Wednesday, December 04, 2013
GENDER-PANIK IN ARMENIEN: Ein Wort-Import sorgt für Aufregung. Von Jürgen Gispert (eurasischesmagazin.de)
(eurasischesmagazin.de) Traditionell richtet sich die armenische Kultur sowohl nach Westen als auch nach Osten aus. Negativ wirkt sich das aktuell aus, denn die Abwanderungsströme, die den Staat belasten, nutzen diese Wege. Die armenische Frau gewinnt so eine neue Rolle in altem Gewande. In dieser Phase sorgte der Import des Wortes Gender für Reaktionen, anhand derer sich soziale Dynamiken sehr gut beobachten lassen.
Zu Zeiten der Sowjetunion kamen besonders im Sommer russische Studentinnen aus der russischen Sowjetrepublik zum Studium nach Jerewan. In der Bibliothek arbeitende Studentinnen wurden immer wieder zu Treffen von jungen Armeniern abgeholt, um dann später in beglücktem Zustand wieder zurückzukommen.
Sowjetische Sexualbräuche
Die dahinter sich verbergende Sexualpraxis war mit wechselseitigen rassistischen Zuschreibungen verbunden: Für Russinnen war es der „wilde, dunkle Kaukasier“, mit dem man kurzfristig seinen Spaß haben konnte. Umgekehrt stand für den Armenier die Russin gerade aufgrund ihrer Bereitschaft zu einem Tete-a-tete, wenn nicht in schlechtem Licht, so doch zumindest unterhalb der Ebene, auf der eine Armenierin positioniert wurde. Das hing mit ihrer Jungfernschaft zusammen, die sie erst in der Hochzeitsnacht zu verlieren hatte. Über operative Techniken kann zumindest heute die Frau die Hochzeitsnacht verbringen, ohne zuvor auf den sexuellen Genuss verzichten zu müssen. Die Nacht mit dem frischen Ehegatten gerinnt dann – ganz rituell – zur kunstvollen Darbietung.
Die neue alte Rolle der armenischen Frau
Auch zwanzig Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion ist es nicht ungewöhnlich, die erste Hochzeitsnacht als Jungfrau zu beginnen. Traditionelle stehen hier neben modernen Ansichten. Jedoch hat sich ein Wandel hinsichtlich der Rolle der Frau vollzogen. Armenien leidet unter einer hohen Abwanderungsquote. Das wirkt sich auf das Geschlechterverhältnis aus: Auf 1.000 Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren kommen nur 775 Männer gleicher Altersgruppe. Andere Männer wiederum sind im Ausland, arbeiten, um ihre Familie, die sie zurückgelassen haben, zu ernähren. Die Entwicklung drückt sich im neuen Selbstverständnis der Frauen als ausschließliche Versorgerinnen ihrer Familien aus, sie ersetzen an vielen Stellen die Männer.
Zwanzig Prozent der Frauen haben heute in Armenien einen Hochschulabschluss. Jedoch stehen den zusätzlichen Pflichten, denen die Frauen nachkommen müssen, ihrer starken Stellung, die sie im Alltag haben, immer noch überkommene patriarchalische Ansichten gegenüber. Frauen sind nicht zahlreich im Parlament anzutreffen. Stattdessen tragen sie ihre Ansichten in die NGOs hinein. Das bedeutet aber keinesfalls, dass Feminismus in diesen Kreisen – subversiv - diskutiert würde. Das Verhalten symbolisiert vielmehr die relative Ferne der armenischen Frau von der Politik, die als schmutzig gilt. Solche Geschäfte soll der Mann in die Hände nehmen. Hierzu gesellt sich aber eine generelle Abwesenheit des Dialogs zwischen Regierung und Bevölkerung. Das impliziert für den vor den Wahlen üblichen Stimmenkauf die Unterstellung, das Geld könne auch gezahlt werden, um sich als Politiker beim Wahlpublikum als pure Existenz überhaupt erst bemerkbar zu machen. Aus all dem könnte geschlossen werden, dass Termini wie Gleichberechtigung oder Feminismus diskutiert würden. Dem ist aber nicht so.
Anschlag auf eine angebliche „Homo-Bar“
Dass Frauen selbst Begriffen wie „Feminismus“ und „Gleichberechtigung“ skeptisch gegenübertreten, hängt mit dem überkommenen patriarchalischen System zusammen. Hierzu gesellt sich eine die Gesellschaft durchdringende Homophobie. Beispielsweise wurde der weltberühmte Filmregisseur Sergej Paradjanow 1974 zu fünf Jahren Lagerhaft verurteilt. Die Begründung war u.a. der Vorwurf der Propagierung von Homosexualität. Dieser Sachverhalt wird in Armenien im offiziellen Diskurs oder privaten Austausch über ihn sorgfältig ausgeklammert.
Auch der Vorfall im Mai 2012, als von zwei Männern ein Anschlag ausging, der eine Bar in Jerewan traf, die in Verdacht stand, von Homosexuellen frequentiert zu werden, zeigt die starke Ausprägung von Homophobie. Die beiden Attentäter, die sich selbst als Neonazis bezeichneten, wurden gegen Kaution wieder freigelassen. Die Summe bezahlten zwei Politiker der Armenischen Revolutionären Föderation (ARF), denen es dabei weniger um die Unterstützung von Neonazis ging. Die Partei ist Mitglied der Sozialistischen Internationale.
Aber nicht nur deren Vertreter hießen das Verhalten der Attentäter gut. Am Internationalen Tag der kulturellen Vielfalt, dem 21. Mai 2012, sollte aus Solidarität mit der Barbesitzerin, die mittlerweile aus Furcht vor persönlichen Übergriffen nach Schweden geflohen ist, ein Marsch der Vielfalt abgehalten werden. Es gab eine Gegendemonstration von Nationalisten, die den Marsch als „gay parade“ bezeichneten. Auch drei armenische Priester waren unter den Gegendemonstranten. Sie sprachen sich gegen Homosexualität aus, aber für eine friedliche Demonstration. Es ist eine konservative Mehrheit, deren undifferenzierte Haltung hier repräsentiert wird und Probleme mit Minderheiten offenkundig werden lässt. Seitens der Gegendemonstranten war es nicht nur begrifflicher Reduktionismus, „kulturelle Vielfalt“ in „Bejahung von Homosexualität“ umzuschreiben. Dem scheint auch eine Wahrnehmung zugrunde zu liegen, die Missverständnissen Vorschub leistet, wie ein Vorgang im vergangenen Mai zeigt.
Das armenische Gender-Gesetz
Im Mai 2013 verabschiedete das armenische Parlament ein Gesetz über die „Gleichen Rechte und Möglichkeiten für Männer und Frauen“. Es sorgte in den darauf folgenden Monaten für viel Aufregung, an der sich breite Teile der armenischen Gesellschaft beteiligten. Zivilgesellschaftliche Gruppen, Kirche, Nationalisten, staatliche Repräsentanten, zahlreiche NGOs, Menschenrechtsadvokaten, Blogger, Massenmedien, Pop Stars und politische Parteien fühlten sich dazu herausgefordert, ein Statement abzugeben.
Artikel 3 des Gesetzes schien der Stein des Anstoßes gewesen zu sein. Darin wird der Begriff Gender gebraucht, der als das „anerzogene, sozial fixierte Verhalten von Personen verschiedenen Geschlechts“ definiert wurde. Viele interpretierten das Gesetz als Projekt zur Zerstörung der traditionellen armenischen Werte und bezogen sich dabei vor allem auf Gender.
Protokolle, die innerhalb vieler Jahre zuvor schon die Gleichheit der Geschlechter zum Gegenstand hatten, wurden ohne Reaktion wahrgenommen. Nun aber wurde Gender verwendet und wurde zum Fanal vielfältiger negativer Zuschreibungen. Gender symbolisierte das Perverse und Sündige, schadete der Tradition von Familie, den armenischen Werten, auch der armenischen Geschichte. Gender wurde auch mit Transvestiten, gar mit gay gleichgesetzt. Aufgrund des Aufruhrs änderte die Regierung das betreffende Gesetz wieder - Gender wurde einstimmig durch „Männer und Frauen“ ersetzt.
„Azg“ und „Nation“
Im armenischen Wörterbuch finden wir für „Gender“ das Wort „ser“, was wiederum auf das (biologische) Geschlecht verweist. Der armenische Anthropologe Levon Abrahamyan schreibt in seinem Hauptwerk (Armenian identity in a changing world. Costa Mesa/Kalifornien 2005 ) über den Zusammenhang von Nation und Familie: Innerhalb der armenischen Kultur gibt es eine lange Tradition, ausländische Wörter ins Armenische zu übersetzen, selbst neue Wörter zu erfinden, um die ausländischen zum Sprechen zu bringen. Bei „Nation“ war das nicht der Fall. Als im 19. Jahrhundert die modernen Konzeptionen Nation und Nationalismus aufkamen, verwendeten die Armenier „azg“ und nicht „Nation“. Nämlich, so Abrahamyan weiter, bezieht sich „azg“, ähnlich wie das lateinische „natio“, auf Bedeutungen wie Stamm, Sippe, Klan, Volk, Ordnung, Klasse. Jedoch, und im Gegensatz zum ausländischen „Nation“, hat das armenische „azg“ seine Nähe zur Bedeutung von Sippe oder Familie nie verloren.
Hinzuzufügen sei die Bemerkung, dass man sich auch in anderer Hinsicht symbolisch des „azg“ bediente, um sich von „Nation“ abzugrenzen: Mit Nation war immer das Fremde, auch Feindliche zu verbinden. Deshalb muss man vorsichtig sein, westlichen Nationalismus auf armenische Verhältnisse zu übertragen, ohne das „azg“ mitzudenken. Wenn sich beispielsweise die zwei Attentäter „Neonazis“ nennen, muss man im vorstehenden Kontext auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, ob es sich bei ihnen nicht um „verdeckte“ Attentäter handeln könnte. Wie gesehen, konnten die ARF-Vertreter ohne Skrupel die beiden freikaufen. Auch kam in der hitzigen Debatte über Gender der Gedanke auf, dass die Aktion gegen die Regierung lanciert gewesen sein könnte und es einen Präzedenzfall darstellen könne, über solche Aktionen zur Destabilisierung beizutragen. Einen Umsturz würde vielleicht der Präsident nicht überleben, dafür aber das System des „azg“.
Warum wurde Gender eingeführt?
Die Frage, warum Gender eingeführt wurde, lässt sich anhand vorstehender kleinen Untersuchung beantworten, stößt aber bei seiner Rezeption seitens Regierung und Bevölkerung auf einige Widersprüche. Der obigem Prozess zugrundeliegenden Methodik aus Import und verschiedenen Strategien der Inkorporation sowie der traditionellen Sympathie gegenüber westlichen Kulturen mag vermutlich der Wunsch geschuldet sein, Gender mit aufzunehmen. Damit tauchen aber auch Probleme auf. Zuerst einmal wird der Begriff im Gesetz in emische Begrifflichkeiten übersetzt, was die Aufnahme des Wortes eigentlich nicht rechtfertigen würde. Weiterhin muss gefragt werden, ob die Regierungsvertreter tatsächlich glauben, mit Gender das zu erfassen, was Gender-Mainstreaming meint. So kamen zwei in ihrer praktischen Umsetzung heterogene Begriffe zur Überlagerung. Bei der Bevölkerung begann die Konfusion. Gender in Armenien: Inkorporation versus Konfusion
Es gilt als hundertprozentig sicher, dass der neue Begriff systemunterstützend genutzt werden sollte. Folglich hätte die herrschende Oligarchie erhalten werden sollen. Somit nützte die begriffliche „Innovation“ zwar den Oligarchen, den Frauen, um die es bei Gender Mainstreaming hätte gehen sollen, jedoch nicht - zumal sie angeblich von Politik wenig wissen wollen.
