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Sunday, February 02, 2014

VIDEO: Der lange Schatten des Josef Stalin. Von Thomas Johnson, Marie Brunet-Debaines (arte.tv)



Dienstag, 28. Januar um 21:55 Uhr (91 Min.)
Wiederholung am Dienstag, 04.02. um 8:55 Uhr
Video >>>

(arte.tv) Josef Stalin, Russlands berühmtester Macht-haber und einer der grausamsten Diktatoren der Weltgeschichte, ist in seinem Land stets präsent. Sein Schatten begleitet den Alltag selbst 60 Jahre nach seinem Tod. Der Film deckt auf, wer Stalin wirklich war, abseits von Prunk, Pracht und Staatspropaganda.

Der Mythos Stalin lebt wieder auf - und das ausgerechnet in Russland, in dem Land, in dem die Menschen am meisten unter dem Mann gelitten haben, der als einer der grausamsten Diktatoren der Weltgeschichte gilt. 60 Jahre nach seinem Tod instrumentalisieren Teile der Bevölkerung und der Regierung die Ideen des Alleinherrschers, der nach einem sowjetischen Weltreich strebte und die westlichen Demokratien als Erzfeinde bezeichnete.

In seinem Dokumentarfilm setzten sich der Regisseur Thomas Johnson, der jahrelang als Journalist für die Zeitung "Actuel" in der ehemaligen UdSSR gearbeitet hatte, und seine Mitautorin Marie Brunet-Dabaines mit den Widersprüchen und Mysterien des Stalin-Kults auseinander. Dabei stützen sie sich auf die Arbeiten von Historikern und Freiwilligen der Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich seit 25 Jahren in der Aufarbeitung des sowjetischen Terrorregimes engagiert. Denn dieses düstere Kapitel der russischen Geschichte wurde so lange verdrängt, dass es heute noch immer durch Köpfe, Gesellschaft und Regierung spukt und die Demokratisierung des Landes gefährdet.

Mit Augenzeugenberichten von GULag-Überlebenden und reichhaltigem Archivmaterial trägt der Dokumentarfilm zur Reflexion über die notwendige Dekonstruktion der totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts bei.

Monday, August 12, 2013

PODCAST: Russland: Durchsuchung bei Menschenrechtlern in Sotschi. Von Peter Gysling (srf.ch)


Aus Echo der Zeit vom 26.07.2013, 18:00 Uhr

(srf.ch) In Sotschi wird im ganz grossen Stil gebaut. Es fliessen Milliarden für die Olympischen Winterspiele 2014. Doch davon sehen viele Fremdarbeiter wenig. Sie werden gezielt ausgebeutet. Die Menschenrechtsorganisation Memorial hat Beschwerde wegen schwerer Arbeitsrechtsverletzungen eingereicht.

Monday, September 10, 2012

VERANSTALTUNG: Über Leben im Nordkaukasus. Zivilgesellschaftliche Akteure berichten (boell.de)

(boell.de) Di, 11.9.12 19 bis 21 Uhr Heinrich-Böll-Stiftung 

Die Situation im Nordkaukasus wird in Russland und in der internationalen Öffentlichkeit nur sporadisch wahrgenommen. Positive Nachrichten sind selten, meist gerät die Region durch Gewalt und Menschenrechtsverletzungen in die Schlagzeilen. Viele Menschen werden Opfer der Gewaltspirale zwischen unkontrollierter Staatsmacht und terroristischen Gruppen; Morde an Menschenrechtlerinnen und Menschenrechtlern erzeugen eine Atmosphäre der Angst, Unsicherheit und Unterdrückung.

In dieser Situation haben es unabhängige zivilgesellschaftliche Akteure besonders schwer: Meist werden sie verdächtigt, Vaterlandsverräter und „Spione des Westens“ zu sein. Dennoch gibt es in allen nordkaukasischen Republiken zahlreiche Initiativen, die sich für den Schutz vor Willkür, für Bildungsangebote und für eine zivile demokratische Kultur engagieren. Wir haben vier Gäste aus Dagestan, Tschetschenien und Kabardino-Balkarien eingeladen, uns einen tieferen Einblick in die gegenwärtigen Entwicklungen in den nordkaukasischen Teilrepubliken und in ihre eigene Arbeit zu gewähren. Welche Freiräume gibt es für zivilgesellschaftliches und politisches Engagement? Wie stark ist der Druck von offizieller Seite? Und welche (Über-)Lebensstrategien entwickeln Menschen?

Mit:
Elena Denisenko, Juristin, Memorial, Dagestan
Azret-Ali Afov, Internationales Rotes Kreuz, Kabardino-Balkarien
Marina Seferova, Dagestan
Fatima Gudieva, NGO Denial, Tschetschenien
Moderation: Dana Jirous, OWEN - Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V.
* angefragt

Sprache: Russisch/ Deutsch mit Simultanübersetzung

Information: Lisa Eichhorn, Projektbearbeiterin Telefon 030/28534388 Email RG_Osteuropa@boell.de

Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Veranstaltungsort: Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
10117 Berlin, Schumannstr. 8

Mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Ausgang über die Spree, dann Albrechtstraße, Reinhardtstraße überqueren und nach links in die Schumannstraße.
Lageplan

Friday, November 13, 2009

VORTRAG: Gespräch mit Oleg Orlov, Vorsitzender der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL (gfbv.de)

Wir laden ein zu Vortrag und Gespräch mit Oleg Orlov, Vorsitzender der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL.
MEMORIAL erhält in diesem Jahr den Victor-Gollancz-Preis der Gesellschaft für bedrohte Völker, den Oleg Orlov am 14. November 2009 in Göttingen entgegennehmen wird


Oleg Orlov führt zur Zeit einen Prozess gegen den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, den er für die Morde an Menschenrechtlern verantwortlich nannte.

