Friday, November 15, 2013

WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG: Georgien: Seminar im September (geschaeftsideen-fuer-entwicklung.de)

Seminarteilnehmer(geschaeftsideen-fuer-entwicklung.de) Am 13. und 14. September 2013 kamen 14 Georgierinnen und Georgier zu einem Seminar nach Frankfurt. Sie alle haben das selbe Ziel: in Georgien ein eigenes Unternehmen gründen. Gründungsberater und zwei Experten aus Georgien brachten sie ihrem Ziel an diesen zwei Tagen ein Stück näher.

Wo gibt es derzeit die größten Marktpotenziale für Gründungsinteressierte in Georgien? Kakha Kokhreidze hatte darauf eine klare Antwort: „Überall.“ Der Präsident der „Georgian Small and Medium Enterprises Association“ mit Sitz in Tiflis berichtete von einer aktuell sehr großen Nachfrage nach guten Geschäftsideen in sehr unterschiedlichen Sektoren, wie etwa Tourismus, Lebensmittelproduktion, Handel, Dienstleistungen oder Landwirtschaft. Er behauptete gar, selbst das Frankfurter Nationalgetränk Äppelwoi (Apfelwein) habe sehr gute Marktchancen in Georgien.

Seit dem Regierungswechsel hat sich das Gründungsklima in Georgien in der Tat stark verbessert. Dennoch gibt es dort auch viele Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Welche Stolpersteine das sind und wie sich diese aus dem Weg räumen lassen, darum ging es bei dem zweitägigen Seminar in Frankfurt. Konkret ging es um Fragen wie: Welche Markteintrittsbarrieren gibt es in Georgien und wie lassen sie sich überwinden? Welche Finanzierungsmöglichkeiten existieren? Und wie entwickle ich ein gutes und marktreifes Konzept?

Nikoloz Gavtadze hat das alles schon hinter sich. Er hat den Schritt von Deutschland nach Georgien und in die Selbstständigkeit bereits gewagt. In Georgien führt er heute den landwirtschaftlichen Betrieb „INAGRO Ltd.“. Gavtadze ist für das zweitägige Seminar eigens nach Frankfurt gekommen, um seine Erfahrungen als Rückkehrer und Unternehmensgründer an jene, die es ihm gleichtun wollen, weiterzugeben. Er sprach zum Beispiel von dem langen Atem, den man haben sollte, von seiner 60-Stunden-Woche und auch von den Schwierigkeiten, Finanzierungsmöglichkeiten aufzutun oder gutes und zuverlässiges Personal zu finden. Er sagte: „Ich habe zwar in Deutschland Landwirtschaft studiert, aber ich wusste nicht, wie man ein eigenes Unternehmen aufzieht und führt. Sicher hätte ich einige Fehler vermeiden können, wenn mich damals jemand beraten hätte oder ich ein Seminar wie dieses hätte besuchen können.“ Denn erst im Laufe der Zeit hat Gavtadze gemerkt, dass es eben nicht nur darum ging, Gemüse anzubauen. „Hätte ich gleich auf den Einsatz geeigneter Landmaschinen gesetzt und auf eine integrierte Bewässerungstechnik, hätte ich von Anfang an viel höhere Ernten erzielen können“, so der Landwirt, der heute in Georgien rund zehn Hektar Land bewirtschaftet. Sein Saatgut und seinen Dünger bezieht er von einem Lieferanten aus Deutschland.

Trotz oder aufgrund der vielen Informationen an den beiden Tagen hatten viele Seminarteilnehmer am Ende der zwei Tage mehr Klarheit. „Ich weiß jetzt, was mich erwartet und wie ich meine eigenen Ideen auf umsetzbare Ziele herunterbrechen kann“ war ein Feedback. „Ich habe hier einen klaren Fahrplan an die Hand bekommen“ ein anderes.

Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:

Landwirtschaft – Bildungseinrichtung für das Handwerk – Textilhandel (Franchise) – Cafeteria für Studenten – Bioweinhandel – Tourismusprojekt (Camping) – Sport (Trainingscamp)

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15./16. November 2013 in Frankfurt am Main

Einstiegsseminar für georgische Unternehmensgründer

In dem zweitägigen Seminar erfahren Sie alles, was Sie über eine Unternehmensgründung in Georgien und sich selbst als Unternehmer wissen müssen. Sie treffen andere Gründungsinteressierte mit ähnlichen oder auch ganz anderen Geschäftsideen. Vor allem stellen Sie sich aber folgende Fragen:
  • Unternehmer-Check: Bin ich als Unternehmer geeignet?
  • Welche Chancen und Risiken muss ich beachten?
  • Welche aktuellen Geschäftspotenziale und Entwicklungen gibt es in Georgien?
  • Was sind die größten Herausforderungen in Georgien?
  • Was ist für mich der richtige Standort: Deutschland oder Georgien – oder vielleicht auch Deutschland und Georgien?
  • Ist meine Idee finanzierbar? Wie muss eine solide Finanzplanung aussehen?
  • Wozu brauche ich einen Businessplan und wie sollte dieser aussehen, damit er auch andere überzeugt?
  • Wie komme ich an wichtige Marktinformationen in Georgien und wie kann ich meine Marktexploration gut vorbereiten?
  • Wie komme ich an wichtige Kontakte im Georgien, etwa zu möglichen Geschäftspartnern oder Banken?
Zwei Experten aus Georgien beantworten an diesen beiden Seminartagen Ihre individuellen Fragen: der Präsident der „Georgian Small and Medium Enterprises Association“ (GSMEA) und ein erfolgreicher georgischer Unternehmer, der ebenfalls den Schritt von Deutschland nach Georgien und vom Angestellten zum Unternehmer gegangen ist.

RADIO: Stalin-Kult in Georgien. Von Tatjana Montik (oe1.orf.at)

(oe1.orf.at) Montag, 18. November 2013, 18:25


Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt Stalin, war gebürtiger Georgier. Der Mann, der während seiner Regierungszeit liebevoll als Vater der Völker tituliert wurde, war ein totalitärer Diktator, der in politischen Säuberungswellen viele Millionen vermeintliche und echte politische Gegner ermorden ließ. Millionen Menschen kamen durch Deportationen und künstlich erzeugte Hungersnöte ums Leben.

Doch eine echte Vergangenheitsbewältigung findet in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nur in der Zivilgesellschaft statt. Heute wird aus Stalin wieder ein Kult gemacht - etwa im autokratisch regierten Russland, ebenso in Georgien. So soll in Stalins Heimatstadt Gori demnächst das 2010 abgerissene Stalin-Denkmal wieder errichtet werden.

VIDEO: Virus TV Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis) - Backstage in Tiflis. 18.50 auf SRF 2 (srf.ch)




SRF zwei (srf.ch) Andi Rohrer hat in Tiflis Video-Tagebuch geführt und zeigt euch hier unzensiert seine Eindrücke aus Georgien.


In der dritten Folge «Virus im wilden Osten» reist Andi Rohrer hinters Schwarze Meer, nach Tbilisi, Hauptstadt von Georgien. Dort trifft er auf eine kleine aber aktive Alternativ-Szene und begegnet Street-Artisten, Musikern sowie Guerilla-Gärtnern. 

Backstage in Tiflis Jugend im Aufbruch
Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion regierte das Chaos in Georgien. Doch langsam aber sicher erobert sich die junge Generation ihre Zukunft zurück - mit viel Optimismus und Kreativität. Zum Beispiel Mari, Moderatorin bei Radio Ucnobi. Sie spielt Unterground Musik im Radio und lädt Andi spontan zum Abendessen ein, inklusive spontaner Livesession.

Urban Gardening
Ana und Marika kämpfen für ein grüneres Tiflis. Sie sind in der Stadt unterwegs und pflanzen unermüdlich (und illegal) Bäume, um sich gegen den grassierenden Bauwahn zu wehren.

