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Monday, September 23, 2013

DOK-FILM: Armin T. Wegner-Lyriker, Reiseschriftsteller, "Gerechter der Völker". Ein unbeugsamer Geist.

Dokumentarfilmvorführung und Diskussionsabend in Bochum

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Freundeskreis der Bücherei Querenburg e.V., die Armin T. Wegner Gesellschaft e.V. und der Armenisch-Akademische Verein 1860 e.V. laden Sie zu einer Dokumentarfilmvorführung "Armin T. Wegner. Der Fotograf des Genozids" ein.

Aus diesem Anlass wird der Filmregisseur, Drehbuchbuchautor und Produzent TIGRAN KHZMALYAN aus Jerevan nach Bochum kommen und nach der Vorführung für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen.

Mittwoch, 25. September 2013, 19:00 Uhr,

Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, Wittener Straße 47, 44789 Bochum

Einleitung: Ulrich Klan, Vorsitzender der Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.

Der deutsche expressionistische Dichter, Schriftsteller und Sanitätsoffizier Armin T. Wegner wurde 1915/16 Zeuge des Völkermordes an den Armeniern im Osmanischen Reich. Trotz des von den türkischen Behörden verhängten Fotografie-Verbots gelang es ihm Aufnahmen zu machen, die das Verbrechen dokumentieren. In seinen Schriften hat Armin T. Wegner die Vernichtung des armenischen Volkes mehrfach geschildert.

Der Film wurde englisch, französisch, spanisch, polnisch, türkisch, persisch und russisch synchronisiert und 2012 bzw. 2013 in den USA, Niederlande, Frankreich, Spanien, Iran und in vielen anderen Ländern vorgeführt.

Die deutsche Fassung dieses Dokumentarfilms wurde durch die "Assembly of Armenians of Europe", Sektion Deutschland, synchronisiert und Ende April 2012 zum ersten Mal in Köln und in Frankfurt am Main gezeigt.

Eintritt frei

Für weitere organisatorische Fragen:

Dr. Elmar Linnemann eelinnemann@t-online.de 
Ulrich Klan 0202-4936507 
Azat Ordukhanyan Tel: 0175-9631556

Die Veranstaltung in Bochum wird von "Assembly of Armenians of Europe", Sektion Deutschland, unterstützt.

Mit freundlichen Grüßen

Freundeskreis der Bücherei Querenburg e.V.
Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.
Armenisch-Akademischer Verein 1860 e.V.

Sunday, May 13, 2012

AUSSTELLUNG: Armin T. Wegner. Der vergessene Völkermord. Fotografien 1915/16


Etwas Geduld bitte, das Bild wird noch geladen.Der Wuppertaler Armin T. Wegner (*1887, Elberfeld, †1978, im Exil in Rom) – Schriftsteller, Essayist, Reisender und kritischer Beobachter seiner Zeit – zählt zu den weithin vergessenen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Wegner avancierte in den zwanziger Jahren mit seinen Reiseberichten „Fünf Finger über Dir“ (1930) und „Am Kreuzweg der Welten“ (1930) zum Bestsellerautor. Die Texte des vom Orient faszinierten Schriftstellers erzählen von seinen ausgedehnten und abenteuerlichen Reisen, die er zusammen mit seiner Frau, der jüdischen Dichterin Lola Landau, unternahm.

Der lebenshungrige und abenteuerlustige Dichter vergaß jedoch nie, auch hinter die Kulissen der Zeitgeschehnisse zu blicken. So wurde er 1915 - als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad - Zeuge von der Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft und die entstandenen Bilder unter seiner Bauchbinde nach Deutschland.

Der umfangreiche Nachlass des Dichters und leidenschaftlichen Fotografen liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Neben Briefen, Tagebüchern, Arbeitsmaterialien und einigen Romanfragmenten finden sich darin auch etwa 6700 Fotografien.

In der Gedenkstätte Steinwache werden jene Aufnahmen gezeigt, die Wegner mit seiner Plattenkamera von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte. Da nur die Glasdiapositive zu seinem Vortrag, den er zwischen 1919 und 1924 hielt, überliefert sind, werden die Fotos in neuen Drucken ausgestellt.

