Showing posts with label SRF. Show all posts
Showing posts with label SRF. Show all posts

Sunday, January 10, 2016

RADIO: Die 22 Seilbahnen von Tschiatura . Von Tatjana Montik (srf.ch)

(srf.ch) Der Name Tschiatura dürfte den meisten unbekannt sein. Kein Wunder, ist es doch der Name einer mittelgrossen Stadt in der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien. Heute ist Georgien längst selbstständig. Als Erbe der Sowjetzeit aber ist der Stadt eine besondere Attraktion geblieben: 22 Seilbahnen.

Zum Hören >>>

Im georgischen Tschiatura waren einst über 60 Seilbahnen in Betrieb. Foto: Marco Fieber
Einst hatte Tschiatura über 60 Seilbahnen, die Menschen und Mangan beförderten. Und diese Tradition, Seilbahn und Bergbau, lebt bis heute fort, bloß in einem bescheideneren Umfang. Tatjana Montik erzählt, was es damit auf sich hat und welche Hoffnungen die Bevölkerung von Tschiatura an dieses Erbe der Sowjetzeit knüpft.

Saturday, January 09, 2016

Klassik: Khatia Buniatishvili im Schweizer Fernsehen (srf.ch)

Eigentlich spielt die gebürtige Georgierin als Kind nur Klavier zum Spass. Doch aus dem Spass wird ein zeitaufwendiges Hobby und aus dem Hobby schlussendlich ihr Beruf. 2012 erhält die Starpianistin mit ihrem ersten Album ‚Franz Liszt‘ den renommierten Musikpreis «Echo Klassik». In diesen Tagen bringt sie ihr viertes Solo-Album namens «Kaleidoscope» heraus. Mit ihrem stürmischen Temperament, ihrem Sexappeal und dem sehr eigenwilligen Lebensstil spielt sich Khatia Buniatishvili im Schnellzugstempo in die Herzen des Publikums. Mit ihr bewegt sich die Klassik hin zu neuen Ufern.

Sunday, September 07, 2014

LITERATUR: Sechs Generationen auf den Spuren der Vergangenheit. Von Esther Schneider - Über Nino Haratischwilis dritten Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» (srf.ch)

(srf.ch) Opulenter Familienroman, Märchen und Geschichtslektion: Mit ihrem dritten Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» schaut Nino Haratischwili in die Vergangenheit ihres Heimatlandes Georgien. Sie erzählt am Beispiel einer Familie, wie Krieg und Diktatur das Leben von sechs Generationen prägt.




Für die Autorin Nino Haratischwili ist das umfangreiche Familienepos «Das achte Leben (Für Brilka)» eine persönliche Auseinandersetzung mit ihrem Heimatland Georgien. Nino Haratischwili ist in einer Zeit aufgewachsen, die für Georgien schwierig war. Geboren Anfang der 80er-Jahre erlebte sie ein Land, das sich von der ehemaligen Sowjetunion löste und den Weg in die Unabhängigkeit suchte.

Die Ablösung von Russland brachte viel Leid über eine Bevölkerung, die schon traumatisiert war von den Revolutionswirren, den beiden Weltkriegen und dem Terror unter Stalin. Fast jede Familie in Georgien, so die Autorin, habe im Laufe des 20. Jahrhunderts Leid und Gewalt erfahren. Das laste noch heute auf den Menschen.

Die Suche nach Antworten

Dieses Erbe beschäftigt Nino Haratischwili seit Jahren, und sie ärgert sich darüber, dass die führenden Politiker des Landes sich nicht mit der Geschichte auseinandersetzen wollten. Sie glaubt, dass ein Land nur dann die Gegenwart anpacken kann, wenn es seine Vergangenheit aufgearbeitet hat.

Nino Haratischwili tut das nun auf ihre Art mit dem 1300 Seiten starken Roman «Das achte Leben (Für Brilka)». Ein Roman, für den sie lange in den Archiven Russlands recherchiert hat und der vieles zugleich ist: ein opulenter Familien- und Gesellschaftsroman, ein Panorama des 20. Jahrhunderts und eine Landesgeschichte von Georgien.

