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Monday, February 26, 2018

LITERATUR: Georgische Märchen - Ein schöner Beitrag von Katrin Tevdorashvili (georgia-insight.eu)

(georgia-insight.eu) Georgien ist das Land der Märchen und Legenden, die Georgier selbst ein Volk, das für seine Erzählfreudigkeit berühmt ist. Noch heute ist es selbstverständlich, dass Großeltern ihren Enkeln Märchen erzählen, bekannte und selbst erfundene.

Märchen als Spiegel der Geschichte

Die überlieferten Märchen der Georgier sind ein Spiegel ihrer Geschichte; sie vermitteln ein Bild der Lebensumstände, der Vorstellungswelt und der Gesellschaftsstruktur. Einige feste Muster in den mündlichen Überlieferungen wurden zu markanten Kennzeichen der georgischen Märchen und unterscheiden sie von denen anderer Völker.

Die Georgischen Märchen sind in ihrer Mischung aus sehr realistischen Beschreibungen und Zauberhaftem nicht nur Zeugnisse der Phantasie, sondern auch der Sehnsucht nach einem glücklichen Leben und ihres Strebens nach Gerechtigkeit.

Folgende Einführung in das Thema Märchen aus Georgien wurde mit leichten Änderungen der Einleitung einer Märchensammlung (erschienen 1980) von Heinz Fähnrich und Heinz Mode entnommen.


Meeresungeheuer, Fresko in der Swetizchoweli Kathedrale. Foto von Katrin Tevdorashvili
Märchen als Spiegel der inneren Geisteshaltung

Die georgischen Märchen legen nicht nur Zeugnis für die reiche Phantasie und Erzählfreudigkeit des Volke; ab, um in diesem Sinne persönlichen Wünschen der Menschen Ausdruck zu verleihen, sondern sie entsprechen vor allem auch gesellschaftlichen Interessen. Klassenunterschiede und soziale Kämpfe finden in ihnen recht klaren Ausdruck, und die Auflehnung gegen die Ungerechtigkeit der Herrschenden und die Unterdrückung durch die Mächtigen ist in vielen Märchen Hauptteil der Handlung.

Märchen, die so klar gesellschaftliche Anliegen zum Ausdruck bringen, sind meist spät entstanden.


Quelle: Georgische Märchen, Heinz Fähnrich, Insel Verlag 1980

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Ein weiterer Beitrag von Teona Gogichaishvili zu den georgischen Märchen - "Mit magischen Elementen zum Kulturaustausch" im Deutschlandfunk (@DLF)

Friday, June 13, 2014

REISE UND ABENTEUER: Geheimtipp in Georgien - Der Berg des Prometheus. Von Stephanie Geiger (nzz.ch)

Schöner Bericht und Foto von Stephanie Geiger hier >>>

(nzz.ch) Der Grosse Kaukasus hat alles zu bieten, was sich Bergsteiger wünschen: einsame Täler, hohe Berge und Touren, die eine echte Herausforderung sind. Trotzdem ist die Gegend bis heute nicht über den Status «Geheimtipp» hinausgekommen.

«Auf einen Berg steigen, und noch dazu auf den Kasbek?» Luisa findet das so abwegig, dass sie unsere Frage noch einmal wiederholt. Luisa, 68 Jahre alt, eine kleine rundliche Frau, graue Haare, blaue Schürze, ist unsere Gastgeberin in Stepanzminda. Das golden schimmernde Kaffeeservice in der Vitrine, ein Teppich an der Wand, eine alte Speisezimmergarnitur, das alles trägt dazu bei, dass sich schnell zu Hause fühlt, wer hier übernachtet. Und wer aus dem Fenster schaut, hat einen phantastischen Blick auf den dritthöchsten Gipfel Georgiens. «Der Kasbek ist ein wunderschöner Berg», sagt Luisa. Doch ihr Herz und die Lunge würden eine Besteigung nicht mehr zulassen.

Viel unberührte Natur

Aber auch früher ist Luisa nie auf die Idee gekommen, auf den Kasbek oder einen anderen Berg zu steigen. Bergsteigen ist an den Südhängen des Grossen Kaukasus längst nicht so verbreitet wie in den Alpen. Dabei hat der Grosse Kaukasus alles zu bieten, was sich Bergsteiger von einem Gebirge wünschen: einsame Täler, hohe Berge und neben gemütlichen Wanderungen auch Touren, die eine echte Herausforderung sind. Schon früh war die Region deshalb auch Ziel von Bergsteigern aus dem Alpenraum. Der deutsche Geograf, Alpinist und Forschungsreisende Gottfried Merzbacher reiste 1891 in den Kaukasus, bestieg den Elbrus und kam auch am Kasbek vorbei. 1903 fuhr eine österreichische Expedition nach Georgien. Die Tiroler bestiegen dort einen 3860 Meter hohen namenlosen Berg, der heute noch als «Tsentsi Tau» im Register des Alpine Club of London zu finden ist, benannt nach Cenzi von Ficker, einer Teilnehmerin der Expedition. Doch nicht nur das: Für ihren Mut bei einer schwierigen Rettung bekam die Innsbruckerin vom Fürsten von Swanetien die Uschba (4737 Meter), einen formschönen Berg mit Doppelgipfel, formell geschenkt.

Über den Status «Geheimtipp» scheint der Grosse Kaukasus aber in Europa in den vergangenen hundert Jahren nicht hinausgekommen zu sein. Als einer der Seven Summits dominiert der Elbrus (5642 Meter) das Bergsteigen in der Region. Die anderen Berge werden meist nur von Bergsteigern aus dem ehemaligen Ostblock in Angriff genommen. Auch hat das georgische Tourismusministerium erst im vergangenen Jahr begonnen, bewusst den naturorientierten Tourismus im Südkaukasus zu vermarkten. Die landschaftliche Vielfalt, das milde Klima und die unberührte Natur sollen Bergsteiger und Wandergruppen locken.

Wir sind mit Otari Jafaridze unterwegs. Mit dem Bergsteigen begonnen hat der Dreissigjährige während des Studiums. Der Kaukasus ist seine Spielwiese. Einmal ist er auch darüber hinausgekommen, bestieg den Khan Tengri (7010 Meter) im Tien Shan in Turkestan. Jetzt ist Otari aber überwiegend mit Trekkinggruppen unterwegs, oder er führt Bergsteiger auf den Kasbek.

Uns bringt Otari zuerst an den Fuss des Tschauchi-Massivs. Die Wolken hängen tief an diesem Augusttag, an dem Otari mit uns von Tbilissi aus auf der Georgischen Heerstrasse vorbei am Heliskiing-Resort Gudauri und über den Kreuzpass Richtung Norden fährt. Kurz vor Stepanzminda verlassen wir die Hauptroute nach Osten. Auf den ersten Kilometern ist die Strasse noch geteert. Zu verdanken ist das dem georgischen Patriarchen. Er kommt aus dem kleinen Ort Sno. Doch hinter Sno verstehen wir, weshalb Otari ein Geländefahrzeug hat. Durch Schlaglöcher, einen reissenden Gebirgsbach und eine holprige, vom Regen ausgewaschene Bergstrasse fahren wir hinauf nach Djuta.

