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Saturday, October 06, 2012

PUBLICATION: No. 42: Traditional Law in Georgia (css.ethz.ch)

Author(s): Stéphane Voell, Lavrenti Janiashvili, Natia Jalabadze, Elke Kamm
Editor(s): Stéphane Voell
Series: Caucasus Analytical Digest (CAD)
Issue: 42
Publisher(s): Center for Security Studies (CSS), ETH Zurich; Research Centre for East European Studies, University of Bremen; Institute for European, Russian and Eurasian Studies, George Washington University
Publication Year: 2012


CAD-Issue.jpg24(css.ethz.ch) This issue of the CAD examines the role of traditional law in Georgia. Stéphane Voell argues that despite a new political environment created by the strengthening of the state administration and the work of law-enforcement agencies after the Rose Revolution, traditional law remains an important frame of reference for the Svan population. Lavrenti Janiashvili studies the practice of traditional law in Svaneti in Soviet times as an important part of Georgia's legal history that sheds light on contemporary practices. Elke Kamm examines the practice of bride kidnapping in Tetritskaro, Georgia and explains that it was considered by Georgian ethnographers as an alternative form of marriage that allowed men to marry without going into debt and still occurs nowadays, though rarely. Natia Jabaladze studies the custom of blood feud among Svan migrants in the region of Kvemo-Kartli in Georgia and observes that this tradition remains more alive in self-representation among Svans than in practice.

TRADITIONAL LAW IN GEORGIA
Nagorno-Karabakh, Adjara, South Ossetia, Abkhazia

Local Legal Conceptions in Svan Villages in the Lowlands 2
By Stéphane Voell, Marburg
Traditional Law in Soviet Times 5
By Lavrenti Janiashvili, Tbilisi
The Resurgence of Blood Feud in the Georgian Lowlands 7
By Natia Jalabadze, Tbilisi
The Pride of Being Kidnapped: Women’s Views on Bride Kidnapping in Tetritskaro, Georgia 10
By Elke Kamm, Marburg
 

CHRONICLE
From 10 to 21 September 2012 12

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Monday, June 08, 2009

RÜCKBLICK: Die Revitialisierung von traditionellem Recht in Georgien: Vorstellung eines neuen Forschungsprojekts in der Marburger Völkerkunde.

Elke Kamm M.A. und Dr. Stéphane Voell hielten einen Vortag Anfang Februar. Leider erfuhr ich das jetzt erst. Jedoch möchte ich das nachreichen, da ich beide als Fachkundige für traditionelles Recht vorstellen möchte. Zur Zeit forschen sie darüber in Georgien und Deutschland. Begleitend zu ihrem Projekt haben sie auch einen Blog ins Leben gerufen.

AnthroLab: Vortrag zu traditionellem Recht in Georgien
Zweiter Vortrag des neuen "Marburger AnthroLab"
Zeit: 05.02.2009 18:00 h Ort: Kugelhaus, Seminarraum 1 OG., Kugelgasse 10,
Referent/Beteiligte: Elke Kamm M.A., Dr. Stéphane Voell


Weitere Informationen:

Die Revitialisierung von traditionellem Recht in Georgien: Vorstellung eines neuen Forschungsprojekts in der Marburger Völkerkunde

Traditionelles Recht gewinnt im postsozialistischen Georgien zunehmend an Bedeutung. Ehrvorstellungen und Clanstrukturen beeinflussen wirtschaftliche Aktivitäten. Blutrache tritt in verschiedenen Regionen Georgiens auf. Privatisierungen nach dem Ende des Sozialismus führen noch heute zu Landkonflikten, die verstärkt mit traditionellem Recht verhandelt werden. Viele Konflikte werden außergerichtlich nach traditionellen Vorgaben über Älteste und lokale Mediatoren gelöst. Dieses Wiedererwachen der Tradition im Recht ist Thema des Forschungsprojekts. Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung: Was sind die Rahmenbedingungen und Prozesse, die zu einer Revitalisierung von traditionellem Rechts führen? Wer greift wann und warum auf dieses Recht zurück?
Elke Kamm M.A. und Dr. Stéphane Voell
Wissenschaftliche Mitarbeiter im Fachgebiet Völkerkunde des Instituts für Vergleichende Kulturforschung der Philipps-Universität Marburg.