Der Teppich als Bild für die Familiengeschichte

«Du bist ein Faden, ich bin ein Faden, zusammen ergeben wir eine kleine Verzierung, mit vielen anderen Fäden zusammen ergeben wir ein Muster.» Das Teppichmuster als Metapher für die Verstrickungen, die sich aus der Geschichte ergeben.

Dieses Bild steht am Anfang des Romans. Da stellt uns die Erzählerin Niza ihre Urgrossmutter Stasia und ihre Nichte Brilka vor. Brilka ist der jüngste Spross der Familie, gerade mal zwölfJahre alt. Brilka haut aus Georgien ab in den Westen. Sie hat genug von der Vergangenheit, die auf der Familie lastet und über die niemand redet.

Die Urgrossmutter Stasia dagegen ist sozusagen die Hüterin der Familiengeschichte. Und diese Geschichte gibt sie weiter an ihre Urenkelin Niza. Niza, die auch unter dem Familienerbe leidet, schreibt die Geschichten auf. Sie will zum einen den Geheimnissen auf den Grund gehen und das Leid, das die Familie seit Jahrzehnten heimgesucht hat, benennen. Zum anderen will sie, dass ihre Nichte Brilka diese Last nicht mehr weiterschleppen muss.

Stürmische Zeiten

Nach diesem Prolog rollt die Autorin nun die Familiengeschichte auf. Sie macht das dramaturgisch geschickt: Sie widmet acht Familienmitgliedern je ein Buch im Buch. Sie beginnt im Jahr 1900 mit Stasias Geburt. Damals war die Welt noch im Lot. Stasia wird in die Familie eines wohlhabenden Schokoladefabrikanten hineingeboren. Sie wächst wohlbehütet auf und heiratet den Oberstleutnant Jaschi. Doch dann beginnt der Erste Weltkrieg, gefolgt von der russischen Revolution. Die Familie wird auseinandergerissen.

Dieses Schicksal widerfährt später auch ihren Kindern, vor allem während des Zweiten Weltkrieges und der Zeit der Stalindiktatur. Stasias Sohn macht Karriere in der kommunistischen Partei und lebt weit weg von Georgien und seiner Familie in Moskau. Die Tochter, liiert mit einem Dissidenten, flieht in den Westen. Das tragischste Schicksal aber trifft Stasias schöne Schwester. Ein berüchtigter Geheimdienstchef missbraucht sie und macht sie gewaltsam zu seiner Geliebten und bringt dadurch Unglück über die Familie.

Der Fluch der Schokolade

Überhaupt wird die Familie immer wieder von Unglück heimgesucht. Es ist, als würde ein Fluch auf ihr Lasten. Nino Haratischwili setzt in diesem Zusammenhang ein dramaturgisches Mittel ein. Der Fluch wird ausgelöst durch ein Geheimrezept der Familie für heisse Schokolade. Diese Schokolade zieht sich als Leitmotiv durch den ganzen Roman. Nino Haratischwili wollte dem Roman, der über weite Teile politisch ist, dadurch eine märchenhafte Note geben.

Auch wenn der Roman an gewissen Stellen etwas zu pathetisch geraten ist und da und dort Kürzungen vertragen hätte, ist Nino Haratischwili eine grossartige Erzählerin. Der Roman ist eine wunderbare Lektüre für alle, die Familiengeschichten lieben und einen Blick auf ein Land werfen möchten, das lange hinter dem Eisernen Vorhang verborgen war.

Sendung: «Das achte Leben (Für Brilka)» von Nino Haratischwili

Acht Frauen, acht Schicksale: Nino Haratischwili erzählt die Geschichte einer georgischen Familie über sechs Generationen. 

