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Thursday, January 14, 2016

AUSSTELLUNG: Georgische Kalligraphie in der Universitäts- und Stadtbibliothek Köln

Universitäts- und Stadtbibliothek Köln, 15.01.2016, 17.00 Uhr bis 08.04.2016




Die Tradition der georgischen Kalligraphie reicht viele Jahrhunderte zurück.

In den Klöstern und Kirchen Georgiens wurden zahlreiche Bücher geschrieben und handschriftlich abgeschreben. Solche Manuskripte zählten bereits in frühen Jahrhunderten zum Gedanken- und Kulturgut Georgiens.

In georgischen und ausländischen Kulturstätten – überwiegend in Palästina und Bulgarien etablierten georgischen Lehrzentren – wurden Bücher in georgischer Sprache und Schrift verfasst. Die Gelehrten widmeten der päzisen Wiedergabe der georgischen Buchstaben, den eingesetzten Zierden und Ornamenten in Texten, besondere Aufmerksamkeit und beschäftigten sich akribisch mit diesem einzigartigen Alphabet. Auch wenn der Inhalt des jeweiligen Werkes im Vordergrund stand, kam jedoch die Individualität des einzelnen Kalligraphen durch seinen besonderen Stil zutage. Und so wurden nicht nur die Bücherbestände mit georgischen Werken bereichert, sondern auch ganz außerordentliche kalligraphische Kunstwerke geschaffen.

Auch im 20. Jahrhundert findet die alte Kalligraphie-Kunst noch ihre Anhänger. Nach einer längeren Unterbrechung entdecken immer mehr junge Leute ihre Begeisterung für die alte Kunst des dekorativen Schreibens in unserem durch Hi-Tech überladenen Zeitalter.

Die USB stellt den Kölner Studierenden und allen Bibliotheksbesuchern die Werke von vier jungen georgischen Künstlern vor, die sich dieses alten Handwerks angenommen haben und trotz eines anspruchsvollen Studiums Zeit finden, diese Tätigkeit auszuüben, und solch schöne Kunstwerke hervorbringen. Die Werke von David Maisuradze, Giorgi Gorgiashvili, Nika Ghunashvili und Vajha Eremeishvili sind im Zeitraum vom 15. Januar bis zum 2. April 2016 in der Vitrine vor der Cafeteria der USB zu bewundern.


Die Werke dieser jungen Künstler werden ausgestellt:
David Maisuradze, Giorgi Gorgiashvili, Vajha Eremeishvili, Nika Ghunashvili.


Ausstellung - Georgische Kalligraphie/ქართული ხელნაწერების გამოფენა

Kuratiert von Nino Burdiladze und Mikheil Sarjveladze von der Georgischen Hochschulgruppe "Aisi" - ქართველ სტუდენტთა გაერთიანება "აისი" 


Nika Ghunashvili





Tuesday, June 18, 2013

RETROSPEKTIVE: Michail Kalatosow 1903 – 1973, Vier Meisterwerke des sowjetischen Films, Michail Kalatosow (allerweltskino.de)

(allerweltskino.de) Eine Veranstaltung des Allerweltskino e.V. in Zusammenarbeit mit Irina Kurtishvili, Kuratorin der Filmreihe  


Samstag, 29.6. und Sonntag, 30.6.2013

RETROSPEKTIVE MICHAIL KALATOSOW - Vier Meisterwerke des sowjetischen Films

Im Filmforum im Museum Ludwig, Köln

Candida Höfer, Kino im Museum Ludwig Köln II 2006, Lambda-Print 
Recherchiert man das Wirken eines sowjetischen Filmregisseurs, stößt man auf etwas, das man als „Paradigmatische Tragik“ bezeichnen könnte: der nach Freiheit dürstende Künstler und sein ambivalentes Verhalten in der Diktatur, um als solcher und als Mensch zu überleben. Ein großes Talent, mit großer Überzeugungskraft und einer intelligenten Form von Anpassungsfähigkeit – das ist eine Mischung, die sicher auch auf Michail Kalatosow zutrifft. Dennoch ist der Fall Kalatosow ein ganz besonderer.


Allerweltskino e.V.Michail Kalatosow (georgisch: Micheil Kalatosischwili) wurde am 28. Dezember 1903 in Tbilissi (Tiflis), Georgien geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, war Schauspieler, Cutter, Kameramann und zu Beginn seiner Karriere drehte er Dokumentarfilme. Nach seinem Meisterwerk DAS SALZ SWANETIENS (1930) warfen die sowjetischen Behörden ihm vor, im Widerspruch zur Staatsideologie zu stehen. Kalatosow durfte acht Jahre lang keine Filme mehr drehen und beschränkte sich auf Verwaltungsaufgaben in der georgischen Filmindustrie.
 

1936 wurde er für „Formalismus“ angeklagt und verhaftet. Letztendlich rettete der Regisseur sich selbst, verließ Georgien und wanderte nach Russland aus. 1939 wurde Kalatosow für eine kurze Zeit sowjetischer Filmattaché in Los Angeles. In den 1940er Jahren findet man seinen Namen neben Stalin. Seine Propagandafilme retteten Kalatosow nicht nur vor der Verbannung nach Sibirien, sondern machten ihn überdies zum stellvertretenden Minister der sowjetischen Kinoindustrie (1946-1948).
 

Mit seiner poetischen Ballade DIE KRANICHE ZIEHEN von 1957, gelang es Kalatosow dem sowjetischen Film in der ganzen Welt sein Ansehen wiederzugeben. DIE KRANICHE ZIEHEN wurde einer der größten Kinoerfolge im Westen: 1958 erhielt der Film in Cannes die „Goldenen Palme“, die Kalatosow nicht persönlich entgegennehmen durfte. Sartre, Picasso, Chaplin, Fellini und Kurosawa hielten ihn für einen der bedeutendsten Filmschaffenden. Aber er wurde nie in einem Zug mit Eisenstein, Dowschenko oder Pudowkin genannt.
 

1963 äußerte Kalatosow den Wunsch, einen Film über die Revolution in Kuba zu drehen. Der Kreml hatte keinerlei Einwände. Das Filmteam wurde in Kuba sogar auf höchster Ebene empfangen. Sowohl die sowjetische, als auch die kubanische Regierung erhofften sich, dass der Cannes-Festival Preisträger einen antiamerikanischen Film drehen würde. Aber Kalatosow drehte alles andere als einen antiamerikanischen Film. Bei der Premierenfeier von ICH BIN KUBA verließen die Vertreter des Staatsapparats den Saal. Der Film, der ästhetisch ganz in der Tradition des großen sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin steht, landete kurze Zeit später im Moskauer Filmarchiv. In seinem letzten Lebensabschnitt produzierte Kalatosow DAS ROTE ZELT, einen aufwändigen Abenteuerfilm. Michail Kalatosow starb am 27.März 1973 in Moskau.
 

Interessant an Kalatosows Filmschaffen, das im Ausland nur echten Kennern bekannt war, ist vor allem das innovative Potential. Auf viele Filmschaffende, wie etwa Michael Ballhaus, hat er vielleicht sogar entscheidenden Einfluss ausgeübt.
 

Die Retrospektive ist chronologisch aufgebaut und präsentiert vier Filme, die Michail Kalatosow im Laufe seiner umstrittenen Schaffenszeit vollendete, wobei der Schwerpunkt auf seinen letzten Werken liegt.

(Irina Kurtishvili)



Samstag, 29.6. 19.00 Uhr


DAS SALZ SWANETIENS / Jim Shvante

UDSSR / Georgien 1930, 60 Min, 35mm, stumm, Regie und Kamera: Michail Kalatosow, Stummfilm mit Klavierbegleitung Der Film ist ein ethnographischer Bericht über die isolierte Bergregion Swanetien im Kaukasus. In seinem schönen, herben und mitunter grausamen Werk, lässt uns Kalatosow eine archaische Gesellschaft betrachten und tut dies mittels Montage und visuell betonter Filmsprache, den klassischen Mitteln der sowjetischen Filmkunst. Beeindruckend ist die Kraft der entfesselten Kamera. Die Bildspannung erwächst aus dem Kontrast zwischen den grandiosen Aufnahmen der kaukasischen Bergnatur und den durch Armut und Aberglauben gekennzeichneten Dorfbewohnern. Die Thematik über den Sinn des Lebens widersprach in diesem Film den Dogmen des sozialistischen Realismus.