Auf der Seite der Bevölkerung beschwerten sich Vertreter von Elternverbände, Gender würde die Familie zerstören. Indem Gender als Gleichsetzung, Identifizierung von Mann und Frau verstanden wurde, kamen bizarre Visionen auf: So wurde vermutet, dass nun bald die Aufstellung von Denkmälern mit Frauen in der Stadt zu sehen seien. Auch wurde befürchtet, Schriftsteller würden „Mutter Armenien“, die hoch über der Stadt im Siegespark stehende Statue, ein männliches Geschlecht geben. Es gäbe dann weibliche Priester, Frauen als Generäle usw. Auf diese Weise wurde alles mit seinem Gegenteil identifiziert und Gender zugeschrieben.
Schließlich: Indem sie unter Gender gay verstanden, hatten sich die Protagonisten der Gegenseite ironischerweise selbst indirekt als gay geoutet. Die Regierung hat auf Gender als zu inkorporierendes Element vermeintlich westlicher Moderne reagiert, die Bevölkerung als fremd-feindliches. Zur Homophobie gesellt sich hier bedingte Xenophobie: „Wir sind ein kleines Volk, Schwule tragen nicht zur physischen Reproduktion bei und jetzt kommt auch noch 'Gender'.
Der Begriff im westlichen Kontext, vor allem Gender Mainstreaming (als ideologische Praxis) als importierter Begriff, hat mit dem armenischen „ser“ wenig zu tun. Er wurde, auf den ersten Blick gesehen, begrifflich korrekt ins Armenische übertragen. Wenn wir aber das armenische ser in die importierte Terminologie zurückübersetzen, erhalten wir keinesfalls Gender Mainstreaming. Warum ist das so? Gibt es „Homosexualität“ im armenischen Gesetzestext?
Um diese Frage zu lösen, sollen die jeweiligen Zuschreibungen aus Deutschland und Armenien dessen, was unter Gender verstanden wird, verglichen werden. In erster Linie und angesichts der Gleichsetzung von Gender mit gay durch die Bevölkerung gilt es, den Text nach eben der Zulässigkeit gleichgeschlechtlichen Verkehrs zu durchsuchen. Das Wort für Homosexualität selbst taucht im Text nirgendwo auf. Im ersten Absatz wird Gender definiert als „das erworbene, gesellschaftlich verankerte Verhalten von Personen verschiedenen Geschlechts, ein soziales Konzept für Beziehungen zwischen Frauen und Männern, das in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, einschließlich der Politik, Wirtschaft, des Rechts, der Ideologie, Kultur, Bildung, Wissenschaft und des Gesundheitswesens zum Ausdruck kommt.“ Verwirrung scheint das Adjektiv „erwerben“ zu bereiten. Ich fragte einen langjährigen libanesisch-armenischen Freund, der in Jerewan wohnt. Er sagte mir, dass in diesem Passus „Homosexualität“ stehen würde, obwohl es wörtlich nicht da steht, und verwies auf „erworben“. Das „erworben“ als Möglichkeit der Zulässigkeit von Homosexualität kann in diesem Zusammenhang jedoch nicht ohne den Gebrauch von Gender gesehen werden. Denn das Wort alleine löste schon entsprechende Reaktionen aus. Es färbt aus der Innensicht auf den Sinngehalt der anderen Worte des Satzes ab – angesichts Gender wurde das Eigene zum Fremden!
„Homosexualität“ im deutschen Gender-Kontext
Schauen wir uns auf der Gegenseite den Zusammenhang von Homosexualität und Gender in der deutschen Zuschreibung an. Den Studien zufolge gibt es kein vorgefertigtes Geschlecht, vielmehr ist es ein Konstrukt historischer und kultureller Herkunft. Es wird aber wörtlich auf „Gruppen wie Homosexuelle oder Intersexuelle“ verwiesen. Im Deutschen haben wir demnach den dezidierten Verweis auf Homosexuelle, im Armenischen die Möglichkeit, den Text so zu deuten. Diesbezügliche Deutungsmöglichkeit bieten dann solche Ereignisse wie 2012, als die Bar bombardiert wurde. Angesichts grundsätzlich herrschender Homophobie bedeutet das für die Menschen im Zusammenhang mit dem Gesetzestext die Chance, inhaltlich anzuschließen. Um kulturelle Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Armenien im Kontext zu verbinden, bediene ich mich der Kulturdefinition des sowjetischen Wissenschaftlers Jurij Lotman. Danach kann „Kultur als das nichtvererbbare Gedächtnis eines Kollektivs verstanden werden, das in einem bestimmten System von Verboten und Vorschriften seinen Ausdruck findet. [...] Gleichzeitig erscheint Kultur - das System des kollektiven Gedächtnisses und des kollektiven Bewußtseins - als eine für das jeweilige Kollektiv einheitliche Wertstruktur". Das heißt für Gender, dass für Deutschland und Armenien je verschiedene Voraussetzungen und Konsequenzen seiner praktischen Umsetzung gelten.
Gender und seine Evokationen in Deutschland und Armenien
Das bedeutet beispielsweise für das biologische Geschlecht, dass es in beiden Kulturen gleichermaßen durch soziokulturelle Einwirkungen überformt wird. Der praktische Diskurs jedoch läßt den Unterschied offensichtlich werden. „Erworben“ lässt vielleicht die Konnotation zu, innerhalb der aktuellen Gesellschaftsformation der Homosexualität zuzuneigen, jedoch findet sie in der gesellschaftlichen Praxis ihre Beschränkung. Schließlich liegt im Text die Betonung auf „Männer“ und „Frauen“ mit konstant erscheinender Rollenverteilung.
Gender-Mainstreaming bedeutet im westlichen Diskurs, dass alle Geschlechter in sämtlichen Bereichen gleichgestellt werden. Das schließt Homosexuelle unbedingt mit ein, in Armenien jedoch aus. Das betrifft besonders den Stellenwert der Diskriminierung, die sich im armenischen Text formal auf die Unterscheidung und Beschränkung des Verhältnisses zwischen Männer und Frauen und diese selbst bezieht. Die „Politik der Gendergleichstellung“, so weist der armenische Text aus, beinhaltet eine „staatliche, öffentliche gezielte Aktivität, die [auf] die Gewährleistung der wahren Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen des öffentlichen Lebens“ abzielt. Im Falle Deutschlands bzw. Europas war der Feminismus ursprünglich eine soziale Bewegung. Die Stoßrichtung war also vertikal von unten nach oben ausgerichtet. Mittlerweile jedoch hat sie sich umgekehrt, beginnt institutionell in Brüssel und wirkt sich im Falle Deutschlands in den einzelnen gesellschaftlichen Bereichen in alldurchdrinGender Weise aus. Im universitären Bereich gibt es nicht nur einzelne, scheinbar autonome Gender-Institute, jede andere universitäre Einrichtung aber soll die Gender-Vorgaben erfüllen. Stand im Falle der sozialen Bewegung des Feminismus die Gesellschaft politisch und ideologisch zur Disposition, so stellt der Neoliberalismus, so reaktionär er auch sein mag, unwidersprochen die Rahmenbedingung für die Gender-Durchsetzung dar. Trauriger Höhepunkt dessen ist der Jubel von Alice Schwarzer über die Kanzlerschaft einer Frau!
In Armenien wiederum haben wir es bei der Implementierung des Begriffs mit einer horizontalen Bewegung zu tun. Formal geht es um die Durchsetzung der Gleichstellung von Männern und Frauen Tatsächlich aber löst die Benutzung des Begriffes gegenläufige Bewegungen auf. Alles scheint beim Alten zu bleiben, wobei auf beiden Ebenen, Regierung wie Bevölkerung, das „Azg-Prinzip“ erhalten bleibt.
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ASERBAIDSCHAN: Wie der Diktator in Baku seinen „Sieg“ errang. Von Rail Safiyev (eurasischesmagazin.de)
(eurasischesmagazin.de) Die Wahl vom 9. Oktober brachte den Menschen in Aserbaidschan eine herbe Enttäuschung. Demokratie und Staat sind das Korruptionsgeschwür nicht losgeworden. Die Perspektiven und die Hoffnung auf einen demokratischen Wechsel im Land wurden erneut verraten. Ilham Aliyev hat als Präsident die Macht im Land fester in der Hand als je zuvor.
Aserbaidschan blickt in eine düstere Zukunft. In den Präsidentschaftswahlen haben sich Elend und Farce des Regimes ausgedrückt. Erneut wurde in dieser Inszenierung die Scheinheiligkeit der Herrschenden manifest. Auch das OSZE-Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte ODIHR mit Hauptsitz in Warschau und dessen internationale Beobachterkommission haben dies festgestellt. ODIHR ging nicht über die Tatsachen der Wahlfälschung hinweg, die von den bestochenen örtlichen Wahlbeobachtern einfach ignoriert wurden.
Die europäischen Staatsoberhäupter und US Präsident Barak Obama haben sich ein paar Wochen Zeit gelassen, ehe sie dem Diktator kürzlich ihre Gruß- und Jubelworte zukommen ließen. Der Vorteil aus dem Gasexport Aserbaidschans war ihnen aber letztlich wichtiger, als der Wert der Demokratie. Auf diese Weise feiern im 21. Jahrhundert immer noch Diktaturen Triumphe, die längst in den Archiven der Geschichte versunken sein müssten.
Regentschaft im Stile eines orientalischen Herrschers
Als Ilham Aliyev vor zehn Jahren das Erbe seines Vaters und Lehrmeisters Heydar Aliyev antrat, unterschätzte man seine Fähigkeiten noch. Den Stil des Vaters, der wie ein orientalischer Herrscher sein Land geführt hatte, wollte man ihm nicht zutrauen. Jetzt, zehn Jahre danach, ist es unübersehbar geworden: Der Sohn steuert die kleine Republik Aserbaidschan genauso absolut wie der alte Aliyev. Seine Macht ist unbestritten und total. Gesetz und Verfassung haben für ihn keine Bedeutung und hindern ihn nicht, seine Macht auszuleben.
Die Verfassung ist durchgelöchert von den Änderungen diverser Gummiartikel. Sie werden getreu der Tradition einstudierter, hin und wieder veranstalteter Referenden wie zu Sowjetzeiten nach des Diktators Vorgaben neu eingefügt oder seinem Willen gemäß verändert.
Aliyevs Machtapparat ist auf das Diktat des Präsidenten zugeschnitten. Die alte Garde seines Vaters erweist ihm unverbrüchliche Treue. Sie ist noch immer im Dienst. Seit 18 Jahren amtieren die Verwaltungsgreise, wie beispielsweise der bald 80jährige Ministerpräsident und der Chef des Präsidentenapparats.
In seinem Parlament fungieren Leute nur mit Genehmigung des Präsidenten. Das Parlament ist ein eklatantes Beispiel für das politische Theater im Lande. Es ist nicht mal fähig, das Ende der Amtszeit eines längst vergessenen und verstaubten Menschenrechtsbeauftragten zu beschließen. Neulich drehte eine Videokamera Parlamentsmitglieder dabei, als sie für solche nur noch daneben sitzenden Kollegen als „freundschaftlichen Dienst“ die Abstimmung per Knopfdruck mit übernahmen.