Um 1900 ist die Welt für die Familie eines georgischen Schokoladefabrikanten noch in Ordnung. Kinder kommen zur Welt, man lebt im Wohlstand und träumt von einer goldenen Zukunft. Doch dann wird Georgien von Kriegen und Revolutionen heimgesucht. Ein Fluch legt sich über die Familie und bringt den Nachkommen der nächsten Generationen Trennung und Leid.

Die junge Autorin Nino Haratschwili legt mit ihrem Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» ein opulentes Epos über eine Familie vor, die in stürmischen Zeiten zu überleben versucht. Ein Gesellschaftsroman, der einen Blick hinter den eisernen Vorhang gewährt, auf das Leben in dem Land südlich des Kaukasus. Die Autorin Nino Haratischwili ist mit ihrem Roman Gast in «52 Beste Bücher».
Buchhinweis:

Nino Haratischwili: «Das achte Leben (Für Brilka).» Frankfurter Verlagsanstalt, 2014.

Friday, November 15, 2013

VIDEO: Virus TV Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis) - Backstage in Tiflis. 18.50 auf SRF 2 (srf.ch)




SRF zwei (srf.ch) Andi Rohrer hat in Tiflis Video-Tagebuch geführt und zeigt euch hier unzensiert seine Eindrücke aus Georgien.


In der dritten Folge «Virus im wilden Osten» reist Andi Rohrer hinters Schwarze Meer, nach Tbilisi, Hauptstadt von Georgien. Dort trifft er auf eine kleine aber aktive Alternativ-Szene und begegnet Street-Artisten, Musikern sowie Guerilla-Gärtnern. 

Backstage in Tiflis Jugend im Aufbruch
Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion regierte das Chaos in Georgien. Doch langsam aber sicher erobert sich die junge Generation ihre Zukunft zurück - mit viel Optimismus und Kreativität. Zum Beispiel Mari, Moderatorin bei Radio Ucnobi. Sie spielt Unterground Musik im Radio und lädt Andi spontan zum Abendessen ein, inklusive spontaner Livesession.

Urban Gardening
Ana und Marika kämpfen für ein grüneres Tiflis. Sie sind in der Stadt unterwegs und pflanzen unermüdlich (und illegal) Bäume, um sich gegen den grassierenden Bauwahn zu wehren.

Streetart
Andere Flächen füllt Street-Artist «Dr. Love», den Andi Rohrer auf einer nächtlichen Tour begleitet. Er sprayt für Liebe, Freiräume für die Jugend und vor allem für eine offenere Weltanschauung.

Die ganze Sendung «Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis)» ist am 15. November, um 18:50 Uhr auf SRF zwei zu sehen. Backstage-Videos gibt's jetzt schon online! 

Musiktipps aus Tiflis
In Tiflis hat sich Andi Rohrer in die Alternative Musikszene gestürzt und dabei spannende Musiker entdeckt. 

Wie kommt CH-Musik in Tiflis an?
Schweizer Musik im Test. Ob Songs die bei uns gut ankommen auch im Osten gefallen? 

Andi's Top 5 aus Tiflis
Georgisches Schwefelbad, Hippe Kafis, Kulinarische Spezialitäten. Andi's Highlights aus Tiflis. 

Bilder aus Tiflis
Unterwegs in Georgien - die Reise in Bildern.













Thursday, October 31, 2013

RADIO: Margwelaschwili ist neuer Präsident Georgiens (srf.ch)


(srf.ch) Mit Georgi Margwelaschwili wählt Georgien einen Vertrauten von Premier Bidsina Iwanischwili zum Präsidenten. Dieser erhält dadurch praktisch uneingeschränkte Macht.

Mit Sekt und Autokorsos feiern die Anhänger der georgischen Regierung den Sieg ihres Kandidaten bei der Präsidentenwahl. Auch das Lager des scheidenden Amtsinhabers Michail Saakaschwili gratuliert.


Der frühere Bildungsminister Georgi Margwelaschwili hat die Präsidentenwahl mit dem absoluten Mehr gewonnen, wie die Wahlkommission in Tiflis bekannt gibt. Der Vertraute von Regierungschef Bidsina Iwanischwili leitet nun den ersten demokratischen Wechsel an der Staatsspitze ein.

