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Saturday, November 29, 2014

STREITRAUM: »Denk ich an Russland ...« 14.12.2014, 12.00 Uhr, in Berlin (schaubuehne.de)

(schaubuehne.de) Mit Alice Bota, Marina Davydova, Nino Haratischwili und Katja Petrowskaja im Gespräch mit Carolin Emcke

schaubühne berlinObgleich über Russland nahezu täglich zu lesen und zu hören ist, scheint es uns immer fremder zu werden. Die politischen Debatten über die Ukraine sind gegenwärtig aufgeladen mit Zorn und wechselseitigen Vorwürfen. Vielleicht hilft es da, einen Blick auf Russland aus eher ästhetischer-literarischer Perspektive zu werfen. Wie lässt sich in dieser Situation von Russland (oder der Ukraine) erzählen, wie suchen Schriftstellerinnen, Dramaturgen und Journalistinnen nach einer Form, nach einer Sprache, in der sich nach einem Zugang zur Geschichte, zu den Menschen suchen lässt? Ist es der Fiktion möglicherweise eher möglich, ein genaues Dokument der Gegenwart zu zeichnen? Hilft die Nähe der Beobachtung oder hilft Distanz? 

Schaubühne am Lehniner Platz 
Kurfürstendamm 153
10709 Berlin
Zentrale: Tel +49.30.890020

Wednesday, October 22, 2014

AUSSTELLUNG: Das Schwarze Meer. Von Florian Bachmeier, Ramin Mazur und n-ost - 31.10. – 14.11.2014 in Berlin (mdf-berlin.de)

Florian Bachmeier: Pope Mihail segnet mit Hilfe seines Diakons das Wasser des Kanals in Vylkovo ganz im Süden der Ukraine.
(mdf-berlin.de) Das Schwarze Meer ist ein geografischer Raum, der Kulturen und Menschen seit jeher trennt und gleichzeitig verbindet. Er liegt in einer Region, in der einige Länder wie Bulgarien und Rumänien bereits Mitgliedsstaaten der EU sind, andere noch darauf warten oder in denen die Menschen für diese Perspektive sogar auf die Barrikaden gehen, wie in der Ukraine. Unser Projekt ist als eine fotografische Bestandsaufnahme angelegt, die sich dem Schwarzen Meer mal als Protagonist, mal als im Hintergrund agierende, aber dennoch treibende Kraft widmet.

Die Ausstellung zeigt u. a. Bilder von Krimtataren und deren Ringen um eine kollektive Identität, Porträts von Altgläubigen und Livopanern in der Südukraine, die jeden Tag Identitätskonflikte austragen, sowie die Bewohnerinnen und Bewohner des Donaudeltas in Rumänien, die versuchen, ihre traditionellen Lebensweisen beizubehalten. Menschen und Szenen aus der abtrünnigen Republik Transnistrien werden ebenso zu sehen sein wie das Leben an den Stränden Bulgariens.

Fotografie von Florian Bachmeier &  Ramin Mazur

Bildergallerie: mdf-berlin.de 

n-ost, Netzwerk für Osteuropa-berichterstattung
31.10. – 14.11.2014

Vernissage 31.10.2014 19:00 Uhr

Finissage 14.11.2014 19:00 Uhr
Ausstellungsort
Bulgarisches Kulturinstitut
Leipziger Straße 114
10117 Berlin

Mo–Fr 11–18 h
Öffentliche Verkehrsmittel

U2 Mohrenstraße, Bus 200, M48


Eintritt frei
Veranstalter
n-ost, Netzwerk für Osteuropa-berichterstattung
Neuenburger Straße 17
10969 Berlin
T 030 259 32 83 19
www.n-ost.org

Sunday, June 29, 2014

VIDEO: Georgien strebt gen Westen. Von Karl Harenbrock (dw.de)

(dw.de) Seit der Krise um die Ukraine wollen immer mehr Staaten Osteuropas schnell näher an die EU rücken, so auch Georgien. Mit dem Unterzeichnen des Assoziierungsabkommens bekommt das Land einen weitgehend ungehinderten Zugang zum EU-Markt. Was bringt das den Unternehmen in Georgien ?

Wednesday, June 25, 2014

EINLADUNG: Kaukasus, 30. Juni 2014 - Auswirkungen der Ukraine-Krise auf den Süd-Kaukasus (orient-gesellschaft.at)

(orient-gesellschaft.at) Die Geschehnisse in der Ukraine sorgen in den Ländern des Süd-Kaukasus für Besorgnis. Die Bevölkerungen sowie politischen Eliten reagieren unterschiedlich auf die Krise und scheinen in der Einschätzung der Haltung Russlands bzw. der Politik Kiews vielfach gespalten zu sein.

Im Treffpunkt: Kaukasus wollen wir der Frage nachgehen, welche Auswirkungen die politische Krise und der sich zuspitzende Konflikt in der Ukraine auf die Länder des Süd-Kaukasus und die dortigen „frozen conflicts“ haben. Gemeinsam mit VertreterInnen aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft wollen wir zu einem Erfahrungsaustausch zusammenkommen und Einschätzungen und Beobachtungen teilen.

Wir freuen uns, dass wir auch wieder einen Experten aus der Region zu Gast haben, der einleitend in die Diskussion die aktuellen Entwicklungen und seine Einschätzungen dazu mit der Gruppe teilen wird.

Keynote Speech: Gevorg Ter-Gabrielyan, Executive director of the Eurasia Partnership Foundation

Wann: 30. Juni 2014, 18.00 bis 21.00 Uhr

Wo: Wien, genauer Ort wird rechtzeitig bekannt gegeben

Um unsere Planung zu erleichtern, freuen wir uns über Ihre Anmeldung bis 23. Juni 2014 an: iz@iz.or.at

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Mit besten Grüßen
Das TREFFPUNKT: KAUKASUS - Team
Der TREFFPUNKT: KAUKASUS wird von der Austrian Development Agency (ADA), die Agentur der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit, unterstützt.

________________________________________

Verein Interkulturelles Zentrum
Lindengasse 41/10, 1070 Wien
T: 01/586 75 44
F: 01/586 75 44-9
E: iz@iz.or.at
ZVR: 826402700

________________________________________

Mag.a Regina Kamauf 
Leiterin des Informationszentrums für Zentralasien und Südkaukasien
Österreichische Orient-Gesellschaft Hammer-Purgstall
Orient-Akademie
A-1010 Wien
Dominikanerbastei 6/6
www.orient-gesellschaft.at

Saturday, May 31, 2014

A TIMELY EXHIBITION: Legacy at Side Gallery - Russia, Ukraine, Georgia & South Caucasus. Curated by George Georgiou

Legacy at Side Gallery, curated by George Georgiou, celebrates some of the best documentary photography coming out of this torn and fertile ground.

The second of Side Gallery’s Eurovisions exhibitions, linked to the 25th anniversary of the fall of the Berlin Wall, Legacy looks at the new East-West borderlands of the former Soviet Union republics. Struggles for independence and identity take place against the intensifying backdrop of a geo-political battle between Russia and European Union. — mit Mila Teshaieva, Oksana Yushko, Kerry Side-Gallery, Justyna Mielnikiewicz, Rafal Milach, Maria Morina, Donald Weber, Olga Kravets und Lucia Ganieva hier: Newcastle upon Tyne, United Kingdom.



CURRENT EXHIBITION

(amber-online.com/side-gallery) LEGACY: Russia, Ukraine, Georgia, & The Caucasus

George Georgiou, Lucia Ganieva, Mila Teshaieva, Rafal Milach, Justyna Mielnikiewicz, Donald Weber, Olga Kravets, Maria Morina, Oksana Yushko, Alexander Chekmenev

Saturday 17 May - Sunday 20 July

The second of Side Gallery’s Eurovisions exhibitions, linked to the 25th anniversary of the coming down of the Berlin Wall, Legacy looks at the new East-West borderlands of the former Soviet Union republics. Struggles for independence and identity take place against the intensifying backdrop of a geo-political battle between Russia and European Union. Through a series of imaginative landscapes the exhibition explores shared histories, isolation and engagement, tradition and the desire for modernity.

Curated by George Georgiou, who brings his own work, IN THE SHADOW OF THE BEAR, it celebrates some of the best documentary photography coming out of this torn and fertile ground.