Samstag, 29.6. 21.00 Uhr

DIE KRANICHE ZIEHEN / Letjat Zhuravli (1957) UDSSR 1957, 90 Min, 35mm, OmU, Regie: Michail Kalatosow; Kamera: Sergej Urusevsky, mit: Tatjana Samoilowa, Alexej Batalow DIE KRANICHE ZIEHEN wurde 1958 in Cannes mit dem Hauptpreis prämiert.

Man sprach damals von einer „Kinorevolution“ in Russland. Der Film überraschte nicht nur durch seine Form, eine bewegte, unkonventionelle Kamera, die an die expressive Bildsprache des sowjetischen Stummfilms erinnerte, sondern auch durch seine Geschichte. Der Film zeigt das Schicksal des Liebespaares Veronika und Boris, deren Heiratspläne der zweite Weltkrieg zunichte macht.

Für die Sowjetunion war es etwas Neues, beim Thema Krieg das persönliche Leid anstatt des heldenhaften Kampfes für das sozialistische Vaterland in den Mittelpunkt zu stellen. Nach einer Umfrage unter Cineasten der ehemaligen Sowjetrepubliken im Jahr 2001 wurde DIE KRANICHE ZIEHEN zum „besten sowjetischen Film aller Zeiten“ gewählt.



Sonntag, 30.6. 17.00 Uhr


ICH BIN KUBA / Soy Cuba Ya Kuba

UDSSR / Kuba 1964, 140 Min, 35mm, OmU, Regie: Michail Kalatosow, Buch:

Enrique Pineda Barnet, Yewgeni Yewtuschenko, Kamera: Sergej Urusevsky,

mit: Sergio Corrieri, Salvador Wood, José Gallardo, Raúl García Vier Episoden über die kubanische Revolution und ihre Folgen. Der Film beschreibt die Zeit in einer phänomenalen Bildsprache, in atemberaubenden Kamerabewegungen und einer Montage, die aus dem Vollen der klassischen sowjetischen Filmkunst schöpft. ICH BIN KUBA provoziert Staunen und sinnliche Lust, erzählt von Rache und Niederlagen, von Sehnsüchten und sexueller Anziehung. Der Film stieß bei seinem Kinostart Mitte der sechziger Jahre auf Ablehnung beim kubanischen Publikum und nach den feierlichen Premieren verschwand der Streifen im Moskauer Filmarchiv. Der legendäre Klassiker wurde in den neunziger Jahren von Martin Scorsese und Francis Ford Coppola wiederentdeckt.



Sonntag, 30.6. 20.00 Uhr

DAS ROTE ZELT / Krasnaya Palatka La Tenda Rossa UDSSR / Italien 1970, 120 Min, DVD, OmeU, Regie: Michail Kalatosow,

Drehbuch: Richard De Long Adams, Ennio De Concini, Kamera: Leonid Kalaschnikow, Musik: Enrico Morricone, Aleksandr Zatsepin, mit: Sean Connery, Peter Fintch, Claudia Cardinale, Hardy Krüger, Massimo Girotti, Mario Adorf Die Filmgeschichte basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr

1928: Der tragische Absturz des Luftschiffs „Italia“ am Nordpol. Doch die Überlebenden können sich in ein Zelt retten, welches sie rot anstreichen, um vielleicht doch entdeckt zu werden. Das Drama in der Eiswelt dauerte 109 Tage. In seiner Erinnerung lässt der bekannte italienische Konstrukteur, General Umberto Nobile, die dramatischen Ereignisse wieder aufleben und löst das Rätsel seiner verunglückten Expedition. Ein mitreißender Abenteuerfilm mit internationaler Starbesetzung und außergewöhnlichem technischem Aufwand.

Sunday, June 16, 2013

PORTRÄT: Lika Martinova drehte einst mit Burghart Klaußner einen Film - jetzt studiert sie Kunst. Von Dorothee Krings (rp-online.de)

(rp-online.de) Das Straßenkind studiert jetzt Kunst

2006 dreht das georgische Straßenkind Lika Martinova mit dem deutschen Schauspieler Burghart Klaußner einen Film. Sieben Jahre später treffen sie sich wieder – in Deutschland. Das Filmteam hat dem Mädchen geholfen, seinen Traum zu verwirklichen: Kunst studieren in Düsseldorf.
 
Sie sieht ihn schon von weitem, den Mann mit dem dunklen Sakko, Handy am Ohr, Gedanken ganz woanders. Also läuft die junge Frau auf Burghart Klaußner zu, springt ihm in den Weg, lachend, übermütig, wie ein Kobold aus einer anderen Welt. Und der Schauspieler, der zu den Besten gehört, die der neue deutsche Film hervorgebracht hat, bleibt wie angewurzelt stehen, fasst sich an den Kopf, ungläubig, freudig auch er. "Lika!", ruft Klaußner, "mein Gott, Mädchen, nach so langer Zeit."
 
Ein Mädchen, ein ernstes Kind, war Lika Martinova tatsächlich, als sie dem deutschen Schauspieler das erste Mal begegnete. Das war vor sieben Jahren in Likas Heimat Georgien. Klaußner reiste damals mit einem deutschen Filmteam in den Süden des Kaukasus, um mit dem georgischen Regisseur Dito Tsintsadze einen Film zu drehen: "Der Mann von der Botschaft". Darin spielt Klaußner einen Botschaftsangestellten, der in der georgischen Hauptstadt Tiblisi das isolierte Leben eines Diplomaten lebt. Abends sitzt er allein in der viel zu geräumigen Wohnung. Tagsüber langweilt ihn die Büroarbeit. Ein Diebstahl durchbricht diese depressive Einsamkeit. Ein Straßenkind klaut dem Mann von der Botschaft auf einem Wochenmarkt das Portemonnaie. Der Diplomat stellt das Kind, später begegnen die beiden sich wieder. Es beginnt eine sprachlose Freundschaft, die den ganzen Film über changieren wird zwischen Unschuld und dunklen Ahnungen.
 
Lika Martinova war 14, als sie die Rolle des Straßenkindes übernahm. Eigentlich aber war es keine Rolle, denn sie hat gelebt wie das Kind im Film, ohne Familie, ohne Obdach, ohne Möglichkeit, auf eine Schule zu gehen. Irgendwann konnte sie bei einer Frau unterschlüpfen, die aus Mitleid mit den Straßenkindern in ihrer Stadt ein paar Etagenbetten aufgestellt hatte. Lika bekam ein Bett oben, durfte endlich auf eine Schule gehen, besuchte dort die Theatergruppe. So kam sie zum Casting für den Film von Dito Tsintsadze, und der wählte das eigensinnige Kind mit dem feinen Gesicht und dem burschikosen Auftreten für sein Projekt, machte Lika Martinova zur Mignon im georgischen Großstadt-Dschungel.
 
Viele Tage haben das Mädchen aus Tiblisi und Burghart Klaußner miteinander gedreht. Ohne gemeinsame Sprache. Die beiden kommunizierten durch ihr Spiel, lachten viel, verstanden einander durch Gesten, Blicke. "Ich habe sie sofort sehr ernst genommen", sagt Burghart Klaußner, "Kinderdarsteller sind für mich immer Kollegen." Intuitiv wusste Martinova, was sie vor der Kamera zu tun hatte. "Ein Naturtalent", sagten die Leute vom Film. "Ich will nicht zum Film", sagte Lika Martinova. Für sie war mit den Dreharbeiten kein Märchen wahr geworden. Sie hatte noch einen anderen Traum: malen.
 
Immer wenn Martinova Farben ergattern konnte, brachte sie zu Papier, was in ihr ist. "Früher habe ich oft mit Kreide gemalt", sagt sie. Stillleben meistens, Blumensträuße in dunklen Farben, Vasen, wie sie in Georgien getöpfert werden. Die Bilder bewahrte sie in einem Koffer unter dem Bett, die schönsten hängte sie an die Wand in ihrer Zimmerecke. So wurden die Bilder zum Zuhause, das sie nie hatte.
 