Streetart
Andere Flächen füllt Street-Artist «Dr. Love», den Andi Rohrer auf einer nächtlichen Tour begleitet. Er sprayt für Liebe, Freiräume für die Jugend und vor allem für eine offenere Weltanschauung.

Die ganze Sendung «Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis)» ist am 15. November, um 18:50 Uhr auf SRF zwei zu sehen. Backstage-Videos gibt's jetzt schon online! 

Musiktipps aus Tiflis
In Tiflis hat sich Andi Rohrer in die Alternative Musikszene gestürzt und dabei spannende Musiker entdeckt. 

Wie kommt CH-Musik in Tiflis an?
Schweizer Musik im Test. Ob Songs die bei uns gut ankommen auch im Osten gefallen? 

Andi's Top 5 aus Tiflis
Georgisches Schwefelbad, Hippe Kafis, Kulinarische Spezialitäten. Andi's Highlights aus Tiflis. 

Bilder aus Tiflis
Unterwegs in Georgien - die Reise in Bildern.













Wednesday, November 13, 2013

SYMPOSION: Die Region Kaspisches Meer am 21. November in Wien

Geopolitisch wird seit dem Untergang der Sowjetunion der weltpolitisch und ökonomisch gleichermaßen sensiblen Region „Persischer Golf“ die Region „Kaspisches Meer“ gegenüber gestellt, die ebenfalls für die Öl- und  Gasversorgung der Welt von hoher Bedeutung ist. Hier sind im Norden Russland und im Süden Iran tonangebend, gemeinsam mit den ostkaspischen Staaten Kasachstan und Turkmenistan, sowie dem an der Westküste gelegenen Aserbaidschan und unter Einbeziehung diverser Nachbarländer. Die Bedeutung dieser Region ist erst jüngst wieder mit der Affäre um das vorerst fehlgeschlagene Projekt „Nabucco“ deutlich geworden. Russland scheint politisch dominant zu sein. Iran ist das einzige Land, das zwischen „Kaspi-“ und „Golfregion“ hin und her switcht. Alle Öl- und Gasproduzenten der Region haben
gleichermaßen analoge und konkurrierende strategische Interessen.


Do, 21. November 2013
18.30-21.30 Uhr


Festsaal der Diplomatischen Akademie
1040 Wien, Favoritenstraße 15a
Eintritt: € 5,- (erm. € 3,-), für Mitglieder der ÖOG gratis


ÖSTERREICHISCHE ORIENT-GESELLSCHAFT HAMMER-PURGSTALL
1010 Wien, Dominikanerbastei 6/6 

Tel.: 01 5128936 
www.orient-gesellschaft.at

Monday, November 11, 2013

THUMBLR: Humans of Tbilisi. Images and stories from everyday lives of Tbilisians. (humansoftbilisi.tumblr.com)

About the project (humansoftbilisi.tumblr.com)

Recently my lovely wife introduced me to a blog run by Brandon Stanton, an American photographer. Named Humans of New York (or HONY) the blog features the portraits and short stories of colorful New York City inhabitants during their everyday activities. 

Brandon’s original idea was to “create an exhaustive catalogue of the city’s inhabitants,” though eventually he started to include the “snippets” of the human stories alongside the photographs. To me this latter aspect is what makes this project so interesting.

“Why don’t you do the same,” asked my wife, a wonderful storyteller herself. Seeing my hesitation, she added: “you have lots of stories and portraits of Tbilisi people already, and you can add more.”

Revisiting the photos I took in Tbilisi throughout the years made me realize how many interesting people are out there right next to us. Some of them we pass every day without wondering what their lives, worries, or moments of happiness look like.

On this site we will try to gather the portraits, human stories, or just interesting photos from our shuffles through Tbilisi.

The authors
Negin Angoshtari - blog
Temo Bardzimashvili - portfolio site - photo notes blog

twitter.com/humansoftbilisi
facebook.com/HOTbilisi

BOOK: Savoring Georgia – A Personal Journey Through Time and Taste. Rusudan Gorgiladze in Berlin


Visit the Bakery
Einführende Worte: Prof. Dr. Alexander Kartosia
Das Buch von Rusudan Gorgiladze Savoring Georgia – A Personal Journey Through Rime and Taste – beschreibt die georgische Küche und Festtradition im Kontext der Weltkultur. Die Schriftstellerin erzählt über Herkunft und Verwendung von Lebensmitteln und Gewürzen, die den „georgischen Geschmack“ ausmachen.

Buchpräsentation mit Lesung von Rusudan Gorgiladze
Savoring Georgia – A Pesronal Journey Through Time and Taste
am Dienstag, den 19. November 2013 um 18:30 Uhr
in der Botschaft von Georgien
Rauchstrasse 11, 10787 Berlin



Rusudan Gorgiladze
Rusudan Gorgiladze trained as a psychologist, and is the author of publications in the fields of psychology, international affairs, culinary history, and culture. Her interests include ethno-psychology, anthropology, and the history and culture of food.
From 1979-1993, she worked as a neuropsychologist in the Central Clinical Hospital in Tbilisi, Georgia.

From 1993-2000, Rusudan Gorgiladze served as Chief Advisor to the President of Georgia, and participated in negotiations with international organizations, including the Council of Europe, the European Union, the World Bank, and others.
Rusudan was a Fellow at the Weatherhead Center for International Affairs at Harvard University from 1996-1998.
In 2000 she was appointed First Deputy Minister of Education of Georgia and took an active part in reform of the education system.
In 2006, Rusudan was a Consultant at UNESCO International Institute for Educational Planning (IIEP).
From 2007–2010, she was Regional Director of Harvard Alumni Association (HAA) for Europe and a doctoral candidate in psychology at the University of Hildesheim in Germany.
This is her first book on the subject of culinary history. A Georgian language version of this book was
published in Tbilisi in September 2012.
Currently Rusudan Gorgiladze lives with her family in Berlin, Germany.

LITERATUR: Lesung der Autorin Ekaterina Togonidze in Berlin


am Mittwoch, den 13. November 2013 um 18:30 Uhr
in der Botschaft von Georgien
Rauchstrasse 11, 10787 Berlin


Ekaterine TogonidzeEKATERINA TOGONIDZE
Publications and Literary Evenings
short story “It’s me” – “15 Best stories” Bakur Sulakauri publishing 2013
short novel “skhva gza” – “shavi avaza” Saunje publishing Tbilisi, Georgia 2013
“New voices from Georgia” participant of book fair Leipzig, Germany 2013
Short story “dream - theatre of mind” “Retulitt” book dedicated to Iv. Javakhishvili State University’s 95
anniversary, Tbilisi Georgia 2013
short novel “Der andere W-e-g” anthology “Techno der Jaguar” Frankfurter Verlagsanstalt,
Frankfurt, Germany 2012
literary evening, Literatursalon EUTERPE, Romanfabrik, Frankfurt, Germany 2012
short novel “Der andere W-e-g” reading, performance in café „Weimar“ - “The day of Cafes - Europe
as a guest in the meeting room”, Vienna, Austria 2012
literary evening-discussion on the subject of problems of women in modern Georgia, Museum of
Literatur, Tbilisi, Georgia 2012
short novel “skhva gza” 15 best stories of year, Bakur Sulakauri Publishing, Tbilisi, Georgia 2012
literary evening-discussion, bookshop „Diogene“, Tbilisi, Georgia 2012
volume of short stories “Anestezia” 2011


Honors/Awards
Literary award “Saba” volume of short stories “Anestezia”
prize of the best story of year, Bakur Sulakauri publishing
prize for the best short story, short story competition “literaturuli gazeti”, Tbilisi, Georgia


Working as a Lecturer –News/ Media Management
Educational Tv Center
Georgian American University



UND am 26. November 2013
hier: lcb.de
Ivna Žic (Zürich), Ekaterine Togonidze (Tiflis) und John Butler (Dublin) in Lesung und Gespräch
 
Aus dem Kaukasus, der Schweiz und von der Grünen Insel kommen die drei Gäste, die wir am heutigen Abend als LCB-Hausgäste vorstellen. Ivna Žic wurde 1986 in Zagreb geboren und ist in Zürich und Basel aufgewachsen. Als Theaterautorin gewann sie 2011 die Wettbewerbe der Theater St. Gallen und Konstanz. Ekaterine Togonidze, 1981 in Tbilissi geboren, ist Journalistin, Moderatorin und Schriftstellerin. Ihre Erzählung „Der andere Weg“ ist in der Anthologie „Techno der Jaguare” (Frankfurter Verlagsanstalt) erschienen. John Butler wurde 1972 in Dublin geboren und schreibt Romane, Kurzgeschichten, Drehbücher und Filmskripte. 2011 erschien sein erster Roman „The Tenderloin“ bei Picador.

