Saturday, March 04, 2017

LESEPROBE: Mythos Georgien? Von Marleen Stoessel. Sinn und Form Heft 6/2016 (sinn-und-form.de) via @sinnform

(sinn-und-form.de) Dies sind nur tastende Worte der Annäherung an ein Land, eine Stadt, Tbilisi, die sich mir vor allem im Hitzeschleier zeigte, in einer Dunstglocke, die ihre Farben dämpfte und ihr etwas von einem "panischen Schlaf" verlieh. Einem ewigen Mittag, dessen Pulsschlag ich für ein paar Tage im Juni mitträumte und dessen Traumbild jetzt Erinnerung ist. Aus dieser erinnerten Ferne, Monate später, der Versuch einer Annäherung an dieses Bild, mein Tasten nach dem Ton, dem Wort, das ihm entspricht. Sagt sich all das doch so leicht: "Mythos Georgien", die Elogen und Superlative, die Projektionen und Klischees, die uns jeder Reiseführer, jede Reisewerbung bietet. Mythos ist immer Erzählung, Legende, ihre besungene, gefilterte Wahrheit und ebenso ihre verzerrte, historisch vielfach entstellte Wahrheit, die Lüge. Von beiden Arten hat dieses uralte Land, dessen westlicher Saum am Schwarzen Meer einst Kolchis hieß – Sehnsuchtsort der Argonauten auf der Suche nach dem Goldenen Vlies –, übergenug. Das Alter und die Sprache, die keiner der großen bekannten Sprachfamilien angehört, tragen dazu bei. Mehr konsonantisch als vokalisch, wirkt ihr Klang wie aus Holz und kaukasischem Mineral gemeißelt, dem Auge aber präsentiert sich ihre runde, ornamental geschwungene Schrift wie in Gold geprägt, oder wie das einstmals aus den Wassern "gevlieste" Gold.


Photo: Lucas Ceypek
Dort, in Batumi, direkt am Ufer des Schwarzen Meers, ragt heute ein neun Meter hohes Kunstwerk empor, eine kinetische Skulptur der Künstlerin Tamara Kvesitadze, "Man and Woman" genannt. Zwei aus vielen schmalen Aluminiumringen bestehende Figuren, männlich und weiblich, bewegen sich allabendlich aufeinander zu, verschmelzen miteinander und entfernen sich wieder. Allegorien all jener Differenzen, die unser Eigensein und Anderssein bezeichnen, ob geschlechtlich, ethnisch, kulturell. "Ali und Nino" werden sie im Volksmund genannt, nach dem berühmten Roman von Kurban Said, der die Geschichte einer Liebe zwischen der georgischen, europäisch-christlich erzogenen Nino und Ali, dem muslimischen Sohn aus vornehmem aserbaidschanischen Haus in Baku, erzählt. Eine Liebe, die alle kulturellen Kluften zu überbrücken scheint und doch an ihnen scheitert.

Ihr Verfasser stellt einen eigenen Mythos dar, dessen Webmuster aus seinen drei Namen gebildet ist: Zwei Pseudonyme, Kurban Said und Essad Bey, überblenden seinen eigentlichen Namen Lev Nussimbaum, als der er 1905 in Baku geboren wurde, als Sohn eines aus Tiflis stammenden jüdischen Ölbarons und einer russisch-jüdischen Revolutionärin und Stalin-Vertrauten, die Selbstmord beging, als Lev gerade sechs Jahre alt war. Revolution und russische Okkupation vertrieben Vater und Sohn aus dem Land, nach abenteuerlicher Flucht quer durch die benachbarten Länder landeten sie 1920 in Berlin. Dort konvertierte der Gymnasiast Lev zum Islam, nannte sich von da ab Essad Bey, später dann, als weitere Tarnung gegenüber den Nationalsozialisten, auch Kurban Said. Mehrere Dutzend Bücher hat der mit 36 Jahren schwerkrank und verarmt in Positano verstorbene Nussimbaum hinterlassen, darunter auch Biographien Mohammeds und Stalins. Eine Gedenktafel mit seinem Porträt erinnert gegenüber dem Berliner Literaturhaus an den heute weitgehend Vergessenen. Hundert Jahre später folgte der amerikanische Journalist Tom Reiss den Spuren, man könnte auch sagen: der einzigartigen Schelmengeschichte dieses Autors, der sich selbst zum Mythos stilisiert hatte, und es gelang Reiss in seinem höchst spannenden Buch "Der Orientalist", Lev Nussimbaums Geheimnis weitgehend zu lüften.

Nicht zuletzt der Roman "Ali und Nino" war es, der vor über zwanzig Jahren meine Sehnsucht nach diesen Ländern jenseits des Schwarzen Meeres weckte, der mir Ansätze für mein Verstehen fremder, muslimischer Sitten und Ehrbegriffe vermittelte und mir desto schärfer die westliche Überheblichkeit gegenüber dem Osten, dem "Orient" vor Augen führte. In meinen Literaturlexika suche ich bis heute Roman und Namen des Autors vergebens, obgleich doch gerade in der Auseinandersetzung mit dem seinerzeit von Edward Said kritisch ins Feld geführten Begriff des "Orientalismus" Lev Nussimbaums ebenso ironische wie ernstgemeinte Maskerade erhellend ist. Dem Erstaunen über diese Leerstelle sekundiert die Tatsache, daß es erst Navid Kermani mit seiner Paulskirchenrede gelang, das mit westlich-aufklärerischer Arroganz verdrängte Bild der uralten islamischen und arabischen Kulturen wiederzuerwecken. Als gäbe es dort nur primitive, brutale Völker und Stämme und nicht Gelehrte wie Avicenna, Kultur- und Dichterheroen wie Hafis, Al Ghazali oder Rumi, letztere auch Angehörige der Sufis, die freilich bis heute, so wie früher alle unorthodoxen Strömungen in den monotheistischen Religionen, verfolgt werden.