Einmal hat das Mädchen ein paar Leute vom Filmteam dorthin mitgenommen, Burghart Klaußner war darunter, auch die deutsche Filmproduzentin Christine Ruppert. "Ich hab dir damals ein Bild abgekauft, weißt du noch?", sagt Klaußner. "Ich hab es dir geschenkt", sagt Martinova, "dann hast du mir Geld geschenkt, so war das." Die junge Frau mit dem Pagenkopf lacht wieder, erzählt, dass sie sich freue, Klaußner nach sieben Jahren wiederzusehen – und endlich mit ihm sprechen zu können, auf Deutsch.
 
Das hat mit dem Besuch damals in Martinovas Zimmer zu tun. Denn die Leute vom Film waren berührt von den Bildern des Mädchens, sahen darin mehr als den Zeitvertreib einer Heranwachsenden. Es war ein anderer Ernst in diesen Zeichnungen, eine andere Tiefe. Und als das Kind dann noch sagte, es wolle gar nicht Schauspielerin werden, sondern Malerin, da fasste Christine Ruppert den Entschluss, dem Mädchen aus ihrem Film die Chance auf ein Kunststudium zu eröffnen.
So kam Lika Martinova nach Deutschland. Zunächst begleitete sie Dito Tsintsadze bei der Premierentour seines Films, ging dann in die Heimat zurück, beendete die Schule. Als sie 18 wurde, holte Ruppert sie für ein paar Monate nach Deutschland, damit sie selbst testen konnte, ob sie in dem noch fremden Land zurechtkäme. Die Filmproduzentin stand auch nach Jahren noch zu ihrer Zusage an das Kind. Martinova fühlte sich wohl, kam ein weiteres Mal wieder, diesmal für ein Jahr. Sie jobbte in Rupperts Filmproduktions-Firma Tatfilm in Köln, lebte bei der Produzentin, später bei einer Gastfamilie, lernte Deutsch, malte. Und als sie genug Bilder für eine Mappe beisammen hatte, bewarb sie sich an den Kunstakademien in Düsseldorf und München um einen Hochbegabten-Studienplatz – für sie die einzige Möglichkeit, ohne Abitur zu studieren.
 
Freunde in Düsseldorf hatten ihr zuvor Termine bei namhaften Künstlern unter anderem von der Düsseldorfer Akademie verschafft. Die hatten die junge Frau aus Georgien bestärkt, es an den Hochschulen zu versuchen. "Ich fand es damals sehr schwierig, über meine Bilder zu sprechen", sagt Martinova, "ich konnte nicht formulieren, warum ich meine Bilder male, ich malte einfach."
Inzwischen liebt sie es, über Kunst zu diskutieren. Sie wurde angenommen, gleich an beiden Akademien, in München und in Düsseldorf. Das hat ihr Selbstvertrauen gegeben, denn an den Hochschulen kannte niemand ihre Geschichte, musste allein ihre Kunst für sie sprechen. Martinova entschied sich für Düsseldorf, studiert im zweiten Semester, liebt den Austausch mit den anderen Studenten im Kolloquium.
 
Die enervierenden Kämpfe mit der deutschen Ausländerbehörde, die sie mit Hilfe ihrer deutschen Freunde durchgestanden hat, versucht sie hinter sich zu lassen. Einmal musste sie nach Georgien zurück und dort vier Monate auf das nächste Visum warten, kostbare Studienzeit ging ihr verloren. Sie hat das abgehakt, redet am liebsten gar nicht mehr darüber.
 
Inzwischen ist sie als Studentin anerkannt, kann sich endlich auf die Malerei konzentrieren. Sie lebt mit zwei anderen Studenten in einer WG, sucht nur noch einen Nebenjob. Damit ist für sie nun doch ein Märchen wahr geworden – ihr eigenes Märchen. Und als sie dann auch noch Burghart Klaußner wiedersieht bei einer Filmparty der Filmstiftung NRW, schließt sich ein Kreis. Irgendwann am Abend stehen die beiden im Hof der Kölner "Wolkenburg", rauchen, lächeln noch immer ein wenig ungläubig, dass das nun keine Filmszene ist, sondern Wirklichkeit.
 
"Ich hab inzwischen alle Filme von Burghart Klaußner gesehen", sagt Martinova, ",Das weiße Band' zum Beispiel – war der gut." Doch den Entschluss gegen die Schauspielerei hat sie nicht bereut. "Ich bewundere Schauspieler dafür, dass sie sich verwandeln können", sagt Lika Martinova, "ich will niemand anders sein, ich will wahrhaftig sein in der Kunst – darum male ich meine Bilder."

Friday, June 01, 2012

STIPENDIUM: Tutorium in der georgischen Hauptstadt Tiflis

Am Institut für Ostrecht der Universität zu Köln wird zum 15.09.2012 eine/ein Tutorin/Tutor für einen Aufenthalt in der georgischen Hauptstadt Tiflis gesucht.


Die Ivane Javakhisvili Staatsuniversität in Tiflis und die Universität zu Köln bieten mit Unterstützung des DAAD in der georgischen Hauptstadt Tiflis einen deutschsprachigen Studiengang zum deutschen Recht an. In diesem zweisemestrigen Aufbaustudiengang, der an Absolventen eines rechtswissenschaftlichen Studiums in Georgien gerichtet ist, sollen die Studierenden " georgische Masterstudenten " den Master der Universität zu Köln erwerben können.


Während die Kölner Hochschullehrer nur zu den einzelnen Lehrveranstaltungen nach Tiflis reisen, soll die Tutorin/ der Tutor während des gesamten Semesters vor Ort anwesend sein und die Kooperation zwischen beiden Universitäten unterstützen. Weitere Aufgaben sind die Übernahme einer Arbeitsgemeinschaft und die Heranführung der Studierenden an die wissenschaftliche Arbeitsweise. Vorgesehen ist zunächst ein Aufenthalt des Tutors/der Tutorin von zehn Monaten.


Voraussetzungen für die Tätigkeit als Tutor/Tutorin sind ein abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Studium, Organisationstalent und die Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten. Darüber hinaus sollte die Bewerberin oder der Bewerber über Kenntnisse des Russischen verfügen oder bereit sein, sich Grundkenntnisse bis zur Aufnahme der Tätigkeit anzueignen.


Die Aufenthaltskosten werden durch ein Stipendium des DAAD gedeckt.


Bewerbungen sind bis zum 30.06.2012 zu richten an:


Institut für Ostrecht der Universität zu Köln
Klosterstr. 79 d
50931 Köln
Tel.: 0221 470 5575
Fax: 0221 470 5582
E-Mail: inst.ostrecht@uni-koeln.de

Saturday, December 04, 2010

NACHTRAG: Fotoausstellung zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern

Armin T. Wegner (1887 – 1978) war Weltenbummler, Abenteurer und Fotograf. Und doch war er noch mehr: 1915 wurde er – als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad – Zeuge der systematischen Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte. Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft. So wurde er zum Chronist des Völkermordes an den Armeniern. Noch bis zum 21.12.2010 zeigt das Kölner Lew Kopelew Forum eine Ausstellung seiner Bilddokumente…

Von Uri Degania

Der türkische Völkermord an den Armeniern ist in der Türkei ein bis heute tabuisiertes Thema, wie die Inhaftierung des deutsch-türkischen Schriftstellers und Menschenrechtlers Dogan Akhanli in der Türkei auf bedrückende Weise zeigt. Wegen seines Armenien-Romans und seines konsequenten Engagements gegen jegliche Form des Antisemitismus wird Akhanli heute in der Türkei der Prozess gemacht – ein Skandal.

Am 1.12.2010 wurde die Ausstellung „Aghet – Der vergessene Völkermord“ im Kölner Lew Kopelew Forum eröffnet. Mitveranstalter sind die Deutsch-Armenische-Gesellschaft in Kooperation mit der Armin T. Wegner Gesellschaft, Wuppertal, die Stiftung Guardini, Berlin und die Bergische Universität Wuppertal.

Nach einem Grußwort von Susanne Böhringer, Vorsitzende der Deutsch-Armenischen Gesellschaft, und einführenden Worten zur Ausstellung von Judith Schönwiesner, Kuratorin der Ausstellung, folgte ein anspruchsvoller Vortrag von Prof. Dr. Andreas Meier: „Austreibung oder Völkermord? A.T. Wegner als Augenzeuge des Genozids an den Armeniern“, in welchem er die komplexe Persönlichkeit und die Pionierleistung Wegners in lebendiger Weise darbot. Für eine musikalische Umrahmung dieses schwierigen Themas sorgte der Musiker und Komponist Ulrich Klan.