Djuta ist ein kleines Bergdorf. Es soll das am zweithöchsten gelegene Dorf Europas sein, wenn man den Südkaukasus noch zu Europa zählt. Wie so viele abgelegene Dörfer ist auch Djuta vom Aussterben bedroht. Die Jungen gehen weg, weil sie in der Einöde keine Arbeit finden. In seiner bescheidenen Ärmlichkeit ist Djuta aber eine zauberhafte Idylle: vom Regen aufgeweichte Wege; eine alte Frau, die vor ihrem einstöckigen Häuschen in der Sonne sitzt; ein Kaukasischer Hirtenhund, der mit seiner Grösse und dem lauten Gebell fast so furchteinflössend ist wie der Bär, vor dem er seine Herde schützen soll.

Und doch gibt es auch für Djuta ein Fünkchen Hoffnung. Anano, eine junge Frau Ende zwanzig, hat in dieser Einöde, eine Viertelstunde Fussweg oberhalb des Dorfes, eine Hütte gebaut, um Touristen und Einheimischen in der Einsamkeit des Kaukasus Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten. Otari hat uns dorthin gebracht, damit wir uns an die Höhe des Kasbek gewöhnen.

Mehr als nur ein Berg

Als wir am nächsten Tag zum Muchadze (3240 Meter) aufbrechen, regnet es in Strömen. Der Weg führt uns durch ein breites Tal am Basislager der Tschauchi-Kletterer vorbei. Doch an diesem frühen Morgen ist das Zeltlager wie ausgestorben. Die einen seien in der Wand, vom Regen überrascht, die anderen noch tief in ihren Schlafsäcken verkrochen, erzählen uns zwei junge Frauen. Das Tschauchi-Massiv ist das berühmteste Klettergebiet im Ostkaukasus, eine Mischung aus Drei Zinnen und Tofana di Rozes, auch deshalb kaukasische Dolomiten genannt. Von den mächtigen Wänden des Tschauchi, die uns am Vortag noch in Staunen versetzt hatten, sehen wir nichts. Sie verstecken sich hinter dichten Regenwolken.

Wir setzen unseren Weg dennoch fort, hinauf zum Gipfel des Muchadze. Die Rhododendren sind schon verblüht. Nur einzelne farbige Blätter lassen erahnen, welches Blütenmeer wir vor wenigen Wochen hier hätten antreffen können. Mit der Höhe mischen sich immer mehr Schneeflocken unter den Regen. Ein eisiger Wind pfeift über den Grat. Wir sind froh, als wir auf dem höchsten Punkt stehen. Dass wir bei diesem fürchterlichen Wetter hinaufgewandert sind, lässt sich einzig mit der Höhenanpassung begründen. Keine Chance auf Wetterbesserung und wieder keine Chance, den Kasbek zu sehen.

Erst am übernächsten Morgen, bei Luisa, geben die Wolken den Blick frei auf unser eigentliches Ziel. Luisa hat uns ein Zimmer gegeben, in dem wir schon vom Bett aus den Kasbek sehen können: die sonnenbeschienenen, strahlend weissen Flanken, die Grashänge weiter unten und auf einer Anhöhe oberhalb von Stepanzminda das Kloster Gergeti. Jetzt verstehen wir, dass der Kasbek nicht einfach nur ein Berg, sondern eine Art Nationalheiligtum ist. Er ist von Mythen umrankt, die bis zu den alten Griechen zurückreichen: Prometheus soll zur Strafe dafür, dass er gegen den Willen des Zeus den Menschen das Feuer gebracht hatte, an den Kasbek gebracht und dort angekettet worden sein. Jeden Tag kam ein Adler, um von seiner Leber zu fressen. Erst Herakles sollte Prometheus viele Jahrhunderte später erlösen, indem er den Adler tötete.

Göttliche Mächte haben Prometheus an den Kasbek gebracht. Wir fahren die ersten Höhenmeter mit Otaris Geländewagen zum Kloster Gergeti hinauf. Von dort führt unser Weg über Moränen und dann einen der Kasbek-Gletscher. Unser erstes Ziel: die Bethlemi-Hütte (3653 Meter), einstmals eine meteorologische Station, benannt nach einem Kloster in der Nähe. Das massige Bauwerk, etwa fünfzig Meter lang, ragt auf der Moräne wie ein mächtiger Dampfer in das Wolkenmeer. Doch die Bethlemi-Hütte ist keine Hütte mit Alpenstandard. Sie ist eine windgeschützte Unterkunft, nicht mehr und nicht weniger. Schmelzwasser tropft uns in der Eingangshalle, einem dunklen schwarzen Loch, auf den Kopf. In den wenigen notdürftig hergerichteten Zimmern gibt es Pritschen, zweistöckig, mit einem abwaschbaren braunen Bezug und etwas Schaumstoff darunter. Nicht einladend, aber praktisch.

Die Politik bleibt im Tal

Weil die Hütte nur begrenzt Schlafplätze hat, campieren die meisten Bergsteiger in Zelten. Schwer beladen schleppen sie ihre Ausrüstung den Berg hinauf. Bequemer ist der Weg, wenn man das Gepäck auf den Rücken von Pferden lädt, die man unten in Stepanzminda mieten kann. Nur runter muss man den schweren Rucksack dann selbst tragen.

Ein buntes Völkchen findet auf der Bethlemi-Hütte zusammen. Die Georgier kennen sich meist. Viele von ihnen gehören zu den Stammgästen. Von den wenigen Georgiern, die auf Berge steigen, kommen alle immer wieder an den Kasbek. Politische Reibereien werden im Tal gelassen. Die Russen, gegen die Georgien vor wenigen Jahren Krieg geführt hat, werden geduldet. Genauso wie die Bergsteiger aus den ehemaligen sowjetischen Bruderländern. Westeuropäer sind hier Exoten und werden vielleicht deshalb auch besonders freundlich empfangen.

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Otari hat schon eine halbe Stunde vorher begonnen, Wasser zu kochen. Noch in der Dunkelheit marschieren wir los, an steilen Hängen vorbei, von denen immer wieder unberechenbar Steine gross wie Medizinbälle donnern. Erst kurz vor dem Hochlager, wo einige ihre Zelte aufgeschlagen haben, stossen wir auf den Gletscher, auf dem wir dann über einen steilen Aufschwung zum Gipfel hinaufsteigen. Elbrus (5642 Meter), Dychtau (5204 Meter), Koschtantau (5152 Meter) Uschba (4737 Meter), rattert Otari die Namen der Berge herunter, die wir von dort oben sehen können. Und er zählt Gipfel auf, von denen wir noch nie gehört haben. Im Kaukasus gibt es ganz offensichtlich noch viel zu entdecken.

Gut zu wissen

Anbieter: Der Anbieter Top Mountain Tours (www.top-mountain-tours.de) hat in diesem Sommer zwei zehntägige Reisen mit Ziel Kasbek im Angebot. Eine achttägige Kasbek-Besteigung kann bei Diamir (www.diamir.de) gebucht werden. Vor Ort unterstützt die deutschsprachige Agentur Georgia-Insight Reisende bei der Planung einer Kasbek-Besteigung (www.georgia-insight.eu

Literatur: Marlies Kriegenherd: Georgien. Erschienen in der Reihe Reise-Know-how, 3., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auflage für 2013/2014, 29.90 Franken.