ARTICLE: In Tbilisi, Georgia, Bold New Buildings Rise From the Ruins of Dead Empires. By Joshua Levine (tmagazine.blogs.nytimes.com)

(tmagazine.blogs.nytimes.com) In Tbilisi, Georgia, a shiny new architectural skyline has become a political issue as much as an aesthetic one — is it slapdash commercialism ruining the culture’s authentic history or a step toward a more progressive society?
 
SLIDE SHOW FUTURE SHOCK

A monk looks on at Tbilisi’s half-built theater and exhibition hall, designed by the Italian architects Massimiliano and Doriana Fuksas.
Simon Roberts: A monk looks on at Tbilisi’s half-built theater and exhibition hall, designed by the Italian architects Massimiliano and Doriana Fuksas. See the slide show

Rezo Gabriadze’s puppet theater stands in the heart of Tbilisi’s Old Town, which is very old indeed. Around the corner are the sulfur baths, where, according to legend, Georgian King Vakhtang I decided to build the city in the fifth century. Up the street is the great Sioni Cathedral from the seventh century.

Gabriadze himself is a Georgian national treasure. I saw his marionette version of the Battle of Stalingrad when I first came to Tbilisi 10 years ago and fell in love with the city. I was ushered into a dank, run-down basement, where I watched, enthralled, as Gabriadze’s tiny puppet tanks advanced to the rousing strains of Shostakovich. It was unforgettable.

The theater was a dump, but then, so was the rest of the city. The old buildings were missing many of the elegant narrow bricks first introduced there by the Byzantines. The covered balconies with their delicate latticework, a gift of the Ottomans, were listing and rotting. There was litter everywhere. An apartment’s garbage disposal was often its front window.

None of this made the city any less romantic or delightful. Houses still clung to the cliffs above the Kura river as they did centuries ago, looking as though they might suddenly lose their grip. A faint smell of sulfur hung over the shallow domes of the old baths, where Pushkin once ogled Georgian women bathing. From high up on the cliff, the stones of the ruined Narikala fortress gazed over the town from the fourth century, and the eighth, and the 13th, and the 17th.

History has played rough with Tbilisi for a very long time. Persians, Byzantines, Ottomans, Russians and Soviets have all had their way with her. Each has left a little of its best self there. The result is a city that Boris Pasternak called a chimera — a fanciful beast with a Western head and an Eastern body. Tbilisi has gotten even more fanciful recently. Italian architects have been busy with glass and steel, adding the sleek vernacular of modern capitalism to the city’s Babel of building styles.

The new buildings are striking, and some are beautiful. Do they belong here among the ruins of dead empires? It turns out that question is as much political as aesthetic. Georgia’s new buildings have become pawns in a power struggle over its place in the world. Does it belong in the cosmopolitan sphere of the European architects who built them? Or should it remain somewhere lost in time, “a city as if not of this world,” as Pasternak puts it?

It is impossible not to be struck by how much the city has changed since I had last seen it, maybe four years ago. Gabriadze has a renovated theater, which opened in 2010. He designed it with the same cockeyed whimsy he puts into the puppets he makes. A crooked clock tower, encrusted with Gabriadze’s handmade tiles, sprouts a pomegranate tree from its roof. A gold-winged angel strikes the hours.

The changes go well beyond the theater. The whole surrounding neighborhood, what the history books used to call Old Tiflis, looks freshly minted. The houses wear bright new paint, and their sagging balconies have somehow pulled themselves up straight. The streets are clean, or at least much cleaner, and there are scores of new cafes and restaurants.

This was the first time I’d had a chance to see the Peace Bridge over the Kura river — it opened in 2010. The Italian architect Michele De Lucchi gave the bridge a wavy glass roof lit by more than 1,200 LEDs for maximum twinkle.
Just down from Freedom Square at the city’s heart stands a boxy block of glass shaded by huge droopy white petals on tubular stems. It’s the new Tbilisi Public Service Hall by two other Italians, Massimiliano and Doriana Fuksas, and if it seems overscaled, it’s meant to. Inside the cavernous hall, Georgians are getting married, buying new houses, paying their taxes and conducting all manner of official business with an absence of humiliation and indignity that is quite fresh here. The grandiose architecture is meant to amplify the virtues of Georgia’s kinder, gentler bureaucracy. “I’m done in five minutes, which is almost a shame because it’s so pleasant here I don’t want to leave,” one of my Georgian friends tells me.

Do not expect rousing applause for any of this, however. For all their charm, Georgians can be maddeningly querulous. Tbilisi’s face-lift has gotten many of them particularly riled up. The complaints come in a variety of voices, some shrill and some shriller. The preservationists accuse the government of handing out inducements to private developers, who favored slapdash commercialism over historical authenticity in restoring Old Tbilisi. The local artist Gio Sumbadze calls it “facadism.”

Sumbadze does have a point. There is indeed a Ye Olde quality to some of the jazzed-up facades. But in fairness, the government needed to make some concessions to induce private developers; it could never have afforded to restore Old Tbilisi on its own. Meanwhile, the Soviets had crammed four or five families into houses built for one, and the wear and tear was dismantling the area from the inside.

I take a walk around the historic district with Maia Mania, a professor at Tbilisi’s State Academy of Art and one of the new Old Tbilisi’s fiercest adversaries. “Look at that!” she says, pointing a withering finger at one old building. “They took out the old bricks there and used brick cladding! And they attached a balcony there — what for?” Finally we come upon a lovely open courtyard, a characteristic feature of traditional Georgian houses. Mania finds it quite harmonious, except for “those three red things. I wish they weren’t there.” They are two women in red sweaters and a red car. “I am ill with what they have done in Old Tbilisi,” she says, looking genuinely ill. “If they had done a real restoration on 10 houses, I would be silent.”

More than a few Tbilisians find the new buildings incongruous and jarring, and sometimes just plain bad. The Peace Bridge, a source of much raillery, is nicknamed the Always Ultra Bridge for its resemblance to a feminine napkin. “I think the new buildings would be marvelous, but maybe someplace far away, like in the suburbs,” says Nino Sukhishvili, who, along with her brother, runs the Georgian National Ballet founded by her grandparents.

No local animus quite matches that of Bidzina Ivanishvili, the quirky billionaire who entered public life expressly to topple former President Mikheil Saakashvili, the man behind Tbilisi’s architectural revival. Ivanishvili, now Georgia’s prime minister, has made no secret of his disdain for Tbilisi’s new buildings, sucking them into a wider Kulturkampf over Georgia’s identity. He has called them a waste and an eyesore.

Saakashvili was swept into power by the Rose Revolution in 2003. He was young and dashing, and so were the good-looking men and women who joined his government. They enjoyed overwhelming popularity and good will. Like Russia’s Peter the Great, Saakashvili set out to usher in a golden age of Western-leaning modernity, using Italian architects to fashion the iconography.
The goal was a worthy one for a country mired in post-Soviet poverty and corruption. The problem was that Saakashvili pursued it more like a czar than an elected president. Dissent was ignored or overridden, sometimes brutally, and the Rose Revolution withered under his harsh care. By October 2012, Georgia had finally had enough, and booted out Saakashvili’s United National Movement at the polls. (His own term as president ended in October 2013.)
Ivanishvili has been the opposite of gracious in victory. He often seems driven more by an implacable hatred of Saakashvili and all his works than by any particular vision of his own. He has brought various charges against more than 100 United National Movement politicians, and even put some of them behind bars while they awaited trial. And he has effectively stamped out any architectural renaissance in Tbilisi, old and new.