Uneingeschränkte Macht für Iwanischwili

Die Abstimmung galt als wichtiger Test für Iwanischwili. Der Milliardär hatte die Parlamentswahl mit seinem Sechs-Parteien-Bündnis "Georgischer Traum" vor über einem Jahr gewonnen. Es zwang die Vereinigte Nationalbewegung Saakaschwilis in die Opposition. Mit der Wahl seines Vertrauten zum Präsidenten bekommt er der Regierungschef nun praktisch uneingeschränkte Macht.
Der neue Präsident wird künftig nur eine repräsentative Rolle spielen. Den nach der Wahl tritt eine Verfassungsänderung in Kraft, die die wichtigsten Machtbefugnisse auf das Amt des Regierungschefs überträgt. Experten warnen vor einem neuen Machtmonopol. 

Ein zuverlässiger Politiker 

Laut SRF-Korrespondent Peter Gysling haben die Georgier mit Margwelaschwili keine Person mit grosser Ausstrahlung ins Präsidentenamt gewählt.
«Das Volk hat heute vor allem sein Vertrauen ausgesprochen gegenüber dem politischen Wechsel im Land.» Viele Georgier hätten genug von allzu charismatischen Persönlichkeiten, erklärt Gysling weiter. Die Georgier wollten keine Führerfiguren, sondern zuverlässige Sachwalter und Politiker.


Saturday, October 26, 2013

PODCAST: Hoffen auf den «Georgischen Traum». Von Peter Gysling (srf.ch)

(srf.chEnde einer Ära in Georgien: Präsident Micheil Saakaschwili muss abtreten. Der gefallene Held macht den Weg frei für die aufstrebende politische Kraft, das Bündnis «Georgischer Traum».

Erstmals steht Georgien vor einem demokratischen Wandel an der Staatsspitze. Rund 3,5 Millionen Wahlberechtigte wählen am Sonntag den Nachfolger des amtierenden Präsidenten Micheil Saakaschwili. Der 45-Jährige darf nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten.

Einst als gefeierter Held mit der Rosenrevolution 2003 an die Macht gekommen, hatte der westlich geprägte Saakaschwili Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel genährt. Diese Zeiten sind vorbei: «Saakaschwili wird von vielen verachtet, da er immer autoritärer geworden ist», sagt SRF-Korrespondent Peter Gysling.

Sinkender Stern

Die ersten Kratzer erhielt Saakaschwilis Image bereits 2008. Die EU machte ihn damals für den verlorenen blutigen Südkaukasus-Krieg gegen Russland verantwortlich. Sein politischer Niedergang nahm vor einem Jahr seinen Lauf. Bei den Parlamentswahlen verlor er überraschend gegen den schwerreichen Herausforderer Bidsina Iwanischwili und dessen Allianz «Georgischer Traum».

Das Bündnis dürfte auch bei diesen Wahlen siegreich sein. Es tritt mit dem bisherigen Bildungsminister Georgi Margwelaschwili an – einem engen Vertrauten von Iwanischwilis.

Aufbruchstimmung vor einem Jahr

Die politische Neuausrichtung fing bereits vor einem Jahr an: «Seither hat der Präsident eigentlich nur noch eine symbolische Funktion. Die Entscheidungen werden nun vom Parlament gefällt», sagt Gysling.

«Die Stimmung ist seitdem spürbar besser geworden», betont der Korrespondent. Ihm pflichtet der Schweizer Botschafter Günther Bächler bei: «Man spürte im ganzen Land ein Aufatmen. Der Druck betreffend Menschenrechte und Gefängnisse der früheren Regierung war gross. Dieser fiel von einem Tag auf den andern weg.»

Daneben haben sich auch die Beziehungen zu Russland verbessert. Mittlerweile gibt es wieder direkte Flugverbindungen zwischen Tiflis und Moskau. Auch Wein und Mineralwasser dürfen die Georgier wieder zu ihrem grossen Nachbarn exportieren.