Nach der letzten Wahl wundert es schon niemand mehr, dass beim neuaufgestellten Ministerkabinett wiederum die alten Gesichter zu sehen sind. Ihre Kriminalität und Unpopularität beim Volk hindert den Regenten nicht, sie wieder zu bestallen. Sie sind eine Art Rückgrat des Regimes: gefügig bis hörig, so dass das Regime ihre Schwäche bequem ausnutzen kann.
Mittelalterliche Feudalherrschaft, mit Öl geschmiert
Ilham Aliyev profitiert ungeniert vom Ölboom des Landes. Da er Aserbaidschan wie seinen Privatbesitz führt, kann er die damit verbundenen Einnahmen nach Gutdünken verwenden und verschwenden. Das Bild eines Wirtschaftsbooms aber täuscht. Es werden zwar imposante Bauprojekte hochgezogen und zur Schau gestellt. Aber damit sollen nur die ausufernden Plünderung-Transaktionen der Staatsfinanzen durch das Regime verschleiert werden. Das System übertrifft die Feudalherrschaft einer mittelalterlichen Herrscherfamilie. Aliyev umgibt sich mit Leuten gleicher Gesinnung, die vor allem Erfahrungen illegaler Geschäftemacherei zusammenhält. Ein Staatsamt ist durch diese Praktiken in Aserbaidschan längst zu einer Pfründe verkommen, die man zugeschustert bekommt, wenn man dem Herrn getreulich und widerspruchslos dient. Wichtig ist eigentlich nur, dass man die Schmiergeldmechanismen beherrscht. Schließlich verhilft dieses Bestechungssystem jedem Staatsdiener, sein von veruntreuten öffentlichen Mitteln zusammengerafftes Vermögen zu vergrößern.
Täuschen und Lügen sind die gewohnte Praxis einer angeblichen Politik der Reformen in Aserbaidschan. Ausländischen Beobachtern wird Sand in die Augen gestreut, bis sie an Fortschritte im Land glauben. Kosmetische Erneuerungen, die man als Reform verkauft, werden mittels Reparaturen an Regierungsgebäuden demonstriert. Solche vereinzelten Ausbauten einiger staatlicher Institutionen sollen die Bürger täuschen und glauben machen, der Staat kümmere sich um ihre Belange. Man will den Anschein erwecken, dass im Land eine Modernisierung im Gange ist, die sich als Dienste an seinen Bürgern versteht.
„Kaviardiplomatie“ für die Aufwertung des Regimes
Der lange Arm des Diktators macht sich die Söhne der Beamtenoligarchen zunutze und schickt sie als Imagepfleger ins Ausland. Auch ausländische Besucher, die man als mediale Multiplikatoren ausmacht, werden verwöhnt: Mit Flugkostenpauschalen und köstlichen Speisen, damit sie ein positives Bild von Aserbaidschan und seinem Regime zeichnen. Wie aus einem Bericht der Europäischen Stabilitätsinitiative (European Stability Initiative, ESI) hervorgeht, betreibt die aserbaidschanische Regierung in massiver Form eine „Kaviardiplomatie“, die sich darin äußert, dass Parlamentarier und einzelne Politiker aus dem demokratischen Westen für die Propaganda des Regimes eingekauft werden. (www.esiweb.org).
Als anschauliches Beispiel dafür wird das Scheitern des Berichts eines SPD Politikers im Europarat genannt, der mit seiner Darstellung über die Lage der politischen Gefangenen in Aserbaidschan überstimmt wurde und zurücktrat. Laut Angaben spielten bei der Abstimmung in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Mittel des Regimes eine gewisse Rolle. (www.presseportal.de).
Solche Art „Kooperation“ hilft dem diktatorischen Regime in Aserbaidschan seine Macht abzusichern und Selbstsicherheit im autoritären Umgang im Inland zu gewinnen. So kann Aliyev im Gespräch mit EU-Präsident Manuel Barroso dreist anbringen, dass es in Aserbaidschan keine politische Gefangenen gibt, und dies einige Tage nachdem wieder Regimekritiker eingesperrt wurden.
Die Gutgläubigkeit europäischer Besuchsdiplomatie
Kritische Stimmen in Aserbaidschan verurteilen die Gutgläubigkeit europäischer Besuchsdiplomatie gegenüber dem Regime, und der Spruch verbreitet sich schon, nicht Aserbaidschan integriere sich in Europa, sondern es sei umgekehrt: Europa nähere sich Aserbaidschan in Sachen Käuflichkeit und Opportunismus an.
Zu kritisieren ist z.B. die Anwesenheit des deutschen Außenministers Guido Westerwelle im Mai dieses Jahres beim Jahrestag des Diktators Heydar Aliyev in Berlin, wo er mit keinem Wort die Menschenrechtslage und politische Repressionen in Aserbaidschan erwähnte. Das gefällt dem Regime in Baku. Das politische Regime betrachtet es umgekehrt mit Unbehagen, wenn die eine oder andere kritische Stimme an seiner Rhetorik der glorreichen Zukunftsausmalung Aserbaidschans Zweifel äußert. So wurde für die deutschen Experten, die sich bislang noch regimekritisch zeigten, Einreiseverbote nach Aserbaidschan verhängt, weil sie z. B. aus Forschungsinteresse Bergkarabach besucht hatten.
Europa verspielt mit seiner Milde gegenüber dem Diktator seine Demokratieideale, die eigentlich hohe Zustimmung in der aserbaidschanischen Bevölkerung genießen. Währenddessen wird die Oppositionsbeteiligung am politischen Leben Aserbaidschans bis auf ein Minimum unterdrückt. Die Opposition ist mangels genügender Ressourcen einfach nicht imstande, um die Unterstützung der Gesellschaft zu werben und zu kämpfen. Das Regime hungert sie aus. Im letzten Parlamentsjahr wurde ihre Teilnahme im Parlament noch weiter eingeschränkt. Mit seiner wiederholten Anspielung vor westlichem Publikum auf die Schwäche der Opposition stellt Ilham Aliyev sich als Unschuldslamm hin. Dabei verheimlicht er seine Unduldsamkeit gegenüber jeglicher Opposition gar nicht. Die Desillusionierten suchen inzwischen längst den Ausweg in einer ständig steigenden Auswanderung.
*
ESI Bericht hier: Caviar Diplomacy. How Azerbaijan silenced the Council of Europe 24 May 2012 Berlin
Europarat weist in Abstimmung Bericht über aserbaidschanische Gefangene eindeutig zurück
Aserbaidschan blickt in eine düstere Zukunft. In den Präsidentschaftswahlen haben sich Elend und Farce des Regimes ausgedrückt. Erneut wurde in dieser Inszenierung die Scheinheiligkeit der Herrschenden manifest. Auch das OSZE-Büro für Demokratische Institutionen und Menschenrechte ODIHR mit Hauptsitz in Warschau und dessen internationale Beobachterkommission haben dies festgestellt. ODIHR ging nicht über die Tatsachen der Wahlfälschung hinweg, die von den bestochenen örtlichen Wahlbeobachtern einfach ignoriert wurden.
Die europäischen Staatsoberhäupter und US Präsident Barak Obama haben sich ein paar Wochen Zeit gelassen, ehe sie dem Diktator kürzlich ihre Gruß- und Jubelworte zukommen ließen. Der Vorteil aus dem Gasexport Aserbaidschans war ihnen aber letztlich wichtiger, als der Wert der Demokratie. Auf diese Weise feiern im 21. Jahrhundert immer noch Diktaturen Triumphe, die längst in den Archiven der Geschichte versunken sein müssten.
Regentschaft im Stile eines orientalischen Herrschers
Als Ilham Aliyev vor zehn Jahren das Erbe seines Vaters und Lehrmeisters Heydar Aliyev antrat, unterschätzte man seine Fähigkeiten noch. Den Stil des Vaters, der wie ein orientalischer Herrscher sein Land geführt hatte, wollte man ihm nicht zutrauen. Jetzt, zehn Jahre danach, ist es unübersehbar geworden: Der Sohn steuert die kleine Republik Aserbaidschan genauso absolut wie der alte Aliyev. Seine Macht ist unbestritten und total. Gesetz und Verfassung haben für ihn keine Bedeutung und hindern ihn nicht, seine Macht auszuleben.
Die Verfassung ist durchgelöchert von den Änderungen diverser Gummiartikel. Sie werden getreu der Tradition einstudierter, hin und wieder veranstalteter Referenden wie zu Sowjetzeiten nach des Diktators Vorgaben neu eingefügt oder seinem Willen gemäß verändert.
Aliyevs Machtapparat ist auf das Diktat des Präsidenten zugeschnitten. Die alte Garde seines Vaters erweist ihm unverbrüchliche Treue. Sie ist noch immer im Dienst. Seit 18 Jahren amtieren die Verwaltungsgreise, wie beispielsweise der bald 80jährige Ministerpräsident und der Chef des Präsidentenapparats.
In seinem Parlament fungieren Leute nur mit Genehmigung des Präsidenten. Das Parlament ist ein eklatantes Beispiel für das politische Theater im Lande. Es ist nicht mal fähig, das Ende der Amtszeit eines längst vergessenen und verstaubten Menschenrechtsbeauftragten zu beschließen. Neulich drehte eine Videokamera Parlamentsmitglieder dabei, als sie für solche nur noch daneben sitzenden Kollegen als „freundschaftlichen Dienst“ die Abstimmung per Knopfdruck mit übernahmen.
Nach der letzten Wahl wundert es schon niemand mehr, dass beim neuaufgestellten Ministerkabinett wiederum die alten Gesichter zu sehen sind. Ihre Kriminalität und Unpopularität beim Volk hindert den Regenten nicht, sie wieder zu bestallen. Sie sind eine Art Rückgrat des Regimes: gefügig bis hörig, so dass das Regime ihre Schwäche bequem ausnutzen kann.
Mittelalterliche Feudalherrschaft, mit Öl geschmiert
Ilham Aliyev profitiert ungeniert vom Ölboom des Landes. Da er Aserbaidschan wie seinen Privatbesitz führt, kann er die damit verbundenen Einnahmen nach Gutdünken verwenden und verschwenden. Das Bild eines Wirtschaftsbooms aber täuscht. Es werden zwar imposante Bauprojekte hochgezogen und zur Schau gestellt. Aber damit sollen nur die ausufernden Plünderung-Transaktionen der Staatsfinanzen durch das Regime verschleiert werden. Das System übertrifft die Feudalherrschaft einer mittelalterlichen Herrscherfamilie. Aliyev umgibt sich mit Leuten gleicher Gesinnung, die vor allem Erfahrungen illegaler Geschäftemacherei zusammenhält. Ein Staatsamt ist durch diese Praktiken in Aserbaidschan längst zu einer Pfründe verkommen, die man zugeschustert bekommt, wenn man dem Herrn getreulich und widerspruchslos dient. Wichtig ist eigentlich nur, dass man die Schmiergeldmechanismen beherrscht. Schließlich verhilft dieses Bestechungssystem jedem Staatsdiener, sein von veruntreuten öffentlichen Mitteln zusammengerafftes Vermögen zu vergrößern.