Zeit: Sonntag, den 15. 11. 2009, Beginn 18.00
Ort: Tschetschenisches Kulturzentrum, Prinzenallee 25/26, Berlin-Wedding


Pressetermine für Sonntag Abend können über uns angefragt werden.

Mit freundlichen Grüßen Ekkehard Maaß

Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e. V.
Schönfließer Straße 21, 10439 Berlin
Tel 030 4457006 / mobil 0171 1773543
Spendenkonto HypoVereinsbank
BLZ 10020890 / Kto 5619661
www.d-k-g.de

VORTRAG: Gespräch mit Oleg Orlov, Vorsitzender der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL

Wir laden ein zu Vortrag und Gespräch mit Oleg Orlov, Vorsitzender der russischen Menschenrechtsorganisation MEMORIAL.
MEMORIAL erhält in diesem Jahr den Victor-Gollancz-Preis der Gesellschaft für bedrohte Völker, den Oleg Orlov am 14. November 2009 in Göttingen entgegennehmen wird. (
http://www.gfbv.de/pressemit.php?id=2071).
Oleg Orlov führt zur Zeit einen Prozess gegen den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow, den er für die Morde an Menschenrechtlern verantwortlich nannte.

Zeit: Sonntag, den 15. 11. 2009, Beginn 18.00
Ort: Tschetschenisches Kulturzentrum, Prinzenallee 25/26, Berlin-Wedding


Pressetermine für Sonntag Abend können über uns angefragt werden.

Mit freundlichen Grüßen Ekkehard Maaß

Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e. V.
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Wednesday, August 19, 2009

BERLIN: Mahnwache zum Gedenken an Natalja Estemirowa

Sonntag, den 23. August 2009 von 17 bis 19 Uhr an der Weltzeituhr am Alexanderplatz

Am 23.August 2009 sind 40 Tage seit dem politischen Mord an der russischen Journalistin
und Menschenrechtsverteidigerin Natalja Estemirowa vergangen. Wie viele Menschen in der
Russischen Föderation werden wir dieser mutigen Frau an diesem Tag gedenken. Ungeachtet
aller Drohungen, die sie immer wieder erhalten hatte, recherchierte sie weiter unerschrocken
für die russische Bürger- und Menschenrechtsorganisation MEMORIAL Menschenrechtsverletzungen
und prangerte Missstände auch dort öffentlich an, wo das gefährlich für sie war.
Immer wieder haben wir in den letzten Monaten und Jahren den Mord an Menschen beklagen
müssen, die sich in der Russischen Föderation für grundlegende Menschenrechte eingesetzt
haben: Anna Politkowskaja, Magomed Jewlojew, Stanislaw Markelow, Anastasija Baburowa,
Wjatscheslaw Jaroschenko, Natalja Estemirowa und zuletzt Sarema Sadulajewa und ihr Ehemann
Alik Dschabrailow sind nur einige von ihnen. Wir haben vertrauensvoll mit ihnen zusammengearbeitet,
sie besucht und zu uns eingeladen. Vielen von uns waren sie auch zu persönlichen
Freundinnen und Freunden geworden.
Wir trauern um die Ermordeten. Wir sind wütend darüber, dass wir sie nicht schützen konnten
und andere, die sie hätten schützen können, dies nicht getan haben. Wir klagen an, dass die
Täter nicht zur Verantwortung gezogen werden.
Die Mahnwache am 23. August um 17 Uhr wird von MEMORIAL Deutschland veranstaltet.
Wir rufen dazu auf, an der Mahnwache teilzunehmen, auf dem Alexanderplatz Blumen zum
Gedenken an Natalja Estemirowa niederzulegen und dadurch ein unübersehbares Zeichen der
Solidarität zu setzen.

Saturday, August 15, 2009

DOSSIER / MEETING: Liste ermordeter Menschenrechtsverteidiger. Von der gesellschaft für bedrohte Völker. (gfbv.de)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

am Sonntag, 16. August, findet ein Meeting gegen die Ermordung von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten in der Russischen Föderation statt. Anlass sind die jüngsten Morde in Tschetschenien.

Ort: Russische Botschaft, Unter den Linden 63 – 65, 10117 Berlin
Zeit: 15 – 18 Uhr

Verantwortlich: Ilya Vladimirskiy
bkmy43@gmail.com
030 34081149

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In Absprache mit der Berliner Polizei wurde die Demo auf den Alexanderplatz, Weltzeituhr verlegt!

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,
am Sonntag, 16. August, findet ein Meeting gegen die Ermordung von Journalisten und Menschenrechtsaktivisten in der Russischen Föderation statt. Anlass sind die jüngsten Morde in Tschetschenien.

Neuer Ort: Berlin, Alexanderplatz, Weltzeituhr
Zeit: 15 – 18 Uhr



Liste ermordeterMenschenrechtsverteidiger

Zarema Sadulajewa und Umar Sadulajew, ermordet 11. August 2009
Zarema Sadulajewa (geb. 1974) leitete seit 2005 die humanitäre Organisation „Retten wir eine Generation“ in Grosny. Sie half Kindern und Jugendlichen, die während der Kriege verletzt wurden. Sie kümmerte sich auch darum, dass Kriegsversehrte zu lebenswichtigen Operationen in russische und ausländische (auch deutsche) Krankenhäuser kommen konnten, und war Mitglied des von der
Gesellschaft für bedrohte Völker Schweiz gegründeten Zivilforums“. Sie wurde am 10. August gemeinsam mit ihrem Mann Umar aus ihrem Büro in Grosny entführt. Am 11. August wurden beide Leichen mit Schussverletzungen im Kofferraum ihres Wagens gefunden.

Andrej Kulagin, ermordet aufgefunden am 23. Juli 2009
In der Teilrepublik Karelien an der Grenze zu Finnland wurde der Leiter der örtlichen Organisation „Gerechtigkeit“, Andrej Kulagin, tot aufgefunden. Kollegen vermuten, dass Kulagin im Zusammenhang mit seinem Einsatz für einen humaneren Strafvollzug ermordet wurde. Kulagin war seit dem 14. Mai vermisst worden.