Zur Projektdarstellung hie >>>
Revitalisation of Traditional Law in the Republic of Georgia
Forschungsprojekt des Instituts für Vergleichende Kulturforschung (FG Völkerkunde) in Zusammenarbeit mit dem I.Djavakhishvili Institut für Geschichte und Ethnographie der
Georgischen Akademie der Wissenschaften in Tbilisi.

Projektleitung:
Prof. Dr. Mark Münzel, Dr. Stéphane Voell
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. Natia Jalabadze (Tbilisi), Dr. Lavrenti Janiashvili (Tbilisi), Elke Kamm M.A. (Marburg), Dr. Stéphane Voell (Marburg),
Konzeption: Dr. Stéphane Voell, in Zusammenarbeit mit Dr. Natia Jalabadze

Laufzeit: 2009-2011
Finanzierung: Volkswagen-Stiftung (Projektdarstellung bei VW)

Traditionelles Recht gewinnt im postsozialistischen Georgien wieder zunehmend an Bedeutung. Ehrvorstellungen und Clanstrukturen beeinflussen wirtschaftliche Aktivitäten. Blutrache tritt in verschiedenen Regionen Georgiens auf. Privatisierungen nach dem Ende des Sozialismus führen noch heute zu Landkonflikten, die verstärkt mit traditionellem Recht verhandelt werden. Viele Konflikte werden außergerichtlich nach traditionellen Vorgaben über Älteste und lokale Mediatoren gelöst. Dieses Wiedererwachen der Tradition im Recht ist Thema des Forschungsprojekts. Zwei Fragen stehen im Mittelpunkt der Forschung: Was sind die Rahmenbedingungen und Prozesse, die zu einer Revitalisierung von traditionellem Rechts führen? Wer greift wann und warum auf dieses Recht zurück? - Es wird auch untersucht, ob man überhaupt von einer Revitalisierung sprechen kann bzw. ob traditionelles Recht eine postsozialistische Erfindung ist oder eine historische Kontinuität aufweist.

Bisherige Forschungen zum traditionellen Recht fanden in Georgien meist in entlegenen und kaum bewohnten Hochlandregionen statt, die nur wenig in staatliche Strukturen eingegliedert sind. In vorliegendem Projekt geht es jedoch gerade darum, wie traditionelles Recht in Beziehung zu Staat und Zivilgesellschaft angewendet wird. Die Forschung findet daher im georgischen Tiefland, in Kvemo Kartli, statt. Hier sind staatliche Administration und Zivilgesellschaft präsent. Traditionelles Recht ist hier alltägliche Praxis.

Das Forschungsteam umfasst je zwei Forscher aus Georgien und Deutschland. Gemeinsam werden sie an dem Projekt arbeiten und elf Monate in Georgien forschen. Zusammen untersuchen sie die folgenden Fragen: Was wird überhaupt als traditionelles Recht in Georgien bezeichnet? In welchen Zusammenhängen kommt traditionelles Recht zur Anwendung und in welchen nicht? Wie reagiert die staatliche Administration auf die Praxis traditionellem Rechts? Spielt die Religion bzw. deren Vertreter eine Rolle in traditionellen Rechtsverfahren?

Die Projektmitarbeiter arbeiten an vier individuellen Forschungsprojekten, die die aktuelle Praxis des traditionellen Rechts exemplarisch herausarbeiten. Voell untersucht die Verwendung von traditionellem Recht durch Nichtregierungsorganisationen für Konfliktvermittlung. Jalabadze beschäftigt sich mit dem Wiederauftreten der Blutrache im georgischen Tiefland. Die Bedeutung von Ehrvorstellungen im sozialen Alltag, besonders in Bezug zur Rolle der Frau, steht im Zentrum der Forschungen von Kamm. Janiashvili arbeitet zu der Relevanz des traditionellen Rechts im Sozialismus und ob dessen heutige Praxis eine Neuerfindung oder ob vor Ort eine Kontinuität zu beschreiben ist.


Blog zu Projekt hier >>>

Weitere Informationen zum "Marburger AnthroLab" hier >>>

Veranstalter:IVK-Völkerkunde