Weitere in Wegners Nachlass überlieferte Bilder aus dem Kontext des Völkermords, die nicht eindeutig dem Fotografen Wegner zugeordnet werden können, sind über eine Dia-Projektion zu sehen.

Zwischen 1919 und 1933 arbeitete Wegner an einem umfangreichen Roman zum armenischen Völkermord. Die Verhaftung durch die Gestapo im August 1933, Folter u.a. im KZ Columbia Haus in Berlin und Gefangenschaft in mehreren Konzentrationslagern verhinderten schließlich den Abschluss dieses Unternehmens.

Kuration der Ausstellung: 
Prof. Dr. Andreas Meier (Bergische Universität Wuppertal) 
Judith Schönwiesner, M.A. (LVR)

Programm (Entwurf)

10. Mai 2012, 19.00 Uhr Eröffnung
Begrüßung Dr. Stefan Mühlhofer
Der Augenzeuge. Armin T. Wegner und der armenische Völkermord
Vortrag zur Ausstellung von Prof. Dr. Andreas Meier (Bergische Universität Wuppertal)
Grußwort und musikalisches Rahmenprogramm
Ulrich Klan (Vorsitzender der Armin T. Wegner-Gesellschaft)

18. Mai 2012, 19.00 Uhr Operation Nemesis und der armenische Völkermord
Vortrag von Dr. Rolf Hosfeld (Lepsiushaus, Potsdam)

30. Mai 2012, 19.00 Uhr "Aghet - ein Völkermord"
Ein Film von Eric Friedler (ARD, 2010)
Filmabend mit Diskussion

22. Juni 2012, 19.00 Uhr Armin T. Wegner "Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste"
Vortrag mit Lichtbildern
Sprecher: Claus D. Clausnitzer
Moderation: Prof. Dr. Andreas Meier

Nyland-Stiftung, Köln

Mehr hier: www.armin-t-wegner.de
 


(wdr.de) Er war einer der Wenigen, die die Öffentlichkeit über die Massaker der Türken an den Armeniern alarmierten: Vor fast 100 Jahren bereiste der expressionistische Dichter und Reiseschriftsteller Armin T. Wegner als Sanitätsoffizier Ost-Anatolien. Über ausländische Botschaften versuchte er, Beweismaterial nach Deutschland und in die USA zu schleusen, bis er von den Deutschen in der Türkei festgenommen und auf eine Cholera-Station versetzt wurde. Seine Fotografien gehören heute zu den wichtigsten Beweisen eines Genozids an den Armeniern. Unvergessen ist auch sein Eintreten gegen die beginnende Judenverfolgung. Nach seiner KZ-Haft emigrierte er 1936 nach Italien, konnte aber dort nicht mehr an die Erfolge von einst anknüpfen. Eine Aufsatzsammlung über den Reisenden, Schriftsteller und Menschenrechtsaktivisten leuchtet jetzt die Facetten seines Lebens aus. Ebenfalls im Wallstein Verlag erschienen ist die Dokumentation seines Lichtbildvortrags „Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste“.

Buchtipp

Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste
Ein Lichtbildvortrag.
Wallstein Verlag 2011, Preis: 24 Euro

Wednesday, March 30, 2011

EINLADUNG: Internationalen Armin T. Wegner Tagen 2011 (armin-t-wegner.de)

Liebe Mitglieder der Armin T. Wegner Gesellschaft,

wir laden Sie ganz herzlich zu den Internationalen Armin T. Wegner Tagen 2011 und unserer alljährlichen Mitgliederversammlung in Wuppertal ein.

Um die eigentliche Mitgliederversammlung haben wir wieder ein interessantes Programm zusammengestellt, dessen Höhepunkt das Passionskonzert am 2. April um 18.00 Uhr in der Immanuelskirche in Wuppertal-Oberbarmen mit dem Oratorium für den ermordeten Journalisten Hrant Dink sein wird.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass nach zwei Jahren wieder der Vorstand der Armin T. Wegner Gesellschaft neu gewählt wird und Sie deshalb bitten, Nominierungen für den Vorstand einzureichen sowie zahlreich zur Mitgliederversammlung zu kommen, um sich an dieser Wahl zu beteiligen.

