Sunday, July 15, 2018

INTERVIEW: Die deutsch-georgische Autorin und Theaterfrau Nino Haratischwili über die "Sowjetmentalität" in Georgien. Mit Nino Haratischwili mailte Alexandra Kedves via @tagesanzeiger

Das ganze Interview: tagesanzeiger.ch


«Das Scheitern in der Fremde interessiert mich»

Die deutsch-georgische Autorin und Theaterfrau Nino Haratischwili erzählt, wie in Georgien die russischen Touristen geschätzt und gehasst werden und die Sowjetmentalität das Volk spaltet.

Mit ihrer Tochter spricht sie Georgisch wie mit ihrer Mutter. Aber ihre Werke schreibt die Wahl-Hamburgerin Nino Haratischwili auf Deutsch. Und das schon, seit sie an der deutschen Schule in Tiflis das Theater entdeckte und Stücke fürs Schulensemble verfasste. Davor hatte sie von 1995 bis 1997 mit der Mutter in Deutschland gelebt – damals, als in ihrer Heimat alles drunter und drüber ging. Mit 14 Jahren kehrte Nino Haratischwili zurück. In Tiflis studierte sie Filmregie und wechselte 2003, im Jahr der georgischen Rosenrevolution, an die Theaterakademie in Hamburg, wo sie heute lebt. Heimat und Fremde, Emanzipationsschritte und Verzweiflungssprünge – diese Themen lassen die ­Regisseurin, Dramatikerin und Prosa­autorin nicht mehr los.

2018 erhielt Haratischwili für ihre Theaterstücke und den über 1000-seitigen Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» den Bertolt-Brecht-Preis der Stadt Augsburg. Zu Saisonende war am Pfauen ihr wilder Putzfrauenmonolog «Die Barbaren» zu sehen, in dem eine aus dem slawischen Raum eingewanderte Reinigungskraft sich über die neuen Flüchtlinge aufregt. Für die nächste Spielzeit ist eine weitere schweizerische Erstaufführung geplant. Nino Haratischwilis vierter, 750-seitiger Roman «Die Katze und der General» über den Zerfall des Sowjetreichs, die Folgekriege und die Sehnsucht nach Erlösung wird Ende August erscheinen.

Sie sind zurzeit in Georgien: Wie reagiert man da auf die russische Charme-Offensive via WM?

Der Grossteil der Georgier reagiert auf das meiste, was in der russischen Politik geschieht, negativ bis ablehnend. Dazu gehört auch die WM. Das Verhältnis zu Russland ist und bleibt schwierig, ­obwohl Georgien von russischen Touristen überschwemmt wird. Anscheinend zieht bei ihnen der Spruch: «Micheil Saa­kaschwili, der Erzfeind, ist weg, wir können da wieder Urlaub machen.» Offenbar hat Georgien für Russland nie auf­gehört, das sonnige Sehnsuchtsland schlechthin zu sein.

Wie ist es als «Sehnsuchtsland»?
Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, da ist erst mal egal, woher die Touristen sind. Aber es müssen die richtigen Akzente gesetzt, eine Vision für Georgien als Reiseland entwickelt werden. Das fehlt noch, meiner Meinung nach. Ein Beispiel: Fährt ein niederländischer Reisebus durch die georgischen Berge und trifft auf einen Bauern, der seine Waren anbietet, kaufen sie 1 bis 2 Liter Tschatscha (Grappa) und ein wenig von den Süsswaren. Aber die Russen steigen aus, kaufen 100 Liter Tschatscha und alle Süsswaren. Das ist für den Bauern zwar lukrativer, aber ich wünschte mir, dass Georgien auch in der Tourismusbranche Strukturen schafft, die ebenso viele Menschen aus dem Westen anziehen wie aus Nord und Ost.


In den Nullerjahren herrschte grosse Armut in Georgien.
 Gerade wirtschaftlich ist für mich wenig Veränderung spürbar, trotz aller Versprechungen seit der Unabhängigkeit von 1991. Der Tourismus floriert, und vor allem kulturell wurden grosse Schritte gemacht. Die junge kreative Szene pulsiert, man spürt eine Aufbruchstimmung. Das macht mich sehr glücklich, denn meine Generation war überwiegend von Stagnation geprägt. Aber wirtschaftlich gehts dem Grossteil der Bevölkerung schlecht. Die Arbeits­losigkeit ist nach wie vor hoch, und auch wer arbeitet, kommt kaum über die Runden, weil die Löhne so miserabel sind – ein zentrales Problem. Und es gibt ­immer wieder Protestaktionen, auch wegen den zahlreichen, oft tödlichen Arbeitsunfällen auf Baustellen und in Bergwerken. Ich hoffe, dass der Druck wächst und die Verantwortlichen zwingt, Menschenleben und Arbeitskräfte besser wertzuschätzen.

Lang nahmen Sie dem Land übel, dass es die Augen verschloss gegenüber der Vergangenheit. Wie geht Georgien heute damit um?
Von einer gesellschaftlichen Aufarbeitung kann kaum die Rede sein. Es ist leider noch so, dass Georgien die jüngste Vergangenheit nicht wirklich analysiert hat. Auch in der Schule fehlts am Hinterfragen. Aber es gibt zaghafte Versuche von Einzelnen und Institutionen. Vor allem Künstler nehmen sich Themen aus der jüngsten Geschichte vor.


Sie erlebten in der Kindheit Mangel und Bürgerkrieg. Prägte Sie das?
Ja, wie alle, die damals hier lebten. Aber ich war ein Kind, durch meine Familie geschützt. Man nahm vieles hin, weil man es nicht anders kannte. Und natürlich hatte man genauso Freude und Abenteuer wie Kinder aus Wohlstandsgesellschaften. Uns schützte quasi das Kindsein vor Bürgerkrieg und Wirtschaftskollaps. Für unsere Eltern war es weitaus schlimmer. Die Vorstellung, in jener Zeit für ein Kind sorgen zu müssen, finde ich aus heutiger Sicht fürchterlich. Ich vermute, die Tatsache, dass die Georgier so sehr im Heute leben, hängt stark mit damals zusammen. Man hat nie die Sicherheit, dass morgen alles noch genauso ist wie heute, und geniesst den Augenblick viel intensiver als etwa in Deutschland.


Man zählt Georgien auch zu den «defekten Demokratien» – zu Recht?
Da müsste man erst Begriffe klären. Vereinfacht gesagt: Georgien ist von einer zentraleuropäischen Demokratie noch recht weit weg. Doch das Bewusstsein geht in Richtung Zivilgesellschaft, bei den Jüngeren ist der Wille da. Politisch ist viel zu tun, schwierig gestalten sich auch Veränderungen bei den Älte­ren. Deren Mentalität ist noch sehr sowjetisch geprägt. Die Gesellschaft ist extrem gespalten, das spürt man im Alltag.


Was ist für Sie selbst heute Heimat?
Je älter ich werde und je öfter ich das gefragt werde, desto weniger weiss ich es. Die Sprache ist auf jeden Fall ein wichtiger Teil davon, aber nicht alles. Ich fühle mich im Deutschen nicht minder heimisch als im Georgischen. Wovon ich aber überzeugt bin, ist, dass Heimat etwas mit Selbstverständlichkeit zu tun hat. Man bewegt sich frei.


Sie schreiben auf Deutsch.
Georgisch ist und bleibt meine Muttersprache, ich spreche sie auch mit meiner kleinen Tochter. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie sie nicht beherrscht. Diese Sprache soll auch ein Teil ihrer Identität werden.


Um Identität kreist auch Ihr Werk.
Ich bin selbst Migrantin und beschäftige mich mit Migration und Weggehen. Wobei mich beim Stück «Die zweite Frau», das bald in Zürich inszeniert wird, wie auch in «Die Barbaren» das Scheitern in der Fremde mindestens ebenso interessiert hat. Das Nie-wirklich-Ankommen. Die Träume, die am neuen Land zerschellen. Diese zerrissenen Lebensentwürfe sind unglaublich traurig. Ich finde es auch wichtig, dass Figuren zur Sprache kommen, die normalerweise in der Gesellschaft keine Stimme haben. Es ist ein wenig erschreckend, dass post­migrantisches Theater nicht automatisch als Teil der Theaterlandschaft verstanden wird.