Diese tief dem Mythos "Orient" eingelagerten Schätze, die es auch im Westen neu zu heben gilt – sie wären heute gleichsam das "Goldene Vlies". Und förmlich wie ein Vlies am eurasischen Körper zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer erstreckt sich auch das kleine georgische Land, am nordwestlichen Ende beschnitten um das abtrünnige Abchasien und tief und wund eingerissen in der nördlichen Mitte durch das zwar autonome, aber de facto besetzte Südossetien, von den Russen scharf an seinen Grenzen bewacht.

*

Vliesähnlich – das Wurzelwerk der Metapher reicht weit – auch die im nächtlichen Anflug in warmen Lichtern blinkende, sich längs des Flusses Mtkwari dehnende Stadt, die bis heute als eine der schönsten des näheren Ostens gilt: Tiflis oder, in der Sprache ihrer Bewohner heute: Tbilisi. Von heißen Schwefelquellen, die in alten osmanischen, kuppelgedeckten Anlagen noch als Heil- und Wellnessquellen sprudeln, hat die Stadt ihren Namen.

Nun lag sie vor mir im Sonnendunst, in dem ich nach einer kurzen Ankunftsnacht erwachte. Geweckt wie jeden Morgen von der absteigenden Melodie eines Ausrufers, der, wenn ich ans Fenster stürzte, grad mit seinen Tüten um die Ecke bog. Erst kürzlich erschloß sich mir sein Ruf, den ich mir rein phonetisch notiert hatte: Mazoni malaco! "Mazoni" für Joghurt und "malaco" russisch für Milch, ebenso wie den letzten noch chiffrierten Rest "Zchneti", der den Ruf rhythmisch skandierte: Joghurt und Milch, frisch aus den Bergen, wo auf holprigen Wegen Kühe und Schafe den Autos gelassen die Vorfahrt nehmen. Und aufwärts steigend, in gleißende Weite, dehnte sich vor mir das Panorama der Stadt: darin die zahlreichen Türme der orthodoxen Kirchen, manche funkelnd in der Sonne, und jenseits des Flusses der wulstige Bau der neu errichteten Sameba-Kathedrale und der dem Berliner Reichstag nachempfundene kuppelgekrönte Präsidentenpalast.

Tief unter meiner Terrasse aber die Altstadt. In ihr schlägt das Herz der Stadt, in ihr wachte ich auf, dort bin ich stundenlang durch die staubige Hitze zwischen den verfallenden, windschiefen, zerrütteten Häusern gelaufen, wo nur einzelne schmiedeeiserne Gitter und Balkone – jene typischen, mit ihren holzgeschnitzten, etwas venezianisch anmutenden Loggien – und die Reste von Ornamenten und Dekor an einstige Pracht erinnern. Ein schweres Erdbeben hat 2002 den Verfall weiter befördert, dessen "Poesie" angesichts der Verwüstung, die kaum eine schützende Maßnahme aufzuhalten scheint, nur noch stellenweise zu finden ist. Es ist wie bei den alten Fresken, die ich in den vielen uralten Kreuzbasiliken sah: Sind sie zu ramponiert, beschädigt, verblaßt, bleibt nur noch wenig von ihrer Aura – leichtere Beschädigungen freilich wecken im Betrachter jene Imagination einer Schönheit, die in solcher Vollkommenheit vielleicht nie bestand.

Ein Bild des Verfalls, verfallender Schönheit, das mein Traum-Erinnerungsbild auf eigentümliche Weise grundiert: Als stünde die Zeit wie in jener "panischen" Mittags-Hitzestunde still, als hielte sie den Atem an, erzeugte eine scheinhafte Leere, ein Vakuum, in dem die Zeichen jüngster und vergangener, ja auch uralter Geschichte ein Muster von Hoffnung und Bedrohung zugleich ergeben, ein Nachbild, in dem die Trümmer und Reste dieser Geschichte sich zu einer Konstellation der Möglichkeiten fügen, von denen – und wie sie ergriffen werden – mir das zukünftige Schicksal dieser Stadt, dieses Landes und seiner Menschen abzuhängen scheint. [...]

