Wednesday, November 14, 2018

PODIUMSGESPRÄCH: Architektur und baubezogene Kunst aus der Sowjetzeit in Georgien in Zeiten der Transition!

mit
Kuratorin Irina Kurtishvili und Autorin Nini Palavandishvili
Moderation: Adolph Stiller, Ausstellungskurator

am Mittwoch, 14.11.2018 | 18:00 Uhr
Ausstellungszentrum im Ringturm, Schottenring 30, 1010 Wien

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. +43 (0) 50 390-20299 oder per Mail an info@airt.at

Die Ausstellung im Rahmen der Reihe "Architektur im Ringturm" (11. Oktober bis 30. November) knüpft an die 2016 gezeigte Schau über die Architektur in Georgiens Hauptstadt an und wirft nun einen Blick über die Grenzen Tiflis hinaus. Die einzigartige Architekturlandschaft des eurasischen Staates an der Schwelle zwischen Europa und Asien wird präsentiert: Vom historisch verbrämten Zuckerbäckerstil, der als Zeitzeuge an die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Sowjetunion erinnert, bis hin zu atmosphärischen Ähnlichkeiten mit europäischen Städten oder Parallelen zu Europa in der alpinen Baukultur.

Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer: Georgien
von 11. Oktober bis 30. November 2018

Ausstellungsort:
Ausstellungszentrum im Ringturm (Schottenring 30, 1010 Wien)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt
(an Feiertagen geschlossen)

WICHTIG:
Angabe Copyrights / honorarfrei nur im Rahmen der Berichterstattung über diese Ausstellung und Namensnennung des Fotografen


Links:
www.airt.at


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Die Herbstausstellung der Reihe "Architektur im Ringturm" des Wiener Städtischen Versicherungsvereins steht ganz im Zeichen des kulturellen und architektonischen Reichtums Georgiens. Sie knüpft an die 2016 gezeigte Schau über die Architektur in Georgiens Hauptstadt an und wirft einen Blick über die Grenzen Tiflis hinaus: in die Stadt Gori, westlich von Tiflis im georgischen Kernland, nach Kutaissi, der zweitgrößten Stadt des Landes, in den Kurort Zqaltubo und in die Hafenstadt Batumi am Schwarzen Meer.


Einzigartige Bauten des 20. Jahrhunderts werden vorgestellt: von den in dezentem Klassizismus russischer Prägung gestalteten Jugendstilbauten in der Hauptstadt, den architektonisch sowie kulturgeschichtlich bedeutenden Bauten aus den Jahrzehnten der Zugehörigkeit zur Sowjetunion – die in Dimension, Raumkomposition und Baumaterialien eine eigenständige Entwicklung darstellen – über die markant modernistischen Architekturen aus der Regierungszeit Micheil Saakaschwilis bis hin zu den jüngsten Entwicklungen der aufstrebenden Hafenstadt Batumi.

Auch die jahrhundertealten Badehäuser in persischer Bauart, die bei den heißen Quellen in Tiflis zu finden sind, werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert.


Tiflis


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Georgien zu einer Teilrepublik der Sowjetunion. Die Folge war Gigantomie in der Baupolitik und die Abkehr vom Individualismus. Tiflis wurde zu einem der größten architektonischen Experimentierfelder der jüngeren Geschichte.
Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zog sich der Staat zurück, seitens der öffentlichen Hand wurden keine größeren städtebaulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation der Bevölkerung mehr durchgeführt. Erst dank des persönlichen Engagements von Georgiens ehemaligem Präsidenten Micheil Saakaschwili (von 2004 bis 2013, mit Unterbrechungen, im Amt) wurden im ganzen Land neue Bauprojekte realisiert. Dafür wurden Architekten von internationalem Renommee aus Deutschland, Italien und Spanien engagiert. Ihre Aufgabe sollte es sein, ein Gegengewicht zur Architektur aus der Zeit der Sowjetunion zu schaffen.

In Tiflis gilt seit Jahrhunderten höchste religiöse Toleranz. Ein architektonischer Beweis hierfür ist das Nebeneinander von 48 orthodoxen und armenisch-gregorianischen Kirchen sowie jeweils zwei Moscheen, jüdischen Synagogen und römisch-katholischen Kirchen.



TBILISI Wissenschaftliche Bibliothek des Botanischen Instituts | Library of the Institute of Botany 2009 Sulkhan Sulkhanishvili Foto | Photo: Adolph Stiller





Gori

Westlich von Tiflis, im Kernland Georgiens, liegt die Stadt Gori an der Mündung des Flusses Liachwi. Ihren Namen verdankt Gori der weithin sichtbaren Felsenfestung „Goris-Ziche" („Festung auf einem Hügel"), die auch das alte Stadtzentrum markiert.

Im Jahr 1949 wurde ein Generalplan für den urbanen Ausbau der Stadt unter Berücksichtigung des historischen Stadtbildes erarbeitet. Der Stadtkern sollte von Industriebauten verschont bleiben, es wurden nur überwiegend niedrige Bauten zugelassen. Eine neu geschaffene breite Nord-Süd-Achse verbindet das Stadtzentrum mit dem Bahnhof. Darüber hinaus wurden ein neuer Museumskomplex, ein Hotel sowie ein Forschungsinstitut errichtet.

Als Heimatstadt von Sowjet-Diktator Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (vulgo Josef Stalin) beherbergt Gori auch das Stalin-Museum.


GORI | GORI Justizpalast | Palace of Justice 2012 AG & Partners Foto | Photo: Adolph Stiller





Kutaissi

Kutaissi ist die zweitgrößte Stadt Georgiens und das kulturpolitische Zentrum im Westen des Landes. 2012 wurde der Parlamentssitz von Tiflis nach Kutaissi verlegt, in ein gläsernes, futuristisch anmutendes 200 Millionen Dollar teures Parlamentsgebäude am Stadtrand, umgeben vom „Millenium"-Park. Noch im selben Jahr wurde ein anderes großes Entwicklungsprojekt realisiert und feierlich eröffnet, der Kutaissi-David-Agmashenebeli-Flughafen.

Das architektonische Erbe der Stadt hingegen ist von bescheidenem Ausmaß: So verlor die Bagrati-Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert im vergangenen Jahr nach übermäßiger Restaurierung ihren Status als UNESCO-Weltkulturerbe. Lediglich ein großes Theaterhaus und einige Bauten aus dem 19. Jahrhundert laden noch zur Besichtigung ein.


