(ruhr-uni-bochum.de) [FOR ENGLISH VERSION, PLEASE SEE BELOW]
Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie herzlichst zu unserer internationalen Konferenz „The Displacement, Extinction and Genocide of the Pontic Greeks. 1916-1923.“ einladen.
Die Konferenz findet am 25. und 26. Februar 2016 im Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Anbei finden Sie sowohl die Konferenzankündigung als auch das Tagungsprogramm.
In den vergangenen Jahren erhielt der Völkermord an den Armeniern zunehmend mehr Aufmerksamkeit, sowohl in der Forschung als auch in der breiten Öffentlichkeit. Folgt man allerdings den neusten internationalen Forschungsarbeiten, so muss der jungtürkische Genozid an den Armeniern vielmehr als nur ein Kapitel einer allumfassenderen anti-muslimischen/anti-türkischen Kampagne der Jungtürken und Kemalisten verstanden werden. So waren neben den Armeniern insbesondere griechische Bevölkerungsgruppen in Kleinasien von den Maßnahmen wie Deportation und Gewalttaten betroffen, die im Interesse spezifisch jungtürkischer und kemalistischer Visionen des osmanischen Raums zwischen 1913 und 1923 durch den osmanischen Staat begangen wurden. In diesem Zusammenhang erreichte die anti-griechische Kampagne ihren gewaltvollen Höhepunkt in dem Genozid an der griechischen Bevölkerung in der Pontos-Region an der Schwarzmeerküste. Obgleich die Vernichtung der Pontos-Griechen vor allem im US-amerikanischen Raum eine zunehmend prominentere Stellung in der historiographischen Landschaft eingenommen hat, stellt die Erforschung dieser Geschehnisse im europäischen Raum doch noch weitestgehend ein Desiderat der historischen Forschung dar.
Es ist daher das Ziel der anstehenden Konferenz sowohl dafür ein Bewusstsein zu schaffen, was der pontos-griechischen Bevölkerung unter der jungtürkischen und kemalistischen Herrschaft widerfahren ist, als auch die internationale und interdisziplinäre wissenschaftliche Zusammenarbeit innerhalb dieses Forschungsfeldes zu fördern. Darüber hinaus beabsichtigt die Konferenz, das Expertenwissen von Wissenschaftlern, die zu den Bereichen Spätes Osmanisches Reich, Jungtürkismus, Kemalismus, griechisch-türkische Beziehungen und der griechischen Diaspora geforscht haben, zusammenzubringen.
Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Alle Beiträge werden simultan übersetzt.
Gäste sind herzlich willkommen, wir würden Sie aber bitten sich bei pontic@rub.de anzumelden. Die Teilnahme ist kostenlos.
Für weitere Informationen besuchen Sie bitte: www.ruhr-uni-bochum.de/pontic
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Konferenzankündigung an alle Kolleginnen und Kollegen weiterleiten würden, für die dieses Thema von Interesse ist.
Mit freundlichen Grüßen
Institut für Diaspora und Genozidforschung
Ruhr-Universität Bochum
Historisches Institut
Postanschrift: Universitätsstr. 150, D-44801 Bochum
Besucher: Gebäude NA, Etage 6 Nord
E-Mail: pontic@rub.de / idg@rub.de
IDG: www.ruhr-uni-bochum.de/idg
+++
Dear Sir or Madam,
we are pleased to invite you to our international conference „The Displacement, Extinction and Genocide of the Pontic Greeks. 1916-1923.“
The conference will take place on February 25 & 26, 2016, at the Senatssaal, Humboldt University in Berlin.
Over the last years, the genocide committed against the Armenians has received more and more scientific and popular attention. However, as recent international research has emphasized, the Armenian genocide by the Young-Turkish government has to be understood as only one chapter of an overall campaign of the Young-Turkish and Kemalist government against the non-Muslim (and later non-Turkish) communities. Besides the Armenians, particularly Greek communities in Asia Minor were affected most in terms of forced migration and atrocities, committed in the interests of specific Young-Turkish and Kemalist visions of the Ottoman space between 1913 and 1923. In this regard, the governmental campaign reached its violent climax in the genocide of the Greek communities in the Pontic area at the shores of the Black Sea. Albeit the killing of the Pontic Greek has become increasingly prominent in Anglo-American historical research, it still continues to be a desideratum within the European field of research.
The aim of the upcoming conference is thus both to raise awareness about what happened to the Pontic-Greek community during the Young-Turkish and Kemalist regimen and to promote the international and interdisciplinary collaboration within this field of research. As the displacement and extinction of the Pontic-Greek community has to be contextualized as part of the complex socio-political relations between Muslim/Turkish hegemony and non-Muslim/non-Turkish communities, the conference intends to bring together the expert knowledge of international scholars working within the fields of the late Ottoman, Young-Turkish and Kemalist period, Greco-Turkish relations and the Greek diaspora.
The conference will be held in German and English with simultaneous interpretation.
Guests are very welcome. Please register with pontic@rub.de. There is no registration fee.
For further information, please visit: www.ruhr-uni-bochum.de/pontic
We would be very pleased if you could forward this invitation to all persons interested in the subject.