SINN UND FORM 6/2016, S. 779-789, hier S. 779-782

---

Weitere Beiträge: 

Georgien im BlickDer dritte Weg der Kultur (05.05.2016)
25 Jahre Unabhängigkeit - 1991 stimmten die Georgierinnen und Georgier in einem Referendum über die Loslösung von der Sowjetunion ab. Mit dem Wandel veränderten sich auch die Perspektiven. Die Arbeitslosigkeit im Lande ist hoch.
Von Marleen Stoessel

Georgien auf seinem Weg Richtung Westen (2.3.2017)
Ein Land im Wartezustand
Von Marleen Stoessel
nzz.ch/feuilleton/georgien auf seinem weg richtung westen. ein land im wartezustand

PRESS RELEASE: Statement by the Administration of the Government of Georgia to the case #Rustavi2. By Levan Karumidze (government.gov.ge)

Tbilisi, March 3, 2017 – Firstly, the Government of Georgia calls on the respect of democratic institutions. It is clear, that the Rustavi 2 dispute takes place against the backdrop of an unfortunate legacy. The ownership rights have been disputed in the court for several years now. This case has been judged by three instances of the independent judiciary and the final decision of returning the TV Company to its legal owner was made by Grand Chamber of the Supreme Court by unanimous decision of nine Supreme Court Justices. Government of Georgia has a full appreciation and respect towards the freedom of media and does everything to protect and ensure pluralistic media environment. We strongly believe that the respect of the decisions of democratic institutions is essential to the development of the country. At the same time, the Government will spare no effort in ensuring that media freedom and the freedom of speech is protected.

For more information contact:
Levan Karumidze
Media Adviser
Department of Public Relations
Administration of the Government of Georgia
Phone: +995 599 969610
E-mail: levankarumi@gmail.com; lkarumidze@geo.gov.ge
Address: 7, Ingorokva str. 0114 Tbilisi, Georgia
www.government.gov.ge 

Background Info

The Government of Georgia is committed to the advancement of media freedom and the protection of human rights, and has made significant progress in this regard since 2012. These advances have been widely documented by international organizations.

Georgia firmly believes in transparency, freedom of expression and free media. In 2015, the World Justice Project “Rule of Law” index ranked Georgia 29th out of 102 countries, which moved Georgia up 37 places compared to its 2012 ranking, and placed the country ahead of several old and new EU members.

Two phases of legislative reforms have been carried out since May 2013 and a third was launched in 2015 to increase the independence of judges. Judges are free from the external interference from prosecutors or representatives of the executive branch of government. Meanwhile, prosecutors have been made independent from the Ministry of Justice and the political process. These improvements have been recognized by the Venice Commission, the European Commission's ENP Country Progress Report for Georgia (March 2015), and the Parliamentary Assembly of the Council of Europe.

In addition, Reporters without Borders rated Georgia as a leader in Eastern Europe and ranked Georgia 64th out of 180 countries in its 2016 World Press Freedom Index, 36 places higher than the 2012 index. Georgia was also among the 9 countries worldwide that have most improved according to Freedom House’s Freedom of the Press 2015 report.

Meanwhile, in Freedom House’s most recent report, Georgia received a score of 64 on a scale of 1 to 100, making it the highest ranked country in the region. This democratic progress is squarely in line with the values of the Georgian people.

In regards to Rustavi 2, most of the credible international human rights reports have been reporting throughout years, that this TV Company has been illegally seized by former government from its legal owners.

The Department of State Human Rights Report 2008, stated: “Rustavi-2's founder and former owner, Erosi Kitsmarishvili, alleged on November 26 that authorities seized the television station from him in 2004 and announced his intention to regain his shares of the station by filing a lawsuit against President Saakashvili. By year's end, no lawsuit had been filed. On December 1, the next Rustavi-2 owner Kibar Kalvaski filed a letter of complaint with the prosecutor's office alleging he was forced to give up ownership of the station under pressure from government officials. He sent a similar letter to the Parliament, but at year's end there was no reaction to either letter.”

Transparency International Georgia report ‘The TV station of ‘victorious people’: The story of Rustavi 2’ gives a full description and history of illegal seizure of the TV channel from legal owners.

+++

more informations here: twitter.com/hashtag/rustavi2

Friday, March 03, 2017

BUCHMESSE: Georgien in Lesungen, Diskussionen und Gesprächen in Leipzig bei der @buchmesse (23.03. bis 26.03.2017)

Georgian National Book Center aus Tbilisi im Internet: www.book.gov.ge und in Leipzig auf der Buchmesse Halle 4 Stand D309 
 

ICH BIN SIE
23. März 2017 | 15:30 – 16:00 Uhr Mitwirkende: Naira Gelaschwili
Veranstalter: Verbrecher Verlag
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Forum DIE UNABHÄNGIGEN Halle 5, Stand H309


GESPRÄCHE ÜBER DIE GEORGISCHE DRAMATURGIE
23. März 2017 | 21:00 Uhr | Mitwirkende: Basa Janikashvili
Moderation: Davit Gabunia, Barbara Weidle
Veranstalter: Georgian National Book Center, Verlag Theater der Zeit
Art der Veranstaltung: Präsentation, Lesung, Diskussion
Ort: naTo, Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275, Leipzig (Süd)

ÜBER DIE MODERNE GEORGISCHE DICHTUNG
24. März 2017 | 10:30 – 11:00 Uhr
Mitwirkende: Nika Jorjaneli, Eka Kevanishvili, Giorgi Lobjanidze
Moderation: Steffi Chotiwari-Jünger
Veranstalter: Georgian National Book Center, POP Verlag Ludwigsburg
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Forum Ost SüdOst Halle 4, Stand E505