KUTAISI Kutaissi David Agmashenebeli Flughafen | Kutaisi David Agmashenebeli International Airport 2012 Ben van Berkel, Caroline Bos, Gerard Loozekoot, UN Studio, Amsterdam Foto | Photo: Nakanimamasakhlisi




Zqaltubo

Zqaltubo ist weltweit bekannt für seine heilenden Quellen und liegt inmitten einer saftig grünen Hügellandschaft, umgeben vom Kolchischen Wald. Hier präsentieren sich kunstvoll erbaute Kurhäuser in neoklassischer Opulenz mit hohen griechischen Säulen. Vor kurzem wurde das Kurhaus Quelle Nr. 6 (eine Kombination aus Kurhaus und Hotel) saniert und modernisiert, in dem einst auch Stalin badete.

Auch ein Krückenmuseum – vermutlich das weltweit einzige seiner Art – ist in Zqaltubo zu finden und beeindruckt mit einer herausragenden Sammlung. Menschen, die am Kurort vollständig geheilt wurden, ließen ihre Krücken zurück, um so die heilenden Eigenschaften der Quellen zu bezeugen.

Zwischen den Jahren 1931 und 1956 wurde Zqaltubo maßgeblich umgestaltet. Aufgrund der geografischen Situation wurde die Stadt als Amphitheater geplant. Für die kreisförmige Anlage des Kurortes wurden 80 Hektar Territorium eingerechnet. Die Wohnbezirke verlegte man vom Zentrum nach Süden, um so den Bau des Kurorts zu sichern, der 1953 schließlich zur Kreisstadt erklärt wurde.

Die Mitte der 1940er Jahre erbaute Eisenbahn verband Zqaltubo mit der UdSSR. Der Fluss wurde vom Kurort weg und in eigene Kanäle geleitet. Rund um diese Kanäle errichtete man Ringstraßen. Das Gebiet zwischen der ersten und der zweiten Ringstraße gehörte zu den Kurhäusern, dahinter lag die Wohnzone, gefolgt von Parklandschaften und Wäldern. Der dritte Ring sollte die umgebende Landschaft zusammenfügen.


ZQALTUBO | TSKALTUBO Sanatorium »Tbilisi« | »Tbilisi« Sanatorium 1951 V. Oltrazhevski, B. Sobolewski Foto | Photo: Adolph Stiller




Batumi

Batumi ist die Hauptstadt der selbstständigen georgischen Provinz Adscharien. Die 1883 an die transkaukasische Eisenbahn angeschlossene Stadt ist nicht zuletzt wegen ihrer Raffinerie weit über die Grenzen Georgiens hinaus bekannt, in der Rohöl aus Aserbaidschan verarbeitet wird.
In den letzten Jahren erlebte Batumi einen Aufschwung, von dem zahlreiche Neubauten zeugen, darunter einige sehr gewagte und spektakuläre. Sie stehen im Kontrast zu den teilweise restaurierten und meist exotisch anmutenden dreistöckigen Gebäuden der Altstadt, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen. Die sehr bekannte, beinahe 7 km lange und im Jahr 1881 eröffnete Uferpromenade wurde komplett neu gestaltet.



BATUMI Kolonaden im Park | Colonnades in the park 1934 B. Kirakosian Foto | Photo: Adolph Stiller



Tiflis und seine Bäder

Die berühmten Bäder in Tiflis sind im nördlichen Seidabadi-Viertel beheimatet. Seit mehr als 700 Jahren werden die unter der Stadt befindlichen heißen Schwefelquellen genutzt, rund 65 Schwefelbäder zählte Tiflis im 13. Jahrhundert. Heute sind nur noch einige wenige Bäder in Betrieb, die ältesten davon datieren aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die im persischen Stil aus Backstein erbauten Bäder zeichnen sich durch halbkugelige Kuppeln aus. Im Zentrum der Badehäuser empfangen mit Marmor verkleidete Säle die Besucher. Oberhalb der Bassins befinden sich des Öfteren schmale Sitznischen, am Rand laden Bänke zum Verweilen ein.

Katalog
Architektur im Ringturm LII.: Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer: Georgien. Hg. Adolph Stiller. 180 Seiten. Beiträge von Fried Nielsen, Nini Palavandishvili, Adolph Stiller, Irina Kurtishvili. Mit zahlreichen Fotos, Plänen und Auswahlbiographie. Müry Salzmann Verlag.
Preis: 28 Euro


Thursday, November 08, 2018

PERSPEKTIVEN: Der Tourismus erhält und bedroht Georgiens Leben im Hochgebirge. Ein visueller Kommentar von Stefan Applis. via @EurasiaNet

[in english: eurasianet.org] Erzählungen einer authentischen Gesellschaft, die am Rande der Zeit lebt, können den höheren Lebensstandard in der sowjetischen Blütezeit nicht erklären.

Fotogallerie von Stefan Applies: Klick auf das Bild
Seit Ende der achtziger Jahre hat die georgische Region Svaneti mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Weit entfernt von den politischen Machtzentren haben die Menschen in der rauen Bergregion mit einer weit verbreiteten Armut zu kämpfen. Mit dem Ende der sowjetischen Subventionen verließen viele Einheimische dieses Gebiet.

Aber eine zweite Chance hat sich in den letzten zehn Jahren mit der Einnahme von Touristendollars gezeigt. Dieser Tourismus bringt eine Reihe moderner Herausforderungen mit sich, die die Zukunft der Region bestimmen werden.

In der Sowjetzeit ermutigten die Moskauer Kulturbeamten die Svanen, sich von den benachbarten Gruppen im Sowjetischen Georgien zu unterscheiden und ihr ethnisches Bewusstsein zu stärken. Gleichzeitig haben die Behörden die lokalen Traditionen, die von Moskau als illegal eingestuft wurden, nicht aufhalten können: die Rolle der Ältestenräte bei der Verteilung von Land, der Vermittlung von Vendetten und der Entscheidung über Brautentführungen.

Heutzutage dominieren Geschichten über eine authentische Gesellschaft, die am Rande der Zeit lebt, in der sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert hat - in der Tat kann man in alten Steintürmen ein märchenhaftes Leben finden - Orte wie Wikitravel, TripAdvisor, Facebook und Booking.com. Dies sind jedoch begrenzte Erzählungen mit wenig Verständnis für die Lebenswirklichkeit in Dörfern wie Ushguli, die oft wochenlang im Winter von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom sind.