In Udmurtia, in the heart of the Russian landmass, Lucia Ganieva explores DREAMING WALLS, the exotic photolandscapes opening up from domestic interiors that are a recurring motif throughout the region. From her Caspian Sea project, PROMISING WATERS, Mila Teshaieva shows her work on Azerbaijan, its vast oil and gas reserves shape shaping the senses of both state power and individual insecurity.

In BLACK SEA CONCRETE, Rafal Milach explores Ukraine and Crimea: ‘Once the whole Soviet Union took its holidays in the resorts of the Black Sea. Soviet vacationers left behind Soviet architecture, mentality and sentiment.’ Fellow Polish member of the international collective Sputnik Photos, Justyna Mielnikiewicz has lived in Georgia for 12 years – WOMAN WITH A MONKEY is her tribute to an ‘unpredictable, timeless, Fellini-esque country, both cruel and hilarious.’

Donald Weber’s INTERROGATIONS opens up on the policemen, working girls, thugs, dissidents and hustlers in Ukranian police stations, their disturbing portraits expanding or sense of what it means to be a bit part in the dark opera of encounters with power. In GROZNY: NINE CITIES, members of the Russian photography collective Verso Images, Olga Kravets, Maria Morina and Oksana Yushko have created a multimedia photo novel exploring the different aspects of the Chechnyan city reduced to rubble in two wars.

Legacy was planned in 2013, before the events in Ukraine, which continue to unfold. The portraits in Ukranian photographer Alexander Chekmenev’s WARRIORS are from the barricades of Euromaidan in Kiev and were taken during the February revolution.

Wednesday, April 30, 2014

INTERVIEW: Peter Voß fragt Jörg Baberowski: Peter Voß fragt Jörg Baberowski (3sat.de)


(3sat.de) "Die Ukraine (war) das Kernland des alten Imperiums. Der russische Gründungsmythos beginnt in Kiew", sagt der Historiker Jörg Baberowski. Was hat die Vergangenheit mit der aktuellen Krimkrise zu tun? Wie hat der Westen beim Konflikt in der Ukraine versagt?

Stalin und der Stalinismus ist ein ewiges Leit- und Leidthema der jüngeren russischen Geschichte, aber keineswegs nur dieser. Der Osteuropa-Experte Jörg Baberowski hat mit seiner 2012 erschienen Studie "Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt" über die Bedeutung Stalins im stalinistischen Terrorsystem kontroverse Diskussionen ausgelöst. Darin hatte er den Stalinismus als Rückfall in eine archaische Gewaltherrschaft, und damit als Fremdkörper im sowjetischen Modernisierungsprojekt gedeutet. Baberowski erzählt die Geschichte der stalinistischen Gewaltexzesse und beschreibt Stalin als einen Psychopathen und passionierten Gewalttäter.



Die Gewaltherrschaft Stalins

Das bolschewistische Projekt, so die These des Buches, bot eine Rechtfertigung für den Massenmord, aber es schrieb ihn nicht vor. Stalin war Urheber und Regisseur des Terrors. Laut seiner Studie über die stalinistische Herrschaft ließen sich deutliche Parallelen zum Nationalismus erkennen, so zum Beispiel im Ausmaß der Gewalt. Baberowski erforschte in den russischen Archiven, wie grausam Stalin und seine Schergen waren. Bereits 1918 gab es in Russland Konzentrationslager. Nahe Moskau haben vier Leute in einem Jahr 20.000 Menschen erschossen. Die Bolschewisten konnten ihre schwache Machtposition nur durch einen gnadenlosen Krieg gegen die eigene Bevölkerung durchsetzen.



Auf der Leipziger Buchmesse wurde Baberowski in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" ausgezeichnet. Die Jury begründet ihre Bewertung mit der Verbindung von Baberowskis Quellennähe und seiner klugen Kritik tradierter Deutungen. Er widerstehe der Versuchung, die Gewalt zu rationalisieren.

Warum einen ungewollten Staat erhalten?

In der Krimkrise rät Baberowski zu einem Verständnis für Putin und die Mehrheit der Russen. Er wirft dem Westen Europas und der USA vor, das sowjetische Imperium und die Rolle der Ukraine nicht verstanden zu haben. Für die Russen sei die Ukraine der mythische Geburtsort ihres Landes. Die Ukraine sei kein einheitlicher Nationalstaat, und die Krim habe immer eine Sonderrolle gespielt. Gegenüber dem Deutschlandradio Kultur wirft er die provokante Frage auf: "Warum kann die Krim nicht haben, was für die Südtiroler selbstverständlich ist? Wieso soll für alle Zeit ausgeschlossen sein, dass sich der östliche vom westlichen Teil der Ukraine trennt? Solches Recht haben auch Tschechen und Slowaken für sich in Anspruch genommen, und es ist kein Krieg daraus geworden."

Im Konflikt um die Ukraine verweist Jörg Baberowski auf die Autonomie der Südtiroler oder die Trennung von Tschechen und Slowaken. Dies seien Modelle in Westeuropa, die gewaltfrei erprobt wurden. Der Geschichtsprofessor sieht darin eine potentielle Lösung. Auch ein mögliches Auseinanderbrechen der Ukraine hält Baberowski nicht für tragisch, sofern gewalttätige Konflikte verhindert würden. "Der Souverän ist das Volk, und wenn die Mehrheit der Wähler im Osten nicht mehr Teil der Ukraine sein will, dann ist es eben so. Warum sollte man denn einen Staat erhalten, dessen Bürger ihn gar nicht wollen?", äußert er gegenüber der Deutschen Welle.

Die russische Sicht der Dinge

Nicht nur die Krim, sondern auch die Gebiete im Osten der Ukraine sollen sich abspalten dürfen, meint Baberowski. Der Westen habe in der ukrainischen Krise versagt, weil er die Geschichte der Ukraine nicht begreife. "Jetzt tut der Westen so, als könne man die Ukraine in die Nato aufnehmen - das ist naiv", postuliert er im Interview des Deutschlandradios. Die Westukrainer hätten mit Hitler kollaboriert, während die Ostukrainer als Soldaten in der Roten Armee kämpften. Die Geschichtserinnerung sei deshalb im Westen und im Osten grundsätzlich unterschiedlich. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe die Ukraine zu einer Nation werden müssen.

Die provokanten Thesen des Berliner Professors rufen viel Kritik hervor. Baberowski wird Blindheit gegenüber der Existenz einer selbständigen ukrainischen Geschichte vorgeworfen. Er vernachlässige, dass sich in der Ukraine nach über zwanzig Jahren staatlicher Unabhängigkeit eine demokratische Zivilgesellschaft gebildet habe, und übersehe die postsowjetische Generation, die sich nicht mehr in ethnischen, sondern in staatsbürgerlichen Kategorien definiere.

Sehen Sie am Montag, 28. April 2014, 23.10 Uhr ein Gespräch von Peter Voß mit Jörg Baberowski, in dem dieser den Historiker fragt: "Verstehen wir Russland?"

Vita

Jörg Baberowski ist Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität in Berlin. Der 1961 am Bodensee geborenen Historiker studierte Geschichte und Philosophie in Göttingen, erlernte selbstständig die russische Sprache und verfasste Studien über die politische Justiz im ausgehenden Zarenreiche und den Stalinismus im Kaukasus. 2012 erhielt er für sein Buch "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt" den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik".

Sunday, March 16, 2014

LEIPZIGER BUCHMESSE: Interview mit Stephan Wackwitz zur Lage in der Ukraine versus Georgien. (deutschlandfunk.de/leipziger-buchmesse)

Hören: Interview von "Andruck"-Redakteur Thilo Kößler mit Stephan Wackwitz

(deutschlandfunk.de/leipziger-buchmesse) Der östliche Rand Europas steht mit der Krise in der Ukraine aktuell im Blick der Öffentlichkeit. Vieles erinnert an den Umbruch in Georgien. Den dortigen Machtwechsel 2012 hat Stephan Wackwitz miterlebt. Er leitet das Goethe-Institut in Tiflis und hat nun ein Buch über diese Region geschrieben - über "Die vergessene Mitte der Welt".

Namentlich geht es um Georgien und seine Nachbarländer Armenien und Aserbaidschan. Länder zwischen Tradition und Moderne, noch immer auf der Suche nach der angemessenen Staatsform, im ständigen Wandel und unter Einfluss Europas wie auch Asiens.

Allerdings fühlten sich die Georgier Europa sehr viel näher, betonte Wackwitz im Interview mit "Andruck" auf der Leipziger Buchmesse. Und Deutschland werde als Brücke zur westlichen Welt wahrgenommen.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Wednesday, March 05, 2014

KRIM-KRISE: Georgischer Schriftsteller Lascha Bakradse im Interview mit Tatjana Montik: «Ein Imperialismus des 19. Jahrhunderts» (nzz.ch)

Georgien bekennt sich ohne Wenn und Aber zu den westlichen Werten der Aufklärung. Im Bild: Eine zerstörte Militarbasis in Gori (Aufnahme vom 16. September 2008). (Bild: Keystone / EPA / Zurab Kurtsikidze)

(nzz.ch) Für Georgier bietet die russische Usurpation der ukrainischen Krim in Bezug auf Machtanspruch und Vorgehen ein Déjà-vu. Tatjana Montik hat sich mit dem georgischen Schriftsteller Lascha Bakradse unterhalten.

Ihre Heimat Georgien möchte demnächst einen Assoziierungsvertrag mit der EU unterzeichnen. Was hat Georgien Europa zu bieten?

Wir könnten viele neue Farben nach Europa bringen, denn wir besitzen eine eigenständige alte Kultur, die am Schnittpunkt zwischen Europa und Asien liegt. Unsere Tänze, unser polyfoner Gesang und unser Alphabet, um nur ein paar Dinge zu erwähnen, sind einzigartig. Und wir sind eine Landbrücke zwischen Europa und Asien. Wirtschaftlich könnte Georgien für eine europäische unabhängige Energiepolitik von Bedeutung werden, denn man sieht in Europa langsam ein, dass die Energieabhängigkeit von Russland gefährlich ist.

Welche europäischen Wurzeln besitzt Georgien?

Zur Zeit der Argonauten war Westgeorgien, Kolchis genannt, ein Teil der damals im Westen bekannten Welt. Dazumal gab es noch keine Grenze zwischen Europa und Asien. Neben der geografischen Lage ist es heute entscheidend, zu welchen Werten sich ein Land bekennt. Und Georgien bekennt sich ohne Wenn und Aber zu den westlichen Werten der Aufklärung. Hinzu kommt der christliche Glaube, der eine der wichtigsten Komponenten unserer Identität darstellt. Die Georgier haben sich immer als Teil der Christenheit verstanden.

Viele Europäer wissen gar nicht, wo Georgien liegt. Wann ist das Land Europa verloren gegangen?

Spätestens dann, als die Russen sich hier breitgemacht haben. Im 18. Jahrhundert wollte Georgien über Russland Europa näherkommen. Die georgischen Könige hatten Georgien während der Mongolenzeit jahrhundertelang gegenüber den muslimischen Nachbarn als christliches Land verteidigt und suchten schliesslich Hilfe bei Russland. Doch Russland hat in der Folge alle Verträge mit Georgien gebrochen – etwa den Vertrag von Georgijewsk von 1783, gemäss dem Georgien sich der Oberhoheit und dem Schutz Russlands unterstellte, seine Krone jedoch behalten durfte. Später hat Russland Georgien annektiert. Wir wurden zwar nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 unabhängig, doch viele sehen uns noch immer als Teil Russlands. Man hat im Westen die Geschichte der russischen Grossmachtpolitik im Süden nicht ordentlich studiert. Und daher fällt es dem Durchschnittseuropäer schwer, zu verstehen, was derzeit in der Ukraine und auch in Georgen passiert.

Was unterscheidet Russland von Europa?

Russland hat die europäische Aufklärung und die europäischen demokratischen Revolutionen verpasst. Der Autoritarismus und der Klientelismus seiner Politik speisen sich nach wie vor aus asiatisch-mongolischer Tradition der Machtausübung. Gerade jetzt in der Ukraine sehen wir deutlich, wie es funktioniert: Wer nicht kuscht oder sich kaufen lässt, wird drakonisch bestraft. Das ist nicht die Politik des 21. Jahrhunderts, sondern des 19. Jahrhunderts – klassisches imperialistisches Denken.

Am Wochenende haben die Russen die Halbinsel Krim okkupiert nach einem Schema, das die Georgier von ihren Provinzen Abchasien und Südossetien kennen, die heute russische Protektorate sind. Zuerst stiftet man Unruhe und schürt «Gefahr» und lässt dann die russischstämmige Bevölkerung das Mutterland um Hilfe anrufen. Natürlich ist man dann schnell und gern da in der «Not».

Was über der Auseinandersetzung zwischen Ukrainer und Russen vergessen geht, ist, dass die Krimtataren die ursprüngliche Bevölkerung auf der Krim darstellen. Sie haben eine äusserst interessante Kultur und Geschichte, sind jedoch heute durch die russische Willkürherrschaft zu einer kleinen Minderheit geschrumpft. Die Krimtataren gehörten zu den Völkern, die Stalin während des Zweiten Weltkriegs wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen als Ganze nach Zentralasien umgesiedelt hat. Innerhalb weniger Tage wurden über 180 000 Menschen unter fürchterlichen Bedingungen per Zug verfrachtet, rund ein Drittel kam beim Transport ums Leben. Erst nach dem Zerfall der UdSSR durften sie zurückkehren.

Als Opfer russischer Gewaltgeschichte gelten die Krimtataren heute als proukrainisch.

Sie sind eine proukrainische, aber auch eine proeuropäische Kraft. Der Modernisierungswille der russischen Tataren (nicht zuletzt in Bezug auf den Islam) folgte europäischen Vorbildern, dasselbe war in Georgien der Fall. Ismail Gaspirali war für sie als Aufklärer eine ebenso wichtige Figur wie für uns Ilja Tschawtschawadse.

Wie sehen Sie die Perspektiven Georgiens?

Für uns geht es heute nicht mehr darum, ob wir nach Asien oder nach Europa gehören. Wir wollen nach Europa – alle Umfragen sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings müssen wir erkennen, wie effizient die russische Propaganda in Georgien arbeitet: Europa und der Westen werden verteufelt, wo immer es nur geht, und es gibt bei uns Leute, die auf diese Desinformation tatsächlich hereinfallen. Nach dem russischen moralischen Desaster auf der Krim wird diese Form der Aggression noch zunehmen. Wichtig ist, dass sich unsere Bevölkerung dagegen resistent zeigt.

Welche Möglichkeiten gibt es denn, den russischen Machtansprüchen wirksam entgegenzutreten?

Man sollte den Menschen die Wahrheit über Europa und den Westen noch eindringlicher und verständlicher erzählen. Europa unternimmt hier kaum etwas. Für viele Georgier ist es sehr schwer, ein Visum für europäische Länder zu bekommen. Wichtig ist auch Europas wirtschaftlicher Einfluss. Wir dürfen nicht das Gefühl bekommen, gegenüber Russland alleine gelassen werden.

Welche Rolle spielt denn die georgische orthodoxe Kirche?

Sie ist so etwas wie die fünfte Kolonne Russlands in Georgien. Der Idee der Einheit der orthodoxen Kirche verpflichtet, wirkt sie stark prorussisch, ob bewusst oder unbewusst.

Bald wird der russische Patriarch Kyrill nach Georgien reisen. Manche meinen, Georgien solle den Assoziierungsvertrag mit der EU unbedingt noch vor diesem Besuch unterzeichnen.

Ein Assoziierungsabkommen ist keine Garantie – man sollte davon nicht zu viel erwarten. Von europäischer Seite sollte noch deutlicher gesagt werden, dass uns dieser Vertrag die Türen öffnet. Es steht zu befürchten, dass die Russen auf uns einen ähnlichen Druck ausüben wie auf die Ukraine.

Nach dem Regierungswechsel im Herbst hat sich die neue georgische Führung wesentlich russlandfreundlicher gegeben. Hat das etwas genützt?

Ich glaube, unsere neue Regierung hat inzwischen eingesehen, dass die Politik der ausgestreckten Hand nicht viel Gutes bringt. Unser Premierminister Garibaschwili hat vor kurzem bei seiner Reise in die USA klare Worte gesprochen. Russland versteht die Politik der Sanftheit überhaupt nicht, weil es diese Sanftheit als Schwäche versteht. Zwanzig Prozent des georgischen Territoriums halten die Russen mittlerweile völkerrechtlich illegal besetzt. Jetzt ist die Krim an der Reihe. Wir selber haben im Georgien-Krieg geblutet, als wir versuchten, uns gegen diese Entwicklung zu stellen. Ich befürchte, dass es auch auf der Krim so weit kommen kann.

Interview: Tatjana Montik

Lascha Bakradse, geboren 1965 in Tiflis, ist Publizist, Historiker, Literaturwissenschafter, Journalist, Drehbuchautor und Schauspieler. Er studierte in Tiflis, Jena, Bern, Potsdam und Berlin. Derzeit unterrichtet Bakradse an den Universitäten von Tiflis und ist gleichzeitig Direktor des dortigen Giorgi-Leonidze-Literaturmuseums.

Wednesday, February 26, 2014

PODIUMSDISKUSSION: European Union and crisis to the East - mit George Soros, Joschka Fischer, Rebecca Harms

Datum: Donnerstag, 20. März 2014, 18.00 bis 20.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin

Sprache: Englisch ohne Übersetzung
Livestream auf www.boell.de/stream

Anmeldung erforderlich unter anmeldung.boell.de

Mit:
* George Soros, Gründer, Open Society Foundation
* Joschka Fischer, politischer Berater und Gründer von Joschka Fischer & Company, ehemaliger Außenminister
* Rebecca Harms MdEP, Die Grünen/EFA
* Gernot Erler MdB, Koordinator der Bundesregierung für Russland, Zentralasien und die Länder der östlichen Partnerschaft (angefragt)

Moderation: Ralf Fücks, Vorstand, Heinrich-Böll-Stiftung

Nach der Absetzung von Viktor Janukowitsch steht die Ukraine vor richtungsweisenden Entscheidungen. Neben den drängendsten politischen Fragen – der Bildung einer handlungsfähigen Übergangsregierung, der Erlangung neuer politischer Legitimität durch demokratische Wahlen und dem politischen Ausgleich zwischen dem Osten und dem Westen des Landes – wird die wirtschaftliche Wiederbelebung eine zentrale Herausforderung für jede neue Regierung sein. Aus Sicht von Experten benötigt das Land tiefgreifende strukturelle Reformen, die aber starken etablierten Interessen zuwider laufen könnten. Einmal mehr steht die Ukraine dabei auch zwischen den vermeintlichen Alternativen einer stärkeren Anbindung an Russland oder einer Annäherung an die EU.

Die Podiumsdiskussion „European Union and crisis to the East“ diskutiert die politische und wirtschaftliche Situation in der Ukraine und fragt nach den Implikationen für das Verhältnis der EU zu Russland: Welche Rolle werden die verschiedenen Interessengruppen bei der politischen Neuausrichtung des Landes spielen? Was bedeuten die jüngsten Entwicklungen für die wirtschaftliche Verflechtung zwischen Russland und der Ukraine? In welchem Maß und mit welchen Mitteln kann und sollte die EU die wirtschaftliche Modernisierung der Ukraine unterstützen? Welche politische Perspektive soll und kann die EU der Ukraine anbieten? Und schließlich: Wie lässt sich ein produktives Verhältnis zwischen der EU, der Ukraine und Russland beschreiben?

Information: Monika Steins, E-Mail steins@boell.de, T 030.28534-244

Saturday, December 01, 2012

POLITICAL VIEW: Georgia’s government takes a wrong turn. (washingtonpost.com)


(washingtonpost.com) THE LANDMARK victory of an opposition coalition in Georgia’s parliamentary elections Oct. 1, and the quick concession by the ruling party, was a rare triumph for democracy in post-Soviet Eurasia. It also raised a crucial question: Would this small nation on the Black Sea coast become a model of political pluralism in a region of strongmen, or would it follow the path of Ukraine, where the defeat of a liberal government led to the imprisonment of its leaders and a slide back toward Russian-style autocracy?
Unfortunately, it didn’t take long for the new regime, headed by billionaire Bidzina Ivanishvili, to provide a preliminary answer. Within weeks of taking office, the new government has brought criminal charges against more than 20 senior officials of the previous administration, including the former ministers of defense and interior and the armed forces chief of staff.

Friday, August 24, 2012

EXHIBITION: Dikarka’s “I am Georgia” in Chernigov, Ukraine. Photography by Dina Oganova (georgianphotographers.com)

(georgianphotographers.com) Dikarka’s “I am Georgia” will be exhibited at Chernigov Opening in Ukraine from 25th of August until 14th of September. 

Georgia is a small country. It is located on the border of Europe and Asia on the coast of Black sea. Formerly part of the Soviet Union, it borders Russia, Turkey, Azerbaijan And Armenia.

The population of the whole country is around 4 Million. one third of which  lives  in the capital city, Tbilisi ...

Georgia is my favourite topic to shoot . Not because I was born and brought up here, but because everything is special here – people, streets, architecture, traditions ...

I began this story in 2007 and I think It will never finish because Georgia is inexhaustible ...



To see the whole album click the picture below; 
more on her homepage: www.dikarka.ge



Wednesday, August 08, 2012

ANALYSE: Die Ukraine und Georgien. Ein Überblick über die Beziehungen in den letzten Jahren. Von Dr. Jenny Alwart (bpb.de)

Bundeszentrale für politische Bildung Logo(bpb.de) Die Beziehungen zwischen den Ukraine und Georgien werden
selten betrachtet, steht doch das Verhältnis der Ukraine zu den Nachbarn Russland und Polen im Vordergrund der Wahrnehmung. Die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch eingehende Bemühungen um konstruktive Beziehungen im postsowjetischen Raum der beiden Schwarzmeerstaaten.

Dr. Jenny Alwart

"Freundschaft" – "Druschba" – "Megobroba"

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko (r.) und Georgiens Präsident Michail Saakaschwili (l.) bei einem Treffen in Kiew.
Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko (r.) und Georgiens Präsident Michail Saakaschwili (l.) bei einem Treffen in Kiew. (© AP)
"Die Georgier sind unsere Freunde“, sagte der ehemalige ukrainische Präsident Wiktor Juschtschenko in einer Rede kurz nach dem Augustkrieg 2008 zwischen Russland und Georgien. Er sprach in Tbilisi dem "befreundeten georgischen Volk“ seinen Gruß aus, betonte die Bedeutung der territorialen Integrität des Landes und versicherte den "teuren georgischen Freunden“ seine Solidarität. Auf georgischer Seite wird diese Sicht auf das Verhältnis beider Staaten geteilt – so ist Micheil Saakaschwili von der "jahrhundertealten Freundschaft des ukrainischen und georgischen Volkes“ überzeugt. Doch nicht nur rhetorisch sind die ukrainisch-georgischen Beziehungen in den letzten Jahren immer wieder als freundschaftlich charakterisiert worden. Sie sind auch tatsächlich durch zahlreiche Bemühungen um Kooperation und Austausch gekennzeichnet, die – in Abhängigkeit von den jeweiligen Präsidenten – unterschiedlich aktiv gestaltet werden.

Vom Entstehen demokratischer Initiativen zu einem neuen Stillstand

Eine entscheidende Grundlage für den politischen Austausch der letzten Jahre waren die Entwicklungen direkt nach der Erlangung der Unabhängigkeit der Ukraine und Georgiens im Jahr 1991. Nachdem im Juli 1992 diplomatische Beziehungen zwischen den Ländern aufgenommen worden waren, wurde am 13. April 1993 der "Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe zwischen der Ukraine und der Republik Georgien“ von den Präsidenten Leonid Kutschma und Eduard Schewardnadse unterzeichnet. Erst zehn Jahre später, mit der Rosen-Revolution in Georgien (2003) und der Orangen Revolution in der Ukraine (2004), konnten die Verbindungen aber entscheidend gestärkt und vorangebracht werden. Das Streben nach Demokratie und Rechtsstaatlichkeit verband die beiden Länder nun in besonderem Maße. Gemeinsame Ziele der Außenpolitik waren die Integration in EU und NATO und eine Weiterentwicklung regionaler Kooperationen.

Die Intensivierung politischer Beziehungen und das Bekenntnis zu demokratischer Entwicklung war von zahlreichen Treffen der Staatsoberhäupter begleitet. Bereits kurz nach der Orangen Revolution, sogar noch vor Juschtschenkos Vereidigung zum neuen Präsidenten, fand am 5. Januar 2005 ein Treffen zwischen ihm und Saakaschwili in den Karpaten statt. Hier wurde die "Karpaten-Deklaration“ unterzeichnet, die die Hoffnung zum Ausdruck brachte, dass die "demokratische Welt“ beide Länder in ihrer weiteren Entwicklung unterstützen würde. "We are confident“, hieß es auf der Webseite von Präsident Saakaschwili, "that the Revolution[s] in Ukraine and Georgia represent the new wave of freedom in Europe, which will bring the ultimate victory of liberty and democracy throughout the European continent“.

Schon kurze Zeit später, am 25. März 2005, unterzeichneten Juschtschenko und Saakaschwili in Kiew die "Deklaration über die Entwicklung strategischer Zusammenarbeit zwischen Georgien und der Ukraine“. Hierin wurde bekräftigt, dass eine strategische Beziehung schon deshalb bestehe, weil beide Länder zu Europa und dem euro-atlantischen Raum gehörten, und es sei gemeinsames Ziel, Georgien und die Ukraine in die EU und die NATO zu bringen. Man müsse unter anderem bei der Demilitarisierung der Schwarzmeer-Region zusammenarbeiten und für eine Weiterentwicklung der GUAM (1997 gegründeter Zusammenschluss von Georgien, der Ukraine, Aserbaidschan und Moldova) sorgen. In Anknüpfung an die Karpaten-Deklaration wurde am 12. August 2005 die Bordschomi-Deklaration unterzeichnet. Sie enthält erneut das Bekenntnis zur Stärkung von Demokratie und Zivilgesellschaft und die Überzeugung, dass Georgien und die Ukraine Mitglieder der "Europäischen Familie“ seien, die europäischen Werte und Geschichte teilten. In der Deklaration wurde die Schaffung einer "Community of Democratic Choice“ angekündigt, die eine Gemeinschaft von Demokratien "in diesem Teil Europas“ darstellen sollte. Weitere Präsidenten aus Ländern an Ostsee, Schwarzem und Kaspischem Meer (Baltic-Black-Caspian Sea region), die "unsere Vision von einem neuen Europa teilen“, wurden zur Teilnahme aufgerufen. Die "Declaration of the Countries of the Community of Democratic Choice“ wurde schließlich am 2. Dezember 2005 von den Präsidenten der Ukraine, Georgiens, Litauens, Lettlands, Estlands, Rumäniens, Moldovas, Sloweniens und Mazedoniens in Kiew unterschrieben, wobei auch Beobachter aus den USA, von der EU und OSZE anwesend waren. Mit dem Amtsantritt von Wiktor Janukowytsch im Februar 2010 änderten sich die politischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Georgien: Die Initiativen zur Stärkung von Demokratie kamen weitgehend zum Stillstand. Von georgischer Seite hatte schon längere Zeit eine gewisse Skepsis gegenüber Wiktor Janukowytsch bestanden, weil jener sich während des Augustkriegs 2008 – Russland folgend – für eine Anerkennung der Unabhängigkeit Süd-Ossetiens und Abchasiens ausgesprochen hatte. Er nahm diese Forderung allerdings zurück, nachdem er zum Präsidenten gewählt worden war, was von georgischer Seite begrüßt wurde.

Festzuhalten ist, dass Janukowytsch während seiner mittlerweile zweijährigen Amtszeit Tbilisi keinen offiziellen Besuch abgestattet hat. Anstelle von Präsidententreffen, wie sie in der Amtszeit Juschtschenkos stattgefunden hatten, finden Begegnungen nun auf Ebene der Minister statt. So war der georgische Außenminister Grigol Waschadse im Juni 2010 in Kiew, und im Juli 2011 besuchte der ukrainische Außenminister Kostjantyn Hryschtschenko Georgien. Die Stellvertretenden Ministerpräsidenten Serhij Tihipko und Giorgi Baramidse statteten einander mehrfach Besuche ab und nahmen an Sitzungen der Zwischenstaatlichen Wirtschaftskommission der Ukraine und Georgiens teil, woraus deutlich wird, dass die Interessen sich in jüngster Vergangenheit auf die Wirtschaft konzentrieren. Die Visumspflicht zwischen beiden Ländern bleibt weiterhin aufgehoben.

Georgischer "Wein der Freiheit“ in der Ukraine. Die Wirtschaftsbeziehungen

Am 5. Oktober 2010 wurde das Protokoll über Veränderungen in der "Übereinkunft zwischen der Regierung der Republik Georgien und der Regierung der Ukraine über den Freihandel“ vom 9. Januar 1995 ratifiziert. Dieses Protokoll war von den Regierungen Georgiens und der Ukraine am 17. Juni 2009 unterzeichnet worden und soll der Belebung der wirtschaftlichen Beziehungen dienen. Die Ukraine ist nach der Türkei und Aserbaidschan drittgrößter Handelspartner Georgiens. Die Ukraine exportiert Tabak, Sonnenblumenöl, Getreide, Milchprodukte, Stahlprodukte und elektronisches Zubehör nach Georgien. Der Export betrug im Jahr 2000 ca. 35 Mio. US-Dollar, im Jahr 2011 stieg er auf 706 Mio. US-Dollar (siehe Grafik 1). Im Jahr 2008 hatte er schon einmal fast 658 Mio. US-Dollar betragen, war dann aber eingebrochen. Der Import in die Ukraine aus Georgien besteht hauptsächlich aus Obst, Gemüse, Medikamenten, Wein, anderen alkoholischen Getränken, Mineralwasser, Erdöl und Produkten aus Stahllegierung. In den Jahren 2000 bis 2011 wuchs der Import von ca. 11 Mio. auf ca. 141 Mio. US-Dollar (siehe Grafik 1), mit Einbrüchen in den Jahren 2004 und 2009.

Der Transport von Gütern zwischen der Ukraine und Georgien wird hauptsächlich über das Schwarze Meer abgewickelt. Im Jahr 1998 wurde die Strecke Illitschiwsk/Odessa-Batumi, 1999 Illitschiwsk-Poti eröffnet. Diese Verbindungen werden von UkrFerry betrieben; laut Website des Unternehmens bestehen sie bereits seit Dezember 1996 im Rahmen von TRACECA (Transport Corridor Europe – Caucasus – Asia), auch "Neue Seidenstraße“ genannt. Besondere Bedeutung hatte der Schiffsverkehr direkt nach dem Augustkrieg, als der Landweg, der über Russland führt, nicht mehr genutzt werden konnte, weil der Grenzübergang Kasbegi/Oberer Lars geschlossen war.

Eine wichtige wirtschaftliche Unterstützung Georgiens durch die Ukraine war die Erhöhung des Imports von georgischem Wein und Bordschomi-Mineralwasser, nachdem Russland die Einfuhr beider Produkte Ende März 2006 wegen angeblicher Qualitätsmängel verboten hatte und damit ein zentraler Absatzmarkt für Georgien weggebrochen war. Die Ukraine wurde zu einem der Hauptabnehmer georgischen Weins. 2010 gingen 46 Prozent des georgischen Wein-Exports in die Ukraine. Wein aus Georgien wird seitdem in der Ukraine aktiv beworben. 2006 wurde beispielsweise eine Wirtschafts- und Handelsabteilung an der Botschaft Georgiens in der Ukraine eingerichtet, die unter anderem für die "Popularisierung“ georgischen Weins zuständig war. Während eines Treffens der GUAM in Kiew im selben Jahr wurde mit großen Werbeplakaten für den Konsum georgischen Weins geworben. Auf ihnen war ein Glas zu sehen, in das Rotwein eingegossen wird, und die Aufrufe lauteten: "Probier den Wein der Freiheit“ und "In ihm ist mehr Freiheit, als erlaubt ist!“ (siehe Abbildung 1). Die Werbeslogans spielten mit zwei Stereotypen: zum einen mit der Vorstellung von Georgien als dem Land der unbesiegbaren Freiheit und zum anderen mit dem Bild vom Volk des Weins und der Lebensfreude.

Relativ undurchsichtig ist das Thema Waffenhandel. Medienberichten zufolge war Georgien neben Kenia im Jahr 2008 – dem Jahr des Augustkriegs – der wichtigste Käufer ukrainischer Waffen. Nach dem Krieg machte Russland die Ukraine für Unregelmäßigkeiten im Waffenhandel mit Georgien verantwortlich, die bereits im Jahr 2007 erfolgt sein sollen. Daraufhin wurde vom Parlament am 2. September 2008 eine "Temporäre Untersuchungskommission zur Aufklärung der Umstände und Feststellung der Fakten zu den Lieferungen ukrainischer Kriegstechnik nach Georgien mit einer Verletzung der ukrainischen Gesetzgebung und von Normen des internationalen Rechts“ eingerichtet. Die Kommission stellte fest, dass die Waffenlieferungen von der Ukraine nach Georgien zwar gesetzmäßig und entsprechend den internationalen Abmachungen verlaufen seien. Allerdings sei die instabile Situation jener Zeit in Georgien nicht genügend berücksichtigt worden, und Waffenlieferungen im Vorfeld des Augustkriegs seien auf eine der Situation unangemessene Weise erfolgt. Die Ukraine habe damit nicht nur die Chance auf eine Vermittlerrolle vertan, sondern sei durch ihr unvorsichtiges Verhalten selbst beinahe in den Konflikt hineingezogen worden.

Nach dem Augustkrieg hieß es Moskau gegenüber, man habe den Waffenhandel eingestellt. So sagte Julija Tymoschenko im April 2009, die Ukraine würde keine Waffen mehr nach Georgien liefern. Die Frage der militärischen Zusammenarbeit wurde Anfang Februar 2012 erneut zum Thema, als der georgische Stellvertretende Ministerpräsident und Staatsminister für Fragen der europäischen und euroatlantischen Integration Georgi Baramidse der Zeitung Dserkalo tyschnja gegenüber äußerte, dass es – auch unter Janukowytsch – "kein Problem“ im Waffenhandel zwischen beiden Ländern gebe. Das staatliche Unternehmen Ukrspezeksport dementierte die Meldung umgehend – seit fast zwei Jahren seien keine Lieferungen von Kriegstechnik mehr nach Georgien erfolgt.

Kultur als Bühne für Freundschaftsbekundungen

Der kulturelle Austausch zwischen der Ukraine und Georgien wird, wenn er staatlich gefördert wird, von der politischen Elite dazu genutzt, um die Freundschaftlichkeit der Beziehungen zu betonen. So werden zum Beispiel Tage der ukrainischen Kultur in Georgien oder der georgischen Kultur in der Ukraine ausgerichtet. 2005 wurde sogar das "Jahr Georgiens in der Ukraine“ veranstaltet, das vom Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Ukraine und vom Minister für Kultur, Denkmalschutz und Sport Georgiens koordiniert wurde. Im April–Mai 2010 fand im Nationalmuseum Georgiens in Tbilisi die Ausstellung "Art Voyage“ statt, in der ukrainische Kunst von den 1950er Jahren bis heute gezeigt wurde. Aus Anlass des zwanzigjährigen Bestehens der Kulturbeziehungen seit der Unabhängigkeit fanden im Mai–Juni 2011 georgische Filmtage in mehreren Städten der Ukraine statt, die von der georgischen Botschaft in der Ukraine unterstützt wurden. Zum zwanzigsten Jahrestag der Unabhängigkeit Georgiens wurden in Kiew Ausstellungen gezeigt und Lesungen sowie Vorträge gehalten; die Veranstaltungen wurden unter dem Titel "Ukraine – Georgien: Zwei Herzen, eine Seele“ durchgeführt. Wichtige symbolische Momente waren die gemeinsamen Einweihungen von Denkmälern durch Juschtschenko und Saakaschwili. Dies betrifft unter anderem das Denkmal für den ukrainischen Dichter Taras Schewtschenko in Tbilisi im März 2007 (Abbildung 2), und das Denkmal für Schota Rustaweli im Juni 2007 in Kiew (Abbildungen 3 und 4). Gemeinsam legten Juschtschenko und Saakaschwili auch den Grundstein für das Freiheits-Denkmal in Tbilisi. Mit Unterstützung Juschtschenkos und Saakaschwilis wurde im März 2007 das „Institut für Ukrainistik“ an der Staatlichen Iwane Dschawachischwili-Universität in Tbilisi gegründet. An der Kiewer Nationalen Taras Schewtschenko-Universität wurde entsprechend ein Lehrstuhl für Kartwelologie geplant. Auf der größten Buchmesse in der Ukraine, dem jährlich stattfindenden „Verlagsforum“ in Lwiw, treten regelmäßig Schriftsteller aus Georgien auf. Literatur aus der Ukraine wiederum wurde auf der Ersten Schwarzmeer-Buchmesse ausgestellt, die vom 27. bis 30. Juni 2008 in Tbilisi stattfand. Sieht man einmal vom politisch unterstützten beziehungsweise dominierten Bereich der kulturellen Begegnung ab und stellt die Frage, wie die Bevölkerungen selbst das Verhältnis zwischen der Ukraine und Georgien einschätzen, kann das Abstimmungsverhalten beim Eurovision Song Contest als Indiz dienen. Die Ukraine nimmt an diesem 1956 gegründeten, jährlich stattfindenden Wettbewerb, dem größten für Popmusik weltweit mit mittlerweile 100 Mio. Fernsehzuschauern, seit 2003 teil, Georgien seit 2008. Im vergangenen Jahr stimmten die Bevölkerungen so positiv wie noch nie zuvor füreinander: Aus der Ukraine wurde für die georgische Band mit der zweithöchsten Punktzahl gestimmt, Georgien gab der Ukraine sogar die höchste Punktzahl.

Fazit

Die Ukraine galt für die politische Elite Georgiens insbesondere nach Rosen- und Oranger Revolution als „Leader der Region“ in den Annäherungsbestrebungen an die EU. Wenn man den Worten des georgischen Stellvertretenden Ministerpräsidenten und Staatsministers für Fragen der europäischen und euroatlantischen Integration Georgi Baramidse glauben will, die er unlängst der ukrainischen Zeitung Dserkalo tyschnja gegenüber äußerte, bleibt dies auch weiterhin so. Georgien wiederum gilt in der Ukraine als Vorbild im postsowjetischen Raum für die erfolgreiche Bekämpfung von Korruption und erfolgreiche Umsetzung von Reformen. Die zahlreichen Bemühungen um Kooperation zwischen der Ukraine und Georgien sind von verbalen Bekräftigungen über die Freundschaft begleitet. Mitunter liegen rhetorische Geste und tatsächliche Kooperation jedoch recht weit auseinander. So sagte Saakaschwili im Oktober 2011: „Nie war das Verhältnis zwischen unseren Völkern besser als jetzt.“ Und Janukowytsch verlieh in einem Grußwort zum Unabhängigkeitstag Georgiens im Jahr 2010 seiner Überzeugung Ausdruck, dass sich die „traditionell warmen und freundschaftlichen ukrainisch-georgischen Beziehungen auch weiterhin vertiefen und zum Wohl der Völker der Ukraine und Georgiens entwickeln werden“. Tatsächlich aber finden Treffen derzeit nicht zwischen den Präsidenten, sondern auf der Ebene der Minister statt. Eine ähnlich enge Beziehung, wie jene zwischen Saakaschwili und Juschtschenko, die sogar noch eine symbolische familiäre Dimension bekam, als Juschtschenko Taufpate eines Saakaschwili-Sohnes wurde, besteht im Moment nicht. Die Freundschaftsbekundungen, die unabhängig von der Intensität der Beziehungen in den letzten Jahren gleichermaßen von Juschtschenko, Janukowytsch und Saakaschwili zu hören waren, sind als Rückgriff auf den sowjetischen Freundschafts-Topos und die Rede von den „Brudervölkern“ der Sowjetunion zu verstehen. Auch 20 Jahre nach der Erlangung der Unabhängigkeit und eingehenden Bemühungen, die sowjetische Vergangenheit abzulegen, funktioniert dieser Bezug weiterhin, um den Willen zur Zusammenarbeit in der Region zu bekräftigen.

Lesetipps

Kuzio, Taras: Strident, Ambiguous and Duplicitous. Ukraine and the 2008 Russia-Georgia War, in: Demokratizatsiya, 2009 (Vol. 17), No. 4, pp. 350–372.
Chronika 2000, Nr. 43/2001, Nr. 44/2001 und Nr. 47–48/2002 (Themenhefte Ukraine-Georgien. Erscheinungsort der Zeitschrift: Kiew).

Zur Person

Dr. Jenny Alwart ist Lehrbeauftragte am Global and European Studies Institute (GESI) und Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Zuletzt ist von ihr erschienen: Mit Taras Ševčenko Staat machen. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik in der Ukraine vor und nach 1991. Böhlau-Verlag Köln, Weimar, Wien 2012 (Visuelle Geschichtskultur 8).

