Tuesday, October 07, 2014

FILM: Georgia’s female filmmakers shine at Korean film festival (agenda.ge)

(agenda.ge) The work of some of Georgia’s leading female filmmakers will reach an international audience when it goes on show at one of Korea’s top film festivals this month.


"A Story of Mountainous Racha",
1930 by first female film director Nutsa Gogoberidze
Twelve films with Georgian female directors will be showcased at the 19th Busan International Film Festival (BIFF) in South Korea.

This year the BIFF established a special program devoted to Georgia in order to introduce newly emerged female directors and highlight their significance in Georgian cinema history. The work of male Georgian filmmakers will also be presented at BIFF.

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"The Power of Georgian Women Filmmakers is not only significant for showing films directed by women but this is an opportunity to show social issues, contradiction, discrimination and conflict seen in Georgia through 12 films by female directors. Regardless of gender, the new cinematic aesthetics of Georgian films will be delivered to audiences,” stated the BIFF website."

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This year’s special program will feature 12 films including A Story of Mountainous Racha directed in 1930 by Georgia’s first female film director Nutsa Gogoberidze.

As well as holding this impressive title, Gogoberidze was the start of a three generational line of female film directors. Her daughter Lana Gogoberidze directed Day is Longer than Night, which was introduced at the Cannes International Film Festival in 1984, and her granddaughter Salome Alexi currently worked as a film producer and director.

The BIFF will create an opportunity for viewers to watch works from all three women in the Gogoberidze family, as well as works from other Georgian female directors.

While the work of female Georgian filmmakers will be honoured, other Georgian movies by male filmmakers will also be presented at BIFF.

In the World Cinema section of the festival, 55 films from 33 countries will take part, including Georgian film Corn Island, directed by George Ovashvili. The film wowed critics at July's 49th Karlovy Vary Film Festival where it won the $25,000 Crystal Globe top prize.

The focus of the BIFF was to introduce new films and first-time directors, especially those from Asian countries. Another notable feature was the event’s appeal to young people, in terms of the youthful audience it attracted and through its efforts to develop and promote young talent.

The work of Georgian female filmmakers at BIFF is:












Monday, October 06, 2014

MOVES#73: Zaza Rusadze »A fold in my blanket« - DVD Release Party in Berlin - 7 October 2014, 8:30pm



Dear Friends,
Image Movement is delighted to host the DVD release party of Zaza Rusadze's film »A fold in my blanket«.

Zaza Rusadze is a film maker from Tbilisi, Georgia. His first full length film, 2003 Bandits, a documentary about the hijacking of a soviet passenger plane in Georgia and its aftermath, was awarded at film festivals in Spain, Hungary and Germany.

His full length feature debut »A fold in my blanket« deals with the relationship of Andrej and Dmitrij, what seems to be a one-sided, unfulfilled love affair. The beautiful shot movie wallows in luxurious landscapes with the imaginary of rock climbing as a metaphor of freedom – in an unnamed post-soviet country under an obviously strict leadership and within strange social interactions in family life as well as in work life.

»A fold in my blanket« premiered on last year's Berlinale film festival where it was selected as opening film of the Panorama section. The film travelled the world among it festival screenings in Locarno, Yerewan, Hong Kong, Mumbai, or Sao Paulo. It won the award for Best Feature Film at Queer Lisboa 17 festival.

At Image Movement Zaza Rusadze will be present.
Admission is free. The event starts at 8:30pm.

[Stills: Zaza Rusadze »A fold in my blanket« (courtesy of the artist)]

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Image Movement | Artist Films, Films on Art, Artists Records
Oranienburger Strasse 18 I D-10178 Berlin I Mo–Sa, 11am–7pm
Tel +49-30 - 308 819 780 Fax +49-30 - 288 840 352
info@imagemovement.de 
www.imagemovement.de

Sunday, October 05, 2014

KONZERT: Polyphony mit Tutarchela und den Singfrauen in Rustavi und Tbilisi

Franziska Welti "Singfrauen" und Tamar Buadze "Tutartschela" präsentieren Konzerte

5.10 2014 in Rustavi, Kunstschule Tschawtschawadzestr. 4, 17.00 Uhr
7.10.2014 in Tbilisi, #6 Schule L. Asatiani Str. 28 15.00 Uhr




Saturday, October 04, 2014

KUNST: Karlo Katscharawa und Deutschland. Ausstellungseröffnung und Präsentation des Katalogs in Georgien

Ausstellung zum 20. Jubiläum des Goethe-Institut Georgien.

Vor 20 Jahren wurde das Goethe-Institut in Tbilissi gegründet. In demselben Jahr, 1994, starb ein knapp über dreißig Jahre alter Kunstkritiker und Künstler namens Karlo Katscharawa in einem Tifliser Krankenhaus an einer Gehirnblutung. Im Lebenswerk dieses zum Zeitpunkt seines Todes noch ganz jungen Mannes verkörpert sich die deutsch-georgische intellektuelle und menschliche Synthese, für die unser Haus steht, auf eine einzigartige und künstlerisch glänzende Weise.

Das Werk Karlo Katscharawas ist entscheidend beeinflusst von den Malern des deutschen Expressionismus und von den Künstlern der neoexpressionistischen deutschen Kunstrevolution der achtziger Jahre in Köln und Berlin. Es zitiert Joseph Beuys, Jörg Immendorf, August Macke, Ludwig Kirchner, Karl-Horst Hödicke. Es atmet den Geist der Märchen der Gebrüder Grimm und der deutschen Romantik. Ohne dass wir es in Deutschland wußten, gab es damals im tiefen Süden der Sowjetunion ein korrespondierendes Mitglied der neuen deutschen Kunst der achtziger Jahre, die wir in den Kölner und Stuttgarter Galerien oder im Berliner SO 36 bestaunten.

Zum 50. Geburtstag von Karlo Katscharawa und unserem 20. Jubiläum eröffnen wir, Irina, unsere gemeinsame Freundin Lika Katscharawa und unsere Partner von der Firma "Silk Road/Zinanadali" ein analoges Projekt mit den großen Leinwänden, auf denen Karlo seine Liebe zur deutschen Kunst und seine spezifisch georgische Weiterentwicklung der deutschen Kultur für die Zukunft - für eine gemeinsame Zukunft unserer Kulturen - dokumentiert und künstlerisch festgehalten hat. Auch diese Ausstellung ist Teil eines deutsch-georgischen Gemeinschaftsunternehmens, für das wir wieder mit "Silk Road/Zinandali" dankenswerterweise zusammenarbeiten dürfen und das ab 11. Oktober nicht nur in Tbilissi für die Öffentlichkeit zugänglich wird, sondern auch in Zinandali.

Goethe-Institut Georgien
11.10.2014 18.00 Uhr

Tzinandali Museum
12.10.2014 14.00 Uhr

Dauer der Ausstellungen:
12.12.2014, 10.00-18.00 Uhr Mo.-Fr. 

facebook.com



Created with flickr slideshow.

