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Saturday, May 23, 2020

VIDEO: Giorgi Zagareli, Nikoloz Rachveli - GIYA KANCHELI Miniature N1 - Leno Sessions 2020



Live stream on Leno Sessions (during COVID-19/Coronavirus quarantine)

Composed by Gyia Kancheli
Piano - Nikoloz Rachveli
Viola - Giorgi Zagareli

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Sound/Video by - Gvaji (George Gvarjaladze)
Lights - Silk Factory Studios (sfs.ge)
A&R - Giorgi Tsiskarishvili
www.lenorecords.com
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Friday, June 22, 2018

INTERVIEW: Lisa Batiashvili @lisabatiashvili im Gespräch mit Tina Gerhäusser / via @DeutscheWelle

Lisa Batiashvili zu Gast bei der Sendung "Der Tag" mit Tina Gerhäusser auf DW / Deutsche Welle. (19. Juni 2018)




Mehr zu Lisa Batiashvili:
www.lisabatiashvili.com
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www.twitter.com/lisabatiashvili

Friday, October 03, 2014

RADIO: Klassik à la carte - Gast: Lisa Batiashvili. Von Margarete Zander (ndr.de)

(ndr.de) NDR Kultur - 15.09.2014 13:00 Uhr Autor/in: Margarete Zander

Lisa Batiashvili und das NDR Sinfonieorchester gehen eine ganz besondere Beziehung ein: In der neuen Saison ist die georgische Star-Violinistin "Artist in residence."

Lisa Batiashvili ist eine Meisterin der Klangfarben. Es ist ihr besonderer Geigenton, der die Kritiker beeindruckt - sowohl live auf der Bühne, als auch in Aufnahmen. Aktuell wird ihre neue CD mit Werken von Bach begeistert besprochen. Das NDR Sinfonieorchester startet mit der Ausnahmekünstlerin ein vielversprechendes Konzept: Mit Batiashvili gibt es zum ersten Mal eine "Artist in Residence". In drei Programmen wird die Solistin zu hören sein. Am 18. September spielen Batiashvili und das NDR Sinfonieorchester in der Hamburger Laeiszhalle unter der Leitung von Thomas Hengelbrock Brahms und Dvořák.

mehr: CD-Tipp: Berührende Momente mit Lisa Batiashvili (ndr.de) 

podcast: media.ndr.de

Friday, September 12, 2014

MUSIK: Lisa Batiashvili: "Ich fühle mich verantwortlich für Georgien". Von Verena Fischer-Zernin (abendblatt.de)

(abendblatt.de) Die aus Georgien stammende Geigerin Lisa ist "Artist in Residence" beim NDR Sinfonieorchester. Ein Gespräch über Musik und die Lage in der Ukraine. Ihre Jugendjahre hat sie in Wellingsbüttel verbracht.

Foto: © Anja Frers / DG


Hamburg. So geht das moderne Künstlerleben: Lisa Batiashvili kommt gerade vom Flughafen und muss gleich wieder los. In den Vormittag dazwischen passen gerade eine Pressekonferenz, ein paar Fotos und Interviews. Aber wenn man der weltweit gefeierten Geigerin dann gegenübersitzt, ist sie die Ruhe und Aufmerksamkeit in Person. Von Müdigkeit keine Spur, stattdessen antwortet Batiashvili so spontan und ungekünstelt, wie auch ihr Geigenspiel wirkt.

In dieser Saison ist Lisa Batiashvili, geboren 1979 in Georgiens Hauptstadt Tiflis, Artist in Residence beim NDR Sinfonieorchester. Und das nicht einfach nur deshalb, weil sie so toll spielt. Das sowieso. Sondern wegen der berühmten Chemie. Die hat bei dem gemeinsamen Beethoven-Violinkonzert vor zwei Jahren, am Pult stand Thomas Hengelbrock, bei allem Respekt vor den stilistischen Unterschieden eine unvergessliche Dichte und Innigkeit entstehen lassen. Los geht Batiashvilis Konzertreigen am 18. September mit Brahms' Violinkonzert; außerdem steht Dvoráks Sinfonie "Aus der Neuen Welt" auf dem Programm. Wer diese Kombination jetzt für bieder hält, der sollte sich schleunigst von den Künstlern belehren lassen: Es kommt immer drauf an, wie man etwas macht.

Batiashvili ist 1991 mit ihren Eltern aus Georgien emigriert, kurz bevor dort der Bürgerkrieg ausbrach. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem Oboisten François Leleux, und zwei Kindern in München. Ganz nebenbei ist ihre Residenz auch ein Heimkehren für sie – denn ihre Jugendjahre hat die berühmte Geigerin in Wellingsbüttel verbracht.