Diese Geschichten erklären auch nicht den höheren Lebensstandard der sowjetischen Blütezeit, als Ushguli - eine Ansammlung von vier Weilern mit 150 ständigen Einwohnern auf 2200 Metern Höhe im Schatten des höchsten Gipfels Georgiens - täglich durch Hubschrauberflüge mit Tbilisi verbunden. Als die lokale Sekundarschule eine große Anzahl von Kindern befähigte, einen Hochschulabschluss zu erlangen.

Nach verheerenden Lawinen im Winter 1986-1987 wurden Dutzende getötet, und die sowjetischen Behörden begannen, die Bewohner von Ushguli ins Tiefland umzusiedeln.

Einige kehrten in den 1990er Jahren zurück, als das unabhängige Georgien durch Krieg und Wirtschaftskrise zerrüttet wurde. Eine andere Welle kehrte vor einem Jahrzehnt, zumindest für eine gewisse Zeit zurück, als Georgien sich auf der internationalen Szene des Abenteuertourismus etablierte. Heute, neben den von der UNESCO anerkannten Wehrturmhäusern, gibt es zahlreiche Gästehäuser, die oft miteinander konkurrieren und in der Hochsaison von Juli bis September die Preise drücken.

Die Bergbewohner haben Erfahrung mit Tourismus. In den 70er Jahren kamen Besucher aus der gesamten Sowjetunion, um einige der höchsten Gipfel des Imperiums zu erklimmen.

Damals "beherbergten wir Touristen kostenlos, weil die Gastfreundschaft Teil unserer Kultur ist. Das Tal war voller Zelte mit Bergsteigern, Historikern, Geologen und Archäologen. Heute können wir uns das nicht mehr leisten", sagte Aysir Nizharadze, der im Sommer Kartoffeln anbaut.

Heute ist Tourismus der einzige Weg, um eine Familie zu ernähren, und es zieht die Bewohner Ushgulis an, zumindest für einen Teil des Jahres zurückzukehren. Während frühere Härten dazu beigetragen haben, das Gemeinschaftsgefühl, die gemeinsame Identität und die gegenseitige Verantwortung zu festigen, zerreißt die Konkurrenz heute die Gemeinschaft.

Aufgrund der hohen Subsistenzwirtschaft in der Landwirtschaft in Georgien sind die Preise für Fleisch, Milchprodukte und Produkte niedrig. Um eine Farm in einer Region mit einem so kurzen Sommer am Laufen zu halten, muss eine Familie Touristen als zahlende Gäste anziehen.

Trotzdem führt die Verzweiflung zu Spannungen. Die Familien in Ushguli, die sich früher auf harte Zeiten verlassen mussten, konkurrieren nun darum, die Erwartungen der Touristen zu erfüllen - niedrige Preise, eine "authentische" Atmosphäre, entsprechenden Komfort und Essen. Auf diese Weise gefährdet der Tourismus bestehende Bindungen der Gemeinschaft.

"Ushguli ist nichts ohne die Menschen in Ushguli", sagte Roland Dzelidze, ein Einwohner, der sein ganzes Leben lang in Ushguli verbracht hat, ohne seinen Dienst beim sowjetischen Militär zu leisten. "Nur einige von uns sind noch übrig - es gibt also nicht genug, um einander zu helfen, wenn etwas Schwieriges getan werden muss, wie etwa die Reparatur eines Daches. Und wenn Sie Ihrem Nachbarn nicht helfen, wird er Ihnen nicht helfen. Am Ende wohnen wir wie Konkurrenten nebeneinander.“

Stefan Applis ist Professor für Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen in Deutschland.

HYBRID LAB: "Marshrutkascape" in #Berlin - Photography exhibition by ithe Italian Chiara Dazi with images from Georgia, the Republic of Moldova, and Kaliningrad (Russia) Nov 9 - 10, 2018..

Photography exhibition about Marhsrutkas, the typical minibuses in the post-Soviet countries. In collaboration with the Technical University of Berlin and the Leibniz Institute for Regional Geography (IfL).

Pop-up exhibition: two days to see a preview of my project about Marshrutkas. Get on, DON'T MISS THE BUS!


The images are shown in the Hybrid Lab, in the area of the Technical University of Berlin. Please check the map to find the right building.

FRIDAY 9th Nov. 2018
from 10am to 1pm & 4pm to 7pm

SATURDAY 10th Nov. 2018
from 10am to 1pm & 3pm to 7 pm

Hybrid LAB
Marchstraße 8
10587 Berlin

In the frame of the final conference "The Marshrutka Project: Spatial
Dynamics of Informal and Shared Mobilities [Nov. 8-10, 2018], you are invited:

The photographer CHIARA DAZI will show a preview of her ongoing photo series MARSHRUTKASCAPE with images from Georgia, the Republic of Moldova, and Kaliningrad (Russia). Up and down the minibuses, and along the roads and stories of the everyday post-Soviet landscape.

MARSHRUTKA STORIES: A VISUAL ARCHIVE presents a series of short texts and images by doctoral and post-doctoral researchers of The Marshrutka Project ("Fluid mobilities for cities in transformation: Spatial dynamics of marshrutkas in Central Asia and the Caucasus"). It offers a modest and inconsistent collection of marshrutka-related narratives and visuals, exposing a tiny share of the ways marshrutkas can be an entry point in understanding post-Soviet socio-spatial and political-economic transformations.

+++

In einer 2-tägigen Popup-Ausstellung diesen Freitag & Samstag zeigt die italienische Fotografin Chiara Dazi (Frau Lösung) eine Vorschau ihrer Fotoserie #Marshrutkascape aus Georgien, der Republik Moldau und Kaliningrad (Russische Föderation). Während der Reise in typischen Sammeltaxis (auch als „Marshrutkas“ bekannt) entlang der Straßen der Post-Sovietischen Landschaft entstanden Bilder, die sich auf den Alltag und die Geschichten ihrer Reisenden beziehen.