Link: Late Georgian artist’s work admired in anniversary exhibition [agenda.ge]

Friday, October 03, 2014

REZENSION: Nino Haratischwilis „Das achte Leben (Für Brilka)“ – Über die Unausweichlichkeit dieser beispielhaften Leben. Von Bernd Schneid (medienobservationen.lmu.de)


DSCF0997(medienobservationen.lmu.de) Diesen Herbst wird die deutsche Literaturlandschaft endlich um einen großen neuen Roman reicher. Reich nicht nur ob sein es Umfangs von fast 1300 Seiten, sondern reich auf Grund seiner 107 Jahre umfassenden erzählten Zeit, die einen anderen Blickwinkel auf da s vermeintlich bekannte 20. Jahrhundert liefert. Einen Blickwinkel auf das Jahrhundert der ehemaligen Sowjetunion und auf den Verfall der georgischen Familie Jaschi, auf ihre Schicksale, ihre Lieben, Geburten, Tode und ihre fluchbehafteten Schokoladengeheimnisse.

Ein achtes Leben? Keine einfache 8, auch nicht die 9 Leben einer Katze können diesen Roman zusammenfassen, sondern ∞ wie unendlich. So beginnt der Roman und so schließt sich auch der Kreis oder besser das Möbiusband, das diesen grandiosen Roman umfasst. Zentrum der Jahrhunderterzählung ist die georgische Familie Jaschi aus Tbilissi in der auch die Autorin Nino Haratischwili 1983 geboren wurde und die neben ihrer Arbeit als Theaterregisseurin und Dramatikerin bisher die beiden Romane "Juja" und "Mein sanfter Zwilling" veröffentlicht hat.

"Das achte Leben (Für Brilka)" ist zweifelsohne ein literarischer Durchbruch. Es sind die acht Leben der familiär sich forterzählenden ProtagonistInnen des Romans, die den Schrecklichkeiten des 20. Jahrhunderts im "sowjetischen" Umfeld zu trotzen versuchen: Stasia, Christine, Kostja, Kitty, Elene, Daria, Niza und zu guter Letzt Brilka (die auch eigentlich Anastasia heißt, den Bezug zur Urgroßmutter mit demselben Namen herstellt und so einen Bogen von 1900 bis über 2000 spannt).

Parallel wird von Niza (der Erzählerin, die Historikerin ist) dann auch noch die Geschichte des 20. Jahrhunderts sehr versiert zusammengefasst. Das ist sowohl die Geschichte der ehemaligen Sowjetunion, als auch letztlich die der europäischen und internationalen Geschichte, die unausweichlich miteinander verknüpft sind, mit ihren Weltkriegen, dem Kalten Krieg, über die Perestroika und so weiter.

Die komplex verwobenen Paargeschichten um Stasia und Simon, Christine und Rabas, Gula und Andro, Kostja und Kitty, Kitty und Fred, Kitty und Giorgi und all den folgenden sind beeindruckend angeordnet und spiegeln eine lange literarische Tradition. Nicht von ungefähr kann man ein paar bekannte Namen aus der Weltliteratur finden, wie die bereits erwähnte Anastasia oder Daria und Kitty, die man aus Tolstois "Anna Karenina" kennt oder in anderer Form und Tradition bei Flauberts Emma Bovary und Fontanes Effi Briest findet, deren ProtagonistInnen in „Das achte Leben (Für Brilka)“ mit einer aktualisierten Durchschlagkraft auferstehen.

Doch in Haratischwilis Romanepos geht es nicht allein um Gefühl und Verführung, um das Anna-Karenina-Prinzip der glücklichen oder unglücklichen Familien, das ja Nabokov in seinem Roman "Ada, oder Das Verlangen" schon kongenial anders interpretiert und übersetzt hat, um das Prinzip jener Familien, die sich gleichen oder unterscheiden; nein, es geht nicht nur um Ehen und Ehebrüche, um Züge, Kutschen und Duelle, Grafen und weite Felder, wie das in vielen Kolportagen serialisiert wurde. Im „achten Leben“ geht es um diese Metaphern und Motive als die existentiellen Themen eben dieser Weltliteratur, aktualisiert für das 20. Jahrhundert.

Es scheint fast so, als ob die Weltkriege nie geendet haben und sich stattdessen immer wieder fortpflanzten. All die in der Erzählung gewählten Orte wie Klassenzimmer oder Druckereien werden im Roman umfunktioniert zu schrecklichen Heterotopien mit Folter und Vergewaltigungen, einem totalitären Staat und nie zu tilgender Schuld. Die Orte verlieren ihre ursprüngliche Bedeutung und werden zum Trauma der jeweiligen Verhältnisse. Edith Piafs "La Foule" liefert der Erzählerin Niza in einer ihrer schwersten Stunden einen besonders bitteren Soundtrack, der einem den Hals zuschnürt.

Doch eines zeigt Haratischwilis Romanepos neben all dem Grauen: dass die ProtagonistInnen immer Sinn und Hoffnung aufrechterhalten, auch wenn es manchmal kaum möglich ist, einen unbedingten Lebenswillen und eine Hingabe an das Leben. Das dicht konstruierte Handlungsgefüge verwendet hierfür ebenfalls eine aktualisierte Tradition des magischen Realismus, wie ihn z.B. schon Bulgakow in "Der Meister und Margarita" vertreten hat. Ob Schicksal, Faktum oder Magie, die individuell-kollektiven ProtagonistInnen sind in eine historische Differenz eingeschrieben, für die jegliche Deterritorialisierung unmöglich ist und für die es keine staatliche Sicherheit mehr geben kann.

„Das achte Leben (Für Brilka)“ verdient Raum, um all die Verwebungen zu analysieren, die Haratischwili herstellt. In Motiven und Symbolen wird die Geschichte der Sowjetunion, mit Georgien, Tbilissi und den Kleinen großen Männern oder Diktatoren, verknüpft. Das Rezept für eine besondere und „magische“ Schokolade stellt sich gegenüber die als Intertexte fungierenden Zitate von Anna Achmatowa bis David Bowie. Auch ein epischer Witz aus Dantes Inferno reflektiert mit dem Figurenpersonal aus all den Schwestern, Brüdern, Männern, Frauen, Kindern, Gespenstern und dem unendlichen Meer zwischen Himmel und Chaos, den ewigen Kreislauf zwischen Schöpfung und Zerstörung.

Wenn man also bemäkeln wollte, dass es unrealistisch sei, dass sich die Figuren immer wieder treffen, dass es artifiziell konstruiert erscheint, dass gerade die und der schließlich zueinander finden und der und die aneinander zerbrechen, ob hier, ob dort: es ist nicht zufällig. Nein, die spannende Struktur des Romans macht diesen familiären Stamm notwendig. Die Familie Jaschi ist das Gewebe dieses Teppichs. Ihre über fünf Generationen und acht Schicksale ausgebreitete Geschichte ist eben nicht wahllos, sondern ergibt am Ende eine spezielle und doch allgemeine Chronik des 20. Jahrhunderts. Ob in Tbilisi, Moskau, Berlin oder Paris, die Charaktere – allen voran die im Westen als Protests ängerin erfolgreiche Kitty – liefern einen individuell-kollektiven Spiegel der Geschichte.