Dauer der Ausstellung: 02.12. – 17.12.2010, Öffnungszeiten: di. – fr. 11.00 – 18.00 und nach Vereinbarung

Ort: Lew Kopelew ForumNeumarkt 18a, Neumarkt Passage, 50667 Köln
www.kopelew-forum.de
Tel.: +49 221 257 67 67, Fax: +49 221 257 67 68

Nachfolgend dokumentieren wir die Eröffnungsrede von Judith Schönwiesner, M. A.

Liebe Pastorin Böhringer,
sehr geehrte Damen und Herren,
Armin T. Wegner gehört heute zu den zu Unrecht vergessenen Schriftstellern. Ja, er war Autor und ein leidenschaftlicher Fotograf, der in den 20er Jahren zu einem der bedeutendsten Reiseschriftsteller Deutschlands avancierte. Hierfür unternahm er Reisen durch die frühe Sowjetunion, den damals noch „illegalen“ Staat Israel und durch den Orient. Wie zu seiner Zeit als Krankenpfleger in der Türkei hielt er seine Erlebnisse immer schriftlich – in Tagebüchern – und in Bildern fest.
Wegner war ein Reisender, ein Beobachtender, deutscher Autor sowie ein Mensch seiner Zeit, und als solcher sah er seine Aufgabe darin, die Geschehnisse der Zeit aufzugreifen, zu diesen Stellung zu beziehen und ein Weiterdenken zu provozieren.
Seine Liebe zum Leben, seine Wissbegierde und seine Abenteuerlust trieben ihn voran, immer wieder Neues entdecken zu wollen und das Gesehene schließlich zur Basis, seiner literarischen Texte werden zu lassen. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen, Gewalt und Ungerechtigkeit bildeten hierbei einen Schwerpunkt in seinem Leben wie auch in seinem literarischen Schaffen und verhalfen ihm zu einem thematisch vielseitigen Spektrum seines Werkes in verschiedenen literarischen und journalistischen Gattungen.
Sein Handeln und Denken war stetig geprägt von der Forderung nach Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit unter den Menschen und Völkern.
Die hier präsentierte Ausstellung ist Teil einer größeren Wanderausstellung charakteristischer Reisefotografien aus dem Nachlass Wegners, in dem sich insgesamt über 6700 Fotografien finden ließen. Die ursprüngliche Ausstellung wurde von Matthias Flügge von der Galerie Guardini, Berlin und Prof. Andreas Meier von der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitet. Hier wird also nur ein kleiner Ausschnitt dieser, mit dem thematischen Schwerpunkt der Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich, gezeigt. Von den Aufnahmen, die Wegner mit einer einfachen Plattenkamera – die Sie hinten in der Vitrine des Lew Kopelews Forums sehen können – gemacht hat, sind nur die Glasdiapositive zu einem Vortrag überliefert, so dass die Bilder hier in modernen Abzügen gezeigt werden. Sie gehören zu jenem Vortrag, den Wegner zwischen 1919 und 1924 hielt und von dem uns Prof. Meier gleich mehr erzählen wird.
Seinen Einsatz für Gerechtigkeit brachte Wegner nicht nur in Vorträgen und literarischen Umsetzungen zum Ausdruck, sondern auch in seinen pazifistischen und revolutionären Aufrufen oder in seinem „Brief an Hitler“ vom 11. April 1933.
Diese konsequente Haltung veränderte 1933 das Leben Wegners radikal, da er sich auch nach der Machtergreifung Hitlers beharrlich für humane Ideale einsetzte. All dies hatte zur Folge, dass sich sein Name auf der ersten „Schwarzen Liste“ wieder fand, seine Werke verbrannt wurden, er Berufsverbot bekam und im August des gleichen Jahres von der SA verhaftet wurde. (Er ist von einem Nachbarn denunziert worden, der ihn dabei beobachtet hatte, wie er illegale Schriften im Garten seines Hauses „Sieben Wälder“ verbrannt hatte.) Er durchlief eine viermonatige Haft in verschiedenen Konzentrationslagern und wurde schließlich auf Druck internationaler Kräfte wieder freigelassen. 1936 ging er ins lebenslange italienische Exil.
Nach dem Krieg galt Wegner als verschollen, zeitweilig hielt man ihn sogar für tot. An seine Erfolge während der Weimarer Republik konnte er später nicht mehr anknüpfen, obschon er von Israel, Armenien und auch der Bundesrepublik für seine Zivilcourage geehrt wurde und Nachdrucke früherer Werke ebenso erschienen wie Essays und etliche Rundfunkbeiträge.
Bevor ich das Wort nun an Prof. Meier übergebe, möchte ich noch kurz danken: Zunächst Pastorin Böhringer für die fruchtbare Zusammenarbeit und das in mich gesetzte Vertrauen. Sodann Michele Wegner, der Armin T. Wegner Gesellschaft, der Stadtbibliothek Wuppertal, der Galerie Guardini und dem Kunstmuseum Solingen für die spontane Zusage, die Ausstellung mit ihren Leihgaben zu unterstützen. Frau Hahn, Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums und ihrem Team für die Hilfe hier vor Ort und natürlich Ulrich Klan und Prof. Meier für die Bereitschaft, das Eröffnungsprogramm dieser Ausstellung mit zu gestalten. Vielen Dank!
Wir danken Judith Schönwiesner, M.A., Kuratorin der Wegner-Ausstellung, für die Nachdruckrechte . Die Wissenschaftlerin arbeitet im „Zentrum für verfolgte Künste“ im Kunstmuseum Solingen.

Monday, November 29, 2010

AUSSTELLUNG: Armin T. Wegner Ausstellung im Lew-Kopolew-Forum Köln (kopelew-forum.de)

Am Mittwoch den 1. Dezember wird im Kölner Lew Kopelew Forum zusammen mit der Deutsch Armenischen Gesellschaft die folgende Ausstellung eröffnet:

AGHET - Der vergessene Völkermord
Armin T. Wegner

Fotografien 1915/1916

Zur Eröffnung um 19.30 Uhr sprechen:

- Susanne Böhringer (Vorsitzende der DAG)
- Der Erzbischof der Armenischen Kirche in Deutschland Karekin Bekdjan
- Die Kuratorin der Ausstellung, Judith Schönwiesner
- Prof. Dr. Andreas Meier (Bergische Universität Wuppertal)
Vortrag: Austreibung oder Völkermord?


Musikalische Umrahmung: Lieder von Ulrich Klan, Musiker, Komponist, Vorstandsmitglied der Armin T. Wegner Gesellschaft und Armine Ghouloyan, Pianistin, Komponistin

Der Wuppertaler Armin T. Wegner (*1887, Elberfeld, †1978, im Exil in Rom) – Schriftsteller, Essayist, Reisender und kritischer Beobachter seiner Zeit – zählt zu den weithin vergessenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Wegner avancierte in den zwanziger Jahren mit seinen Reiseberichten "Fünf Finger über Dir" (1930) und "Am Kreuzweg der Welten" (1930) zum Bestsellerautor. Die Texte des vom Orient faszinierten Schriftstellers erzählen von seinen ausgedehnten und abenteuerlichen Reisen, die er zusammen mit seiner Frau, der jüdischen Dichterin Lola Landau, unternahm.

Der lebenshungrige und abenteuerlustige Dichter vergaß jedoch nie, auch hinter die Kulissen der Zeitgeschehnisse zu blicken. So wurde er 1915 - als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad - Zeuge von der Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte. Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft und die entstandenen Bilder unter seiner Bauchbinde nach Deutschland.

Der umfangreiche Nachlass des Dichters und leidenschaftlichen Fotografen liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Neben Briefen, Tagebüchern, Arbeitsmaterialien und einigen Romanfragmenten finden sich darin auch etwa 6700 Fotografien.

In der Ausstellung werden Aufnahmen gezeigt, die Wegner mit einer einfachen Plattenkamera von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte. Da nur die Glasdiapositive zu einem Vortrag, den er zwischen 1919 und 1924 hielt, überliefert sind, werden die Fotos in neuen Drucken ausgestellt. Jene Bilder aus dem Nachlass, die nicht eindeutig Wegner zugeordnet werden konnten, sind über eine DIA-Projektion zu sehen.