On the riverbank across from the Old Town, bulldozers sit idle on the site of a controversial music theater and exhibition hall, also designed by the Fuksases. It was to be housed in a pair of massive pipes that now lie there like two Ozymandian legs of steel. Most people I spoke to never liked them anyway, and they do look ungainly and strange where they are.

But that’s not the point, or at least it wasn’t Ivanishvili’s point when the theater’s Georgian developer was detained last November on suspicion of receiving illegal funds. Shortly after, Tbilisi’s mayor, Gigi Ugulava, released a statement: “The Prime Minister sees the building of the theater as the muzzle of a cannon directed at his residence and is threatening to destroy it. There is no point arguing about tastes, but I am getting the impression that people are being detained for their taste in Georgia now.”

I meet Ugulava in his office in one of Tbilisi’s new high-rises. At 38, he is one of Saakashvili’s eager young Rose Revolutionaries. He tells me: “When Ivanishvili says he wants to destroy the theater or the Peace Bridge, it has nothing to do with architecture; it has to do with his wish to get rid of everything from Saakashvili’s era. Besides, look at Ivanishvili’s own home. It was the first big modern glass building in Tbilisi.”

You can’t miss it if you look up on the hill above Tbilisi: a $50 million futuristic thingy that looks like it’s waiting for George Jetson to land on its helipad. Ivanishvili, often described as a recluse, likes to work up there instead of in his offices in Tbilisi. The complex also houses his private zoo, not to mention artwork by Hirst and Koons down through Lucian Freud, Lichtenstein and Henry Moore (Actually, the paintings in Tbilisi are copies; Ivanishvili keeps the originals in London.) At $6 billion, Ivanishvili’s fortune, made in Russia during the rough-and-tumble days of privatization, comes to around half of Georgia’s G.D.P.

Georgians know better than most people that power comes and goes. They’ve had a lot of practice recycling imperial debris. Rustaveli Avenue, Tbilisi’s main artery, is lined with the elephant skeletons of Russian and Soviet dominion. Temur Ugulava is currently transforming one of them, a gargantuan Soviet printing house from the 1970s, into two luxury hotels. He will keep all the old printing machinery, which churned out copies of Pravda in another lifetime. “Temur prefers to buy Soviet buildings,” says Natalia Kancheli, who is working with Ugulava on the project. The two of them recently converted an old Soviet hotel near Mount Kazbegi in the Caucasus mountains. “Cost was no object to the Soviets. These buildings will withstand a 9.0 earthquake.”

Ultimately, however, there’s a lot more at stake here than architecture. Farther down Rustaveli Avenue is the old parliament building, near where I meet Giga Bokeria, another ministerial survivor from the Rose Revolution. The parliament is a Soviet classic from 1938, with a colonnade of elongated arches rising up four soul-crushing stories. It’s no longer used. Saakashvili moved parliament to a utopian complex he had constructed in Kutaisi, three hours away, by the Spanish architect Alberto Domingo. The new parliament is a big glass egg that looks intended to support human life on an inhospitable planet.

Which, in a sense, it is. “All these new buildings were part of a package. We were trying to change the mentality of the whole apparatus,” Bokeria says. “In post-Soviet times, the government had an orgasm just finding ways to insult you. That’s what we were trying to leave behind. The core of the debate was always, What kind of country should Georgia be?”

Lately, that debate has grown sharper teeth. Last May, gay rights demonstrators were badly beaten during a rally that had been condemned beforehand by the Georgian Orthodox Church. Ivanishvili denounced the violence, but the antimodern sentiment isn’t just aimed at buildings anymore. “That was the most shameful day in our history,” Bokeria says. “They’re trying to make us un-Georgian.”

“I believe there’s a tipping point for everything,” Kancheli says. “Saakashvili finally reached it, and now he’s gone. I think Ivanishvili’s government will ultimately reach a point on the other extreme, and then they’ll be gone too. Hopefully, one day Georgians will learn how to live in the middle.” Whichever way Georgia swings, a building somewhere in Tbilisi will commemorate it.


ARCHITECTURE: About Speaking Stones (speakingstones.jumpstart.ge)

(speakingstones.jumpstart.ge) Speaking Stones is a tool by JumpStart Georgia which allows you to explore, compare, and engage in the old and new faces of different places, districts, regions, cities, and countries.
Using the slide bar, you can drag the photos overlapping each other so that you can see how places, buildings, statues, nature, or people have changed over time.
You can share your observations and discoveries with us using the comment section below every picture.
At the moment, Speaking Stones only has photos from Tbilisi. However, JumpStart Georgia plans to widen the scope of the project and add photos from all over Georgia, and maybe beyond.
You, too, can participate in making Speaking Stones better for everyone. Wherever you are in the world, in or out of Georgia, if you have old pictures sitting in your closet, scan them, take new pictures of the same area and send them to us. Giving you the credit, we will add their story to Speaking Stones and share them with the world.
If you have any other ideas, comments, or questions, please, give us a shout at: 

info@jumpstart.ge
+ 995 032 214 29 26
5, Shevchenko St, Apt 2
Tbilisi, Georgia 0108

BOOK: Fear, Weakness and Power in the Post-Soviet South Caucasus. A Theoretical and Empirical Analysis. By Kevork Oskanian (us.macmillan.com)



(us.macmillan.com) This book provides a detailed, multi-level analysis of international security in the South Caucasus and considers whether this region of the former Soviet Union, with several as yet unresolved, 'frozen' separatist conflicts, can move towards a more peaceable future. Using three concepts from Regional Security Complex Theory, amity/enmity, state incoherence and great power penetration, Oskanian forms a unique conceptual expansion of the theory, providing a comprehensive examination of both material conditions and discourses of insecurity. Applying this expanded framework onto a region of considerable complexity and conflict, the book considers the hostility between the South Caucasian states, the fissures underlying their secessionist conflicts, and the regional involvement of great powers, outlining the broader narratives that pervade societies in Armenia, Azerbaijan and Georgia. The book also assesses the emergence of a security regime in the Southern Caucasus and offers a critical-prescriptive assessment of policy implications for both regional and extra-regional actors concerned with improved regional stability. 

Kevork Oskanian currently teaches at the University of Westminster, UK. He received his PhD from London School of Economics, UK and has formerly edited Millenium Journal of International Studies. His research interests include the politics of the Former Soviet Union, constructivism, the English School, regionalism, and state incoherence.

Geopolitical Map of the Caucasus
Timeline of Events in the South Caucasus 1988-2009
A Note on Transliteration and Toponymy List of Acronyms and Abbreviations List of Interviewees
1. Introduction
2. Amity and Enmity in its Regional Context
3. State Incoherence as Weakness, Instability and Failure
4. Great Powers and Their Regional Entanglements
5. A Macro-View of the Southern Caucasus
6. Discourses of Conflict in the Southern Caucasus
7. State Incoherence in Southern Caucasia
8. The Great Powers and The Southern Caucasus
9. The South Caucasus Regional Insecurity Complex

Sunday, November 10, 2013

DIE WELT: Eine 5000 Jahre alte Welt für sich (welt.de)

(welt.de) Khinalig ist ein altes Dorf. Es befindet sich im kaukasischen Gebirge von Aserbaidschan, an der Grenze zu Dagestan. Die Geschichte von Khinalig geht 5000 Jahre zurück. Khinalig ist ein einer der ältesten bewohnten Orte der Welt. Außerdem ist Khinalig das höchstgelegene und abgeschiedenste Dörfchen in Aserbaidschan. Um die 63 Kilometer von der Stadt Quba nach Khinalig zurückzulegen, braucht man fast drei Stunden. Die Straße ist holprig und liegt mitten zwischen Bergen, Flüssen und Wasserfällen. Gerade im Winter ist das Dorf nicht zugänglich, der Schnee und die Wetterbedingungen isolieren es vom Rest der Welt. Das hat Khinalig über die Jahrtausende hinweg vor Eindringlingen und Besetzungen bewahrt. Die rund 2000 Bewohner sprechen ihre eigene Sprache und kleiden sich noch immer traditionell.