Chiara Dazi »MARSHRUTKASCAPE«
Nov 9 — 10, 2018
Hybrid Plattform / Hybrid Lab [Charlottenburg] (facebook.com/hybridplattform)
→ Weiterlesen auf PiB ☞ bit.ly/chiaradazi
→ Read more on PiB ☞ bit.ly/ChiaraDazi

Image: © Chiara Dazi (facebook.com/fraulosung)
instagram.com/frau_loesung

Monday, November 05, 2018

BUCH: Georgien, neu buchstabiert: Politik und Kultur eines Landes auf dem Weg nach Europa. via @transcriptweb

Veröffentlichungsort: Bielefeld
Veröffentlichungsdatum: Oktober 2018
Seitenanzahl: 204
Lizenz: All rights reserved.
Sprache der Publikation: Deutsch
ISBN: 978-3-8376-4533-0

Georgien ist ein Land, das neugierig macht. Christlich geprägt, doch bis zur Unabhängigkeit 1991 Teil der Sowjetunion, liegt es auf der Grenze zwischen Ost und West und sucht seinen ganz eigenen Weg nach Europa. Dieser Band mit kritischen Beiträgen vor allem junger georgischer Autorinnen und Autoren zeichnet das Porträt eines faszinierenden Landes voller Geschichte, Kultur und Vitalität.


Thursday, October 18, 2018

CALL: Citizen journalists, journalism students, or freelance journalists at any age (Azerbaijan, Armenia and Georgia) or from Russia - for Online story competition – Call for works/articles - [kulturaktiv.org]

!!! Follow your “Traces Of Togetherness”!!!

Online story competition for citizen journalists, students of journalism and freelance journalists, no age limit [in deutsch: kulturaktiv.org/onlinewettbewerb]

Period: September, 27th – October, 27th 2018

Deadline: 27.10.2018



Are you a curious person? Are you interested to look over the edge of your neighborhood? We would like to invite you to join our network of people who like to search for and share their stories about foreign roots in their own environment.

Who can apply?

We’re looking for citizen journalists or a student of journalism or a freelance journalist from one of the South Caucasian Countries (Azerbaijan, Armenia and Georgia) and from Russia.
In general you should be an open minded person who like to exchange experiences and opinions with others despite of political, ethnical and /or social differences.

What to apply with?

If you are from Azerbaijan, Armenia or Georgia we would like to watch, see and hear your stories about traces of Russian culture, history, architecture, …. of common roots of each other’s culture in your own environment.
Or if you are from Russia tell your stories about traces of Caucasian cultures.

Send us your personal photo- (JPG or TIFF files) video- / text and/or multi-media story.
The language of your story has to be English or Russian.
Please name your story files: your family name_country code_ (and numbers, if necessary).

Please send your story data via wetranfer.com (or another data transfer platform) to competition@kulturaktiv.org

What will happen with your works?

The results will be selected and jugged by a jury of media experts. Most of them will be published on our Kulturaktiv-website (www.kulturaktiv.org) as well as on our fb-site "Traces of Togetherness". The best fifteen articles will be published in a special brochure which will be released at the end of this year.
The three most convincing stories will be awarded with price money of 100 Euro each.
For further information, please contact: competition@kulturaktiv.org

The competition is organized by NGO Kultur Aktiv e.V. (www.kulturaktiv.org) based in Dresden/Germany and financed by the Foreign Office of Germany.

Wednesday, October 17, 2018

PROGRAMM: Georgien zu Gast in Tübingen vom 15. – 31. Oktober 2018 [georgien-tuebingen.de]

[georgien-tuebingen.de] Unmittelbar nach dem Abschluss der Frankfurter Buchmesse, deren Gastland dieses Jahr Georgien ist, veranstalten wir im "Deutsch-Georgischen Freundschaftsjahr" ein Kulturprojekt in Tübingen.

Das Projekt nennt sich "Georgien zu Gast in Tübingen". Im Zeitraum vom 15. – 31. Oktober 2018 finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen (Lesungen, Filme, Präsentationen usw.) statt.

Wir möchten mit diesem Kultur-Austausch neue Blinkwinkel ermöglichen und damit ein gegenseitiges Verständnis beider Länder und der Menschen füreinander fördern und vertiefen.

Unser Programm

* Montag 15.10.2018, 14 -18 Uhr:

WORKSHOP Wandernde Dinge. Geschichte und Materialität

Universität Tübingen, Brechtbau R 215, Wilhelmstraße 50

* Montag 15.10.2018: Lesung Iuona Guruli: "Wenn es nur Licht gäbe, bevor es Dunkel wird"

Iunona Guruli schafft georgische Geschichten, die wie wundersame Filme sind und immer zu früh enden. Ein flauschig-weicher Vogel, der vergessen in der Manteltasche zum Schutzpatron eines jungen Mädchens wird. Die zauberhaften Märchen des verlorenen Vaters, die der jungen Frau in tiefster Dunkelheit beistehen. Es sind zarte Momente wie diese, voller Schmerz, Liebe und Hoffnung, die Iunona Gurulis Erzählungen einer zerrissenen georgischen Jugend zum Strahlen bringen und sie zu einer der aufregendsten weiblichen Stimmen der georgischen Gegenwartsliteratur machen.

20 Uhr, Quichotte Kabinett, Bei der Fruchtschranne 10, Tübingen

* Dienstag, 16.10.2018: Lesung Anna Kordsaia-Samadaschwili: "Wer hat die Tschaika getötet?"

Die Polizeiermittler sind überfordert. Sie werden von den Verdächtigen, den Freunden der Ermordeten, nach Strich und Faden an der Nase herumgeführt, so wie auch der Leser. Die Freunde wissen, wer sie umbrachte, geben aber nichts preis. Warum, erschließt sich nach und nach aus den vielen Geschichten, die sich diese bunte, unkonventionelle, grelle Schar über die Tote und sich selbst erzählen. Ein dichter und sehr raffiniert erzählter Roman. Das Kriminalelement ist ein Kniff für das äußerst spannende Enthüllen eines Panoramas ungewöhnlicher Lebensgeschichten und Figuren, ein Plädoyer für die Möglichkeit verschiedenster Lebensentwürfe und für Toleranz und Zusammenhalt.

20 Uhr, Club Voltaire, Haaggasse 26b, Tübingen

* Donnerstag, 18.10.2018: Von Georgien erzählen: Adolf Endlers poetischer Reisebericht und der 'Kaukasische Divan'

Ein sehr persönlicher Reisebericht über Georgien, der über Menschen, Geschichte und Poesie dieses Landes Auskunft gibt.