Was kann und soll Theater heute im politischen Diskurs leisten?
Ich finde es eher störend, wenn das Theater der Aktualität hinterherrennt, die Nachrichten auf die Bühne holen will. Bestünde darin die Funktion des Theaters, gäbs keine Zuschauer für «Die Orestie» oder «Hamlet». Für mich funktioniert Theater in der Übersetzung – die mach ich, bitte schön, als Zuschauer selbst. Das Theater sollte sich für meinen Geschmack mehr auf die Menschen zurückbesinnen: die Figuren, die Zuschauer im Menschsein abholen und nicht nur einen intellektuellen Diskurs anstreben. Die Emotionalität geht im Gegenwartstheater oft flöten. Schade, dass man die Kraft der Emotionen auch im politischen Sinn unterschätzt.


Und die kommunistische Idee von Brüderlichkeit überzeugt Sie nicht?
Liest man marxistische Thesen, stimmt man oft zu. Aber für mich bleibt es eine grosse Utopie. Für einen Sozialismus im besten Sinne müsste der Mensch anders sein, als er ist. Er dürfte nicht nach Macht streben und die eigenen Interessen an erste Stelle setzen, nicht habgierig sein und nach eigenen Vorteilen suchen. So wurde die Idee des Sozialismus binnen weniger Tage nach der Machtübernahme der Bolschewiki verraten.


In «Die Barbaren» beschwert sich eine ehemalige Flüchtlingsfrau über die neuen Flüchtlinge.
Die Idee zu «Die Barbaren» bekam ich im Zug, wo vor mir eine Ausländerin sass und lautstark über Flüchtlinge schimpfte. Es war eine absurde, fast komische Situation, da die empörten Deutschen sich nicht trauten, etwas zu sagen, da sie selbst eine Ausländerin war. Sie wiederholte ständig, ihr sei nichts geschenkt worden. Irgendwie fand ich diesen Gedanken furchtbar und zugleich traurig. Als wäre sie eifersüchtig auf die Flüchtlinge, die von ihrer Wahlheimat aus ihrer Sicht besser behandelt wurden. Als hätte sie nie die ersehnte Anerkennung in Deutschland bekommen, obwohl sie glaubte, alles richtig gemacht zu haben. Später stellte ich zu meinem grossen ­Erstaunen fest, dass gerade Ausländer oft extrem viele Ressentiments gegen Flüchtlinge haben.


Sie schöpfen aus der Wirklichkeit; wieso trennen Sie beim Schreiben streng vom Privaten?
Persönlich sind alle meine Texte, sie ­gehen mich alle emotional etwas an. ­Privat – also eins zu eins aus eigenem ­Erleben – würde ich aber nie etwas aufschreiben, denn das hiesse, meine Fantasie der Realität unterordnen zu müssen. Das ist es nicht, was mich beim Schreiben interessiert. Ich möchte verschiedene Leben durchleben können, mir etwa vorstellen, wie es ist, ein 60-jähriger Mann zu sein, der an den Kommunismus glaubt.


Hat sich seit Ihrer Ankunft 2003 viel geändert in Deutschland?
Natürlich verändern sich die Dinge permanent, das ist auch gut so. Die Menschen glauben immer, in den «extremsten» Zeiten zu leben. Die Sehnsucht nach früher ist nichts anderes als die nach der eigenen Jugend, dem Punkt im Leben, wo noch alles offen schien. Aber welche Zeit war denn bitte schöner und friedlicher als heute? Ich halte nichts von der ewigen Fokussierung auf «wie schlimm alles geworden ist». Klar, die nationalistischen Tendenzen haben europaweit erschreckend zugenommen. Man muss damit umgehen, nach Dialog suchen, auch wenn man vor jemandem steht, mit dem man eigentlich niemals auch nur ein Wort wechseln will. Die Verhärtung der Fronten ist keine Lösung. Was für mich eindeutig anders ist als 2003, ist der Riss, der durch die Gesellschaft geht. Die Mitte geht verloren, die entgegengesetzten Seiten driften immer weiter auseinander.

Saturday, July 14, 2018

EASTSPECTION: CAUCASIAN MOOD - eine poetische Dokumentation über Georgien und Armenien. Von Tomas Zebis & Tom Kretschmer

A poetic documentary through associative, subjective and emotional eyes of the transient and a journey through Georgia and Armenia – a world which might soon disappear. The film suggests the rapid changes and the loss of social values and inspires a reflection on Western culture.


Caucasian Mood I Teaser from eastspection on Vimeo. Full Version: vimeo.com


CAUCASIAN MOOD dokumentiert Stimmung pur. Maloche, Müßiggang und Wärme fließen dahin bis Idylle und Tristesse sich einen. Die kollektive Pause einer Weinernte im Schatten des einzigen Baumes. Saftige eingemachte Speisen werden aus der Zeitung gerollt und geteilt. Es wird gelacht und geträumt, junge Burschen vereint mit der Weisheit der Alten, Ursprünglichkeit und Seelenruhe.

Assoziative Ordnungsprinzipien lassen subjektive Bilder kaleidoskopisch verschmelzen und Raum und Zeit verschwimmen. Zurück bleibt eine Ambivalenz zwischen materieller Armut und menschlichem Reichtum. Der Film deutet die rapiden Wandlungsprozesse und den Verlust sozialer Werte an und inspiriert zu einer Reflexion über die westliche Kultur.



CAUCASIAN MOOD documents moods. To sweat something away, the idleness and a warmth flow until Idyll and tristesse become one. The collective break during a vintage in the shadow of the only tree. Food is being rolled out of newspaper and shared. They laugh and dream – young fellows united with the wisdom of the old folks – nativeness and peace of mind.

Associative ordering principles allow the kaleidoscopic merging of subjective images and make space and time become blurry. What remains is an ambivalence between material poverty and human wealth.

Links:
eastspection.com/caucasian-mood
eastspection.com/armenia
eastspection.com/georgia

Die Faszination für die Länder der heutigen postsozialistischen Staaten ist die Triebfeder für ihre gemeinsamen Projekte. Es ist der Wunsch die rapiden Wandlungsprozesse in Bildern festzuhalten und somit eine Reflexion über die westliche Kultur anzuregen. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt.

Tom Kretschmer: seit 1976 in Ostberlin sozialisiert, studierte nach seiner Ausbildung zum Fotografen visuelle Kommunikation. Er experimentiert als freischaffender Künstler zwischen Fotografie, Grafik und Film. Sein erster poetischer Dokumentarfilm über den sich im Wandel befindlichen Bahnhof Ostkreuz gewann international zahlreiche Preise.

Tomas Zebis: wurde 1980 in der Tschechoslowakei geboren. Bereits sechs Jahre später erfolgt die Republikflucht mit anschließender Emigration in die BRD. Der studierte Kommunikationsdesigner ist als freischaffender Videodesigner und bildender Künstler tätig. Eine geistige Verwandtschaft zu den Flaneuren des 20. Jahrhunderts ist nicht zu leugnen.

E-Mail: hi@eastspection.com

Thursday, July 12, 2018

VORTRAG: Hundert Jahre Aufnahme deutsch-georgischer diplomatischer Beziehungen. Zwei Vorträge zum Zentennium von Philipp Ammon. via @TabulaRasaJena

Philipp Ammon
(tabularasamagazin.de) Am 9. Juni stellte Dr. Dieter Boden, ehemaliger Leiter der OSZE-Mission und UNOMIG in Georgien, im Potsdamer Lepsiushaus sein im Ch. Links Verlag erschienenes Buch über Georgien vor: weder ein Memoirenbuch noch ein Reiseführer – ein Länderporträt, das sich aus langjähriger Erfahrung und Begegnungen mit Kunst, Natur und Persönlichkeiten des Landes speist.