Natalja Estemirowa, ermordet 16. Juli 2009
Natalja Estemirowa (50) arbeitete für die renommierte Menschenrechtsorganisation Memorial. Sie war eine Freundin der 2006 ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja sowie mit dem 2009 ebenfalls ermordeten Stanislaw Markelow bekannt. Sie half Familien bei der Suche nach verschollenen Angehörigen und informierte die Öffentlichkeit über Entführungen und über die Folterung von Zivilisten.
Der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow hatte ihre Arbeit persönlich kritisiert. Seit Jahren wurde Estemirowa immer wieder persönlich bedroht. 2005 wurde der Menschenrechtlerin von der EVP-ED-Fraktion des Europäischen Parlaments die Robert-Schumann-Medaille verliehen. Für ihren
Menschenrechtseinsatz wurde sie 2007 zudem mit dem Politkowskaja-Preis ausgezeichnet.
Am Morgen des 15. Juli 2009 wurde Natalja Estemirowa vor ihrem Wohnhaus in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny entführt und am Nachmittag desselben Tages in einem Waldstreifen nahe der Fernstraße M29 bei dem Dorf Gasi-Jurt im Rajon Nasran der Nachbarrepublik Inguschetien[6] mit mehreren Kopf- und Brustschüssen tot aufgefunden. Estemirowa war verwitwet. Sie hinterlässt eine Tochter im Schulalter.

Wjatscheslaw Jaroschenko, ermordet 29. Juni 2009
Der 63 Jahre alte Journalist Wjatscheslaw Jaroschenko war am 30. April überfallen und zusammengeschlagen worden. Er starb in Rostow-am-Don an schweren Kopfverletzungen. Jaroschenko arbeitete für eine Zeitung in Rostow-am-Don, die sich mit Korruption bei Justiz und anderen Behörden befasst.

Umar Israilow, ermordet 13. Januar 2009
Israilow hatte sich am bewaffneten Kampf der Tschetschenen beteiligt und war nach seiner Festnahme gezwungen worden, für die so genannten Kadyrowzy zu arbeiten. Er wurde einer der Leibwächter des tschetschenischen Präsidenten Ramzan Kadyrow. Israilow wurde auf offener Straße in Wien erschossen, wo er als Flüchtling lebte. Er hatte gemeinsam mit seinem Vater vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof Klage gegen Russland wegen Folterung durch Kadyrow
eingereicht. Ein US-Journalist hat dieses Material nach seinem Tod veröffentlicht. Menschenrechtler gehen davon aus, dass Israilow durch die Beweise, die er gesammelt hatte, zu einer Gefahr für Kadyrow wurde.

Magomed Jewlojew, ermordet 31. August 2008
Magomed Jewlojew war Jurist und Journalist und betrieb seit 2001 die Internetnachrichtenseite Ingushetiya.ru, die für ihre dezidiert kritische Haltung gegenüber der Führung der russischen Teilrepublik Inguschetien unter Präsident Murat Sjasikow sowie der Kaukasuspolitik der Moskauer Zentralregierung bekannt war. Die inguschetischen Behörden versuchten mehrmals, die Seite zu schließen. Im Sommer 2007 wurde Jewlojew bezichtigt, die kaukasischen Ethnien bewusst
gegeneinander aufzuhetzen. Ein entsprechendes Verfahren wurde eingeleitet, jedoch auf Weisung des Obersten Gerichtshofes der Russischen Föderation im Frühjahr 2008 eingestellt. Bereits im Herbst 2007 war ein zweites Verfahren initiiert worden. Jewlojew wurde diesmal beschuldigt, während seiner Tätigkeit bei der Justiz durch gefälschte Entlastungsdokumente die Freilassung von Verdächtigen
herbeigeführt zu haben. Auf Betreiben der inguschetischen Staatsanwaltschaft wurde 2008 schließlich ein Gerichtsbeschluss e rwirkt, der der Seite Ingushetiya.ru die Weiterführung ihrer Arbeit wegen Extremismus untersagt. Die Entscheidung wurde zuletzt am 12. August 2008 von einem Moskauer Gericht bestätigt. Wegen des zunehmenden Drucks von Seiten der Staatsorgane floh die Chefredakteurin der Website Anfang August nach Frankreich, wo sie um politisches Asyl bat. Die Inhalte von Ingushetiya.ru liegen auf einem Server in den USA, um sie vor dem Zugriff
russischer Staatsorgane zu schützen.
Am 31. August 2008 starb Magomed Jewlojew an den Folgen eines Kopfschusses, der ihm in Polizeigewahrsam zugefügt worden war. Jewlojew war auf dem Flughafen der inguschetischen Hauptstadt Magas festgenommen worden, nachdem er gemeinsam mit dem inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow angekommen war. Während des Fluges soll es zu einem heftigen Streit zwischen beiden gekommen sein.

Gadschi Adaschilow, ermordet 22. März 2008
In der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus wurde der Chef der staatlichen Rundfunk- und Fernsehanstalt, Gadschi Abaschilow, vor einem Geschäft in der Hauptstadt Machatschkala erschossen.

Iljas Scharpajew, ermordet 21. März 2008
Bekannt geworden ist Scharpajew als Reporter des staatlichen Fernsehsenders (Erster Kanal) mit Berichten über den Kaukasus und teils kritischen Darstellungen des Vorgehens der lokalen Behörden.
Am 21. März 2008 wurde Scharpajew in seiner Wohnung niedergestochen und mit einem Gürtel erdrosselt. Nur wenige Stunden vor seinem Tod hatte er in seinem Blog die Absetzung seiner Kolumne durch die dagestanischen Tageszeitung Nastojaschtscheje wremja („Heutige Zeit“) und Aufnahme in eine „Schwarze Liste“ bei der Zeitung unerwünschter Journalisten mit dem Satz kommentiert: „Jetzt bin ich Dissident!“.] Die Existenz derartiger schwarzer Listen wurde vom Chefredakteur der
Zeitung dementiert.