With kind regards
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Sunday, February 21, 2016
EINLADUNG: Internationale Konferenz Berlin "The Displacement, Extinction and Genocide of the Pontic Greeks. 1916-1923" (ruhr-uni-bochum.de)
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Monday, February 15, 2016
AUSSTELLUNG: Auf Entdeckungsfahrt ins antike Georgien (uni-jena.de)
(uni-jena.de) Klassische Archäologen zeigen vom 3. Februar bis 27. März Georgien-Ausstellung / Vernissage am 2. Februar
Zu einer Entdeckungsreise in das Land des Goldenen Vlieses laden Prof. Dr. Eva Winter, Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning, Dr. Dennis Graen und Studierende des Lehrstuhls für Klassische Archäologie der Universität Jena neugierige kleine und große Besucher in die Universität ein. Am 2. Februar wird im Ausstellungskabinett der Friedrich-Schiller-Universität, im Raum 25 des Hauptgebäudes (Fürstengraben 1), die Ausstellung "Entdeckungen im Land des Goldenen Vlieses" eröffnet. Sie trägt den Untertitel "Archäologische Funde aus Georgien in Jena" und nimmt die Besucher auf eine Zeitreise in das antike Georgien mit.
Viele neue Fundstücke
"Wir zeigen viele neue Fundstücke, die erst in den letzten Jahren ausgegraben worden sind", sagt Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning. Zutage gefördert wurden u. a. prachtvolle Gewandschließen oder Gürtelschnallen, die wohl als Schmuck gedient haben. Die ältesten Stücke stammen aus dem 17. Jahrhundert vor Christus, die jüngsten Artefakte aus der römischen Kaiserzeit. Den größten Teil der Fundstücke haben georgische Archäologen gemeinsam mit einem Team der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg ausgegraben.
"Wir zeigen Fundstücke aus der Stadt Poti beim antiken Phasis, aus dem Jahrtausende alten Atskuri und aus dem Regionalmuseum Bordshomi in der Bergprovinz Ratscha, darunter sind außergewöhnliche Bronzen", sagt Dr. Dennis Graen. Insgesamt sind es etwa 100 Exponate, die bis zum 27. März ausgestellt werden.
Vor gut einem Semester haben Plontke-Lüning, Graen und die Studierenden Daniela Schindler, Stefanie Adler, Cynthia Weißflog, Ronja Schrand sowie Maximilian Höhn begonnen, die schon vorher in Nürnberg gezeigte Ausstellung neu zu konzipieren. Entstanden ist dabei eine ambitionierte Kabinettschau, die Georgien als Land im Schnittpunkt der Kulturen zeigt und dabei auf den Mythos vom Goldenen Vlies Bezug nimmt, der uns am ausführlichsten von Apollonios Rhodios (3. Jh.v.Chr.) überliefert wurde. Das sagenumwobene Goldene Vlies, das die Argonauten um Jason aus Kolchis holten, steht symbolhaft für den Reichtum des antiken Georgiens: Mit Widderfellen wurde Gold aus den Flüssen gewaschen.
Umfangreiches Begleitprogramm
Parallel zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm geboten. Insgesamt acht Vorträge finden jeweils mittwochs um 18 Uhr statt, eine Verkostung von Weinen aus Georgien ist vorgesehen und museumspädagogische Angebote für Kinder ab vier Jahren.
Um die Exponate zeitlich und geographisch einordnen zu können, wird es einige Schautafeln geben. Zwar wird in Jena als ,besondere Orchidee' Kaukasiologie gelehrt und gehört Tiflis zu den ältesten Partneruniversitäten, dennoch dürfte nicht jeder wissen, dass Georgien zu den ältesten christlichen Ländern gehört.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 2. Februar um 18 Uhr hält Prof. Dr. Vakhtang Licheli aus Tiflis im Hörsaal 24 des Uni-Hauptgebäudes einen Festvortrag mit dem Titel "Neue archäologische Entdeckungen in Georgien". Licheli leitet das Institut für Archäologie an der Ivane-Dshavakhishvili-Universität in Tiflis. Am Tag darauf gibt Lichelis Tochter Tamara, eine international renommierte Pianistin, um 18 Uhr in der Aula der Universität (Fürstengraben 1) ein Klavierkonzert mit Werken von Bach, Lizst, Ravel, Debussy und Werken georgischer Komponisten. Weitere Vorträge behandeln die Ausgrabungen in Georgien oder zeigen fotografische Impressionen sowie Aspekte der wechselvollen Geschichte des Landes und seiner Bewohner.
Geöffnet ist die Ausstellung "Entdeckungen im Land des Goldenen Vlieses" vom 3. Februar bis 27. März jeweils Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 11 bis 14 Uhr, am Dienstag und Mittwoch zudem von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Kontakt:
apl. Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning, Dr. Dennis Graen
Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944820
E-Mail: annegret.plontke-luening@uni-jena.de, dennis.graen@uni-jena.de
JENA TV: Grabungsfunde. Die Universitaet praesentiert Schaetze aus dem Antiken Georgien [jenatv.de]
Zu einer Entdeckungsreise in das Land des Goldenen Vlieses laden Prof. Dr. Eva Winter, Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning, Dr. Dennis Graen und Studierende des Lehrstuhls für Klassische Archäologie der Universität Jena neugierige kleine und große Besucher in die Universität ein. Am 2. Februar wird im Ausstellungskabinett der Friedrich-Schiller-Universität, im Raum 25 des Hauptgebäudes (Fürstengraben 1), die Ausstellung "Entdeckungen im Land des Goldenen Vlieses" eröffnet. Sie trägt den Untertitel "Archäologische Funde aus Georgien in Jena" und nimmt die Besucher auf eine Zeitreise in das antike Georgien mit.
