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[rotpunktverlag.ch] »Mit sieben war sie ein Flüchtlingskind in Tiflis. Mit 30 ist sie eine italienische Schriftstellerin, die ein nicht nur in literarischer Hinsicht überraschendes Buch vorlegt.«
La Stampa
Zwei Freunde, die russische Revolution, Verrat und der "graue Niedergang der großen Ideale" - das alles, dabei zwischen Zarenzeit, Revolution und den 50ern hin- und herspringend und mit einer ordentliche Prise Ironie gewürzt - verarbeitet die georgische Autorin Ruska Jorjoliani in ihrem Debütroman "Du bist in einer Luft mit mir". Lesen Sie hier einen Auszug.
Ruska Jorjoliani: Du bist in einer Luft mit mir
Roman
Aus dem Italienischen von Barbara Sauser
Rotpunktverlag, Zürich 2018. 216 Seiten, gebunden, 22 Euro
Erscheint am 23. Juli 2018
Mehr Informationen beim Rotpunktverlag
Klappentext: Dimitri und Viktor wachsen in Miroslaw auf, wo Pferdemistinseln die schlammige Hauptstraße zieren. Das kyrillische Abc lernen sie beim alten Diakon, Dimitri hat gern Metaphern, während Viktor Linien in sein Notizbuch kritzelt. Nach ihrer Studienzeit in Moskau hocken sie, nun Lehrer und Ingenieur und beide Nachwuchs erwartend, im Abstellraum des Schulhauses und gönnen sich täglich eine Partie Schach. Nur über die Revolution sind sie geteilter Meinung, und als Dimitri eines Tages das Leninporträt in hohem Bogen aus dem Fenster des Klassenzimmers wirft, wird sein Freund gegen ihn aussagen.
Dieses Verhängnis können die Kinder, Kirill und Sascha, die später wie Brüder sind und reden und sich kleiden wie ihr Lieblingsdichter Puschkin, nur erahnen. Aber einem von ihnen, schließlich in die Jahre gekommen und "Buchstabenhüter" an der Solschenizyn-Bibliothek, verdanken wir die Geschichte: Er erschafft mit dieser ironischen doppelten Familiensaga, die spielerisch zwischen der Zarenzeit, der russischen Revolution und dem "grauen Niedergang der großen Ideale" hin- und herspringt, ein neues literarisches Genre - und kann so doch noch die Hoffnung auf einen Dichter aus Miroslaw erfüllen.
Zur Autorin: Ruska Jorjoliani wurde 1985 in Mestia, Georgien, im Großen Kaukasus geboren. Anfang der Neunzigerjahre flüchtete die Familie vor ethnischen Säuberungen nach Tiflis, wo Ruska Jorjoliani, ausgehend von regelmäßigen Aufenthalten bei einer Gastfamilie in Palermo, später das italienische Gymnasium besuchte. Seit 2007 lebt sie fest in Palermo und hat dort ein Philosophiestudium abgeschlossen. Als sie mit italienisch verfassten Gedichten einen Literaturwettbewerb gewinnt, entscheidet sie sich, ihren ersten Roman, "Du bist in einer Luft mit mir" (2016), auf Italienisch zu schreiben - mit einem Gedichtanfang von Boris Pasternak als Titel.
Mehr:
twitter.com/ruskajorjoliani
facebook.com/ruska.jorjoliani
(septime-verlag.at) Roman - Aus dem Georgischen von Nino Osepashvili & Eva Profousová
Die siamesischen Zwillinge Lina und Diana sterben unter mysteriösen Umständen. Erst danach erfährt ihr Vater Rostom von deren Existenz, und dann, Seite für Seite, über das Leben seiner Töchter und deren unterschiedliche Persönlichkeiten in ihren ergreifenden Tagebucheinträgen.
Die beiden gegensätzlichen Stimmen zeichnen ihre außergewöhnlichen Erfahrungen als zwei getrennte Personen auf, die sich einen Körper teilen müssen. Bis ins Teenager-Alter werden die verletzlichen Zwillinge von der Außenwelt verborgen und von der Großmutter umsorgt, die darum kämpft, die beiden in einem verarmten postsowjetischen Georgien zu beschützen – einer Gesellschaft mit wenig Mitgefühl für Behinderte. Nachdem die Großmutter stirbt, sind Lina und Diana wehrlos und fallen jeder Art von Misshandlung zum Opfer. Sie werden sexuell und psychisch missbraucht, sie werden gezwungen, als Freaks im Zirkus zu arbeiten.