Spätestens seit dem am 7./8. August 2008 einsetzenden Olympiakrieg, als Präsident Saakaschwili den Rat von Condoleeza Rice vom 10. Juli mißachtete, "die Finger von der Kanone" zu lassen und die im Tagliavinibericht der EU etwas dezenter umschriebene "grenzenlose Dummheit" beging, die russische Garnison in Zchinwali zu beschießen und den Russen so, wie erhofft, ins Messer lief, sei Georgien den meisten ein Begriff. Nach der Rosenrevolution 2003 hatte der Mittdreißiger das Land euphorisiert, indem er die kleine Korruption bekämpfte und auf einen Schlag 18000 Milizionäre entließ. Doch er lieferte nicht, wozu jeder Politiker verpflichtet sei: Stabilität. Seit 2012 regiert nun der Georgische Traum des Oligarchen Iwanischwili, der in Rußland ein Milliardenvermögen erwarb. Seit dieser im November 2013 als Premier zurücktritt, bekleidet der Landesherrscher kein Regierungsamt mehr, doch sei seit seiner Übernahme des Vorsitzes des Georgischen Traums im Mai eine Rückkehr ins Amt nicht ausgeschlossen. Der bis zum 13. Juni amtierende Premierminister Kwirikaschwili diente zuvor als Direktor von Iwanischwilis Kartubank, aus der sich auch andere Regierungsmitglieder rekrutieren. Der populärste Mann Georgiens sei heute Patriarch Elias II., der in der Bevölkerung eine Zustimmungsrate von 90% genieße. Als Saakaschwili in seiner späten Amtszeit zum Neujahrstag nicht mehr in der Sameba-Kathedrale erschien, wozu er protokollarisch verpflichtet gewesen wäre, und seinen Präsidentenpalast in die Sichtachse des Patriarchen auf die Kathedrale baute – gegenüber Boden nannte der Patriarch dies eine "naglost" (Unverschämtheit) – bereitete dies nicht unwesentlich sein politisches Ende vor. Art. 9 der Verfassung betont die tragende Rolle der Kirche für das Land, welche neben der Sprache stets Träger der Identität gewesen ist. Auf Initiative Elias II. begehen die Georgier den 17. Mai als Tag der Reinheit der Familie. Während des Augustkrieges hielt der auch in Rußland hochgeschätzte Patriarch die Tür für Gespräche offen. Obwohl Georgien und Rußland heute keine diplomatische Verbindungen unterhalten, sei die religiöse Verbindung stark.

Die Stabilität Georgiens hänge nicht zuletzt von der Stabilität der kaukasisch-nahöstlichen Region ab, welche auch angesichts des Trends der internationalen Politik, Konflikte einzufrieren, statt sie ausgleichend zu lösen, prekär bleibe. Um ein kriegerisches Wiederaufflammen von Konflikten zu vermeiden, versuche man heute, an diesen möglichst nicht zu rühren und betrachte Friedensverträge nicht mehr als primäres Ziel. Man versuche vielmehr, Konflikte durch wirtschaftliche Beziehungsnetze entschärfend einzubetten. Mit einer Million russischer Touristen, die Georgien jährlich besuchen, verbänden die Georgier die Hoffnung, daß der Konflikt von 2008 nicht wieder ausbreche. Die Verhandlungsbemühungen um die Sezessionsgebiete des Landes seien zwar gegenwärtig nicht sehr aussichtsvoll, doch anders als an der armenisch-aserbaidschanischen Demarkationslinie des Waffenstillstandes, wo monatlich auf beiden Seiten etwa zehn Tote zu beklagen sind, ruhen in Georgien die Waffen. Trotz der Besatzung großer Landesteile bestünden im georgischen Volk jedoch keine Ressentiments gegen Russen, man trenne scharf zwischen Kultur und Politik, und es sei ein Elend, daß die selbstverständliche Kenntnis des Russischen nicht mehr als Geschenk wahrgenommen werde. 2010 erklärte ein Erlaß Saakaschwilis das Englische an allen Schulen zur ersten Fremdsprache, das Russische zur Fakultativsprache. Dies beschneide die Möglichkeit der Verständigung nicht nur mit den nördlichen Nachbarn, sondern auch mit den kaukasischen Nachbarvölkern in der russica lingua franca caucasica, in der sich die von der Hauptstadt ernannten Gouverneure des südgeorgischen Samzche-Dschawachetien mit der Viertelmillion Armenier, welche die Russen im 19. Jh. an der dschawachischen Militärgrenze ansiedelten, bis heute noch verständigen können.

Daß die Armenier in Abchasien nicht nach Tbilissi orientiert seien und der russische Außenminister Lawrow mütterlicherseits Armenier sei, dürfe für die georgisch-armenischen Beziehungen nicht unterschätzt werden. Seit die Eisenbahnverbindung von Erewan nach Sotscha im Sezessionsbürgerkrieg von 1993 unterbrochen wurde, sei Armenien auf georgische Unterstützung angewiesen. Die Verbindung sei zwar nicht herzlich, doch partnerschaftlich.

Angesichts seiner militärischen Ohnmacht wirke Georgien heute durch die von Joseph Nye als soft power bezeichnete kulturelle Ausstrahlung, durch Renommée gleich Frankreich oder Italien. Die Geigerin Batiaschwili und die Pianistin Buniatischwili bespielten weltweit Konzertsäle, in denen die Kompositionen Kantschelis ebenso wie die atemberaubenden georgischen polyphonen Gesänge erklängen, die die Unesco zum Weltkulturerbe erklärte. Solche Strahlkraft übte Georgien schon zu russischen Zeiten aus, als Sowjetmenschen auf ein georgisches Jenseits hofften und Tifliser KP-Chefs versuchten, das für sowjetische Verhältnisse großen Freiraum genießende Land durch die Geschichte zu manövrieren. Als 1978 ein Moskauer Kritiker das georgische Kino als unsowjetisch verriß, sorgte Schewardnadse, seit 1965 Innenminister und 1972 Parteichef Georgiens, für dessen Entlassung. Auch widersetzte er sich der Abschaffung des Georgischen als konstitutionelle Landessprache. Durch Gespräche mit dem Politbüro erreichte er die Erlaubnis, in Georgien den die Glasnost einleitenden Film Monanieba (Reue) zeigen zu dürfen, der auf einer deutschen Montagsdemonstration im Oktober 1989 die Forderung "Reue zeigen" inspirierte. Außerhalb Georgiens befinde sich die größte Sammlung georgischer Filme im Arsenal zu Berlin.

1981 feierten die Georgier den europäischen Fußballpokalsieg Dynamo Tbilissis über CS Jena als nationalen Triumph und verfrühte Bekundung des Unabhängigkeitswunsches. Bekannter als Dynamo ist heute der von Inter Mailand für 16 Mio. € erworbene Kacha Kalandadse, dem seine Vertrautheit mit Iwanischwili einen Wechsel vom Fußball in die Politik erlaubte, zunächst als Energie- und Vizepremierminister, heute als Bürgermeister der Hauptstadt, die unlängst traurige Bekanntschaft erlangte. Als in der vorausgegangenen Woche in einem Club fünf Gäste an einer Überdosis den Drogentod starben, kam es am 15. Mai zu einer Razzia. East meets West in techno beats.

David der Erbauer
Die Schnittstelle Europas und Asiens bestimme seit jeher die georgische Geschichte, welche sich seit der Annahme des Christentums 327 als Martyrium gestalte. Die Georgier träumten von ihrer Glanzzeit, welche in der Erinnerung als Goldenes Zeitalter lebt, das König David der Erbauer (1089-1125) 1121 eröffnete, indem er als Schwert des Messias einen wundersamen Sieg über eine fünffache Seldschukenübermacht errang und Land und Hauptstadt befreite. Seine Urenkelin Königin Thamar die Große (1184-1213) schaffte die Todesstrafe ab und führte Berufungsgerichte ein. Im sie preisenden Recken im Tigerfell erlangte die europäische Literatur ihren damaligen Höhepunkt, Wissenschaft und Gelehrsamkeit erblühten in beiden Akademien und fünfzig Landesklöstern. Als sich die Königin vom ausschweifenden Intriganten Juri Bogoljubski geschieden hatte, warb 1188 Barbarossa für seinen Sohn Friedrich von Schwaben erfolgos um ihre Hand und eine Verbindung zum Heiligen Römischen Reich. Das Goldene Zeitalter beendeten die Mongolen. 1126 färbte das Blut von 100 000 Georgiern die Tifliser Mtkwari rot, als sie sich dem Befehl des Choresmierschahs Dschalal ad-Din verweigerten, auf der Flußbrücke aufgestellte Ikonen zu bespeien.

Durch den Fall Ostroms 1453 vom Westen abgeschnitten, belieferte das Land nun den Orient mit Kriegssklaven und Odalisken. Nachdem Petersburg 1795 beim Einfall Agha Mohammad Khans die im Schutzvertrag von Georgiewsk 1783 zugesicherte Militärhilfe verweigert hatte, zählte das Land zum Zeitpunkt der russischen Annexion 1801 nur noch eine halbe Million Einwohner. Von nun an sollte der georgische Leib der russischen Seele dienen, wie man den General Katharinas der Großen Totleben instruiert hatte. Zu diesem Zweck wurde 1811 die Georgische der Russischen Kirche eingegliedert und 1871 das Georgische an den Schulen abgeschafft. Seit dem 19. Jh. prägte der deutsche Idealismus Generationen von Georgiern, so auch die Väter der 1918 unter deutschem Schirm begründeten, auf die Humboldtsche Idee verpflichteten Universität Tbilissi.