Hamburger Abendblatt: Frau Batiashvili, was ist Ihr Lieblingsort in Hamburg?

Lisa Batiashvili: (lacht) Das ist jetzt nicht sehr originell: der Jungfernstieg! Das Wasser, das ist es, glaube ich. Ich liebe diese Weite, die Eleganz. Der Umzug hierher war der wichtigste Moment meines Lebens! Ich bin immer so glücklich, nach Hamburg zu kommen. Ich habe auch wunderbare Erinnerungen an die Hamburger Musikhochschule.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihrem damaligen Lehrer Mark Lubotsky?

Batiashvili: Natürlich! Er ist ein guter Freund meines Vaters. Ich war nur bei ihm, bis ich 14 war. Das war russische Schule, die ist fantastisch. Er hat einen ganz direkten Zugang zum russischen Repertoire.

Studiert haben Sie, wie viele Ihrer Solistenkolleginnen, bei Ana Chumachenco in München.

Batiashvili: Ja, sie hat mich stilistisch geprägt. Sie kann Persönlichkeiten erkennen. Sie will die Menschen fördern, so wie sie sind. Ich spiele ihr ein- bis zweimal im Jahr etwas vor und lerne immer noch. Sie bleibt eine meiner wichtigsten Bezugspersonen.

Sie sind diese Saison nicht nur beim NDR Sinfonieorchester Residenzkünstlerin, sondern auch beim New York Philharmonic Orchestra. Warum müssen es denn gleich zwei Orchester sein?

Batiashvili: Die beiden Orchester haben ganz verschiedene Traditionen. Die New Yorker sind für ein ganz bestimmtes Repertoire fantastisch, für Bartók zum Beispiel. An das Orchester bindet mich die Zusammenarbeit mit Alan Gilbert, der ist auch europäisch geprägt. Die Musiker brauchen das, denn die amerikanische Spielart ist sehr anders.

Was ist so anders daran?

Batiashvili: Sie sind sehr präzise und effizient. Und sie haben eine andere Klangqualität, eine spezifische Brillanz. Gott sei Dank haben sie trotz der Globalisierung ihren Klang behalten.

Und was finden Sie in Hamburg vor?

Batiashvili: Das Orchester und ich kennen uns schon mehr als zehn Jahre. Aber wenn Thomas Hengelbrock mit ihm arbeitet, geschieht etwas sehr Besonderes. Da geht es darum, einander zuzuhören, nicht nur einander zu folgen. Sich bewusst zu machen, warum man was tut. Das ist wie Kammermusik. Das hat mich sehr inspiriert, da mitzumachen. Ich mag Beethoven nicht mehr mit Orchestern spielen, die seine Musik eher fett und langsam spielen. Das habe ich früher oft erlebt.

Was reizt Sie denn an einer Residenz?

Batiashvili: Die Nähe zum Orchester. Ich will die Musiker besser kennenlernen. Als Solist hat man ein sehr einsames Leben! Bei der Residenz können wir Projekte realisieren, die man sonst nicht machen kann. Wir werden Kammermusik machen. Ich hatte auch Lust, selbst Programme zu gestalten.

Auf das Programm Ihres Kammerkonzerts haben Sie "Miniaturen für Violine und Streicher" von Sulkhan Tsintsadze gesetzt. Ein bei uns weithin unbekannter Name. Wer ist das?

Batiashvili: Ein georgischer Volksmusikkomponist. Es gibt eine starke Volksmusiktradition in Georgien. Die darf man nicht mit russischer Musik in einen Topf werfen. Unsere Volksmusik ist eine Kindheitserinnerung für mich! Ich habe sie vom Quartett meines Vaters gehört. Tsintsadze hat die Miniaturen meinem Vater gewidmet, und der hat sie für mich arrangiert.

Sie reisen viel, konzertieren in aller Welt, kommen Sie noch manchmal nach Georgien?

Batiashvili: Ich fühle mich verantwortlich, Georgien bekannter zu machen. Deshalb versuche ich, regelmäßig hinzufahren. In zwei Wochen bringe ich fünf Geigen hin. Ich würde meinen Kindern auch gerne einmal Abchasien zeigen, wo ich früher jedes Jahr meine Sommerferien verbracht habe, aber man kommt nicht hinein.

Südossetien und Abchasien sind seit dem Kaukasuskrieg vor sechs Jahren russisch besetzt. Wie geht es Ihnen, wenn Sie an die aktuellen Ereignisse in der Ukraine denken? Haben Sie ein Déjà-vu?

Batiashvili: Ja. Ich glaube, das geht allen Georgiern so. Die Georgier haben sich immer verteidigen müssen, auch gegen Mongolen und Perser. Als es in Südossetien losging, haben die Deutschen nicht geglaubt, dass Russland der Aggressor war. Jetzt haben wir eine identische Situation in der Ukraine. Es ist die gleiche Art, einzumarschieren unter dem Vorwand, das eigene Volk zu beschützen. Aber es gibt viel mehr Medien- und Facebook-Präsenz. Ich hoffe, dass diese neue Öffentlichkeit auch für Georgien Konsequenzen haben wird.

Residenz Lisa Batiashvili:

"Alte und Neue Welt" 18.9., 20.00, und 21.9., 11.00, Laeiszhalle. Karten zu 11,- bis 51,-

"Kammermusik mit Batiashvili" 18.11., 20.00, Rolf-Liebermann-Studio. Karten zu20,-

"La France fantastique" 4.12., 20.00, und 7.12., 11.00, Laeiszhalle. Karten zu 11,- bis 51,-

Internet: www.lisabatiashvili.com

Friday, September 05, 2014

CLASSIC: Lisa Batiashvili plays Bach in Tbilisi


Watch Lisa Batiashvili perform Bach's Cantata BWV 156 from her new album "Bach", to be released on Deutsche Grammophon.

Lisa Batiashvili presents a fine selection of chamber and orchestral music, including both popular, but also newly recorded Bach pieces - among the latter is for instance the first ever recording of Bach's famous aria "Erbarme Dich, mein Gott" in a transcription for violin, oboe and orchestra on Deutsche Grammophon.

Saturday, January 18, 2014

MUSIC: Saakashvili secretly captures Georgian violinist’s performance (Liza Batiashvili) in New York with his cell phone (georgianews.ge)



(georgianews.ge) Former President Mikheil Saakashvili posted a short smartphone video recording on his Facebook page of violinist Liza Batiashvili’s concert at the Lincoln Center in New York. The former president commented on the video by saying: “Recently probably the most famous conductor Daniel Barenboim told me the Georgians should be proud to have the world’s number one violinist - Liza Batiashvili. The phenomenal Liza performed at the United States’ greatest performing venue, the Lincoln Center, over a number of days, met by sold out audiences offering a standing ovation to her performance, while The New York Times published a delighted piece.

I attended the final performance, and even though recording is strictly prohibited at the Center, I did capture a moment of her triumph on my cell phone.

It is a great feeling when your compatriot enjoys so much appreciation. Especially with Liza, who always stresses her roots, this also helps her country, which should be the most important thing for us. I could not resist sharing this impression with you.”

Related Story:

Saakashvili at Chris Botti’s show in New York

Sunday, March 31, 2013

KLASSIK: Mariam Maghradze plays Bach Ciaccona, Final exam at Musikhochschule Stuttgart (youtube.com)


10.07.2012, Stuttgart, Germany

Tuesday, March 12, 2013

INTERVIEW LISA BATIASHVILI: "Jetzt möchte ich Georgien etwas zurückgeben“ Von Teresa Pieschacón Raphael (concerti.de)

(concerti.de) Die Geigerin Lisa Batiashvili über ihre Kindheit im Kommunismus, Musizieren mit dem Ehemann und ihren Kulturschock in Bayern 
 
Im Gespräch wirkt Lisa Batiashvili unprätentiös, uneitel und pragmatisch. Auf der Bühne aber kann sie zum „Teufelsweib“ mutieren, wie es ein Kritiker der „Welt“ formulierte. Und auch der große Alfred Brendel schrieb eine Eloge auf sie. Gerade hat die Geigerin und zweifache Mutter Brahms’ Violinkonzert mit der Staatskapelle Dresden eingespielt, das sie im März auch mit der Berliner Staatskapelle spielen wird.


Frau Batiashvili, lieben Sie Brahms?

Aber ja! Mit zwölf, kurz bevor ich endgültig nach Deutschland kam, spielte mein Vater schon ein paar Mucken in Hamburg mit einem Laienorchester und Brahms’ Vierter. Ich habe bei den Proben zugehört. Bis heute erinnere ich mich, wie sehr ich mich in diese Musik verliebt habe. Es ist für mich eine leidenschaftliche Musik. Als Kind braucht man zugegeben etwas Zeit, um sich daran zugewöhnen. Doch wenn man das einmal getan hat, dann kommt man nicht mehr davon los. Brahms’ Musik ist so menschlich. Sptäer habe ich seine Kammermusik entdeckt.
  
Nun haben Sie Brahms’ Violinkonzert eingespielt. Pablo Sarasate lehnte das Werk ab mit der Begründung, er lasse sich die einzige Melodie des Konzerts – gemeint war der Anfang des Adagios – nicht von der Oboe vorblasen… 

(lacht) Ja. Aber was soll ich bloß dazu sagen? Mein Mann (François Leleux) ist Oboist!

Gut also, dass der Oboist der Sächsischen Staatskapelle nicht Ihr Ehemann ist…

Ja. Ich habe wohl noch mal Glück gehabt! Aber im Ernst: Warum Brahms ausgerechnet der Oboe dieses Thema zuordnete, weiß ich nicht. Ich träume allerdings auch davon, dass ich das Konzert einmal mit François spiele.  

Brahms Freund Joseph Joachim spielte das Werk bei der Uraufführung. Sie spielen es auf einer Stradivarius „ex Joachim“ von 1715. Gibt es so etwas wie eine Geigenseele? 

Wenn man daran glaubt, vielleicht. Joachim hatte übrigens fünf Stradivari aus dem gleichen Jahr und deshalb ist es schwierig zu sagen, auf welcher er das Konzert gespielt hat. Ich weiß gar nicht, warum er die alle aus dem gleichen Jahr gekauft hat.


Vielleicht waren sie billiger…


(lacht) Ja. Sale! Das kann gut sein. Als ich Brahms spielte, hatte ich das Gefühl, dass die Musik zu diesem Instrument passt. Die Geige ist sehr klar, hat keinen bombastischen Klang, ist eher zierlich, von warmem durchdringendem Ton, aber nicht zu voluminös. Eine eher weibliche Geige, die trotzdem zu dem männlichen Werk passt. Auf meinen Reisen denke ich immer nur an drei Dinge, meine beiden Kinder und meine Geige. 


Mit 12 kamen Sie 1991 nach Deutschland. Welche Erinnerungen haben Sie an Tiflis?

Sehr viele und sehr starke. Meine Mutter ist Pianistin und Lehrerin, mein Vater Geiger und spielt seit über vierzig Jahren im Georgischen Streichquartett – in der gleichen Besetzung. Die haben sehr oft bei uns geprobt. Er hat mich bis zum elften Lebensjahr unterrichtet. Mit vier stand ich bereits auf der Bühne, all dies war für mich sehr natürlich, mit zwei hatte ich bereits angefangen, mich mit der Geige zu beschäftigen.


Die Musikerausbildung in der damaligen Sowjetunion galt seinerzeit als sehr intensiv und sehr gut.

Ja, doch dann änderten sich die Dinge, die Mentalität. Früher stand die Musikschule neben der normalen Schule. Beide Systeme ergänzten sich und waren aufeinander eingespielt; man wurde bereits als Kind schon zum Musiker erzogen, und nicht wie hier, wo man erst nach dem Abitur entscheidet, ob man auf die Musikhochschule geht. Es war viel einfacher, man wusste, wir sind Musikerkinder und wurden unterstützt. Das Problem war vielmehr der geringe Kontakt zur Außenwelt. Für mich war es immer wichtig, was in Europa los war.

Inwiefern hat die kommunistische Politik eine Rolle in Ihrer Kindheit gespielt?

Kaum ein Mensch, den ich kannte, hat nicht unter dem System gelitten. Als Kind musste ich diese Pionieruniformen tragen mit diesem roten Tüchlein (lacht), an Paraden teilnehmen und Kommunistensprüche nachplappern. Kein Mensch hat daran geglaubt. Das Verhältnis von Georgien zu Russland war immer sehr angespannt und das hat man gespürt. Andererseits, wenn man als Kind nichts anderes kennt, dann stellt man auch vieles nicht in Frage und kommt irgendwie zurecht.

Was war der Anlass, dann das Land zu verlassen?

Mein Vater wusste durch seine vielen Konzertreisen, wie es im Westen zuging. Dennoch war es ein jahrelanger innerer Prozess. Schließlich wollten meine Eltern auch für uns Kinder mehr Chancen. Für meinen Vater war es eine unglaublich harte Entscheidung, weil er das Quartett und seine Arbeit an der Musikhochschule verlassen musste. Er ist bis heute eine sehr wichtige und bekannte Figur im georgischen Musikleben. In Deutschland musste er dann an einer Musikschule Anfänger unterrichten. Das war sehr hart für ihn und auch der Grund, weshalb er sich früh pensionieren ließ und zurück nach Georgien ging. Ich verstehe sehr gut, dass er zurück wollte. Meine Mutter lebt heute in Ingolstadt und unterrichtet dort. 

Was haben Sie aus Georgien damals mitgenommen?

(lacht) Mich selbst. Anfangs war es sehr schwierig für mich. Es war alles so anders, ich könnte gar nicht mal sagen, ob positiv oder negativ. Ich kam direkt auf ein deutsches Gymnasium nach Hamburg und habe sehr gute Erfahrungen gemacht, obwohl ich zunächst nichts verstanden habe. Der größte Schock aber war eigentlich der Wechsel drei Jahre später von Norddeutschland nach Bayern an ein naturwissenschaftliches Gymnasium in Ingolstadt. (lacht) Ich hätte nie gedacht, dass man hier wesentlich konservativer ist als im Norden. Ich habe dann meinen Schulabschluss an einer georgischen Schule extern gemacht, um ein Diplom für die Hochschule zu haben. Dann hatte ich das große Glück, zu Ana Chumachenco zu kommen und ihr vorzuspielen zu dürfen.

Sie kamen in die berühmte Chumachenco-Talentschmiede, aus der ja Stargeiger…

…Stargeigerinnen…

…wie am laufenden Band herauskommen…

(lacht) Ja. Julia Fischer, Arabella Steinbacher, Susanna Yoko Henkel.  

Was ist das Besondere an ihrem Unterricht?

Sie hat eine klare Einstellung zu den Dingen, ist weise und großzügig und sehr menschlich. Sie ist natürlich dadurch bekannt geworden, weil innerhalb von zehn Jahren viele ihrer Schülerinnen berühmt wurden. 

Sie wie auch Ana Chumachenco wurden in der „Russischen Schule“ unterwiesen. Ich habe viele Geiger gefragt, doch keiner konnte mir wirklich erklären, was diese Geigerschule wirklich bedeutet.

Ich habe viel mit Frau Chumachenco darüber gesprochen. Es handelt sich hier um ein bestimmtes Übungssystem, dem man folgen muss, um auf eine bestimmte Art und Weise spielen zu können. Ich muss dabei an bestimmte Stücke denken; für deren Vorbereitung wird eine feste Zeit vorgeschrieben, um etwa Tonleitern oder andere Techniken zu üben. Es ist ein sehr klares System, aber mittlerweile hat man auch festgestellt, dass jeder sich selbst einschätzen lernen muss, um das richtige effiziente System zu finden. Man muss sich selbst vertrauen und eigene Verantwortung übernehmen. Wenn man älter ist und noch andere Prioritäten als die Geige hat, dann muss man lernen, mit der Zeit hauszuhalten.

2011 waren Sie in Tiflis an Ihrer alten Musikschule, was haben Sie empfunden?

Ich war zum ersten Mal jetzt dort. Mein Vater unterrichtet dort und die Kinder haben für uns ein kleines Konzert gemacht. Das hat mich sehr berührt. Die Ernsthaftigkeit der Kinder brachte mich fast zum Weinen.

Sie waren damals auch ein solches Kind?

Ja. Aber ich will nichts verklären. Auch damals war alles nicht wunderbar und trotzdem sind phantastische Künstler aus diesen Schulen gekommen. Sie sehen Musik als etwas ganz Wertvolles an. Es ist, bei allen politischen Veränderungen, das einzige, was konstant geblieben ist. 

Wie sieht man Sie, der es im Westen zum Star gebracht hat, in Georgien?

Ich versuche mich, etwas zurückzuhalten, reise immer als Touristin ein. Ich will nicht auffallen, wenn ich meine Familie besuche. Georgien ist jetzt ein Ort geworden, dem ich etwas zurückgeben möchte. Ich will da kein Star sein, wichtig ist das, was ich dort erlebt habe als Kind. Das ist eben nicht jedem passiert.

Wednesday, February 06, 2013

MUSIC: Lisa Batiashvili plays Brahms & Schumann: Trailer (Engl.)

What does Lisa Batiashvili and Clara Schumann have in common? - Watch the trailer, discover the music and listen to Lisa Batiashvili explaining her new album.

Brahms' Violin Concerto in D, Op.77 Brahms and Clara Schumann's 3 Romances For Violin And Piano, Op.22

Following her critically hailed Deutsche Grammophon debut, Echoes of Time -- and growing acclaim for her concert appearances -- violin virtuosa Lisa Batiashvili meets every challenge of Brahms's monumental Violin Concerto

More information here: Batiashvili & Brahms

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07.02.2013 & 08.02.2013
PROKOFIEV: Violin Concerto No. 1 in D major, Op.19
Gewandhaus in Leipzig