziel wird, vor allem für Weinliebhaber, die mit einer der ältesten und aktivsten Weinkulturen der Welt in Berührung kommen möchten.

Carla Capalbo's "Tasting Georgia", geschrieben und recherchiert in den letzten drei Jahren, ist in ihrer Komplexität ein unvergleichbares Buch. Es inspiriert und macht neugierig in diesem wunderschönen 464 Seitenmonster zu blättern.

Capalbo ist eine erfahrene Fotografin, und die Bilder in ihrem Buch sind atemberaubend. Ihre Fotos sind beeindruckend authentisch und intim. Die Rezepte prachtvoll präsentiert, mit einladender Lebensmittelfotografie und klaren Beschreibungen. Bisher habe ich nur die Walnuss-Paste (eine Schlüsselkomponente der Küche) versucht, die ein wunderbar schmackhaftes und authentisches Ergebnis hervorgebracht hat.

Kritisiert wurde, dass das Buch Details über die Weinherstellung oder über die Winzer missen lässt. Ich bin nicht einverstanden. Die siebenseitige Einführung in den georgischen Wein und die Weinbereitung ist prägnant und absolut vollständig. Es gibt nur wenige Zusammenfassungen zu den Qvevri-Produzenten, die so detailliert sind. Capalbo sprach ausführlich mit dem Historiker und Oenologen Giorgi Barisashvili. Seine kleine schmale Bröschüre ist wohl die beste Quelle darüber, wie man Wein im Kvevri macht - welches schwer zugänglich ist, außerhalb von Georgien.

Das Buch stellt 37 traditionelle Winzer aus Georgien vor - einerseits die bekannten Winzer (Alaverdi Monastery, Pheasant’s Tears/John Wurdeman, Iago Bitarishvili) und andererseits auch neun Namen (Dasabami, Mariam Iosebidze, Nika Partsvania). Anstatt ein sperriges Buch mit Weingut-Statistik, Listen von Weinen und Sterne Bewertungen, hat sich Capalbo für ausführliche Beschreibungen und Interviews mit den Winzern und ihren Familien entschieden. Und auch die Rezepte werden gleich aus der selben Quelle geliefert.

Es ist vielleicht nicht klar für diejenigen, die das Land nicht besucht haben, warum Capalbo sich entschieden hat, Wein, Essen, Kultur gleichzeitig zu präsentieren. In Georgien treten gerade diese Lebenbereiche gleichzeitig auf. Georgier trinken nicht ohne zu essen. Sie feiern, diskutieren, singen und unterhalten sich dabei bei einer Supra. Wein und Essen sind der entscheidende Treibstoff im Leben der Georgier.

Wenn ich etwas an diesem Buch zu kritisieren hätte, wäre es der enge Fokus auf die kleinen handwerklichen Winzer, die traditionell den Wein in qvevris keltern. Während dies zweifellos der faszinierendste und einzigartigste Aspekt des georgischen Weins ist, so ist er nicht unbedingt am meisten zugänglich, und ist ein kleiner Teil der gesamten Weinproduktion Georgiens. Größere Weingüter wie Tbilvino, Khareba oder Marani machen jetzt sehr gute qvevri-fermentierte Weine mit guter internationaler Verfügbarkeit und vielleicht verdienen sie eine Erwähnung. Sie sind auch zunehmend darauf ausgerichtet, Touristen in Mengen zu empfangen, was die kleineren Weingüter unmöglich leisten könnten.

Das heißt, es ist klar, dass Georgien durch die Romantik seiner Kultur und die Authentizität seiner Tradition - nicht unbedingt wegen einer gesteigerten industriellen Weinproduktion - Herzen und Köpfe gewinnt. In diesem und allen anderen Punkten ist das Buch von Capalbo ein Triumph.


Bestellung: interlinkbooks.com

Monday, June 05, 2017

VIDEO: Georgian Polyphonic Singing - Pheasant's Tears Wine Bar, Signaghi, Georgia



Link to the location: www.pheasantstears.com

At Pheasant’s Tears, we produce artisanal natural wines according to ancient Georgian traditions.

We start by growing Georgian varietals in rare terroir using organic principles to produce luscious, healthy grapes. All our wines are fermented and aged in qvevri, clay vessels lined with organic beeswax and buried in the earth. We ferment using naturally occurring yeasts and painstaking attention to achieve wines of character and sophistication deeply rooted in the richness of the Georgian soil and Georgian culture.