Lawrenti Beria 
Der sowjetischen Anerkennung des unabhängigen Georgiens im Januar 1920 folgte im Februar 1921 der Einmarsch der Roten Armee. Als Kremlchef führte Joseph Dschugaschwili-Stalin zwar die imperiale Politik der Zaren fort und griff vergeblich nach den Dardanellen, doch fand er nach Auskunft seiner Tochter Swjetlana Allilujewa dabei Zeit, die Werke russischer Historiker über seine Heimat zu korrigieren. Seine georgische Herkunft hinderte auch den in Abchasien geborenen Geheimdienstchef Beria nicht daran, im Zuge der Säuberungen von 1937 Zigtausende Georgier zu liquidieren. Im Zweiten Weltkrieg zahlten seine Landsleute mit 350 000 Toten den anteilmäßig höchsten Blutzoll aller Sowjetrepubliken. Der georgischen Erinnerung an Stalin sei Selbstgerechtigkeit nicht fremd. Zwar wolle man mit seiner Hilfe kein Reich restaurieren, doch betrachte man ihn als einen in schlechte Gesellschaft geratenen verlorenen Sohn des Landes, der einen Weltkrieg gewonnen habe.

1991-92 spaltete der von Rudolf Steiner bewegte sprunghafte erste Präsident Georgiens Swiad Gamsachurdia sein Land. Der gerade erschienene Film Vor dem Frühling zeigt seine Flucht in die Berge. Die im damaligen Bürgerkrieg verlorenen Sezessionsgebiete konnten bis heute nicht reintegriert werden. Mittlerweile habe sich das Land, welches das Leben des Vortragenden "bereichert hat", zwar stabilisiert. Doch bange er um die Kulinarik, welcher ein EU-Beitritt schaden könne. Von der legendären georgischen Gastfreundschaft behaupteten böse Zungen, sie diene dem Zweck, Feinde durch Völlerei außer Gefecht zu setzen. Die Tafel der Georgier sei aber ein Gesamtkunstwerk, bei der auch der Fremde vor Trunkenheit nicht die Selbstbeherrschung verlieren sollte. Dieter Boden habe dieses "Fest des Lebens" stets "seelisch und metaphysisch inspiriert".

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Einen Vortrag über die deutsch-georgischen Beziehungen während des Ersten Weltkrieges hielt am 17. Mai im Berliner Zentrum für Literatur- und Kulturforschung der an der Tschawtschawadse-Universiät lehrende Leiter des Georgischen Literaturmuseums Lascha Bakradse, der in Zusammenarbeit mit Memorial das der Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit verpflichtete SovLab mitbegründete. Seine Forschung, welche die Deutsche Botschaft in Tbilissi zum deutsch-georgischen Jahr 2017/18 ins Deutsche zu übersetzen beabsichtigt, beschäftigt sich mit dem Georgischen Nationalkomitee, das von der Schweiz über das Genfer Konsulat und die Berner Botschaft zu Beginn des Weltkrieges Tuchfühlung mit Berlin aufnahm, um bei einem Sieg der Mittelmächte Unterstützung georgischer Unabhängigkeit zu finden. Anders als die Finnen, die vor 1917 nur die Ende des 19. Jhs. aufgehobene verfassungsmäßige innere Selbständigkeit wiederherzustellen trachteten – die Zar Alexander I. 1809 anerkannte, als ihm der georgischstämmige General Bagration durch eine handstreichartige Überquerung des zugefrorenen Finnischen Meerbusens das Großfürstentum gewonnen hatte – visierten die Genfer Exilgeorgier bereits seit 1913 mit ihrer Zeitschrift Thawisuphali Sakarthwelo (Freies Georgien) ein unabhängiges Land an. Die Neutralität der Eidgenossenschaft und Belgiens boten ihrer Arbeit die besten Voraussetzungen. Die Exilanten nahmen in der Schweiz während des Krieges auch an gegen die Mittelmächte gerichteten Konferenzen teil, welche auf nationale Unabhängigkeit ihrer Völker hoffende Parteigänger der Entente ausrichteten.

An Berlin richteten die Georgier ein Memorandum zur Neutralisierung des Kaukasus, in welchem sie einen Plan eines Bundesstaates vorlegten: ein an das Deutsche Reich angelehntes georgisches Königreich mit einem Monarchen aus europäischem Fürstengeschlecht im Verbund mit armenisch-tatarischen Kantonen im Osten und einer Föderation der Bergvölker im Norden. Der Plan des Fürsten Matschabeli, Aufstände im Kaukasus zu organisieren, entsprach zwar durchaus dem deutschen Wunsch, die Ententemächte durch Fremdvölker zu schwächen. Doch dachte man in Berlin dabei vor allem an einen Dschihad der Muslime. Der Weltkriegsausbruch traf Berlin unvorbereitet. Weder für den Kaukasus noch für andere Weltgegenden waren strategische Planungen ausgearbeitet worden. Selbst die Begründung der Kriegsrohstoffabteilung erfolgte erst auf Initiative Rathenaus am 13. August. Die Vorstellungen von einer gänzlichen globalen Wirtschaftsverflechtung, welche zum Gedeihen aller Länder ihre Gegensätze weltfriedlich entschärfe und Kriege zwangsläufig technisch verunmögliche, wie sie der englische Publizist Norman Angell im vorletzten Jahr der Belle Époque der deutschen Studentenschaft in einem offenen Brief darlegte, entsprachen zumindest den praktischen Vorkehrungen Berlins.

Graf von der Schulenburg
Erst nach dem Kriegseintritt der Pforte sammelten sich im Osmanischen Reich ukrainische u.a. gegen Petersburg und die Entente gerichtete Gruppen. In Anatolien bildeten deutsche Militärs eine Georgische Legion aus, in die autochthone Lasen und Tschweneburebi ("Unsrige"), deren Siedlungsgebiete im osmanischen Herrschaftsbereich lagen, aufgenommen wurden, wofür die Exilanten dem späteren Verschwörer von 1944 Graf von der Schulenburg den Orden der Hl. Thamar verliehen. 1915 brachten deutsche U-Boote Exilgeorgier von Stambul an die kolchische Schwarzmeerküste, darunter den Sumerologen Micheil Zereteli, der Absprachen mit den georgischen Sozialdemokraten traf.


Die Petrograder Februar- und Oktoberrevolutionen beschleunigten die Ereignisse. Sie lösten die georgischen Militärs von ihrem Eid auf den Zaren und führten zum Zusammenbruch der russischen Frontstellungen. Das Deutsche Reich löste sein 1915 geleistetes Versprechen einer Unterstützung georgischer Unabhängigkeit Ende 1917 in einer Garantieerklärung an Georgien ein, welche 1918 in militärischer und diplomatischer Unterstützung des Landes mündete. Im März 1917 bildete sich in Tiflis aus Mitgliedern der Vierten Duma ein Transkaukasisches Sonderkomitee der Petrograder Provisorischen Regierung, das im November durch ein Transkaukasisches Kommissariat ersetzt wurde.
General Kreß von Kressensteins
Dieses untergrub den völkerrechtlichen Status Transkaukasiens gravierend, als es der Einladung Vehib Paschas vom 14. Februar 1918, eine Delegation zu den Verhandlungen von Brest-Litowsk zu entsenden, nicht rechtzeitig nachkam. Stattdessen folgte das Kommissariat der türkischen Einladung zu separaten Friedensverhandlungen nach Trapezunt, welche die meisten kaukasischen Deligierten am 22. März unter Ablehnung der türkischen Bedingung, den Vertrag von Brest-Litowsk anzuerkennen, verließen. Als die Kaukasier das Ultimatum Rauf Beys vom 6. April, den Vertrag binnen 48 Stunden anzuerkennen, verstreichen ließen, überschritten die Türken die einstigen Staatsgrenzen von 1914 und besetzten Batumi.