Wie Lew Kopelew trat auch Armin T. Wegner für Gerechtigkeit, Völkerverständigung, Gleichheit, gegenseitigen Respekt und Menschlichkeit ein. Diese Haltung brachte Wegner u.a in seinen revolutionären Aufrufen wie "Der Ankläger – Aufruf zur Revolution", seinem Dia-Vortrag "Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste" oder in seinem "Brief an Hitler" zum Ausdruck.

Dauer der Ausstellung: 02.12. – 17.12.2010, Öffnungszeiten: di. – fr. 11.00 - 18.00 und nach Vereinbarung

UKB: 5,- € / 2,5 € ermäßigt

Ort: Lew Kopolew Forum, Neumarkt 18, 50677 Köln

www.kopolew-forum.de

Tuesday, November 02, 2010

ART: Exhibitions with the Georgian Artist Tolia Astali and Dylan Peirce (petrarinckgalerie.de)

RUNDBLICK 2010
EINLADUNG ZUR PREVIEWKURATIERT VON CAROLINE NATHUSIUS
Freitag 05.11.2010 19.00 Uhr
Temporary gallery cologne
mauritiuswall 35
50676 köln


Astali / Peirce, Nicolai Crestianinov, Luka Fineisen, Max Frintrop, Andrew Gilbert, Benjamin Houlihan, Jugoslav Mitevski, Timo Seber, Ruth Weigand, Ming Wong, Dominic Wood

+++

CURRENT EXHIBITION

DER KERN DES GANZEN
ASTALI/PEIRCE, GUY BAR-AMOTZ, RALF BRÖG, MARSHA COTTRELL, LOTHAR GÖTZ, MANI HAMMER, JENS NORDMANN, VIKTORIA WEHRMEISTER

ERÖFFNUNG FREITAG 29. OKTOBER 19-22UHR

Diese Ausstellung wird genutzt um erstmalig alle Künstler der Galerie zusammen in einer Ausstellung zu zeigen. Neue Zusammenhänge, interessante Gegensätze, ergänzende Aspekte werden die Arbeiten verbinden: geometrische Zeichnung, abstrakte Malerei, Skulptur, Fotografie, computergenerierte Ausdrucke, Objekte, skulpturale Möbel und Collagen. Vielleicht verrät der Überblick die geheimen, im Dunkeln liegenden Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Arbeitsansätzen, vielleicht aber auch viel mehr über zeitgemäße, allgemeine Denkansätze und Arbeitsmethoden.


1.) X IV IV, 2010 cardboard, polyester, lead, carpaste, 230 x 180 x 220 cm
2.) T X II II, 2010 polyester, fiberglass, mixed media, 200 x 140 cm



Friday, October 22, 2010

DVD: "...aber hat nicht gedient - Junge Menschen verweigern den Krieg" - auch in Armenien. Von Timo Vogt

Passen eineinhalb Jahre Arbeit auf eine DVD? Sie passen! Und wenn alles maschinell gepresst ist, manuell verpackt und die Buchläden bestückt, dann stellt es sich ein, das unglaubliche Gefühl: FERTIG!
"...aber hat nicht gedient - Junge Menschen verweigern den Krieg" lautet der Titel meiner 45-minütigen Audio-Slideshow über eine junge Frau und drei Männer, die nicht Teil der militärischen Maschine ihres Landes sein wollen. Um sie zu treffen und ihre Geschichten zu erzählen reiste ich durch Deutschland, Armenien, Israel, die Türkei und machte einen Abstecher nach Afghanistan.
Die Vor-Premiere im April war ein voller Besuchererfolg. Wer die Slideshow auf Leinwand und mit mir erleben will, kann sich diese ersten Tourdaten notieren:
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29.11. Berlin
01.12. Frankfurt
02.12. Köln
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Die DVD "...aber hat nicht gedient - Junge Menschen verweigern den Krieg" ist ab sofort im Buchhandel erhältlich. Beim Trotzdem Verlag mit der ISBN: 978-3-86569-922-0 für 15 Euro.

Für weitere Infos zur DVD und dem Projekt oder anstehende Veranstaltungen besucht einfach meinen Blog
randbild.blogspot.com

timo vogt

Thursday, June 18, 2009

BUCHVORSTELLUNG: Grosny-Zürich und zurück. Porträts von fünf Jugendlichen aus Tschetschenien. Von Elisabeth Gusdek Petersen


Montag, 22. Juni 2009, 19.00 Uhr: Tschetschenien im Fokus

Buchvorstellung: Elisabeth Gusdek Petersen, "Grosny-Zürich und zurück. Porträts von fünf Jugendlichen aus Tschetschenien", Zürich 2009

Moderation: Dr. Rupert Neudeck, Journalist, Gründer des Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V., Mitbegründer und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V.,

Spezialgast: Sulichan Asukanowa
eine der fünf Porträtierten

Fünf vom Krieg traumatisierte Jugendliche aus Tschetschenien begegnen der Schweiz. Elisabeth Gusdek Petersen zeichnet deren Lebensgeschichte in fünf einfühlsamen Porträts auf.

Morde, Verfolgungen, Säuberungen, Flucht und Vertreibung haben die Menschen in Tschetschenien schwer gezeichnet. Auf Initiative der Autorin, die über Jahre die russische Kaukasusrepublik besucht hat, konnten in den letzten Jahren fünf junge Tschetschenen in der Schweiz eine Ausbildung absolvieren, Sprachen lernen und eine neue Perspektive aufbauen. In ihrer Heimat hatten die drei Frauen und die zwei Männer schwerste körperliche und seelische Verletzungen erlitten, Angehörige verloren, Entwurzelung erfahren.

Elisabeth Gusdek Petersen holte die Jugendlichen in die Schweiz und unterstützte sie bei der Auseinandersetzung mit der fremden Kultur. Nicht immer ein leichtes Unterfangen. Das Buch vermittelt einen Einblick in den Kriegsalltag von Jugendlichen und beschreibt die Zukunftsperspektiven in einem kriegsversehrten Land.

Elisabeth Gusdek Petersen ist Juristin, Dozentin und Präsidentin des Forums für Zeitzeugen in Zürich. Als Verfechterin der Menschenrechte engagiert sie sich seit vielen Jahren für die Opfer des Tschetschenienkrieges. Sie lebt in Zürich.

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Saturday, February 14, 2009

JOB: Tutorin/Tutor für einen Aufenthalt in der georgischen Hauptstadt Tiflis gesucht.

Am Institut für Ostrecht der Universität zu Köln wird eine/ein Tutorin/Tutor für einen Aufenthalt in der georgischen Hauptstadt Tiflis gesucht.

Die Ivane Javakhisvili Staatsuniversität in Tiflis und die Universität zu Köln bieten mit Unterstützung des DAAD in der georgischen Hauptstadt Tiflis einen deutschsprachigen Studiengang zum deutschen Recht an. In diesem zweisemestrigen Aufbaustudiengang, der an Absolventen eines rechtswissenschaftlichen Studiums in Georgien gerichtet ist, sollen die Studierenden georgische Masterstudenten den Master der Universität zu Köln erwerben können.
Während die Kölner Hochschullehrer nur zu den einzelnen Lehrveranstaltungen nach Tiflis reisen, soll die Tutorin/ der Tutor während des gesamten Semesters vor Ort anwesend sein und die Kooperation zwischen beiden Universitäten unterstützen. Weitere Aufgaben werden im kommenden Semester die Übernahme einer Arbeitsgemeinschaft im Zivilrecht und die Heranführung der Studierenden an die wissenschaftliche Arbeitsweise sein.

Vorgesehen ist zunächst ein Aufenthalt des Tutors/der Tutorin von zehn Monaten ab Mitte Februar 2009.
Voraussetzungen für die Tätigkeit als Tutor/Tutorin sind ein abgeschlossenes rechtswissenschaftliches Studium, Organisationstalent und die Fähigkeit zu selbständigem Arbeiten. Darüber hinaus sollte die Bewerberin oder der Bewerber über Kenntnisse des Russischen verfügen oder bereit sein, sich Grundkenntnisse bis zur Aufnahme der Tätigkeit anzueignen. Die Tätigkeit wird über ein Stipendium des DAAD finanziert.