Sunday, February 09, 2014

REISEN: Teppichworkshop Sighnaghi. Von Katrin Tevdorashvili (georgia-insight.eu)

(georgia-insight.eu) Lernen Sie auf unserer Teppichreise die Geheimnisse der Georgischen Teppichknüpfkunst kennen, besuchen Sie die sonnenverwöhnte Region Kachetien, die Wiege des Weins und genießen Sie die berühmte georgische Küche.
  • Seminar Georgische Teppiche (Einführung)
  • Kurs: verschiedene Knüpfmethoden kennen lernen
  • Herstellung eines eigenen Teppichs
  • Ausflüge in der Region (Alawerdi, Bodbe, Gremi, Nekresi)

    Seminar in der Manufaktur Sighnaghi
    Teppichwerkstatt Sighnaghi, Foto: Georgia Insight




Teppichworkshop Sighnaghi


Kaukasusteppiche gelten als die Individualisten unter den Teppichen. Traditionell waren sie keine Handelsware, sondern wurden meist für die eigene Familie hergestellt. Das Geheimnis der Herstellung und die Ornamente wurden von Generation zu Generation weitergeben. Jeder Arbeitsschritt von der Auswahl der Wolle bis hin zum Spannen der Rahmen und das Knüpfen wurde von ein und derselben Person ausgeführt. Echte georgische Teppiche bestehen ausschließlich aus Schurwolle und sind rein pflanzengefärbt.

Der Workshop - Teppiche knüpfen oder weben


Der Teppich-Workshop Sighnaghi bietet eine Einführung in die verschiedenen Arbeitsschritte: Schafschur, Wollbearbeitung, Färben mit Pflanzenfarben, Spinnen und Spannen. Daran schließt sich ein Intensiv-Kurs zum Erlernen der verschiedenen traditionellen Methoden der Teppichherstellung:  knüpfen, weben oder häkeln mit dem Ziel, einen eigenen kleinen Teppich vor Ort herzustellen.

Der  Workshop richtet sich in Dauer und Intensität nach den Wünschen der Gäste und ist sowohl für Einzelreisende als auch für Gruppen bis zu 16 Personen möglich.

Je nach Kursintensität gibt es an den Nachmittagen Freiraum für zusätzliche Aktivitäten wie Ausflüge in der Region, Wandertage oder eine Weintour.
Unterkunft ist das Hotel OLD SIGHNAGHI, das direkt an die Teppichwerkstatt angeschlossen ist. Jedes Zimmer ist mit einem antiken Kaukasusteppich ausgestattet; es gibt traditionelle Küche und zuvorkommende Betreuung.

Sighnaghi ist ein mittelalterliches Städtchen mit mediterranem Flair, umgeben von Weingärten. Hier befindet sich die einzige Teppichwerkstatt in Georgien, die nach altem georgischen Verfahren knüpft. Zahlreiche interessante  Reiseziele liegen in der Nähe: der Lagodechi Nationalpark, die Steppenwüste Garedja mit einem der ältesten Klöster oder das Regionalzentrum Telavi mit der ehemaligen Akademie Ikalto und dem Fürstengut Zinandali.

Lernen Sie auf dieser Reise nicht nur das Teppichhandwerk und die uralte Kultur der Georgier kennen, sondern auch eine traumhafte Region im südlichen Kaukasus, über die schon der Dichter Arthur Leist sagte: "Nirgends bescheint die Sonne einen paradiesischen Garten von solcher Lebensfülle."

Friday, October 18, 2013

SEMINAR: „Geschäftsideen für Georgien“ - Frankfurt a.M. vom 15.11. und 16.11.

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie hiermit auf das Einstiegsseminar für unternehmensgründungsinteressierte Georgier/innen hinweisen. Im Rahmen des Programms „Geschäftsideen für Georgien“ bieten wir Beratung und Begleitung von Unternehmensgründungsinteressierten an und führen

von Freitag, den 15. November bis Samstag, den 16. November 2013

ein Einstiegsseminar in Frankfurt am Main durch. Hierzu laden wir Sie ganz herzlich ein.

Das Seminar zur Beratung und Begleitung von georgischen Unternehmern ist Teil des vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) durchgeführten EU-finanzierten Projekts „Strenghtening the development potential of the EU Mobility Partnership in Georgia through targeted circular migration and diaspora mobilisation“.

Einige der Fragen, die wir Ihnen und Sie sich selbst in diesem Seminar stellen werden, sind:

· Unternehmer-Check: Bin ich als Unternehmer geeignet?
· Welche Chancen und Risiken sollte ich beachten?
· Welche aktuellen Geschäftspotenziale und Entwicklungen gibt es in Georgien?
· Was sind die größten Herausforderungen in Georgien – im Vergleich zu Deutschland?
· Was ist für mich der richtige Standort: Georgien oder Deutschland, vielleicht auch beide? Wie kann ich meine Idee finanzieren? Wie sieht eine solide Finanzplanung aus?
· Wozu brauche ich einen Businessplan und wie sollte dieser aussehen, damit er auch andere überzeugt?
· Wie komme ich an wichtige Marktinformationen in Georgien und wie kann ich meine Marktexploration gut vorbereiten?
· Wie komme ich an wichtige Kontakte - etwa Geschäftspartner oder Banken?

Das Seminar wird in enger Zusammenarbeit von CIM, dem Existenzgründerzentrum KOMPASS und der Georgian Small and Medium Enterprises Association (GSMEA), durchgeführt. Von allen beteiligten Organisationen werden Ansprechpartner anwesend sein.

Referenten aus Georgien:

Herr Kakha Kokhreidze, Präsident der Georgian Small and Medium Enterprises Association (GSMEA), Tbilisi

Frau Tatia Kereseldize, Projektmanagerin bei der Georgian Small and Medium Enterprises Association (GSMEA), Tbilisi

Herr George Tevdorashvili, Inhaber und Gründer der Reiseagentur „Georgia Insight“, Tbilisi

Wenn Sie im Rahmen des Seminars über Ihre Ideen sprechen, müssen Sie keine Angst haben, dass diese "geklaut" werden. Jeder Teilnehmer unterschreibt eine Vertrauensschutzerklärung. Wenn Sie nach dem Seminar weitere Schritte Richtung Selbstständigkeit machen möchten, können Sie in unserem Programm individuelles Coaching in Anspruch nehmen - in Deutschland und in Georgien.

Wenn Sie an dem Seminar vom 15. – 16. November 2013 in Frankfurt teilnehmen möchten, schicken Sie uns bitte Ihren aktuellen Lebenslauf und eine kurze Beschreibung Ihrer Geschäftsidee.

Teilnahmegebühren werden nicht erhoben.

Bitte leiten Sie diese Information an mögliche interessierte Georgierinnen und Georgier weiter. An dem Seminar können nur Personen georgischer Herkunft teilnehmen.

Der genaue Ort des Seminars wird Ihnen nach Ihrer Anmeldung bekannt gegeben.

Bei Interesse wenden Sie sich an startup@cimonline.de
Tel. +49 (0) 69 71 91 21 – 89

Mit freundlichen Grüßen

Ihr CIM/Startup-Team

Thursday, January 03, 2013

VIDEO: Ein 5000 Jahre altes Goldbergwerk in Georgien (საყდრისი) (youtube.com)


Georgien: Goldrausch im Kaukasus
31.07.2008
Von Heiko Schwarzburger 

(tagesspiegel.de) Deutsche Forscher suchen in Georgien nach dem Goldenen Vlies – und finden ein 5000 Jahre altes Bergwerk.

Bild schließenEs war eine Sensation: Im Jahr 2004 entdeckte ein deutsch-georgisches Forscherteam bei Grabungen im Vorkaukasus ein 5000 Jahre altes Goldbergwerk. „Wir wussten, dass die Kupferverarbeitung in dieser Gegend bis ins fünfte Jahrtausend vor der Zeitenwende zurückreicht“, sagt Thomas Stöllner, Forscher am Bergbaumuseum in Bochum und zugleich Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Ruhr-Universität. „Aber dass wir eine so alte Goldmine finden würden, das hat uns alle überrascht.“

Vor wenigen Tagen sind die Wissenschaftler zu einer neuen Grabungskampagne aufgebrochen, um die unterirdischen Stollen und die oberirdischen Anlagen miteinander zu verbinden.