Der am 10./23. Februar einberufene Transkaukasische Sejm erklärte nun am 22. April die Unabhängigkeit der Transkaukasischen Föderation, welche auf der Basis von Brest-Litowsk um neue Verhandlungen mit der Türkei bat, die am 11./24. Mai in Batumi wiederaufgenommen wurden. Der aserbaidschanische Teil der Delegation erwies sich dabei als vollkommen protürkisch. Am 12. Mai schrieb der Delegationsvorsitzende Akaki Tschenkeli nach Tiflis, Georgien solle seine Unabhängigkeit erklären, um die eigenen Interesssen mit deutscher Unterstützung besser vertreten zu können. Die Georgier erklärten darauf am 26. im Palais des russischen Statthalters die Unabhängigkeit, worauf Aserbaidschaner und Armenier zwei Tage später jeweilige Erklärungen folgen ließen. Das Deutsche Reich erkannte den Staat unverzüglich an. Der bereits vor dem Krieg als Konsul in Tiflis wirkende von der Schulenburg wurde zum deutschen Botschafter ernannt und General von Lossows diplomatische Dienste erwirkten ein Zusatzabkommen zu Brest-Litowsk, in welchem Rußland die deutsche Anerkennung der georgischen Souveränität akzeptierte. Das im Juni 1918 eingetroffene bayerische Jägerbataillon schlug unter Befehl General Kreß von Kressensteins im Verein mit noch schwachen georgischen Kräften die von türkischen Offizieren befehligten Freischärler, die ungeachtet des am 4. Juni in Batumi unterzeichneten Friedensvertrages vorrückten, in Südgeorgien zurück.

Der Waffenstillstand vom 11. November 1918 beendete dieses Kapitel. In Tbilissi zogen die Engländer ein. Churchill lehnte eine georgische Unabhängigkeit jedoch aus strategischen und finanziellen Gründen ab. Als sich die Engländer 1920 in Batumi einschifften und der Union Jack eingeholt wurde, empfand der Nationaldemokrat Rewas Gabaschwili beim Hissen der georgischen Flagge einerseits Freude. Andererseits wußte er, daß er sich nicht lange an ihrem Anblick erfreuen werde. Bald würden die Russen einrücken. Ähnlich zwiespältig empfinde Lascha Bakradse die deutsch-georgischen Hundertjahrfeiern: Die Anteilnahme der Deutschen an der Geschichte seines Landes nehme ab, auf die Übersetzung seines Werkes warte er bis jetzt vergeblich. Eine Erfahrung, die er mit dem Verfasser des Artikels teilt.

Dieter Boden, Georgien: Ein Länderporträt, Ch. Links Verlag 2018.

Lascha Bakradse, Deutsch-Georgische Beziehungen während des Ersten Weltkrieges, Pegasi 2010

Der Historiker Philipp Ammon lebt in Berlin und Tbilissi. 2015 erschien im Kitab-Verlag «Georgien zwischen Eigenstaatlichkeit und russischer Okkupation: Die Wurzeln des russisch-georgischen Konflikts vom 18. Jahrhundert bis zum Ende der ersten georgischen Republik».

Friday, June 29, 2018

CALL: Project Description “Traces Of Togetherness” - Stories of common roots of each others culture in Azerbaijan, Armenia, Georgia and Russia


Ulyanovsk / RU, 22.08.2018 – 01.09.2018

The project ToT brings together citizens of Russia, Azerbaijan, Armenia and Georgia to find and publish stories of common roots of each others culture.

One goal of the project is to enable people who are interested in story telling to improve their media skills as citizens journalists with the help of professional trainers. These "citizen journalists" will be trained in journalistic photography, videography, writing and multimedia/social media. The stories will be published online and as a brochure.

The second goal is to provide people from the participating countries - which partly face difficult political situations - the posibility to share, on a non-political basis their opinions and get to know each other better.

Five people from each of the countries will meet each other for ten days, End of August 2018 in the Russian city of Uljanovsk to present there stories of traces of Russian culture from their home countries and to research and present stories from traces of Caucasian life in Uljanowsk. Project language will be english (and russian).

Each country – group from the Caucasus will be joined by a mentor who chooses the participating "citizen journalists"  and coordinates the activities of the group in their home countries as well as during the workshop periode in Russia. After the workshop he/she promotes and partialy coordinates the following online story competition in their home countries.

It is also important to know, that the project funding is not 100% certain until now.
I hope to get definite commitments until mid of June....

Three "citizen journalists" and one mentor of each of the following countries:
Azerbaijan, Armenia, Georgia and Russia will meet in August in Uljanowsk/ RU to develope and/or improve their journalistic/media skills in text, photography, videography, multimedia storytelling and social media. We look for participants who are interested in journalism/storytelling and are NOT professional journalists. If they have experiences in some of the journalistic technics that would be fine. They also should speak - in best case – both English and Russian or at least one of those languages.

Beside the technical aspects the project aims to promote intercultural understanding and communication as well as empowerment of the members of the civil society.

Therefor the topic of the workshop is "traces of togetherness", wich means that the participants will focus on different traces of other/foreign cultures in their own surroundings. That means specifically that each caucasian country team will research and produce between one and three stories (photostory and/or video and/or text and/or multimedia) about Russian traces in there home countries, which will be shown at the beginning of the workshop stay in Uljanowsk.

In Uljanowsk each group together with Russian participants will research and produce stories about caucasian traces in the City of Uljanowsk.The results will be shown at the end of the stay in Uljanowsk as well. All of the stories will be published online as well as some of them in a publication after the workshop week. To give that project a perspective and to invite more people to start a carrier as citizen journalist in this four countries there will be an open (citizen journalistic) competition in September where everyone who is interested can participate ...





The tasks for the mentor of each country team are basically

•to find and select the participants who are open, interested and willing to be part of this project

•to coordinate the production of the first story(s) which will be produced before August in each country

•to coordinate (partly) the preparation of the travel

•to coordinate (partly) the stay of the group in Uljanowsk and

•to help with the preparation of the story competition after the stay in Russia in their own countries

For the participants/mentors all travel/visa cost and costs of living in Uljanowsk as well as the costs for the journalistic trainer will be covert. The mentors receive an allowance of 600 Euro for the whole project.

So generally we are looking for open minded people who enjoy exchanging there experiences with others despite of political, ethnical and /or social differences.

If you are interested or if you have more questions please email or call me
(Whats App, Messenger, Viber )!
My mobile number is +49 (0) 179 5420 175
matthias_schumann@yahoo.com
All the Best, Matthias Schumann


Funding is the Kulture Aktiv e.V., supported by Department of Foreign Affairs in Germany.

Tuesday, June 26, 2018

AUSSTELLUNG: DYNASTIEN / Parallele Perspektiven - "Ich baue, was ich glaube" Dominikus Böhm - 27.06. bis 10.09.2018 in Tbilisi

For English please scroll down.

Eine Ausstellung des Goethe-Instituts Georgien in Zusammenarbeit mit dem National Museum Georgien [goethe.de]
Im Rahmen der Deutsch-Georgischen Kulturbegegnungen 2017/2018

Spektakuläre Bauten, wechselvolle Schicksale, Karrieren die ihresgleichen suchen: Die Ausstellung wirft einen Blick auf zwei unterschiedliche Baumeisterdynastien und will deren zeitgleiche Lebens- und Schaffensprozesse in ihren kulturellen Kontexten untersuchen.

Es handelt sich um eine historisch-kulturelle Untersuchung, die in Form einer Ausstellung realisiert ist. Verglichen wurden zwei Baumeisterdynastien, die beide vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart, in zwei politischen Systemen, tätig waren. Dabei bietet die Ausstellung traditionelle, familiäre, aber auch individuelle Anhaltspunkte: Einerseits für die Architekten aus der Kölner Baumeisterdynastie Böhm und andererseits für die Tifliser Baumeisterdynastie Kurdiani. Es werden sowohl die teilweise über mehrere Generationen andauernden Schaffensprozesse, wie auch Parallelen und Überschneidungen verdeutlicht. Die Untersuchung bezieht sich auf ca. 40 Gebäude.

Die Ausstellungschoreografie erzeugt Spannungsbögen zwischen den beiden Baumeisterdynastien und lässt vielschichtige Lesarten des Gezeigten zu. So mag der sich frei im Raum bewegende Besucher auf Entdeckungsreise gehen. Weltläufigkeit und die gezielte Abweichung von vorgegebenen Standards sind für ambitionierte Architekten meist bezeichnend. So will das Gesamtwerk beim Betrachter einen unverwechselbaren Eindruck hinterlassen, der dem Anspruch der Architektur, Baukunst zu sein, gerecht wird.