Anna Politkowskaja, ermordet 7. Oktober 2006
Die bekannte und durch etliche internationale Preise geehrte russische Journalistin Anna Politkowskaja hatte sich durch ihre Reportagen zum Krieg in Tschetschenien einen Namen gemacht. Schonungslos hatte sie Verbrechen aufgedeckt und war so ins Visier des Kremls geraten. Den heutigen Präsidenten Tschetscheniens, Ramzan Kadyrow, hatte sie scharf kritisiert und für Menschenrechtsverletzungen wie Folter persönlich verantwortlich gemacht. Sie half vielen Einzelpersonen, die in Tschetschenien Opfer der Gewalt geworden waren. Am 7. Oktober 2006 wurde sie in ihrem Moskauer Wohnhaus von Unbekannten erschossen.

Stanislav Markelow, ermordet 19. Januar 2009
Der Anwalt Markelow gründete die Nichtregierungsorganisation „Institut für die Vorherrschaft des Rechts“. Er vertrat seine Mandanten vor russischen Gerichten und auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Seinen politischen Strandort bezeichnete er als sozialdemokratisch. Er verteidigte Tschetschenen, die Opfer des russischen Militärs geworden wa ren, und war häufig in Grosny. Bekannt wurde er unter anderem als Rechtsbeistand der Journalistin Anna
Politkowskaja. Sie lobte Markelow als „ersten Anwalt, der in Tschetschenien arbeitet und dort die Rechte der Einwohner schützt“. Drohungen erhielt Markelow insbesondere für seine Tätigkeit im Fall des Armeeobersten Budanow. Dieser wurde im Jahr 2003 für die Ermordung der 18-jährigen Tschetschenin Cheda Kungajewa zu zehn Jahren Haft verurteilt. Er war der bisher ranghöchste Militär, der für Verbrechen im Tschetschenienkrieg zur Verantwortung gezogen wurde. Markelow wurde in
Moskau auf offener Straße erschossen. Die Journalistin Baburowa versuchte den Täter aufzuhalten und wurde kurz darauf gleichfalls erschossen.

Anastasija Baburowa, ermordet 19. Januar 2009
Die junge Journalistin arbeitete als Praktikantin für die regimekritische Nowaja Gaseta. Sie war in der Menschenrechts- und Antifaarbeit engagiert und gehörte der anarchistischen Organisation Awtonomnoje Deistwije an. Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Berichterstattung über die neonazistische Szene Russlands. Sie hatte mehrere Artikel über Rassismus und Ultranationalismus in Russland veröffentlicht.Baburowa schrieb über Skinhead-Gruppen und arbeitete zusammen mit Kollegen der „Nowaja Gaseta“ an Recherchen, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden. Sie
begleitete den Menschenrechtsanwalt Markelow nach dessen Pressekonferenz zur Freilassung des Armeeobersten Budanow. Nach den Schüssen auf Markelow versuchte sie, den Täter aufzuhalten. Selbst durch Schüsse verletzt wurde sie in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie verstarb. Dort verabschiedeten sich ihre Eltern, Freunde und Kollegen von der 25-Jährigen, die ihr Praktikum bei der "Nowaja Gaseta" erst vor vier Monaten begonnen hatte.

Murad Muradow, ermordet 2005
Murad Muradow war der Vorgänger von Sarema Sadulajewa bei der Organisation „Rettet eine Generation“, die sich um tschetschenische kriegsversehrte Kinder kümmert. Er wurde verschleppt und schließlich tot aufgefunden. Sein Leichnam wies starke Folterspuren auf.

Paul Klebnikow, ermordet 9. Juli 2004
Klebnikow war ein US-amerikanischer Journalist und Chefredakteur sowie Herausgeber der russischen Ausgabe des Forbes Magazine. In seinem Buch Godfather of the Kremlin: The Decline of Russia in the Age of Gangster Capitalism (dt. Der Pate des Kreml – Boris Beresowski und die Macht der Oligarchen), zeichnete Klebnikov die Aktivitäten verschiedener russischer Oligarchen, insbesondere von Boris Beresowskis, nach und informierte über deren dubiosen Aufstieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion.
Sein zweites und letztes Buch Gespräch mit einem Barbaren erschien 2003 und handelte von Interviews, die Klebnikow mit dem tschetschenischen Rebellen-Anführer und ehemaligen Moskauer Unterweltboss Chosch Achmed Nuchajew führte. Klebnikow wurde von zwei unbekannten Tätern vor dem Verlagsgebäude des russischen Forbes Magazine in Moskau erschossen.

Nikolaj Girenko, ermordet 19. Juni 2004
Der 64 Jahre alte Ethnologe und wissenschaftliche Mitarbeiter der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften, Nikolaj Girenko, wurde in St. Petersburg von Unbekannten erschossen. Als Experte für Verbrechen mit rassistischem Hintergrund wurde er regelmäßig von der Staatsanwaltschaft St. Petersburg als Sachverständiger bei Prozessen gegen Neonazigruppen herangezogen. Nikolaj Girenko arbeitete auch für die Organisationen Memorial, Bürgerkontrolle und für das Netzwerk russischer NGOs gegen Rassismus, Xenophobie und Intoleranz.