Bewerbungen sind zu richten an:
Institut für Ostrecht
Universität zu Köln
Klosterstr. 79 d
50931 Köln
Tel.: 0221 470 5575
Fax: 0221 470 5582
E-Mail: aoo01@uni-koeln.de

Thursday, January 15, 2009

VORTRAG: Russland: Macht und Kultur. Von Prof. Michail Ryklin.

Lew Kopelew Forum Köln, Donnerstag, 22. Januar 2009, 19.00 Uhr: Vortrag von Prof. Michail Ryklin russischem Philosophen und Preisträger des Leipziger Buchpreises zur Europäischen VerständigungRussland: Macht und KulturEinführung: Prof. Dr. Angelika Nußberger, M.A.
Direktorin des Instituts für Ostrecht der Universität zu Köln


Mitveranstalter:
Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO), Institut für Ostrecht der Universität zu Köln

"Ich bin Philosoph und ich schreibe nicht nur für meine Landsleute und Russlandspezialisten, sondern für ein interessiertes Lesepublikum sowohl in meiner Heimat als auch in anderen Ländern" - sagte Michail Ryklin in seiner Dankesrede, als er im Mai 2007 mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für sein Buch "Mit dem Recht des Stärkeren. Russische Kultur in Zeiten der «gelenkten» Demokratie" geehrt wurde. Sein Betätigungsfeld ist jedoch viel breiter: Er ist Philosoph, Übersetzer, Herausgeber, Forscher, Korrespondent und Publizist, gehört zu den renommiertesten Wissenschaftlern Russlands und setzt sich besonders für den philosophischen Dialog mit Westeuropa ein. Er übersetzte und gab heraus u.a. Texte von Gilles Deleuze, Jacques Derrida, Michel Foucault, Claude Lévi-Strauss und Theodor W. Adorno. 1997 edierte er die erste russische Ausgabe des "Moskauer Tagebuchs" von Walter Benjamin heraus. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine Bücher über Michail Bachtin und Fjodor Dostojewskij.

In den 1990er Jahren hatte er Gastprofessuren in Amerika und England inne und arbeitete am Seminar Jacques Derridas an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Er ist Mitglied der New Yorker Akademie der Wissenschaften und seit 1995 Korrespondent der europäischen Kulturzeitschrift "Lettre International". Zur Zeit ist Michail Ryklin Professor am Institut für Philosophie der Moskauer Akademie der Wissenschaften und Leiter des Fachbereichs "Philosophische Anthropologie". Er lebt in Moskau.
u.A.w.g. 0221 470 55 75 oder aoo01@uni-koeln.de Eintritt: frei

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Die engen Welten der russischen Weite

KOLLEKTIVER REALITÄTSVERLUST - Der Moskauer Philosoph Michail Ryklin über Putin, den Machtmenschen ohne Geschmack für Politik und das Phänomen postsowjetischer Psychosen im heutigen Russland
Michail Ryklin, westlichen Lesern vor allem durch seine in Lettre International erscheinende Kolumne Korrespondenz aus Moskau bekannt, ist einer der profiliertesten zeitgenössischen Denker Russlands. In seinen kulturpolitischen Essays setzt sich der Moskauer Philosoph und Schriftsteller mit den Phänomenen der russischen Gegenwart auseinander. Derzeit untersucht er im Rahmen des von der deutschen Bundeskulturstiftung initiierten und des im Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe betriebenen Projekts „The Post-Communist Condition" die „sowjetische Erfahrung" seiner Landsleute. Das ganze Interview >>>

Sunday, December 14, 2008

AUSSTELLUNG: Suspended. Georgien/Russland

13.12.2008, 15:00h

mehr (pdf) >>>

Neues Kunstforum - Alteburger Wall 1 - 50678 Köln
Komplettes Programm Neues Kunstforum


Suspended. Georgien/Russland
Begegnung auf einem anderen Terrain
Suspended“ ist eine Ausstellung, an der georgische und russische Künstler teilnehmen, die in Deutschland leben. Ihr Ziel ist die Solidarität unter Künstlern zu demonstrieren – und zwar in der Zeit des politischen Konflikts zwischen den beiden Ländern. 
 
Die Künstler beider Gruppen , Georgier und Russen, sind nicht nur in der zeitgenössischen Kunst-Szenen in ihren Heimatländern bekannt, sondern auch international anerkannt. Einige der beteiligten Künstler haben ihre Länder schon bei so namhaften Events wie bei der Biennale in Venedig oder der Documenta repräsentiert. Sie haben an zahlreichen wichtigen Projekten teilgenommen und ihre Arbeiten wurden in international bedeutenden Museen gezeigt. Der Titel des Projektes “Suspended. Georgien/Russland – Begegnung auf einem anderen Terrain" verweist auf einen freien, schwer definierbaren Raum, in dem sich Künstler positionieren und ihre Werke interpretiert werden. Denn die Kunst von heute - auch russische und georgische Kunst – strebt danach, rigiden Zuordnungen zu entgehen und geläufige Identitätsbeschreibungen in Frage zu stellen.

Öffnungszeiten: Mi.- So. 15.00 - 18.00 Uhr

Diese Veranstaltung findet auch an folgenden Tagen statt:
17.12. 18.12. 19.12. 20.12.

Quelle >>>

Thursday, September 04, 2008

RUSSLAND, AMERIKA, DEUTSCHLAND und die KRISE im KAUKASUS

Lew Kopelew Forum Köln EINLADUNG zur PODIUMSDISKUSSION Aus dem aktuellen politischen Anlass ist es dem Lew Kopelew Forum in Köln gelungen, TOP-Experten zu dem Thema zu gewinnen:

Neue Präsidenten - neue Hoffnungen, neue Probleme, neue Abhängigkeiten.

Einige Monate nach Amtsantritt des neuen Präsidenten in Russland und einige Wochen vor den Präsidentenwahlen in den USA gehen prominente Kenner beider Länder der Frage nach: Welche Bedeutung hat die Krise im Kaukasus und die Wahl der neuen Männer in Moskau und Washington für Deutschland und Europa.

Unter der Leitung von Fritz Pleitgen diskutieren:
* Dieter Boden, langjähriger Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und Leiter der OSZE-Mission in Georgien
* Tom Buhrow, Tagesthemen-Moderator und langjähriger Korrespondent in Washington
* Hermann Krause, Leiter des ARD-Hörfunkstudio in Moskau Volker Rühe, Verteidigungsminister a. D.
* Horst Teltschik, ehem. außen- und sicherheitspolitischer Sprecher im Bundeskanzleramt, 1999-2008 Leiter der Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik

Dienstag, 16. September 2008, 19.30 Uhr

ORT: Kassenhalle der Kreissparkasse Köln, Neumarkt 18
Anmeldung erforderlich an:
Karin Kleissberg, Kreissparkasse Köln, Tel.: 0221 227 2396

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Wednesday, May 28, 2008

VORTRAG: 12 Jahre Tschetschenien

Lew Kopelew Forum Köln
Donnerstag, 29. Mai 2008, 19.00 Uhr

Barbara Gladysch berichtet über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus Tschetschenien von 1996 bis 2008

Moderation: Sonia Mikich, Moderatorin und Leiterin der ARD/WDR
Monitor-Redaktion

Eröffnung der Fotoausstellung:
"Zwischen Wiederaufbau und Kriegserbe. Bilder aus den russischen Kaukasusrepubliken Tschetschenien, Inguschetien, und Nordossetien"
Eine Ausstellung des Deutsch-Russischen Austausches e.V. Berlin mit Unterstützung der Marion-Dönhoff-Stiftung

Dauer der Ausstellung: 30.05. - 18.06.2008.
Besichtigung der Ausstellung frei


Barbara Gladysch kam 1996 zusammen mit russischen Soldatenmüttern und Chris Hunter, dem Begründer von CPCD - Center for Peacemaking und Community Development in Moskau (später auch in Tschetschenien und Inguschetien), zum ersten Mal nach Tschetschenien. Im Jahr 1997 war sie dort OSCE-Wahlbeobachterin und gründete gemeinsam mit Hunter und tschetschenischen Freunden im Mai das Projekt "Kleiner Stern": Rehabilitationseinrichtungen für traumatisierte Kinder in Tschetschenien.
Auf ihren bislang 20 Reisen in verschiedene, auch entlegene, "vergessene" Gebiete Tschetscheniens versucht sie die Lebensbedingungen der Menschen zu erleichtern und deren Hoffnung auf Heilung und Frieden zu stärken.
Der in jüngster Zeit forcierte Bauboom in Grosny lässt in rasantem Tempo äußere Kriegsspuren verschwinden. Aber der "mit Putin-Porträts zugehängte bleierne Frieden, der in Grosny eingekehrt ist" (Sainap Gaschajewa in der NZZ am 12.01.2008) vermag nicht die unvernarbten
körperlichen und seelischen Wunden der Menschen zu überdecken.
Im Januar 2006 verweigerte Barbara Gladysch die Annahme des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse aus Protest gegen die deutsche Asylpolitik und die Politik gegenüber Tschetschenien.
Mit der Auszeichnung sollte ihr Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland, für die "Tschernobylarbeit" in der Republik Belarus und die Hilfeleistung für kriegstraumatisierte Kinder in Tschetschenien gewürdigt werden. In einem Brief an den
Bundespräsidenten erläuterte Barbara Gladysch ihre Gründe für die Ablehnung der Auszeichnung.