ICH BIN SIE
24. März 2017 | 13:00 – 13:30 Uhr | Mitwirkende: Naira Gelaschwili
Moderation: Jörg Plath
Veranstalter: Bertelsmann, Deutschlandradio Kultur, ZDF
Ort: Das Blaue Sofa Glashalle, Stand 04

WER HAT DIE TSCHAIKA GETÖTET?
24. März 2017 | 17:00 – 17:30 Uhr
Mitwirkende: Anna Kordzaia-Samadashvili
Moderation: Tim Mücke
Veranstalter: Georgian National Book Center, Verlag Hans Schiler
Art der Veranstaltung: Präsentation, Lesung, Diskussion
Ort: Forum OstSüdOst Halle 4, Stand E505

SONNTAG DER BELEUCHTETEN FENSTER
24. März 2017 | 19:00 Uhr | Mitwirkende: Diana Anphimiadi
Veranstalter: Wieser Verlag
Art der Veranstaltung: Lesung
Ort: FrischeParadies, Maximilianallee 5, 04129, Leipzig (Nord)

GEORGISCHE KULINARISCHE BIOGRAPHIE
25. März 2017 | 10:30 – 11:00 Uhr Mitwirkende: Diana Anphimiadi
Veranstalter: Wieser Verlag
Art der Veranstaltung: Lesung
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500

"WIR, DIE APFELBÄUME" – EIN GEDICHTBAND
25. März 2017 | 13:00 – 13:30 Uhr Mitwirkende: Bela Chekurishvili
Moderation: Manfred Metzner
Veranstalter: Georgian National Book Center, Verlag das Wunderhorn
Art der Veranstaltung: Präsentation, Lesung, Diskussion
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500

ROYAL MARY - EIN MORD IN TIFLIS
25. März 2017 | 17:00 – 17:30 Uhr Mitwirkende: Abo Iaschagaschwili
Moderation: Andreas Rostek
Veranstalter: edition.fotoTAPETA
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Leseinsel Junge Verlage Halle 5, Stand G200

ZUFLUCHT IN DEUTSCHLAND. TEXTE VERFOLGTER AUTOREN
25. März 2017 | 17:00 – 17:30 Uhr
Mitwirkende: Zaza Burtchuladze, Sergej Gladkich, Josef Haslinger
Veranstalter: MDR, PEN-Zentrum Deutschland , S. Fischer Verlag
Art der Veranstaltung: Gespräch
Ort: MDR - Glashalle Stand 17

MORDE IN TIFLIS UND ANDERE GESCHICHTEN
26. März 2017 | 11:30 – 12:00 Uhr Mitwirkende: Abo Iaschagaschwili
Moderation: Andreas Rostek
Veranstalter: edition.fotoTAPETA
Art der Veranstaltung: Lesung und Gespräch
Ort: Forum OstSüdOst Halle 4, Stand E505

DIE SAMMELGESCHICHTEN "WINZLINGS HOCHZEIT" UND "ER KAM ZU SPÄT"
26. März 2017 | 13:00 – 13:30 Uhr Mitwirkende: Mikheil Javakhishvili
Moderation: Steffi Chotiwari-Jünger, Doreen Hennig
Veranstalter: Georgian National Book Center, Passanten Verlag
Art der Veranstaltung: Diskussion
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500

DAS FÜRSTLICHE LEBEN DES KWATSCHI K.
26. März 2017 | 13:30 – 14:00 Uhr Mitwirkende: Kristiane Lichtenfeld
Moderation: Philipp Dyck
Veranstalter: NORA Verlagsgemeinschaft
Art der Veranstaltung: Lesung
Ort: Forum International und Übersetzerzentrum Halle 4, Stand C500

EINE KURZE EINFÜHRUNG IN DIE GEORGISCHE LITERATUR
26. März 2017 | 15:30 – 16:00 Uhr
Mitwirkende: Irine Chogoshvili, Maia Danelia
Moderation: Maja Lisowski, Traian Pop
Veranstalter: Georgian National Book Center, POP Verlag Ludwigsburg
Art der Veranstaltung: Diskussion
Ort: Forum OstSüdOst Halle 4, Stand E505
 

Weitere Links zum Thema: 
Naira Gelaschwili - Ich bin sie Von Anja Hirsch [wdr.de] 
Die Georgierin, die Brücken in den Kaukasus baut. Von Manfred Quiring [welt.de]
Angry Bird (UA) von Basa Janikashvili

ELECTRONICS: Leon Lolishvili, a.k.a. Boyd Schidt is a georgian electoronic producer and DJ - Concert in Berlin, 03.03.2017

L/Griessmuehle am 3. März 2017
Sonnenallee 221; Neukölln; 12059 Berlin


Leon Lolishvili, a.k.a. Boyd Schidt is a georgian electoronic producer and DJ, better known as a half of the long-running techno duo Greenbeam & Leon. As a solo artist, Boyd Schidt's career dates to 2010, with releases on Front Record, Mo's Ferry and Emote Music. In 2014, he released "Mornig Utopia" as a part of Studio R°'s "Various 003", alongside Mike Parker, Brendon Moeller, Zadig, Exercise One, followed by next 12", "Structure EP" on Waveform. Nowadays, Georgia's techno pioneer is still actively engaged in the process of composing music and Djing around the world, therefore contributing to the advancement of electronic music scene in Georgia.