Mehr: boergen.de

Travelling to Khinalig: shekiazerbaijan.blogspot.com

ARMENIEN: Aufgerieben zwischen Putin und Ashton. Von Markus Bernath aus Eriwan (derstandard.at)

(derstandard.at) Armenien bezahlt als erster Staat für den neuen Ost-West-Konflikt: Brüssel manövrierte die Kaukasusrepublik in eine Position, in der sie zwischen der EU und Sicherheit durch Russland wählen musste.
 
Zum Greifen nah, aber doch unerreichbar: Ähnlich wie der Ararat ist auch die EU für Armenien dahin.
foto: markus bernath
Im Entwurf steht jetzt eine Lücke. Drei Wochen vor dem Gipfeltreffen in Vilnius weiß die EU nicht, was sie mit Armenien anfangen soll. "Ich verstehe sie nicht", sagt Arsen Ghasarjan, der Großunternehmer, über die Leute in der EU-Kommission. "Ganz Europa braucht den russischen Markt. Ich auch. Welchen Sinn macht es, Russland anzugreifen? Man kann nicht über verstärkte Integration reden und die Worte des Kalten Kriegs benutzen."
Arsen Ghasarjan ist sauer auf Brüssel, und Brüssel ist verstört über die Armenier und das diplomatische Debakel. Vier Jahre haben die Kommission und die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton mit der kleinen Kaukasusrepublik über ein Assoziierungsabkommen und den Beitritt zu einer Freihandelszone verhandelt. Im Sommer war alles unter Dach und Fach. Dann kam Wladimir Putin. Der russische Präsident lud Armenien in die neue Zollunion von Ex-Sowjetstaaten ein. Armeniens Präsident sagte Ja. Er hatte keine Wahl. Brüssel hätte es wissen müssen.

Der fatale Punkt

"Wir haben unseren EU-Partnern immer gesagt, dass es Armeniens Anliegen ist, seine Beziehungen mit der EU zu entwickeln, jedoch niemals auf Kosten seiner strategischen Partnerschaft mit Russland", sagt Samuel Farmanjan, der die armenische Delegation in der gemeinsamen Kommission des EU-Parlaments leitet. "Wenn wir an den Punkt kommen, an dem wir eine Wahl treffen müssen, hat Armenien keine andere Option, als seine Sicherheit zu wählen."
Die russische Zollunion ist unvereinbar mit einem Beitritt zu einer Freihandelszone der EU, so hat die Außenpolitikbeauftragte Ashton schon während der Verhandlungen gewarnt. Für Brüssel ist Armenien nur ein kleiner Markt von drei Millionen Menschen, eingeklemmt zwischen der Türkei und Aserbaidschan, zwei feindseligen Nachbarn, die ihre Grenzen geschlossen halten. Der politische Schaden aber scheint nun enorm. Es geht um Brüssel gegen Moskau, um großzügige Ideen gegen harte Machtpolitik. Die EU hat die "Ostpartnerschaft", 1000 Seiten lange Assoziationsabkommen, mit denen Armenien, Georgien, Moldau oder die Ukraine näher an die Union gebracht werden sollen. Russland aber hat das Gas und die Soldaten.
In Gyumri, Armeniens zweitgrößter Stadt, liegt die 102. Basis der russischen Armee, das größte Kontingent im Südkaukasus. Für die Armenier sind die russischen Soldaten ein psychologischer Puffer zum Nachbarn Türkei und eine Art Versicherung für den Fall, dass Aserbaidschan einen Krieg beginnt; Moskau - so die Hoffnung - wird wohl bei einem Konflikt um die Enklave Berg-Karabach einschreiten. Nichts, was die Europäer tun würden. Der Kaukasuskrieg 2008 war den Armeniern eine Lehre. Als Russland in Georgien einmarschierte, sah die EU erst zu und schrieb dann einen Friedensplan auf, an den sich Moskau bis heute nicht hält.
"Wenn Armenien in den zurückliegenden Jahren nur irgendeine Sicherheitsgarantie von der EU oder den USA erhalten hätte, wäre die Lage jetzt vielleicht anders", sagt eine Armenierin, die aus der Diaspora im Westen stammt und nun in Eriwan arbeitet. "Seien wir ehrlich: Die EU hat sich nie um die Karabach-Frage gekümmert", sagt Naira Sohrabjan, die Vorsitzende des Ausschusses für EU-Integration im armenischen Parlament.
Sohrabjan, eine führende Politikerin der unternehmerorientierten früheren Regierungspartei Wohlhabendes Armenien, ist frustriert. "Ich habe den Eindruck, dass einige in Brüssel nicht richtig kalkuliert haben." Armenien hätte nie in eine Position gedrängt werden sollen, in der es sich zwischen Europa und Russland entscheiden muss.
Farmanjan, ein aufsteigender Politiker der regierenden Republikanischen Partei, sieht ein anderes Versäumnis der EU. Diese hätte Druck auf Ankara machen müssen, damit die 2009 geschlossenen Normalisierungsabkommen mit Armenien auch ratifiziert und umgesetzt würden: "Hätte die Türkei die Grenzen geöffnet, hätte dies die gesamte Geopolitik und den Integrationsprozess in der Region geändert." Aus Solidarität mit Aserbaidschan hatte die Türkei während des Karabachkriegs vor 20 Jahren die Grenze nach Armenien geschlossen.
Die Stimmung in Eriwan ist dieser Tage gedrückt. "Es schmerzt mich, dass unsere Kooperation mit der EU geschwächt ist", sagt Naira Sohrabjan: "Unser Platz ist in der europäischen Familie." Putins Zollunion aber, der derzeit neben Russland nur Weißrussland und Kasachstan angehören, bedeutet für viele Politiker und NGO-Vertreter in Eriwan Stagnation, kein Modell für die weitere Demokratisierung Armeniens.
Einige behaupten tapfer das Gegenteil. "Unsere Produkte werden billiger" , glaubt Hermine Naghdaljan, Vizepräsidentin des armenischen Parlaments. Die Hälfte der armenischen Wirtschaft hänge ja von Russland ab. Das Bild ist differenzierter: Über ein Drittel der Exporte gehen in die EU, ein Fünftel nach Russland.
Arsen Ghasarjan, Chef des größten Frachtunternehmens in Armenien und Präsident eines Industriellenverbands, kritisiert die Frontstellung der EU gegen die Zollunion. "Weshalb zieht man Mauern hoch zwischen diesen beiden Zonen? Wirtschaftlich macht es keinen Sinn. Politisch vielleicht für einige Leute in Brüssel." Was für Armenien gelte, sei ebenso richtig für die viel größere Ukraine, sagt Ghasarjan: Die Abhängigkeit vom russischen Markt sei eine Tatsache. "Wenn die Ukraine allein der EU-Freihandelszone angehört, kann man sich leicht ausrechnen, dass in einem Jahr die Hälfte ihrer Wirtschaft zusammengebrochen ist. In der EU-Kommission wird dann dafür niemand die Verantwortung übernehmen."

Kampf um die Ukraine

Der "Kampf um die Ukraine", so heißt es in Eriwan, ist das eigentliche Thema des neuen Ost-West-Konflikts. Armenien hat nur als Erster dafür bezahlt. Wie es nun weitergehen soll? "Die Tür zur EU ist zu, aber sie ist nicht verriegelt", glaubt Samuel Farmanjan. Er sieht Spielraum für ein abgespecktes Abkommen zwischen der EU und Armenien beim Gipfel in Vilnius Ende des Monats. Ähnlich vage Hoffnungen verbreitet auch die Brüsseler Kommission. (Markus Bernath aus Eriwan, DER STANDARD, 6.11.2013)

Tuesday, November 05, 2013

GEORGIEN: Die rechte Hand des Milliardärs. Von Christian Esch (berliner-zeitung.de)

(berliner-zeitung.de) Irakli Garibaschwili wird im Alter von 31 Jahren Premierminister in Georgien – das ist eine der schnellsten Karrieren des Landes.