Logistik nicht vorhanden

Dennoch: Auf seiner Reise durch Georgien ist Korrespondent Gysling auf grosse Armut gestossen. «In Tiflis sind viele Häuser verlottert und baufällig.» Strassen seien kaputt – Heizungen auch. Von den Landstrichen nicht zu reden, diese seien «gottverlassen», so Gysling.

Ein Grund sind die Handelsrouten. «Der Eisenbahnverkehr funktioniert praktisch nicht», so Gysling. Angedachte Projekte seien blockiert. «Viele Georgier leben weiterhin von der Selbstversorgung oder vom Tauschhandel.»

Egal in welcher Richtung das Land sich entwickelt, der grosse Mann hinter dem «Georgischen Traum» – Iwanischwili – wird voraussichtlich nicht mehr dabei sein. Der 57-Jährige will sich noch vor Jahresende zurückziehen, da er seine Aufgabe in der Politik erfüllt sieht. Wie die Wähler auf seine kürzliche Ankündigung reagieren, wird sich am Sonntag zeigen.

Sendung zu diesem Artikel


Tagesgespräch
SRF-Korrespondent Peter Gysling zur Präsidentenwahl in Georgien

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 13:00 Uhr
Er war einer der Wortführer der Rosenrevolution in Georgien. Doch nach zwei Amtszeiten muss Präsident Michail Saakaschwili als Staatschef abtreten, das Volk wählt am Wochenende einen neuen. Was daran interessant ist, erklärt Peter Gysling. Er ist Gast von Susanne Brunner.

Aus Echo der Zeit von gestern, 18:00 Uhr

«Wir sollten uns in Georgien nicht nach Führer-Figuren sehnen»

«Wir sollten uns in Georgien nicht nach Führer-Figuren sehnen»
Das Parteienbündnis «Georgischer Traum» hat vor einem Jahr die Parlamentswahlen gewonnen und die Regierungsgeschäfte übernommen - und dürfte siegreich aus der Präsidentenwahl am Sonntag hervorgehen. Hat sich im vergangenen Jahr für die Menschen im Land etwas verändert? Eine Reportage.



Friday, September 27, 2013

PODCAST: Tamuna Latsabidze - Fremdenführerin in Georgien (srf.ch)

(srf.ch) Tamuna Latsabidze ist Fremdenführerin in Georgien. Sie erzählt, was sie an ihrer Arbeit fasziniert, wie sie den Zusammenbruch der Sowjetunion erlebte und wie sie den engen Zusammenhalt georgischer Familien schätzt.

Eigentlich ist die 33-jährige Georgierin Diplom-Übersetzerin. Deutsch lernte sie zuerst in Georgien, und ihre Kenntnisse vertiefte sie in Deutschland an der Universität in deutscher Literatur. Wo sie aber nicht leben möchte, da ihr die Menschen zu kalt und distanziert vorkommen.

Nach ihrer Ausbildung als Fremdenführerin führt sie seit vielen Jahren Gruppen durch Georgien. Ihre Kenntnisse in Kunst und Geschichte vermittelt sie dann ebenso engagiert wie die Besonderheiten der georgischen Mentalität.


Mehr zum Thema: Tbilisi Tourist Center: Tamuna Latsabidze

Sunday, September 15, 2013

PODCAST: Georgien geht in Richtung EU. Von Christoph Wüthrich (srf.ch)

(srf.ch) Vor fünf Jahren war Georgien in einen Blitzkrieg gegen Russland verwickelt. Die Schweiz hat mitgeholfen, dass sich die Beziehungen zwischen den Ländern in der Zwischenzeit etwas verbessert haben, sagt die georgische Aussenministerin. Gut sind sie allerdings noch lange nicht.

Maia Panjikidze, die Aussenministerin von Georgien.Nur ein paar Tage dauerte der Krieg zwischen Russland und Georgien im August vor fünf Jahren. Aber die Wunden sind nicht verheilt. Russland hat nach wie vor Truppen in den beiden abtrünnigen Gebieten Georgiens, in Abchasien und Südossetien, stationiert.