Berlin, den 10. Februar 2011
Thomas Flügge
Vorsitzender der Armin T. Wegner Gesellschaft Internationale Armin T. Wegner Tage 2011 vom 2. – 3. April in Wuppertal

Weitere Informationen unter :
www.armin-t-wegner.de
www.armin-t-wegner.us

Saturday, December 04, 2010

NACHTRAG: Fotoausstellung zur Erinnerung an den Völkermord an den Armeniern

Armin T. Wegner (1887 – 1978) war Weltenbummler, Abenteurer und Fotograf. Und doch war er noch mehr: 1915 wurde er – als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad – Zeuge der systematischen Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte. Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft. So wurde er zum Chronist des Völkermordes an den Armeniern. Noch bis zum 21.12.2010 zeigt das Kölner Lew Kopelew Forum eine Ausstellung seiner Bilddokumente…

Von Uri Degania

Der türkische Völkermord an den Armeniern ist in der Türkei ein bis heute tabuisiertes Thema, wie die Inhaftierung des deutsch-türkischen Schriftstellers und Menschenrechtlers Dogan Akhanli in der Türkei auf bedrückende Weise zeigt. Wegen seines Armenien-Romans und seines konsequenten Engagements gegen jegliche Form des Antisemitismus wird Akhanli heute in der Türkei der Prozess gemacht – ein Skandal.

Am 1.12.2010 wurde die Ausstellung „Aghet – Der vergessene Völkermord“ im Kölner Lew Kopelew Forum eröffnet. Mitveranstalter sind die Deutsch-Armenische-Gesellschaft in Kooperation mit der Armin T. Wegner Gesellschaft, Wuppertal, die Stiftung Guardini, Berlin und die Bergische Universität Wuppertal.

Nach einem Grußwort von Susanne Böhringer, Vorsitzende der Deutsch-Armenischen Gesellschaft, und einführenden Worten zur Ausstellung von Judith Schönwiesner, Kuratorin der Ausstellung, folgte ein anspruchsvoller Vortrag von Prof. Dr. Andreas Meier: „Austreibung oder Völkermord? A.T. Wegner als Augenzeuge des Genozids an den Armeniern“, in welchem er die komplexe Persönlichkeit und die Pionierleistung Wegners in lebendiger Weise darbot. Für eine musikalische Umrahmung dieses schwierigen Themas sorgte der Musiker und Komponist Ulrich Klan.

Dauer der Ausstellung: 02.12. – 17.12.2010, Öffnungszeiten: di. – fr. 11.00 – 18.00 und nach Vereinbarung

Ort: Lew Kopelew ForumNeumarkt 18a, Neumarkt Passage, 50667 Köln
www.kopelew-forum.de
Tel.: +49 221 257 67 67, Fax: +49 221 257 67 68

Nachfolgend dokumentieren wir die Eröffnungsrede von Judith Schönwiesner, M. A.