Irakli Garibaschwili, künftiger Premier von Georgien.
Irakli Garibaschwili, künftiger Premier von Georgien.
Foto: afp
Einunddreißig Jahre ist er alt, und schon am Ende der Karriereleiter angekommen. Wenn Irakli Garibaschwili noch in diesem Monat Premierminister der Kaukasusrepublik wird, dann ist das eine der schnellsten Karrieren in der georgischen Politik. Und das will etwas heißen in einem Land, in dem Politik dramatischer verläuft als im gemächlichen Deutschland, so als stünde sie unter Drogen.

Dabei ist es nicht mal zwei Jahre her, dass dieser Mann mit dem freundlichen, glatten Jungengesicht überhaupt Politiker geworden ist. Nach einem Studium der Internationalen Beziehungen – erst in der georgischen Hauptstadt Tiflis, dann an der Pariser Sorbonne – , verlief seine Karriere ausschließlich in der Wirtschaft, und zwar im weit verzweigten Imperium des georgischen Milliardärs Bidsina Iwanischwili. Er wurde zu dessen rechter Hand, leitete Iwanischwilis Wohltätigkeitsstiftung, saß im Aufsichtsrat von dessen Bank.

Die Frage, wie ausgerechnet so jemand ins höchste Regierungsamt kommt, ist schnell beantwortet. Die Politik in Georgien wird derzeit von Garibaschwilis Mentor bestimmt. Bidsina Iwanischwili hatte 2012 beschlossen, selbst unter die Politiker zu gehen und den Präsidenten Michail Saakaschwili zu entmachten, der immer autoritärer und unpopulärer geworden war. Garibaschwili, als rechte Hand des Milliardärs, half damals den Plan umzusetzen. Das Wirtschaftsimperium wurde um eine Partei erweitert, ein fulminanter Wahlsieg errungen. Wahlsieger Iwanischwili wurde Premier und gab Garibaschwili einen Schlüsselposten. Er sollte als Innenminister die Polizei entpolitisieren, die bis dahin auch Mittel zur Verfolgung von Gegnern war.

Garibaschwili habe die Polizei europäisiert und damit in kurzer Zeit „ein Wunder vollbracht“, lobte ihn der reiche Premier. Deshalb sei er der rechte Nachfolger im Amt, wenn er, Iwanischwili, nun nach nur einem Jahr die Politik wieder verlasse. Das sagte der Premier am Wochenende. Garibaschwili wird sein neues Amt voraussichtlich am 24. November antreten, nach der Amtseinführung des neugewählten Präsidenten Giorgi Margwelaschwili.

Iwanischwili machte damit ein altes Versprechen wahr: Wenn nach der Parlaments- auch noch die Präsidentschaftswahl gewonnen und Saakaschwili somit gänzlich entmachtet sei, werde er sich zurückziehen.

Ob Garibaschwilis Bilanz wirklich so erfolgreich ist, ist umstritten. Die Verbrechensrate sei gestiegen, sagt die Opposition. Außerdem bemängelt sie, dass Garibaschwili kein Konzept für die wirtschaftliche Entwicklung des armen Landes habe.

Unumstritten aber ist, dass Garibaschwili wohl kaum ein unabhängiger Regierungschef sein kann. Zwar wird, nach einer Verfassungsänderung, das Premiersamt gegenüber dem des Präsidenten gestärkt.

Aber Garibaschwilis ganze Karriere gründet sich einzig auf seine treuen Dienste für einen Milliardär. Eine Hausmacht, ein politisches Eigengewicht besitzt er nicht. Und Iwanischwili wird weiterhin die Politik bestimmen, wenn auch hinter den Kulissen.

Monday, November 04, 2013

INTERVIEW: Giorgi Margwelaschwili - "In Georgien wird man von der Politik überwältigt". Von Christian Papke (welt.de)



Der frisch gewählte Präsident Giorgi Margwelaschwili will einen neuen georgischen Staat bauen
Foto: PA/dpa Der frisch gewählte Präsident Giorgi Margwelaschwili will einen neuen georgischen Staat bauen
(welt.de) Georgiens neuer Präsident ist kein üblicher Politiker, sondern ein Philosophie-Professor und Ex-Bergführer. Margwelaschwili will mehr Ruhe in den Konflikten mit Russland – und schnell nach Europa.  

Giorgi Margwelaschwili ist zum neuen Präsidenten Georgiens gewählt worden in Wahlen, die als demokratisch und fair gelobt wurden. Er ist Amtsnachfolger von Micheil Saakaschwili und wird unterstützt vom Parteienbündnis Georgischer Traum und dem milliardenschweren Noch-Regierungschef Bidsina Iwanischwili. Christian Papke traf Margwelaschwili zu einem sehr persönlichen Gespräch über Philosophie, Mauern und Visionen in dessen Wohnung in Tiflis.

Die Welt: Sie sind von Ihrer Ausbildung her Philosoph. Was ist Ihre persönliche Lebensphilosophie, um schwierige Zeiten zu überleben, zum Beispiel Politiker zu werden und zu sein?

Giorgi Margwelaschwili: Es ist nicht einfach, die politische Schwungkraft mit philosophischen Begriffen zu beschreiben. Aber zwei der größten Philosophen, die meine Gedanken oder meine Haltungen bestimmt haben, waren Immanuel Kant und Meister Eckhart. Sie haben mir aufgezeigt, dass im Zusammenhang mit der Komplexität der Dinge, die man um sich herum wahrnimmt, diese eventuell nicht genau in diesem Kontext gesehen werden, den die öffentliche Wahrnehmung über sie hat. Aber was das Alltagsleben anbelangt, ist Machiavelli der passende Philosoph, um die Politik allgemein zu verstehen, nicht nur heute in Georgien.

Die Welt: Wenn Sie die Gelegenheit hätten, einen europäischen Philosophen auferstehen lassen zu können, um ihn nach Georgien zu bringen und das Volk zu unterrichten, welcher wäre das und was würden Sie ihn bitten zu lehren?

Margwelaschwili: Ich glaube nicht, dass die politische Philosophie den Kern der Philosophie ausmacht. Die Hauptmasse der Philosophie liegt im Verständnis der Welt, nicht nur der sozialen Prozesse. Ich würde auf die angelsächsische Philosophie und den angelsächsischen Ansatz zurückgehen und Hobbes oder Locke bitten, über das Fundament zu sprechen, wie ein Staat zu ordnen ist.

Die Welt: Was könnten die Philosophen den georgischen Politikern beibringen?

Margwelaschwili: Rationalismus, grundsätzlich Rationalismus! Ein rationales und vernunftorientiertes Denken als Basis politischen Lebens anzulegen. Ich glaube, es wäre sehr eindrucksvoll, wenn viele Politiker von ihrer emotionalen Agenda abrückten und anfingen, über wirklich logische Schlussfolgerungen und die Rettung von Abläufen nachzudenken, politische, wirtschaftliche oder andere laufende Prozesse in unserer Gesellschaft zu reflektieren.
Und außerdem glaube ich, es ist sehr wichtig, dass die Politik in Georgien ruhiger wird. Wir leben hier in einer Gesellschaft, in der die Politik einen überwältigt. Sie hat alle anderen Entwicklungsbereiche in sich aufgesaugt und übermannt. Politik ragt in die Kunst hinein, in Sport, in Wissenschaft, in das öffentliche Leben, in jeden Bereich, der sich in normalen Gesellschaften unabhängig entfaltet. Mäßigung ist etwas, das wir in der Politik lernen müssen, um eine neue Gesellschaft zu bilden, eine Zivilgesellschaft, in der sich alle diese Bereiche unabhängig entwickeln können.