Täuschen und Lügen sind die gewohnte Praxis einer angeblichen Politik der Reformen in Aserbaidschan. Ausländischen Beobachtern wird Sand in die Augen gestreut, bis sie an Fortschritte im Land glauben. Kosmetische Erneuerungen, die man als Reform verkauft, werden mittels Reparaturen an Regierungsgebäuden demonstriert. Solche vereinzelten Ausbauten einiger staatlicher Institutionen sollen die Bürger täuschen und glauben machen, der Staat kümmere sich um ihre Belange. Man will den Anschein erwecken, dass im Land eine Modernisierung im Gange ist, die sich als Dienste an seinen Bürgern versteht.
„Kaviardiplomatie“ für die Aufwertung des Regimes
Der lange Arm des Diktators macht sich die Söhne der Beamtenoligarchen zunutze und schickt sie als Imagepfleger ins Ausland. Auch ausländische Besucher, die man als mediale Multiplikatoren ausmacht, werden verwöhnt: Mit Flugkostenpauschalen und köstlichen Speisen, damit sie ein positives Bild von Aserbaidschan und seinem Regime zeichnen. Wie aus einem Bericht der Europäischen Stabilitätsinitiative (European Stability Initiative, ESI) hervorgeht, betreibt die aserbaidschanische Regierung in massiver Form eine „Kaviardiplomatie“, die sich darin äußert, dass Parlamentarier und einzelne Politiker aus dem demokratischen Westen für die Propaganda des Regimes eingekauft werden. (www.esiweb.org).
Als anschauliches Beispiel dafür wird das Scheitern des Berichts eines SPD Politikers im Europarat genannt, der mit seiner Darstellung über die Lage der politischen Gefangenen in Aserbaidschan überstimmt wurde und zurücktrat. Laut Angaben spielten bei der Abstimmung in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates Mittel des Regimes eine gewisse Rolle. (www.presseportal.de).
Solche Art „Kooperation“ hilft dem diktatorischen Regime in Aserbaidschan seine Macht abzusichern und Selbstsicherheit im autoritären Umgang im Inland zu gewinnen. So kann Aliyev im Gespräch mit EU-Präsident Manuel Barroso dreist anbringen, dass es in Aserbaidschan keine politische Gefangenen gibt, und dies einige Tage nachdem wieder Regimekritiker eingesperrt wurden.
Die Gutgläubigkeit europäischer Besuchsdiplomatie
Kritische Stimmen in Aserbaidschan verurteilen die Gutgläubigkeit europäischer Besuchsdiplomatie gegenüber dem Regime, und der Spruch verbreitet sich schon, nicht Aserbaidschan integriere sich in Europa, sondern es sei umgekehrt: Europa nähere sich Aserbaidschan in Sachen Käuflichkeit und Opportunismus an.
Zu kritisieren ist z.B. die Anwesenheit des deutschen Außenministers Guido Westerwelle im Mai dieses Jahres beim Jahrestag des Diktators Heydar Aliyev in Berlin, wo er mit keinem Wort die Menschenrechtslage und politische Repressionen in Aserbaidschan erwähnte. Das gefällt dem Regime in Baku. Das politische Regime betrachtet es umgekehrt mit Unbehagen, wenn die eine oder andere kritische Stimme an seiner Rhetorik der glorreichen Zukunftsausmalung Aserbaidschans Zweifel äußert. So wurde für die deutschen Experten, die sich bislang noch regimekritisch zeigten, Einreiseverbote nach Aserbaidschan verhängt, weil sie z. B. aus Forschungsinteresse Bergkarabach besucht hatten.
Europa verspielt mit seiner Milde gegenüber dem Diktator seine Demokratieideale, die eigentlich hohe Zustimmung in der aserbaidschanischen Bevölkerung genießen. Währenddessen wird die Oppositionsbeteiligung am politischen Leben Aserbaidschans bis auf ein Minimum unterdrückt. Die Opposition ist mangels genügender Ressourcen einfach nicht imstande, um die Unterstützung der Gesellschaft zu werben und zu kämpfen. Das Regime hungert sie aus. Im letzten Parlamentsjahr wurde ihre Teilnahme im Parlament noch weiter eingeschränkt. Mit seiner wiederholten Anspielung vor westlichem Publikum auf die Schwäche der Opposition stellt Ilham Aliyev sich als Unschuldslamm hin. Dabei verheimlicht er seine Unduldsamkeit gegenüber jeglicher Opposition gar nicht. Die Desillusionierten suchen inzwischen längst den Ausweg in einer ständig steigenden Auswanderung.
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ESI Bericht hier: Caviar Diplomacy. How Azerbaijan silenced the Council of Europe 24 May 2012 Berlin
Europarat weist in Abstimmung Bericht über aserbaidschanische Gefangene eindeutig zurück
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Tuesday, December 03, 2013
LITERATUR: Historisch-literarischen Abend: "Unbekannte Bekannte" zum 100. Geburtstag der aserbaidschanischen Schriftstellerin Nigar Räfibäyli
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kaukasusinteressierte,
in diesem Jahr jährt sich der Geburtstag der aserbaidschanischen Dichterin und Übersetzerin Nigar Chudadat qızı Räfibäyli (1913–1981) zum 100. Mal.
Geboren als Tochter des ersten Gesundheitsministers der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik (1918-1920), gehörte sie mit ihrem Ehemann Rasul Rza zum Kreis jener Literaten der 1930/40er Jahre, die den aserbaidschanischen Realismus in der Literatur und im Filmschaffen prägten und den Gefahren des Stalinschen Regimes ausgesetzt waren. Mit ihren Gedichten setzte sie Traditionen romantischer Lyrik fort, wie sie von Dichterinnen wie Mächsäti Gäncävi oder Natävan gepflegt wurden.
Am Montag, den 09. Dezember 2013, veranstaltet der Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans in Kooperation mit KAD e.V. einen historisch-literarischen Abend anlässlich des Jubiläums der Literatin gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Schriftsteller und Vorsitzenden des aserbaidschanischen Schriftstellerverbandes Anar Rzayev. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und findet im Festsaal der Humboldt Universität (Luisenstr. 56, Berlin-Mitte, Karte) statt. Ich freue mich, Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
+++
PROGRAMM
18:00 bis 21:00 Uhr
Eröffnung und Moderation
Samira Patzer-Ismailova, Vorsitzende des Europakongresses der Aserbaidschaner
Einführungsvortrag zum Leben und Schaffen von Nigar Rafibäyli
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch, HU Berlin
Lesung
Margarete Steinhäuser
Gedichte von Nigar Rafibäyli in musikalischer Umrahmung
Gespräch
„Ohne Euch“ und doch mit ihnen: Familientraditionen der Gesellschaftsreflexion
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch und Theaterregisseur Peter Wittig im Gespräch mit dem Schriftsteller Anar Rzayev
Lesung
Margarete Steinhäuser, Berlin
Erzählung von Anar
Empfang
Veranstalter:
Lehrstuhl „Geschichte Aserbaidschans“ der Humboldt-Universität Berlin, Europakongress der Aserbaidschaner
In Zusammenarbeit mit dem Koordinationszentrum für Aserbaidschanischer in Deutschland
Mit freundlicher Unterstützung von: SOCAR-Germany
--
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften
Stiftungsprofessur Geschichte Aserbaidschans
Sitz: Friedrichstraße 191-193a
10117 Berlin
Raum 5101
Tel.: 030 2093 70577
Fax: 030 2093 70655
in diesem Jahr jährt sich der Geburtstag der aserbaidschanischen Dichterin und Übersetzerin Nigar Chudadat qızı Räfibäyli (1913–1981) zum 100. Mal.
Geboren als Tochter des ersten Gesundheitsministers der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik (1918-1920), gehörte sie mit ihrem Ehemann Rasul Rza zum Kreis jener Literaten der 1930/40er Jahre, die den aserbaidschanischen Realismus in der Literatur und im Filmschaffen prägten und den Gefahren des Stalinschen Regimes ausgesetzt waren. Mit ihren Gedichten setzte sie Traditionen romantischer Lyrik fort, wie sie von Dichterinnen wie Mächsäti Gäncävi oder Natävan gepflegt wurden.
Am Montag, den 09. Dezember 2013, veranstaltet der Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans in Kooperation mit KAD e.V. einen historisch-literarischen Abend anlässlich des Jubiläums der Literatin gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Schriftsteller und Vorsitzenden des aserbaidschanischen Schriftstellerverbandes Anar Rzayev. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und findet im Festsaal der Humboldt Universität (Luisenstr. 56, Berlin-Mitte, Karte) statt. Ich freue mich, Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
+++
PROGRAMM
18:00 bis 21:00 Uhr
Eröffnung und Moderation
Samira Patzer-Ismailova, Vorsitzende des Europakongresses der Aserbaidschaner
Einführungsvortrag zum Leben und Schaffen von Nigar Rafibäyli
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch, HU Berlin
Lesung
Margarete Steinhäuser
Gedichte von Nigar Rafibäyli in musikalischer Umrahmung
Gespräch
„Ohne Euch“ und doch mit ihnen: Familientraditionen der Gesellschaftsreflexion
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch und Theaterregisseur Peter Wittig im Gespräch mit dem Schriftsteller Anar Rzayev
Lesung
Margarete Steinhäuser, Berlin
Erzählung von Anar
Empfang
Veranstalter:
Lehrstuhl „Geschichte Aserbaidschans“ der Humboldt-Universität Berlin, Europakongress der Aserbaidschaner
In Zusammenarbeit mit dem Koordinationszentrum für Aserbaidschanischer in Deutschland
Mit freundlicher Unterstützung von: SOCAR-Germany
--
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften
Stiftungsprofessur Geschichte Aserbaidschans
Sitz: Friedrichstraße 191-193a
10117 Berlin
Raum 5101
Tel.: 030 2093 70577
Fax: 030 2093 70655
ARTIKEL: Georgiens berühmtester Sohn spaltet seine Heimat. Von Tatjana Montik (derstandard.at)
foto: epa/zurab kurtsikidze
Georgische
Widersprüche: Bereits am Tag seiner Eröffnung am 1. September 2013
wurde das neue Stalin-Denkmal in Telavi "geschändet".
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Man kann in Georgien überall Stalin-Skulpturen begegnen. In einem Dorf in Kachetien, im landwirtschaftlich geprägten Osten des Landes, gibt es etwa einen Mann, der aus Privatinitiative einen Stalin-Garten angelegt hat. Es gibt auch Bauern, die Stalin-Skulpturen, die sie aus öffentlichen Gebäuden 'gerettet' haben, in ihren eigenen Gärten aufstellen, berichtet die Kunstwissenschafterin Tamta Tamara Schawgulidse, die im Herbst eine Recherchereise unternahm, um die Stalin-Monumente auf dem Land zu analysieren.
Dabei fand sie heraus, dass "Stalin meistens Teil eines Denkmal-Ensembles ist, das den öffentlichen Raum um sich herum prägt". Bemerkenswert erscheine, dass es in Georgien üblicherweise zwei Typen solcher Denkmal-Ensembles gibt: die um die Gotteshäuser und die rund um Stalin. "Ich hatte den Eindruck, dass Stalin diesen Menschen als Befreier der Menschheit vom Faschismus Halt gibt, denn - wie sie sagen - man habe schließlich nur dank seiner und mit ihm den Krieg gewonnen. Und ohne diesen 'großen Steuermann' fühlen sie sich hilflos und ausgeliefert."