Boyd Schidt's biography
www.facebook.com/boydschidt
www.residentadvisor.net/dj/boydschidt



DOKUMENTARFILM: In Georgien. Von Jürgen Böttcher alias Strawalde in Berlin

Im BABYLON BERLIN | DOK – DDR – Umsonst, 4 MÄRZ | 17:45 UHR

Dokumentarfilm IN GEORGIEN
Regie: Jürgen Böttcher
DE · 1987 · Laufzeit 105 Minuten

Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 BERLIN, Deutschland
4 Wochen, über 180 Filme aus 44 Jahren


EINTRITT FREI FÜR ALLE FILME!

Eine Ausstellung über den georgischen, naiven Maler Niko Pirosmani (1862-1918) weckte in Jürgen Böttcher den Wunsch, einen Film über dieses vorderasiatische Land zu drehen. Erst zwei Jahrzehnte später, in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre erhält der Regisseur das erste Mal die Genehmigung, im Ausland zu drehen. Ausgehend von der mittelalterlichen Hauptstadt und dem religiösen Zentrum Mzcheta fährt das Filmteam in das pulsierende Tiflis zu den Bildern von Niko Pirosmanaschwili. In Kachetien, der Heimat Pirosmanis, begegnen die Reisenden aserbaidschanischen Hirten bei der Schafschur, einem Bauern mit Eselskarre samt Weinpresse und immer wieder der georgischen Gastfreundschaft. So führt ihr Interesse an einem prächtigen Granatapfelbaum zu einem spontanen Picknick mit viel Wein und Gesang. Am Schwarzen Meer in Batumi (Adsharien), der Legende nach das Land des Goldenen Vlies und der Argonauten, zeigt Böttcher die Welt eines Vergnügungsparks. Die letzten Stationen führen in den hohen Kaukasus Swanetiens nach Mestia und Uschguli, deren Wehrtürme inzwischen zum Unesco-Welterbe gehören.

1988 erhielt "In Georgien" ganz im Zeichen der Glasnost-Politik eine Einladung des Forums der Berlinale.

Mehr hier: viennale.at

Thursday, February 16, 2017

PHOTOGRAPHY. Natela Grigalashvili’s Georgia by Nathan Thornburgh (roadsandkingdoms.com)

(roadsandkingdoms.com) The Georgians, while famously expansive as hosts, also have ancient customs that no man wants to cross. A wiry, smiling Georgian explained this on the first day of my first visit ever to the country years ago: “For example,” he said, “if you said something bad about my sister, I would have to kill you. Or at least try. I don’t know if I could kill you, but I would definitely try.” 
 



And yet there is an unalloyed charm to these customs. Georgia, for all its faults and sorrows, has kept its culture alive, in part because of the vibrant and intact agrarian life that is the heart of Georgia. That’s why Europeans and Americans who visit Georgia often fall so deeply for the place: its rural traditions remind us of who we used to be.

Very few photographers out there tell the story of rural Georgia in as raw and intimate a way as Natela Grigalashvili. She is from the countryside herself, and after a pioneering start as the first female photojournalist in post-Soviet Georgia, she has turned her eye toward the villages. Her stunning new project is called Georgian ABC, and she is currently funding it on Kisskissbankbank, a European Kickstarter of sorts. Go pitch in your bit there. It’s a book that deserves to be published.

I was honored to have the chance to speak with Grigalashvili from Tbilisi on Skype recently. Here is our conversation, only lightly redacted: roadsandkingdoms.com/2013/grigalashvili



Georgian ABC book from Natela Grigalashvili on Vimeo.

more links:
Homepage: www.natelagrigalashvili.com
Facebook: www.facebook.com/Natela Grigalashvili
instagram.com/Natela Ggrigalashvili
www.freundevonfreunden.com/Natela Grigalashvili
ProjectArtBeat - Georgian photographer Natela Grigalashvili
The Doukhobors' Land (thequietamerican.org)
Natela Grigalashvili’s “Ethnic Minorities in Georgia” exhibited in Flensburg
The Aftermath Project.org: Refugees Georgian Villages
Georgian photographer captures life at troubled Iraq-Iran border











Wednesday, February 15, 2017

DOKUMENTATION: Aghet - Ein Völkermord an den Armeniern. Ein Film von Eric Friedler



Der Dokumentarfilm "Aghet" (armenisch: "die Katastrophe") von Eric Friedler erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des 1. Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanisch-Türkischen Reich starben.

AGHET – Ein Völkermord, der 90-minütige Dokumentarfilm (armenisch: “die Katastrophe”), erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern.

Zwischen 1915 und 1918 wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich (heute Türkei) ermordet. Dieser Völkermord, der sich am 24. April 2012 zum 97. Mal gejährt hat, wurde von Raphael Lemkin, dem Schöpfer der 1948 von der UN verabschiedeten Anti-Genozid-Konvention, als der erste systematisch ausgeführte Völkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er wird allerdings bis heute von den Verantwortlichen und ihren Nachkommen geleugnet und von der Welt weitgehend verdrängt. Wie konfliktgeladen das Thema des armenischen Völkermords noch immer in der Türkei ist – und für diejenigen, die es kritisch in die Öffentlichkeit tragen, oft sogar lebensgefährlich – zeigen die Ermordung des armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar 2007 und die Anklagen gegen den Nobelpreisträger Orhan Pamuk.