„Das ist ein wichtiger Schritt, um das Bergwerk als Ganzes zu präsentieren“, sagt Stöllner. Außerdem will er mit seinem Team ein Bergarbeiterdorf in der Nähe der Grube ans Licht holen. Die Siedlung ist ungefähr einen Kilometer von der Mine entfernt und rund 60 Hektar groß.

Im vergangenen Jahr hatten die Forscher im georgischen Sand ein Haus entdeckt, in dem sich große Mahlsteine befanden – offenbar Werkzeuge, mit denen die einstigen Bewohner des Kaukasus Gold aus dem Gestein herauslösten. Und in den Ruinen stießen sie auf große Mengen goldhaltigen Sand, die den Zweck der Siedlung eindeutig offenbarten. „Allerdings fanden wir in älteren Gräbern keine Beigaben aus Gold“, berichtet der Archäologe. „3000 vor Christus war das Edelmetall offenbar nur für herausragende Anlässe oder in anderen Regionen als Schmuck von Bedeutung.“ Schon seit 2003 sind die Wissenschaftler auf den Spuren des Sagen umwobenen Goldenen Vlieses unterwegs. In der griechischen Mythologie wird damit das Fell des goldenen Widders Chrysomeles bezeichnet, der fliegen und sprechen konnte. Als die Bewohner der Region Kolchis am unteren Rioni-Fluss im heutigen Georgien den Widder bei einem Tempelritual opferten, zogen sie ihm das goldene Fell ab. Das Vlies wurde später von den Argonauten geraubt. Ganz in der Nähe, in Sakdrissi, rund 50 Kilometer südwestlich der georgischen Hauptstadt Tiflis, fanden die Forscher um Stöllner das Goldbergwerk aus der Bronzezeit. Sie untersuchten organisches Material aus den Stollen auf bestimmte Isotope, deren Zerfallsgeschwindigkeit bekannt ist. Anhand des Mengenverhältnisses dieser Atomsorten datierten sie die Erzgrube auf 5000 Jahre. Somit dürfte sie das älteste Goldbergwerk im festen Gestein in der Alten Welt sein.

„Die alten Erzgänge sind leer“, sagt Stöllner. Er habe jedoch Spuren gefunden, die vermuten lassen, dass erst kürzlich Menschen dort waren, um das Edelmetall zu suchen. Gold ist derzeit auf dem Weltmarkt so teuer wie nie zuvor, es wird mit gut 900 US-Dollar je Feinunze gehandelt. „In Sakdrissi muss man aber sehr genau wissen, wo man suchen muss“, sagt Stöllner und schmunzelt. „Laien werden dort nichts finden.“

Den Bochumer Forscher zieht es aber nicht des Goldes wegen in den Kaukasus. Sein Interesse gilt der Archäometallurgie, die sich mit der Erforschung uralter Bergbaugebiete und Verarbeitungstechniken beschäftigt. Um etwa die Herkunft von Metallen zu bestimmen, untersucht Stöllner Schmuckstücke oder Waffen mit modernen Methoden der Ingenieurwissenschaften und der Werkstoffforschung.

Manchmal dauert es lange, bis sich der Erfolg einstellt. Der Weg nach Georgien führte die Wissenschaftler zunächst über den Nahen Osten. „Wir hatten jahrelang in Israel und in Jordanien nach Kupfervorkommen gesucht, die schon im vierten Jahrtausend vor Christus ausgebeutet wurden“, sagt Andreas Hauptmann vom Bergbaumuseum Bochum. „Für unsere Forschungen haben wir unter anderem den Jüdischen Nationalschatz analysiert – rund 400 wunderbare Metallobjekte.“ Dabei stießen sie auf Legierungen aus Kupfer, Antimon und Arsen, bei denen nicht klar war, woher die Metalle kamen. Aus den nächst gelegenen Bergwerken jedenfalls nicht. Die Überlegungen der Experten richteten sich bald auf den Kaukasus. Mitte der neunziger Jahre machte sich Hauptmann auf nach Tiflis.

Es begann ein Wettrennen gegen die Zeit. Denn infolge der rasanten Veränderungen nach dem Zerfall der Sowjetunion gelangten auch in Georgien weite Landstriche unter die Kontrolle großer Bergbaukonzerne, die verschiedene Erze in großflächigen Tagebauen abbauen. Spuren früheren Lebens drohten unwiederbringlich zerstört zu werden. Auch das alte Goldbergwerk in Sakdrissi befand sich auf dem Gelände einer Minengesellschaft und war von den Baggern bedroht. „Es ist uns gelungen, das Bergwerk unter Denkmalschutz zu stellen“, sagt Irina Gambaschidse vom Otar-Lordkipanidse-Institut, die die Grabungen von georgischer Seite aus leitet. Bei der Bergarbeitersiedlung aus dem vierten Jahrtausend vor Christus kämpfen die Wissenschaftler noch um diesen Status. „Es würde uns schon helfen, wenn wenigstens ein Teil der Anlage geschützt würde“, sagt sie.

Ergänzt werden die Arbeiten in Sakdrissi durch Studien zu frühbronzezeitlichen Siedlungen in der Region. Zudem untersuchen Mitarbeiter des georgischen Nationalmuseums die Land- und Viehwirtschaft des dritten Jahrtausends vor Christus in der Region, um ein umfassendes Bild der Lebensweise der Kaukasier in jener Zeit zu erhalten. Parallel dazu sammeln deutsche und georgische Wissenschaftler Erzproben und goldene Artefakte unmittelbar aus den Goldvorkommen sowie aus den Beständen der georgischen Museen. Auch deren Herkunft wird in Deutschland analysiert.

Dabei stehen die Wissenschaftler vor einigen Herausforderungen. Denn anders als bei Kupfer lässt sich die Herkunft des Goldes nur schwer ermitteln. Kupferkelche und kupferne Schüsseln bestehen meist aus metallischen Legierungen, dessen Kupferanteil aus einer einzigen Lagerstätte stammt. Je nachdem, wo sich diese befindet, weist die Kupferlegierung ganz bestimmte geochemische Eigenschaften auf. Dadurch lassen sich Rückschlüsse auf den Ursprungsort ziehen.

Bei Gold ist es komplizierter. Auch wenn das Edelmetall in Sakdrissi aus festem Gestein gelöst wurde, die größten Mengen wurden seinerzeit aus Flüssen gewaschen, die sich wiederum aus etlichen Zuläufen, wie Nebenflüssen, Bächen und Rinnsalen speisten. Auf diese Weise wurden die Edelmetalle aus teilweise entfernten Lagerstätten miteinander vermischt. „Dadurch verwischt der geochemische Fingerabdruck, und das erschwert die regionale Zuordnung des Goldes“, sagt Andreas Hauptmann.

Erst seit wenigen Jahren ist es möglich, die chemische Zusammensetzung von Gold genau zu erfassen und damit eine Herkunftsanalyse zu wagen. Dazu wollen Mineralogen von der Universität Frankfurt am Main noch weitere Elemente analysieren, die in winzigen Mengen an dem Gold haften. Mit den Ergebnissen, so hoffen Stöllner und seine Kollegen, können sie die dunklen Pfade des kaukasischen Goldes weiter erhellen. 