Vor einem Jahr wählte Georgiens Bevölkerung eine neue Regierung, die versprach, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren und den vorherigen Konfrontations-Kurs zu beenden. Bei einem Besuch in der Schweiz sagt Aussenministerin Maia Panjikidze dazu: «Ich glaube, wir haben in diesem einen Jahr so ziemlich alles erreicht, was möglich war.» Wein und Mineralwasser

Sie ist stolz auf das, was die Regierung von Premierminister und Milliardär Iwanischwili zu Stande gebracht hat. Sie ist aber auch realistisch. Erreicht worden sei, was möglich war. Da geht es vor allem um die Wirtschaft.

Seit dem Frühling erlaubt Moskau wieder den Import georgischer Waren. «Georgien produziert nicht viel, das für den russischen Markt interessant ist.» Es gehe vor allem um Wein und Mineralwasser, und das sei wieder auf dem russischen Markt.

Besetztes Territorium

Auch das Reisen zwischen Georgien und Russland sei rasch erleichtert worden. Panjikidze sagt trotzdem, von guten Beziehungen mit Russland sei Georgien noch weit entfernt. «Wir haben keine diplomatischen Beziehungen mit Russland. Russland hat zwanzig Prozent unseres Territoriums besetzt. Und weil Russland Abchasien und Südossetien zu unabhängigen Staaten erklärt hat.» Solange diese Besetzung andauere, seien normale Beziehungen nicht möglich, sagt die Aussenministerin.

Diplomatische Interessenvertretung

Seit dem Krieg vertritt die Schweiz die diplomatischen Interessen Georgiens in Moskau und die Russlands in Tiflis. Die Schweiz mache dies sehr gut, sagt die Aussenministerin. In noch in einem anderen Punkt spiele die Schweiz eine wichtige Rolle, nämlich bei den Genfer Gesprächen.

Bei diesen Gesprächen zwischen Russland und Georgien geht es um schwierige Fragen: um die russischen Soldaten, die auf georgischem Boden stehen, und um die Flüchtlinge, die nach Abchasien und Südossetien zurückkehren möchten.

Die Schweiz bemühe sich sehr, sagt Maia Panjikidze, aber im Moment gebe es in Genf kaum Fortschritte.

Integration in Europa

Georgiens Aussenpolitik hat zwei Fern-Ziele: Zum einen will das Land normale Beziehungen mit Russland, zum anderen will es sich in Europa integrieren. Es ist eine Art Gratwanderung. «Georgien hat immer gesagt, dass der europäische Weg der einzige Weg ist für Georgien. Er führt in Richtung Europa, europäische Union und in Richtung Nato», sagt die Aussenministerin.

Im November will Georgien am EU-Ost-Gipfel in Vilnius ein Assoziierungs-Abkommen mit der EU unterschriftsreif machen. Auch andere Staaten, die früher zur Sowjetunion gehörten, streben solche Abkommen an. Russland versucht das aber zu verhindern. Im August übte es mit Schikanen am Zoll massiven Druck auf die Ukraine aus. Und letzte Woche verhängte es ein Importverbot für Wein aus Moldawien.

Dass ein solches Abkommen die Chance verkleinere, dass die zwei Gebiete aus der russischen Obhut zu Georgien zurückkehren, glaubt Panjikidze nicht. «Ich glaube, das wird in einem anderen Kontext entschieden. Wir gehen Richtung Europa, Richtung Nato und das bringt unserem Land eine bessere Entwicklung.» Diese werde die Wirtschaft ankurbeln. Und: «Wenn dieses Land für alle gut ist, die darin wohnen, ist dies das beste Argument für eine Wiedervereinigung.»