20 Uhr, Quichotte Kabinett, Bei der Fruchtschranne 10, Tübingen

* Freitag, 19.10.18: Filmvorführung "Berge von Jolie / Jolie’s Mountains /ჟოლის მთები"

Ein Dokumentarfilm von Natia Arabuli

Die in der georgischen Hauptstadt Tbilissi aufgewachsene Ärztin Lela hat den Oberst Gogi aus Khevsureti (Nord-Georgien) geheiratet. Nach ihrer Hochzeit kehrt sie mit ihrem Ehemann an ihren Geburtsort in den Kaukasus zurück und beginnt dort ein neues Leben auf dem Land. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist dort die gesamte Infrastruktur, einschließlich eines medizinischen Dienstes, abgebaut worden. Als die Ärztin nach so langer Zeit wieder dort ankommt, erlebt sie eine harte Zeit. Die Städterin Lela fühlt sich verloren und sie versucht, das alte sowjetische Gebäude für das touristische Zentrum zu rekonstruieren. Ihr Mann Gogi ist damit nicht einverstanden und widerspricht ihr. Aus seiner Sicht ist diese Arbeit Zeitverschwendung. Außerdem haben sie unterschiedliche Einstellungen zu der alten Tradition der „Stsorproba“, die für Frauen einen ganz besonderen Lebensstil und besondere Verhaltensweisen vorsieht: Jungfrauen sind dazu verpflichtet, als Ausdruck der Gastfreundschaft die gesamte Nacht mit einem fremden Gast in einem Bett zu verbringen – aber ohne Geschlechtsverkehr.

18 Uhr, Kino Arsenal, Hintere Grabenstraße 20

* Sonntag, 21.10.2018: Handschattentheater "Budrugana-Gagra"

Das Handschattentheater Budrugana formierte sich 1982 in Tiflis, 2002 stießen zu diesem Ensemble Flüchtlinge aus Abchasien hinzu, seitdem nennt es sich Budrugana-Gagra. Das Ensemble ist inzwischen weltweit unterwegs.

Bei ihren einzigartigen Auftritten gestalten die Mitglieder Schatten ausschließlich mit ihren Händen und beweisen darin eine hohe künstlerische Meisterschaft. Die aus Musik und Handschattenbewegungen bestehenden Darbietungen „sprechen“ für sich selbst und benötigen daher keine Übersetzungen

18 Uhr, Kino Museum, Am Stadtgraben, Tübingen

* Mittwoch, 24.10.2018: Lesung Nino Haratischwili: "Die Katze und der General"

Alexander Orlow, ein russischer Oligarch und von allen "Der General" genannt, hat ein neues Leben in Berlin begonnen. Doch die Erinnerungen an seinen Einsatz im Ersten Tschetschenienkrieg lassen ihn nicht los. Die dunkelste ist jene an die grausamste aller Nächte, nach der von der jungen Tschetschenin Nura nichts blieb als eine große ungesühnte Schuld. Der Zeitpunkt der Abrechnung ist gekommen.

Nino Haratischwili spürt den Abgründen nach, die sich zwischen den Trümmern des zerfallenden Sowjetreichs aufgetan haben. Sie schafft einen spannungsgeladenen, psychologisch tiefenscharfen Schuld-und-Sühne-Roman über den Krieg in den Ländern und in den Köpfen, über die Sehnsucht nach Frieden und Erlösung.

20 Uhr, Kino Museum Tübingen, Am Stadtgraben 2 (Kino 1) Buchhandlung Osiander

* Donnerstag, 25.10.2018: Diskussion/Reportage "Eine Geschichte von Emigration und Remigration"

Das 200. Jubiläum der Auswanderung von Schwaben nach Georgien ist nicht nur Geschichte. In den Familien der inzwischen Remigrierten ist der oft beschwerliche, gefährliche und wenig bekannte Weg vieler Menschen auch aus Tübingen und Umgebung noch immer lebendig. Diese Lebens- und Wanderungsgeschichten verschiedener Familien haben Studierende innerhalb eines Seminars im Sommersemester an der Universität Tübingen in Kooperation mit dem SWR aufgezeichnet. Thomas Hagenauer vom SWR stellt mit den Studierenden das Projekt und die dabei entstandenen Interviews und Fotostrecken vor. Außerdem befragen sie einige Remigrierte live zu ihrer Familiengeschichte.

Veranstalter: Universität Tübingen, Stadtmuseum Tübingen, SWR

18 Uhr, Stadtmuseum Tübingen, Kornhausstraße 10

* Freitag, 26.10.2018: Erzählungen Roger Sonnewald "Über die Georgische Buchsammlung beim J.J. Heckenhauer"

Das fast 200 jährige Antiquariat Heckenhauer ist seit je her auf Philologie spezialisiert.

Waren es früher die Sprachen der Antike , Griechisch und Latein, sind es seit mehr als 70 Jahren jetzt die Sprachen und Kulturen Osteuropas und Asiens. Dazu zählt auch Georgien. Wir haben einige Bücher auf Georgisch und über Georgien, darunter auch dieser Lagerfund, der wiederum in zweifacher Hinsicht mit Tübingen verbunden ist, denn dieses Buch wurde auch in Tübingen verlegt und gedruckt. Um dieses Buch und die Geschichten über Bücher aus Georgien, wird sich die Soiree im Antiquariat / Hessekabinett drehen

18 Uhr, J.J. Heckenhauer e.K., Hesse-Kabinett, Holzmarkt 5, Tübingen

* Sonnabend, 27.10.2018: Jazz aus Georgien

Konzert mit Papuna Sharikadze um 20.30 im Sudhaus

* Sonntag, 28.10.2018: Reportage/Diskussion. "Georgien mit unseren Augen"

Zeitenspiegel-Reportagenschule

Nachwuchs-Journalisten der Reutlinger Reportageschule bereisten im vergangenen Jahr Georgien, um sich ein eigenes Bild von Land und Leuten zu machen. Ihre Multi-Media-Reportagen stellen sie bei der Veranstaltung in Tübingen vor, außerdem wird die georgische Journalistin Edita Badasyan über die Situation der Medien und der Pressefreiheit in Georgien berichten.

11 Uhr, Liquid Bar, Schmiedtor Straße 17, Tübingen

* Dienstag, 30.10.2018: Tafel und Mahl სუფრა ნადიმი

Georgische Tischtradition als ein Teil der georgischen Kultur. Nach traditionell-orientalischer Art wird ein Wechsel verschiedener Speisen zelebriert, die in kleinen Tontöpfen serviert werden, nach einander den Tafel füllen und "den Tischtuch verdecken". Die Kaukasische Gewürze sollte das Neuland zum entdecken sein.