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Mehr Infos:

Wednesday, December 19, 2012

KINO: The Loneliest Planet. Eine Trekkingtour im Kaukasus mit ungeahnten Folgen.(georgia-insight.eu)

(georgia-insight.eu) Ab 03. Januar 2013 im Kino!

USA/Deutschland 2011
113 Min
digital - 1,66:1 - Farbe - stereo
Originalsprache englisch


Alex, Nica und ihr Bergführer (Bidzina Gujabidze), Foto: Camino Filmverleih
Am 03.01. startet THE LONELIEST PLANET in den deutschen Kinos. In ihrem preisgekrönten Film folgt Regisseurin Julia Loktev zwei jungen Rucksacktouristen, die vor ihrer Hochzeit in den USA eine Reise durch den Kaukasus unternehmen.

Die jungen Traveller Alex und Nica reisen vor ihrer geplanten Hochzeit nach Georgien, um eine Trekkingtour durch den Kaukasus zu unternehmen. Ein einheimischer Bergführer (Bidzina Gujabidze) führ sie in die abgelegene Wildnis und schon bald zeigen sich erste Risse in ihrer Beziehung, ihren Wertvorstellungen bis das Paar sich komplett in Frage stellt.

Der Film thematisiert vordergründig die Beziehung zwischen den jungen Reisenden und zeigt in starken Bildern die eindrucksvolle Landschaft Georgiens. Im Kern ist es eine Geschichte, die von Verrat handelt, versehentlich und absichtlich begangen, von Männlichkeit, Versagen und den Unwägbarkeiten des Verzeihens. 

Einen bedeutenden Part in dem sinnlichen Drama übernimmt dabei die raue Schönheit des Kaukasus selbst:

"...die Smaragdgrünen Berge des Kaukasus sind imposant und dazu samtweich, üppig und zugleich nackt. Man kann sich nirgends verstecken. Es gibt keine Bäume nur grünes Gras, durchzogen von orangenen Schwefelquellen.

Je härter die Emotionen werden, desto bezaubernder wird die Landschaft. Sie hat schon Michail Lermontov bezaubert, Arthur Koestler, Knut Hamsun und nun bezaubert sie uns." (Julia Loktev, Drehbuch u. Regie)

Hintergrund

Die Regisseurin Julia Loktev wurde in Leningrad (St. Petersburg) in Russland geboren. Als sie neun Jahre alt war, emigrierte ihre Familie in die USA. Zu ihren liebsten Erinnerungen zählen Fotos und die Erzählungen der Eltern von einem Urlaub in Georgien und den Wanderungen im Kaukasus:

"Georgien war das Ferienparadies der Sowjetunion, die sprichwürtliche Gastfreundschaft der Menschen ebenso wie die Schönheit der Natur übten eine fast schon magische Anziehungskraft aus." (Julia Loktev)

Nach ihrem Studium reiste Julia Loktev selbst ein halbes Jahr lang alleine durch Zentralasien und stellt sich den Herausforderungen und "Peinlichkeiten" die einem als Fremden in einem Land begegnen, dessen Kultur und Sprache man nicht kennt.


Die männliche Hauptrolle spielt Gael Garcia Bernal, bekannt als Che in "Die Reise des jungen Che" und und Jim Jarmuschs "The Limits of Control". Auf das Filmangebot anwortete Gael Garcia Bernal, er wollte in den Kaukasus reisen, seit er in der Grundschule Lermontows "Ein Held unserer Zeit" gelesen habe".

Der Trekking-Guide wird von dem Georgier Bidzina Gujabidze gespielt.
Der studierte Geologe ist der wohl bekannteste Bergsteiger Georgiens. Er hat über 300 Gipfel in den verschiedensten Ländern der Erde bestiegen, darunter sechs Achttausender. Er ist Präsident des georgischen Alpinistenvereins und trainiert die georgische Nationalmannschaft junger Bergsteiger.

Die Geschichte des Films basiert auf eine Kurzgeschichte "Expensive Trips Nowhere" aus dem Erzählband "God Lives in St. Petersburg" von Tom Bissell, wurde aber von Julia Loktev anhand von eigenen Erfahrungen und Erzählungen weiterentwickelt. Der Film erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Als Independent Film wird THE LONELIEST PLANET insgesamt in nur 21 Kinos in Deutschland starten. Die großen Städte sind natürlich dabei:
Berlin, Hamburg, München, Freiburg, Stuttgart, Aachen, Dresden, Bremen, Saarbrücken, Wiesbaden...

Finden Sie hier das nächste Kino in Ihrer Nähe:

>> weiter zum Kinofinder


Trailer anschauen


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(hollywoodreporter.com) The Loneliest Planet: Film Review

A patience-testing, character-based three hander of pre-marital strife amid spectacular Caucasian wilderness.
Director/screenwriter: Julia Loktev
Cast: Hani Furstenburg, Gael Garcia Bernal, Bidzina Gujabidze

Gael Garcia Bernal and Nani Furstenberg star as adventurers in the ex-Soviet republic of Georgia in Russian-born, Colorado-raised writer/director Julia Loktev's analysis of a relationship imperilled by communication breakdowns.

LOCARNO — A very old story is updated to the trans-globalized 21st century in The Loneliest Planet, the slow-burning, distinctive second feature from Russian-born, Colorado-raised writer/director Julia Loktev following 2006's well-received Day Night Day Night. Widely regarded as one of the more notable films in a generally underwhelming Locarno competition, the Caucasus-set three-hander, while quite demanding festival fare, has some limited commercial prospects thanks to the presence of Mexico's international art-house heartthrob Gael Garcia Bernal in one of the small handful of speaking parts. Not that there's very much dialogue in this steadily taxing analysis of a relationship imperilled by communication breakdowns.

Loosely inspired by Ernest Hemingway's 1936 short story The Short Happy Life of Francis Macomber, itself inspired by an actual incident in pre-World War 2 Africa, and filmed with Gregory Peck in 1947, Tim Bissell's tale Expensive Trips Nowhere forms the basis of Loktev's script (with some crucial alterations.) Each of these narratives involves a couple from North America venturing into an impoverished but scenic corner of the globe, where they hire a local to act as their guide. The male half of the couple reveals his essential cowardice in a crisis situation, after which his lover ends up in the guide's arms.

Here we follow the presumably Mexican Alex (Garcia Bernal) and flame-haired Nica (Israel-based American Hani Furstenberg) on a trip around the ex-Soviet republic of Georgia a few months before their impending wedding. Their gruffly friendly guide Dato (Bidzina Gujabidze) navigates the trio around some varied, extremely beautiful terrain, vast expanses almost devoid of animals or people, with occasional decayed evidence of Soviet-era architectural horrors.

There are various minor culture clashes along the way, but the trip is largely an enjoyable one until a chance encounter with a trio of peasants, one of them casually carrying an automatic weapon across his shoulders. The consequences of this event, which comes just before half-way through the running time, reverberate through all that follows: largely wordless sequences in which Alex very slowly tries to win his way back into the shell-shocked Nica's affections. Loktev and her co-editor Michael build this second half around a series of awkward silences, interrupted at regular intervals by Richard Skelton's surging orchestral score.

But The Loneliest Planet — its title an ironic reference to the Lonely Planet travel-guides so beloved by the type of “adventurous” backpackers which Alex and Nica represent — has one near fatal structural flaw. The pivotal scene involving Alex, Nica and the automatic weapon is much too clumsily handled given its importance in terms of how the story and characterizations are to develop.