Der Schriftsteller Irakli Lomouri (54) bestätigt: In Georgien herrsche gegenüber Stalin weiterhin Ehrfurcht, und das sei eine Schande. Viele seiner Landsleute sehen in Stalin einen Burschen aus Gori, vor dem später die ganze Welt in Angst und Ehrfurcht erstarrte. Für sie sei Stalin "die Personifizierung der Größe der georgischen Nation", sagt Lomouri.
Der Historiker und Schriftsteller Lascha Bakradse stimmt zu. Er hat im Frühjahr am "Stalin Puzzle", einer Studie der Carnegie-Stiftung, mitgearbeitet. Dabei kam er zu der Überzeugung, dass die andauernde Stalin-Verehrung in Georgien lediglich mit dem Minderwertigkeitskomplex einer kleinen Nation zu tun habe, mit dem falschen Stolz auf den vermeintlich großen Sohn Georgiens.
Für Stalin, gegen Moskau
Diese These belegt Bakradse mit einem wenig bekannten Detail aus der sowjetischen Geschichte Georgiens: Als zu Beginn der zaghaften Chruschtschow'schen Tauwetterzeit Stalin kritisiert wurde, gab es in Tiflis an Stalins Todestag am 5. März 1956 heftige Proteste, die nach vier Tagen blutig niedergeschlagen wurden. "Das war eine Zäsur für die georgische Geschichte in der Sowjetzeit", findet Bakradse, denn damals hätten die Georgier die kommunistische Ideologie und den Glauben an die Sowjetmacht zu Grabe getragen. Stalin wurde offiziell von der Sowjetmacht kritisiert, und wir haben zu ihm gehalten. Also waren wir gegen die Sowjetmacht".
Seit 2003 hatte die Regierung unter Präsident Michail Saakaschwili in ihrem Reformeifer versucht, über die sowjetische Vergangenheit Bilanz zu ziehen. 2006 wurde etwa in Tiflis das sogenannte Besatzungsmuseum eröffnet, in dem der Rote Terror anhand von Bildern, Filmen und Dokumenten belegt wird. An diesem Museum wird aber auch Kritik geübt, denn dort werden die Georgier als reine Opfer der bolschewistischen Invasion dargestellt. Und das entspricht nicht ganz den historischen Tatsachen, wenn man bedenkt, dass sich unter den Besatzern, die das sozialdemokratisch regierte Georgien 1921 eroberten, zahlreiche georgische Bolschewiken mit Sergo Ordschonikidse an der Spitze befanden. Und vor allem während des großen Terrors waren die Georgier nicht nur Opfer, sondern auch Täter und Mitläufer.
Keine tiefere Aufarbeitung
Ein weiterer Schritt zur Entsowjetisierung war das gesetzliche Verbot sowjetischer Symbolik. In Gori wurde im Juni 2010 im Auftrag der Regierung in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das Stalin-Denkmal abgerissen. Doch obwohl die Entsowjetisierung teils radikal ausfiel, blieb sie oberflächlich: Es gab keine wissenschaftlichen oder öffentlichen Debatten dazu.
Der Schriftsteller und Historiker Lascha Bakradze ist der Überzeugung: "Man muss der eigenen Geschichte zwar kritisch gegenüberstehen, aber nicht nur durch die Wegnahme von Symbolen, sondern man muss sie annehmen, wie sie war, und sich damit kritisch auseinandersetzen."
Wato Tsereteli, der an der Tifliser Kunstakademie unterrichtet und mit der österreichischen Kunstexpertin Katarina Stadler das Zentrum für zeitgenössische Kunst leitet, beobachtet an den eigenen Studenten, "wie die durch das Sowjetregime verursachten Traumata das individuelle Potenzial der Menschen blockieren". "Wir sind täglich damit konfrontiert, dass die Leute, die nach dem Ende der Sowjetunion geboren wurden, trotzdem eine sowjetische Mentalität besitzen, weil ihre Eltern durch das sowjetische Regime determiniert sind", sagt Tsereteli. Schuld daran sei auch, dass Georgien nach dem Kollaps der UdSSR von einer Krise in die nächste geraten sei. (Tatjana Montik aus Tiflis, DER STANDARD, 2.12.2013)
REPORTAGE: Über den EU-Gipfel in Vilnius für das georgische Magazin "Liberali". Von Silvia Stöber
Am Ende stand Georgien mit Moldawien als Klassenbester da. Außenministerin Maja Panjikidze durfte vor die Vertreter der 28 EU-Länder und der Staaten der östlichen Partnerschaft treten. Zu Klaviermusik wurde sie bei einer Schuljahresabschlussfeier auf das Podium gebeten. Mit der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton unterschrieb sie das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Georgien.
Es ist ein Werk mit mehr als 1000 Seiten voller Paragrafen, Bestimmungen und technokratischer Begriffe. Sie regeln, wie die Gesetze angepasst werden müssen, damit sich für Georgien die Tür zur Europäischen Union ein Stück weit öffnet. Aber erst müssen diese Seiten in die EU-Sprachen übersetzt und juristisch überprüft werden. Bis das Abkommen in Kraft treten kann, werden noch Monate vergehen.
Eigentlich hätte der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch an dieser Stelle glänzen sollen. Doch er selbst hatte die Rolle des bösen Schulbuben gewählt. Denn die Unterschrift unter das für die Ukraine vorbereitete Abkommen hatte er eine Woche vor dem Gipfel abgelehnt. Dennoch war er nach Vilnius gereist und hatte sich, so sagte ein westeuropäischer Diplomat verärgert, in der teuersten Hotel-Suite der Stadt einquartiert.
Janukowitsch konnte sich größter Aufmerksamkeit gewiss sein. Denn sein Land ist unter den sechs Ländern der östlichen Partnerschaft mit 45 Millionen Einwohnern das Schwergewicht. Doch Janukowitsch hatte sich getäuscht, wenn erwartet hatte, dass die EU in einen Bieterwettbewerb mit Russland um die Ukraine einsteigen würde. "Wir betreiben hier keinen Basar", sagte Schwedens Außenminister Carl Bildt. Sein Land hatte mit Polen die Idee der östlichen Partnerschaft entwickelt und vorangetrieben, auch um die sechs Ex-Sowjetrepubliken dem Einfluss Russlands zu entziehen.
Janukowitsch führte in den Gesprächen mit den Regierungschefs immer wieder den Druck von Seiten Russlands und die enge wirtschaftliche Verflechtung in Richtung Osten an, um sich zu rechtfertigen. Vor deutschen Journalisten äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel Verständnis für Janukowitschs Entscheidung und bot Unterstützung an: "Er hat viele Schwierigkeiten, was die Gaslieferungen anbelangt. Wenn die Ukraine das möchte, werden wir in Zukunft Gas zur Verfügung stellen. Aber wir müssen weiter arbeiten und es ist ein beschwerlicher Weg."
Im Gespräch mit Janukowitsch selbst wählte sie deutliche Worte: "Wir haben mehr erwartet", sagte sie ihm zum Aperitif am Donnerstag Abend, bevor sie einen großen Schluck Wein nahm. Bekannt wurde die Szene, weil das Büro von Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite ein Video davon veröffentlichte. Schmollend erklärte Janukowitsch, die wirtschaftliche Situation seines Landes sei schwierig und mit Russland gebe es große Probleme.
Grybauskaite antwortete auf diese Klage bei der Abschlusspressekonferenz, es sei eine Frage des politischen Willen, dem Druck Moskaus zu widerstehen. Schließlich sei es auch den baltischen Staaten gelungen, sich Russland zu entziehen. Dies waren klare Worte im Vergleich zu den immer wieder verwendeten Formulieren, für die Ukraine bleibe die Tür geöffnet und das Abkommen liege noch immer auf dem Tisch, die Ukraine müsse nur bereit sein, die Bedingungen zu erfüllen.
Doch zu durchschaubar ist Janukowitschs Ping-Pong-Strategie, sich mal Russland, mal Europa anzunähern. Er verfolgt das Ziel, von beiden Seiten zu profitieren, sich aber nicht auf deren Bedingungen einlassen zu wollen. Doch unter dieser Schaukelpolitik leidet die Ukraine, denn eine Lösung für die hohen Schulden, fehlenden Investitionen und die Abhängigkeit von Russland findet er so nicht. Seit mehr als einer Woche demonstrieren täglich Tausende gegen seine Entscheidung und seine Politik.
So schauen die Westeuropäer längst nach den anderen politischen Kräften in der Ukraine. Gelegenheit dazu bot sich auf den Nebenschauplätzen des Gipfels in Vilnius. EU-Spitzenvertreter sprachen mit dem ukrainischen Neu-Politiker und Ex-Profiboxer Vitali Klitschko bei einem Treffen der Europäischen Volkspartei (EVP), dem Zusammenschluss christdemokratischer Parteien in Europa.
Vor einer Pressekonferenz der EVP war Klitschko im regen Austausch mit dem Ex-Chef des georgischen Nationalen Sicherheitsrates, Giga Bokeria, und UNM-Fraktionschef David Bakradze anzutreffen, deren Partei Vereinte Nationale Bewegung in der EVP Beobachterstatus hat. Auf die Frage, ob er Klitschko Ratschläge für den Protest in der Ukraine gebe, sagte Bokeria, Klitschko brauche keine Ratschläge und er sei sicher, dass die Menschen in der Ukraine sich den freien Nationen anschließen werden.
Bokeria und seine Mitstreiter nutzten in Vilnius die Gelegenheit, ihre Sicht auf die innenpolitische Lage in Georgien zu präsentieren. So zeigte sich Elmar Brok, Chef des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, besorgt: "Die georgischen Gesprächspartner haben gesagt: Auch bei uns darf die Opposition nicht im Gefängnis im landen. Die Frage nach selektiver Justiz ist in Georgien genauso wie in der Ukraine gegeben." Beim parallel zum EU-Gipfel stattfindenden Forum der Zivilgesellschaft lieferten sich Europaminister Alex Petriaschwili und UNM-Parlamentarier Giorgi Kandelaki mal wieder eine Diskussion über den Umgang mit Stalin-Denkmälern in Georgien.
Für etwas Verwunderung sorgte, dass Präsident Giorgi Margwelaschwili in einer kurzen Rede nach der Unterzeichnung des Assoziierungs- und Freihandelsabkommens nur auf das zweite ausgehandelte Abkommen einging, bei dem es um die Teilnahme Georgiens an Krisenmissionen der EU ging. Man könnte dies seiner Unerfahrenheit auf internationalem Parkett zuschreiben.
So fällt das Urteil über die Regierungsarbeit und die politische Lage in Georgien derzeit eher verhalten aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte lediglich, dass die Zusammenarbeit mit Georgien gut laufe und die Unterschrift unter das Assoziierungsabkommen ein großer Fortschritt und ein mutiger Schritt zugleich sei. Sie sagte aber auch Unterstützung zu, sollte Russland den Druck auf Moldawien und Georgien erhöhen, um so die endgültige Unterzeichnung der Assoziierungs- und Freihandelsabkommen zu verhindern. Schon vor dem Gipfel hatte Merkel Russlands Präsident Wladimir Putin gewarnt: "Um es klar zu sagen: Die Länder entscheiden allein über ihre künftige Ausrichtung. Ein Veto-Recht Dritter kann es nicht geben."