Viele neue Fundstücke
"Wir zeigen viele neue Fundstücke, die erst in den letzten Jahren ausgegraben worden sind", sagt Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning. Zutage gefördert wurden u. a. prachtvolle Gewandschließen oder Gürtelschnallen, die wohl als Schmuck gedient haben. Die ältesten Stücke stammen aus dem 17. Jahrhundert vor Christus, die jüngsten Artefakte aus der römischen Kaiserzeit. Den größten Teil der Fundstücke haben georgische Archäologen gemeinsam mit einem Team der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg ausgegraben.
"Wir zeigen Fundstücke aus der Stadt Poti beim antiken Phasis, aus dem Jahrtausende alten Atskuri und aus dem Regionalmuseum Bordshomi in der Bergprovinz Ratscha, darunter sind außergewöhnliche Bronzen", sagt Dr. Dennis Graen. Insgesamt sind es etwa 100 Exponate, die bis zum 27. März ausgestellt werden.
Vor gut einem Semester haben Plontke-Lüning, Graen und die Studierenden Daniela Schindler, Stefanie Adler, Cynthia Weißflog, Ronja Schrand sowie Maximilian Höhn begonnen, die schon vorher in Nürnberg gezeigte Ausstellung neu zu konzipieren. Entstanden ist dabei eine ambitionierte Kabinettschau, die Georgien als Land im Schnittpunkt der Kulturen zeigt und dabei auf den Mythos vom Goldenen Vlies Bezug nimmt, der uns am ausführlichsten von Apollonios Rhodios (3. Jh.v.Chr.) überliefert wurde. Das sagenumwobene Goldene Vlies, das die Argonauten um Jason aus Kolchis holten, steht symbolhaft für den Reichtum des antiken Georgiens: Mit Widderfellen wurde Gold aus den Flüssen gewaschen.
Umfangreiches Begleitprogramm
Parallel zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm geboten. Insgesamt acht Vorträge finden jeweils mittwochs um 18 Uhr statt, eine Verkostung von Weinen aus Georgien ist vorgesehen und museumspädagogische Angebote für Kinder ab vier Jahren.
Um die Exponate zeitlich und geographisch einordnen zu können, wird es einige Schautafeln geben. Zwar wird in Jena als ,besondere Orchidee' Kaukasiologie gelehrt und gehört Tiflis zu den ältesten Partneruniversitäten, dennoch dürfte nicht jeder wissen, dass Georgien zu den ältesten christlichen Ländern gehört.
Zur Eröffnung der Ausstellung am 2. Februar um 18 Uhr hält Prof. Dr. Vakhtang Licheli aus Tiflis im Hörsaal 24 des Uni-Hauptgebäudes einen Festvortrag mit dem Titel "Neue archäologische Entdeckungen in Georgien". Licheli leitet das Institut für Archäologie an der Ivane-Dshavakhishvili-Universität in Tiflis. Am Tag darauf gibt Lichelis Tochter Tamara, eine international renommierte Pianistin, um 18 Uhr in der Aula der Universität (Fürstengraben 1) ein Klavierkonzert mit Werken von Bach, Lizst, Ravel, Debussy und Werken georgischer Komponisten. Weitere Vorträge behandeln die Ausgrabungen in Georgien oder zeigen fotografische Impressionen sowie Aspekte der wechselvollen Geschichte des Landes und seiner Bewohner.
Geöffnet ist die Ausstellung "Entdeckungen im Land des Goldenen Vlieses" vom 3. Februar bis 27. März jeweils Dienstag, Mittwoch und Donnerstag 11 bis 14 Uhr, am Dienstag und Mittwoch zudem von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Kontakt:
apl. Prof. Dr. Annegret Plontke-Lüning, Dr. Dennis Graen
Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944820
E-Mail: annegret.plontke-luening@uni-jena.de, dennis.graen@uni-jena.de
JENA TV: Grabungsfunde. Die Universitaet praesentiert Schaetze aus dem Antiken Georgien [jenatv.de]
Thursday, October 30, 2014
LESUNG: Terror und Traum. Moskau 1937. Von Karl Schlögel. 1.11.2014, 19:00 Uhr in Tbilisi (goethe.de)
Ilia Universität, G-Gebäude, G.Tseretelistr. 3, Auditorium G106
Deutsch und Georgisch
Eintritt frei
Moskau 1937: Die sowjetische Metropole auf dem Höhepunkt der stalinistischen Diktatur. In einem Orkan der Gewalt geht eine Gesellschaft vollständig zugrunde. Karl Schlögel rekonstruiert Monat für Monat, wie sich der Terror eines Notstandsregimes zum "Großen Terror" steigerte, dem binnen eines Jahres anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen. Doch damit ist noch nicht die ganze Geschichte erzählt: Im Schatten des Terrors will das Regime um Stalin eine neue Gesellschaft aufbauen. Gestützt auf zahllose Dokumente, vergegenwärtigt Schlögel in seinem historischen Meisterwerk eine Zeit, in der Terror und Traum fließend ineinander übergingen.
Karl Schlögel, geboren 1948, hat an der FU Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert. Er ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Schlögel ist Autor und Herausgeber u.a. der Bücher: "Moskau lesen. Die Stadt als Buch"; "Das Wunder von Nishnij oder die Rückkehr der Städte"; "Der Große Exodus. Die russische Emigration und ihre Zentren 1917-1941"; "GO EAST oder die zweite Entdeckung des Ostens".