Aslan Davletukaev, ermordet 10. Januar 2004
Der Mitarbeiter der Gesellschaft für Russisch-Tschetschenische Freundschaft, wurde von Angehörigen einer russischen Todesschwadron ermordet. Davletukaev sammelte und veröffentlichte regelmäßig Informationen über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Sein Leichnam wurde gezeichnet von Folterspuren und Misshandlungen in der Nähe der Autobahn bei der Stadt Gudermes gefunden. Seine Arme und Beine waren gebrochen, sein Körper zeigte Wunden, die ihm durch ein scharfes Metallobjekt zugefügt worden waren. Der Menschenrechtler starb schließlich durch einen Schuss in den Hinterkopf. Am 17. Januar wurde er beerdigt.

Zura Bitieva, ermordet 21. Mai 2003
Zura Bitieva sammelte und veröffentlichte immer wieder Informationen über Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Sie betreute ausländische Journalisten und war im berüchtigten Tschernokosowo-Gefängnis inhaftiert, wurde ständig bedroht und schließlich mit mehreren ihrer Familienmitglieder ermordet.

Malika Umaschewa, ermordet 1. Dezember 2002
Die Menschenrechtlerin und ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Alkan-Khala wurde von russischen Todesschwadronen hinterrücks erschossen.

Monday, August 10, 2009

ARTIKEL: Russlands Saubermann in Tschetschenien. Von Ulrich Heyden (eurasischesmagazin.de)

Nach Mord-Vorwürfen kündigt der Präsident Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow an, er werde gegen den Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow, eine Verleumdungsklage führen. Darauf ließ dieser das Büro seiner Organisation in Grosny schließen.

Der ganze Text >>>

Friday, July 17, 2009

NACHRICHTEN: Mord an russischer Menschenrechtlerin (eurotopics.net)

Am Mittwoch haben Unbekannte in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny die russische Menschenrechtsaktivistin Natalija Estemirowa entführt und getötet. Sie arbeitete für die Menschenrechtsorganisation "Memorial" und galt als enge Vertraute der ebenfalls ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja.

El País - Spanien "Wenige Dinge haben in Russland weniger Konsequenzen als der Mord an denjenigen, die die herrschende Missachtung der Menschenrechte dokumentieren", schreibt die linksliberale Tageszeitung El País: "Der Mord an Natalija Estemirowa beleuchtet erneut die dringliche Notwendigkeit, dass Europa und die USA, die gestern ihre Empörung geäußert haben, das Thema der Menschenrechte in den Mittelpunkt jeglichen Dialogs mit Moskau stellen. ... Sowohl für die Europäische Union als auch für die USA, wo Barack Obama dieser Tage mit der medienwirksamen Idee spielt, die Beziehungen zwischen Washington und Moskau von Null beginnen zu lassen, wäre ein demokratisches Russland ein wesentlich vertrauenswürdigerer, stabilerer ... Partner als das aktuelle autoritäre [Russland]." (17.07.2009)
» zum ganzen Artikel (externer Link, spanisch)
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Delo - Slowenien Die Ermordung der Menschenrechtsaktivistin Natalija Estemirowa habe Auswirkungen auf die Berichterstattung über die Konfliktregion Nordkaukasus, schreibt die Tageszeitung Delo: "Die Ermordung Natalija Estemirowas, die den alternativen Nobelpreis ... bekommen hat, ist für Russland ein eigenartiger Wendepunkt. Menschenrechtsaktivisten waren bisher die einzige Informationsquelle über die Greueltaten in Tschetschenien. Deshalb werden sie auch einer nach dem anderen umgebracht. Doch wer wird die Wahrheit über den Nordkaukasus weitergeben, wenn auch diese mutigen Berichterstatter verstummen? Deshalb ist es höchste Zeit, dass die internationale Gemeinschaft endlich die Augen öffnet. Die Verbrechen, die die russische Armee und ihre Helfer begehen, sind nämlich nicht weniger grausam, als die die [der frühere serbische Präsident Slobodan] Milošević im ehemaligen Jugoslawien begangen hat." (17.07.2009)
» weiterführende Informationen (externer Link, slowenisch)
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Alle verfügbaren Texte von » Branko Soban

Die Presse - Österreich Natalja Estemirowa ist das letzte Opfer einer ganzen Serie von Morden an Menschenrechtlern in Russland, von denen die meisten unaufgeklärt seien, schreibt die Presse: "Die russische Justiz ist lichtempfindlich. Diese Aggression gegen jegliche Form von Transparenz könnte ein Grund sein, dass Dutzende Morde an Journalisten und Menschenrechtsaktivisten unaufgeklärt bleiben. Vor allem die Hintermänner und Auftraggeber bleiben oft im Verborgenen. So im Fall [der Journalistin Anna] Politkowskaja, den die Staatsanwaltschaft mit der Verurteilung von Mittätern schnell abschließen wollte, obwohl die Auftraggeber bis dato unbekannt geblieben sind. Und auch im Fall [des Journalisten] Paul Chlebnikow, bei dem nicht nur die Auftraggeber, sondern auch die Ausführenden frei herumlaufen. ... Diese Tradition verheißt auch im Fall der tschetschenischen Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa nichts Gutes." (17.07.2009) » zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
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Alle verfügbaren Texte von » Eduard Steiner

Corriere del Ticino - Schweiz Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew könnte sich mit seiner Reaktion auf den Mord an Natalja Estemirowa vom Clan des Ministerpräsidenten Wladimir Putin emanzipieren, mutmaßt die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Der russische Präsident zeigt sich empört ... und hat auch zugestanden, dass der Mord eindeutig mit dem Menschenrechtsengagement von Natalja Estemirowa zusammenhängt. Die Frage ist, ob dieser größeren Sensibilität, die der neue Kreml-Chef an den Tag legt, auch ein Marschroutenwechsel Moskaus im Schutz der Menschenrechte folgen wird, oder ob es - angesichts des Aufsehens, das die neue Bluttat bei der internationalen Gemeinschaft erregt hat - nur eine Scheinreaktion ist. Das Schweigen von Putin, der in seiner Rolle als Premier eng mit Medwedjew zusammenarbeitet, über den Vorfall ist kein ermutigendes Zeichen. Wenig ermutigend ist auch die Tatsache ist, dass die Ermittlungen zum Mord an Natalja Estemirowa Alexander Bastrikin anvertraut worden sind. Er ist der kontroverse Chef des Ermittlungsausschusses, der mit Putin liiert ist und über dessen Misserfolg im Fall Politkowskaja viel geredet wird." (17.07.2009)
» zum ganzen Artikel (externer Link, italienisch)
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Alle verfügbaren Texte von » Osvaldo Migotto