Veranstalter: Gaststätte Stern Menüpreis: 55,00 pro Person

19 Uhr, Gaststätte Stern, Lange Gasse 4, Tübingen

* Mittwoch, 31.10.2018: Ausstellungseröffnung von Nerse Batsashi

"Mit der Macht der Kunst erbaue ich Brücken und zersprenge Grenzen"

12 bis 16 Uhr, Gaststätte Stern, Lange Gasse 4, Tübingen

* Montag, 5.11.2018: FILM "Money"

Film von Gela Babluani

Die Zeiten sind hart für Danis und Eric, zwei Freunde aus der Kindheit, die darum kämpfen, über die Runden zu kommen, indem sie an den Docks in Le Havre arbeiten. Eines Nachmittags nimmt Erics Schwester Alex unerwartet an der Übergabe eines Koffers voller Tickets teil und beschließt, dem Mann zu folgen, der das Geld zurückerhalten hat. Alex überzeugt Eric und Danis, dass dieser Geldfluss ihr Leben verändern könnte. Die drei Freunde beschließen, das Haus auszurauben. Als sie ankamen, entdeckten sie einen Mann, der sich erhängen wollte, Mercier, dessen Identität und Bedeutung sie nicht kannten. Ein Katz- und Mausspiel mit einem unerbittlichen Szenario erwartet sie und verwandelt ihre Nacht in eine Hölle.

MONEY ist ein Genrefilm, etwas altmodisch, mit den wahren Codes der Detektivfiktion, ohne Kompromisse. Eine Geschichte, die dazu bestimmt ist, am Rande des Rasierers zu stehen. Eine Menschheitsgeschichte, die unter keinen Umständen betrügt. Es ist eine Geschichte, in der der Sinn für Moral gerade in den unmoralischen Handlungen der Protagonisten zu finden ist.

Production companies: Electrick Films, Les Films de la Strada, Jerico

Cast: Vincent Rottiers, George Babluani, Louis-Do de Lencquesaing, Charlotte van Bervesseles, Benoit Magimel, Anouk Grinberg, Feodor Atkine, Olivier Rabourdin

Director-screenwriter: Gela Babluani. Producers: Gela Babluani, Hubert Caillard, Dominique BoutonnatDirector of photography: Tariel Meliava

Filmtage Tübingen Christopher Buchholz

20 Uhr, Arsenal Kino, Hintere Grabenstraße, Tübingen

Tuesday, October 09, 2018

PRESSEMITTEILUNG: Georgia – Made by Characters. Der Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2018 ist so einzigartig und kunstvoll wie sein Alphabet. @geo_characters

Pavillon von George Bokhua Studio und Multiverse Architecture aus Tbilisi
[georgia-characters.com] FRANKFURT. Mit Georgien präsentiert sich eine jahrtausendealte Kulturnation vom 10. bis 14. Oktober 2018 als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Die georgischen „characters“, die 33 kunstvoll geschwungenen Buchstaben des einzigartigen Alphabets, zählen zum UNESCO-Welterbe und prägen das Motto des Ehrengastauftritts: Georgia – Made by Characters. Das Land zwischen Europa und dem Kaukasus stellt dabei nicht nur seine Geschichten und Werke vor, die in dieser faszinierenden Schrift niedergeschrieben wurden, sondern auch die Charaktere, die dahinterstehen: Autor*innen, Künstler*innen, Musiker*innen – kurzum, die Georgier*innen selbst. Über 150 Neuerscheinungen wurden im Gastlandjahr auf dem deutschsprachigen Buchmarkt herausgegeben. 70 deutschsprachige Verlage haben Titel zu Georgien in ihrem Programm. Seit der Gründung des Georgian National Book Center (2014) und der Einführung des Übersetzungsförderungsprogramms (2011) sind insgesamt 200 Titel aus dem Georgischen in deutscher Sprache erschienen. Mehr als 70 Autor*innen kommen nach Deutschland und werden auf der Frankfurter Buchmesse und in der Stadt Frankfurt ihre Werke auf insgesamt 350 literarischen Veranstaltungen – von Lesungen bis Konferenzen – persönlich vorstellen. Rund 100 Kulturevents laden zu weiteren spannenden Entdeckungen des Landes ein. Das Herz des Ehrengastauftritts ist der Pavillon auf dem Messegelände, der in seiner Gestaltung an die 33 Buchstaben angelehnt ist. Hier wird täglich ein umfangreiches und hochkarätiges Literatur- und Kulturprogramm geboten: von Lesungen und Diskussionen bis hin zu klassischer und elektronischer Musik.

Von Klassik bis Zeitgeist – Neue Bücher aus und über Georgien

Vom historischen Heldenepos über die scharfzüngige Satire bis zum persönlichen Bericht aus dem Gulag – die Neuerscheinungen in deutscher Sprache spiegeln die historische und kulturelle Vielfalt des Landes wider, dessen Literatur bereits im 5. Jahrhundert mit dem hagiographischen Werk Das Martyrium der Heiligen Schuschanik begann. Dabei werden auch unterschiedliche Genres abgedeckt: von Romanen, Krimis, Erzählungen, Märchen und Sagen bis hin zu georgischen Epen und Anthologien georgischer Poesie, Sachbüchern, Kinder- und Jugendbüchern sowie Sammlungen kritischer Essays. Auch zahlreiche „Klassiker“ der georgischen Literatur können von den deutschsprachigen Leser*innen nun entdeckt werden. So etwa das georgische Nationalepos von Schota Rustaweli Der Recke im Tigerfell (Reichert Verlag, 2014) aus dem 12. Jahrhundert, das nun auch in einer modernen Prosaversion unter dem Titel Der Held im Pardellfell, nacherzählt von Tilman Spreckelsen und illustriert von Kat Menschik (Galiani Verlag), erschienen ist. Von Micheil Javakhishvili (1880–1937), dem Begründer der modernen georgischen Prosa, sind sieben Titel in deutscher Sprache erhältlich. Mit Awelum, Der Korb und Der Garten der Dariatschangi (Matthes & Seitz Berlin) von Otar Tschiladse (1933–2009) sind drei Werke eines Vertreters der Weltliteratur erschienen, der bereits zweimal für den Literaturnobelpreis nominiert war.