Liebe Pastorin Böhringer,
sehr geehrte Damen und Herren,
Armin T. Wegner gehört heute zu den zu Unrecht vergessenen Schriftstellern. Ja, er war Autor und ein leidenschaftlicher Fotograf, der in den 20er Jahren zu einem der bedeutendsten Reiseschriftsteller Deutschlands avancierte. Hierfür unternahm er Reisen durch die frühe Sowjetunion, den damals noch „illegalen“ Staat Israel und durch den Orient. Wie zu seiner Zeit als Krankenpfleger in der Türkei hielt er seine Erlebnisse immer schriftlich – in Tagebüchern – und in Bildern fest.
Wegner war ein Reisender, ein Beobachtender, deutscher Autor sowie ein Mensch seiner Zeit, und als solcher sah er seine Aufgabe darin, die Geschehnisse der Zeit aufzugreifen, zu diesen Stellung zu beziehen und ein Weiterdenken zu provozieren.
Seine Liebe zum Leben, seine Wissbegierde und seine Abenteuerlust trieben ihn voran, immer wieder Neues entdecken zu wollen und das Gesehene schließlich zur Basis, seiner literarischen Texte werden zu lassen. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen, Gewalt und Ungerechtigkeit bildeten hierbei einen Schwerpunkt in seinem Leben wie auch in seinem literarischen Schaffen und verhalfen ihm zu einem thematisch vielseitigen Spektrum seines Werkes in verschiedenen literarischen und journalistischen Gattungen.
Sein Handeln und Denken war stetig geprägt von der Forderung nach Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit unter den Menschen und Völkern.
Die hier präsentierte Ausstellung ist Teil einer größeren Wanderausstellung charakteristischer Reisefotografien aus dem Nachlass Wegners, in dem sich insgesamt über 6700 Fotografien finden ließen. Die ursprüngliche Ausstellung wurde von Matthias Flügge von der Galerie Guardini, Berlin und Prof. Andreas Meier von der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitet. Hier wird also nur ein kleiner Ausschnitt dieser, mit dem thematischen Schwerpunkt der Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich, gezeigt. Von den Aufnahmen, die Wegner mit einer einfachen Plattenkamera – die Sie hinten in der Vitrine des Lew Kopelews Forums sehen können – gemacht hat, sind nur die Glasdiapositive zu einem Vortrag überliefert, so dass die Bilder hier in modernen Abzügen gezeigt werden. Sie gehören zu jenem Vortrag, den Wegner zwischen 1919 und 1924 hielt und von dem uns Prof. Meier gleich mehr erzählen wird.
Seinen Einsatz für Gerechtigkeit brachte Wegner nicht nur in Vorträgen und literarischen Umsetzungen zum Ausdruck, sondern auch in seinen pazifistischen und revolutionären Aufrufen oder in seinem „Brief an Hitler“ vom 11. April 1933.
Diese konsequente Haltung veränderte 1933 das Leben Wegners radikal, da er sich auch nach der Machtergreifung Hitlers beharrlich für humane Ideale einsetzte. All dies hatte zur Folge, dass sich sein Name auf der ersten „Schwarzen Liste“ wieder fand, seine Werke verbrannt wurden, er Berufsverbot bekam und im August des gleichen Jahres von der SA verhaftet wurde. (Er ist von einem Nachbarn denunziert worden, der ihn dabei beobachtet hatte, wie er illegale Schriften im Garten seines Hauses „Sieben Wälder“ verbrannt hatte.) Er durchlief eine viermonatige Haft in verschiedenen Konzentrationslagern und wurde schließlich auf Druck internationaler Kräfte wieder freigelassen. 1936 ging er ins lebenslange italienische Exil.
Nach dem Krieg galt Wegner als verschollen, zeitweilig hielt man ihn sogar für tot. An seine Erfolge während der Weimarer Republik konnte er später nicht mehr anknüpfen, obschon er von Israel, Armenien und auch der Bundesrepublik für seine Zivilcourage geehrt wurde und Nachdrucke früherer Werke ebenso erschienen wie Essays und etliche Rundfunkbeiträge.
Bevor ich das Wort nun an Prof. Meier übergebe, möchte ich noch kurz danken: Zunächst Pastorin Böhringer für die fruchtbare Zusammenarbeit und das in mich gesetzte Vertrauen. Sodann Michele Wegner, der Armin T. Wegner Gesellschaft, der Stadtbibliothek Wuppertal, der Galerie Guardini und dem Kunstmuseum Solingen für die spontane Zusage, die Ausstellung mit ihren Leihgaben zu unterstützen. Frau Hahn, Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums und ihrem Team für die Hilfe hier vor Ort und natürlich Ulrich Klan und Prof. Meier für die Bereitschaft, das Eröffnungsprogramm dieser Ausstellung mit zu gestalten. Vielen Dank!
Wir danken Judith Schönwiesner, M.A., Kuratorin der Wegner-Ausstellung, für die Nachdruckrechte . Die Wissenschaftlerin arbeitet im „Zentrum für verfolgte Künste“ im Kunstmuseum Solingen.