In Bissell's story (where both main characters are American), the Alex equivalent gently pushes Nica into the line of fire. Here it's a quick, instinctive movement, which he near instantly rectifies, placing his own forehead in front of the gun. The scene looks over-rehearsed and unconvincing. Other aspects of the scene are also naggingly unsatisfactory, such as the (unsubtitled) dialogue, evidently a discussion of Nica, which precedes the gunplay.

This misfire sequence casts a shadow of implausibility over all that follows. Thus Nica's extended silent treatment of her guilt-consumed fiancé feels more like a scriptwriting contrivance than an organic development of what we've seen up to that point.

But there's no mistaking the skill with which sometime video-artist Loktev and her cinematographer Inti Briones (also one of two camera-operators) combine the couple's quiet movement towards reconciliation — Dato's presence providing a wild-card element — with their arduous physical trek through Georgia's wild landscapes.

Though flawed, The Loneliest Planet is confidently handled and commendably audacious in its deployment of repetition and duration though these techniques are used to such an extent that many viewers may regard the near two-hour picture as another sort of “expensive trip nowhere.”

If nothing else, it does represent a startling change of mood and pace after the frenetically teeming city locations of the claustrophobically suspenseful terrorist character-study Day Night Day Night. Overall The Loneliest Planet isn't any more satisfying than its wildly different predecessor but does confirm that the 42-year-old Loktev, while still some way from the finished article, remains a filmmaker to watch.

Venue: Locarno Film Festival
Production companies: Flying Moon, Parts and Labor, Wild Invention
Cast: Hani Furstenburg, Gael Garcia Bernal, Bidzina Gujabidze
Director/screenwriter: Julia Loktev
Based on a short story by: Tim Bissell
Producers: Helge Albers, Marie-Therese Guirgis, Lars Knudsen, Jay Van Hoy
Executive producers: Dallas Brennan, Shelby Alan Brown, Rabinder Sira, Chris Gilligan, Hunter Gray, Gregory P Shockro
Director of photography: Inti Briones
Production designer: Rabiah Troncelliti
Costume designer: Rabiah Troncelliti
Music: Richard Skelton
Editors: Julia Loktev, Michael Taylor
Sales: The Match Factory, Cologne
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Sunday, September 23, 2012

REISE: Weg der Karawanen und Krieger. Entlang der Georgischen Heerstraße zwischen Großem Kaukasus und Tbilisi. Von Brigitte Baetz und Sabine Lipka. (dradio.de)

(dradio.de -23.09.2012 · 11:30 Uhr) Schon in der Antike durchquerte ein Karawanenweg den "wilden Kaukasus" von Nord nach Süd. Seit 200 Jahren verbindet er als Grusinische Herrstraße das kleine Georgien mit dem großen Nachbarn Russland - eine nicht immer einfache Verbindung.

"So, endlich mal ein bisschen Schatten. Jetzt machen wir mal kleine Pause und dann gehen wir dann weiter zu dem Dorf da oben. Und das hier ist das zweithöchste Dorf Europas und heißt Djuta. 2170 Meter hoch."

Denkmal oder Mahnmal: Dieses Panorama aus Sowjetzeiten erinnert an 200 Jahre russisch-georgische Freundschaft. (Bild: Deutschlandradio - Sabine Lipka)
Bild: Deutschlandradio - Sabine Lipka
Mittagspause bei einem Wanderausflug mitten im Kaukasus. Tiefe Täler und Schluchten und mittendrin: die georgische Heerstraße. Die Sonne brennt, aber ein kräftiger Wind lässt uns nicht vergessen, dass wir uns in einem Gebirge befinden, dem gerne das Attribut wild beigefügt wird. Der "wilde Kaukasus": In der Vorstellung europäischer Reisender ist und war diese Gegend immer unberechenbar, schwer zugänglich, von Dutzenden unterschiedlicher Völker und Volksstämme bewohnt: Swanen, Chewschuren, Inguschen und Alanen, um nur wenige zu nennen. Namen, die in bei uns kaum jemand kennt. Einige davon waren als Wegelagerer gefürchtet.

Doch davon merken wir auf unserer Reise entlang der alten Georgischen Heerstraße nichts mehr. Schon seit mindestens 2000 Jahren ziehen hier Menschen durch das Gebirge, sei es als Soldaten, sei es als Händler. Der griechische Geograf Strabon beschreibt im ersten Jahrhundert nach Christus einen Karawanenweg, der vom Norden des Großen Kaukasus in den Orient führte. Später im 18. Jh. machten die Russen daraus eine Militärstraße, die Grusinische Heerstraße. Heute verbindet die Heerstraße das kleine Georgien mit dem großen Nachbarn Russland. Eine nicht ganz einfache Verbindung, doch dazu später mehr.

Wir sind unterwegs mit Georg, unserem georgischen Reiseführer. Mit ihm bereisen wir die Alte Heerstraße von Tiflis bis an die russische Grenze, nicht ohne uns die Zeit für verschiedene Wanderungen zu nehmen. Georg, er heißt wirklich so, hat 15 Jahre in Deutschland gelebt. Und sich einen sprachmächtigen Weggenossen zu suchen, ist nicht verkehrt in einer Gegend, deren Landessprache sich weder vom Lateinischen noch Germanischen und auch nicht vom Slawischen ableiten lässt und deren Schrift wir nicht lesen können.

Schließlich möchten wir doch möglichst viel über die Geschichte dieses kulturträchtigen Landes erfahren. Und, da wir schon mal in Georgien sind, einem Land, das für seine Küche weltberühmt ist, wollen wir natürlich auch wissen, was sich hinter den gelben, roten, blauen und orangefarbenen, leicht durchsichtigen Platten verbirgt, die wie Pergament zusammengerollt, an den Straßenständen feilgeboten werden.

An einer alten Poststation, an der früher die Pferde für die Reise ausgewechselt wurden, herrscht auch heute reger Verkehr. Ein Mann brät für die hungrigen Reisenden Schaschlik und die Fahrer der Reisebusse lassen die Motoren ungeniert laufen, bis ihre Gäste die üblichen Panoramafotos geschossen oder sich Wasser aus einer Bergquelle gezapft haben. Hier fragen wir an einem der zahlreichen Marktstände nach:

Georg: "Das sind so Fruchtrollen. Das ist geriebene Frucht. Aufgekocht und dann gerieben und dann wird das so aufgetragen auf so Plastikfolie und wenn das trocknet, dann ist das dann so. Das ist jetzt wahrscheinlich Pflaume und Apfel, alles."

Und was mögen die glänzend braunen länglichen Stangen sein, die da von den Ständen herunterhängen und aussehen wie prall gefüllte kandierte Strümpfe?

"Und die andere, das sind Tschurtschchelas. Das ist dann auch georgische Spezialität. Die Walnüsse sieht man da auch, hier auf dem Faden. Und die Masse darum, das ist Traubensaft mit Weizenmehl zusammen gekocht. Und da wird das mit der Zeit, so lange kochen, dann wird das dickflüssig und dann wird da wie eine Kerze da eingetunkt und da sind alle Nährstoffe drin, was der Körper braucht. Zucker - also Traubensaft, Kohlehydrate - Weizenmehl - und Fett in der Nuss. Vorher hat man das auch im Krieg mitgenommen. Weil das kompakt war, geht nicht kaputt, mit der Zeit wird das nur leckerer und hat viel Energie drin."