Architekten / Architektinnen
Dominikus Böhm, Gottfried Böhm, Elisabeth Böhm, Stefan Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Grigol Kurdiani, Archil Kurdiani, Ketevan Sokolova-Porakishvili, Gia Kurdiani, Archil Kurdiani, Giorgi Kurdiani

BEGLEITPROGRAMM

Am 28.06.2018, 16:00 bis 18:00 Uhr
Historisches Museum Tbilissi (Karvasla), Sionistr. 8
Vortrag von Arne Schmitt (Künstler, Fotograf, Köln/Berlin)
"DIE NEUE UNGLEICHHEIT. EIN SPAZIERGANG DURCH DAS HISTORISCHE KÖLN VON MORGEN"
Podiumsdiskussion: mit Stephan Böhm, Peter Böhm und Paul Böhm, Köln
Moderation: Irina Kurtishvili
In deutscher Sprache mit georgischer Übersetzung

Von 29. Juni bis 10. September findet im Ausstellungsraum 3 das tägliche Filmprogramm statt:

12:00 – 12:45 / FILM 1
Stadion "Dinamo"
Regisseur: Shalva Shengeli
Georgien 2010, 42.48'
Originalfassung
Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte des Fußballstadions "Dinamo" in Tiflis seit 1936 bis 2010 und zeigt dessen Bauprozess, wie auch verschiedene Phasen der Rekonstruktion.

13:00 – 13:30 / FILM 2
Family Unity
Regisseur: Sopho Chakvetadze
Georgien 2009, 29'
Originalfassung
Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte der Familie Kurdiani, ihrer Gegenwart und Zukunft, sowie von ihren Vorfahren dargestellt anhand verschiedener Generationen.

16:00 – 17:30 / FILM 3
Die Böhms. Architektur einer Familie
Regisseur: Maurizius Staerkle Drux
Deutschland - Schweiz 2014, 87'
Originalfassung mit englischen Untertiteln



Der Dokumentarfilm "Die Böhms. Architektur einer Familie" dokumentiert die Arbeit, die Bauten und das Leben der Böhms. Er zeichnet ein intimes Porträt der Architektenfamilie. Für die Filmarbeiten lebte der junger Schweizer Regisseur (Absolvent der Film und Fernsehen Hochschule in München) länger als zwei Jahre mit der Familie Böhm in Köln zusammen. "Mit bewunderungswürdigem bildlichem Gespür setzt sich Maurizius Staerkle Drux mit den verschiedenen architektonischen Universen der Böhms auseinander und nähert sich darüber hinaus auch den feinen Unterschieden zwischen Selbst- und Fremdbild seiner Protagonisten. Der Titel des Films darf durchaus wörtlich genommen werden: Es geht vor allem um die Architektur einer Familie, erst danach um das Porträt einer prominenten Architektenfamilie." Ralph Eue, DOK Leipzig.


Architekturfotografen, Fotografen & Künstler Philipp Bösel, Markus Böhm, Hermann Claasen, Maurizius Staerkle Drux (Film), Harun Farocki, Arne Hofmann, Andreas M. Kaufmann, Dieter Leistner, Mario Lorenz, Giorgi Nebieridze, Sebastian Linnerz, Lukas Roth, Arne Schmitt, Christopher Schroeer-Heiermann, Ulrich Schwarz, Sandro Sulaberidze

Böhm Archiv
DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Fotografien Hermann Claasen
LVR-Landesmuseum Bonn
Fotografische Sammlung

Fotografien Harun Farocki
Harun Farocki GbR, Berlin

Historische Fotos Tiflis
National Archives of Georgia / Sakinformi Fotorchiv




******************

The Goethe Institute, with the support of the Georgian National Museum, in connection with 200 years of relations between Germany and Georgia presents a project:

The Dynasties – Parallel Perspective
"I build what I believe in" Dominikus Böhm


The exhibition features almost century-long historic-cultural and, in particular, architectural legacy that has been created and developed in parallel in Germany and Georgia, representing two different architectural family dynasties - the Böhms and the Kurdianis - creating in Germany and Georgia respectively. The exhibition gives an overview of their creative history, emphasizing on parallelism in life.

Secular, public, sporting, residential, cultural, educational architectural objects - all these buildings are still functional both in Germany and Georgia and represent an integral element of their countries’ identity. The display represents all epochs through which both countries and each of the families lived and created in parallel, though individually. The Böhms’ architectural legacy has been repeatedly surveyed and acknowledged. The elderly member of the family, Gottfried Böhm is 98 years old today. He is the only German architect awarded the highest architectural prize – the Pritzker prize.

One may see exhibits and photos from the family archives associated with specific historic context. Documentaries will also be on display, featuring their creative life and key architectural projects created by the Bioms and the Kurdianis. The audience will have an opportunity to see compilation of photos by Harun Farocki (1944-2014) titled "Stalin’s Museum in Gori" that is exhibited in Georgia, Karvasla Hall for the second time. In his photos, Faruk underscores the importance of contexts created by ideologies and/or political regimes, or even contemporary forms of powers in the universe, under the disguise and veil of culture.

Architects:
Dominikus Böhm (1880-1955); Gottfried Böhm, Elizabeth Böhm (1921-2012), Stephan Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Grigol Kurdiani (1873 – 1957); Archil Kurdiani (1903-1988), Ketevan Sokolova-Porakishvili (1905-1988), Gia Kurdiani (1932-2014), Archil Kurdiani, Giorgi Kurdiani

The Author and Curator of the Exhibition: Irina Kurtishvili, Cologne

Address:
National Museum of Georgia; Tbilisi History Museum (Karvasla);
#8, Sioni street, Tbilisi.


Opening: 19.00 hours, June 27, 2018
Exhibition lasts from June 28 till September 10, 2018

Links:
irinakurtishvili.com/dynasties
facebook.com/dynasties
museum.ge/dynasties
Die Böhms - Architektur einer Familie [dw.de]
Die Böhms – ein Jahr­hun­d­ert Ar­chi­tek­tur und Kunst [baumeister.de]
Die Böhms – Architektur einer Familie [zenit.org]

Monday, June 25, 2018

INDIGENOUS OUTSIDERS: Explores the endangered architectural legacy of the Adjara region’s Muslim communities in Georgia (indigenousoutsiders.com)

(indigenousoutsiders.com) Across Adjara, over fifty mosques built between 1817 and 1926 survive today—some the center of religious revival in their communities, others abandoned. This research project showcases those wooden mosques, with the aim of broadening our understanding of Georgia’s rich and varied architectural heritage

Wooden Mosques explores the endangered architectural legacy of the Adjara region’s Muslim communities. This unique architecture flourished in the decades between the twilight of Ottoman rule and the rise of Soviet power. The Lesser Caucasus’ mountainous climate provided both architectural challenges and opportunities for craftsmen who traveled freely across the Georgian-Turkish border, rendering in wood and paint what would have been stone and tile elsewhere. Moreover, these mosques feature figurative decoration often thought to be forbidden by the faith. These remote structures are architectural testaments to multi-confessionalism in the Caucasus and represent a distinctive expression of vernacular mosque design that underscores the diversity of the Muslim experience worldwide. At the same time, these buildings in their design and decoration are unmistakably Georgian mosques built under Ottoman influence rather than Ottoman mosques imposed on Georgian territory.

Across Adjara, over fifty mosques built between 1817 and 1926 survive today—some the center of religious revival in their communities, others abandoned because of secularization, depopulation, or the appeal of newly-constructed mosques built with Turkish funding, materials, and design. This research project showcases many of these historic wooden mosques, selected for their diversity in location, design, and conservation status. Through an exploration of this architectural legacy, the project seeks to broaden our understanding of Georgia’s rich and varied architectural heritage.

PROJECT TEAM
Suzanne Harris-Brandts is a Canadian architect and PhD candidate in Urban Studies and Planning at the Massachusetts Institute of Technology. Her work examines the politics of architecture, particularly with regards to symbols of power and national identity in the post-Soviet South Caucasus and Occupied Palestinian Territories. Prior to her doctoral studies, she received an MArch from the University of Waterloo. Her work has been published and exhibited in various international outlets, and she has worked at design/research practices across the globe, including in Toronto, Vancouver, London, the West Bank, and Abu Dhabi.

Angela Wheeler is a PhD student in architecture at Harvard University's Graduate School of Design. Her work explores heritage, national identity, and architectural history in the former Soviet Union. After working with the International Council of Monuments and Sites as a Fulbright research grantee in Tbilisi, she completed an MSc in Historic Preservation at Columbia University (2016). Her thesis, Socialist in Form, National in Content, investigated the historical turn in late Soviet architecture and attempts to reconcile historic preservation with Soviet ideology in the Brezhnev era. She recently contributed a chapter on mosques of Russia and the Caucasus to Rizzoli's Mosques: Splendors of Islam (2017) and is currently writing the Tbilisi volume for DOM's Architectural Guides series (2018).

Vladimer Shioshvili is a Georgian-American photographer who documents street art and urban transformations in Tbilisi. He enjoys setting up his tripod and exploring odd angles. Vladimer’s work has been published online and in print in Tank magazine, the Guardian, retrograd.co.uk, and the calvertjournal.com.