Gazeta Wyborcza - Polen Die liberale Tageszeitung Gazeta Wyborcza befasst sich mit den politischen Zielen der Aktivistin Natalija Estemirowa in Tschetschenien: "Einerseits ist es gut, dass man solche Menschen wie Natalija Estemirowa an jeder Ecke Russlands finden kann. Andererseits ist es tragisch, dass sie sich immer in der Schusslinie befinden. Und es sieht auch nicht danach aus, dass sich das so schnell ändern wird. ... Estemirowa war - ähnlich übrigens wie [Anna] Politkowskaja - keine Anhängerin der Unabhängigkeit von Tschetschenien. Sie war gegen die Fanatiker, die Tschetschenien in den führungslosen 1990er Jahren beherrscht und dort versucht haben, die Scharia [islamisches Recht] einzuführen. Und denen es in Wirklichkeit nur ums Geld ging und darum, die Macht ungeteilt ausüben zu können. ... Estermirowa ging es darum, dass Tschetschenien eine echte Autonomie innerhalb Russland bekommt. Und es ging ihr vor allem darum, dass es dort nicht zu Vergewaltigung und Rechtlosigkeit kommt - unabhängig davon, wer in der Republik herrscht." (17.07.2009)
» zum ganzen Artikel (externer Link, polnisch)
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Alle verfügbaren Texte von » Marcin Wojciechowski

more (guardian.co.uk.):
Journalists and human rights lawyers killed in Russia
Chechen president threatened murdered campaigner, human rights group alleges
Award-winning human rights campaigner murdered in Chechnya

Thursday, July 16, 2009

INTERVIEW: David Remnick: Natalia Estemirova (newyorker.com)

A couple of years ago, at a memorial service for the great Russian journalist Anna Politkovskaya put together by PEN, I had the honor of interviewing onstage one of Politkovskaya’s friends, the human-rights activist Natalia Estemirova. Politkovskaya, who was murdered at her home in Moscow in 2006 (as Michael Specter and Keith Gessen have written in The New Yorker), did her best and bravest work in Chechnya for the newspaper Novaya Gazeta, one of the few remaining outlets with the audacity to continue publishing the truth about Russia in the Age of Putin. In Chechnya, one of her closest friends and sources of information was Natalia.

Natalia was one of those remarkable people whom reporters depend on in every ominous corner of the world: the human-rights activists who know so much, and who give completely of themselves, with little thought to their security. They are the ones who reap no glory or profit; they are the ones for whom the violence and corruption is not a “story” but the center of their lives. Natalia did her work for Memorial, a human-rights group that began during the Gorbachev years. It started out intending to unearth the buried facts of the Stalin era. Now it concentrates largely on the present tense.

This morning, according to news reports, Natalia was kidnapped near her home in Chechnya. She was thrown into a van and disappeared. Now she has been found dead, with two bullet wounds in her head, in the neighboring region of Ingushetia.

It is a horrible event, and yet it is just the latest of many outrages against Russians devoted to truth-telling. Each time, the reaction is the same: the howls of anger, the dramatic funeral, the icy indifference of the Russian government, and a prolonged investigation and a trial scripted by Dostoyevsky.

Below is my interview with Natalia.

Interview from David Remnick >>>

Russian activist Natalya Estemirova found dead >>>
The prize-winning Russian human rights activist Natalya Estemirova was found dead in Ingushetia on Wednesday after being abducted earlier in the neighbouring region of Chechnya, it has been reported.
(telegraph.co.uk)

Menschenrechtlerin im Kaukasus erschossen >>>
Die russische Menschenrechtsaktivistin Natalja Estemirowa ist in Tschetschenien entführt und ermordet worden. Sie kämpfte seit Jahren gegen staatliche Willkür in der Region. (sueddeutsche.de)

Saturday, November 15, 2008

HINWEIS: Veranstaltung: Süd-Ossetien: Leben nach dem Krieg, 17.11., 19.30 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir haben heute Nachricht von nachfolgender Veranstaltung erhalten, auf die wir Sie – leider sehr kurzfristig – gern aufmerksam machen möchten.

Eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Mit freundlichen Grüßen
Franca Brand

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Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde e.V.
German Association for East European Studies
Schaperstr. 30
D-10719 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 / 21 47 84 12
Fax: +49 (0) 30 / 21 47 84 14
E-Mail: info@dgo-online.org
Homepage: www.dgo-online.org

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Süd-Ossetien: Leben nach dem Krieg

Zeit: Montag, 17. November, 19:30 Uhr
Ort: taz-Cafe, Rudi-Dutschke Strasse, Berlin


Seit drei Monaten schweigen die Waffen zwischen Georgien und Russland im Kampf um Süd-Ossetien. Russland hat Süd-Ossetien anerkannt, EU-Beobachter überwachen seit Oktober den Waffenstillstand. Inzwischen scheint sich das während des Krieges angespannte Verhältnis zwischen Russland und der Europäischen Union wieder zu entspannen. Die EU wird in Kürze die Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft mit Russland wieder aufnehmen. Wie sieht heute, drei Monate nach Kriegsende, das Leben in der international nicht anerkannten Republik Süd-Ossetien aus? Gibt es überhaupt noch die Perspektive einer Reintegration Süd-Ossetiens in den georgischen Staat? Welche Auswirkungen hat der Konflikt auf die Region?