In „Das achte Leben (Für Brilka)“ entfaltet sich kein purer sozialer Realismus, sondern eine magische Realismus-Möglichkeit, die unabdingbar mit der Erzählerin Niza verbunden ist, die bis hin zur Urgroßmutter Anastasia zurückblickt und die unbeugsame Realität der Zeit, der Gesellschaft und ihrer ProtagonistInn en zeigt. Das süße Zauberrezept des Schokoladenfabrikanten und Ururgroßvaters von Niza ist das magische Serum, das gar nicht anders kann, als ein letztes Geheimnis aufzubewahren. Was aber ist das Geheimnis dieses süßen Familienfluchs? Gibt es den überhaupt? Sollte er bewahrt werden? Darauf gibt die Erzählung letzten Endes die einzig mögliche Antwort. Denn Adressatin dieses Epos ist für Niza die 13-jährige Nichte Brilka, die als Endpunkt dieser besonderen und dennoch beispielhaften Figuren das gegenwärtigste Leben im Gefüge dieser fluchbeladenen Familie repräsentiert. Wenn Niza am Ende diesen roten Schokoladenfaden endlich kappt, schließt sich der Kreis erst wirklich.

Die Literatur steht hier am Umschlagpunkt zur Geschichte, die Literatur und der unendliche Wunsch zu erzählen, die Wahrhaftigkeit auszusprechen, das Schweigen zu durchbrechen und immer wieder die ursprüngliche Liebesbeziehung jede r Botschaft als transsubstantiellen Akt zu zeigen. Denn nicht immer – oder sogar nie – steckt tatsächlich ein Familienfluch hinter einer geheimen Schokoladenmischung, sondern es ist die Unausweichlichkeit von Hippolyte Taines Diktum temps, race, milieu, dem die ProtagonistInnen ausgesetzt sind. Dagegen hilft tat sächlich nur das unendliche Weitererzählen, ein bisschen Magie und die Sendung von Liebesbotschaften, die Kitty persönlich in ihren Liedern verpackt und um die ganze Welt schickt.

Die literarischste Metaphorik zeigt der Roman in diesem Sinne mit dem Teppich und seiner Herstellung. Man muss sich die ProtagonistInnen als Teppichwirkerinnen vorstellen, ständig am familiären Text webend, die das Geflecht, das diese beispielhaften Leben miteinander verknüpft, anordnen, in eine Ordnung bringen, die wahrhaftig ist, erotisch, grausam, rührselig, ohnmächtig, mächtig, aber auch komisch und zärtlich. Allezeit jedoch ist die Erzählung von einer tiefen Ehrlichkeit durchzogen, die gegen das Schweigen der Macht anschreibt und eine Notwendigkeit des immerwährenden Versuchs des Erzählens deutlich macht. Nicht allein für Niza wird das notwendig, die in ihrer Funktion als direkte Erzählerin des Romans fungiert, sondern auch im Hinblick auf die vielleicht zukünftige Erzählerin Brilka, für die Ni za die Familienchronik niederschreibt. Brilkas Roman jedoch bleibt ungeschrieben, muss noch geschrieben werden, wie de r Erzähler in Dostojewskis Roman "Die Brüder Karamasov" das schon mit Aljoscha angedeutet hat. Denn auch Niza kann die Unendlichkeit dieser Erzählungen nicht allein tragen. Aber sie kann Verantwortung übernehmen. Für ihre Nichte. Und das tut sie mit ihrer Erzählung. Sie durchbricht das Schweigen.

Leben ist im „achten Leben“ Erzählen, unendliches Erzählen, wie in Tausendundeiner Nacht, gegen den Tod, gegen die Gra uen des 20. Jahrhunderts, ob in der Gefangenschaft von Sultanen oder einem gewissen Generalissimus (wie Stalin hier nur genannt wird). Die Geschichten sind Teppiche und Schichten aus Geschichten, die Ebene um Ebene verwoben sind, Faden um Faden verknüpfen, abschneiden und wieder neu aufnehmen. Haratischwilis Romanepos zeigt die Unausweichlichkeit dieser beispielhaften Leben. Es liegt nicht alles in der Hand der Figuren. Schreckliche Dinge passieren.Die Zukunft bleibt in einem gewissen Nebel. Es kann jedenfalls kein einfaches Happy End geben. Das Erzählen muss weitergehen.

Kurzum, Nino Haratischwili hat mit „Das achte Leben (FürBrilka)“ einen existentiellen und historisch bedeutsamen Gesellschafts- und Familienroman der deutschen Gegenwartsliteratur geschrieben, der noch lange nachhallen wird. Die deutsche Literatur wird mit diesem Roman durch eine unerwartete deutsch-georgische Verbindung und Freundschaft bereichert. Und letzten Endes geht es in diesem Gefüge um nichts anderes als um eine Leerstelle, das titelgebende ac hte Buch als achtes Leben von Brilka, das noch nicht geschrieben ist. Es bleibt der Wunsch nach einem Zustand der Geschichte im Werden.

Und letzten Endes geht es in diesem Gefüge um nichts anderes als um den Wunsch nach dem, was Don DeLillo ans Ende seines großen Romanepos Unterwelt als letztes Wort stellt: ...

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Blog von Bernd Schneid: ecrinautik.blog.de
phil. Bernd Schneid, born in 1978. 1995 Education as an machining mechanic. 2004 Study in German Literature, Theatre Studies and American Literature in Munich. 2009 completion as Master of Arts. Then doctorate to spring 2012 in Literature and Media Studies. Since 2013 Assistant to the Board for an Association for Psychotherapists and freelance Author.
Focus: phenomenology, psychoanalysis, poststrukturalism, deconstruction, media theories, theatre, film, television and epicity.
Books about Shakespeare and the return of the epic in Quality-TV exemplified on The Sopranos and Lost.

PDF: medienobservationen.lmu.de/pdf

twitter: twitter.com/Ecrinautik

RADIO: Klassik à la carte - Gast: Lisa Batiashvili. Von Margarete Zander (ndr.de)

(ndr.de) NDR Kultur - 15.09.2014 13:00 Uhr Autor/in: Margarete Zander

Lisa Batiashvili und das NDR Sinfonieorchester gehen eine ganz besondere Beziehung ein: In der neuen Saison ist die georgische Star-Violinistin "Artist in residence."

Lisa Batiashvili ist eine Meisterin der Klangfarben. Es ist ihr besonderer Geigenton, der die Kritiker beeindruckt - sowohl live auf der Bühne, als auch in Aufnahmen. Aktuell wird ihre neue CD mit Werken von Bach begeistert besprochen. Das NDR Sinfonieorchester startet mit der Ausnahmekünstlerin ein vielversprechendes Konzept: Mit Batiashvili gibt es zum ersten Mal eine "Artist in Residence". In drei Programmen wird die Solistin zu hören sein. Am 18. September spielen Batiashvili und das NDR Sinfonieorchester in der Hamburger Laeiszhalle unter der Leitung von Thomas Hengelbrock Brahms und Dvořák.

mehr: CD-Tipp: Berührende Momente mit Lisa Batiashvili (ndr.de) 

podcast: media.ndr.de

GEOAIR: Visual Storytelling: Tbilisi Migrant Stories (geoair.blogspot.de)

(geoair.blogspot.de) This project is implemented within “Cooking Imaginations: Tbilisi Migrant Stories” project, which addresses the issue of migrants’ lives and integration challenges in Tbilisi. These are people who have come here within the past decade and decided to live in Tbilisi permanently or temporarily. However, cultural exchange and communication within “hosts” and “newcomers” about each others’ culture is very limited, hence, some stereotypes might prevail.
Within “Visual Storytelling: Tbilisi Migrant Stories” we are collaborating with Social Photography Caucasus Foundation, school #43 in Tbilisi - history teacher Nino Abuladze and 6 students from various grades. Schoolchildren participate in workshops, learning basics of doing ethnographic fieldwork and techniques of doing visual documentaries, with the end purpose to use art of photography and power of the image for storytelling. By visual storytelling we mean to produce images as to describe person's everyday realities that many times can not be expressed with words and may easily go unnoticed. Participating schoolchildren will create visual stories about the migrants living in their neighborhoods of Tbilisi and these stories will be presented first time parallel to the public cooking event in October.