Our name comes from a Georgian tale in which the hero claims that only a wine beyond measure could make a pheasant cry tears of joy. With each bottle that leaves our hands we strive to meet that ancient standard.

Saturday, March 11, 2017

TEDxTbilisi - John Wurdeman - Tradition: How The Ancient Becomes Cutting Edge (tedxtbilisi.com)

(tedxtbilisi.com) John Wurdeman discusses his life's journey seeking out traditional folk music, dance and ways of life and argues that children of more "closed" cultures have more freedom of expression, and in the "freer" world often creativity is limited.

John Wurdeman was born in 1975 into a family of artists in Santa Fe, New Mexico and is himself an artist and painter. He studied painting at the Maryland Institute of Art in 1991 and completed his graduate studies in painting at the Surikov Institute in Moscow in 1998. His works have been exhibited worldwide and form part of multiple museum collections.

John is also an avid ethnographer and has conducted fieldwork in Georgia, collecting Georgian folk music and songs, ceramics, carpets and kilns since 1995. He has given lectures on Georgian ethnography at Princeton, Yale, Cornell, and other prestigious educational institutions.

In 2007, John co-founded Pheasants Tears, a boutique winery focused on traditional Georgian grape varietals and qvevri wine-making methods. His wines are currently available in 10 countries and have become popular in Georgia as well. He also started a side wine tourism business, sharing his love for Georgian wine, food, and music with others.

In the spirit of ideas worth spreading, TEDx is a program of local, self-organized events that bring people together to share a TED-like experience. At a TEDx event, TEDTalks video and live speakers combine to spark deep discussion and connection in a small group. These local, self-organized events are branded TEDx, where x = independently organized TED event. The TED Conference provides general guidance for the TEDx program, but individual TEDx events are self-organized.* (*Subject to certain rules and regulations)

Tuesday, April 21, 2015

WEIN: Edle Biotropfen aus dem Kaukasus & Geschichtsträchtiger Weinbau. Von Harald Stoffels (taz.de)

Photo von Ralph Hälbig, Weinernte in Gavazi

(taz.de) Wein gehört in Georgien seit Jahrtausenden zur Kultur. Die sieben Winzer von "Vino Underground" setzen auf Tradition und Bio

„Alle Geschichten georgischer Männer beginnen mit dem Großvater“, sagt Alex Baduashvili, ein ernst blickender, hagerer junger Mann. Dann lockert ein Lächeln die scharf geschnittenen Gesichtszüge auf: „Mein Großvater hatte seinen eigenen Weinberg. Ich war fünf oder sechs Jahre alt, als er mir das erste Glas Wein zu trinken gab. Das war ein prägendes Erlebnis für mich.“

Der 24-jährige Georgier arbeitet als Sommelier und Vinologe im renommierten Weingut Château Mukhrani nordwestlich von Tiflis. Doch Alex’ Erinnerung an den Großvater ist viel mehr als eine sentimental-liebenswerte Erklärung für seine Berufswahl.

Wer sich in Georgien beim Thema Wein auf den Großvater beruft, erinnert an eine Zeit, als noch fast jede Familie selbst Wein produzierte – die Zeit vor den Sowjets. Wobei man wissen muss, dass der Weinbau in Georgien seit Jahrtausenden zu den Grundfesten der Kultur zählt.

Alex Baduashvili: "Georgien wurde in seiner Geschichte von vielen Mächten unterworfen und beherrscht. Nur der Weinbau und die Tradition der Gastfreundschaft haben es am Leben erhalten. Die Entscheidung, den Umgang mit Wein zum Beruf zu machen, am besten zusammen mit der Familie oder mit Freunden Wein anzubauen, ist in Georgien auch immer eine politische Entscheidung – für unsere authentische Kultur."

Wein als Teil der kulturellen Identität

Alex traf diese Entscheidung, als im Kaukasuskrieg 2008 die georgische Stadt Gori von den Russen bombardiert wurde. „Plötzlich waren der Hass und die Angst vor den alten Besatzern und den furchtbaren 90er Jahren nach dem Ende der Sowjetunion wieder da. Ich war Teil einer Gruppe junger Leute, die dagegen aktiv werden und eine wichtige Rolle in der georgischen Gesellschaft spielen wollten.“

Der Weinbau als Mittel der Rückbesinnung auf die besondere kulturelle Identität ist in Georgien überall präsent. Ausgrabungen deuten auf eine rund 8.000-jährige Geschichte der Kultivierung von Weinreben hin.