Tuesday, July 01, 2014
VORTRAG: Die türkischen Bosniaken und Georgier als Verbindungslinie zwischen Balkan und Kaukasus. Von Dr. Christoph Giesel in Jena (slawistik.uni-jena.de)
(slawistik.uni-jena.de) (Dr. Christoph Giesel spricht zu uns im Rahmen unserer Ringvorlesung SAKRALITÄT UND MOBILITÄT IN SÜDOSTEUROPA UND IM KAUKASUS, und zwar bereits MORGEN (02. Juli, 18-20 Uhr) über die türkischen Bosniaken und Georgier.
Der Abend verspricht einen spannenden Vortrag mit anschließenden Diskussionen mit dem Referenten.
Ort der Veranstaltung: Accouchierhaus, Seminarraum 101, Jenergasse 8, Jena.
Ich hoffe auf ein gesundes Wiedersehen,
Ihr und Euer TDK
Die türkischen Bosniaken und Georgier als Verbindungslinie zwischen Balkan und Kaukasus – transnationale, historische, soziale und politische Aspekte im Vergleich
Christoph GIESEL
Nach der Eroberung weiter Teile des Balkans und des Kaukasus durch die Osmanen kam es dort langfristig zu Prozessen einer Islamisierung von christlichen Bevölkerungsteilen. Infolge des allmählichen osmanischen Verlustes dieser Gebiete setzten im 19. und 20. Jh. verschiedene Flucht- und Auswanderungsbewegungen unter zahlreichen Angehörigen dieser islamisierten Gruppen mit verschiedenen ethnischen Zugehörigkeiten in das verbliebene osmanische Kernland ein. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem auch die Bosniaken aus Südosteuropa und die islamisierten Georgier aus dem Kaukasus, die insbesondere im nördlichen und westlichen Raum Anatoliens dauerhaft miteinander in Berührung kamen und oftmals zusammen (mit anderen ethnischen Gruppen) in gemeinsamen Siedlungen leben. Im Zuge der türkischen Unabhängigkeitsbewegung unter Mustafa Kemal Atatürk waren sie aufgrund ihrer islamischen Religionszugehörigkeit, ihrer pro-osmanischen Loyalität, ungefestigter bzw. hybrider Selbstverortungen und ihrem diffusen Verständnis vom Türkentum (welches mit dem Osmanentum häufig gleichgesetzt wurde) wichtige Adressaten der nationalideologischen, assimilatorischen Türkifizierungs- bzw. ethnischen Homogenisierungspolitik der Kemalisten. Die politischen, sozialen und rechtlichen Bedingungen in der Türkischen Republik führten im Laufe der Jahrzehnte bei beiden Gruppen zu einem Wechselspiel aus Verlust und Erhalt ethnospezifischer Merkmale und zur partiellen bis fast vollständigen türkischen Assimilierung von vielen Gruppenangehörigen. Das führte auch zu gegenseitigen partiellen Verschmelzungsprozessen bei den Nachfahren der bosniakischen und georgischen Auswanderer. Mit den ab den 1980er Jahren allmählich einsetzenden politisch-sozialen Liberalisierungsprozessen in der Türkei verbesserten sich auch schrittweise die Möglichkeiten einer offeneren öffentlichen ethnokulturellen Entfaltung und Organisation sowie einer wissenschaftlichen Erforschung dieser Gruppen. Das erwirkte eine stetige Zunahme von ethnic revival-Prozessen, die bis zum heutigen Zeitpunkt andauern.
Eigene, von 2007 bis 2012 durchgeführte Feldforschungen zu beiden Gruppen zeigten auf, dass es neben den Unterschieden (zumeist im ethnokulturellen und historisch-geographischem Bereich aber auch im Hinblick auf religiöse Attitüden) zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Türkei-Bosniaken und Türkei-Georgiern gibt, wobei diese Gruppen andererseits jedoch auch jeweils gruppeninterne Ausdifferenzierungen aufweisen. Darauf Bezug nehmend, widmet sich die Präsentation einem strukturellen Vergleich zwischen diesen Gruppen unter politischen, historischen, religiösen, sozialen, sozialpsychologischen und transnationalen Gesichtspunkten. Diese Darlegungen werden durch Erfahrungsberichte aus den Feldforschungen und umfangreiche Bildmaterialien ergänzt.
+++
SAKRALITÄT UND MOBILITÄT IN SÜDOSTEUROPA UND IM KAUKASUS
RINGVORLESUNG, SS 2014, Mittwochs, 18-20 Uhr
PROGRAMM (pdf) >>>
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Balkan,
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Christoph Giesel,
Europe,
Georgian,
History,
Jena,
Policy,
social science,
Tsypylma Darieva,
Turkey,
University
Location:
Jenergasse 8, 07743 Jena, Deutschland
Monday, January 13, 2014
CHEMNITZ: Georgien - unbekannte Kaukasusrepublik? (tu-chemnitz.de)
(tu-chemnitz.de) Philosophische Fakultät, Professur Kultur- und Länderstudien Ostmitteleuropas
Ort: Reichenhainer Str. 90, Zentr. Hörsaal- und Seminargebäude, Raum N001
Mittwoch, 22. Januar 2014
Referent/-in: Dr. Dawit Paidschadse, Dr. Uwe Halbach, PD Dr. Florian Mühlfried, Prof. Dr. Matthias T. Vogt und georgische Studierende
Info: Ilona Scherm, Tel. 0371-531 34503, ilona.scherm@phil.tu-chemnitz.de
Im Rahmen des Jubiläums der Philosophischen Fakultät findet erstmals ein Georgien-Tag statt. Dabei wird die Kaukasus-Republik vorgestellt und es werden auch Studienmöglichkeiten in Georgien gezeigt.