Doch, so viel wurde auch deutlich bei all den Gesprächen auf dem Gipfel, die georgische Regierung muss noch zeigen, dass sie ihr Land wirklich auf dem Pfad Richtung Westen halten will und dafür auch die versprochenen Reformen zum Beispiel für mehr Rechtssicherheit durchführen wird. Fürs Erste jedoch konnte sich Georgien neben Moldawien bei diesem Gipfel als Klassenbester feiern, auch wenn dies neben dem heiß diskutierten Fall der Ukraine in den Hintergrund rückte.
Es ist ein Werk mit mehr als 1000 Seiten voller Paragrafen, Bestimmungen und technokratischer Begriffe. Sie regeln, wie die Gesetze angepasst werden müssen, damit sich für Georgien die Tür zur Europäischen Union ein Stück weit öffnet. Aber erst müssen diese Seiten in die EU-Sprachen übersetzt und juristisch überprüft werden. Bis das Abkommen in Kraft treten kann, werden noch Monate vergehen.
Eigentlich hätte der ukrainische Präsident Wiktor Janukowitsch an dieser Stelle glänzen sollen. Doch er selbst hatte die Rolle des bösen Schulbuben gewählt. Denn die Unterschrift unter das für die Ukraine vorbereitete Abkommen hatte er eine Woche vor dem Gipfel abgelehnt. Dennoch war er nach Vilnius gereist und hatte sich, so sagte ein westeuropäischer Diplomat verärgert, in der teuersten Hotel-Suite der Stadt einquartiert.
Janukowitsch konnte sich größter Aufmerksamkeit gewiss sein. Denn sein Land ist unter den sechs Ländern der östlichen Partnerschaft mit 45 Millionen Einwohnern das Schwergewicht. Doch Janukowitsch hatte sich getäuscht, wenn erwartet hatte, dass die EU in einen Bieterwettbewerb mit Russland um die Ukraine einsteigen würde. "Wir betreiben hier keinen Basar", sagte Schwedens Außenminister Carl Bildt. Sein Land hatte mit Polen die Idee der östlichen Partnerschaft entwickelt und vorangetrieben, auch um die sechs Ex-Sowjetrepubliken dem Einfluss Russlands zu entziehen.
Janukowitsch führte in den Gesprächen mit den Regierungschefs immer wieder den Druck von Seiten Russlands und die enge wirtschaftliche Verflechtung in Richtung Osten an, um sich zu rechtfertigen. Vor deutschen Journalisten äußerte Bundeskanzlerin Angela Merkel Verständnis für Janukowitschs Entscheidung und bot Unterstützung an: "Er hat viele Schwierigkeiten, was die Gaslieferungen anbelangt. Wenn die Ukraine das möchte, werden wir in Zukunft Gas zur Verfügung stellen. Aber wir müssen weiter arbeiten und es ist ein beschwerlicher Weg."
Im Gespräch mit Janukowitsch selbst wählte sie deutliche Worte: "Wir haben mehr erwartet", sagte sie ihm zum Aperitif am Donnerstag Abend, bevor sie einen großen Schluck Wein nahm. Bekannt wurde die Szene, weil das Büro von Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite ein Video davon veröffentlichte. Schmollend erklärte Janukowitsch, die wirtschaftliche Situation seines Landes sei schwierig und mit Russland gebe es große Probleme.
Grybauskaite antwortete auf diese Klage bei der Abschlusspressekonferenz, es sei eine Frage des politischen Willen, dem Druck Moskaus zu widerstehen. Schließlich sei es auch den baltischen Staaten gelungen, sich Russland zu entziehen. Dies waren klare Worte im Vergleich zu den immer wieder verwendeten Formulieren, für die Ukraine bleibe die Tür geöffnet und das Abkommen liege noch immer auf dem Tisch, die Ukraine müsse nur bereit sein, die Bedingungen zu erfüllen.
Doch zu durchschaubar ist Janukowitschs Ping-Pong-Strategie, sich mal Russland, mal Europa anzunähern. Er verfolgt das Ziel, von beiden Seiten zu profitieren, sich aber nicht auf deren Bedingungen einlassen zu wollen. Doch unter dieser Schaukelpolitik leidet die Ukraine, denn eine Lösung für die hohen Schulden, fehlenden Investitionen und die Abhängigkeit von Russland findet er so nicht. Seit mehr als einer Woche demonstrieren täglich Tausende gegen seine Entscheidung und seine Politik.
So schauen die Westeuropäer längst nach den anderen politischen Kräften in der Ukraine. Gelegenheit dazu bot sich auf den Nebenschauplätzen des Gipfels in Vilnius. EU-Spitzenvertreter sprachen mit dem ukrainischen Neu-Politiker und Ex-Profiboxer Vitali Klitschko bei einem Treffen der Europäischen Volkspartei (EVP), dem Zusammenschluss christdemokratischer Parteien in Europa.
Vor einer Pressekonferenz der EVP war Klitschko im regen Austausch mit dem Ex-Chef des georgischen Nationalen Sicherheitsrates, Giga Bokeria, und UNM-Fraktionschef David Bakradze anzutreffen, deren Partei Vereinte Nationale Bewegung in der EVP Beobachterstatus hat. Auf die Frage, ob er Klitschko Ratschläge für den Protest in der Ukraine gebe, sagte Bokeria, Klitschko brauche keine Ratschläge und er sei sicher, dass die Menschen in der Ukraine sich den freien Nationen anschließen werden.
Bokeria und seine Mitstreiter nutzten in Vilnius die Gelegenheit, ihre Sicht auf die innenpolitische Lage in Georgien zu präsentieren. So zeigte sich Elmar Brok, Chef des Auswärtigen Ausschusses im Europaparlament, besorgt: "Die georgischen Gesprächspartner haben gesagt: Auch bei uns darf die Opposition nicht im Gefängnis im landen. Die Frage nach selektiver Justiz ist in Georgien genauso wie in der Ukraine gegeben." Beim parallel zum EU-Gipfel stattfindenden Forum der Zivilgesellschaft lieferten sich Europaminister Alex Petriaschwili und UNM-Parlamentarier Giorgi Kandelaki mal wieder eine Diskussion über den Umgang mit Stalin-Denkmälern in Georgien.
Für etwas Verwunderung sorgte, dass Präsident Giorgi Margwelaschwili in einer kurzen Rede nach der Unterzeichnung des Assoziierungs- und Freihandelsabkommens nur auf das zweite ausgehandelte Abkommen einging, bei dem es um die Teilnahme Georgiens an Krisenmissionen der EU ging. Man könnte dies seiner Unerfahrenheit auf internationalem Parkett zuschreiben.
So fällt das Urteil über die Regierungsarbeit und die politische Lage in Georgien derzeit eher verhalten aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte lediglich, dass die Zusammenarbeit mit Georgien gut laufe und die Unterschrift unter das Assoziierungsabkommen ein großer Fortschritt und ein mutiger Schritt zugleich sei. Sie sagte aber auch Unterstützung zu, sollte Russland den Druck auf Moldawien und Georgien erhöhen, um so die endgültige Unterzeichnung der Assoziierungs- und Freihandelsabkommen zu verhindern. Schon vor dem Gipfel hatte Merkel Russlands Präsident Wladimir Putin gewarnt: "Um es klar zu sagen: Die Länder entscheiden allein über ihre künftige Ausrichtung. Ein Veto-Recht Dritter kann es nicht geben."
Doch, so viel wurde auch deutlich bei all den Gesprächen auf dem Gipfel, die georgische Regierung muss noch zeigen, dass sie ihr Land wirklich auf dem Pfad Richtung Westen halten will und dafür auch die versprochenen Reformen zum Beispiel für mehr Rechtssicherheit durchführen wird. Fürs Erste jedoch konnte sich Georgien neben Moldawien bei diesem Gipfel als Klassenbester feiern, auch wenn dies neben dem heiß diskutierten Fall der Ukraine in den Hintergrund rückte.
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Lithuania,
Reportage,
Silvia Stöber,
Vilnius
Monday, December 02, 2013
EXHIBITION: Georgian Contemporary Art on the Vilnius Summit (geoplatforma.blogspot.de)
(geoplatforma.blogspot.de) Georgian art world is also getting ready for the Vilnius summit; Gala Gallery, sponsored by the Georgian Ministry of Culture will present the Georgian Contemporary art to the wider European audience. Gala gallery belongs to the list of the few Georgian galleries who pay attention to the concept and context of their exhibitions. The series of Kote Sulaberidze, Vakho Bughadze and Murtaz Shvelidze take the central stage in the exposition curated by Dedika Bulia and Vato Tsereteli for the Kalnas gallery, Vilnius.
Dedika Bulia: ‘All three of the painters closely cooperate with the gallery and we have accomplished many projects together. All of them are the generation of 90s. These painters share the European value system and their art reflects their pro-European orientation, but at the same time do not lose their distinctiveness.’ Gala gallery is the first to have Georgian artan opportunity to present themselves to the European audience. The owner of the gallery and the author of the concept for the exhibition, Dedika Bulia claims to aim at presenting the good quality Georgian art and those artists, who strive for producing art of European standards.
The last two exhibitions - Jump by Murtaz Shvelidze and Vakho Bughadze’s Asprovalta are the two shows that the Lithuanian team have seen while visiting Georgia, consequently choosing the Gala gallery.
The Jump is a series of 13 canvases. The 12 of them, dramatically cropped portray different people in various settings fixing their shoelaces. It is fascinating to see the shoes composing portraits of people. However, the point is that individuals regardless their social standing or the lifestyle, still create artificial problems and restrictions for themselves. The series culminates in a large canvas named Jump. The girl is portrayed in the process of jumping; as the other canvases, the depicted angle is unusual- her dress and legs floating in the air are the focus. The blue sky, green grass, thin dress create careless mood- such a contrast to the tight sneakers and uncomfortable shoes. This is the freedom, all of us have a potential of that we resist for no reason.
Asprovalta by Vakho Bughadze drastically differs from Murtaz Shvelidze's lively, almost toxic colours, however, it fits in perfectly in the gloomy palette of the painter. The focus of the series is the abandoned houses and homeless dogs, which echo many social problems of today. The faintly defined high-rise buildings translate the grey feel the city has attained; the windows indicated by grey rectangles hint on the non-existent life behind them; the dog alike figures on the foreground are destined for solitude. All of this is engulfed into pinkish mist, revealing a hint of hope that keeps these creatures alive. According to the painter these series reveal the memories from the past: the life he had been living and the unclear world, a desire or waiting for change and novelty.
The Sky-24 hours by Kote Sulaberidze has been exhibited in the Gala gallery while hosting the Artisterium V. The fragment from the painting is used as a poster for the exhibition. It is quite common for the artist to compose an artwork from multiple canvases; the Sky-24 Hours is made of 24 standard sized canvases, illustrating the sky and objects flying across it on different times of a day. Sometimes this is an airplane, angels or bombs, birds and strippers. Kote Sulaberidze: ' the Sky- 24 hours is a metaphor for life. Everything happens under the sky. All of us live under the sky. The bombs fall from the sky and the almighty God is also in the sky. Sometimes it rains and at times the warm sun is shining. This contrast makes it captivating and mysteriously beautiful.' Kote Sulaberidze is always modest when he has to talk about his art. His oeuvre reflects the lyricism, enthusiasm and inexhaustible optimism of the artist. His very aesthetic art never loses the humoristic touch, even when referring to some of the most acute social problems.
Kote Jincharadze has presented an installation System of Coordination- IV dimension. ‘The installation places Georgia on the geopolitical system of coordinates of the world.The ¾ of the coordinate system are the spaces reflected in the mirror, creating intersections of the trajectories- a kind of crossroad. The vectors of 4 different colours personifying countries, cross each other corresponding to the political interests and relations of these countries.