Von der Taille abwärts verbunden, bleibt den Schwestern als einziger Rückzugsort die Welt ihrer Tagebücher: Lina, unbeschwert und glücklich, ist fähig, sich zu verlieben, schreibt Gedichte, hat eine optimistische und romantische Seele und erfreut sich an den kleinen Dingen des Lebens. Diana, angespannt und bodenständig, kann ihre Situation nicht akzeptieren.
Nur von der Großmutter unterrichtet und versteckt vor der Außenwelt, erweitern die beiden ihren Wortschatz durch Fernsehen und Blätten in Illustrierten. Die daraus entstehende einfache Sprache in den Tagebucheinträgen unterstreicht das Bild der Isolation der Zwillinge und macht diesen einzigartigen Roman authentisch.
»Sie erinnert uns daran, dass Toleranz wichtig ist, der Lebensstil anders ist und die vielfältige menschliche Natur der Reichtum der Menschheit ist.«
THE AUTHORS’ READING MONTH LITERARY FESTIVAL, CZ
Gebunden mit Schutzumschlag, Lesebändchen
180 Seiten
Preis: 20,00 € (D, A)
ISBN: 978-3-902711-74-8
Auch als E-Book
LESEPROBE [pdf] >>
Ekaterine Togonidze
wurde 1981 geboren. 2011 erschien ihre erste literarische Veröffentlichung. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrmals ausgezeichnet, zuletzt erhielt sie 2012 den renommierten Saba-Preis. Ekaterine Togonidze war 2013 offizieller Gast der Leipziger Buchmesse, im gleichen Jahr war sie auch Stipendiatin des Literarischen Colloquiums Berlin.
Ekaterine Togonidze prägt seit über fünf Jahren Georgiens Literaturlandschaft. Mit ihrem ersten Roman Einsame Schwestern war sie die erste Schriftstellerin, die das Thema »Körperliche Behinderung« in Georgien literarisch verarbeitete und zur Diskussion brachte.

(reichert-verlag.de) Klappentext: "Eine bittere Geschichte behandelt dieser wohl erste dokumentarische Roman eines Georgiers über den Stalinismus in Georgien und der Sowjetunion. Der Verfasser ist ein Kind dieser Zeit, er hat sie als Augenzeuge erlebt und durchlitten. Eigene Anschauung und eigener Schmerz bewegen ihn bei der Wiedergabe einer Fülle von Fakten, die dem deutschen Leser bisher wenig bekannt sein dürften: Die Invasion der russischen Streitkräfte in die Demokratische Republik Georgien 1921, die faktische Okkupation Georgiens durch Sowjetrussland, die Emigration der georgischen Regierung, die Abwehr der türkisch-islamischen Aggression im Raum Batumi durch gemeinsames Vorgehen von georgischen Regierungstruppen und Bolschewiki; die Machtübernahme durch die Bolschewiki und die Ausrufung der Sowjetmacht in Georgien, die Entwicklung der Widerstandsbewegung gegen die russische Okkupation und die Sowjetordnung, das Erstarken des politischen Widerstands vor allem in Gurien, das Wüten der Tscheka; Verhaftungen und Massenexekutionen, um den Widerstand des georgischen Volkes zu brechen, der August-Aufstand 1924 gegen die russische Besatzung und die Sowjetmacht; Berias Aufstieg, die Attentate auf Stalin an der Schwarzmeerküste und auf dem Weg zum Riza-See, die Machtkämpfe im Sowjetstaat, Berias Zusammenarbeit mit Stalin, der massenhafte Terror in der Sowjetunion, die Verhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen in den dreißiger Jahren, Berias Intrigen, die systematische Bespitzelung, Verfolgung und Ermordung georgischer Intellektueller, die Stalinschen Todeslager, der zweite Weltkrieg aus der Sicht der Sowjetbürger, die Hoffnungen der Kaukasier auf Befreiung aus dem riesigen Völkergefängnis; das Kriegsende und Stalins Tod, Berias Entmachtung und Erschießung, die der folgende Scheinprozess zu verhehlen versuchte. Awtandil Kwaskhwadse lässt eine Zeit aufleben, in der die Furcht vor der Zukunft das Leben der Menschen bestimmte. "
Produktdetails:
2017, 568 Seiten, Maße: 21 cm, Kartoniert (TB), Deutsch, Übersetzung: Fähnrich, Heinz, Verlag: Reichert, ISBN-10: 3954902567, ISBN-13: 9783954902569
Vorwort (pdf)
Probekapitel (pdf)