Viel Energie? Und süß? Das wird gekauft! Zwei Lari, das ist umgerechnet ungefähr ein Euro!

Georg: "Proviant haben wir."

Sabine: "Falls uns in den Bergen was zustößt, kann nix passieren."

Georg: "Also, das Einzige, was in Georgien wirklich unmöglich ist, ist verhungern. So bitte, bedient Euch."

Eine Reise auf der georgischen Heerstraße beginnt aber natürlich nicht mitten in den Bergen des Kaukasus, sondern traditionell in Tbilisi, Tiflis, der Hauptstadt Georgiens. Die lebenslustige Metropole am Ufer des Mtkvari ist eindeutig südländisch geprägt. "Die Stadt, die dich liebt", so nennen die Georgier ihr Tbilisi. Doch ihre wundervollen Jugendstilhäuser, die berühmten Schwefelbäder, die malerischen Gassen und die vielen Kirchen wären ein eigenes Kapitel für sich.

Für uns ist Tbilisi heute nur Ausgangspunkt. Und deshalb folgen wir mit dem Auto dem Mtkvari ein Stück Richtung Norden und machen uns auf in die Berge. Auf gut geteerter und asphaltierter Straße erreichen wir nach vielen Windungen den ersten Höhepunkt der Reise, Dshwari, die "Heilig-Kreuz-Kirche", mit dem ältesten Kreuzkuppelbau Georgiens. Erbaut wurde sie Ende des 6. Jahrhunderts auf dem malerischen Vorsprung eines Bergrückens. Ein Solitär weithin sichtbar für den Reisenden, ein Symbol für das georgische Christentum.

Georg: "Das große Problem war natürlich damals, dass vom Quadrat unten in den Kreis überzugehen und vor allem das Gewicht von Kuppeln zu berechnen. Und das haben sie hier sehr elegant gelöst. Steht hier seit 1400 Jahren."

Mit diesem kompakten und in seiner perfekten Schlichtheit eindrucksvollen Bauwerk bekommen wir einen ersten Einblick in die Schönheit alter georgischer Kirchen. Das kleine Gotteshaus aus Sandstein erinnert in seiner Schnörkellosigkeit von außen an eine romanische Kirche und in ihrem teils unbehauenen Inneren an Zeugnisse des Urchristentums.

Doch auch außerhalb der Kirche gibt es Beeindruckendes: Wir haben einen prächtigen Blick auf die mittelalterliche Hauptstadt des Landes: Mzcheta. Strategisch perfekt gelegen auf einer flachen Ebene, gut geschützt von drei Seiten - den Flüssen Mtkvari, und Aragwi - und den Bergen. Eine Stadt, nicht nur als Handelszentrum bedeutend:

Georg: "Also in religiöser Hinsicht ist die Stadt noch wichtiger. Für Georgien ist Mzcheta eigentlich so wie für alle Christen dann Jerusalem, die heiligste Stadt."

Was wenige wissen: Georgien ist nach Armenien das älteste christliche Land Europas.

"Wie die Legende sagt, war ein Jude aus Mzcheta, Elias, bei der Kreuzigung Jesu anwesend. Er kaufte einem Soldaten das Gewand des Erlösers ab und brachte es nach Georgien. Seine Schwester Sidonia drückte das Gewand an sich, starb und gab es nicht mehr frei. Sie wurde mit dem Gewand beerdigt und aus dem Grab wuchs eine Zeder."

Diese Zeder spielte dann im frühen 4. Jahrhundert wieder eine Rolle. Als die Heilige Nino, eine Syrerin, zunächst die Königin und dann den König von Georgien bekehrt hatte, wurde eine Kirche errichtet. Einer der Holzstämme, die das Dach des Gebäudes tragen sollten, sollte die besagte Zeder werden.

"Doch der Stamm wollte sich nicht der Bearbeitung fügen. Nino fiel nieder und betete und bat Gott um Hilfe. Ein Engel erschien und hob die Arme und auch der Stamm stellte sich auf und an den für ihn vorgesehenen Platz."

Swetizchoweli, Leben spendende Säule, so heißt die Kathedrale heute. Für die orthodoxen Christen ist sie nationales Heiligtum und Pilgerstätte in Einem. Bei einem Rundgang um das Gotteshaus fällt auf: Die Reliefs sind an georgischen Kirchen sind fast immer ornamental. Statuen findet man hier nicht. So werden zum Beispiel die zwölf Apostel als stilisierte Pfauenfedern dargestellt. Nur der Lebensbaum und das Kreuz aus Weinreben sowie Cherubime sind an den Fassade der Kirchen immer wieder zu finden. Die Klosterschüler und Priester, die uns in Swetiszchoweli begegnen, strahlen Lebensfreude und innere Ruhe aus. Überhaupt scheint sich die Frömmigkeit und Religiosität der Georgier aus einem lebensbejahenden Quell zu speisen. Eine geistige Kraft, die auch im 21. Jahrhundert an Einfluss nicht abzunehmen scheint.

Georg: "Wenn man in die katholische Kirche reingeht, dann ist in der Mitte ein Kreuz, das ist die Kreuzigung, ist ein zentrales Motiv, das Leiden von Christus, wie er für uns gelitten hat. In der georgisch-orthodoxen Kirche ist die Auferstehung das zentrale Motiv, Christus ist gekreuzigt worden, um wieder auferstehen zu können."

Eine große Gläubigkeit und das Immer-wieder-Aufstehen-Können sind bis heute Grundzüge der georgischen Mentalität. Notwendige Eigenschaften vielleicht in einem Land, durch das über Jahrhunderte hinweg Soldaten fremder Länder zogen: Römer, Perser, Byzantiner, Mongolen, Araber, Russen.

Ein Beispiel für das historische Nebeneinander von Gewalt und Religiosität findet sich auf der nächsten Etappe unserer Fahrt, eine gute Wegstrecke nördlich der Kathedrale von Swetizschoweli - malerisch gelegen oberhalb des Jinwali-Stausees: die Festung Ananuri aus dem 17. Jahrhundert.

Von hier aus konnte man das ganze Tal kontrollieren. Der eindrucksvolle Wehrturm, sechs Stockwerke hoch, zeugt davon. Keiner der Fürsten, die hier herrschten, ist jemals eines natürlichen Todes gestorben, so wird erzählt.

Georg: "Die Geschichte ging ganz traurig aus: Der Fürst ist dann so frech geworden und der wollte, natürlich wie alle Menschen wahrscheinlich, immer mehr Geld haben und immer mehr Macht haben. Und hat irgendwann mal seinen Nachbarfürst angegriffen in Südostossetien und muss da auch alle umgebracht haben, soll seine Frau vergewaltigt haben, ob das so stimmt. Er hat sich natürlich gerächt und ist hierher mit bezahlten Leuten aus Nordkaukasus, Tschetschenien und Inguschen und hat die Festung angegriffen und alle haben, dort die ganze Familie von ihm in den Turm eingeschlossen und angezündet."

Doch trotz, oder vielleicht wegen dieser grausamen Geschichte, verfügt die Festung Ananuri sogar über zwei Kirchen. Und während unser Reiseleiter Georg noch erläutert, wie die Kirche Maria Himmelfahrt 1829 zum Besuch von Zar Nikolaus I. frisch gekalkt wurde, zieht eine sonntägliche Prozession um die Kirche herum.