For more information about the project and related activities, please, visit our FB page: facebook.com/cookingimaginations


“Cooking Imaginations: Tbilisi Migrant Stories” project is implemented with the financial support of the Prince Claus Fund.

SOUNDTRACK: Natalie TBA Beridze for the Feature Film "A FOLD IN MY BLANKET" by Zaza Rusadze (soundcloud.com)


KINO: LET’S CEE Film Festival mit georgischen Produktionen in Wien

Vom 2. bis zum 11. Oktober 2014 findet in Wien das dritte LET’S CEE Film Festival statt. Insgesamt werden im Urania Kino, im Actor’s Studio Wien und im Village Cinema Wien Mitte 91 hervorragende Produktionen aus Zentral- und Osteuropa gezeigt – alle in Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln. Master Classes, Talks, Get Togethers, Konzerte und eine coole Partyline ergänzen das vielfältige Angebot des diesjährigen Festivals 

letsceefilmfestival.com

Mit dabei sind auch die georgischen Produktionen: 13 Tzameti ("ცამეტი’"), Patardzlebi ("პატარძლები" Brides), " (უხილავი სივრცეები) (Invisible Spaces) und Kids (ბავშვები).


13 Tzameti
Spielfilm. FRA/GEO 2005 | 93 min.
Sprache: Französisch, Georgisch, Deutsch mit engl. UT
Regie: Géla Babluani
Darsteller: George Babluani, Aurélien Recoing, Pascal Bongard u.a.

Sébastien, ein georgischer Einwanderer, wittert seine große Chance. Doch wo leichtes Geld zu finden sein sollte, erwartet ihn Lebensgefahr. Tief in der französischen Provinz betreibt eine seltsame Halbwelt-Gesellschaft nämlich ein sehr makabres Spiel. Der formidabel gemachte, fast unerträglich spannende und extrem intensive nihilistische Gangsterthriller des Georgiers Géla Babluani wurde zu Recht beim Sundance Festival mit einem Hauptpreis bedacht.

Mo. 6.Oktober 22.15 Uhr
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien

Brides
Spielfilm. FRA/GEO 2014 | 93 min.
Sprache: Georgisch mit engl. UT
Regie: Tinatin Kajrishvili

Darsteller: Sergo Buiglishvili, Anuka Grigolia, Nita Kalichava u. a. Nutsa und Goga trennen Gefängnismauern, und das für viele Jahre. Die ebenso bewegende wie bedrückende atmosphärisch dichte Geschichte aus Georgien handelt von Menschenwürde, erzählt aber auch viel vom harten Knastalltag. Und ist trotzdem vor allem ein Film von einer Frau über eine Frau und für Frauen. Großartig gespielt, hat das Drama unter anderem einen Publikumspreis bei der Berlinale 2014 gewonnen.
Mo. 6.Oktober 20:00 Uhr
Di.7. Oktober 20:30 Uhr
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
Village Cinema, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

Invisible Spaces
GEO/USA 2014 | 10 min.
Sprache: Georgisch mit engl. UT
Regie: Dea Kulumbegashvili

Die Morgenroutine einer Priestergattin: Frühstück, Gebet, Versorgung des Mannes. Ein stiller und präziser Blick auf Kleinfamilienhierarchien unter einem religiösen Patriarchat und die daraus resultierenden emotionalen Stillstände.

Do. 9. Oktober 16:00 Uhr (im Rahmen des Kurzfilm-Wettbewerbs Block 1)
Sa. 11.Oktober, 21:00 Uhr
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
Actor’s Studio, Tuchlauben 13, 1010 Wien

Kids
Georgien 2013.
Länge: 6 min. Farbe.
Regie: Giorgi Mrevlishvili

Zwei Kinder spielen am Strand. Mit Pfeil und Bogen. Als sie einen gestrandeten Fisch finden, verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Ernst. Eine Hommage an die Rätsel der Kindheit.
Mo.6. Oktober 15:00 Uhr (im Rahmen der Kurzfilme Verspielt)
Sa.11.Oktober 16:00 Uhr (im Rahmen der Kurzfilme Verspielt)
Village Cinema, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien
Actor’s Studio, Tuchlauben 13, 1010 Wien

Sunday, September 14, 2014

REPORTAGE: Ans vergessene Erinnern - Patrick Chauvel (info.arte.tv)

(info.arte.tv) Ans vergessene Erinnern - Patrick Chauvel

Im Jahr 1994 antwortet der damalige russische Präsident Boris Jelzin mit einer Militär-Offensive auf die Revolte der Tschetschenen und ihren Wunsch nach Unabhängigkeit von der Russischen Föderation. Anhand seiner Fotos von damals erzählt Chauvel über diesen Krieg, seine Begegnungen mit den harten tschetschenischen Kämpfern, den jungen unerfahrenen russischen Soldaten, den Menschen in Grosny und auch mit seiner Kollegin, der Kriegsfotografin Heidi Bradner...

Die Schlacht um Grosny

Im Jahr 1994 antwortet der damalige russische Präsident Boris Jelzin mit einer Militär-Offensive auf die Revolte der Tschetschenen und ihren Wunsch nach Unabhängigkeit von der Russischen Föderation. Der Widerstand der tschetschenischen Kämpfer aber überrascht die russischen Soldaten, es gelingt ihnen nicht, den Aufstand schnell niederzuschlagen. Der Kriegsfotograf Patrick Chauvel ist in Grosny, als der Konflikt ausbricht und wird Zeuge der ungeheuren Grausamkeit mit der die Gegner sich gegenseitig massakrieren. Anhand seiner Fotos von damals erzählt Chauvel über diesen Krieg, seine Begegnungen mit den harten tschetschenischen Kämpfern, den jungen unerfahrenen russischen Soldaten, den Menschen in Grosny und auch mit seiner Kollegin, der Kriegsfotografin Heidi Bradner…

Von Patrick Chauvel, Louis-Pascal Couvelaire und Ophélie Lerouge – ARTE GEIE / Actarus Films – Frankreich 2014


patrick-chauvel.com

CONCERT: Nino Katamadze & Insight Red Line Live 2010

Friday, September 12, 2014

BEITRAG: Aram Chatschaturjan - zwischen Propaganda und Ehrlichkeit. Von Marika Lapauri-Burk

MUSIK: Lisa Batiashvili: "Ich fühle mich verantwortlich für Georgien". Von Verena Fischer-Zernin (abendblatt.de)

(abendblatt.de) Die aus Georgien stammende Geigerin Lisa ist "Artist in Residence" beim NDR Sinfonieorchester. Ein Gespräch über Musik und die Lage in der Ukraine. Ihre Jugendjahre hat sie in Wellingsbüttel verbracht.