Red- Russia
Blue- West (Europe, USA)
Green- East (Asia)
Yellow- China
The mirror offers audience the visual trajectory of Georgia’s positioning and development. Each of the spectators can choose a rectangle and place it on the surface of the mirror, therefore, stating their opinion about the aspirations of Georgia.’ According to the artist this is the visualization of the value system. The interactive artwork is a kind of sociological research, when the audience reflected in the mirror record their opinion and the desirable future for Georgia. As Kote says every time he puts up the installation, the blue squares are always winning indicating the pro-European orientation of the Georgian society.
The Constructive Dialogue by Oleg Timchenko is about the newest history of Georgia, which exceeded the locality and became world news, namely the August war of 2008. Timchenko has summarised the provoking reasons, his attitude and the aftermath mood in the video collage. 'A fragment is taken from the film-ballet Othello. The flags of USA and Russia are inserted as the background. The most tragic fragment from the dance of Vakhtang Chabukiani, personifies Georgia. It is not accidental that this is the most dramatic, culminating moment in the ballet. The pain and the feeling of despair that the dancer has masterly translated is identified with the state of Georgia.' It was vital for the exposition presented on the summit to include the politics, especially the August war.
Vato Tsereteli curates Video Art section demanded by the Lithuanian side. Vato, artist himself is a head of CCA. The Center for Contemporary Art besides hosting some very interesting exhibitions takes students for a non-formal MA program. CCA provides the vital knowledge and freedom to the future artists that academy of fine arts in Tbilisi lacks. The artist sees the center as one of his artworks. 'I find it forced to discuss the contemporary art; art does not need specifying whether it is contemporary or not. What makes art contemporary is its relation to reality and time it is created in.’
Vato during his stay in Vilnius has to deliver a public lecture. 'It will concern the creative and art practices that are little known or defined, at least in Georgia. For example, we have an educational program, which in itself is an artistic product. I would like to talk about creativity not in terms of producing art, but other processes, for example creativity in the educational system. My lecture will be about the new territories in art. Our center is an exciting synthesis of the educational and exhibition practices, which in itself is an accidental discovery and has a promising perspective. Everyone is creative, but the artist is ingenious by profession, therefore, I think they should use this and it should exceed the gallery space and integrate into other spheres. For example we have a course of art and eco-farming; this is not about Land Art or exhibiting vegetables in a museum space, but about incorporating the capabilities and being productive into that domain.
Georgian society itself is marginalised and it is not the fault of people. I think this is a deeply traumatised society as a consequence of the Soviet Union and the following, 20 years; but we have agreed that this has to change. The society has to develop itself, has to awaken the sense of responsibility and desire to participate for us to form into a democratic country. Education plays the key role that's why we have the programs and courses. In my opinion contextual knowledge is vital, any human being needs to know and realise the context they wake up to, I mean awakening to the consciousness; when you do not have a clue about the reality you live in, the geo-political environment, historical and cultural heritage, you are not adequate; hence, the anachronistic moments in art as well as life. Art that is based on imagination has the ability to help the people lacking it. Koka Ramishvili has noticed that there is no science fiction genre in Post-Soviet countries, because this part of the brain, responsible for creative thinking is dumbed out. Art has the ability to activate it, so that people recognize their potential. This might prove crucial.'-Vato Tsereteli.
For the exposition Down Up Vato Tsereteli has chosen videos the Drawing Lesson, 2001 by Koka Ramishvili, Eye Trees,2003 Mamuka Japharidze and the Gripes, 2012 by Nino Sekhniashvili.
Vato Tsereteli: 'I have selected the artworks and not the artists. These videos are referential because of their complexity and visual quality. It is personal too; these are the artists I closely cooperate with. They relate to the exhibition contextually rather than thematically. The people living between the West and Georgia have produced these videos. Therefore, they seem to unite the two realities. The intensity and the accumulated energy of these works were the main attraction for me.'
Koka Ramishvili reverses the process of drawing and the video begins with the sketch being erased. The deconstructed painting stays in the memory. Therefore, art becomes writing, the drawing becomes a notebook; the story of an individual isolated from his usual habitat is written as a result. Ramishvili has created the Drawing Lesson after moving to Geneva. This video has marked the return to image that the artist had abandoned for 10 years. Koka Ramishvili:' back then this video went against the conventional video art production. I was creating something radical and eccentric. This was the biography I was writing with the drawn pictures. The sketches themselves were of quite low quality because my focus was the montage. I have created a sculpture in a virtual space, at that stage I was exploring compression and decompression. It was important for me to show the prohibited in the West, I wanted to portray the manual labor.' It is fascinating to observe Ramishvili opposing the drawing, as the traditional medium to the innovatory video; the two seemingly incomprehensible media create the art that highlights the craftsmanship in drawing. The soundtrack, the sound of lead pencil scratching the paper points to the acoustic side of the job. Employing the montage the artist breaks the central myth of the documentary and objective nature of video.
Nino Sekhniashvili is a very interesting conceptual artist. The Nectar Gallery is one of her projects in the Georgian Art scene. The expositions always manage to surprise the audience with the unlikely emphases. This is the only gallery that hosts the risky and alternative art, like the recent exhibition of Kutaisi and Tskaltubo artists.
The video Gripes was created while living in Zurich. 'In the Finnegan’s Wake there is an episode from Aesop's fable the Fox and the Grapes. Joyce customizes this with the different language, actually, no language at all. I have put the text onto the recording in the foam plastic factory- the huge objects were floating defying the gravity laws. At the time when I lived in Zurich on scholarship, I was attending the readings in the James Joyce society, which were quite comical for me, as they sounded delirious; therefore, I decided to work on the text. Gibberish is very important to me, as I often find myself incapable of expressing my thoughts.'- says Nino Sekhniashvili.
In Mamuka Japharidze’s video the trees resemble the human faces with the help of optical illusions. The mysterious feel of the video plays with the imagination of the spectator and lets them decide the narration and culmination for themselves. Mamuka Japharidze is the artist who has directed his creative potential into farming and has an Art farm in Shindisi, where he combines art and eco-farming; he also tries to engage the students and reads the lectures about soft farming to them.
The exhibition Down Up opened on the 20th of November, Vilnius,Lithuania, Gallery Kalnas and will last for a month.
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Dedika Bulia: ‘All three of the painters closely cooperate with the gallery and we have accomplished many projects together. All of them are the generation of 90s. These painters share the European value system and their art reflects their pro-European orientation, but at the same time do not lose their distinctiveness.’ Gala gallery is the first to have Georgian artan opportunity to present themselves to the European audience. The owner of the gallery and the author of the concept for the exhibition, Dedika Bulia claims to aim at presenting the good quality Georgian art and those artists, who strive for producing art of European standards.

Asprovalta by Vakho Bughadze drastically differs from Murtaz Shvelidze's lively, almost toxic colours, however, it fits in perfectly in the gloomy palette of the painter. The focus of the series is the abandoned houses and homeless dogs, which echo many social problems of today. The faintly defined high-rise buildings translate the grey feel the city has attained; the windows indicated by grey rectangles hint on the non-existent life behind them; the dog alike figures on the foreground are destined for solitude. All of this is engulfed into pinkish mist, revealing a hint of hope that keeps these creatures alive. According to the painter these series reveal the memories from the past: the life he had been living and the unclear world, a desire or waiting for change and novelty.
The Sky-24 hours by Kote Sulaberidze has been exhibited in the Gala gallery while hosting the Artisterium V. The fragment from the painting is used as a poster for the exhibition. It is quite common for the artist to compose an artwork from multiple canvases; the Sky-24 Hours is made of 24 standard sized canvases, illustrating the sky and objects flying across it on different times of a day. Sometimes this is an airplane, angels or bombs, birds and strippers. Kote Sulaberidze: ' the Sky- 24 hours is a metaphor for life. Everything happens under the sky. All of us live under the sky. The bombs fall from the sky and the almighty God is also in the sky. Sometimes it rains and at times the warm sun is shining. This contrast makes it captivating and mysteriously beautiful.' Kote Sulaberidze is always modest when he has to talk about his art. His oeuvre reflects the lyricism, enthusiasm and inexhaustible optimism of the artist. His very aesthetic art never loses the humoristic touch, even when referring to some of the most acute social problems.
Kote Jincharadze has presented an installation System of Coordination- IV dimension. ‘The installation places Georgia on the geopolitical system of coordinates of the world.The ¾ of the coordinate system are the spaces reflected in the mirror, creating intersections of the trajectories- a kind of crossroad. The vectors of 4 different colours personifying countries, cross each other corresponding to the political interests and relations of these countries.
Red- Russia
Blue- West (Europe, USA)
Green- East (Asia)
Yellow- China
The mirror offers audience the visual trajectory of Georgia’s positioning and development. Each of the spectators can choose a rectangle and place it on the surface of the mirror, therefore, stating their opinion about the aspirations of Georgia.’ According to the artist this is the visualization of the value system. The interactive artwork is a kind of sociological research, when the audience reflected in the mirror record their opinion and the desirable future for Georgia. As Kote says every time he puts up the installation, the blue squares are always winning indicating the pro-European orientation of the Georgian society.
The Constructive Dialogue by Oleg Timchenko is about the newest history of Georgia, which exceeded the locality and became world news, namely the August war of 2008. Timchenko has summarised the provoking reasons, his attitude and the aftermath mood in the video collage. 'A fragment is taken from the film-ballet Othello. The flags of USA and Russia are inserted as the background. The most tragic fragment from the dance of Vakhtang Chabukiani, personifies Georgia. It is not accidental that this is the most dramatic, culminating moment in the ballet. The pain and the feeling of despair that the dancer has masterly translated is identified with the state of Georgia.' It was vital for the exposition presented on the summit to include the politics, especially the August war.
Vato Tsereteli curates Video Art section demanded by the Lithuanian side. Vato, artist himself is a head of CCA. The Center for Contemporary Art besides hosting some very interesting exhibitions takes students for a non-formal MA program. CCA provides the vital knowledge and freedom to the future artists that academy of fine arts in Tbilisi lacks. The artist sees the center as one of his artworks. 'I find it forced to discuss the contemporary art; art does not need specifying whether it is contemporary or not. What makes art contemporary is its relation to reality and time it is created in.’
Vato during his stay in Vilnius has to deliver a public lecture. 'It will concern the creative and art practices that are little known or defined, at least in Georgia. For example, we have an educational program, which in itself is an artistic product. I would like to talk about creativity not in terms of producing art, but other processes, for example creativity in the educational system. My lecture will be about the new territories in art. Our center is an exciting synthesis of the educational and exhibition practices, which in itself is an accidental discovery and has a promising perspective. Everyone is creative, but the artist is ingenious by profession, therefore, I think they should use this and it should exceed the gallery space and integrate into other spheres. For example we have a course of art and eco-farming; this is not about Land Art or exhibiting vegetables in a museum space, but about incorporating the capabilities and being productive into that domain.
Georgian society itself is marginalised and it is not the fault of people. I think this is a deeply traumatised society as a consequence of the Soviet Union and the following, 20 years; but we have agreed that this has to change. The society has to develop itself, has to awaken the sense of responsibility and desire to participate for us to form into a democratic country. Education plays the key role that's why we have the programs and courses. In my opinion contextual knowledge is vital, any human being needs to know and realise the context they wake up to, I mean awakening to the consciousness; when you do not have a clue about the reality you live in, the geo-political environment, historical and cultural heritage, you are not adequate; hence, the anachronistic moments in art as well as life. Art that is based on imagination has the ability to help the people lacking it. Koka Ramishvili has noticed that there is no science fiction genre in Post-Soviet countries, because this part of the brain, responsible for creative thinking is dumbed out. Art has the ability to activate it, so that people recognize their potential. This might prove crucial.'-Vato Tsereteli.
For the exposition Down Up Vato Tsereteli has chosen videos the Drawing Lesson, 2001 by Koka Ramishvili, Eye Trees,2003 Mamuka Japharidze and the Gripes, 2012 by Nino Sekhniashvili.
Vato Tsereteli: 'I have selected the artworks and not the artists. These videos are referential because of their complexity and visual quality. It is personal too; these are the artists I closely cooperate with. They relate to the exhibition contextually rather than thematically. The people living between the West and Georgia have produced these videos. Therefore, they seem to unite the two realities. The intensity and the accumulated energy of these works were the main attraction for me.'
Koka Ramishvili reverses the process of drawing and the video begins with the sketch being erased. The deconstructed painting stays in the memory. Therefore, art becomes writing, the drawing becomes a notebook; the story of an individual isolated from his usual habitat is written as a result. Ramishvili has created the Drawing Lesson after moving to Geneva. This video has marked the return to image that the artist had abandoned for 10 years. Koka Ramishvili:' back then this video went against the conventional video art production. I was creating something radical and eccentric. This was the biography I was writing with the drawn pictures. The sketches themselves were of quite low quality because my focus was the montage. I have created a sculpture in a virtual space, at that stage I was exploring compression and decompression. It was important for me to show the prohibited in the West, I wanted to portray the manual labor.' It is fascinating to observe Ramishvili opposing the drawing, as the traditional medium to the innovatory video; the two seemingly incomprehensible media create the art that highlights the craftsmanship in drawing. The soundtrack, the sound of lead pencil scratching the paper points to the acoustic side of the job. Employing the montage the artist breaks the central myth of the documentary and objective nature of video.
Nino Sekhniashvili is a very interesting conceptual artist. The Nectar Gallery is one of her projects in the Georgian Art scene. The expositions always manage to surprise the audience with the unlikely emphases. This is the only gallery that hosts the risky and alternative art, like the recent exhibition of Kutaisi and Tskaltubo artists.
The video Gripes was created while living in Zurich. 'In the Finnegan’s Wake there is an episode from Aesop's fable the Fox and the Grapes. Joyce customizes this with the different language, actually, no language at all. I have put the text onto the recording in the foam plastic factory- the huge objects were floating defying the gravity laws. At the time when I lived in Zurich on scholarship, I was attending the readings in the James Joyce society, which were quite comical for me, as they sounded delirious; therefore, I decided to work on the text. Gibberish is very important to me, as I often find myself incapable of expressing my thoughts.'- says Nino Sekhniashvili.
In Mamuka Japharidze’s video the trees resemble the human faces with the help of optical illusions. The mysterious feel of the video plays with the imagination of the spectator and lets them decide the narration and culmination for themselves. Mamuka Japharidze is the artist who has directed his creative potential into farming and has an Art farm in Shindisi, where he combines art and eco-farming; he also tries to engage the students and reads the lectures about soft farming to them.
The exhibition Down Up opened on the 20th of November, Vilnius,Lithuania, Gallery Kalnas and will last for a month.
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EXHIBITION: Merab Abramishvili at the Baia Gallery (geoplatforma.blogspot.de)

(geoplatforma.blogspot.de) BAIA GALLERY has hosted an exhibition of Merab Abramishvili. Seeing his work is always a very exciting possibility. The intricate craftsmanship, astonishing colour palette, carefully planned compositions and the naïve looking subject matters never fail to capture the heart of the audience. Having a very distinct painting style, Abramishvili belongs to the alternative art scene of the 80s Georgia. This group is a very significantly interested in religion, often employing it as their subject matter- a kind of protest against the Soviet dismissal of religion and their forced recreation of the national identity.

The painter has themes he often returns to; the exotic animals are quite attractive for the artist. Repainting the lions, tigers and leopards the painter saw the far lands of Africa as the only faint imitation of heaven; when little, he famously was saving the pocket money to travel to there.


Abramishvili’s painting technique is a very distinctive one. Working in tempera and watercolours, the painter employed and arguably revived the gesso technique; deeply inspired by the fresco painting, which is not surprising as Georgia has a centuries old fresco painting tradition. The father of the painter, Guram Abramishvili was an art historian and had expeditions on historical sites such as the Ateni Sioni, where young Merab was busy inspecting and producing the copies of frescos and arguably falling in love with them. Later on Abramishvili got interested and has researched fundamentally the Persian miniature paintings. His art is an astonishing hybrid of the Georgian fresco and Eastern miniature paintings. Scrupulous attention to every detail, the transparent washes lit up by the egg glazing speak of a very demanding and disciplined painter.



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Sunday, December 01, 2013
ENVIROMENT: Pshav-Khevsureti mountains to become protected area (dfwatch.net)
(dfwatch.net) The mountainous Pshav-Khevsureti region in the northeast of Georgia is to be made a protected area.
This is a historical region and remains one of the most popular tourist attractions in the country.
The environment committee in parliament has proposed granting the region status as protected area and will present a legislative draft about the issue in a week.
Committee Chair Giorgi Tsagareishvili said this Friday, and added that the area also is a strategically important zone which borders with the Russian Federation.
He said that Georgia has received a 9 million euro grant by the assistance of its German partners and after Pshav-Khevsureti is made into a protected area about 50 persons will get employment there.
Tsagareishvili said he thinks the decision is the perfect way to save Pshav-Khevsureti.
This is a historical region and remains one of the most popular tourist attractions in the country.
The environment committee in parliament has proposed granting the region status as protected area and will present a legislative draft about the issue in a week.
Committee Chair Giorgi Tsagareishvili said this Friday, and added that the area also is a strategically important zone which borders with the Russian Federation.
He said that Georgia has received a 9 million euro grant by the assistance of its German partners and after Pshav-Khevsureti is made into a protected area about 50 persons will get employment there.
Tsagareishvili said he thinks the decision is the perfect way to save Pshav-Khevsureti.
VIDEO: Georgien: Mtskheta - Die Wunder der Nino (swr.de)
(swr.de) Der Film führt nach Mtskheta, der alten Hauptstadt Georgiens. Sie gilt als heiligster und geschichtsträchtigster Ort des Landes.
Hier entstanden die ersten Kirchen und von hier aus begann im 4. Jahrhundert die Christianisierung, um die sich - typisch georgisch - wundersame Geschichten ranken. Oft ist dabei von der kräuterkundigen Heilerin "Nino" die Rede, der auch eine Beteiligung am Bau der Kirchen nachgesagt wird.
In der Ortsmitte liegt die über 1000 Jahre alte Sweti-Zchoweli-Kathedrale, bis heute Sitz des georgischen Patriarchen. Von der Dschwari-Kirche, der ältesten Kreuzkuppelkirche Georgiens, erschließt sich eine unglaubliche Aussicht auf die Stadt, auf die sanften Bergketten ringsherum sowie auf die zerklüfteten Gebirgszüge des Kaukasus am Horizont.
Mtskheta - ein Ort, an dem die Geschichte der Christianisierung, georgische Baukunst und die Wunder der Nino zusammenfallen.
FILM: Blind Dates - Trailer. By Levan Koguashvili (variety.com)
(variety.com) Levan Koguashvili's poker-faced charmer merits consideration from offshore arthouse distributors.
By Dennis Harvey
Quietly enchanting, Levan Koguashvili’s “Blind Dates” carves out a wayward weeklong path for its Tblisi bachelor protagonist that leads not so much toward love so much as a lovely sense of warmth and generosity toward all. This poker-faced charmer doesn’t boast the kind of stylistic flash or easily encapsulated hook that would magnetize sales interest. But it certainly merits consideration from offshore arthouse distributors, and could parlay buzz picked up along the fest circuit (including a special jury prize at Abu Dhabi) into a reasonably high profile for such a willfully low-key movie.
Best friends since childhood, history teacher Sandro (Andro Sakhvarelidze) and former soccer player-turned-coach Iva (Archil Kikodze) teach at the same school, and both find themselves still single on the brink of 40. As a result, they’re having a blind double date with two ladies who have bussed in from the provinces, though only high-strung Lali (Marika Antadze) turns up, her absent friend (Sopho Shaqarishvili, who later has a striking scene with Kikodze) being under the weather. As Iva takes a powder, the remaining duo spend a most awkward brief while together, agreeing (rather bafflingly) to meet again the following weekend.
Sandro doesn’t mention this interlude to the parents (Kakhi Kavsadze, Marina Kartcivadze) he still lives with, despite the fact that they are forever bemoaning his lack of marital status. When he and Iva borrow their car to spend a weekend by the seaside, the folks insist on riding along to visit relatives. They’re infuriated further when the two younger men blow a chance to socialize with some eligible local women in order to idle away an afternoon with a met-by-chance pupil, Anna (Liza Jorjadze), and her mother, Manana (Ia Sukhitashvili). Manana is clearly interested in Sandro, and vice versa. The problem is Anna’s father, Tengo (Vakho Chachanidze), who’s currently in prison (not for the first time), but is getting out shortly.
To Manana’s mortification, a few days later, semi-accidental circumstances lead to Sandro driving the reunited couple back to the city from the penitentiary gates. Then Tengo — who hasn’t a clue about this new friend’s ties to his spouse — uses him as a driver while immediately getting back to the business of hustling not-so-legal deals. Fate’s serpentine path quickly alters the prospects of all principals, though finally it’s Sandro’s own noble if self-sacrificing decisions that have the greatest, invariably positive influence. “You are a good man,” Manana tells him at the end, and rarely have those words carried such touching weight.
The unpredictable narrative deftly juggles a mix of rueful humor and genuine sweetness, with pitch-perfect performances and unfussily naturalistic yet artful staging. The result is a slow-burning delight that leaves a soulful afterglow. Packaging is modest but spot-on; rather than an original score, the pic uses pre-existing tracks to droll effect.
Film Review: 'Blind Dates'
Reviewed at Tokyo Film Festival (competing), Oct. 21, 2013. (Also in Toronto, Abu Dhabi film festivals.) Running time: 99 MIN. Original title: "Brma paemnebi"
Production
(Georgia) A Kino Iberian and Millimeter Film production in association with the Georgian National Film Center. (International sales: Films Boutique, Berlin.) Produced by Suliko Tsulukidze, Levan Koguashvili, Olena Yershova. Executive producer, Ketevan Machavariani.
Crew
Directed by Levan Koguashvili. Screenplay, Boris Frumin, Koguashvili. Camera (color, HD), Tato Kotetishvili; editors, Koguashvili, Nodar Nozadze; production designer, Kote Japaridze; costume designer, Tinatin Kvinikadze; sound mixer, Nika Paniashvili; sound designer, Paata Godziashvili; assistant director, Marika Grisgolishvili; casting, Tcitcino Parulava, Natuka Gogidze.
With
Andro Sakhvarelidze, Ia Sukhitashvili, Archil Kikodze, Kakhi Kavsadze, Vakho Chachanidze, Marina Kartcivadze, Marika Antadze, Sopho Shaqarishvili, Liza Jorjadze, Jano Izoria, Levan Ghlonti.
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