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Tuesday, April 29, 2008

BUCH: Die EU, Russland und Eurasien. Die Rückkehr der Geopolitik.

Lew Kopelew Forum Köln

Mittwoch, 30. April 2008, 19.00 Uhr: Politische Diskussion und
Buchvorstellung:

Die EU, Russland und Eurasien. Die Rückkehr der Geopolitik
Berliner Wissenschaftsverlag 2008

Die Buchvorstellung soll dazu anregen, eine Diskussion zu führen über die europäisch-russischen sowie die EU- Beziehungen zu den Ländern Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens. Sämtliche zentralen Akteure der Großregion - die EU, Russland und die Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) - befinden sich in einem labilen Zustand mit offener Perspektive. Frühere Grundpositionen müssen angesichts einschneidender Veränderungen im eurasischen Raum neu justiert werden.

Auf dem Podium referieren Herausgeber und Autoren:

Dr. Winfried Schneider-Deters, eh. Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew

Prof. Dr. Peter W. Schulze, langjähriger Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Moskau

Dr. Heinz Timmermann, freier Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Köln

Moderation und Kommentar: Dr. Rolf Mützenich, Köln, MdB und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses

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Wednesday, April 23, 2008

FILM: 1937 - ein Film von Nora Martirosyan (27.04./14:00 Uhr/Köln)

1937
Niederlande/Armenien 2007, Experimental, color - b/w, 44'
Director: Nora Martirosyan
Camera: Artak Markarian
Screenplay: Nora Martirosyan
Director of Photography: Artak Markarian
Editor: Nora Martirosyan
Sound: Philippe Brière, Sylvain Grout
Composer: Nounée Garibian
Cast: Maria Djaraian, Nounée Garibian

Auf dem Höhepunkt der stalinistischen Säuberungsaktionen in Eriwan durch die Sowjetarmee: 1937, das Jahr, in dem Nora Dabagians Vater aus politischen Gründen verhaftet wurde.
Nora Martirosyan verbindet Interviews mit der über 70-jährigen Nora mit Spielszenen und stellt sie Ausschnitten aus Wochenschauen der Zeit gegenüber. 1937 ist eine Reflexion über das Erinnern und die Beziehung zwischen individuellem und kollektivem Gedächtnis.
1937 entstand aus einer Doppelleinwand-Installation Nora Martirosyans.
Biografie
NORA MARTIROSYAN wurde 1973 in Armenien geboren. Sie studierte an der "Kunsthochschule Eriwan", an der "Gerrit Rietveld Academy" in Amsterdam, am "Studio National des Arts Contemporains Le Fresnoy" und an der "Rijksakademie Amsterdam". Ihre Videokunst wurde auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt.


Panorama


mehr
Sintra by Nora Martirosyan
Sintra Nora Martirosyan. beautifull mysterious village first shown: 7 14 2001 Category: boring/still documentary international nature reality ...
Ellipsis... by Nora Martirosyan
Ellipsis... Nora Martirosyan. Lots of people walking around a square garden, followed by a moving camera. first shown: 11/10/2001 ...
[PDF] Nora MARTIROSYAN

Monday, December 10, 2007

LESUNG: A. Bisulatnov im Lew Kopelew Forum Köln, 11.12.2007

Dienstag, 11. Dezember 2007, 19.00 Uhr: Lesung mit Apti Bisultanov

In Kooperation mit "Der andere Buchladen", dem Verein Heinrich-Böll- Haus-Langenbroich, der Heinrich Böll Stiftung und dem Kulturamt der Stadt Köln

Moderation: Dr. Elisabeth Weber
Übersetzung: Bernhard Clasen
Lesung auf Deutsch: Sigrun Reckhaus

Apti Bisultanov war einer der Initiatoren des 1. Tschetschenischen Nationalkongresses, dessen Vorbereitungskomitee sich in seiner Redaktion traf. 1995 leitete er das Tschetschenische
Informationszentrum in Krakau/PL. 1996 wurde er stellv. Außenminister in der Interimsregierung; 1999 - zum Vizepremier für Soziales ernannt.
Am 01.02.2000 ging er mit Maschadov in die Berge. Sein Heimatdorf wurde durch Angriffe der russischen Artillerie vollständig zerstört.
Apti Bisultanov studierte er an der Philologischen Fakultät der »Tschetschenisch-Inguschischen Staatsuniversität« in Grosny und war danach als Lehrer tätig. Seit dieser Zeit publiziert er regelmäßig in verschiedenen Literaturzeitschriften. 1986 erschien sein ersterGedichtband »Noch - ze - tschö« (Ü: Pflug - Feuer - Haus). Der Titel assoziiert das Wort »Nochtschitschö«, das soviel wie »Land der Tschetschenen« bedeutet. 1988 wurde Bisultanov Redakteur des
»Tschetschenischen Bücherverlags« in Grosny. 1991 erschien sein dritter Lyrikband »Tkesan Indare« (Ü: Schatten eines Blitzes), der u.a. Gedichte enthält, die den Opfern der Deportation unter Stalin gewidmet sind. Jene Klagegedichte, die Bisultanov mit »Die in Chaibach geschriebenen Gedichte« betitelte, erzählen auch die Geschichte der 800 Einwohner des Bergdorfes Chaibach, die bei der Deportation wegen hohen Schnees nicht abtransportiert werden konnten, in einen Pferdestall getrieben und verbrannt wurden. Der Dichter erhielt 1992 für dieses Poem den »Tschetschenischen Volkspreis für Literatur«.
Viele seiner Gedichte wurden vertont und u.a. ins Russische, Türkische und Finnische übersetzt. Apti Bisultanov ist Mitglied des internationalen P.E.N.-Clubs und Ehrenmitglied des russisch-
finnischen P.E.N. Er lebt seit 2002 im Ausland, u.a. in Deutschland.
2003 erhielt er den Preis der Poets of All Nations Foundation. Sein zweisprachiger Gedichtband »Schatten eines Blitzes« erschien 2004.
Apti Bisultanov ist z. Zeit Stipendiat im Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich.

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Thursday, November 01, 2007

FILM: Armenische Filmwoche vom 5.11. bis 11.11.07 im Kölner Filmhaus

Die Armenische Filmwoche begleitet die älteste christliche Nation der Welt durchdie Irren und Erschütterungen des 20. Jahrhunderts: Traumatische Erinnerungen andas Menschenschlachten während des Ersten Weltkriegs und dessen unverheilteNarben, die Wirren der kommunistischen Revolution, Stalins Terror, die Wunden des Zweiten Weltkriegs, die Aufbruchstimmung der 60er Jahre in der Sowjetunion, schließlich deren Zerfall und damit verbunden der Wiedererlangung nationaler und kultureller Souveränität.
Trotz, oder vielleicht sogar wegen dieser höchst dramatischen Opfer und Mühseligkeiten, derer sich die Armenier ausgesetzt sahen, haben sie es nicht beiden Tränen belassen. Dieses Volk hat sich Lebensfreude und Lachen bewahrt, wie auch künstlerisch nie das Verlangen aufgegeben, Wahres, Dauerhaftes, Neues undSchönes zu schaffen.
Und so bebildert die Armenische Filmwoche in allen menschlichen Facetten diejüngere Geschichte einer der ältesten Kulturen Europas, die gleichzeitig wieder zuseinen jüngsten zählt.