FEATURED LOCATIONS
There are over fifty mosque sites across the Adjara Region of Georgia, some of which are highlighted below. More informations: indigenousoutsiders.com/Locations



INDIGENOUS OUTSIDERS INDIGENOUS OUTSIDERS showcases the architectural heritage of Georgia's minority Muslim community in Adjara. #GrahamGrantee www.indigenousoutsiders.com

PROJECT EXHIBITION
22 JUNE -06 JULY 2018
We are pleased to announce the Tbilisi showing of our exhibition "Wooden Mosques: Islamic Architectural Heritage in Adjara" from 22 June - 06 July 2018. Please join us for the opening reception on Friday, June 22nd @ 18:30 at the gallery at 9 Atoneli St, Tbilisi.

We look forward to seeing you there!

INSTAGRAM: indigenous.outsiders
w: www.indigenousoutsiders.com

Caring for Georgia’s old wooden mosques. By Clément Girardot The Caucasian nation might be predominantly Christian Orthodox, but it also harbours a valuable, often forgotten, Muslim heritage. The architecture and photography project “Indigenous Outsiders” carried by Suzanne Harris-Brandts, Angela Wheeler and Vladimer Shioshvili aims to let people discover the old wooden mosques of the Adjara province and raise awareness about their preservation. Interview with Suzanne Harris-Brandts mashallahnews.com/caring for georgias old wooden mosques

Saturday, June 23, 2018

GEORGIAN POLYPHONY: Pearls of Georgian Chant / Artem Erkomaishvili

In 1966, Georgian folklorists, Prof. Grigol Chkhikvadze and Kakhi Rosebashvili invited the accomplished chanter Artem Erkomaishvili to Tbilisi State Conservatoire for the recording session of old Georgian sacred hymns.

The recording was performed with two tape-recorders in the so-called 'combined' manner. The first-voice part was recorded on tape-recorder and Artem tuned the second and bass parts to the top voice which was recorded with the second tape-recorder.

This way the unique recordings of all three parts of about 107 chants performed by the 79-year-old Artem survived; the recordings were cleaned, processed and the voice-parts were mixed as part of the joint project of Georgian Chanting Foundation and Tbilisi State Conservatoire.

The CD includes 37 selected chants.

℗ Tbilisi State Conservatoire, 1966
© Georgian Chanting Foundation, 2016
© Ilia Jgharkava, 2013-2016




My Grandfather, Artem Erkomaishvili (DVD and CD Included)

Authors: Anzor Erkomaishvili (Art Director of Rustavi, State Academic Ensemble of Georgian Folk Song and Dance, Tbilisi, Republic of Georgia)

Book Description:
In the book My Grandfather, Artem Erkomaishvili, the musical biography of the great Georgian singer-chanter Artem Erkomaishvili is described.

He was born to a traditional family of singers in 1887. He finished school for chanters and became a professional chanter thereafter (he knew more than 2,000 hymns). After the October Revolution, chanting was forbidden in Georgia. Artem formed a choir in Batumi that won in the first Olympiad of the Republic. Since that time, Artem Erkomaishvili’s choirs have always deserved the highest appraisals.

Though Artem experienced a difficult life that was quite painful and tragic, he channeled his talent in order to persevere. The book also comprises quite a few references about old singers-chanters.

This book informs readers about old traditions and customs like the Georgian New Year, Christmas, and Easter holidays. It also contains information on the rules for performing the traditional songs “Batonebo” (a healing song), “Alilo” (a Christmas song), “Elesa” (a work song), etc.

The book is also interesting in terms of its ethnographic point of view. Cultural activities such as tree cutting, wine-making, the distillation of spirits like Russian vodka, Japanese sake, and Georgian araki, the raising of the silkworms, or the carving of the chonguri (traditional Georgian musical instrument) are described and detailed within this monograph.

The musical epoch of Artem Erkomaishvili’s period, which was full of severe repressions under the Communist regime echoes throughout the pages. Church hymns, traditional songs, and anything connected to this question was strictly banned. Artem Erkomaishvili and his followers saved Georgian songs chants at their own risk. It is Artem’s outstanding contribution to the recognition of the Georgian polyphony as a masterpiece by UNESCO. The book will act as a detailed reference for folklorists, and lovers of Georgian folk music will enjoy it very much. (Nova)

Table of Contents:
Preface
Chapter 1. At Grandfather Artem’s Grave
Chapter 2. How I Remember Batumi
Chapter 3. The History of the Erkomaishvilis
Chapter 4. First Gramophone Records
Chapter 5. Artem Erkomaishvili at the Chant School
Chapter 6. Philimon Qoridze
Chapter 7. Artem Erkomaishvili’s Biography (His Own Handwriting)
Chapter 8. The First Group Festival in Kutaisi
Chapter 9. Artem Erkomaishvili’s Group in Leningrad
Chapter 10. Tbilisi Festival (1937)
Chapter 11. Artem Erkomaishvili’s Group on Festivals (1934-1941)
Chapter 12. How I Remember Gigo Erkomaishvili
Chapter 13. Recording of Chants in Ozurgeti (1949)
Chapter 14. How I Was Baptized
Chapter 15. VI Republican Festival
Chapter 16. Artem, the Head of Ozurgeti Choir
Chapter 17. Brothers Artem, Ladiko, and Anania Erkomaishvili
Chapter 18. Gigo Erkomaishvili’s Family
Chapter 19. Grigol Berdzenishvili
Chapter 20. Chanters Artem Erkomaishvili, Varlam Simonishvili and Dimitri Patarava
Chapter 21. Artem Erkomaishvili’s Family Tragedy
Chapter 22. Anzor Erkomaishvili in Tbilisi
Chapter 23. Giorgi Nakashidze
Chapter 24. Artem Erkomaishvili in Makvaneti
Chapter 25. Table Rules in Guria
Chapter 26. Ceremonial and Ritual Songs in Guria
Chapter 27. Nadi and Naduri (Work) Songs
Chapter 28. Artem Agriculturist
Chapter 29. Artem Erkomaishvili a Virtuosic Performer on the Chonguri
Chapter 30. Artem’s Relatives
Chapter 31. The Last Period of my Grandfather’s Life
Chapter 32. Artem Erkomaishvili’s Decease
Chapter 33. The Main Moments from Artem Erkomaishvili's Creative Life
Chapter 34. At the Tomb of Artem Erkomaishvili
Index

Series: Fine Arts, Music and Literature
Binding: ebook
Pub. Date: 2018 - 1st Quarter
ISBN: 978-1-53612-638-9
Status: AV

Further links:
GEORGIAN FOLK Artem Erkomaishvili [alazani.ge]
Analysis of the Tbilisi State Conservatory Recordings of Artem Erkomaishvili in 1966 [researchgate.net]

Friday, June 22, 2018

INTERVIEW: Lisa Batiashvili @lisabatiashvili im Gespräch mit Tina Gerhäusser / via @DeutscheWelle

Lisa Batiashvili zu Gast bei der Sendung "Der Tag" mit Tina Gerhäusser auf DW / Deutsche Welle. (19. Juni 2018)




Mehr zu Lisa Batiashvili:
www.lisabatiashvili.com
www.facebook.com/LisaBatiashvili
www.twitter.com/lisabatiashvili

Tuesday, May 15, 2018

BERLIN: bpb:Metro_ საქართველო ანიდან ჰოემდე. GEORGIEN, BUCHSTÄBLICH!

Berlin | 19. Mai 2018
Akademie der Künste am Pariser Platz
Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Tagung zu Geschichte, Kultur und Gesellschaft Georgiens am 19. Mai 2018 in Berlin [bpb.de]

bpb:METRO: საქართველო ანიდან ჰოემდე. Hätten Sie den Titel unserer aktuellen bpb:Metro-Veranstaltung lesen können? Nein? Kein Wunder, es sind die Buchstaben einer Sprache, die von nur knapp 4 Millionen Menschen gesprochen wird: Georgisch. Übersetzt heißt es: Georgien, buchstäblich! Und unter diesem Titel möchten wir in der nächsten Ausgabe unserer seit 2013 bestehenden METRO-Reihe die 33 Buchstaben des georgischen Alphabets als Symbol für Vielfalt und Einzigartigkeit aufgreifen, um so auf die Geschichte und Gegenwart des Landes multiperspektivisch und interdisziplinär einzugehen.