Seit Jahren beschäftigt sich Autor und Regisseur Eric Friedler (“Das Schweigen der Quandts”, 2007) mit den politischen Motiven, die noch heute stark genug sind, um die historische Tatsache des Armenier-Genozids zu verschweigen und zu unterdrücken. Er sprach mit internationalen Regierungschefs und der intellektuellen Elite der Türkei, befragte Historiker, Zeitzeugen und Wissenschaftler in der Türkei, Deutschland, USA, Frankreich, Syrien und Armenien, aber auch Vertreter der weltweiten armenischen Diaspora wie den Boxer Arthur Abraham, den französischen Minister Patrick Devedjan oder den ehemaligen armenischen Außenminister Rafi Hovannisian.

mehr dazu: aghet1915.wordpress.com

weitere links:   
Aghet - Ein Völkermord - Diskussion 1 [phoenix.de] 
Aghet - Ein Völkermord - Diskussion 2 [phoenix.de]
Aghet - ein Völkermord [3sat] 
Fernsehfilm "Aghet – ein Völkermord": "Das ganze Land war ein Schlachthaus". Von Michael Thumann [zeit.de]
»Aghet war der erste Völkermord in der Geschichte des 20. Jahrhunderts« [http://sz-magazin.sueddeutsche.de]

GESCHICHTE: Theater Konstanz Podiumsdiskussion (2014): 1915 - Der Völkermord an den Armeniern


13.04.2014 | STADTTHEATER
»1915: DER VÖLKERMORD AN DEN ARMENIERN« - EINE GESCHICHTSLÜCKE

PODIUMSDISKUSSION IM RAHMENPROGRAMM ZU »DAS MÄRCHEN VOM LETZTEN GEDANKEN«

Das Erscheinen des Buches "1915: Ermeni Soykırımı" (1915: Der Völkermord an den Armeniern) 2012 löste einen Skandal in der Türkei aus. Der türkische Journalist Hasan Cemal benutzt nicht nur das Wort "Völkermord", sondern setzt sich auch mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander: Sein Großvater Cemal Pascha war Hauptverantwortlicher der gezielten Massentötungen und -deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich. Wie schwierig und politisch hoch aktuell die Aufarbeitung des Völkermords ist, haben die Proteste und die Demonstration rund um die Premiere von Edgar Hilsenraths "Das Märchen vom letzten Gedanken" gezeigt. Aufgrund des großen Diskussionsbedarfs, lädt das Theater Konstanz am Sonntag, 13. April 2014, 18 Uhr, zu einer Filmdokumentation und anschließend, um 20 Uhr, zur Podiumsdiskussion ins Stadttheater ein.

Der 90-minütige Film von Eric Friedler aus dem Jahr 2010 beleuchtet die Hintergründe der schwierigen Aufarbeitung und zeichnet den Verlauf des Völkermords auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach. Anschließend diskutieren die Wissenschaftlerin Seyhan Bayraktar, der Rechtsanwalt Erdal Dogan, Patrak Estukyan (Redaktion der armenisch-türkischen Wochenzeitung Agos), Dr. Raffi Kantian (Deutsch-Armenische Gesellschaft) und Dr. Ali Söylemezoglu den aktuellen politischen Diskurs in der Türkei, Armenien und Deutschland und die Möglichkeiten einer Aufarbeitung. Moderieren wird Wolfgang Koydl, der ehemalige Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Sonntag, 13. April 2014 - Stadttheater

Eine nächste Podiumsdiskussion wird es - am Donnerstag, 16. Februar, Beginn 19 Uhr, Landratsamt Konstanz (Benediktinerplatz 1). Eintritt ist frei - geben! mehr dazu hier: Armenien-Ausstellung: Landratsamt Konstanz bleibt unter Druck [suedkurier.de]

TRAVEL: A journey through Georgia's Soviet past - with the photographers Helene Veilleux & Maurice Wolf (jako.fm) via @JAKOFM

(jako.fm) A journey through Georgia's Soviet past Photographer Maurice Wolf was born in the Netherlands, but spent much of his formative years away from home living in places like Berlin and the United States. Eventually he made his way to Georgia. It was there that he met Helene Veilleux, a French photographer and an aficionado of Soviet architecture. The two formed an instant professional bond. Together, the two founded Brutal Tours, one of the most niche tours in Georgia. Brutal Tours takes you on a journey through the ghosts of Georgia's Soviet past, in which you can witness the melancholic beauty of Josef Stalin's cable car roads, the former glory of a Soviet sanitarium, and even explore the first astronomical observatory built in the former USSR hidden away in the remote hills of Abastumani. Whichever tour you choose, you senses will not be disappointed.



Photographers Maurice Wolf and Helene Veilleux discuss Brutal Tours and their time living in Georgia. © JAKO FM
Website ➡ http://jako.fm
facebook ➡ https://www.facebook.com/jakofm/
Instagram ➡ https://www.instagram.com/radiojakofm/
Twitter ➡ https://twitter.com/JAKOFM

more links: 
loeildelaphotographie.com
twitter.com/ladentdeloeil 
lensculture.com/helene-demipoulpe-veilleux
facebook.com/demipoulpe
flickr.com/photos/shiborisan
boredpanda.com/author/hveilleux
dailymail.co.uk/Chernobyl nuclear disaster photographs Helene-Veilleux 
womeninphotography.info/hlne-veilleux-france  
+++  
facebook.com/mauricewolfphotography

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG: Entgrenzung Deutsche auf Heimatsuche zwischen Württemberg und Kaukasien in Berlin, 20. Februar 2017, 18 Uhr

Zur Eröffnung der Ausstellung anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Ankunft erster deutscher Siedler im Südkaukasus laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. 
 