Saturday, February 13, 2010

AUSSTELLUNG: Armin T. Wegner "Am Kreuzweg der Welten - Fotografien 1915-1929" (monopol-magazin.com)

Das Armin T. Wegner nicht nur Schriftsteller, Essayist und kritischer Beobachter seiner Zeit, sondern auch leidenschaftlicher Fotograf war, zeigt sich vom 21. Februar bis zum 18. April. „Am Kreuzweg der Welten“ ist der Titel der Ausstellung im Museum Baden, die in Zusammenarbeit mit der Berliner Guardini Galerie, der Wuppertaler Armin-T.-Wegner-Gesellschaft und der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft entstanden ist. Zu sehen ist ein charakteristischer Teil der fotografischen Arbeiten, die an Wegners Reisen durch den Kaukasus nach Persien, Palästina und Ägypten erinnern. Da der gebürtige Elberfelder zu den „weithin vergessenen Autoren des 20. Jahrhunderts“ zähle, wollen ihn die Veranstalter wieder ins Bewusstsein rücken - mit Bildern, die Wegener mit seiner Leica aufgenommen hat, unter anderem von der Vertreibung der Armenier. Infos: 2 58 14-0. red

21.02.2010 - 18.04.2010, Solingen pdf-flyer >>>

"Bekannt wurde Wegner durch seinen von spätromantischen Naturbildern geprägten Lyrikband „Zwischen zwei Städten“ (1909) und seiner expressionistisch anklagenden Lyrik gegen den voranschreitenden Kulturverlust in „Das Antlitz der Städte“ (1917). Zum berühmten Bestsellerautor avancierte er in den zwanziger Jahren mit seinen Reiseberichten „Fünf Finger über Dir“ (1930) und „Am Kreuzweg der Welten“ (1930). Die Texte des vom Orient faszinierten Schriftstellers erzählen von seinen ausgedehnten und abenteuerlichen Reisen, die er zusammen mit seiner Frau, der jüdischen Dichterin Lola Landau, unternahm und zeugen zugleich von seiner Leidenschaft zum Leben und Erleben. Bei all seiner Lebensfreude und seinem unbändigen Maß an Weltvertrauen vergaß er jedoch nie, auch hinter die Kulissen des Zeitgeschehens zu blicken. So z.B. während seiner Zeit als Krankenpfleger des Roten Kreuzes in Bagdad, wo er 1915 von der Vertreibung der Armenier durch die Türken erfuhr. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte mit einer einfachen Plattenkamera und schmuggelte Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft und die Bilder zusammengerollt unter seiner Bauchbinde nach Deutschland.Geprägt von den Erfahrungen im Ersten Weltkrieg wurde Wegner zum Pazifisten, der Gerechtigkeit, Gleichheit und Menschlichkeit unter den Menschen forderte. Seinen unbestechlichen Gerechtigkeitssinn brachte er schließlich in seinen pazifistischen und revolutionären Aufrufen wie etwa „Der Ankläger – Aufruf zur Revolution“, seinem Dia-Vortrag „Vertreibung des armenischen Volkes in die Wüste“ oder in seinem „Brief an Hitler“ zum Ausdruck.


Mit dem Jahr 1933 veränderte sich das Leben Wegners radikal. Sein Name fand sich auf der ersten „Schwarzen Liste“, seine Werke wurden verbrannt, er bekam Berufsverbot und wurde im August von der SA verhaftet. Während seiner viermonatigen Haft durchlief er mehrere Konzentrationslager u.a. Börgermoor. Auf Druck internationaler Kräfte freigelassen, ging er 1936 ins lebenslange italienische Exil. Nach dem Krieg galt Wegner als verschollen, zeitweilig hielt man ihn sogar für tot. An seine Erfolge während der Weimarer Republik konnte er nicht mehr anknüpfen, obschon er von Israel, Armenien und auch der Bundesrepublik für seinen zivilen Mut geehrt wurde und Nachdrucke früherer Werke ebenso erschienen wie Essays und etliche Rundfunkbeiträge.

Der umfangreiche Nachlass des Dichters und leidenschaftlichen Fotografen liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Neben Briefen, Tagebüchern, Arbeitsmaterialien und einigen Romanfragmenten finden sich darin auch etwa 6700 Fotografien.

Das Kunstmuseum Solingen zeigt einen charakteristischen Teil dieser fotografischen Arbeiten, von eben jenen Reisen durch den Kaukasus nach Persien, Palästina und Ägypten. Er ist in sofern kulturhistorisch bedeutsam, als er ergänzend zu den Reisebüchern „Fünf Finger über Dir“ und „Jagd durch das tausendjährige Reich“ tiefe Einblicke in das Alltagsleben der frühen Sowjetunion sowie des damals noch „illegalen“ Staates Israel gewährt. Von den Aufnahmen, die Wegner mit einer einfachen Plattenkamera von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte, sind nur die Glasdiapositive zu einem Vortrag überliefert, den er zwischen 1919 und 1924 hielt, um die breite Öffentlichkeit zur Hilfe für das armenische Volk zu mobilisieren. Sie sind in neuen Drucken ausgestellt. Die zahlreichen, auf den Reisen mit der Leica aufgenommenen Bilder sind zumeist nur noch in Form maschineller Papier-Abzüge vorhanden. In Familienbesitz fanden sich vor einiger Zeit Kopien von etlichen dieser Aufnahmen, die Wegner in Vorbereitung zu seinen Büchern montiert und beschriftet hat. Neben den erschütternden Bildern von der Vertreibung der Armenier bilden sie den Kern der Ausstellung."(Quelle: Museum Baden)

Museum Baden
Wuppertaler Straße 160
42653 Solingen
T +49 (0) 212 / 25 81 40
F +49 (0) 212 / 25 81 444
www.museum-baden.de
museum-baden@t-online.de

Öffnungszeiten: Di - So 10 - 17 Uhr

Thursday, March 22, 2007

"Der Dichter und der General" Dokumentarfilm über Armin T. Wegner (1886 – 1978)

am 24.03.2007 um 19 Uhr in der Armenischen Gemeinde zu Berlin, Sophie-Charlotten-Str. 113 a, 14059 Berlin (nahe S-Bhf. Westend)

Dr. Rolf Hosfeld stellt seinen 1996 gedrehten Dokumentarfilm über diesen grossen deutschen Freund der Armenier vor. Darin geht es im wesentlichen um Wegners Neuglobsower Jahre sowie sein spannungsreiches Verhältnis zu dem General und späteren Nazi Karl Litzmann. Einige Filmsequenzen wurden in Jerewan gedreht, wo Wegners Sohn Michael sich anläßlich der Ehrung seines Vaters im April 1996 aufhielt.

Mehr:
Willkommen bei der Armin T. Wegner Gesellschaft

Literatur
Reinhard M. G. Nickisch: Armin T. Wegner. Biografie, Hammer, Wuppertal 1982
Martin Rooney: Leben und Werk Armin T. Wegners (1886 - 1978) im Kontext der sozio-politischen und kulturellen Entwicklungen in Deutschland. Frankfurt am Main : Haag und Herchen, 1984.
Martin Tamcke: Armin T. Wegner und die Armenier : Anspruch und Wirlichkeit eines Augenzeugen. Lit-Verlag, Hamburg, 1996,
ISBN 3-8258-2803-4 (Armin T. Wegner und die Armenier. Anspruch ... von Martin Tamcke )


Weblinks
Wegner-Biographie mit Bildern des Exil-Archivs
Fotografien von Armin T. Wegner zum Genozid an den Armeniern
Wegner als Gerechter unter den Völkern (englische Seite)
Nachlass Wegners im Deutschen Literaturarchiv Marbach/Neckar
Literatur von und über Armin T. Wegner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
Brief an Hitler
Wikipedia: Armin T. Wegner