Freuen Sie sich auf Verblüffendes, Historisches, Poetisches und Anregendes - wir freuen uns auf Sie. Mit besten Grüßen,

Christoph Heitmann
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Kölner Filmhaus
Maybachstraße 111
50670 Köln
Tel.: 0221 222 710 41
Fax 0221 222 710 99
www.koelner-filmhaus.de
www.off-ticket.de

PROGRAMM:

05.11.2007
20.00 h Armen. Filmw. KAROT – RETROSPEKTIVE DES ARMENISCHEN FILMS
(5.–11.11.2007) Eröffnungsveranstaltung mit Erika Richter von ART COMBAT

21.00 h Armen. Filmw. NAMUS ARM/GE/UdSSR 1925 • 62 Min. • s/w • Stummfilm • R.: Hamo Bek-Nazarov1937 ARM 2007 • 44 Min. • Doku • Ome voice over • R.: Nora Matirosyan

06.11.2007
17.00 h Armen. Filmw.
GIKOR ARM (UdSSR) 1982 • 85 Min. • voice over • R.: Sergey Israelyan

19.00 h Armen. Filmw. SHOR UND SHORSHOR ARM/UdSSR 1926 • 61 Min. • R.: Hamo Bek-Nazarov WIR ARM/UdSSR 1969 • Doku • 27 Min • s/w • ohne Dialog • R.: Artavazad Peleshyan

21.00 h Armen. Filmw. GEBURT ARM/UdSSR 1076 • 142 Min. • s/w • voice over • R.: Frunze Dovlatyan

07.11.2007
17.00 h Armen. Filmw. EIN FRÖHLICHER BUS ARM 2001 • 110 Min. • voice over • R.: Albert Mkrtchyan

19.00 h Armen. Filmw.
PEPO ARM/UdSSR 1935 • 88 Min. • s/w • voice over • R.: Hamo Bek-Nazarov

21.00 h Armen. Filmw.
HALLO, DAS BIN ICH ARM 1965 • 136 Min. • s/w • voice over • R.: Frunze Dolatyan

08.11.2007
17.00 h Armen. Filmw.
DEUTSCHLAND UND DER GEHEIME GENOZID USA 2003 • Doku • 60 Min. • OmU • R.: J. Michael Hagopian

19.00 h Armen. Filmw. STEIN ZEIT BERÜHRUNG ARM/CAN 2007 • 71 Min • OmeU • R.: Gariné Torossian

21.00 h Armen. Filmw. SEHNSUCHT ARM 1990 • 136 Min • voice over • R.: Frunze Dovlatyan

09.11.2007
17.00 h Armen. Filmw. NAHAPET ARM/UdSSR 1977 • 92 Min. • voice over • R.: Henrik Malyan

19.00 h Armen. Filmw. APRIL UdSSR/ARM 1985 • 30 Min. • voice over • R: Vigen Chaldranyan DIE KELTER ARM/UdSSR 1973 • 76 Min. • voice over • R.: Bagrat Hovhannisyan

21.00 h Armen. Filmw. KALENDER ARM 1993 • 72 Min. • OmU• R.: Atom Egoyan

10.11.2007
17.00 h Armen. Filmw. RÜCKKEHR INS GELOBTE LAND ARM 1991 • 87 Min. • ohne Dialog • R.: Harytyun Khachatryan

19.00 h Armen. Filmw. TANGO UNSERER KINDHEIT ARM/UdSSR 1984 • 89 Min. • voice over • R.: Albert Mkrtchyan

21.00 h Armen. Filmw. AVETIK ARM 1992 • 84 Min. • OmU • R.: Don Askarian

11.11.2007
17.00 h Armen. Filmw. HAKOB HOVNATANYAN ARM/UdSSR 1976 • Doku • 10 Min. • ohne Dialog • R.: Sergey Parajanov
RÜCKKEHR DES DICHTERS ARM 2005 • Doku • 88 Min • ohne Dialog • R.: Harutyun Khachatryan

19.00 h Armen. Filmw. DER DOKUMENTARIST ARM 2003 • Doku • 80 Min • ohne Dialog • R.: Harutyun Khachatryan

21.00 h Armen. Filmw. DIE FARBE DES GRANATAPFELS ARM/UdSSR 1969 • 79 Min. • OmU • R.: Sergey Parajanov

Saturday, August 11, 2007

REISE:

Flüge nach Armenien

Armenia International Airport
Der neue Flughafen Zvartnots verbindet Deutschland mit Armenien 6 x wöchentlich
Bonn, Deutschland (ots/PRNewswire) - - Frankfurt, München und Köln sind die drei deutschen Destinationen, die vom neuen Flughafen in Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, aus angeflogen werden - - Die Routen werden von Armavia, der staatlichen Fluglinie Armeniens, sowie der Lufthansa bedient, die Eriwan 4 x wöchentlichvon München aus anfliegt
weiter zur Meldung von Armenia International Airport

Sunday, July 01, 2007

MUSIK:

Freude, Stolz und viel Ekstase


ERISIONI in Köln
VON CHRISTIAN BOS, 24.06.07, 19:15h (Kölner Stadtanzeiger)

“Georgian singing, is in Georgians’ blood and without it Georgia will not exist” – Carl Linich

Leipzig: Hört man von Legen des Sturmes erinnert das vielleicht an Seefahrergeschichten, gefährlichen Abenteuern, Leidenschaften auf fernen Inseln, schmerzliche Abschiede, Ungeheuerlichkeiten. Heroische und beherrschte Gestalten sind dann die Akteure in den Überlieferungen ... In "Legends Of The Storm", wie das Programm von ERISIONI aus Georgien heißt, geht es auch um alte Geschichten, die bemüht werden, um der georgische Identität nach der Rosenrevolution ein Gesicht zu geben. Das kommt nicht von ungefähr, da Tanz und Musik auch in der Gegenwart der Georgier eine herausragende Rolle spielen - es ist der Treibstoff für ihren Motor - einem Aspekt ihrer kaukasischen Mentalität. Dabei spielen immer wieder existientielle Motive eine Rolle: die Liebe, die Leidenschaft, der Kampf, die Freundschaft, die Geburt, der Tod, die Treue und die Familie - Eigenschaften der Sippen aus den wilden Bergen ..., wo das Freiheitsgefühl eben nicht unbändig ist.

Wenn man eines von den Frauen und Männern Erisonis, des nationalen georgischen Gesangs- und Tanzensembles lernen kann, dann dies: In der Kontrolle liegt die Ekstase. [...] Das muss ja ein gerüttelt Maß an Disziplin und Selbstbeherrschung verlangen.

[...]

Natürlich ist „Legends of the Storm“ zuallererst eine Show, die einem möglichst großen Publikum gefallen will. Weshalb sie der französische Impressario Pascal Jourdan mit Lichtzauber und Projektionen, mit E-Bass und Schlagzeug für die westlichen Bühnen aufbereitet hat. Doch von seinem Charme - hier muss man Jourdan ein großes Kompliment machen - hat das georgische Ensemble dabei nichts verloren. „Legends“ ist keine Broadway-Produktion, kein in viele Truppen aufteilbares globales Show-Phänomen. „Legends“ zeigt Georgiens kulturelles Erbe - und dass sich dies mit ekstatischem Schwung vermitteln lässt, ist das Glück eines Landes, in dem Hunderte verschiedener Einflüsse eine ganz eigene Kultur hervorgebracht haben. Und das Verdienst der erstaunlichen Erisoni-Truppe und ihres künstlerischen Leiters Djemal Chkuaseli.

Andererseits sollte man gerade wegen der frenetischen Reaktionen sich nicht beirren lassen, seinen Blick mit diesem Geschichtsbild zu verschränken. Meines Erachtens übersteigt das kulturelle Erbe Georgiens bei weitem das, was man von solch einer Show mitnehmen kann. (Ralph Hälbig)

Der ganze Text: Freude, Stolz und viel Ekstase

Video: Erisioni - Behind the Stage

Video: ERISIONI: SALAMURI

Musik: Erisioni Mp3 Download