Wohlstand, das war die Anziehungskraft, die der deutschen Wiedervereinigung zum Erfolg verhalf. Es ist wohl kein Zufall, dass Maia Panjikidze auf dieses Prinzip setzt. Sie hat in Jena in Ost-Deutschland studiert und war später Botschafterin in Berlin.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel 



Georgische Aussenministerin zur Beziehung zu Russland
Aus Echo der Zeit vom 13.9.2013
Nur ein paar Tage dauerte der Krieg zwischen Russland und Georgien im August 2008. Die Wunden sind noch nicht verheilt. Die Regierung von Georgien ist vor einem Jahr mit dem Versprechen angetreten, die Beziehungen zu Russland zu normalisieren.
Wie weit ist man gekommen? Die georgische Aussenministerin Maia Panjikidze weilt zurzeit in der Schweiz.
Christoph Wüthrich


Monday, August 12, 2013

PODCAST: Russland: Durchsuchung bei Menschenrechtlern in Sotschi. Von Peter Gysling (srf.ch)


Aus Echo der Zeit vom 26.07.2013, 18:00 Uhr

(srf.ch) In Sotschi wird im ganz grossen Stil gebaut. Es fliessen Milliarden für die Olympischen Winterspiele 2014. Doch davon sehen viele Fremdarbeiter wenig. Sie werden gezielt ausgebeutet. Die Menschenrechtsorganisation Memorial hat Beschwerde wegen schwerer Arbeitsrechtsverletzungen eingereicht.

Tuesday, April 23, 2013

RADIO: Peter Gysling über die Republik Dagestan (srf.ch)

Peter Gysling, SRF-Korrespondent in Moskau.
Peter Gysling, SRF-Korrespondent in Moskau. Gabriela Brönnimann, SRF
(srf.ch) Montag, 22. April 2013, 13:00 Uhr

Podcast >>>

Ein Stück Land im Kaukasus, das nur wenig grösser ist als die Schweiz, machte im Zusammenhang mit den Attentätern von Boston plötzlich Schlagzeilen: Dagestan. SRF-Korrespondent Peter Gysling kommt eben von dort zurück.

«Es hat mich nicht abgeschreckt, dass meine Assistentin aus Angst nicht mitkommen wollte nach Dagestan», sagt SRF-Korrespondent Peter Gysling. In Dagestan verüben Islamisten fast täglich Anschläge: «Die Islamisten wollen sich abspalten von Russland und einen islamischen Gottesstaat gründen», so Gysling. Die russische Armee ihrerseits verhaftet, foltert, und tötet auf der Jagd nach Islamisten oft willkürlich junge Muslime und sät dadurch Hass. Dagestan, ein Gebiet, das man laut EDA eher meiden sollte, weil die Entführungsgefahr so gross sei. Die Region gilt auch als Armenhaus der russischen Föderation: «Wie arm Dagestan ist, zeigt sich überall, zum Beispiel auch am Preis eines Bieres: es kostet einen Zehntel im Vergleich zu einem Bier in Moskau». Peter Gysling, jetzt wieder in Moskau, ist Gast von Susanne Brunner.


Neue Moscheen im russischen Nordkaukasus
Dagestan Überall im russischen Nordkaukasus stehen neue Moscheen Peter Gysling

Wednesday, January 02, 2013

FERNSEHEN. Nun auf 3sat - die Dokumentationsreihe zur Seidenstrasse vom SRF mit Georgien und Aserbaidschan (3sat.de)

Bidsina Ivanishvili, Präsident von Georgien, mit Peter Gysling © SRF-RetoVetterliSeidenstraße, Teil 2 (Georgien)
2. Januar 2013, 20.55 Uhr
Wiederholung:
6. Januar 2013, 16.30 Uhr
Von Venedig nach Xi'an mit Peter Gysling
Von trinkfreudigen Bauern, felsenfesten Glaubensbrüdern, vergessenen Flüchtlingen und menschenfreundlichen Milliardären.

Auf Marco Polos Spuren reist der Kaukasus- und Zentralasienexperte Peter Gysling von Venedig bis nach Xi’an in China und vermittelt so auf ganz persönliche Weise den Charme und den Mythos des Reisens auf den historischen Handelswegen.

Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein großes Abenteuer: Er bereist eine der Nordrouten der Seidenstraße, von Venedig nach Xi'an.

Die zweite Etappe der siebenteiligen Reihe "Seidenstraße" führt durch Georgien - von Batumi über Tiflis nach Lagodekhi. Batumi, die Ferienmetropole am Schwarzen Meer, wird rigoros ausgebaut. Die neuen Casinos und Fünfsterne-Hotels wirken wie ein potemkinsches Dorf. In der wilden Bergwelt der Region Adscharien entdeckt Peter Gysling ein ganz anderes Georgien. Die Menschen dort leben von einer bescheidenen Landwirtschaft und wirken besonders engagiert und selbstbewusst. Im monumentalen Felskloster Vardzia betet Vater Lazare für Gott, für sein Land und für sein Volk. Der steilen Felswand wurden vor 800 Jahren Tunnel und Terrassen für bis zu 50.000 Menschen abgetrotzt, die Höhlenräume sind auf sieben Stockwerken labyrinthartig miteinander verbunden. Der 56-jährige Bidsina Iwanischwili hat in Russland mit Computern, Telefongeräten und einer Kreditbank ein Vermögen verdient.

Seit seiner Rückkehr nach Georgien versteht sich Iwanischwili als Menschenfreund. Er hat zahlreiche Staatsaufgaben finanziert und seinen Heimatbezirk Satschkere mit Geldsegen beglückt. Der öffentlichkeitsscheue Milliardär führt Peter Gysling durch seinen Tifliser Glaspalast, der eine schöne Kulisse für einen James-Bond-Film geben würde. Mit seinem Parteienbündnis hat Iwanischwili jüngst die Parlamentswahlen gewonnen. Sein Ziel: Hunderttausende von Arbeitsplätzen schaffen und Georgien von der Armut befreien.

Morgen:
3. Januar 2013, 20.15 Uhr
Wiederholung:
7. Januar 2013, 17.25 Uhr

Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein großes Abenteuer: Er bereist eine der Nordrouten der Seidenstraße, von Venedig nach Xi'an

Die dritte Etappe der siebenteiligen Reihe "Seidenstraße" führt durch Aserbaidschan, von Sheki über Naftalan nach Baku. Aserbaidschan ist berühmt für seine Teppichtradition. Die Zeiten der kleinen Familienbetriebe sind allerdings vorbei. Peter Gysling besucht die privatisierte Seidenfabrik in Sheki, einst die größte Seidenproduktionsstätte der Sowjetunion. Heute arbeiten dort rund 900 Weberinnen, fertigen in Handarbeit Baumwoll- und Seidenteppiche nach traditionellen Vorlagen und bewahren so das kulturelle Erbe. In der Stadt Naftalan tritt Schweröl ohne komplizierte Förderung an die Erdoberfläche. Das Kur-Baden im schwarzen Gold ist seit Sowjetzeiten ein Hit: Es hilft angeblich gegen Rheuma, Arthritis und Schuppenflechte. Peter Gysling gewinnt einen heiteren Einblick in die skurrile Welt der Ölwannen und Bademeister. Die Faszination des aserbaidschanischen Ölbooms erlebt er auch auf Neft Dashlari mitten im Kaspischen Meer: Es ist die größte Offshore-Plattform der Welt. Die Fotografin Rena Effendi nennt man "das soziale Gewissen Aserbaidschans". Sie dokumentiert in Bildern das Schicksal all jener, die trotz des Ölreichtums in Armut leben. Freie Wahlen und freie Medien gibt es nicht in Aserbaidschan. Als junger Mensch müsse man seine Wahl treffen, die schwerwiegende Konsequenzen haben könne: Zugunsten des autokratischen Präsidenten Rakhat Aliyev - oder zugunsten einer ersehnten freien Demokratie. Peter Gysling trifft eine unerschrockene Gruppe aus der Blogger-Szene in Baku.