Montag, 20. Februar 2017, 18 Uhr
Humboldt-Universität zu Berlin
Senatssaal und Foyer
Unter den Linden 6
10099 Berlin 

1817/1818 erreichten deutsche Siedler überwiegend aus Württemberg Südkaukasien und gründeten dort bis 1819 acht Kolonien. Aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums ihrer Ankunft wird die vom Auswärtigen Amt geförderte Ausstellung 2017 in Berlin eröffnet und anschließend bis 2018 an weiteren Orten in Deutschland, Aserbaidschan, Georgien und der Ukraine der Öffentlichkeit präsentiert.

Zentrale Themen der Ausstellung sind: Ursachen der Auswanderung aus Württemberg, Ankunft, zaristische Einwanderungspolitik und Aufbau von Siedlungsstrukturen im multikulturellen Umfeld Südkaukasiens, gesellschaftliches, religiöses und ökonomisches Leben in den Mutter- und zahlreichen Tochterkolonien, städtisches Leben und Unternehmertum in Tiflis und Baku, Veränderungen durch den Ersten Weltkrieg, Bürgerkrieg und Revolutionen, die Sowjetisierung und ihre Auswirkungen auf Gemeinschaft und Wirtschaft unter ländlichen und städtischen Deutschen, Verfolgung und Deportation nach Kasachstan und Sibirien und die Folgen bis in die Gegenwart. Heute sind noch zahlreiche materielle und immaterielle Denkmäler deutsch-kaukasischer Beziehungsgeschichte in Südkaukasien erhalten, die für die Zukunft bewahrt werden sollen. Eine gemeinsame Erinnerungskultur kann im Rahmen der Östlichen Partnerschaft einen Beitrag zu einer in mehrfacher Hinsicht „entgrenzten“ Verständigung zwischen den Menschen aus der Europäischen Union, besonders denen aus Deutschland, und den Bürgern Südkaukasiens leisten.

Es begrüßen
Prof. Dr. iur. Eva Inés Obergfell, Vize-Präsidentin für Studium und Lehre, Humboldt-Universität zu Berlin
S. E. Prof. Dr. Dr. h.c. Lado Chanturia, Botschafter von Georgien
S. E. Ramin Hasanov, Botschafter der Republik Aserbaidschan

Es sprechen
Heidrun Tempel, Beauftragte für Außenwissenschafts-, Bildungs- und Forschungspolitik und Auswärtige Kulturpolitik, Auswärtiges Amt Berlin
Prof. Dr. Eva-Maria Auch, Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans, Humboldt- Universität zu Berlin
Dr. Manfred Nawroth, Museum für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin
Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa

Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Empfang.

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten: Birgit Luschei, LuscheiB@geschichte.hu-berlin.de

Verkehrsverbindungen: U-Bahn U6, S-Bahn S1, S2, S25 (Friedrichstraße); Bus 200, 100, TXL (Staatsoper)
Laufzeit: 20. Februar bis 19. März 2017
Mo–Fr 7:30–20 Uhr, Sa 11–18 Uhr, So geschlossen

Die Ausstellung entstand in Kooperation des Kultur- und Wissenschaftsvereins EuroKaukAsia e. V. mit dem Museum für Vor- und Frühgeschichte, Staatliche Museen zu Berlin, und dem Deutschen Kulturforum östliches Europa. Sie wurde finanziert durch das Auswärtige Amt und unterstützt durch die Humboldt-Universität zu Berlin.

Kontakt
Dr. Rasim Mirzayev
Geschäftsführer des Kultur und Wissenschaftsvereins EuroKaukAsia e.V.

Humboldt-Universität zu Berlin
Philosophische Fakultät I
Institut für Geschichtswissenschaften
Friedrichstraße 191
10099 Berlin
Tel: (0049) 30 80925516
Mobil: (0049) 162-7912378
www.eurokaukasia.de
mirzaeurokaukasia@t-online.de

Monday, February 06, 2017

AUSSTELLUNG: Jenseits der Grenzen - Erkundungen bei den vergessenen Flüchtlingen des Süd Kaukasus. Fotografie von Jan Zychlinski (hausderdemokratie.de)

(hausderdemokratie.de) Vom 16. 02. 2017 bis 16. 03. 2017 | Robert-Havemann-Saal & Foyer in Berlin | Werktags von 10:00 - 17:00 & nach Vereinbarung

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 16.02. um 19:00 Robert-Havemann-Saal & Foyer 


Flucht und Vertreibung sind hochaktuelle Themen, und dies nicht erst seit Menschen auch in Deutschland und Europa verstärkt Zuflucht suchen. Menschen müssen vor Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen fliehen – manchmal wird ihr Schicksal wahrgenommen, manchmal nicht.

Auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden Menschen zu Flüchtlingen und suchten aufgrund aufflammender Konflikte nach neuen Lebensorten. 26 Jahre später sind viele von ihnen immer noch nicht angekommen. Vom September 2014 bis Februar 2015 reiste der Fotograf Jan Zychlinski auf den Spuren dieser Vertriebenen durch den Süd-Kaukasus; durch Armenien, Georgien, nach Berg-Karabach und Aserbaidschan. Viele der sogenannten IDPs (Internally Displaced People) leben auch heute noch am Rande der Gesellschaften, die sie aufnahmen. In Lagern, Sammelunterkünften, den sogenannten Collective Houses (Kasernen, Krankenhäusern u.ä.) oder neugebauten Siedlungen. Die bewegenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen eine Realität, die in Westeuropa kaum bekannt ist. Diese Portraits aus einer scheinbar anderen Welt zeugen von Menschen, die nicht nur „vergessen“ wurden – ihr Schicksal war niemals in dem Maße präsent, wie sie es verdient hatten. Damit stehen sie exemplarisch für Millionen andere „vergessene“ Leben.

Veranstalter: Prof. Jan Zychlinski und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte


more here in english >>> 

Forgotten Refugees of South-Caucasus

Between Sept. 2014 and Febr. 2015 I traveled around the South-Caucasus to work on a documentary about the faith and current living conditions of the "forgotten" refugees from the conflicts of the last 25 years. I did more than 150 interviews and thousand of photos from people from Armenia, Georgia, Azerbaijan and the region of Nagorny Karabakh.

I want to show that regardless of the respective government this people more or less lives in the same bad condition and don’t have any real future. They are like puppets or stones in the hands of the officials and even the international organisations don’t do anything more than provide some houses and from time to time some material support. But nobody talks with this people, nobody want to hear their stories, nobody cares about their very often isolated lives and their separated communities. Through the storytelling I came very close to them and sometimes they forgot that I have a camera with me, because they want to tell their own stories.

Mostly this people disappeared behind numbers and reports about new "floods" of refugees are threaten our societies. 

more links: 
jz-photography.ch
photonews.de
photography-in.berlin
500px.com/jzychlinski

Friday, February 03, 2017

LITERATUR: Wir, Die Apfelbäume. Von der georgischen Lyrikerin Bela Chekurishvili. Video: Nona Giunashvili

Aus dem Georgischen von Norbert Hummelt

Gesprochen von Theresa Dahmen

MUSIK: Lakhushdi - "das singende Dorf" im Hohen Kaukasus, Swanetien zwischen Tradition und Moderne. Von Ariane Huml [swr.de]

(swr.de/swr2) Das Dorf Lakhushdi in Swanetien im Hohen Kaukasus liegt auf fast 2000 Meter Höhe inmitten einer paradiesischen Bergwelt, umgeben von riesigen, grünen Wäldern und schneebedeckten vier 5000ern. Die georgisch-swanetische Gastfreundschaft ist legendär. Mit seinen kaum mehr als 100 Einwohnern öffnet es jedes Jahr wenigstens einmal seine Türen, seine Häuser und auch seine Herzen, um für zwei Wochen im Jahr, Ende August zum Erntedankfest, wenige, ausgewählte, musikinteressierte und sangesfreudige Fremde aus aller Welt aufzunehmen, um mit ihnen zu singen, zu tanzen, sie zu bewirten, und vor allem, um an sie ihre außergewöhnlichen musikalischen Traditionen und Lieder weiterzugeben, die bis zurück zu den vorchristlichen Gesängen der alten Sumerer reichen. Das Feature erzählt von dieser außergewöhnlichen musikalischen Reise anhand von Tonaufnahmen und Interviews aus einer fast vergessenen Welt, die jetzt nach und nach - nicht nur musikalisch - wiederentdeckt wird.

Podcast >>>




Musikliste:

trad.:„Alilo auf dem Berg“
Dorfbewohner aus Lakhushdi

trad.:Traditionelle Musik aus Swanetien
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Eröffnung des Gastmahls mit Begrüßung
Arularo (Gesang)
Nana Mzhavanadze, Gesang und Begrüßung

trad.: „Ts’minda“
Nana Mzhavanadze, Gesang
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Traditionelles Lied
Marika, Gesang
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Traditioneller Gesang zur Tschuniri
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Traditioneller Festmahlgesang aus Swanetien
Marika und Dorfbewohner aus Lakhushdi

trad.: Traditioneller Gesang aus Swanetien
Nick (Gitarre) und Dorfbewohner aus Lakhushdi

trad.: „Wiegenlied“
Nana Mzhavanadze, Gesang

trad.: "Tamardedpal" Lied der Königin Swanetiens Tamar
Murat, Giwi und Gigo, Gesang

trad.: Lied der Tamar
Woriowdela“ - fröhliches Lied
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

trad.: Melancholisches Lied
Nicoletta (blinde Nonne, USA) Gesang
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

trad.: Tom's Lied (altes schottisches Lied über den Schmerz des Abschieds)
Tom, Gesang
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

trad.: Das Lied der Brüder Vitsbil & Matsbil (swanetische Freiheitskämpfer)
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: „SovIru“, Schwedisches Schlaflied
Vilja-Louise (Stockholm), Gesang

trad.: „ChristeAghsdgha“ Erntedankgottesdienst aus der Kirche
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste