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Friday, April 26, 2019

POLYPHONY: The Song Hunters - Suppression and Survival. By Sam Lee via @BBCRadio4

Podcast >> bbc.co.uk
 
Singer and song collector Sam Lee travels to Tbilisi to explore the ancient polyphonic folk songs and sacred chants of Georgia. He discovers a nation where singing is in the blood.

With some of Georgia's finest singers and musicologists as his guides, Sam is introduced to the ritualistic folk songs that are said to the control the weather and even cure the sick. He is invited to a feast, high on a mountainside above Tbilisi, where he meets the Chamgelianis - a singing family from the remote region of Svaneti who are keeping the tradition of age-old pre-Christian folk songs alive.

At the beautiful Kashveti Church in the heart of Tbilisi, Sam meets singer and ethno-musicologist John Graham who introduces him to the liturgical chanting tradition. These orthodox Christian chants feature sacrosanct melodies that are said to have been passed down by God and transmitted orally over the centuries.

Bordered by powerful neighbours including Russia and Turkey, Georgia has been attacked and invaded persistently over the centuries, its traditional songs suppressed. Sam learns that, under Soviet rule, sacred chanting was banned in Georgia and chanters threatened with exile and even death. Practitioners were forced to go underground from the early 1920s.

The tradition might have died out entirely were it not for the efforts of a single monk who buried manuscripts containing the forbidden sacred songs in order to keep them safe. Many years later, following the end of the Soviet stranglehold, the buried manuscripts were rediscovered and became the backbone of a chant revival that has seen Georgian singing spread around the world.

Presenter: Sam Lee
Producer: Max O'Brien
A TBI production for BBC Radio 4

Friday, October 05, 2018

GESPRÄCHSZEIT: Nino Lejava - Leiterin der Heinrich-Böll-Stiftung South Caucasus in Georgien. via @radiobremen

Nino Lejava im Podcast
(Klick auf das Bild)
[radiobremen.de] Ihr Land können die meisten Menschen im Westen nicht so richtig auf der Landkarte verorten. Es ist ein Land, das sich viele wohl als grau, düster und kalt vorstellen – und das in diesem Jahr Gastland der Frankfurter Buchmesse ist. Ein guter Anlass für Nino Lejava, die vor Ort die Grünen-nahe Böll-Stiftung leitet, um mit Klischees rund um ihre Heimat aufzuräumen.

Im Norden Russland, im Südwesten die Türkei, im Südwesten der Iran – Georgien muss sich gegen mächtige Nachbarn behaupten. Aber dennoch gehört es zu den Ländern, die im Westen oft unterschätzt werden. Dort wurde einst der Weinanbau erfunden, der immer noch eine große Rolle spielt, es gibt Skigebiete, Strände am Schwarzen Meer und das Land hat sogar eine eigene Schrift. Es ist aber auch das Geburtsland Stalins und Georgien ächzt unter großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nino Lejava erlebt all das jeden Tag. In Tiflis leitet sie die Heinrich-Böll-Stiftung und beschäftigt sich intensiv mit den politischen Veränderungen im Land, zum Beispiel mit dem erfolgreichen Kampf gegen die Korruption im Land.

"Das war früher ein großes Problem. Heute ist es gerade umgekehrt, wo Georgien für viele verschiedene Länder das Musterbeispiel gibt, dass man das Problem auch bekämpfen könne, wenn der Wille da sei."

Menschen für Demokratie begeistern

Ihre Eltern schickten Nino Lejava als Kind in einen privaten Kindergarten. Dort lernte sie deutsch, was zu Sowjetzeiten noch als Bildungssprache galt. Durch ein Schüleraustauschprogramm verbrachte sie die 11. Klasse in einem bayerischen Internat, wo sich ihre Sprachkenntnisse verfestigten. Das Jura-Studium führte sie dann noch einmal nach Deutschland, nach Hamburg. Als Leiterin des Regionalbüros Südkaukasus der Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt sie heute die Menschen in der Südkaukasus-Region, die sich für Demokratie einsetzen.

"Gerade heutzutage sehen wir auch in Deutschland wie wichtig es ist, sich tagtäglich in Deutschland für die Demokratie einzusetzen und auch Menschen für die Politik zu begeistern."

Einsatz für Naturschutz und Frieden

Auch für "grüne" Themen will Nino Lejava die Menschen in ihrem Land sensibilisieren. Georgien leide als ehemalige Sowjetrepublik immer noch unter umwelt- und naturschädlicher Wirtschaftspolitik, sagt die Juristin. Die Böden wurden ausgebeutet, das Grundwasser oft verseucht. Außerdem leidet das Land unter dem geopolitischen Konflikt mit Russland. Vor zehn Jahren noch standen sich Russen und Georgier in der Region Abchasien und Südossetien mit Panzern gegenüber. Derzeit gibt es keine Kampfhandlungen, aber "der Krieg geht voran", weiß Nino Lejava. Der Konflikt führe unter anderem dazu, dass es sehr viele Binnenflüchtlinge in Georgien gebe.

"Das prägt die Gesellschaft immer noch, weil die Menschen noch hoffen, in ihre Häuser zurückkehren zu dürfen. Aber diese Hoffnung wird immer weiter vertagt durch die politische Situation in der Region."

Gastland der Frankfurter Buchmesse

Jedes Jahr darf ein anderes Land seine Literatur und Kultur auf der Frankfurter Buchmesse präsentieren. In diesem Jahr hat Georgien die Chance, den Blick der Deutschen auf ihr Land zu ändern. Vorab erzählt Nino Lejava, die Leiterin der Böll-Stiftung in Tiflis, wie Bremen nach der georgischen Unabhängigkeitserklärung geholfen hat, ein neues Rechtssystem im Land aufzubauen, von welchen Kulturen die georgische Küche beeinflusst wurde und wie die christliche Kirche das Land immer noch prägt.

Das Gespräch zum Anhören:
"Georgien war jahrhundertelang Spielfeld von Großmächten" – Nino Lejava, Leiterin Böll-Stiftung Tiflis, [37:53]

Moderation: Jutta Günther

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Oktober 2018, 18:05 Uhr

Weitere Informationen:

Alle Gespräche im Überblick


Gesprächszeit: Nino Haratischwili, Autorin am 08.10.2018, 18.05 Uhr [radiobremen]

Monday, September 24, 2018

#PODCAST: Die Schriftstellerin Ana Kordsaia-Samadashvili - In ihren Romanen spiegelt sich das alte Tiflis. Von Mirko Schwanitz @dlfkultur

Ana Kordzaia-Samadaschwili (Foto: Ralph Hälbig)
[deutschlandfunkkultur.de] Georgien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse. Eine der prominentesten aktuellen literarischen Stimmen des Landes ist die Schriftstellerin Ana Kordsaia-Samadashvili. Sie hat mit einem Roman das Land ziemlich durcheinandergewirbelt.

Ein Morgen in der Tifliser Barnowstraße. Die Autorin, Übersetzerin und Kulturjournalistin Ana Kordsaia-Samadischvili wohnt Tiefparterre. Die Fenster gehen hinaus auf's leicht ansteigende staubige Trottoir. Drinnen im Halbdunkel ein Tisch, ein Bett, an der Wand ein Selbstporträt und Bilder aus Swanetien, einer Bergregion im Kaukasus.

"Mein Großvater war der letzte Priester von Swanetien in der sowjetischen Zeit. Und als Priester in der Sowjetunion war man das Letzte. Und wirklich alle Repressionen, die es in Georgien gab, liefen über den Kopf der armen Samadaschwilis."

Viele deutsche Worte in der alten Kommunalka der Familie

Ana Kordsaia-Samadishvili ist überzeugt, dass ihre Liebe zur Literatur aus der Familie dieses Großvaters stammt. Ihr Urgroßvater hatte die erste Grammatik für die Sprache des Bergvolks der Swanen verfasst, sein Sohn das erste Wörterbuch. In Ana Kordsaias Regalen befinden sich die Reste der Bibliothek des Großvaters, die die Familie über alle Wirren der Zeit retten konnte.

"In den Dreißigern hat man meinen Großvater öfter verschleppt. Und meine Großmutter hat ihr ganzes Leben niemandem erzählt, wessen Tochter sie war. Sie ist als Waisenkind aufgewachsen. Also: die Mutter erschossen, der Vater zweimal verhaftet. Also man erträgt manche Sachen nicht mehr. Na, wie soll ich sagen, so war das Jahrhundert, das 20. Jahrhundert."

Ana Kordsaia-Samadishvili wurde 1968 geboren. Sie wuchs in einem Tiflis auf, das es heute so nicht mehr gibt. In ihrer Kindheit wurde in der Familie swanisch, auf dem Hof hinter ihrem Haus kurdisch, armenisch, georgisch und russisch gesprochen.

Kommunalka nannte man die Wohnungen, in denen mehrere Familien lebten und sich Bad und Küche teilten. Dort hörte und erlernte sie auch ihre ersten deutschen Worte.

"Ja, das war eine klassische Kommunalka. Nur in meiner Wohnung - wir waren tausende dort, wie mein Vater sagte 'Legionen'. Sehr viele waren dort. Wir hatten dort einen Herrn Kuppel, einen Deutschen, der mir immer sehr streng sagte, 'Nicht georgisch! Nur deutsch!', sagte er. Seltsames Deutsch sprach der Mann. Es war sehr lustig."


Erst die Unabhängigkeit, aber dann der Nationalismus

Heute, mehr als 35 Jahre später ist das alles Geschichte.

"Dann passierte das, wovon eigentlich alle träumten: Alle träumten davon, dass Georgien unabhängig wird. Das Wort Nationalismus ist wahrscheinlich das Schlimmste, was die Menschheit sich ausgedacht hat. Und meine besten und liebsten Einwohner der Stadt Tiflis waren erschrocken und gingen weg, die Deutschen, die Griechen, die Kurden usw. usf. Für mich ist diese Stadt, die man auch heute so sehr multikulturell nennt, absolut monoethnisch geworden und uninteressant."

Vielleicht spiegelt sich deshalb in ihren Romanen und Erzählungen stets auch das alte Tiflis. Aber nur als Hintergrund und Spiegelbild ihrer Frauenfiguren, die allesamt aufbegehren gegen das in Georgien noch immer weit verbreitete Patriarchat. Auch deshalb gibt es Leute in der Stadt, die Ana Kordsaia für verrückt halten: Mein Gott, eine georgische Frau! Die schminkt sich, macht sich fein, wenn Besuch kommt. Aber sie!? Schert sich nicht um Konventionen. Empfängt im Morgenmantel, übersetzt Elfriede Jelinek, kritisiert ihr Land und geht noch immer gern in die von nackten Frauen bevölkerten alten Tifliser Bäder.

"Also es ist schon eine Schande, wissen Sie, in jedem Roman oder jeder Erzählung eine Frau aus dem Bad zu haben. Ich gehe dorthin, seitdem ich 16 geworden bin. Es gibt zwei konkrete Tabus: Ein Tabu ist die Sexualität und das andere Tabu ist komischerweise im 21. Jahrhundert das Christentum."

Ein Sturm der Entrüstung in der orthodoxen Männerwelt

Ana Kordsaias erster Roman "Ich, Margarita" gilt heute als Meilenstein in der georgischen Gegenwartsliteratur. Zum ersten Mal schrieb da eine in provozierender Schnoddrigkeit über weibliche Bedürfnisse. Und rief in Georgiens patriarchaler und orthodoxer Männerwelt einen Sturm der Entrüstung hervor. Bis heute ist Nichts vor dem derben und dennoch feinen Spott dieser Autorin sicher...

"Warum schreibt eine Frau? Warum muss eine Frau Schriftstellerin werden? Ja, warum? Ist sie hässlich, oder was? Hat sie keinen Mann? Ja, soll sie mit jemanden ficken! Was macht sie da überhaupt?"

Nun - sie schreibt, übersetzt auch Franz Kafka oder Cornelia Funke ins Georgische und unterrichtet an der Staatlichen Ilia-Universität eine neue erfolgreiche Generation von Autorinnen. Vielen ihrer einstigen Studentinnen wird sie in diesem Jahr auf der Frankfurter Buchmesse wiederbegegnen.

Ana Kordsaja Samadisvili: "Ich, Margarita"
Ins Deutsche übersetzt von Sybilla Heinze
Hans Schiler-Verlag, Berlin 2013
204 Seiten, 18,80 Euro

Ana Kordsaja Samadisvili: "Wer hat die Tschaika getötet"
Ins Deutsche übersetzt von Sybilla Heinze
Hans Schiler-Verlag, Berlin 2016
170 Seiten, 16,80 Euro


Mehr zum Thema
Eine Lange Nacht über Georgien - Das verunsicherte Paradies
(Deutschlandfunk, Lange Nacht, 06.10.2018)
Der weite Weg nach Westen - Georgiens Geschichte am Rande Europas
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 05.09.2018)
Ehrengast der Frankfurter Buchmesse - Georgische Literatur im Widerstand
(Deutschlandfunk, Büchermarkt, 17.09.2018)
Lyrik aus Georgien - "Fortgegangen bin ich ohne Rückfahrkarte"
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 31.08.2018)

Wednesday, January 10, 2018

KLASSIK: Tigran Mansurian: "Requiem". Von Claus Fischer via @Kulturradio_rbb


(kulturradio.de) Sehnsucht nach einer besseren Welt - Tigran Mansurians "Requiem" ist keine reine Trauermusik. In ihm stecken neben Klage und Verzweiflung auch sehr viel Zuversicht und Hoffnung. Da klingt nicht nur Karfreitag ...

Der armenische Komponist Tigran Mansurian ist in Deutschland nicht so bekannt, wie er es verdient hätte. Er steht auf einer Stufe mit dem Esten Arvo Pärt oder der Russin Sofia Gubaidulina, deren Werke ja sehr populär hierzulande sind. Alle komponieren sie tonal, gehen dabei aber recht unterschiedliche Wege. Pärt hat seinen ganz persönlichen minimalistischen Stil kreiert, "Tintinabuli" nennt er das, übersetzbar mit "hingetupft", Sofia Gubaidulina orientiert sich dagegen eher am Barock, an kontrapunktischen Formen, sie verehrt Bach. Und für Tigran Mansurian ist die Volksmusik seiner armenischen Heimat die Inspirationsquelle, auch bei diesem Requiem sehr deutlich, dass hier nun in Weltersteinspielung vorliegt, mit Solisten, dem RIAS-Kammerchor und dem Münchner Kammerorchester unter Leitung von Alexander Liebreich.

Sehnsucht nach einer besseren Welt

Das Werk hat eine besondere Entstehungsgeschichte. Viele persönliche Emotionen des Komponisten stehen im Hintergrund. Wie fast alle Armenier hat auch Tigran Mansurian zahlreiche seiner Vorfahren beim Genozid der Türken an den Armeniern verloren. Und den Opfern dieses Völkermordes hat er sein Requiem gewidmet. Die Arbeit muss ihn sehr mitgenommen haben, denn er hat zweimal komplett neu begonnen, also das bis dahin Geschriebene zweimal verworfen. Die Lösung des Problems bestand schließlich für ihn darin, sein "chorsinfonisches Gebäude" ganz auf der Klangsprache der armenischen Volksmusik aufzubauen. In ihr gibt es Motive und Wendungen, die rund 2000 Jahre alt sind.

Die Grundstimmung der Musik ist absolut meditativ, auch wenn es natürlich, wie z.B. im "Dies Irae" auch expressivere Stellen gibt. Der ruhige Duktus eignet sich natürlich gut, um Klage auszudrücken und die Sehnsucht zu äußern nach einer besseren Welt. Um diese Stimmungen kreist das Werk.

[weiterlesen ... ]

CD: ecmrecords.com

Alexander Liebreich dirigiert Tigran Mansurians Requiem - CD Tipp via SWR2

Altes und neues Requiem. RIAS Kammerchor mit Uraufführung von Mansurian. via Deutschlandfunk Kultur

Requiem – Tigran Mansurian erinnert an die Leiden des armenischen Volkes. via KlassikAkzente

Podcast: Tigran Mansurian: Instrumentalkonzerte. via Bayrischer Rundfunk

Wednesday, February 15, 2017

TRAVEL: A journey through Georgia's Soviet past - with the photographers Helene Veilleux & Maurice Wolf (jako.fm) via @JAKOFM

(jako.fm) A journey through Georgia's Soviet past Photographer Maurice Wolf was born in the Netherlands, but spent much of his formative years away from home living in places like Berlin and the United States. Eventually he made his way to Georgia. It was there that he met Helene Veilleux, a French photographer and an aficionado of Soviet architecture. The two formed an instant professional bond. Together, the two founded Brutal Tours, one of the most niche tours in Georgia. Brutal Tours takes you on a journey through the ghosts of Georgia's Soviet past, in which you can witness the melancholic beauty of Josef Stalin's cable car roads, the former glory of a Soviet sanitarium, and even explore the first astronomical observatory built in the former USSR hidden away in the remote hills of Abastumani. Whichever tour you choose, you senses will not be disappointed.



Photographers Maurice Wolf and Helene Veilleux discuss Brutal Tours and their time living in Georgia. © JAKO FM
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Friday, February 03, 2017

MUSIK: Lakhushdi - "das singende Dorf" im Hohen Kaukasus, Swanetien zwischen Tradition und Moderne. Von Ariane Huml [swr.de]

(swr.de/swr2) Das Dorf Lakhushdi in Swanetien im Hohen Kaukasus liegt auf fast 2000 Meter Höhe inmitten einer paradiesischen Bergwelt, umgeben von riesigen, grünen Wäldern und schneebedeckten vier 5000ern. Die georgisch-swanetische Gastfreundschaft ist legendär. Mit seinen kaum mehr als 100 Einwohnern öffnet es jedes Jahr wenigstens einmal seine Türen, seine Häuser und auch seine Herzen, um für zwei Wochen im Jahr, Ende August zum Erntedankfest, wenige, ausgewählte, musikinteressierte und sangesfreudige Fremde aus aller Welt aufzunehmen, um mit ihnen zu singen, zu tanzen, sie zu bewirten, und vor allem, um an sie ihre außergewöhnlichen musikalischen Traditionen und Lieder weiterzugeben, die bis zurück zu den vorchristlichen Gesängen der alten Sumerer reichen. Das Feature erzählt von dieser außergewöhnlichen musikalischen Reise anhand von Tonaufnahmen und Interviews aus einer fast vergessenen Welt, die jetzt nach und nach - nicht nur musikalisch - wiederentdeckt wird.

Podcast >>>




Musikliste:

trad.:„Alilo auf dem Berg“
Dorfbewohner aus Lakhushdi

trad.:Traditionelle Musik aus Swanetien
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Eröffnung des Gastmahls mit Begrüßung
Arularo (Gesang)
Nana Mzhavanadze, Gesang und Begrüßung

trad.: „Ts’minda“
Nana Mzhavanadze, Gesang
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Traditionelles Lied
Marika, Gesang
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Traditioneller Gesang zur Tschuniri
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: Traditioneller Festmahlgesang aus Swanetien
Marika und Dorfbewohner aus Lakhushdi

trad.: Traditioneller Gesang aus Swanetien
Nick (Gitarre) und Dorfbewohner aus Lakhushdi

trad.: „Wiegenlied“
Nana Mzhavanadze, Gesang

trad.: "Tamardedpal" Lied der Königin Swanetiens Tamar
Murat, Giwi und Gigo, Gesang

trad.: Lied der Tamar
Woriowdela“ - fröhliches Lied
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

trad.: Melancholisches Lied
Nicoletta (blinde Nonne, USA) Gesang
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

trad.: Tom's Lied (altes schottisches Lied über den Schmerz des Abschieds)
Tom, Gesang
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

trad.: Das Lied der Brüder Vitsbil & Matsbil (swanetische Freiheitskämpfer)
Eka, Ana und Madona Chamgeliani, Gesang und Tschuniri (Spießgeige)

trad.: „SovIru“, Schwedisches Schlaflied
Vilja-Louise (Stockholm), Gesang

trad.: „ChristeAghsdgha“ Erntedankgottesdienst aus der Kirche
Familie Chamgeliani mit Dorfbewohnern und Gäste

Saturday, December 10, 2016

#GEORGIANWINE: Bei den Qvevri-Machern in Georgien. Wo die Dino-Eier herkommen. Von Heinz Peter (br.de/bayern2)

(br.de/bayern2) Die Amphore erlebt einen Hype: Winzer in aller Welt machen Wein in riesigen Tonkrügen oder Qvevris. Dabei beherrschen nur wenige Töpfer aus Georgien die Uralt-Technik des Qvevri-Brennens. Eine Reise zu den Ursprüngen des Weins. 

Podcast hier >>>

Wir sind in Kachetien, der östlichsten Region Georgiens, nahe der Grenze zu Aserbeidschan. Kachetien ist das Zentrum und die Heimat des traditionellen georgischen Weins. Nicht einmal die Experten können präzise sagen, wann und wo der Mensch angefangen hat, aus Trauben Wein zu machen. Einigen können sie sich höchstens darauf, dass es schon einige Jahrtausende her ist. Und dass die „Wiege des Weinbaus“ irgendwo hier in dieser Weltgegend liegt: im Bereich des südlichen Kaukasus, des nordwestlichen Irans und Ost-Anatoliens.

Natürlich gibt es aus dieser Zeit keinerlei schriftliche Zeugnisse – deswegen ist man auf archäologische Funde angewiesen. Giorgi Dakishvili ist ein renommierter Kellermeister, Winzer und einer der besten Kenner der Geschichte des georgischen Weinbaus. Er erzählt, dass Archäologen überall in Georgien Geräte für die Weinherstellung gefunden haben, die auf das fünfte Jahrtausend vor Christus zurückgehen: „Amphoren, Tongefäße, Stöcke zum Runterdrücken der Beerenschalen, zum Säubern und Weinpressen aus Holz oder Stein. All das beweist, dass Georgien eines der ältesten Weinbauländer ist.“

Georgien ist eines der ältesten Weinbauländer
5.000 Jahre vor Christus! Das wäre lange vor den alten Römern und Griechen. Allerdings reklamiert Giorgi für seine Heimat nicht die Urheberschaft auf den Weinbau. „Eines der ältesten Weinbauländer“ – das klingt schon vorsichtiger als manche Lokalpatrioten, die einfach behaupten: „Georgien, das älteste Weinland der Welt!“ Aber wahrscheinlich ist das ja auch gar nicht so wichtig. Was wirklich zählt, ist, dass die Georgier bis heute uralte Methoden der Weinherstellung lebendig halten. „In meiner Straße hat jeder seinen eigenen Weinkeller und jede Familie erzeugt ein paar Hundert Liter für den Hausgebrauch“, erzählt Winzer Giorgi Dakishvili. „Und jede Familie produziert auf andere Art: unterschiedliche Dauer des Schalenkontakts, wann und wie abgepresst wird, wann der erste Abstich gemacht wird.“ Nur eines hätten alle Weine gemein: den Ausbau in der Qvevri.

Jede Familie macht ihren eigenen Qvevri-Wein
Die größten Qvevris sind über zwei Meter hoch. Sie werden bis zum Hals in den Boden eingegraben, sonst würden sie unter dem Gewicht des Weins platzen. In ihnen reift zunächst der Traubenmost und später der Wein, indem die Beerenschalen lange mit dem Saft in Kontakt bleiben. Für Rotwein ist das internationaler Standard, aber für Weißwein ist die georgische Methode mit monatelangem Schalenkontakt sehr speziell. Und das alles ohne jeglichen Zusatz: keine Zuchthefen, keine Enzyme, keine Filtration, keine oder nur minimale Schwefelung.

Qvevri-Wein oder Orange Wine heißen seit ein paar Jahren die Schlagwörter eines Trends, der Winzer und Weinfreunde auf der ganzen Welt umtreibt und auch polarisiert. Kein Wunder, dass eine solche Jahrtausende alte Weinherstellung gerade sehr im Trend liegt bei Winzern in Westeuropa aber auch in Kalifornien, die besonders naturnah Wein herstellen wollen – ohne das ganze Arsenal hochmoderner Kellertechnologie. Im Prinzip geht das auch ohne Tonamphoren, aber manche Winzer im Westen sagen sich: „Wenn schon, denn schon“ – und lassen sich Tongefäße aus Georgien in ihre Kellerei liefern, um Qvevri-Wein herzustellen. Denn nur am Südhang des Kaukasus gibt es noch einige wenige Töpfer, die das kniffelige Handwerk der Amphoren-Herstellung beherrschen.

Qvevri-Töpfer in sechster Generation
Wir besuchen die Töpferei der Familie Kiblashvili. Hier stellt Zaza mittlerweile in sechster Generation Qvevris her, alles in reiner Handarbeit – und abhängig vom Wetter. Wenn es warm und sonnig ist, kommen die Töpfer gut voran. Dann können sie jeden zweiten Tag einen Streifen von zehn Zentimeter Ton aufsetzen und so die Amphore langsam wachsen lassen. Wenn es kalt und regnerisch ist, wird nur alle vier bis fünf Tage weitergetöpfert. 

Ungefähr ein halbes Dutzend halbfertige Qvevris steht in einer kleinen Halle mit offenen Seitenwänden. Sie sind noch ungebrannt, aber schon mannshoch, mehr als einen Meter in der bauchigen Mitte. Jede Qvevri fasst 2.000 Liter. Die Wandstärke ist im Verhältnis zur Riesengröße der Krüge filigran, fast fingerdünn, der rohe Ton von dunkelbrauner Farbe fühlt sich noch weich an. Es dauere drei Wochen bis eine Qvevri getrocknet sei, erzklärt Zaza Kiblashvili. „Dann ist das nicht mehr gefährlich sie zu transportieren, weil sie stabil genug ist und ist nicht mehr so weich wie im Moment.“

Die Dino-Eier bleiben wochenlang im Brennofen
Nur ein paar Schritte sind es von hier bis zu einem Backsteinschuppen, der als Brennofen dient. Eine Seite ist komplett offen. Nach dem Trocknen werden die Qvevris alle hier reingebracht, dann wird auch diese Seite mit Steinen zugeschichtet.  „In unserem Ofen können wir acht Tonkrüge gleichzeitig brennen“, erzählt Zaza. Eine Woche lang werden die Qvevris Tag und Nacht 1.200 Grad ausgesetzt - dann beginnt die mehrwöchige Abkühlphase. Auf einer großen Wiese neben dem Brennofen liegen hier gut zwei Dutzend fertig gebrannter Qvevris, wie scheinbar planlos abgelegte, gigantische, rostbraune Dinosaurier-Eier. Spitz zulaufend auf der einen Seite und mit einer kreisrunden Öffnung auf der anderen, durch die ein ausgewachsener Mensch problemlos ins Innere kriechen könnte. Und dennoch wirken die Rieseneier mit ihrer dünnen Schale fast grazil: Ich klopfe behutsam... und höre einen reinen, glockenartig nachschwingenden Ton.

Georgien hat mehr zu bieten als Qvevri-Wein
Nur fünf Qvevri-Manufakturen gibt es noch in Georgien– und die haben schon Probleme, allein die Nachfrage nach Amphoren aus dem Ausland zu befriedigen. Aber seltsamerweise sind die Qvevris im eigenen Land gar nicht so gefragt: Die großen georgischen Kellereien setzen eher auf die Zukunft als auf die Vergangenheit: moderne Kellereiwirtschaft mit Weinen aus dem Edelstahltank oder auch in kleinen Eichenfässern gereift. Fruchtgeprägte Weine, wie sie sich international gut verkaufen. Château Mukhrani, eine der renommiertesten Privatkellereien Georgiens, hat sich mit Patrick Honnef zum Beispiel einen deutschen Chefönologen geholt, der in Bordeaux zu einem Meister seines Fachs geworden ist. Die Zukunft des georgischen Weins sieht Patrick Honnef eher nicht im Qvevri-Wein: „Ich finde es nicht richtig, den georgischen Wein absolut auf Qvevri-Wein zu reduzieren, weil man damit die Vielfältigkeit der Stile in Georgien unterschätzt“. Außerdem sei die Menge an Qvevri-Wein allein durch die Technik sehr stark beschränkt, „das macht vielleicht zwei Prozent der georgischen Weinproduktion aus.“

Schon nach ein paar Weinproben wird auch mir klar, dass georgischer Wein viel mehr ist als urtümlicher Rebensaft aus der Qvevri: Mit seinen über 500 eigenständigen Rebsorten besitzt Georgien ein großartiges Reservoir an Aromen. Trotzdem: Die Qvevris faszinieren. Dass ich einen kleinen Einblick bekommen habe in dieses Jahrtausende alte Handwerk und die archaische Methode der Weinherstellung - das allein hat die Reise nach Georgien schon gelohnt. Beileibe nicht jeder Qvevri-Wein hat mir geschmeckt – aber die besten Exemplare fand ich einfach nur hinreißend.

Friday, December 02, 2016

#NEBENANGEORGIEN: Stadtporträt Tiflis. Die Stadt an der Kreuzung. Eine Sendung von Johann Kneihs und Peter Lachnit vom 12.11.2016 (oe1.orf.at)

(oe1.orf.at) Der russische Dichter Boris Pasternak nannte die Stadt eine Chimäre - ein Fabelwesen mit westlichem Kopf und östlichem Rumpf. Tiflis, georgisch Tbilisi, verdankt seiner strategischen Lage an sieben historischen Handelsstraßen nicht nur Gutes. Die Perser haben Tiflis erobert, die Araber, Byzantiner, Seldschuken. Den Georgiern und ihrer wichtigsten Stadt waren nur kurze Perioden der Unabhängigkeit gewährt - im Mittelalter beispielswiese, einer Blütezeit des nach seinen heißen Thermalquellen benannten Tiflis mit frühchristlichen Kirchen, Badehäusern und bemerkenswert urbaner Kultur.

Sendung hören >>>

17:05 Intro
17:14 Die Rolle der Kirche
17:17 Wohin junge und ältere Tifliser sich heute orientieren
17:39 Tifliser Kreativszene
17:52 Geschichtsstunde am Friedhof
17:55 Revolutionskunde
18:12 Wunderland der Baukunst
18:34 Leben im Plattenbau
18:51 Im Badehaus

1801 annektierte das zaristische Russland Georgien. Romantiker in Petersburg und Moskau schwärmten für ihr "Italien", den Kaukasus. Der russischen Epoche schuldet Tiflis manche seiner schöneren Viertel, darunter den Rustaweli-Boulevard mit Prunkbauten und Jugendstilhäusern, den sieben sowjetischen Jahrzehnten hingegen ausgedehnte Plattenbauten, den jüngeren Jahren aber spektakuläre Neubauten etwa der italienischen Architekten Massimiliano und Doriana Fuksas.

Die Umgestaltung der Stadt scheint zum Zankapfel zwischen Präsident und Bürgermeister und zum Gegenstand symbolischer Kulturkämpfe geworden zu sein: zwischen liberal eingestellten Modernisierern und konservativen Nationalisten. Georgische Intellektuelle beklagen ein rauer werdendes Klima in der einzigen georgischen Millionenstadt - die bis jetzt eine kosmopolitische Metropole und Zentrum einer produktiven Kunst- und Kulturszene war und ist.

Eine Sendung im Rahmen des Ö1 Schwerpunktes "Nebenan - Georgien".

Tschaikowskys Klavier und Thonetsessel
Das Land, wo die Zitronen blühen, war für die Russen Georgien. Puschkin kam nach Tiflis, Romantiker wie Lermontow besangen den Kaukasus. Arthur und Bertha von Suttner verbrachten Jahre in Tiflis, während georgische Adelige Europa bereisten. Und jetzt, nach 70 Jahren sowjetischer und bald drei Jahrzehnten postsowjetischem Durchwursteln? Wohin junge und ältere Tifliser sich heute orientieren.

Aufbruch aus der Dunkelheit
Mit dem Geräusch von Generatoren begann unser Stadtporträt im Jahr 2000: Diese erzeugten in Tiflis Tag und Nacht den Strom, der nicht aus der Steckdose kam. Die Profiteure der nicht-und-nicht behebbaren Dauerpanne vermutete man ganz nah am damaligen Präsidenten Edward Schewardnadze. Und das war nur ein Beispiel für die allgegenwärtige Korruption. Inzwischen erstrahlen Tifliser Sehenswürdigkeiten nachts in hellem Glanz, Strom gibt es rund um die Uhr. 2003 fegte die Georgische Rosenrevolution die exkommunistische Nomenklatur aus dem Amt, eine von vier sogenannten Farbrevolutionen in sozialistischen oder postsozialistischen Ländern. Waren sie vom Westen gesteuert, wie Sympathisanten Russlands behaupten?

Schwammerln, Röhren, Slip-Einlagen
Der Revolutionspräsident Mikheil Saakashvili hat ein spektakuläres Erbe hinterlassen: architektonische Eye-Catcher von georgischen und internationalen, vor allem italienischen Architekturbüros, setzen im Stadtbild Akzente, von Touristen bestaunt, von Einheimischen auch gern verspottet. Dorothee Frank über die markantesten Neubauten, vom klotzigen Biltmore-Hochhaus bis zu gläsernen Amtsstuben.

Der Streit um die Luft
Noch weitere gebaute Sensationen sollen folgen, geht es nach dem Milliardär Bidzani Ivanishvili, dem Mann hinter und auch ober der aktuellen Regierung. Er residiert auf einem Hügel über Tiflis. Sein Panorama-Projekt würde die schon jetzt strapazierte Altstadt weiter verschandeln, befürchten Bürger und Bürgerinnen der Stadt. Und greifen zum Spaten, um Bäume zu pflanzen, weil immer mehr Grünraum in der Stadt der Bauspekulation zum Opfer fällt. Ein nicht nur symbolischer Streit darüber, wie das Tiflis der Zukunft aussehen soll.

Kaffee um Mitternacht
Auf Besuch bei einem jungen Ehepaar, Lado und Sally. Das wohnt so, wie rund die Hälfte der Tifliser Bevölkerung: im Plattenbau. 14 große Siedlungen sind in sowjetischer Zeit entstanden, zum Teil weit außerhalb der ursprünglichen Stadt und heute zum Teil in schlechtem Zustand. Lado und Sally erklären, warum sie trotzdem nicht aus der Platte wegziehen, und warum junge Georgier unbezahlte Überstunden machen.

Kleinmöbel und Musik
Beobachtungen des in Tiflis lebenden deutschen Autors Stefan Wackwitz, davor streifen wir durch die ebenso schöne wie bedrohte Altstadt. Ist Tiflis das neue Berlin? Die Tifliser Kunst-, Musik- und Ausgehszene bringt manche Trend-Scouts ins Schwärmen; eine kleine internationale Community hat Wurzeln geschlagen. Der deutsche Filmemacher Stefan Tolz findet in Tiflis gar südfranzösisches Flair. Wir machen eine Stippvisite in einem Tifliser Badehaus und besuchen einen alten Friedhof. Musik aus und über Tiflis begleitet uns durch die Sendung, zu Beginn gibt’s Hardcore. Der Chor der ältesten Kirche von Tiflis, der Anchiskhati-Kirche, singt nur für westliche Ohren dissonant, das Volkslied Adila Alipasha.

Service
Adolph Stiller (Hg.), "Tiflis. Architektur am Schnittpunkt der Kontinente", aus der Reihe "Architektur im Ringturm", Müry Salzmann Verlag

Stephan Wackwitz, "Die vergessene Mitte der Welt. Unterwegs zwischen Tiflis, Baku, Eriwan", S. Fischer Verlag (antiquarisch)

Stephan Wackwitz, "Tiflis, fünf Jahre später" in Merkur Heft 810, Verlag Klett-Cotta

Marlies Kriegenherdt, "Reise Know-How Georgien. Reiseführer", Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH

Manfred Sapper, Volker Weichsel (Hg.), Zeitschrift "Osteuropa" Heft 7-10: "Grenzland. Konflikt und Kooperation im Südkaukasus", Berliner Wissenschafts-Verlag

Kaukasische Post

Wednesday, November 16, 2016

#NEBENANGEORGIEN: Ö1 Kunstsonntag - Spezialsendung im Rahmen des Georgien-Schwerpunkts vom 13.11.2016 (oe1.orf.at)

(oe1.orf.at) Eine Spezialsendung im Rahmen des Georgien-Schwerpunkts des Ö1 Projekts "Nebenan: Erkundungen in Europas Nachbarschaft".

Moderation: Anna Soucek.

Sendung hören (Teil 1) >>>
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Mehr Infos zur Sendung >>>

19:30 Ankunft in Batumi
19:36 Die Autorin Anna Kordsaia-Samadashwili
20:04 Was ist "Nebenan"?
20:12 Das Kreativzentrum Fabrika
20:33 Der Musiker David Shughliasvili
20:38 Die Künstlerin Natia Kalandadze
20:46 Galerienrundgang mit Irina Popiashvili
21:01 Die Künstlerin Natia Kalandadze (2)
21:08 Die Wiener Zacherlfabrik
21:42 Robert Quitta: Theaterszene Tiflis

Musik spielt im georgischen Selbstverständnis eine ganz besondere Rolle. Und sie ist mit speziellen Ritualen verbunden. Maria Reininger erforscht mit georgischen Gesängen und dem in Wien lebenden Georgier C das Phänomen der Georgischen Tafel. Das Ö1 Kunstradio präsentiert eine neue Arbeit des Musikers und Soundkünstlers Jorjick. Wir besuchen die international agierende Kunstgalerie von Irena Popiashvili. Nina Polaschegg macht einen Ausflug an die Georgische Heerstraße. Der Wiener Theatermacher Robert Quitta berichtet über den ersten Besuch in seinem ewigen Sehnsuchtsort Georgien. Und die in Wien lebende Malerin Natia Kalandaze begleitet uns als Studiogast durch diese Live-Sendung zu Kunst und Kultur in Georgien. Ein Kunstsonntag im Rahmen des Ö1-Projekts "Nebenan: Erkundungen in Europas Nachbarschaft". Moderation: Anna Soucek.


Schriftstellerin: Anna Kordsaia-Samadashwili, Foto: Ralph Hälbig

* Ein Roman aus 2016 von der in Tiflis geborenen Autorin Anna Kordsaia-Samadashwili trägt den Titel "Wer hat die Tschaika getötet". Im Interview mit Christian Scheib enthüllt die Autorin nicht nur, was eine Tschaika ist, sondern auch die verborgenen Reize ihrer Lebensstadt Tiflis. Sie wohne zwar überaus gerne hier, aber ansehnlich sei die Stadt wirklich nicht.

* Die Musikerin Nastia Sartania-Kituashvili vom CES, dem Creative Education Studio, führt uns durch Fabrika, ein neues Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur in Tiflis, wenige Tage vor seiner Eröffnung. Untergebracht ist Fabrika in einer ehemaligen Textilfabrik - und Susanna Niedermayr hat hier jene Aufbruchsstimmung vorgefunden, die das kulturelle Leben der Stadt derzeit angeblich trägt.

* Die 1972 in Tbilissi geborene Künstlerin Natia Kalandadze ist live zu Gast im Studio und erzählt über ihre Emigration nach Wien, wo sie seit Anfang der 1990er Jahre lebt, über die Unterschiede in der Kunstausbildung und in der kulturellen Infrastruktur der beiden Heimaten, sowie über ihr Selbstverständnis als georgische bzw. österreichische Künstlerin.

* Irina Popiashvili ist Kuratorin, Galeristin und ehemalige Dekanin der Kunstakademie. Gemeinsam mit der Marketing-Spezialistin Tamuna Gvaberidze hat sie eine Schaufenster-Galerie gegründet, die zeitgenössische Kunst auch unbedarften Passantinnen und Schaufensterbummlern nahe bringen will, das Popiashvili Gvaberidze Window Project.

* Die georgische Vorgeschichte der legendären Wiener Zacherlfabrik beleuchtet Nadja Kayali. Denn obwohl der Rohstoff für Johann Zacherls erfolgreiches Mottenpulver als echtes "persisches" Pulver gepriesen wurde, wurde er tatsächlich im Kaukasus gewonnen.

* Endlich einmal Tiflis sehen! Der in Wien lebende Theatermacher Robert Quitta hat sich diesen jahrzehntelang gehegten Wunsch nun das erste Mal erfüllt. Im Studiogespräch mit Anna Soucek erzählt er über seine Erwartungen und ob diese erfüllt wurden, wie er die Wahlen während seines Aufenthaltes wahrgenommen hat und welche Produktionen ihn beim Tbilisi International Festival of Theater beeindruckt haben.

22:06 Stadtspaziergang durch Tbilisi
22:15 Die georgische Tafel: Kochrezepte und Musik
23:12 Die georgische Heerstraße
23:26 "Umweg": Radiokunst von Jorjick
23:45 Die heißen Quellen von Tiflis

Tuesday, January 26, 2016

LITERATUR: Die vierzig Tage des Musa Dagh. Von Franz Werfel in: Lesezeit | MDR FIGARO | 25.01.-26.02.2016 [mdr.de]


(mdr.de) Eine armenische Familie flieht vor der Ausrottung durch die Türken. Auf dem Berg Musa Dagh leisten sie einen aussichtslosen Widerstand. Franz Werfel schrieb seinen Roman basierend auf den Eindrücken von Zeitzeugen. Das Buch wurde 1933 in Deutschland verboten. Werfel emigrierte 1938 in die USA, wo er 1945 starb. Er erhielt 2006 posthum die armenische Staatsbürgerschaft verliehen.

Armenia 2007
Foto: Ralph Hälbig
Gabriel Bagradian kehrt nach 23 Jahren, die er in Paris gelebt hat, in seine armenische Heimat am Fuße des Musa Dagh zurück. Der Besuch in Yoghonoluk soll nur kurze Zeit in Anspruch nehmen, doch noch während sich Gabriel mit Frau und Kind in Armenien aufhält, bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Familie sitzt fest.

Hoffnung in finsteren Zeiten
 
Gabriel wird in die vom Osmanischen Reich verhängte Verschickung der armenischen Minderheit verwickelt. Doch statt sich wie die meisten seiner Leidensgenossen in das schreckliche Schicksal der Deportation zu fügen, setzt Gabriel alles auf eine Karte: Auf dem Musa Dagh sucht er mit zirka 5.000 Armeniern Zuflucht vor Verfolgung, Verschleppung und Ausrottung durch die Türken. Sein verzweifelter Triumph heißt erbitterter Widerstand, koste es, was es wolle. Es gelingt den Armeniern zwar, die Angriffe der Türken abzuwehren, besser werden die Aussichten dadurch aber auch nicht. Hunger und Entbehrungen fordern ihren Tribut von den geschwächten Menschen.

Vor diesem historischen Hintergrund wird die Geschichte Gabriel Bagradians als militärischer Kopf des Widerstandes erzählt: Er war Offizier der Reserve in der türkischen Armee. Über vierzig Tage halten die Armenier auf dem Berg aus, vierzig Tage zwischen Verzweiflung und Hoffnung, vierzig Tage zwischen Mut und der Gewissheit doch zu sterben. Am Ende naht Rettung in Form französischer und britischer Schiffe, aber Rettung wohin? 


Die Wahrheit mitteilen
  
Noch immer ist es schwierig, den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917 beim Namen zu nennen. Als Franz Werfel 1930 durch Anatolien reiste, schockierten ihn die Begegnungen mit Zeitzeugen und er begann, akribisch für einen Roman zu recherchieren.

"Die vierzig Tage des Musa Dagh" beschreiben das Schicksal einer armenischen Familie, die langsam ausgegrenzt und schließlich mit Waffengewalt verfolgt wird. Auf dem Heimatberg, dem Musa Dagh, leistet ihre Dorfgemeinschaft der Vertreibung Widerstand. Umsichtig und differenziert, mit einer klaren, fließenden Sprache verwandelt Werfel diese historische Katastrophe in ein eindrucksvolles Epos. 


Der Schriftsteller Franz Werfel

Geboren 1890 in Prag, verließ Franz Werfel 1912 seine Heimatstadt und arbeitete als Lektor im Leipziger Kurt Wolff Verlag. Während des Ersten Weltkrieges war er Soldat.

In den 1920er- und 1930er-Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. 1938 emigrierte er nach Frankreich, 1940 über Spanien in die USA. Er starb 1945 in Beverly Hills.

"Die vierzig Tage des Musa Dagh" erschien 1933 in Wien und Berlin und wurde in Deutschland zwei Monate später verboten.


Es liest Christian Brückner

Alle Folgen hier: mdr.de/mdr-figaro/Franz Werfel: vierzig Tage des Musa Dagh

Sunday, January 10, 2016

RADIO: Die 22 Seilbahnen von Tschiatura . Von Tatjana Montik (srf.ch)

(srf.ch) Der Name Tschiatura dürfte den meisten unbekannt sein. Kein Wunder, ist es doch der Name einer mittelgrossen Stadt in der ehemaligen Sowjetrepublik Georgien. Heute ist Georgien längst selbstständig. Als Erbe der Sowjetzeit aber ist der Stadt eine besondere Attraktion geblieben: 22 Seilbahnen.

Zum Hören >>>

Im georgischen Tschiatura waren einst über 60 Seilbahnen in Betrieb. Foto: Marco Fieber
Einst hatte Tschiatura über 60 Seilbahnen, die Menschen und Mangan beförderten. Und diese Tradition, Seilbahn und Bergbau, lebt bis heute fort, bloß in einem bescheideneren Umfang. Tatjana Montik erzählt, was es damit auf sich hat und welche Hoffnungen die Bevölkerung von Tschiatura an dieses Erbe der Sowjetzeit knüpft.

Monday, December 22, 2014

DEUTSCHE KULTURGESCHICHTE: Schwäbische Spuren in Georgien. Von Tatjana Montik (deutschlandfunk.de)

(deutschlandfunk.de - Tatjana Montik) Anfang des 19. Jahrhunderts kamen deutsche Siedler aus dem heutigen Baden-Württemberg auf Einladung des russischen Zaren nach Georgien, wo sie Zuflucht vor Hungersnot und religiöser Verfolgung suchten. Bis heute stehen ihre Fachwerkhäuser. Jetzt haben Kulturforscher sie für sich entdeckt. 

Podcast mp3 >>>
 
Weinlese deutscher Siedler in Georgien, Elisabethtal (Assureti), Anfang 20.Jahrhundert, Dank an Herrn Manfred Tichonov
Evangelischer Advent-Gottesdienst in Assureti, der ehemaligen deutschen Siedlung südlich von Tiflis, die früher Elisabeth-Tal hieß.

Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die deutschen Siedler aus Baden-Württemberg auf Einladung des russischen Zaren nach Georgien, das damals zum Zarenreich gehörte. Hier suchten sie Zuflucht vor Hungersnot und religiöser Verfolgung. In ihrer neuen Heimat wurden sie zu Bauern, deren wirtschaftlicher Erfolg den Menschen bis heute in Erinnerung geblieben ist. Im Oktober 1941 wurden die Deutschen aus dem Kaukasus nach Zentralasien deportiert.

In Assureti sind bis heute 260 deutsche Fachwerkhäuser erhalten geblieben, in denen jetzt georgische Familien leben. Neue Sitten und Gebräuche sind eingezogen. Man spricht nicht mehr Deutsch, sondern Georgisch. Auf den Leinen in den Höfen ist – wie in Georgien üblich – überall die Wäsche zum Trocknen aufgehängt.

Doch die deutsche Vergangenheit ist bis heute überall zu spüren, etwa auf dem alten Friedhof oder an der baufälligen Kirche.

Der Gottesdienst wird nicht dort, sondern in einem Privathaus gefeiert. Extra dafür kam die evangelische Pfarrerin, Irina Solej, zusammen mit acht weiteren Gemeindemitgliedern, aus Tiflis hierher:

"Wir halten unseren Gottesdienst im Andenken an die deutschen Siedler ab, die alle gläubige Menschen gewesen sind. Das erste, was sie gemacht haben, war der Bau einer Kirche aus ihren eigenen Mitteln, diese Tradition dürfen wir nicht unterbrechen. Wir hoffen, dass wir einmal in diese Kirche zurückkehren dürfen. Es gibt sogar eine verrückte Idee: diese Kirche zusammen mit der orthodoxen Kirche zu nutzen. Das wäre natürlich eine einmalige Erfahrung."

Nachkommen der deutschen Siedler gibt es in Assureti nicht mehr. Die meisten, die aus der Verbannung in die alte Heimat zurückkamen, wanderten später nach Deutschland aus.