Ort: Reichenhainer Str. 90, Zentr. Hörsaal- und Seminargebäude, Raum N001
Mittwoch, 22. Januar 2014
Referent/-in: Dr. Dawit Paidschadse, Dr. Uwe Halbach, PD Dr. Florian Mühlfried, Prof. Dr. Matthias T. Vogt und georgische Studierende
Info: Ilona Scherm, Tel. 0371-531 34503, ilona.scherm@phil.tu-chemnitz.de
Im Rahmen des Jubiläums der Philosophischen Fakultät findet erstmals ein Georgien-Tag statt. Dabei wird die Kaukasus-Republik vorgestellt und es werden auch Studienmöglichkeiten in Georgien gezeigt.
Monday, November 11, 2013
BOOK: Fear, Weakness and Power in the Post-Soviet South Caucasus. A Theoretical and Empirical Analysis. By Kevork Oskanian (us.macmillan.com)
(us.macmillan.com) This book provides a detailed, multi-level analysis of international security in the South Caucasus and considers whether this region of the former Soviet Union, with several as yet unresolved, 'frozen' separatist conflicts, can move towards a more peaceable future. Using three concepts from Regional Security Complex Theory, amity/enmity, state incoherence and great power penetration, Oskanian forms a unique conceptual expansion of the theory, providing a comprehensive examination of both material conditions and discourses of insecurity. Applying this expanded framework onto a region of considerable complexity and conflict, the book considers the hostility between the South Caucasian states, the fissures underlying their secessionist conflicts, and the regional involvement of great powers, outlining the broader narratives that pervade societies in Armenia, Azerbaijan and Georgia. The book also assesses the emergence of a security regime in the Southern Caucasus and offers a critical-prescriptive assessment of policy implications for both regional and extra-regional actors concerned with improved regional stability.
Kevork Oskanian currently teaches at the University of Westminster, UK. He received his PhD from London School of Economics, UK and has formerly edited Millenium Journal of International Studies. His research interests include the politics of the Former Soviet Union, constructivism, the English School, regionalism, and state incoherence.
Geopolitical Map of the Caucasus
Timeline of Events in the South Caucasus 1988-2009
A Note on Transliteration and Toponymy List of Acronyms and Abbreviations List of Interviewees
1. Introduction
2. Amity and Enmity in its Regional Context
3. State Incoherence as Weakness, Instability and Failure
4. Great Powers and Their Regional Entanglements
5. A Macro-View of the Southern Caucasus
6. Discourses of Conflict in the Southern Caucasus
7. State Incoherence in Southern Caucasia
8. The Great Powers and The Southern Caucasus
9. The South Caucasus Regional Insecurity Complex
Timeline of Events in the South Caucasus 1988-2009
A Note on Transliteration and Toponymy List of Acronyms and Abbreviations List of Interviewees
1. Introduction
2. Amity and Enmity in its Regional Context
3. State Incoherence as Weakness, Instability and Failure
4. Great Powers and Their Regional Entanglements
5. A Macro-View of the Southern Caucasus
6. Discourses of Conflict in the Southern Caucasus
7. State Incoherence in Southern Caucasia
8. The Great Powers and The Southern Caucasus
9. The South Caucasus Regional Insecurity Complex
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Analysis,
Book,
Caucasus,
Kevork Oskanian,
Post-Soviet,
Science,
Studies,
University
Tuesday, June 04, 2013
CONGRESS: 3rd international congress of Caucasiologists "Multiculturalism and Tolerance in the Caucasus (caucasiology.tsu.ge)
(caucasiology.tsu.ge) The
aim of Caucasiologists’ 3rd international congress “Multiculturalism and tolerance in the Caucasus” is to discuss the Caucasus as a
particular region in terms of multiculturalism; To highlight the
lingua-cultural model of the unity of the peoples in the Caucasus
including of three principal components: 1. Ibero-Caucasian; 2. Areal
Caucasian; 3. Typological research. 23th until 26th Octobre
1 Chavchavad ze ave., Tbilisi, Georgia
Congress topics are defined in the framework of the cultural diversity and tolerance in the Caucasus including but not limited to:
1. The Caucasus: self-identity
2. Issues of interrelationship between traditional culture and human rights of the peoples in the Caucasus
3. Linguistic and cultural diversity in the Caucasian region and tolerance
4. Cultural diversity of the Caucasus region and globalization
Fields
• Linguistics
• Sociolinguistics
• History
• Archaeology
• Ethnology
• Cultural studies
• Literature
• Folklore
• Arts
Papers will be presented either in the form of sessions or posters.
Participating in the work of the congress is possible in either the form of sessions or posters
Working languages: Georgian, English, Russian
Important Dates:
Deadline for abstract submission: July 30, 2013
Notification of acceptance: August 23, 2013
Deadline for paper submission: September 25, 2013
Abstract submission guidelines:
Volume: not exceeding 500 words in two working languages
Fonts: Sylfaen for Georgian; Times New Roman for English and Russian versions
Font size: 12 pt; line spacing 1,5
Format: both Ms Word and PDF
Abstracts written in Russian, English or Georgian should be sent to the following email address: congress@tsu.ge
Conference registration fee: $40
Format:
Plenary session report - 25 minutes
Presentation - 20 minutes
Sectional meeting report - 20 minutes
Discussion - 5 minutes
Proceedings of the congress will be published in the international trilingual scientific journal “Caucaisologic Papers”.