Foto: © Anja Frers / DG


Hamburg. So geht das moderne Künstlerleben: Lisa Batiashvili kommt gerade vom Flughafen und muss gleich wieder los. In den Vormittag dazwischen passen gerade eine Pressekonferenz, ein paar Fotos und Interviews. Aber wenn man der weltweit gefeierten Geigerin dann gegenübersitzt, ist sie die Ruhe und Aufmerksamkeit in Person. Von Müdigkeit keine Spur, stattdessen antwortet Batiashvili so spontan und ungekünstelt, wie auch ihr Geigenspiel wirkt.

In dieser Saison ist Lisa Batiashvili, geboren 1979 in Georgiens Hauptstadt Tiflis, Artist in Residence beim NDR Sinfonieorchester. Und das nicht einfach nur deshalb, weil sie so toll spielt. Das sowieso. Sondern wegen der berühmten Chemie. Die hat bei dem gemeinsamen Beethoven-Violinkonzert vor zwei Jahren, am Pult stand Thomas Hengelbrock, bei allem Respekt vor den stilistischen Unterschieden eine unvergessliche Dichte und Innigkeit entstehen lassen. Los geht Batiashvilis Konzertreigen am 18. September mit Brahms' Violinkonzert; außerdem steht Dvoráks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" auf dem Programm. Wer diese Kombination jetzt für bieder hält, der sollte sich schleunigst von den Künstlern belehren lassen: Es kommt immer drauf an, wie man etwas macht.

Batiashvili ist 1991 mit ihren Eltern aus Georgien emigriert, kurz bevor dort der Bürgerkrieg ausbrach. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem Oboisten François Leleux, und zwei Kindern in München. Ganz nebenbei ist ihre Residenz auch ein Heimkehren für sie – denn ihre Jugendjahre hat die berühmte Geigerin in Wellingsbüttel verbracht.

Hamburger Abendblatt: Frau Batiashvili, was ist Ihr Lieblingsort in Hamburg?

Lisa Batiashvili: (lacht) Das ist jetzt nicht sehr originell: der Jungfernstieg! Das Wasser, das ist es, glaube ich. Ich liebe diese Weite, die Eleganz. Der Umzug hierher war der wichtigste Moment meines Lebens! Ich bin immer so glücklich, nach Hamburg zu kommen. Ich habe auch wunderbare Erinnerungen an die Hamburger Musikhochschule.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem damaligen Lehrer Mark Lubotsky?

Batiashvili: Natürlich! Er ist ein guter Freund meines Vaters. Ich war nur bei ihm, bis ich 14 war. Das war russische Schule, die ist fantastisch. Er hat einen ganz direkten Zugang zum russischen Repertoire.

Studiert haben Sie, wie viele Ihrer Solistenkolleginnen, bei Ana Chumachenco in München.

Batiashvili: Ja, sie hat mich stilistisch geprägt. Sie kann Persönlichkeiten erkennen. Sie will die Menschen fördern, so wie sie sind. Ich spiele ihr ein- bis zweimal im Jahr etwas vor und lerne immer noch. Sie bleibt eine meiner wichtigsten Bezugspersonen.

Sie sind diese Saison nicht nur beim NDR Sinfonieorchester Residenzkünstlerin, sondern auch beim New York Philharmonic Orchestra. Warum müssen es denn gleich zwei Orchester sein?

Batiashvili: Die beiden Orchester haben ganz verschiedene Traditionen. Die New Yorker sind für ein ganz bestimmtes Repertoire fantastisch, für Bartók zum Beispiel. An das Orchester bindet mich die Zusammenarbeit mit Alan Gilbert, der ist auch europäisch geprägt. Die Musiker brauchen das, denn die amerikanische Spielart ist sehr anders.

Was ist so anders daran?

Batiashvili: Sie sind sehr präzise und effizient. Und sie haben eine andere Klangqualität, eine spezifische Brillanz. Gott sei Dank haben sie trotz der Globalisierung ihren Klang behalten.

Und was finden Sie in Hamburg vor?

Batiashvili: Das Orchester und ich kennen uns schon mehr als zehn Jahre. Aber wenn Thomas Hengelbrock mit ihm arbeitet, geschieht etwas sehr Besonderes. Da geht es darum, einander zuzuhören, nicht nur einander zu folgen. Sich bewusst zu machen, warum man was tut. Das ist wie Kammermusik. Das hat mich sehr inspiriert, da mitzumachen. Ich mag Beethoven nicht mehr mit Orchestern spielen, die seine Musik eher fett und langsam spielen. Das habe ich früher oft erlebt.

Was reizt Sie denn an einer Residenz?

Batiashvili: Die Nähe zum Orchester. Ich will die Musiker besser kennenlernen. Als Solist hat man ein sehr einsames Leben! Bei der Residenz können wir Projekte realisieren, die man sonst nicht machen kann. Wir werden Kammermusik machen. Ich hatte auch Lust, selbst Programme zu gestalten.

Auf das Programm Ihres Kammerkonzerts haben Sie "Miniaturen für Violine und Streicher" von Sulkhan Tsintsadze gesetzt. Ein bei uns weithin unbekannter Name. Wer ist das?

Batiashvili: Ein georgischer Volksmusikkomponist. Es gibt eine starke Volksmusiktradition in Georgien. Die darf man nicht mit russischer Musik in einen Topf werfen. Unsere Volksmusik ist eine Kindheitserinnerung für mich! Ich habe sie vom Quartett meines Vaters gehört. Tsintsadze hat die Miniaturen meinem Vater gewidmet, und der hat sie für mich arrangiert.

Sie reisen viel, konzertieren in aller Welt, kommen Sie noch manchmal nach Georgien?

Batiashvili: Ich fühle mich verantwortlich, Georgien bekannter zu machen. Deshalb versuche ich, regelmäßig hinzufahren. In zwei Wochen bringe ich fünf Geigen hin. Ich würde meinen Kindern auch gerne einmal Abchasien zeigen, wo ich früher jedes Jahr meine Sommerferien verbracht habe, aber man kommt nicht hinein.

Südossetien und Abchasien sind seit dem Kaukasuskrieg vor sechs Jahren russisch besetzt. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an die aktuellen Ereignisse in der Ukraine denken? Haben Sie ein Déjà-vu?

Batiashvili: Ja. Ich glaube, das geht allen Georgiern so. Die Georgier haben sich immer verteidigen müssen, auch gegen Mongolen und Perser. Als es in Südossetien losging, haben die Deutschen nicht geglaubt, dass Russland der Aggressor war. Jetzt haben wir eine identische Situation in der Ukraine. Es ist die gleiche Art, einzumarschieren unter dem Vorwand, das eigene Volk zu beschützen. Aber es gibt viel mehr Medien- und Facebook-Präsenz. Ich hoffe, dass diese neue Öffentlichkeit auch für Georgien Konsequenzen haben wird.