Es diskutieren:

- Svetlana Gannuschkina vom "Menschenrechtszentrum Memorial".
Gannuschkina hatte in den vergangenen 20 Jahren mehrfach Konfliktgebiete in Georgien, Berg-Karabach, Tschetschenien und Inguschetien besucht. Im Oktober 2008 hatte sie Südossetien besucht.
Gannuschkina ist Mitglied im Rat für Zivilgesellschaft und Menschenrechte beim Russischen Präsidenten, Trägerin des Menschenrechtspreises von Amnesty International, Deutsche Sektion, 2003.
- Maria Kotajewa, Jahrgang 1986, ist Lehrerin für englische Sprache und Literatur an der allgemeinbildenden Oberschule Nr. 7 der Stadt Zchinwali. Zugleich ist sie aktives Mitglied des
Jugendparlaments der Republik Südossetien. Während des Krieges befand sie sich in Zchinwali.
- Mira Zchowrebowa, Jahrgang 1952, ist an der Südossetischen Staatlichen Universität tätig, wo sie einen Lehrstuhl für englische Sprache innehat. Sie war bereits als Augenzeugin des Konflikts zur Herbsttagung der Parlamentarischen Versammlung des Europarats in Straßburg eingeladen.
- Walter Kaufmann, eh. Leiter des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung in Tbilissi/Tiflis/Georgien (2003 bis Juli 2008).
Der Osteuropahistoriker und Slavist war 1995-2002 Osteuropa-Referent der Heinrich-Böll-Stiftung, von 2003 bis Juli 2008 Leiter des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung in Tbilisi/Tiflis/Georgien.

Moderation: Barbara Oertel, taz

Thursday, November 13, 2008

VERANSTALTUNGEN: Diskussionen und Lesungen - organisiert von der Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e.V. (Berlin)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder, liebe Freunde,
ich weise Sie gern auf folgende Veranstaltungen hin:

16. 11. 2008
Treffen von Svetlana Gannushkina (Memorial Moskau / Netzwerk Migration und Recht) mit tschetschenischen Flüchtlingen im Tschetschenischen Kulturzentrum, Prinzenallee 25/26, 3. Hof, 13359 Berlin-Wedding; Beginn 11 Uhr

17. 11. 2008
Podiumsdiskussion zu dem Krieg in Südossetien mit Swetlana Gannuschkina (Memorial Moskau), zwei Frauen aus Zchinvali, Peter Franck (amnesty international), Walter Kaufmann (ehem. Leiter des Büros der Heinrich-Böll-Stiftung in Tbilissi), Moderation Barbara Oertel
Ort: taz-Café in der Rudi-Dutschke-Straße 23 (U-Bahnhof Kochstraße); Beginn 19.30

18. 11. 2008
Lesung von Apti Bisultanov und Ekkehard Maaß in der Lettrétage, Methfesselstraße 23-25,10965 Berlin (U-B Platz der Luftbrücke), Beginn 20 Uhr

Ekkehard Maaß
Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e. V.
Schönfließer Straße 21, 10439 Berlin
Tel 030 4457006 / mobil 0171 1773543
Spendenkonto HypoVereinsbank
BLZ 10020890 / Kto 5619661

Friday, September 05, 2008

DISKUSSION: Stabilisierung durch zivilgesellschaftliche Kooperation im Nordkaukasus?

Podiumsdiskussion im Robert-Havemann-Saal des Hauses der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin

am 15. September 2008 um 19.00 Uhr

Der Krieg um Südossetien hat der Welt erneut vor Augen geführt, wie labil die Kaukasusregion mit ihren vielen Völkerschaften, Teilrepubliken und historischen, kulturellen und politischen Konflikten ist. Dies gilt nicht allein für die zwischenstaatliche Ebene: Auch die nordkaukasischen Republiken innerhalb Russlands sind
von einer friedlichen und demokratischen Entwicklung noch weit entfernt.
Wie brisant ist derzeit die innere politische und soziale Situation in Republiken wie Tschetschenien, Nordossetien, Inguschetien? Ist die äußerliche Ruhe in Tschetschenien eher ein Zeichen für den Erfolg von
Wladimir Putins Strategie der Nationalisierung des Konflikts oder eher eines für die Härte des autoritären Regimes von Präsident Ramsan Kadyrow? Wie wirken sich die alten und neuen Flüchtlingsströme auf
die Region aus? Welche Rolle kann menschenrechtliche und Bildungsarbeit für deren Stabilisierung und Entwicklung spielen? Welche Partner stehen für eine zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit bereit, welche Widerstände sind zu erwarten? Welche Unterstützung ist von der deutschen und internationalen Politik erforderlich?

Darüber sprechen Peter Franck (Amnesty International), Reinhard Weißhuhn (Referent der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Grüne für Außenpolitik und Ostmitteleuropa) und Ekaterina Sokiryanskaya vom russischen Menschenrechtszentrum Memorial, die lange in den Büros der Organisation in Nasran (Inguschetien) und Grosny (Tschetschenien) gearbeitet hat.

Anlass ist die Fotoausstellung des Deutsch-Russischen Austausch "Zwischen Wiederaufbau und Kriegserbe -- ein aktueller Einblick in den Nordkaukasus" mit Aufnahmen von Günter Nooke, dem Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, und Reinhard Weißhuhn, die auf getrennten Reisen 2007 entstanden und die noch bis zum 19.9. im Haus der Demokratie und Menschenrechte zu sehen sind.

Moderation: Stefan Melle (Deutsch-Russischer Austausch)
Veranstalter: Deutsch-Russischer Austausch, Amnesty International, Stiftung Haus der Demokratie
--
Holger Löbell
Assistenz der Geschäftsführung
Deutsch-Russischer Austausch e.V.
Badstr. 44, D-13357 Berlin
Tel: +49/30/44 66 80 18
Fax: +49/30/44 66 80 10
Mail: Assistenz@austausch.org
http://www.austausch.org

Wednesday, April 09, 2008

BERLIN: In Grosny alles o.k.? Keine Lösung im Tschetschenienkonflikt in Sicht.