Die Welt: Was in Georgien geht denn in die richtige Richtung?

Margwelaschwili: Die Veränderungen, die wir in den durchregulierten Bereichen umgesetzt haben. Die Aufgabe von Machtpositionen. Ich bin (als Rektor und Bildungsminister, Anmerkung d. Red.) in ein System gekommen, das von speziellen Kräften dominiert wurde, die nur dazu angestellt waren, die Disziplin in den Schulen zu überwachen. Sie kontrollierten nicht nur das Benehmen der Studenten, sondern auch der Lehrer und ihre Richtlinien. Ich habe das einfach geändert.
Wir haben sehr klar kommuniziert: "Big Brother überwacht dich nicht mehr, aber du musst deine Pflichten erfüllen. Andernfalls gibt es angemessene Wirkungsmechanismen." Das ist eines der Beispiele, wie wir das System befreit haben. Wir hatten auch eine riesige Begnadigungswelle, weil wir in einem Land mit 4,5 Millionen Einwohnern in den vergangenen zehn Jahren 330.000 Menschen in Gefängnisse eingesperrt hatten.

Die Welt: Um also die andere Seite der Medaille zu betrachten, welches sind die größten Herausforderungen?

Margwelaschwili: Natürlich die Wirtschaft. Und aktuell ist das auch ein Teil der neuen Freiheit. Denn Unternehmen wurden früher sehr effektiv kontrolliert. Und die Unternehmer wurden insbesondere von hohen Regierungsvertretern darauf hingewiesen, dass sie in diesen oder jenen Bereich reinvestieren sollten. Heute, da ihnen keiner mehr diesen Hinweis gibt, besteht ein Moment der Unlust zu investieren. Viele Unternehmer beobachten nur das politische Umfeld und warten ab, bis sich die Situation beruhigt hat.

Das ist auch eine Form der unternehmerischen Freiheit. Deswegen entwickelt sich die Wirtschaft nicht so zügig. Und wir haben ernsthafte Probleme mit unseren russischen Nachbarn und den zwei Regionen, die seit dem Krieg von 2008 durch Russland besetzt sind. Der Unwille der Russen anzuerkennen, dass in Europa Schranken zu errichten und Mauern zu bauen nichts ist, das irgendetwas Gutes bringt, nicht nur nicht für Georgien, sondern auch nicht für Russland selbst, weder seiner Eigenstaatlichkeit noch seiner Diplomatie, noch seinem Image bei der internationalen Gemeinschaft. Das hat nie Gutes gebracht.

Die Welt: Georgien hat keine territoriale Souveränität. Russland hält 20 Prozent Ihres Landes besetzt. Was kann getan werden?

Margwelaschwili: Ich kenne nur eine Mauer, die nicht zerstört worden ist, das ist die Chinesische Mauer. Alle Mauern in Europa wurden niedergerissen. Auch die innerdeutsche hatte kein langes Leben. So ergeht es Mauern. Selbst Pink Floyd hat dieses Thema hervorgehoben ... Great Pink Floyd! Versuche, eine Grenze zu errichten, stellen in meinem Verständnis bereits ein Scheitern dar. Leider sehe ich, dass die Mauern und Zäune, die derzeit hochgezogen werden, gebaut sind, damit das Volk nicht mehr untereinander kommunizieren kann. Sie haben keine strategische Bedeutung, sie tragen keinen militärischen Inhalt in sich. Es ist nur ein Versuch, die Georgier voneinander zu entfremden. Und zu verhindern, dass die Leute, die in Ossetien leben, intensiver kommunizieren.

Aktuell verursacht das jede Menge Schmerz. Tag für Tag Schmerzen für die normale Bevölkerung. Das beleidigt uns sehr. Der Prozess, der dahinter abläuft, ist ein Versuch der Menschen, die auf beiden Seiten der Grenze leben, sich miteinander in Verbindung zu setzen. Wie in Berlin. Man musste die Mauer bauen, weil beide Teile der Stadt miteinander reden wollten, sich sehen wollten. Selbst in den vielen Fällen, in denen sie politisch andere Einstellungen hatten, wollten sie noch immer miteinander kommunizieren. Es war eine Mauer notwendig, um die Kommunikation zu zerstören.

Die Welt: Es gibt eine jüngere politische Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die festhält, dass die georgische Zivilgesellschaft Nachholbedarf bei seiner staatsbürgerlichen Bewusstseinsbildung hat. Andererseits scheint ein Wert der georgischen Gesellschaft in Gefahr zu sein: die Toleranz. Sehen Sie das auch so?

Margwelaschwili: Wir bauen einen neuen georgischen Staat. Und wenn man einen neuen Staat aufbaut, dann tut man das mit den Bausteinen seiner Individuen und ihrer verinnerlichten Kultur. Man versucht, das Gebäude in Einklang mit diesen einzelnen Bausteinen zu errichten, ohne dabei vom Gesamtkonzept abzuweichen. Wir Georgier sind tolerant, bereit, uns auf andere Gebräuche und Einstellungen einzulassen. Aber es gibt die Herausforderung, sie in soziale Institutionen umzuwandeln und in eine politische Tradition zu überführen.

Es gibt die Herausforderung, einen zeitgenössischen Staat zu bauen, der identisch ist mit seiner Kultur, der georgischen Kultur. Ich meine damit nicht nur Institutionen wie das Parlament, den Präsidenten, die Regierung, sondern es ist auch sehr bedeutsam, dass wir eine Tradition aufbauen. Eine politische Kultur, die eins ist mit unserer sozialen Kultur und der Art entspricht, wie Menschen über die Dinge denken. Unsere soziale Kultur, die Art, wie wir erzogen wurden, ist gänzlich tolerant. Unser Staat wird sagen: "Wir werden sein, wie wir es als natürlich empfinden, wir werden tolerant sein." Und das ist auch realistisch für das politische Haus, in dem wir wohnen wollen. Das entspricht Europa.

Die Welt: Würden Sie sagen: Georgien hat seine Identität schon gefunden?

Margwelaschwili: Kulturell haben wir unsere Identität gefunden und definiert. Wir haben sie in unserem gesellschaftlichen Leben bestimmt, in unseren Traditionen, in unserer Kultur, in unseren lang anhaltenden historischen Erfahrungen. Aber die Übersetzung dessen, der öffentlichen Kultur in die politische Kultur ist noch nicht geschehen. Das muss passieren. Wir müssen das europäische Georgien bauen, das – noch einmal – nicht in Widerspruch zum traditionellen Georgien steht.

Die Welt: Welche gesellschaftlichen Transformationen, Veränderungen in der Zivilgesellschaft, was konkret wollen Sie als Präsident erreichen, um diese Vision weiterzuverfolgen?

Margwelaschwili: Ich denke, die Zivilgesellschaft wird wachsen und zwar in die Richtung, ihre Freiheit zu nutzen und darin effektiv zu sein, sie umsetzen zu können. Aber ich habe politische Ambitionen. Mein Bestreben ist es, in fünf Jahren unterschiedliche Herausforderer für die nächsten Präsidentenwahlen zu sehen, europäische Visionäre, die im Wettbewerb miteinander stehen, gut oder die Besten zu sein. Die Tradition einer Zivilgesellschaft sowie ein politisch stabiler Staat sollten dann geschaffen sein.

Ebenso muss die politische Einmischung aus dem Alltagsleben der Bürger verschwunden sein. Sie diktiert dann hoffentlich nicht mehr: Du solltest Geschäfte so machen. Sie erzählt dem Opernsänger nicht mehr: Du solltest ein bisschen anders singen. Sie erzählt dem Maler nicht mehr: Du solltest ein bisschen mehr Blau oder Rot nehmen. Das ist meine politische Ambition für die nächsten fünf Jahre. Und natürlich steht das in Bezug zu unseren internationalen Beziehungen. Je schneller wir zu Europa dazukommen und je ruhiger wir unsere Probleme mit den Russen lösen, desto weniger problematische Kanten gibt es zwischen uns – hier, in der Nachbarschaft und in Übersee.