Thursday, July 05, 2012

AWARD: Rena Effendi on the shortlist for the global award in photography and sustainability (prixpictet.com)

(prixpictet.com) Rena Effendi +++ Still Life in the Zone


Gas masks scattered on the floor of a school lobby in the abandoned city of Prypiat. As a result of the nuclear accident and the subsequent...<br><a href='/portfolios/power-shortlist/rena-effendi/rena-effendi-still-life-004/'>More information</a>Twenty-six years after the disaster, the effects of the Chernobyl nuclear accident are both visible like scars and invisible like air. While access to the area surrounding Reactor #4 is restricted with barbed wire and police checkpoints, more than 200 people – mostly elderly women – inhabit the 30 km area around it, now called the Zone of Alienation. These women survived the famine of Stalin’s blockade, Nazi occupation in WWII, and only days after the worst nuclear accident in the world’s history chose to return home. “A pigeon flies close to its nest! Those who left are dying of sadness…” – explains Maria Vitosh, one of the survivors.

Birch tree growing through the floor of an abandoned GYM in the ghost town of Pripyat. Following the radioactive fallout after the nuclear accident...<br><a href='/portfolios/power-shortlist/rena-effendi/rena-effendi-still-life-010/'>More information</a>Focusing on still life images – victuals, household items, relics of the disaster – I use the prism of Nature Morte to portray both the long-term effects of this nuclear catastrophe, and the power and persistence of the human spirit in the face of devastation. I am also fascinated by the earth’s ability to teem with life, not long after annihilation. The death-infused lives of the Chernobyl women, as seen through objects from their daily life, personify the promise and paradox of power – in reference to the dangers of nuclear energy and the awesome human will to survive. The story of Chernobyl turns Nietzsche’s dictum on its head – that which makes us stronger can also kill us.

+++

Rena Effendi grew up in the USSR – witnessing her country’s rough path to independence, one marred by war, political instability and economic collapse. Educated as a linguist, she took her first photographs in 2001 after attending private painting classes. Ever since, she has photographed issues of conflict, social justice, and the oil industry’s effects on people and the environment.

From 2002-2008, she followed a 1,700 km pipeline through Azerbaijan, Georgia and Turkey documenting the impact this multi-billion dollar project had on the impoverished farmers, fishermen and other citizens. Close to a hundred million dollars worth of oil is pumped daily to the West, however the people above ground live in desolation and despair in the shadow of false promises by governments and corporations to improve their lives. This six year journey became her first book – Pipe Dreams: A Chronicle of Lives Along the Pipeline, published by Schilt in 2009. The project received numerous awards including: the Getty Images Editorial grant, the Fifty Crows International Fund Award and the Magnum Foundation Caucasus Photographer Award. Pipe Dreams was exhibited at the 52nd Venice Biennial, the 2009 Istanbul Biennial and the Breda Museum of Art in the Netherlands amongst others.

Sine 2007 she has covered a wide range of stories in the post-Soviet region together with Turkey and Iran, including the 2008 Russia – Georgia conflict, female victims of heroin and sex trafficking in Kyrgyzstan and survivors of the Chernobyl nuclear disaster. In 2008, Rena received the National Geographic ‘All Roads’ photography award for her portrayal of the disappearing culture of the Khinaliq village in the mountains of Azerbaijan. This work was exhibited in Washington DC and at the United Nations offices in New York.

In 2011, Rena Effendi received the Prince Claus Fund Award for Cultural Development, and moved to Cairo where she currently focuses on issues surrounding the Egyptian Christian minority in the post-revolution era; for this project, she received a grant from the Magnum Foundation Emergency Fund.


The shortlist for the Prix Pictet, the award devoted to photography and sustainability, features an array of talent on the theme of 'power'. UK photographer Edmund Clark explores Guantánamo Bay, Robert Adams takes a stark look at deforestation in the US north-west, and Azerbaijan artist Rena Effendi finds the elderly people still living in Chernobyl's 'zone of alienation'. Here is a selection of the images in the running

Rena Effendi, from the series Still Life in the Zone (Gas Masks Scattered on the Floor of a School Lobby in the Abandoned City of Prypiats. As a Result of the Nuclear Accident and the Subsequent Radioactive Fallout the Entire Population of Prypiats Had Been Evacuated and Never Returned Home, Chernobyl, Ukraine, December 2010)

Friday, April 01, 2011

BIKING: Agata and Andy explore the world - Blog about the Travel through the Southcaucasus (agatandy.wordpress.com)

Hallo liebe Radlerfreunde! Wie sieht das eigentlich aus, wenn man den soo oft durchgekauten Spruch "Der Weg ist das Ziel" mal wörtlich nimmt?Wenn man genau aus diesem Grund die kleinenund kleinsten Wege durch Osteuropa wählt,wenn man sich von den Menschen einladen lässt,sich bei Tee, Wein oder Wodka ihre Geschichten anhört?Unsere Reise ist leider schon vor 4 Monaten zu Ende gegangen.Aber wenn ihr wollt, laden wir euch dazu ein,euch auf unserem Blog umzuschauen, viel über Land und Leute zu lernenoder sich über unsere - im Verhältnis - doch eher abenteuerliche Ausrüstung zu informieren. Es wünschen euch viel Spaß beim Stöbern-Andy und Agata: www.agatandy.wordpress.com


Route/Slideshows: The Trip +++ 1-Bike Tests +++ 2-Dresden Wroclaw +++ 3-Wroclaw Zilina +++ 4-Zilina Poprad +++ 5-Poprad Ustrzynki Dolny +++ 6-Ustrzyki Dolne Kamieniec Podolski +++ 6a Lwow/Lviv/Lemberg +++ 7-Kamienec Podolsky Odessa +++ 8-Odessa Jevpatoria +++ 9-Jevpatoria Simferopol +++ 10-Simferopol Tbilisi +++ 11-Tbilisi Signagi +++ 12-Signagi Baku +++ 13-Baku Istanbul +++ 14-Istanbul Dresden

Friday, August 06, 2010

CALL: Black Sea Link Fellowships Program for the academic year of 2011-12 (nec.ro/)

The Black Sea Link Fellowship Program, sponsored by the VolkswagenStiftung (Hannover, Germany), targets talented young researchers from Moldova, Ukraine, Georgia, Armenia and Azerbaijan, as well as from other countries around the Black Sea. The grants allow fellows to work on projects of their choice while in residence in Bucharest, Romania, at the New Europe College (NEC). NEC welcomes a wide variety of disciplines in the fields of the humanities and social sciences.

Conditions: Applicants must be doctoral students, or hold a Ph.D. title. Preference will be given to candidates below the age of 40.

Duration of the Fellowship: one term (5 months), from October 1, 2011 to February 29, 2012, or from March 1 to July 31, 2012; or a full academic year (10 months) from October 1, 2011 to July 31, 2012.

Location: New Europe College-Institute for Advanced Study in Bucharest.

The Fellowship consists of: a monthly stipend of 650 € (tax free), accommodation, international transportation to and from the home country of the Fellows at the beginning and the end of the Fellowship. Fellows are offered a one-month research trip abroad to an institution of their choice (2 600 € for transportation, accommodation, and per diem). In addition, fellows can order literature for up to 500 €, to be used for their research during the Fellowship, and included, at its end, in the library of their home institution.

Working languages: English, French, and German. A good command of English is desirable.

The deadline for sending the completed application is November 15, 2010.

The evaluation procedure includes several stages, among which an interview with the international Academic Board of the NEC, scheduled for April 8-10, 2011. Applicants selected for the interview will be notified in the first half of March 2011.

The application form and additional information on the Program and on New Europe College can be downloaded from
www.nec.ro or requested by e-mail from applications@nec.ro (please include in the Subject entry of the message the following: “Black Sea Link Fellowships”).

New Europe College
Phone: (+4) 021 307 9910,
Fax: (+4) 021 327 0774

Email: nec@nec.ro
Mailing address:
str. Plantelor 21
023971 Bucharest, Romania

Thursday, June 24, 2010

DISKUSSION: 11. Außenpolitische Jahrestagung 2010: "Europas Osten", 7./8.10.10 (boell.de)

Europas Osten
Impulse für die Politik der EU gegenüber ihren östlichen Nachbarn

Datum: Donnerstag, 7. und Freitag, 8. Oktober 2010

Ort: Beletage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin-Mitte

Die Interessen der Europäischen Union an ihren östlichen Grenzen sind vielfältig.Russland ist der wichtigste Gaslieferant der EU, Länder wie Belarus, Ukraine und Georgien liegen entlang wichtiger Transitrouten. Außerdem sind mit derEU-Osterweiterung die Sicherheitsprobleme der östlichen Nachbarstaaten zuEU-Sicherheitsproblemen geworden.