Residenz Lisa Batiashvili:

"Alte und Neue Welt" 18.9., 20.00, und 21.9., 11.00, Laeiszhalle. Karten zu 11,- bis 51,-

"Kammermusik mit Batiashvili" 18.11., 20.00, Rolf-Liebermann-Studio. Karten zu20,-

"La France fantastique" 4.12., 20.00, und 7.12., 11.00, Laeiszhalle. Karten zu 11,- bis 51,-

Internet: www.lisabatiashvili.com

SONG: Georgischem Trio Mandili gelingt Youtube-Hit. Von Gereon Asmuth (taz.de)



(taz.de) Platonische Liebe mit Wodka

Drei junge Frauen spazieren singend durch eine grüne Landschaft. Der berührende Song erzählt von einem besonderen Liebesritual.

Dies ist eine der wunderbaren Geschichten aus den hintersten Winkeln des globalen Dorfes. Sie beginnt mit einem Video, dass gerade bei den sozialen Medien die Runde macht. Es zeigt drei junge Frauen, die singend durch eine Berglandschaft spazieren. Die erste filmt das Trio offenbar selfiemäßig mit ihrem Smartphone (das Video ist in zeitgemäßem Handyhochformat), die zweite hat ein kleines Mädchen an der Hand, die dritte spielt ein gitarrenähnliches Instrument. 

Trio Mandili aus Georgien
Mal sieht man den kargen Weg, mal schwenkt die Kamera auf die grünen Bäume, mal zeigt sie die Frauen, wie sie fröhlich Grimassen schneiden, mal quatscht das kleine Mädchen. So weit so gut, so unspektakulär. Wären da nicht diese Stimmen, wäre da nicht dieser unglaublich schöne, harmonische, dreistimmige, beeindruckend professionelle Gesang, der einen auf der Stelle berührt. Der einem das Gefühl gibt, gerade etwas ganz besonderes zu hören, auch wenn man kein Wort versteht.

Letzteres stört offenbar die wenigstens, das zeigen die Klickzahlen bei youtube. Dienstagmittag stand der Zähler bei 230.000, am Mittwoch wurde bereits die 500-000-Marke erreicht. Dabei ist das Video erst seit Freitag online. Und glaubt man der youtube-Statistik, wurde es in den ersten vier Tagen im Schnitt nur ein paar hundert mal pro Tag geklickt, bevor es nun frömlich durch die Decke schießt.

Offensichtlich, soviel ist schnell klar, stammt das anrührende Lied aus Georgien. Das verrät der Google-Übersetzer, wenn man die seltsam geschwungenen Buchstaben, die das Video begleiten, dorthin kopiert. Die drei Frauen nennen sich Trio Mandili, man findet auf ihrem youtube-Kanal ein paar weitere, ebenfalls sehr herzergreifende, sehr einfache Gesangsvideos. Mal sitzen zwei der drei an einem Flussufer. Und singen. Mal sitzen die drei im Gras. Und singen. Mal werden sie in einem Park von einem Bongospieler begleitet. Und singen. All diese Videos stehen aber erst bei ein paar tausend Klicks - und auch die sind vor allem erst in den letzten beiden Tagen zusammengekommen, offenbar beflügelt durch den viralen Hit der drei.

Mehr über die Sängerinnen herauszufinden ist nicht ganz einfach. Zwar findet man die seit April bestehende facebook-Seite des Trios, auch haben sie eine eigene Webseite, aber auch dort sind vor allem noch ältere Videos von Auftritten zu finden sowie Fotos, die die drei in Trachtenkleidern zeigen - ansonsten aber nur für die meisten Mitteleuropäer unverständliche georgische Buchstaben.

Unvergleichlich und einfach

Auf einer Webseite, die über Reisen nach Georgien informiert, findet man ein paar grundsätzliche Erklärungen über die spezielle Musik-Tradition in dem kaukasischen Land. "Der georgische Gesang zählt zu den kostbarsten Schöpfungen der Menschheit. Volkslieder und georgische Choräle weisen einen hohen Grad an Harmonienkomplexität auf mit drei bis vier eigenständigen Stimmen. Die archaischen Tonfolgen sind schlicht und entfalten in der Mehrstimmigkeit eine außergewöhnliche Spannung und Intensität", heißt es dort. Vorangestellt ist dem ein Zitat des russischen Komponisten Igor Strawinski, der gesagt haben soll: „Was die Georgier singen ist wichtiger als alle Neuentdeckungen der modernen Musik. Es ist unvergleichlich und einfach. Ich habe nie etwas besseres gehört!“ Man möchte ihm da unbedingt zustimmen. 

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Für Klickfaule und da ich nicht sicher bin, ob der Link auf Dauer funktioniert, hier noch die englische Übersetzung der russischen Übersetzung des georgischen Textes, wie man sie bei reddit findet:

“Look at the sky
The moon is aligning with the Bear’s Cross (Медведев Крест).
«Why are you looking like that with your black eyes, girl?
You are watching me.”
“I want to be your Equal today.
So that we can spend the night in an inspiring conversation.”
“Don’t try to confuse me, girl.
Отстань поими сказанное” (??)
The night sky is covered in blankets of stars.
The moon has aligned already with the Bear’s Cross
“Where are you, boy, wherever did you go.
Maybe you waited for me after all.”
The night passed in conversations
Morning approached, reach with mildew.
Dawn likes a bottle of “araki” (fruit vodka)
A bottle containing the necessary drink.
The equal brought the bottle with drink
The morning approached the noon.
The boy drank his drink with a horn
And smiled fondly
The girl presented him food and lowered her head
“Say something else”
The drink blurred his mind a little
And the Equal is sitting with him
“What dirty thoughts came to me, let the god be angry with me”
He got ashamed of himself and lost his colour
And left in the direction of Bear’s Cross on his way to Khakhmati.

Quelle: reisen.grimo.info

Neue website: Trio Mandili 

FILM: Don't Breathe. Directed by Nino Kirtadze

In Georgia a man in his 40s, Levan, is waiting in a clinic for an MRI examination. He needs to find out what’s causing the pain in his shoulder. He’s nervous. By the time he leaves the hospital he’s not the same man. His anxiety quickly spreads to his wife and well-meaning friends. The family courtyard becomes the scene of an informal advisory council, where everybody suggests magical cures and must-see specialists. Soon Levan’s savings are gone. He’s scared of losing his job, his heath and his wife, who has started to come home later and later.

But suddenly, out of nowhere – a serendipitous event occurs...



Link: medias.unifrance.org/press-kit-english.pdf

AUSSTELLUNG: Vernissage der Fotoausstellung "12 Fenster nach Georgien" von Wolfgang Korall (wilfried-staufenbiel.de)

Die kleine Galerie mit Charakter
13.-28. September 2014

(wilfried-staufenbiel.de) Fotografien aus Georgien 
von Wolfgang Korall in der "Galerie im Hühnerstall"

16321 Bernau-Schönow, Schönerlinder Strasse 88
Galerist Wilfried Staufenbiel, Tel. 03338 - 768 651

Vernissage am Sonnabend, 13. September ab 17 Uhr

Mit Lesung von Bernd Max Wagner, Berlin
„Den Berliner Blinden. Gedichte und Epigramme“

Über Ihr/euer Erscheinen würden wir uns freuen.