Die Welt: Und was wird das Erste sein, das Sie ändern werden?

Margwelaschwili: Ich werde anfangen, an die Gesellschaft zurückzukommunizieren. Und ich werde versuchen, das politische Umfeld zu stabilisieren. Man muss der Gesellschaft erklären, was es bedeutet, einen neuen Präsidenten zu haben. Es ist sehr wichtig, zu kommunizieren und neue Regeln in einem neuen Umfeld zu schaffen. Das wird den Boden bereiten und schafft das Fundament für wirtschaftliche Entwicklung.

Die Welt: Was kann Georgien zum europäischen Kontext und der europäischen Identität beitragen?

Margwelaschwili: Wir sind eine Brücke. In mehrfacher Hinsicht. Sowohl auf politischer wie auch auf wirtschaftlicher Ebene. Wir sind eine Brücke zwischen zwei beträchtlichen Wirtschaftsräumen, dem kaspischen Raum und der Schwarzmeerregion. Wir bieten eine sehr interessante Handels- und Wirtschaftsmöglichkeit an, sowohl für Europa wie auch für Asien. Wir sind bei Fragen regionaler Sicherheit ein sehr ernst zu nehmender Partner und aktiv in Fragen der internationalen Sicherheit engagiert.

Wir können einen kulturellen Einstieg für asiatische Prozesse anbieten, weil ich glaube, dass wir Georgier als Europäer Asien sehr gut verstehen. Wir sind auch Teil der asiatischen Kultur und können damit ein attraktiver Akteur des europäischen Prozesses sein, ein sehr interessanter emotionaler, kultureller, wachstumsfähiger Akteur des europäischen Prozesses. Vielleicht wirtschaftlich kein Schwergewicht, aber kulturell und erfahrungsmäßig können wir eine Menge interessanter Themen in die europäische Diskussion einbringen.

Die Welt: Was würden Sie sagen, warum es Sinn habe, am Wochenende nicht schon wieder nach Wien oder Rom oder Paris zu fahren, sondern nach Georgien zu kommen?

Margwelaschwili: Als Bergführer, einem meiner früheren Berufe, kann ich diese Frage sehr genau beantworten. Ich glaube, es ist sehr selten, dass man an einem Ort auf so kleinem Raum so viel Verschiedenes finden kann: das Schwarze Meer, die Berge, Skigebiete, Wandergebiete, selbst Wüste. Hinzu kommt, dass alle 15 Kilometer verschiedene Mikrokulturen zu finden sind. Denn die Menschen am Schwarzen Meer sprechen eine andere Sprache, sie haben andere Traditionen, sie haben eine andere Küche. In den Bergen ist wieder alles anders. Man kann die ganze Welt sehen, wenn man ein paar Wochen zu uns kommt.

ART: Top 4 galleries to see in Tbilisi. By Zlata Mai (madeintbilisi.net)

(madeintbilisi.net) Art life of Tbilisi is in full swing. The selective metropolitan public always has something to choose from: numerous museums and galleries offer exhibitions and art events to suit any taste. Classical Georgian art is becoming more and more demanded on the world scene, and innovative genres in the artists’ oeuvre have opened a new page for the art life of the capital.

Fall2013/Winter2014 promise to be eventful: the most significant galleries lift the veil off their exhibition plans for the next few months. Don’t miss it!

Here is our MUST SEE list!

 1. Oat Gallery and 144 stairs café.
With one of the best views, overlooking Tbilisi and its successful exhibitions make this place an absolute must-see both for local and tourists. When going up to the gallery through the narrow streets of Narikala hill don’t forget to count the steps – 144 – and you’re on the spot!

 November - Nino Lomadze personal exhibition “Find what you love and let it kill you”
February – Shako Kobaladze personal exhibition.

March - prominent Georgian artist Misha Shengelia’s paintings will be shown under “Over draft” project.


 Silamazis Shesaxvevi, 14 Tbilisi

Tel: 599 72 09 06

 2. Art-Gallery Vanda.
Many famous artists were brought up within Vanda’s walls, the oldest gallery in the city. Alexandr and Vanda Mujiri, the founders, are open to any kinds of arts – thats why performances as well as photo and video installations regularly take place at Vanda. The gallery was the first in the city to exhibit contemporary Georgian art at international art-fairs and salons.

 November, 12th – personal exhibition by Tato Akhalkatsishvili. Visitors will be able to see 10 paintings of this young but already well-known artist made in a new style and technique.

December – Traditional Christmas fair will gather up to 10 artists. Don’t miss a chance to see paintings, graphics, ceramics and jewelry works by both renowned and young, beginning artists. Otar Sharabidze and Anzor Mikadze, with whom the gallery has been cooperating for 18 years, will later introduce decorative arts – ceramics and glass works. The artists are big friends: they are mainly exhibited together and have some collaborations.


 Chonkadze St, 14, Tbilisi


If you are promenading about Chardin street, you can easily walk into the Baia Gallery. Located in the very center of the city, in a fancy historical 2-storeyed building, the gallery focuses on the XX-XI centuries of Georgian art, as well as its engaging activities such as auction and publishing projects, informational services and estimation of artworks. You can buy books, catalogs and reproductions with Georgian artists’ works there as well.

 January, 2014 – Petr Bletkin’s (1903-1988) personal exhibition will be on display as a part of «Cultural Heritage» series. Visitors will be able to see paintings and graphic works from different periods of this prominent Georgian artist’s life, and experience all contrasts of his creativity – from social realism to abstraction.

February, 2014 – new cycle of exhibitions “At the Crossroads” will demonstrate works of Georgian artists that Baia Gallery introduced in London at Sotheby’s in 2013. First show out of 3 will be personal exhibition of Kote Sulaberidze “The Garden Around Me”

March, 2014 – “Cultural Heritage” series exhibition will take place representing 10 masterpieces of Georgian art: works by Elene Ahvlediani, Mose Toidze, Lado Gudiashvili, David Kakabadze and other outstanding artists – an absolute must-see!

April, 2014 – personal exhibition of Merab Abramishvili “Silk” part of “At the Crossroads” exhibition cycle.

May, 2014 – personal exhibition of Irakli Parajiani “ The Landscapes” part of “At the Crossroads” exhibition cycle.


 Chardin St, 10

Tel: +995 32 275 45 10, + 995 599 50 53 02


Gamrekeli’s Gallery – Museum is located in the house of known Georgian artist Irakly Gamrekeli and consists of two parts. The first one – a museum where one can get acquainted with the archive of the artist and his private library, and also see a constant exhibition of Georgian modernists and contemporary artist’s works. Temporary exhibitions, of both Georgian and foreign artists, are placed in the second part.

Fall-Winter season at Gamrekeli will be marked with the exposition of absolutely new works of well-known Georgian artists. We can say that visitors will be able to witness a real Georgian art scene, “Stars Gathering”. Both individual and joint exhibitions will present a lot of significant artists’ names.

October, 27th – Oleg Timchenko will present 18 new paintings united under his “Black and White” series. All works are made especially for Gamrekeli Gallery.

November,15th –  the gallery will be introducing 25 new paintings and an installation by Misha Shengelia.

November, 30th – December, 12th - Ushangi Khumarashvili will present his new collection consisting of 15 works.

December, 16th -27th - Christmas fair will be on display at Gamrekeli showcasing artist such as Vakho Bugadze, Koka Tskhvediani, Kote Jincharadze, Gia Gugushvili and other well-known names will unite in this joint exhibition.

January 14th – 25th – when all the Christmas and New Year holidays are over, Gamrekeli Gallery will be holding personal exhibition of Rokho Iremashvili. Born in 1979 in Tbilisi, this 35-year old artist, holder of a Master’s degree of Stuttgart State Art Academy, found glory outside Georgia and was exposed in various European cities.


 Ingorovka, 14 Tbilisi

Tel. 0322 99 57 23