Erhebliche Stabilitätsrisiken an den EU-Außengrenzen Alle Länder dieser Region sind nach dem Zerfall der Sowjetunion in tiefe Transformationskrisen geraten. In den meisten haben sich autoritäre Formenvon Herrschaft verfestigt. Chronische Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftliche Monopolstrukturen und massive Korruption bedeuten aber langfristig erhebliche Stabilitätsrisiken an den Außengrenzen der EU. Es liegt daher in ihrem eigenenInteresse, den Gesellschaften in Osteuropa beim Aufbau demokratisch und rechtsstaatlich verfasster Gemeinwesen zu helfen.


Bisher kann von einer kohärenten, an gemeinsamen europäischen Interessen ausgerichteten und mit klaren Botschaften operierenden Politik gegenüber Russland und den Ländern der "Eastern Partnership" keine Rede sein. Die unterschiedlichen Haltungen bei alten und neuen EU-Mitgliedern müssen respektiert und in einem offenen Konsultationsprozess möglichst ausgeglichenwerden, um zu einer gemeinsamen Politik gegenüber dem Osten Europas zugelangen. Wir sehen darin eine europapolitische Kernaufgabe der nächsten Jahre.

Welche konstruktive Rolle sollte die EU im Osten Europas verfolgen? Mit der außenpolitischen Jahrestagung 2010 will die Heinrich-Böll-Stiftung Impulsegeben für eine gesamteuropäische und transatlantische Debatte darüber, welche konstruktive Politik die EU im Osten Europas verfolgen sollte, um jenseits geopolitischer Nullsummen-Spiele Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und nachhaltige Entwicklung zu befördern.

Wir möchten mit Ihnen über folgende Fragen diskutieren:


* Wie sollte Europa im Jahr 2025 aussehen?
* Wie könnte sich ein EU-Russland-Verhältnis gestalten, das von Kooperationgeprägt ist, ohne von exklusiven „Einflusszonen“ auszugehen?
* Welches Sicherheitssystem benötigt Europa im 21. Jahrhundert, um eineeine europäische Spaltung zu verhindern?
* Welche Lehren können aus dem Georgien-Krieg für ähnliche Konfliktpotentiale in der östlichen Nachbarschaft gezogen werden?
* Welche Perspektiven einer nachhaltigen Energiesicherheit gibt es für Europa?
* Lässt sich die demokratische Transformation im Osten Europas nur mit einer EU-Beitrittsperspektive konsolidieren?

Projektleitung und Information:

Marc Berthold,
Referent Außen- und Sicherheitspolitik, berthold@boell.de

Melanie Sorge,
Politische Beraterin/ Projektmanagerin, melanie@boellstiftung.org

Anmeldung unter:
www.boell.de

Thursday, May 06, 2010

EXHIBITION: Stations Paris - Kiev - Tbilissi





L’Ambassade d’Ukraine & l’Ambassade de Géorgie en France
ont le plaisir de vous inviter au vernissage
de l’exposition


Stations Paris - Kiev - Tbilissi
Lieu, Temps, Evènement
le jeudi 20 mai 2010 à 19h


Cocktail

Espace Culturel
de l’Ambassade d’Ukraine
22, avenue de Messine
Paris 75008


Plus d’infos sur : www.mfa.gov.ua/france - www.france.mfa.gov.ge
www.mari.kiev.ua - www.caravansarai.org - www.artisterium.org - www.art.gov.ge

Stations Paris - Kiev - Tbilissi
Lieu, Temps, Evènement
Exposition du 07 mai au 01 juin 2010


Espace Culturel de l’Ambassade d’Ukraine
Du lundi au vendredi
De 9h30 à 13h et de 14h30 à 19h

22, avenue de Messine, Paris 75008
Métro Miromesnil, ligne 9
www.mfa.gov.ua
Renseignements 01 43 59 03 5

Stations Paris - Kiev - Tbilissi / Lieu, Temps, Evènement
Les organisateurs présentent des photographies & des vidéos d’artistes français, ukrainiens & géorgiens. La thématique de l’exposition est « Lieu, Temps, Evènement ».


Artistes : Zura Arabidze, Jacques Crenn, Igor Gaidai, Shalva Khakhanashvili, Chrystyna
Kushch-Katrakis, Luca Lazar, Belka Meskhishvili, Yuri Mechitov, Uwe Ommer,
Edouard de Pazzi, Anton Solomoukha, Viktor Sydorenko, Pierre Terrasson,
Arthur Thévenart, Oleg Timchenko, Thierry Valencin & Iliko Zautashvili.

Evènement : Le vendredi 28 mai 2010 à 17h des rencontres professionnelles seront organisées avec les participants, accompagnées de projections & suivies de débats. La styliste Lolita Meski présentera sa collection de mode 2010/11 et son équipe de création.


Organisation : Caravansarai Echanges Artistiques, AS EditProd, Centre de Coordination Globale Culture & Art – CGCCA & l’Association Artisterium
Contact : shalvak@free.fr
+33 6 16 71 28 26

Commissaires : Shalva Khakhanashvili, Anton Solomoukha & Magda Guruli

Coordination : Elena Cahn


Itinéraire de projet :
- Centre Culturel d’Ukraine, du 07 mai au 01 juin 2010, Paris
- La Grande Galerie de l’Institut d’Art Moderne d’Ukraine, Septembre 2010, Kiev
- Artisterium III Festival, du 02 au 10 Octobre 2010, Tbilissi


Avec le soutien de :
l’Ambassade de Géorgie en France, l’Ambassade d’Ukraine en France,
Le Centre Culturel Français de Géorgie, l’Institut d’Art Moderne de l’Académie des Beaux Arts d’Ukraine, Lolita Meski Paris & la Galerie Taïss

Zura Arabidze, Зура Арабiдзе, zura arabiZe
Stop Agression, 3 photos sur toile , 120x120cm, 2009

Jacques Crenn, Жак Кренн, Jak kreni
www.jacquescrenn.com Roms à Massy, 50x50cm, 2009

Igor Gaidai, Iгор Гайдай, igor gaidai
www.photogaidai.org l’Usine Titan, 180x60cm, 2000

Shalva Khakhanashvili, Шалва Хаханашвiлi,
Salva xaxanaSvili
www.shalvak.com Camp de réfugiés, Géorgie, 2008

Chrystyna Kushch-katrakis, Христина Кущ-Катракiс,
qristina kuSC-katrakis
www. chrystynakatrakis.com Family Tree II, 2010

Luca Lazar, Лука Лазар, luka lasareiSvili
www.lucalazar.com Repeating History 60x60cm, 2008

Belka Meskhishvili, Велка Месхшвiлi,
belka mesxiSvili
www.belka-art.com Stalinland, 100x130cm, 2007

Yuri Mechitov, Юрiй Мечiтов, iuri meCiTovi
www.mechitov.net
Portrait de Serguei Paradjanov, Tbilissi 4 août 1986, 50x65cm

Uwe Ommer, Уве Оммер, uve omeri
www.uweommer.eu 1000 Familles, 2000

Anton Solomoukha, Антон Соломуха, anton solomuxa
www.antonsolomoukha.com Les Tricheurs, 90x95cm, 2007

Victor Sydorenko, Вiктор Сидоренко, viqtor sidorenko
www.sydorenko.kiev.ua
Projet multimédia, Authentification, photo 160x137cm 2006

Pierre Terrasson, Пьер Террассон, pier terasoni
www.photo-terrasson.com Serge Gainsbourg, 50x60cm

Oleg Timchenko, Олег Тимченко, oleg timCenko
Série de photos Bucephalus 50x65cm & 30x30cm

Thierry Valencin, Тьеррi Валенсан, tieri valensani
www.thierryvalencin.com Paris 50x60cm, 1993

Iliko Zautashvili, Iлiкo Заутaшвiлi, iliko zautaSvili
www.artisterium.org Room #708 Busan, 2009 40x50cm

Edouard de Pazzi & Arthur Thévenart, Едуард де Паццi
& Артюр Тевенар, eduard de paci & artur tevenari
www.photosgraphies.com

Roustavi, Aires Post-Industrielles, Géorgie 2007 (vidéo)