Mehrere Männer ziehen voran, können die schwere Ikone kaum tragen. Der Bischof, ein alter Herr mit weißem Bart, wirkt besonders ehrwürdig mit seiner goldenen Mitra. Er besprengt die Umstehenden mit Weihrauch. Ihm folgen die Gläubigen, die Frauen die Haare traditionell mit einem Kopftuch bedeckt und in langen Röcken, Kinder, junge und alte Männer, Mönche mit langen Bärten. An einer kleinen Anhöhe knien sie nieder und wieder einmal mehr kommt uns der Gedanke an urchristliche Rituale in den Sinn.

Doch der Kaukasus hat noch mehr zu bieten außer beeindruckenden Kirchen und einer auch Ungläubigen ans Herz gehenden Religiosität: eine im Wortsinn sagenhafte Natur.

Über grüne, hochalpine Matten, auf denen gelbe Azaleen und blauer Enzian leuchten erreichen wir den berühmten Kreuzpass auf 2395 Meter Höhe. Den Pass haben schon Alexandre Dumas und Alexander Puschkin eindrücklich beschrieben. Der Name leitet sich von einem hölzernen Kreuz ab, das erstmals 1803 hier oben errichtet wurde. Die Landschaft ist eindrucksvoll, aber immer noch nicht so wild, wie der Name Kaukasus andeutet. Doch der 5047 Meter hohe Kasbeg, der berühmteste Berg der Gegend, ist schon in der Ferne zu erkennen. An ihm, so geht die Sage, war Prometheus angeschmiedet, weil er den Menschen das Feuer brachte.

Allerdings: Kasbeg, das klingt so gar nicht georgisch

Georg: "Also, Kasbeg heißt auf georgisch M... oder einfach B… Das Wort B bedeutet eisig, also wo ewig Eis ist und Zweri ist dann Spitze, also eisige Spitzen. Aber da M… für manche Leute ziemlich schwer ist auszusprechen, ist aus M…ganz schnell Kasbeg geworden. Das ist ein Pseudonym von einem Schriftsteller, der Alexander Kasbeg, der mit normalem Nachname ganz anders heißt - M… - das war dann wieder kompliziert, dann hat er Pseudonym gewählt: Kasbeg. Nach diesem Pseudonym wurde dann der Ort dann wieder, der jetzt wieder alte Namen hat und heißt Stepanzminda, wurde dann Kasbeg genannt und dementsprechend dann auch der Berg als Kasbeg bezeichnet."

Anders als der Berg trägt der Ort Stepanzminda allerdings wieder seinen alten Namen, seitdem Georgien nicht mehr Teil der Sowjetunion ist: St. Stephan. Ein einfaches, etwas staubiges Städtchen, in dem die Kühe im Vorgarten des Museums grasen und immer wieder ein Hahn kräht. In dieser auf 1.700 Meter gelegenen kleinen Ortschaft übernachten wir bei Luisa, einer Meisterin der georgischen Küche und ehemalige Lehrerin für Physik und Mathematik. Nur mit dem Englischen sagt Luisa, da hapert es.

Luisa, einfaches Hauskleid und Schürze darüber, zeigt uns stolz ihr Gästebuch.

Einfach und schön, so ist es in Georgien! Und aufregend! Denn schon erwartet uns ein neuer Höhepunkt: eine Wanderung nach Zminda Sameba: der Heiligen Dreifaltigkeitskirche auf dem Kwemi Mta, 2170 Meter hoch gelegen.

Knapp vier Stunden geht es an Wasserläufen entlang, durch kleine Kiefernwäldchen und an weiten Wiesen vorbei, auf denen noch nach alter Väter Sitte das Heu mit der Sense gemäht wird. Immer wieder sehen wir wilde Pferde und freilaufende Kühe. Und unsere größte Belohnung: vor der Kulisse des Kasbeg thront, von scharfem Wind umtost, die Dreifaltigkeitskirche, in großer Kraftanstrengung erbaut im 14. Jahrhundert von den Bewohnern des Dorfes Gergeti und Mithelfern aus den Nachbartälern.

Georg: "Sie wollten eine Kirche bauen als Zeichen von Frieden und Einheit. Aber sobald es darum ging, wo die Kirche gebaut werden soll, dann war das natürlich Schluss mit Frieden und gab's große Streit, nein, da muss es gebaut werden, nein, bei uns, da ist es viel schöner. Dann kam ein alter Mann, das nennt man hier 'Schluchtältester'. Also, Ältester heißt auch, dass die viel Erfahrung haben in ihrem Leben und hat gesagt: Wir machen das jetzt anders. Wir legen unten, wo weißer und schwarzer Arag ist, wo weiße und schwarze Flüsse zusammen kommen, ein Kalbschulter hin. Da kommt ein Adler und wo der Adler diese Schulter aufisst, da wird auch die Kirche gebaut."

In all der beeindruckenden Einsamkeit kann man sich gut vorstellen, wie die Wiesen sich mit Menschen füllen, wenn jährlich am 28. August die Einwohner von Stepanzminda, Gergeti und alle, die von dort abstammen, sich aufmachen, um zu ihrer Kirche zu wallfahren.

Doch unsere Reise ist noch nicht zu Ende. Wir wandern zurück nach Stepanzminda und fahren weiter auf der Georgischen Heerstraße, in die sagenumwobene Darjal-Schlucht. Sie war einst der wichtigste Weg von Norden nach Georgien und ist so schmal, dass nur wenige Soldaten nötig waren, um den Zugang zu verteidigen.

Über buchstäblich Stock und Stein rumpeln wir Richtung Eingang zur Unterwelt, den die alten Griechen hier verorteten. Hier wird der Kaukasus nun endlich so dunkel und teilweise beklemmend, wie wir es von Anfang an erwartet hatten. Wir müssen das Auto stehen lassen und wandern auf engen Wegen am Terek entlang bis zu einem Wasserfall. Das Tor zur Unterwelt liegt leider nicht mehr auf georgischem, sondern auf russischem Territorium. Und das ist für Georgier seit 2008 nur noch in Ausnahmefällen zu erreichen.

Die russisch-georgischen Beziehungen sind angespannt. Bis heute betrachten die nördlichen Nachbarn das kleine Georgien, das so groß ist wie Bayern, als ihr Einflussgebiet. Das wird uns noch einmal klar auf unserer Rückfahrt die Georgische Heerstraße entlang. Hinter dem Kreuzpass ragt vor beeindruckender Bergkulisse ein Bauwerk hervor, ein riesiges mit überlebensgroßen Bildern bemaltes halbrundes Panorama, das nicht sofort eingeordnet werden kann. Aber was ist es?

Georg: "Ich sag mal jetzt: Es ist 1983 gebaut worden. 200. Jahrestag von russisch-georgischer Freundschaft. Es ist als Denkmal gedacht worden, heute könnte man auch Mahnmal dazu sagen."

Ein Relikt aus der Zeit einer erzwungenen Gemeinschaft in der Sowjetunion, die auch ein gebürtiger Georgier, nämlich Joseph Stalin, zu verantworten hatte.

"Da sieht man links eine georgische Kirche und rechts eine russische Kirche. Die Worte, die da stehen, das ist von Shota Rustaveli, auf Georgisch und auf Russisch, aus dem Epos "Der Recke im Tigerfell" und übersetzt würde das heißen, dass ein Freund für einen Freund sollte immer, immer da sein, das Herz für sein Herz geben und die Liebe als Brücke unter die Füße legen. Das haben die Russen auch immer gemacht."

Georgs ironische Worte bleiben uns noch im Ohr, während wir die Heerstraße entlang zurück nach Tbilisi fahren, die Stadt, die die Russen Tiflis nennen.