Anlässlich des Deutsch-Georgischen Jahres 2017/2018 veranstalten wir eine Tagung, um Georgien als Land an der Schnittstelle von Europa und Asien aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. Im Fokus stehen dabei die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Kaukasuslandes und der Umgang mit der Vergangenheit. Auch das Verhältnis zwischen Zentrum und Peripherie soll thematisiert werden ebenso wie die Vielfalt der georgischen Literatur, des Films und der Musik. Wir laden Sie herzlich ein, Georgien in Berlin mit allen Sinnen zu erleben! In Workshops gemeinsam traditionelle Tänze und Gesänge kennenzulernen, in Speed Datings mit Expertinnen und Experten einen persönlichen Zugang zum Land zu erhalten und von deren Fachwissen zu profitieren. Und die kulinarische Vielfalt der georgischen Küche zu entdecken. Am Abend tritt die Ethnojazz Band IRIAO auf, die Georgien dieses Jahr auf dem Eurovision Song Contest vertritt.

PROGRAMM

11.30 Einlass

12.00 Begrüßung Thomas Krüger
Grußwort bei der bpb:METRO-Veranstaltung "Georgien, buchstäblich" (Berlin, 19. Mai 2018) [bpb.de]
Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

12.15 – 13.15 "Mein Georgien". Lesung und Gespräch mit Nino Haratischwili
Die mehrfach ausgezeichnete georgische Schriftstellerin Nino Haratischwili, die heute in Hamburg lebt, erzählt in ihrem Epos "Das achte Leben (für Brilka)" eine Familiengeschichte, die auch die Geschichte es 20. Jahrhunderts und des Untergangs eines Imperiums – der Sowjetunion – ist. In diesem Spiegel-Bestseller wird über Frauen erzählt, über ein Matriarchat und gescheiterte Männer, aber auch über Liebe und Verrat, Mord und Intrigen. Vor allem ist es aber ein Roman über ihr Heimatland Georgien. Nino Haratischwili spricht mit Wiebke Porombka über ihren Roman, über die Auswanderung aus dem Heimatland und die Einwanderung in eine andere Sprache und über ihr Verhältnis zu beiden Welten.

13.15 – 14.30 Podium 1
Geschichte: Figurationen zwischen historischem Erbe und Gegenwart
Vor 100 Jahren, am 26. Mai 1918, wurde die Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Georgien ausgerufen. Bereits drei Jahre später endete diese kurze Epoche unter Führung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, als sowjetische Truppen das Land besetzten. Die sowjetische Periode dauerte bis 1991, als Georgien erneut unabhängig wurde. Welche Rolle spielen historische (Um)Brüche im Land heute? Wie wird das sowjetische Erbe reflektiert? Welche Bedeutung hat einer der größten Despoten der Weltgeschichte – Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili alias Josef Stalin, der aus dem zentralgeorgischen Städtchen Gori stammte, heute? Wie schreibt sich die Person Stalins in die georgische Geschichte ein? Wie hat das Land die Umwälzungen und Transformation der 1990er Jahre erlebt? Gespräch mit Lasha Bakradze (Literaturmuseum Tbilisi), Giorgi Maisuradze (Institut für Sozial- und Kulturforschung, Staatliche Ilia Universität) und Aka Morchiladze (Schriftsteller). Moderation: Zaal Andronikashvili (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin).

14.30 – 15.00 Kaffeepause

15.00 – 16.30 Podium 2
Gesellschaft: zwischen Emanzipation und Tradition
Was hält die Gesellschaft in Georgien zusammen? Wie ist das Verhältnis zwischen Tradition, Religion und global geprägter Gegenwart sowie das Verhältnis zwischen dem urbanen Zentrum Tbilisi und ländlich geprägten Peripherien? Welchen Stellenwert nimmt die Familie ein, die sich traditionell als Großfamilie versteht, und wie verhält sie sich zum westlichen Individualismus? Wie gestalteten sich die Wendejahre 1989/91 und der Übergang vom Kommunismus zum Kapitalismus in der georgischen Gesellschaft? Entwickeln sich soziale Ungleichheiten und neofeudalistische Wirtschafts- und Bildungseliten, wie es in vielen Ländern Europas zu beobachten ist? Und wie lässt sich die Position von Frauen, von Homo- und Transsexuellen in einem patriarchalisch geprägten Georgien heute beschreiben? Gespräch mit Ketevan Gurchiani (Institut für Philosophie, Staatliche Ilia Universität), Tamta Khalvashi (Anthropologin, Free University of Tbilisi) und Tamta Melashvili (Schriftstellerin). Moderation: Gesine Dornblüth.

16.30 – 17.00 Kaffeepause

17.00 – 18.30 Film und Gespräch
The Machine Which Makes Everything Disappear
Wie wächst man in Georgien auf? Welche Träume hat man als junger Mensch? Eine Filmemacherin macht sich auf die Suche, bereist Städte und Dörfer Georgiens und spricht mit Menschen über ihre Zukunft. Es entsteht ein Querschnitt der georgischen Gesellschaft, ein Flickenteppich aus persönlichen Geschichten über Träume und Scheitern, Armut und Reichtum, Krieg und Liebe. Im Anschluss an die Vorführung des preisgekrönten Films (Sundance Film Festival 2013) spricht Thomas Franke mit der Regisseurin Tinatin Gurchiani.



18.30 – 19.15 Workshops und Speed-Dating

Georgischer Tanz mit Tamta Goschadze (Tänzerin, Stuttgart)
Georgische Traditionstänze sind ein fester Bestandteil der georgischen Kulturgeschichte. Sie setzen sich aus unterschiedlichen Elementen zusammen: klassisches Ballett, Folklore und Stepptanz. Tänze Georgiens sind so vielfältig wie das kleine Land selbst und handeln von der Hauptstadt Tbilisi (Kintouri oder Dawluri), vom Leben in den Bergregionen wie Chewsureti (Parikaoba) oder dem höchsten Berg Kazbegi (Kazbeguri). Sie thematisieren Beziehungen zwischen Mann und Frau – wie der Hochzeitstanz Kartuli und der Tanz Adscharuli aus der Region vom Schwarzen Meer – oder erzählen von der ruhmreichen georgischen Königin Tamar (Samaia). Sie sind eingeladen, Geschichte und Tanz in einem Workshop kennenzulernen.

Georgischer polyphoner Gesang mit der Band IRIAO
Als "Meisterstück des kulturellen Erbes der Menschheit" preist die UNESCO den mündlich überlieferten polyphonen Gesang aus Georgien. Traditionelle georgische Musik wird immer polyphon gesungen. Wir laden unsere Gäste ein, zusammen mit den Musikern der Ethnojazz-Band IRIAO in die kollektive Harmonie des polyphonen Gesangs einzutauchen.

Speed-Dating mit Expert*innen zu Georgien
Das Format eines Speed Datings soll Ihnen im Laufe der Tagung ermöglichen, unmittelbare und persönliche Gespräche mit Expertinnen und Experten zum Thema deutsch-georgische Beziehungen zu führen.

Zaal Andronikashvili (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung, Berlin)
Irine Beridze (Kulturwissenschaftlerin, Bloggerin https://read-ost.com, Berlin)
Tamuna Gurchiani (Europe House Georgia, Tbilisi)
Ralph Hälbig (Journalist, MDR, Blogger www.georgien.blogspot.de)
Ekkehard Maaß (Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e.V.)

19.30 – 20.30 Supra: georgisch essen

20.30 – 21.30 Konzert IRIAO
IRIAO ist eine Ethnojazz-Band, die 2013 vom Komponisten David Malazonia gegründet wurde. Der Name IRIAO stammt aus einem Wortteil des berühmten georgischen Jodelstils "Krimanchuli". Der Bandmanager Malazonia gilt als einer der ersten georgischen Komponisten, die traditionelle polyphone Musik mit Jazz verbinden und neu interpretieren.



21.30 – 22.30 get together

Eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Akademie der Künste.

Auf einen Blick
bpb:Metro: GEORGIEN, BUCHSTÄBLICH!
www.bpb.de/267671
Datum: 19.05.2018 von 12 Uhr bis 22.30 Uhr (Einlass ab 11.30 Uhr)
Ort: Akademie der Künste am Pariser Platz, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist aufgrund begrenzter Platzkapazitäten unter
anmeldung-berlin@bpb.de erforderlich
Sprachen: Deutsch mit simultaner Übersetzung ins Englische

Kontakt für inhaltliche Rückfragen: Kateryna Stetsevych
Fachbereich Veranstaltungen
Friedrichstr. 50 / Checkpoint Charlie
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 254504-455
E-Mail: kateryna.stetsevych@bpb.de