Über 70 georgische Autor*innen kommen zur Frankfurter Buchmesse

Mehr als 70 georgische Autor*innen werden in den kommenden Tagen Frankfurt zu Gast sein und ihre Bücher vorstellen. Darunter Aka Morchiladze, einer der derzeit angesehensten georgischen Schriftsteller. Von dem in London lebenden Autor, der über 30 Werke veröffentlichte, erschienen gleich mehrere Bücher in deutscher Sprache: Santa Esperanza und Obolé (beide Mitteldeutscher Verlag) sowie Reise nach Karabach und Der Filmvorführer (beide Weidle Verlag). Er und die hierzulande wohl bekannteste Autorin Nino Haratischwili werden bei der Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse sprechen. Die in Hamburg lebende Autorin stellt ihr neues Buch Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt) vor. Erwartet werden auch weitere der vielen engagierten georgischen Frauen, etwa Naira Gelaschwili, eine wegen ihrer nonkonformistischen Prosa beliebte Schriftstellerin, die mit ihrem 1982 unter schwierigen Umständen in Georgien veröffentlichten Buch Ich fahre nach Madrid (Verbrecher Verlag) ein glühendes Plädoyer für die Kraft der Fantasie hält. Oder Tamta Melaschwili, eine Aktivistin der feministischen Bewegung, die in ihrem neuen Werk Marines Engel (Wieser Verlag) in literarischer Form versucht, den Ursprung von Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Unterdrückung zu begreifen. Anna Kordsaia-Samadaschwili hält mit Wer hat die Tschaika getötet (Verlag Hans Schiler) ein Plädoyer für Toleranz, und Nana Ekvtimishvili gibt den rebellischen Mädchen und Frauen in der georgischen Gesellschaft in ihrem Buch Das Birnenfeld (Suhrkamp Verlag) Gesicht und Stimme.

Ein dunkles Kapitel der Landesgeschichte schlägt Lewan Berdsenischwili, ehemaliger Direktor der Georgischen Nationalbibliothek, auf. In seinem Buch Heiliges Dunkel – Die letzten Tage des Gulag (Mitteldeutscher Verlag) erzählt er von seiner Zeit als politischer Häftling. Guram Dotschanaschwili schuf mit seinem Klassiker Das erste Gewand (Carl Hanser Verlag) eine Fabel über Tyrannei und Sehnsucht und ein virtuoses Sprachkunstwerk. Archil Kikodze fängt mit seinem neuen Roman Südelefant (Ullstein Verlag) den georgischen Zeitgeist ein. Und schließlich stellt Lasha Bugadze, der wegen seiner scharfen Satire zu sozial-politischen Themen stets im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses steht, in Frankfurt sein neues Buch Der erste Russe (Frankfurter Verlagsanstalt) vor. Auch das in Georgien sehr beliebte Genre Lyrik ist stark vertreten, und so kommt etwa mit Besik Kharanauli auch einer der bekanntesten georgischen Dichter nach Frankfurt. Alle Neuerscheinungen unter: www.georgia-characters.com/Translations

Umgeben von den 33 Buchstaben: Der Ehrengast-Pavillon auf der Frankfurter Buchmesse

Die Vielfalt der georgischen Kultur und Literatur wird vor allem im Ehrengast-Pavillon (Forum / Ebene 1) erfahrbar. In dem von George Bokhua Studio und Multiverse Architecture aus Tiflis gestalteten Raum spielen die Buchstaben des georgischen Alphabets, das seit 2016 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturguts steht, eine herausragende Rolle: In dem von den 33 Schriftzeichen inspirierten Ambiente werden nicht nur die georgischen Neuerscheinungen präsentiert, es öffnen sich auch 33 Türen, 33 Lieder erklingen, 33 Boote segeln und 33 Brote werden gebacken. Der Pavillon wird zur Bühne für ein umfangreiches Programm mit Lesungen und Live-Musik. Jeden Tag klingt der Messetag um 17 Uhr bei der Happy Hour aus; etwa bei den Techno-Klängen vom Haus-DJ des berühmten Clubs Bassiani aus Tiflis oder beim Auftritt des georgischen Nationalballetts Sukhishvili. Georgischer Wein und landestypische Spezialitäten bringen die Besucher*innen auf den besonderen Geschmack. Krönender Abschluss des Ehrengast-Programms ist die traditionelle GastRollen-Übergabe u.a. mit dem georgischen Autor Zurab Karumidze und der norwegischen Schriftstellerin Åsne Seierstad (14. Okt., 15:30 Uhr).

Begegnungen mit georgischen Autor*innen, Künstler*innen und Kreativen sind ebenso bei Veranstaltungen und Lesungen auf dem gesamten Messegelände möglich, so auch am Nationalstand Georgien (Halle 5.0, B100), am Stand für Kinder- und Jugendliteratur (Halle 3.0, F152), bei THE ARTS+ (Halle 4.1, N67, N71 u.a.), auf der Agora und in der Gourmet Gallery (Halle 3.1, L140, L146). Auch die „Wissenschaft – Made by Characters“ sowie die Innovations- und Technologieagentur präsentieren sich (Halle 4.2, E93, B85). Eine Vielzahl an Vorträgen und Lesungen gibt es dazu auch an anderen Orten, so etwa im Rahmen des städtischen Lesefests OPEN BOOKS oder beim BOOKFEST, dem Festival der Frankfurter Buchmesse.