Those, wishing to participate in the congress, should complete the application form (see the link) and send it with an abstract as attachments to the following e-mail: congress@tsu.ge
Should you have any question please do not hesitate to contact the organizing committee at email: congress@tsu.ge
Organizing committee of the congress
Tsira Baramidze - Chair of the congress, TSU full professor;
Merab Chukhua - Scientific head of the Congress, TSU associated professor;
Nino Abesadze - Chair of the organizing committee; PhD student;
Evgenia Kurtishvili - Coordinator of the congress; PhD student;
Maka Tetradze - Chair of the information center; PhD student.
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Archaeology,
Art,
caucasiology,
congress,
Culture,
Ethnology,
Georgian Folk,
History,
Science,
Study,
Tbilisi,
TSU Institute Of Caucasology,
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Tuesday, May 21, 2013
GEORGIEN: Herz, Geist und Wiege von Europa - Gabriela von Habsburg an der AUB (andrassyuni.eu)
(andrassyuni.eu) Zum Montagabend, dem 13. Mai ehrte Frau Gabriela
von Habsburg die Andrássy Universität Budapest (AUB) indem sie der
Einladung des Rektors der Universität folgte. Herr Prof. Dr. András
Masát empfing die ehemalige Botschafterin von Georgien der
Bundesrepublik Deutschland im prunkvollen Ambiente der AUB und pries
bereits in seiner Begrüßungsrede die Vielfalt der Habsburgerin, nicht
nur in Bezug auf ihren multinationalen Hintergrund, sondern auch auf
ihre derzeitige Tätigkeit in der Diplomatie, als Kunsthistorikerin und
Künstlerin. Er bezog sich auf das von ihr gestaltete Kunstwerk, das
Denkmal zur Grenzeröffnung bei Sopron. Masát bedankte sich, dass sie mit
ihrem Vortrag zum Thema „Georgien auf dem Weg nach Europa“ das
multikulturelle Spektrum der AUB erweiterte. Frau von Habsburg
versicherte, dass sich durchaus weitere gemeinsame Projekte mit der AUB
in die Wege leiten ließen. Im Publikum war unter mehreren prominenten
Gästen die Botschaftsrätin der Georgischen Botschaft in Ungarn, Frau
Maia Gogiberidze.
Die Aktualität des Themas wurde auch durch den Vortrag der
Außenministerin von Georgien in Budapest am selben Tage unterstrichen.
Nach einer kurzen Vorstellung des Landes Georgien, dessen geografische
und kulturelle Vielfalt, ging von Habsburg zu einem historischen Exkurs
über. Sie schilderte den langen und schmerzhaften Weg, welchen Georgien
zur Demokratie und zur Bekämpfung der Korruption hinter sich hat, und
die Maßnahmen, welche das Land einführen und in Kauf nehmen musste,
damit diese schwer erkämpfte Demokratie funktionieren und dadurch auch
die Wirtschaft Georgiens in den vergangenen Jahren erheblich wachsen
konnte. Diese Ergebnisse sind nun durch die Position Georgiens in den
Rankings der Transparency International und der Weltbank sichtbar. Die
Georgier waren immer bereit sich für ihr Land einzusetzen. Als Beispiel
dazu nannte Frau von Habsburg, dass Georgien neben Usbekistan der
einzige Staat unter russischer Besatzung war, welcher die russische
Sprache als Amtssprache nie in ihre Verfassung aufgenommen hat. „Dafür
haben sich die Georgier auf der Straße erschießen lassen“ so von
Habsburg. Nichtsdestotrotz haben die 70 Jahre Sozialismus ihre Spuren
hinterlassen, die heute nur schwer abzudecken sind.
Strategisch gesehen hatte Georgien immer schon eine äußerst bedeutende
Lage in Bezug auf Handel, Macht und Kultur. Dies ist heute nicht anders,
so machte von Habsburg den Bogen zur Frage der Europäischen Union.
Nicht umsonst wird diesem Land nachgesagt „Herz, Geist und Wiege von
Europa“ zu sein. Die europäische Sichtweise Georgiens lässt sich bis ins
4. Jahrhundert zurückverfolgen, als die Heilige Nino von Kappadokien
das Land christianisierte und damit das Land bereits nach Rom und
dadurch nach Westeuropa richtete. Dass Georgien heute das Ziel hat zur
EU beizutreten und auch als Mitglied in die Nato aufgenommen zu werden,
ist keine Frage. Auch wenn das Land noch nicht allen EU-Standards
entspricht, verfügt es bereits in vielen Bereichen wie Bildung und
Politik über die dafür benötigte Anforderungen, meinte von Habsburg
abschließend, sich dabei selber auch als überzeugte Europäerin
bezeichnend.
Neben den Fotos über Georgien, welche die kulturelle und geografische
Vielfalt des Landes bildlich machten, beantwortete Gabriela von Habsburg
die nicht enden wollenden Fragen der Interessenten, die sich von ihrem
inspirierenden Vortrag hatten mitreißen lassen.
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Gabriela von Habsburg,
Hungary,
Maia Gogiberidze,
University
Wednesday, December 19, 2012
WISSENSCHAFT: „Der neue Kaukasus beginnt an den Universitäten“. Von Tanja Eisenach (idw-online.de)
(idw-online.de) Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Giorgi Khubua hat sein ganzes berufliches Leben an Universitäten verbracht und eine rein akademische Karriere eingeschlagen. Er studierte Jura in Tiflis und kam für Forschungsarbeiten zum ersten Mal mit 30 Jahren nach Deutschland. Seitdem lehrte und forschte er an Universitäten in Tiflis, Speyer, Heidelberg, Hannover, Jena und München. Von 2006 bis 2010 war Giorgi Khubua Rektor der Staatlichen Universität in Tiflis und damit vornehmlich mit administrativen Aufgaben betraut – „mit der Gefahr der wissenschaftlichen Dequalifikation“, wie er zugibt.