Wolfgang Korall

Thursday, September 11, 2014

FESTIVAL: Off Europa: Discover Bulgaria - Black Sea Culture - in Dresden und Leipzig (bfot.de)

(bfot.de) Leipzig + Dresden, 19. - 28. September 2014


Trailer Festival Off Europa 2014 "Discover Bulgaria" from Off Europa on Vimeo.

Rand. Und Reichtum.


Bulgarien ist seit 2007 Mitglied der Europäischen Union. Am äußerstem Rand, weit weg. Nur gelegentlich findet das Land in die Schlagzeilen mitteleuropäischer Medienwelten. Von den sozialen Protesten, die das Land regelmäßig erschüttern, erfährt man hier kaum etwas. Selbst die starken Überschwemmungen im Frühsommer waren den Medien hierzulande nur wenig Erwähnung wert. Einzig die so genannte „Armutszuwanderung“ wird dauerhaft thematisiert. Dabei handelt es sich bei den zuströmenden Hilfesuchenden überwiegend um Roma - und die damit einhergehenden Probleme lassen sich wohl nur mit und nicht gegen Bulgarien lösen. 

Paradise Hotel Paar by AGITPROP
Paradiese Hotel © AGITPROP Sofia
Im Oktober des letzten Jahres verstarb der große europäische Regisseur Dimiter Gottscheff. Und mit ihm der letzte Brückenschlag zu rätselhaften sonnigen Landschaften, nach Bulgarien. Zeit, all dies neu zu entdecken. In der bulgarischen Hauptstadt gibt es mehr Stadttheater als in der Weltstadt Berlin. Im Wesentlichen sind sie dazu da, die Menschen von den Tagesrealitäten abzulenken. Und im Normalfall funktioniert das wahrscheinlich auch. Im Schatten eines dieser im Wortsinne großen Häuser - im Gebäude eines ehemaligen Bades - findet sich das auch international beachtete „Theaterlabor Sfumato“; eine Zeit lang Symbol der Hoffnung für Aufbruch und Wandel. Die interessantesten Theaterarbeiten entstehen heute aber im Umfeld von Künstlern wie Galina Borissova, Iva Sveshtarova, Ivo Dimchev oder Willy Prager, alle mit Arbeitserfahrungen im Ausland. Und an Häusern wie dem kleinen „Red House“ oder der Galerie „fridge“, die auch und vor allem Treffpunkte, Diskursorte sind - und mit ihren geringen Mitteln und Möglichkeiten alles tun, um Künstler im Lande zu halten. 

Seit 1992 in Leipzig - und seit 2008 parallel auch in Dresden - beschäftigt sich „Off Europa“ mit der weniger bekannten, manchmal ignorierten oder einfach nur noch nicht entdeckten freien Theater- und Tanzkunst insbesondere Süd-Ost-Europas. Ob in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens, in Rumänien, Georgien, Albanien oder der Türkei, stets ließen sich visionäre, charismatische Künstler oder beeindruckende Ensemblekonstellationen finden. Im Falle Bulgarien ist das nicht anders. Experimentierfreudige Tänzer, stilprägende Performer, mutige Regisseure und ambitionierte Veranstalter - an einigen wenigen Orten in Sofia und Varna sind Künstler gereift die jetzt den Weg nach Deutschland antreten. „Off Europa“ organisiert also wieder eine Art temporärer „Reichtumszuwanderung“. Mit Theater, Tanz und Performance, Filmen, Gesprächen und Musik an sieben verschiedenen Veranstaltungsorten. In beiden sächsischen Metropolen, in Leipzig und in Dresden. Wir laden Sie herzlich dazu ein.

Programm: bfot.de

offeuropa.de
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facebook.com

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societaetstheater.de/OFF-EUROPA-Bulgarien  
lofft.de
utconnewitz.de

Sunday, September 07, 2014

LITERATUR: Sechs Generationen auf den Spuren der Vergangenheit. Von Esther Schneider - Über Nino Haratischwilis dritten Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» (srf.ch)

(srf.ch) Opulenter Familienroman, Märchen und Geschichtslektion: Mit ihrem dritten Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» schaut Nino Haratischwili in die Vergangenheit ihres Heimatlandes Georgien. Sie erzählt am Beispiel einer Familie, wie Krieg und Diktatur das Leben von sechs Generationen prägt.




Für die Autorin Nino Haratischwili ist das umfangreiche Familienepos «Das achte Leben (Für Brilka)» eine persönliche Auseinandersetzung mit ihrem Heimatland Georgien. Nino Haratischwili ist in einer Zeit aufgewachsen, die für Georgien schwierig war. Geboren Anfang der 80er-Jahre erlebte sie ein Land, das sich von der ehemaligen Sowjetunion löste und den Weg in die Unabhängigkeit suchte.

Die Ablösung von Russland brachte viel Leid über eine Bevölkerung, die schon traumatisiert war von den Revolutionswirren, den beiden Weltkriegen und dem Terror unter Stalin. Fast jede Familie in Georgien, so die Autorin, habe im Laufe des 20. Jahrhunderts Leid und Gewalt erfahren. Das laste noch heute auf den Menschen.

Die Suche nach Antworten

Dieses Erbe beschäftigt Nino Haratischwili seit Jahren, und sie ärgert sich darüber, dass die führenden Politiker des Landes sich nicht mit der Geschichte auseinandersetzen wollten. Sie glaubt, dass ein Land nur dann die Gegenwart anpacken kann, wenn es seine Vergangenheit aufgearbeitet hat.

Nino Haratischwili tut das nun auf ihre Art mit dem 1300 Seiten starken Roman «Das achte Leben (Für Brilka)». Ein Roman, für den sie lange in den Archiven Russlands recherchiert hat und der vieles zugleich ist: ein opulenter Familien- und Gesellschaftsroman, ein Panorama des 20. Jahrhunderts und eine Landesgeschichte von Georgien.

Der Teppich als Bild für die Familiengeschichte

«Du bist ein Faden, ich bin ein Faden, zusammen ergeben wir eine kleine Verzierung, mit vielen anderen Fäden zusammen ergeben wir ein Muster.» Das Teppichmuster als Metapher für die Verstrickungen, die sich aus der Geschichte ergeben.

Dieses Bild steht am Anfang des Romans. Da stellt uns die Erzählerin Niza ihre Urgrossmutter Stasia und ihre Nichte Brilka vor. Brilka ist der jüngste Spross der Familie, gerade mal zwölfJahre alt. Brilka haut aus Georgien ab in den Westen. Sie hat genug von der Vergangenheit, die auf der Familie lastet und über die niemand redet.

Die Urgrossmutter Stasia dagegen ist sozusagen die Hüterin der Familiengeschichte. Und diese Geschichte gibt sie weiter an ihre Urenkelin Niza. Niza, die auch unter dem Familienerbe leidet, schreibt die Geschichten auf. Sie will zum einen den Geheimnissen auf den Grund gehen und das Leid, das die Familie seit Jahrzehnten heimgesucht hat, benennen. Zum anderen will sie, dass ihre Nichte Brilka diese Last nicht mehr weiterschleppen muss.