Ausstellungen, Performances, Filme: Georgien in Frankfurt

Außerhalb des Messegeländes geben zahlreiche Events vom Theater über Performance bis zur Ausstellung weitere Einblick in die facettenreiche Kulturlandschaft. Das Programm in Frankfurter Museen und Kultureinrichtungen vereint das Beste aus Urgeschichte, antiker und zeitgenössischer Kunst, Fotografie, Architektur, Design, Typografie und Illustration. Zu den Höhenpunkten zählen die Ausstellung „Medeas Liebe und die Jagd nach dem Goldenen Vlies“ in der Liebieghaus Skulpturensammlung mit herausragenden archäologischen Funden und antiken Kunstwerken aus Georgien sowie „Gold & Wein. Georgiens älteste Schätze” im Archäologischen Museum Frankfurt. Unter dem Motto „Tiflis on my Mind“ im Klingspor Museum in Offenbach steht erstmals das georgische Alphabet im Zentrum einer Ausstellung. Freund*innen zeitgenössischer Kunst können sich auf den Film „All is fair in Dreams and War“ von Andro Wekua, einem der populärsten zeitgenössischen Künstler Georgiens, sowie die erste Einzelausstellung zu Thea Djordjadze, einer der profiliertesten Künstlerinnen Georgiens, freuen. Weltberühmte Musiker*innen stimmen das Publikum auch musikalisch auf das Gastland ein, so etwa die Pianistin Khatia Buniatishvili bei der Eröffnungszeremonie der Buchmesse, der Jazz-Pianist Beka Gochiashvili und viele andere beim Konzert des TV-Senders ARTE und nicht zuletzt die Geigerin Lisa Batiashvili mit dem Georgian Philharmonic Orchestra sowie dem Gori Frauenchor beim Konzert in der Alten Oper Frankfurt. Ergänzt wird das Programm durch eine Reihe von Inszenierungen bedeutender georgischer Theaterensembles, darunter das renommierte Rezo Gabriadze Puppentheater, das Tumanishvili Film Actors Theatre sowie das Tskhinvali Staatstheater. Auch Filmfreund*innen kommen auf ihre Kosten, etwa bei einer Filmreihe im Deutschen Filmmuseum sowie bei der Buchvorstellung und Filmvorführung rund um den georgischen Filmemacher, Drehbuchautor, Schauspieler und Maler Kote Mikaberidze.

Georgia is cooking – kulinarische Erlebnisse in ganz Frankfurt

Nicht nur im Georgien-Pavillon und in der Gourmet Gallery können Messebesucher*innen auf den besonderen georgischen Geschmack kommen. Unter der Motto „Georgia is cooking“ macht Veranstalter Leon Joskowitz mit fünf georgischen Top-Köch*innen und kulinarischen Botschafter*innen, darunter die gefeierte Köchin Tekuna Gachechiladze, die eigens zur Buchmesse nach Frankfurt reisen, die kulinarische Vielfalt des Landes auch im Frankfurter Stadtgebiet erlebbar, etwa mit der Reihe „Books n‘ Wines“.

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Mirjam Flender, Kirsten Lehnert

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Friday, October 05, 2018

GESPRÄCHSZEIT: Nino Lejava - Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung South Caucasus in Georgien. via @radiobremen

Nino Lejava im Podcast
(Klick auf das Bild)
[radiobremen.de] Ihr Land können die meisten Menschen im Westen nicht so richtig auf der Landkarte verorten. Es ist ein Land, das sich viele wohl als grau, düster und kalt vorstellen – und das in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist. Ein guter Anlass für Nino Lejava, die vor Ort die Grünen-nahe Böll-Stiftung leitet, um mit Klischees rund um ihre Heimat aufzuräumen.

Im Norden Russland, im Südwesten die Türkei, im Südwesten der Iran – Georgien muss sich gegen mächtige Nachbarn behaupten. Aber dennoch gehört es zu den Ländern, die im Westen oft unterschätzt werden. Dort wurde einst der Weinanbau erfunden, der immer noch eine große Rolle spielt, es gibt Skigebiete, Strände am Schwarzen Meer und das Land hat sogar eine eigene Schrift. Es ist aber auch das Geburtsland Stalins und Georgien ächzt unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nino Lejava erlebt all das jeden Tag. In Tiflis leitet sie die Heinrich-Böll-Stiftung und beschäftigt sich intensiv mit den politischen Veränderungen im Land, zum Beispiel mit dem erfolgreichen Kampf gegen die Korruption im Land.

"Das war früher ein großes Problem. Heute ist es gerade umgekehrt, wo Georgien für viele verschiedene Länder das Musterbeispiel gibt, dass man das Problem auch bekämpfen könne, wenn der Wille da sei."

Menschen für Demokratie begeistern

Ihre Eltern schickten Nino Lejava als Kind in einen privaten Kindergarten. Dort lernte sie deutsch, was zu Sowjetzeiten noch als Bildungssprache galt. Durch ein Schüleraustauschprogramm verbrachte sie die 11. Klasse in einem bayerischen Internat, wo sich ihre Sprachkenntnisse verfestigten. Das Jura-Studium führte sie dann noch einmal nach Deutschland, nach Hamburg. Als Leiterin des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie heute die Menschen in der Südkaukasus-Region, die sich für Demokratie einsetzen.

"Gerade heutzutage sehen wir auch in Deutschland wie wichtig es ist, sich tagtäglich in Deutschland für die Demokratie einzusetzen und auch Menschen für die Politik zu begeistern."

Einsatz für Naturschutz und Frieden

Auch für "grüne" Themen will Nino Lejava die Menschen in ihrem Land sensibilisieren. Georgien leide als ehemalige Sowjetrepublik immer noch unter umwelt- und naturschädlicher Wirtschaftspolitik, sagt die Juristin. Die Böden wurden ausgebeutet, das Grundwasser oft verseucht. Außerdem leidet das Land unter dem geopolitischen Konflikt mit Russland. Vor zehn Jahren noch standen sich Russen und Georgier in der Region Abchasien und Südossetien mit Panzern gegenüber. Derzeit gibt es keine Kampfhandlungen, aber "der Krieg geht voran", weiß Nino Lejava. Der Konflikt führe unter anderem dazu, dass es sehr viele Binnenflüchtlinge in Georgien gebe.

"Das prägt die Gesellschaft immer noch, weil die Menschen noch hoffen, in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen. Aber diese Hoffnung wird immer weiter vertagt durch die politische Situation in der Region."

Gastland der Frankfurter Buchmesse

Jedes Jahr darf ein anderes Land seine Literatur und Kultur auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. In diesem Jahr hat Georgien die Chance, den Blick der Deutschen auf ihr Land zu ändern. Vorab erzählt Nino Lejava, die Leiterin der Böll-Stiftung in Tiflis, wie Bremen nach der georgischen Unabhängigkeitserklärung geholfen hat, ein neues Rechtssystem im Land aufzubauen, von welchen Kulturen die georgische Küche beeinflusst wurde und wie die christliche Kirche das Land immer noch prägt.

Das Gespräch zum Anhören:
"Georgien war jahrhundertelang Spielfeld von Großmächten" – Nino Lejava, Leiterin Böll-Stiftung Tiflis, [37:53]

Moderation: Jutta Günther

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Oktober 2018, 18:05 Uhr

Weitere Informationen:

Alle Gespräche im Überblick


Gesprächszeit: Nino Haratischwili, Autorin am 08.10.2018, 18.05 Uhr [radiobremen]