In der Zeit seines Rektorates gab es auch erste Kontakte zwischen ihm und der Bamberger Universitätsleitung. Als Rektor kämpfte er für die Freiheit der Wissenschaft: Die Universität Tiflis wahrte Distanz zur Politik, es gab kritische Veröffentlichungen der Professoren. „Die Universität darf keine Zweigstelle der Politik sein“, fordert der Wissenschaftler. Er ist sich bis heute nicht sicher, ob es diese Haltung war, die seine Karriere in Georgien beendete. „Vielleicht waren wir zu idealistisch. Nach den Wahlen und der Rosenrevolution 2003 haben wir gehofft, Georgien würde sich an demokratischen Standards nach europäischem Vorbild orientieren.“
2010 gab es verschiedene Vorwürfe gegen seine Person. Khubua versuchte zwar zunächst, seinen und vor allem den guten Ruf der Universität zu schützen, die sich auch zu Sowjetzeiten für Freiheit und Unabhängigkeit eingesetzt hatte. Die Professoren standen zu ihm. Trotzdem trat er unter politischem Druck gegen ihn und seine Familie im August 2010 als Rektor zurück, ein Jahr später wurde ihm auch sein Lehrstuhl entzogen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bereits an der Universität in Jena, finanziert durch Stipendien der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, des DAAD und der Volkswagenstiftung. Seit August 2012 ist er Gastprofessor am Institut für Geographie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, wo er das Wintersemester 2012/13 lehrend und forschend verbringend wird.
„Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird“
An seinem Glauben an die Wissenschaft konnten weder die Vorwürfe noch der politische Druck etwas ändern. Für Khubua ist eine wissenschaftliche Kooperation die Grundlage für politische Zusammenarbeit in der konfliktträchtigen Region Kaukasus, in der unterschiedlichste religiöse, ethnische und politische Interessen aufeinanderprallen und immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen führen. Seine politische Vision: die Entwicklung einer gemeinsamen kaukasischen Identität. „Im Moment steht die nationale Zugehörigkeit und Ethnozentrismus im Vordergrund.“ Die aktuellen Herausforderungen können die Nationalstaaten allein jedoch nicht lösen, dafür seien sie zu klein: Demokratie etablieren, Militärkonflikte vermeiden, Korruption bekämpfen, wirtschaftliche Stabilität schaffen. „Für die Politik ist es jedoch unpopulär und ein sehr unsympathischer Gedanke, eigene Souveränität aufzugeben, um eine regionale Institution zu gründen, die über den Nationalstaaten steht.
Der Wissenschaftler denkt dabei an eine Institution wie es die EU für Europa war. „Auch wenn das fast wie eine politische Utopie klingt.“ Für eine regionale Kooperation sei zuerst eine kritische Selbstreflexion der beteiligten Länder notwendig, und die könne am besten innerhalb der Wissenschaft beginnen. „Denn Wissenschaft ist mobiler, dynamischer und nicht der politischen Konjunktur unterworfen“, erklärt Khubua. „Der neue Kaukasus beginnt an den Universitäten. Schon der spanische Philosoph José Ortega y Gasset erklärte: Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird.“ Wenn der Diskurs erst einmal gestartet sei, werde er in Bewegung bleiben, auf wissenschaftliche Kooperation werden Kooperationen in weiteren Feldern folgen.
Kaukasus-Kompetenzzentrum in Bamberg
Doch damit eine solche wissenschaftliche Kooperation gelingt, braucht es neutrale Dritte – eine deutsche Universität wie Bamberg beispielsweise. Die Universität plant deshalb, ihre Kooperationen im Kaukasus zu intensivieren. Im September 2012 war eine Bamberger Delegation in Kutaisi (Georgien), um weitere Vorbereitungen für deren Masterstudiengang European Studies zu treffen: Georgische Studierende werden nun voraussichtlich ab dem Wintersemester 2014/15 ein Auslandssemester in Bamberg absolvieren. „Wir haben ohnehin vorhandene Module für diesen Studiengang ausgewiesen und bekommen dafür Austauschstudierende und damit auch Austauschplätze“, erklärt der Vizepräsident für Lehre und Studierende, Prof. Dr. Sebastian Kempgen.
Auch mit Eriwan (Armenien) soll ein Austauschprogramm vor allem im Bereich Geschichte, Politik und Kultur aufgebaut werden. Prof. Dr.-Ing. Rainer Drewello, Direktor des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte an der Universität Bamberg, ist darüber hinaus gefragter Fachmann für Restaurationsvorhaben an Weltkulturerbestätten in Armenien. Das größte Projekt wird aber ein Kompetenzzentrum für die Region Kaukasus in Bamberg sein. „Im Augenblick diskutieren wir ganz unterschiedliche Kooperationsformen, zwischen einzelnen Instituten, wie z.B. Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft oder Germanistik bis hin zu einem gemeinsamen Area-Studies-Studiengang“, resümiert der Vizepräsident. Dabei wolle man die vornehmlich linguistischen Kompetenzen, die bereits an anderen Universitäten etabliert sind, nicht duplizieren, sondern eine interdisziplinäre Kombination aus Sprach-, Geschichts- und Kulturstudien anbieten, die mit geographischem, politischem, wirtschaftlichem und sozialwissenschaftlichem Verständnis für die Region angereichert wird.