Neuanfang zur Jahrtausendwende

Bis zur Oktoberrevolution war Georgien auch für die hohe Qualität seiner Weine berühmt. Doch nach der Zwangsintegration des Landes in die UdSSR wurden die legendären Weinkeller der großen Güter zerstört und an deren Stelle Fabriken für schlichte Süßweine und Billigsekte errichtet, um schnell und einfach für den Massengeschmack in den Sowjetrepubliken produzieren zu können. Erst Anfang der 2000er Jahre begann der Wiederaufbau.

Den Anfang machte die heute 160 Hektar große "Corporation Kindzmarauli" aus dem größten georgischen Anbaugebiet Kachetien. Doch mit der Wiederbepflanzung geschichtsträchtiger Lagen und moderner, qualitätsorientierter Produktion ist es für die neue kulturelle Avantgarde Georgiens nicht getan. Deren Forderung nach "authentischen Anbaumethoden" formuliert eine Gruppe von sieben jungen bis mittelalten Winzern namens "Vino Underground", die im Zentrum von Tiflis kooperativ ein gleichnamiges Weinlokal betreibt.

Alle sieben Winzer haben sich einer Art "Superbio"-Auffassung von Weinbau verschrieben, die sämtliche europäischen Bioweinbauregeln befolgt, aber zusätzlich radikalisiert. Die meisten Mitglieder von Vino Underground sind Intellektuelle, die für die Weinkultur akademische Berufe aufgaben. Malkhaz Jachelli (56) war Informatiker, Ramaz Nekoladze (40) Ingenieur, Soliko Tsaishvili (53) Literaturwissenschaftler an der Universität Tiflis, bevor er über den Kontakt zur italienischen Slow-Food-Bewegung zum professionellen Weinbau fand.

Naturwein auch für den Export

Die Gruppe wirbt für "Naturwein", wie er vor der Sowjetzeit in sogenannten Quevris hergestellt wurde: Tongefäßen von maximal 3.000 Liter Inhalt, die bis an ihre kreisrunde Öffnung in der Erde eingegraben werden. In den Quevris reifen viele Weine zum Teil jahrelang, genauso, wie es schon in der Antike üblich war. So kommen oft kräftige, taninorientierte Rotweine mit zum Teil ungewöhnlichen Aromen zustande oder naturtrübe, säurearme Weißweine mit floralen Bouquets und rotweinartigem Körper – wie sie außer in Georgien sonst nirgendwo entstehen.

Verkauft werden die traditionell hergestellten Weine, die als besonders reich an antioxidativen Stoffen gelten, außer in einheimischen Lokalen vor allem in Japan, Norwegen, Italien und Kanada – und in hippen Szenetreffs westlicher Metropolen.

"Überall, wo sich ökologisches Bewusstsein mit hohem Einkommen trifft, entsteht eine Szene für Naturwein", freut sich Vino-Underground-Vorzeigewinzer John Wurdeman (39). Der deutschstämmige Maler, in New Mexiko geboren, ist mit einer georgischen Musikerin verheiratet und führt seit 2006 in dem idyllisch gelegenen ostgeorgischen Ort Sighnaghi unter dem Namen Pheasant’s Tears ein Weingut mit Restaurant und Musikschule.

Unterstützung von Frauen

Weinfachfrau Dariko Gogol unterstützt die engagierte Gruppe. Die in Deutschland ausgebildete frühere Politologin verweist auf die Bedeutung der Frauen, vor allem auch in materieller Hinsicht: "Malkhaz Jachellis Ehefrau ist Küchenchefin in einem Restaurant in New York, Solikos Frau Kunstprofessorin in Tiflis und die Ehefrau eines anderen Kollegen klinische Psychologin. Ohne deren Unterstützung gäbe es das alles nicht." In der Deutschen Marita Riedel unterstützt eine weitere Frau Vino Underground & Co finanziell. Die Programmdirektorin der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) im Südkaukasus glaubt an den Sinn der Aus- und Weiterbildung junger Fachleute wie Alex Baduashvili.

Mitentscheidend für die Zukunft der traditionellen Weinbaukultur in Georgien mag eine dritte Frau sein: Alice Feiring aus New York. Die Weinkritikerin unter anderem der New York Times und des Wirtschaftsmagazins Forbes nominierte georgischen Wein als einen "der neun besten Weine und Spirituosen, die man 2015 versuchen muss." Ausdrücklich genannt wurden Weine von John Wurdeman.

+++ Der Autor Harald Stoffels hat ein eigenes Weingut und kreierte auch schon seinen eigenen Orangenen Wein: weingut-stoffels.de/weingut  +++