Hiermit möchte ich auf eine Veranstaltung des Berliner Bildungswerkes der Heinrich-Boell-Stiftung am 26.4. zur aktuellen Entwicklung in Tschetschenien hinweisen.

ZEIT: 26. April 2008, 19:00 Uhr

ORT: Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung in den Hackeschen Höfen
Rosenthaler Str. 40/41, 10178 Berlin
(S Hackescher Markt, U8 Weinmeisterstraße)


030/612 60 74, global@bildungswerk-boell.de

Mit: Natalja Estemirova, Memorial Grozny

Aus russischer und tschetschenischer offizieller Sicht erscheint der Konflikt in Tschetschenien längst beendet. Von außen betrachtet befindet sich die Republik in der Phase des Wiederaufbaus. Dabei ist keines der Probleme gelöst, die den Konflikt in den letzten Jahren bestimmt haben.

Unter der Führung des Präsidenten Ramsan Kadyrow hat sich ein autoritäres Herrschaftssystem etabliert. Die Wiedererrichtung der Infrastruktur geht einher mit einem Klima der Angst. Entführungen und Folter als Maßnahmen der sogenannten Terrorbekämpfung bleiben weiter erhalten. Die Arbeitslosigkeit in Tschetschenien ist die höchste in ganz Russland, Korruption blüht. Die Rückkehr von Flüchtlingen ist
politisch erwünscht und soll den Normalisierungsprozess propagandistisch untermauern, tatsächlich aber fehlen dafür soziale und materielle Voraussetzungen. Schon jetzt nutzen Politik und Verwaltung in den Fluchtländern die scheinbare Ruhe, um tschetschenischen Flüchtlingen das Recht auf weiteren Verbleib in
Sicherheit zu entziehen. Die Veranstaltung will detaillierte Informationen über die aktuelle Situation in Tschetschenien sowie Materialien für die Verteidigung der Rechte tschetschenischer Flüchtlinge in Europa zu Verfügung stellen.

Teilnahme frei

Eine Veranstaltung des Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung.


Diese Veranstaltung wird realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

_____________________________________________

Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Kottbusser Damm 72
10967 Berlin

Tel.: 030-61 12 89 67 Fax 030-618 30 11
e-mail:global@bildungswerk-boell.de

Homepage:
www.bildungswerk-boell.de

Die Jugendseiten:
www.alt-l.de

Saturday, March 15, 2008

PUBLIKATION.: Biograph. Studie ueber Frauen in Tschetschenien

Marit Cremer: Fremdbestimmtes Leben. Eine biographische Studie über Frauen in Tschetschenien
Transcript Verlag, Bielefeld 2007. 203 Seiten, kart., 21,80 Euro.
ISBN: 978-3-89942-630-4

Die Auflösung der Sowjetunion hat in den Nachfolgestaaten zu einer Suche nach neuen verbindlichen gesellschaftlichen Werten geführt. In der Tschetschenischen Republik kam es unter dem sowjetischen General Dudajew seit 1991 zu einer Wiederbelebung traditioneller Werte, die historischen Überlieferungen entnommen wurden. Unter den extremen Bedingungen von Krieg, Flucht und Exil stellt sich für viele Bewohner Tschetscheniens die Frage nach Herkunft und Identität neu. Die Autorin lässt tschetschenische Frauen ihre Lebensgeschichten erzählen und analysiert anhand des umfangreichen Materials den Wandel ihrer Einstellungen zur Geschichte und Kultur ihres Volkes, ihre Positionierung zu Traditionen, dem Islam und ihrer Rolle als Frauen.

Marit Cremer (Dipl.-Soz.) beschäftigt sich v.a. mit Transformationsprozessen in Russland und Tschetschenien. Außerdem arbeitet sie in Berlin freiberuflich als Dolmetscherin, u.a. im
Behandlungszentrum für Folteropfer e.V. und ist im Vorstand von Memorial Deutschland e.V.


Nachfolgend die Rezension von Hans-Joachim Neubauer aus dem Rheinischen Merkur:

Frauenleben
Was ist Tschetschenien, ein Fleck auf der Landkarte, ein Beispiel für Gewaltherrschaft, eine kleine Karte im Poker der Supermächte? In Tschetschenien wird mit blutigen Mitteln Geschichte geschrieben. Und die Berliner Sozialwissenschaftlerin Marit Cremer nun lässt die zu
Wort kommen, die in dieser Geschichte sonst keine Stimme haben, die Frauen. Fünf Tschetscheninnen berichten von Krieg und Flucht, von Wunden und Schuldgefühlen, von der Desorientierung. Sie erzählen vom Verlust ihrer männlichen Verwandten, vom Weg in die Berge, von Bomben und Attentaten. Der Krieg wies ihnen neue Rollen und Aufgaben zu, da er ihnen die Männer nahm. Damit verändert er auch die Macht der Tradition.

Die Frage, was Tschetschenien sein wird, hängt von den Chancen der Frauen ab. Cremers unsentimentaler Blick auf deren Seite entdeckt die Konsequenzen verfehlter Politik für die einfachen Menschen. Gerade weil Cremer so nüchtern beschreibt, wie die tschetschenischen Frauen ihre Erfahrungen verarbeiten, enthüllt sich das kollektive Trauma in seiner ganzen Drastik. Kein leichtes Buch, aber ein großes und kluges; eines, das schwer wiegt.

Tuesday, November 13, 2007

PHOTOGRAPHY: Genocide memorial

Memorial for the victims of the 1915 genocide,
perpetrated by Turkey against Armenians and humanity

Uploaded on November 5, 2007 by Sev White