Allerdings gibt es einige deutsche Familien, die erst in den letzten zehn Jahren nach Georgien gekommen sind. Einer von ihnen ist Manfred Tichonow, ein ehemaliger Berliner, der 2004 in Assureti ein Fachwerkhaus kaufte, es von Grund auf restaurierte und sich hier niederließ. 



An seinem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1870 sei viel zu tun gewesen, erinnert sich der 67-jährige Hausbesitzer. Doch die alte Bausubstanz könne man überall im Dorf bis heute noch bewundern:

"Hier unten können Sie noch einen Zaunpfeiler sehen. Wenn wir durchs Dorf gehen, werden Sie sehen, das waren die Zaunpfähle aus Stein. Horizontal waren das Holz und diese Zaunpfähle einbetoniert. Den habe ich rausgegraben, er wiegt 500 bis 600 kg, keine Ahnung! Also die alten Schwaben haben ja ganz schöne Steine gestemmt!"

Die Siedlungen südlich von Tiflis sollen für Touristen aufbereitet werden

Beim Spaziergang im Dorf lassen sich die typischen Merkmale der ehemaligen deutschen Siedlung gut erkennen, obwohl viele Fachwerkfassaden hinter Beton verschwanden und einige Ziegeldächer durch Wellblech ersetzt wurden. Dies sei der Grund, warum den einstigen deutschen Siedlungen, Assureti und Bolnisi, eine besondere Aufmerksamkeit der Denkmalschützer zustehe, sagt der georgische Star-Architekt Merab Gudschedschiani, dessen Unternehmen viele historische Restaurierungsprojekte durchgeführt hat:

"Es handelt sich nicht nur um das deutsche oder das georgische Kulturerbe, sondern um das Weltkulturerbe. Es geht nicht nur um die deutschen Häuser. Wertvoll ist die gesamte Stadtplanung, die auf der Höhe der Zeit ist: der Stausee, die Kanalisation, das System der Wasserleitung, der Wasserabfluss. Alle Glieder in der Stadtplanung waren durch eine Idee verbunden. Außerdem sind in diesen Dörfern einige Besonderheiten zu sehen, etwa der georgische Einfluss auf die Fachwerkarchitektur in Form von aus Holz geschnitzten Balkonen. Die Fachwerkfassaden und dann diese Balkone – das ist eine deutsch-georgische Mischung, denn diese Balkone waren seit dem Ende des 19. Jahrhunderts überall in Georgien beliebt."

Derzeit gibt es Ansätze, die deutschen Siedlungen südlich von Tiflis zu neuen kulturellen und touristischen Attraktionen zu machen. Am 13. Dezember wird der vor einem Jahr gegründete Verein für den Erhalt des deutschen Kulturerbes in Georgien für Sponsoren seine Projekte vorstellen. Dabei handelt es sich um die Pflege des materiellen und geistigen Nachlasses der deutschen Siedler.

Bei der Restauration sollte man jedoch sehr behutsam vorgehen, sagt Gudschedschiani:

"Viele Häuser sind in einem solchen bedauernswerten Zustand, dass sie bei einer unsachgemäßen Behandlung schnell auseinanderfallen könnten. Man muss damit sehr behutsam umgehen. Mit einem Schlag zu restaurieren ist sehr gefährlich. Diese Balken sind aus Eiche, sie lassen sich nicht so einfach und so schnell ergänzen. Es besteht die Gefahr, aus diesem Dorf eine schöne Fassade zu machen, einfach eine Kulisse, wir haben viele Beispiele dafür in Georgien und überall auf der Welt. Die Authentizität könnte schnell verloren gehen."

Der Katholik Manfred Tichonow, der sein Haus für die evangelischen Gottesdienste gerne zur Verfügung stellt, hat ebenfalls einiges an Ideen zu bieten: etwa die Eröffnung eines Landschulheimes in Assureti, wo die georgischen Kinder an Wochenenden intensiv Deutsch lernen könnten.

"Solche kleinen Projekte! Sie würden das Leben ins Dorf bringen! Oder man könnte die Kirche wieder renovieren, die hier mitten im Dorfzentrum steht, diese verfallene ehemalige deutsche Kirche ohne Kirchturm. Die könnte man wieder aufbauen. Dort könnte man ein kleines Kulturzentrum machen. Tiflis ist nicht weit entfernt, es sind 40 km. Dort könnte man Konzerte organisieren oder la-la-la. Solche kleinen Projekte, und nicht in Dimensionen denken wie 'Wolkenkuckucksheim' oder so etwas, kleine überschaubare Projekte."

Georgien auf der Suche nach einer eigenen Identität

In den letzten 20 Jahren war Georgien mit der eigenen Identitätssuche beschäftigt. So blieb die Geschichte der diversen nationalen Minderheiten in Georgien vernachlässigt, darunter auch die der Deutschen im Südkaukasus.

Nun aber hat sich das Blatt gewendet, glaubt der in Tiflis lebende deutsche Regisseur Stefan Tolz, der in einem seiner Dokumentarfilme die alten deutschen Siedler in Georgien noch porträtieren konnte:

"Und ich denke, das ist eine Sache, die jetzt im Wandel begriffen ist, und auch damit verbunden, dass sich Georgien an die EU annähern möchte, es gibt dieses Assoziierungsabkommen, was dieses Jahr unterschrieben worden ist. Das heißt, hier werden Schritte unternommen, dass man guckt, was ist bei uns wirklich europäisch. Wir wollen uns integrieren in die europäische Familie und dementsprechend ist es wichtig, an sein europäisches Erbe zu denken. Und was haben wir an europäischem Erbe? Dazu gehören natürlich, ganz wichtig, die deutschen Siedler, die in Georgien gelebt haben."

Auch die georgischen Wissenschaftler sehen in der Geschichte der Siedler ein reichhaltiges Forschungsfeld. Ketevan Chutsischwili, Professorin für Anthropologie an der Tiflisser Staatlichen Universität, hat vergangenen Sommer mit ihren Studenten im Rahmen eines DAAD-Projektes über das Andenken der Deutschen im Südkaukasus geforscht.

"Für die Anthropologen wäre es interessant, etwas über die Fortsetzung der deutschen Geschichte in Georgien zu erfahren: Die Deutschen wurden deportiert – und was ist mit diesen Menschen passiert, konnten sie in ihre Heimat zurückkehren, konnten sie sich hier wiederfinden, wie beeinflusst wurde dadurch ihr Andenken und die Identität ihrer Kinder? Wie empfanden sich diese Menschen – als Deutsche, als Georgien-Deutsche oder als Vertreter einer religiösen Gruppe? Was war es, was diesen Menschen die Kraft gab, weiterzuleben oder nicht zu leben?"

Die Sponsoren-Veranstaltung des Vereins für den Erhalt des deutschen Kulturerbes in Georgien findet am 13. Dezember in Tiflis im Gebäude des Georgischen Nationalmuseums statt, das ebenfalls von einem Deutschen, Gustav Radde, gegründet wurde.

Links:
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Georgia, German colonies [flickr.com]