Stürmische Zeiten

Nach diesem Prolog rollt die Autorin nun die Familiengeschichte auf. Sie macht das dramaturgisch geschickt: Sie widmet acht Familienmitgliedern je ein Buch im Buch. Sie beginnt im Jahr 1900 mit Stasias Geburt. Damals war die Welt noch im Lot. Stasia wird in die Familie eines wohlhabenden Schokoladefabrikanten hineingeboren. Sie wächst wohlbehütet auf und heiratet den Oberstleutnant Jaschi. Doch dann beginnt der Erste Weltkrieg, gefolgt von der russischen Revolution. Die Familie wird auseinandergerissen.

Dieses Schicksal widerfährt später auch ihren Kindern, vor allem während des Zweiten Weltkrieges und der Zeit der Stalindiktatur. Stasias Sohn macht Karriere in der kommunistischen Partei und lebt weit weg von Georgien und seiner Familie in Moskau. Die Tochter, liiert mit einem Dissidenten, flieht in den Westen. Das tragischste Schicksal aber trifft Stasias schöne Schwester. Ein berüchtigter Geheimdienstchef missbraucht sie und macht sie gewaltsam zu seiner Geliebten und bringt dadurch Unglück über die Familie.

Der Fluch der Schokolade

Überhaupt wird die Familie immer wieder von Unglück heimgesucht. Es ist, als würde ein Fluch auf ihr Lasten. Nino Haratischwili setzt in diesem Zusammenhang ein dramaturgisches Mittel ein. Der Fluch wird ausgelöst durch ein Geheimrezept der Familie für heisse Schokolade. Diese Schokolade zieht sich als Leitmotiv durch den ganzen Roman. Nino Haratischwili wollte dem Roman, der über weite Teile politisch ist, dadurch eine märchenhafte Note geben.

Auch wenn der Roman an gewissen Stellen etwas zu pathetisch geraten ist und da und dort Kürzungen vertragen hätte, ist Nino Haratischwili eine grossartige Erzählerin. Der Roman ist eine wunderbare Lektüre für alle, die Familiengeschichten lieben und einen Blick auf ein Land werfen möchten, das lange hinter dem Eisernen Vorhang verborgen war.

Sendung: «Das achte Leben (Für Brilka)» von Nino Haratischwili

Acht Frauen, acht Schicksale: Nino Haratischwili erzählt die Geschichte einer georgischen Familie über sechs Generationen. 

Um 1900 ist die Welt für die Familie eines georgischen Schokoladefabrikanten noch in Ordnung. Kinder kommen zur Welt, man lebt im Wohlstand und träumt von einer goldenen Zukunft. Doch dann wird Georgien von Kriegen und Revolutionen heimgesucht. Ein Fluch legt sich über die Familie und bringt den Nachkommen der nächsten Generationen Trennung und Leid.

Die junge Autorin Nino Haratschwili legt mit ihrem Roman «Das achte Leben (Für Brilka)» ein opulentes Epos über eine Familie vor, die in stürmischen Zeiten zu überleben versucht. Ein Gesellschaftsroman, der einen Blick hinter den eisernen Vorhang gewährt, auf das Leben in dem Land südlich des Kaukasus. Die Autorin Nino Haratischwili ist mit ihrem Roman Gast in «52 Beste Bücher».
Buchhinweis:

Nino Haratischwili: «Das achte Leben (Für Brilka).» Frankfurter Verlagsanstalt, 2014.

Saturday, September 06, 2014

PHOTOESSAY Georgian Online Magazine. June-July Issue 2014


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Friday, September 05, 2014

CLASSIC: Lisa Batiashvili plays Bach in Tbilisi


Watch Lisa Batiashvili perform Bach's Cantata BWV 156 from her new album "Bach", to be released on Deutsche Grammophon.

Lisa Batiashvili presents a fine selection of chamber and orchestral music, including both popular, but also newly recorded Bach pieces - among the latter is for instance the first ever recording of Bach's famous aria "Erbarme Dich, mein Gott" in a transcription for violin, oboe and orchestra on Deutsche Grammophon.

LITERATUR: Nino Haratischwili, Das achte Leben (Für Brilka). (perlentaucher.de)

(perlentaucher.de)
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783627002084
Gebunden, 1280 Seiten, 34,00 EUR


Klappentext

Georgien, 1900: Mit der Geburt Stasias, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten, beginnt dieses berauschende Opus über sechs Generationen. Stasia wächst in der wohlhabenden Oberschicht auf und heiratet jung den Weißgardisten Simon Jaschi, der am Vorabend der Oktoberrevolution nach Petrograd versetzt wird, weit weg von seiLiteratner Frau. Als Stalin an die Macht kommt, sucht Stasia mit ihren beiden Kindern Kitty und Kostja in Tbilissi Schutz bei ihrer Schwester Christine, die bekannt ist für ihre atemberaubende Schönheit. Doch als der Geheimdienstler Lawrenti Beria auf sie aufmerksam wird, hat das fatale Folgen ..

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.09.2014

Tilman Spreckelsen ist tief beeindruckt, wie meisterlich Nino Haratischwili auf den knapp eintausenddreihundert Seiten ihres Romans "Das achte Leben" Spannung und Kohärenz aufrechterhält. Die Autorin erzählt die Geschichte einer Familie über sechs Generationen, die im Georgien des zwanzigsten Jahrhunderts mit den Realien der Sowjetunion konfrontiert sind, an denen sie meist auf die eine oder andere Weise scheitern, fasst der Rezensent zusammen. Das familiäre Erbe, die fatalen Wiederholungen, werden durch den "Fluch der Schokolade" verkörpert, verrät Spreckelsen: nach dem Rezept des Ururgroßvaters der Erzählerin wird eine verhängnisvolle heiße Schokolade zubereitet, die zwar eine "geistige Ekstase" verheißt, aber jeden, der bisher von ihr zu probieren wagte, schnell ins Unglück gestürzt hat, erklärt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.08.2014

Dem Osten ganz nah kommt Burkhard Müller mit diesem Riesenroman von Nino Harataschwili. Dass die Autorin ihre georgische Generationen-Saga auf Deutsch schreibt, ist für Müller ein besonderer Genuss, gelingt es der Autorin doch, der Sprache eine Frische abzugewinnen, die laut Müller kein Muttersprachler erzwingen könnte, und was dazu führt, dass der Rezensent auf über 1200 Seiten keine einzige Phrase lesen muss. In der Mischung aus Eigenem und Fremdem also besteht für Müller ein Reiz des Buches. Ein weiterer liegt für den Rezensenten in der Weite des gezeichneten Tableaus, das Privates und Weltgeschichtliches vereint. 100 Jahre, vom Terror der 20er bis heute, sechs Generationen und einen Raum, der von Tbilissi über Moskau und London bis nach Berlin reicht, umfasst der große Text, erklärt Müller. Einen nennenswerten Plot entdeckt er zwar nicht, dafür jedoch eine Menge eigenwilliger Figuren, fantastische Begegnungen und eine unumschränkte Heldin: Georgien.