Auch die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) soll mit ihren Möglichkeiten einbezogen werden. „Konkurrierende Projekte an anderen bayerischen Universitäten sind nicht in Sicht“, gibt Präsident Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert seine Einschätzung wieder. Ein Stellenwunsch sei beim bayerischen Wissenschaftsministerium hinterlegt, denn: „Ohne zusätzliche Ressourcen geht es im Augenblick nicht. Erst wenn die großen Studierendenjahrgänge die Universität verlassen haben, ergibt sich unter Umständen eine Möglichkeit, neue Bereiche auch mit eigenen Ressourcen zu stärken“, so der Präsident. Die Universität Bamberg bringe jedenfalls für das Vorhaben beste inhaltliche Voraussetzungen mit, da sie mit den Fächern Slavistik, Turkologie und Iranistik bereits die Nachbarregionen abdecke.
Das bestätigt auch Giorgi Khubua, und er ist sich sicher: „Dies alles kann helfen, eine kaukasische Identität zu schaffen“. Die wäre dann zwar künstlich konstruiert – das sei die europäische aber ebenfalls. „Ich fühle mich noch nicht als Kaukasier, sondern als Georgier. Aber der europäische Gedanke gibt mir Hoffnung für den Kaukasus.“
Kontakt:
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tanja Eisenach, Pressereferentin
Kapuzinerstraße 16
96047 Bamberg
Tel. +49 (0) 951 / 863 1023
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Giorgi Khubua
Tel.: 0176-32475521
E-Mail: giorgi.khubua@uni-bamberg.de
Sunday, December 09, 2012
CFP: 2013 Annual Soyuz Symposium "Authoritarianism and Beyond? Lessons from Postsocialist Societies?"
(Harriman Institute, Columbia University, New York, March 22-23, 2013)
Theme: Authoritarianism has become the common denominator for political regimes of many contemporary postsocialist societies. Authoritarianism highlights strong presidential authority, lack of democratic succession of rule and insufficient public representation. Within this analytic, authoritarianism is the opposite of liberal democracy, deficient in terms of active civil society and critical public sphere, and plagued by state-led oppression and violence.
The 2013 SOYUZ symposium invites papers that would extend interpretive work on authoritarianism beyond this dualistic framework. We solicit field-research-based presentations that explore political and social processes in postsocialist societies in ways to complicate this top-down understanding of the state-society relationship. What kinds of alternative analytical frameworks are there to approach these processes? What kind of interpretation might the understanding of politics drawing, for example, on Foucault or Agamben offer to this conversation? Overall, we seek to extend the scope of this symposium beyond the concerns of postsocialist societies and to explore analytical limits and possibilities of the term authoritarianism itself.
Possible topics include, but are not limited to:
- working through/making sense of authoritarian pasts
- specters of the state
- agencies of state: law, the military, borders, and taxation
- the role of media and cultural production
- conjuncture of capitalism and authoritarianism
- non-state authoritarianism
- neoliberalism as a type of authoritarianism
SOYUZ, the Research Network for Postsocialist Cultural Studies, is an interdisciplinary forum for exchanging work based on field research in postsocialist countries, ranging from Eastern Europe and the former Soviet Union to Africa, Southeast Asia and Latin America. The Symposium has met annually since 1991 and offers an opportunity for scholars to interact in a more personal setting.
The deadline for abstracts is: December 15, 2012. Please send abstracts of 250 words by email to Zhanara Nauruzbayeva (zn2123@columbia.edu). Please include your full name, paper title, and academic affiliation, and write "SOYUZ 2013" in the subject line. Papers will be selected and notifications made by January 15, 2013.
Theme: Authoritarianism has become the common denominator for political regimes of many contemporary postsocialist societies. Authoritarianism highlights strong presidential authority, lack of democratic succession of rule and insufficient public representation. Within this analytic, authoritarianism is the opposite of liberal democracy, deficient in terms of active civil society and critical public sphere, and plagued by state-led oppression and violence.
The 2013 SOYUZ symposium invites papers that would extend interpretive work on authoritarianism beyond this dualistic framework. We solicit field-research-based presentations that explore political and social processes in postsocialist societies in ways to complicate this top-down understanding of the state-society relationship. What kinds of alternative analytical frameworks are there to approach these processes? What kind of interpretation might the understanding of politics drawing, for example, on Foucault or Agamben offer to this conversation? Overall, we seek to extend the scope of this symposium beyond the concerns of postsocialist societies and to explore analytical limits and possibilities of the term authoritarianism itself.
Possible topics include, but are not limited to:
- working through/making sense of authoritarian pasts
- specters of the state
- agencies of state: law, the military, borders, and taxation
- the role of media and cultural production
- conjuncture of capitalism and authoritarianism
- non-state authoritarianism
- neoliberalism as a type of authoritarianism
SOYUZ, the Research Network for Postsocialist Cultural Studies, is an interdisciplinary forum for exchanging work based on field research in postsocialist countries, ranging from Eastern Europe and the former Soviet Union to Africa, Southeast Asia and Latin America. The Symposium has met annually since 1991 and offers an opportunity for scholars to interact in a more personal setting.
The deadline for abstracts is: December 15, 2012. Please send abstracts of 250 words by email to Zhanara Nauruzbayeva (zn2123@columbia.edu). Please include your full name, paper title, and academic affiliation, and write "SOYUZ 2013" in the subject line. Papers will be selected and notifications made by January 15, 2013.
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