Showing posts with label Turkey. Show all posts
Showing posts with label Turkey. Show all posts

Wednesday, February 15, 2017

DOKUMENTATION: Aghet - Ein Völkermord an den Armeniern. Ein Film von Eric Friedler



Der Dokumentarfilm "Aghet" (armenisch: "die Katastrophe") von Eric Friedler erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des 1. Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern, bei dem bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanisch-Türkischen Reich starben.

AGHET – Ein Völkermord, der 90-minütige Dokumentarfilm (armenisch: “die Katastrophe”), erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: dem Genozid an den Armeniern.

Zwischen 1915 und 1918 wurden bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich (heute Türkei) ermordet. Dieser Völkermord, der sich am 24. April 2012 zum 97. Mal gejährt hat, wurde von Raphael Lemkin, dem Schöpfer der 1948 von der UN verabschiedeten Anti-Genozid-Konvention, als der erste systematisch ausgeführte Völkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er wird allerdings bis heute von den Verantwortlichen und ihren Nachkommen geleugnet und von der Welt weitgehend verdrängt. Wie konfliktgeladen das Thema des armenischen Völkermords noch immer in der Türkei ist – und für diejenigen, die es kritisch in die Öffentlichkeit tragen, oft sogar lebensgefährlich – zeigen die Ermordung des armenisch-türkischen Journalisten Hrant Dink am 19. Januar 2007 und die Anklagen gegen den Nobelpreisträger Orhan Pamuk.


Seit Jahren beschäftigt sich Autor und Regisseur Eric Friedler (“Das Schweigen der Quandts”, 2007) mit den politischen Motiven, die noch heute stark genug sind, um die historische Tatsache des Armenier-Genozids zu verschweigen und zu unterdrücken. Er sprach mit internationalen Regierungschefs und der intellektuellen Elite der Türkei, befragte Historiker, Zeitzeugen und Wissenschaftler in der Türkei, Deutschland, USA, Frankreich, Syrien und Armenien, aber auch Vertreter der weltweiten armenischen Diaspora wie den Boxer Arthur Abraham, den französischen Minister Patrick Devedjan oder den ehemaligen armenischen Außenminister Rafi Hovannisian.

mehr dazu: aghet1915.wordpress.com

weitere links:   
Aghet - Ein Völkermord - Diskussion 1 [phoenix.de] 
Aghet - Ein Völkermord - Diskussion 2 [phoenix.de]
Aghet - ein Völkermord [3sat] 
Fernsehfilm "Aghet – ein Völkermord": "Das ganze Land war ein Schlachthaus". Von Michael Thumann [zeit.de]
»Aghet war der erste Völkermord in der Geschichte des 20. Jahrhunderts« [http://sz-magazin.sueddeutsche.de]

GESCHICHTE: Theater Konstanz Podiumsdiskussion (2014): 1915 - Der Völkermord an den Armeniern


13.04.2014 | STADTTHEATER
»1915: DER VÖLKERMORD AN DEN ARMENIERN« - EINE GESCHICHTSLÜCKE

PODIUMSDISKUSSION IM RAHMENPROGRAMM ZU »DAS MÄRCHEN VOM LETZTEN GEDANKEN«

Das Erscheinen des Buches "1915: Ermeni Soykırımı" (1915: Der Völkermord an den Armeniern) 2012 löste einen Skandal in der Türkei aus. Der türkische Journalist Hasan Cemal benutzt nicht nur das Wort "Völkermord", sondern setzt sich auch mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinander: Sein Großvater Cemal Pascha war Hauptverantwortlicher der gezielten Massentötungen und -deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich. Wie schwierig und politisch hoch aktuell die Aufarbeitung des Völkermords ist, haben die Proteste und die Demonstration rund um die Premiere von Edgar Hilsenraths "Das Märchen vom letzten Gedanken" gezeigt. Aufgrund des großen Diskussionsbedarfs, lädt das Theater Konstanz am Sonntag, 13. April 2014, 18 Uhr, zu einer Filmdokumentation und anschließend, um 20 Uhr, zur Podiumsdiskussion ins Stadttheater ein.

Der 90-minütige Film von Eric Friedler aus dem Jahr 2010 beleuchtet die Hintergründe der schwierigen Aufarbeitung und zeichnet den Verlauf des Völkermords auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach. Anschließend diskutieren die Wissenschaftlerin Seyhan Bayraktar, der Rechtsanwalt Erdal Dogan, Patrak Estukyan (Redaktion der armenisch-türkischen Wochenzeitung Agos), Dr. Raffi Kantian (Deutsch-Armenische Gesellschaft) und Dr. Ali Söylemezoglu den aktuellen politischen Diskurs in der Türkei, Armenien und Deutschland und die Möglichkeiten einer Aufarbeitung. Moderieren wird Wolfgang Koydl, der ehemalige Türkei-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung. Sonntag, 13. April 2014 - Stadttheater

Eine nächste Podiumsdiskussion wird es - am Donnerstag, 16. Februar, Beginn 19 Uhr, Landratsamt Konstanz (Benediktinerplatz 1). Eintritt ist frei - geben! mehr dazu hier: Armenien-Ausstellung: Landratsamt Konstanz bleibt unter Druck [suedkurier.de]

Tuesday, January 26, 2016

LITERATUR: Die vierzig Tage des Musa Dagh. Von Franz Werfel in: Lesezeit | MDR FIGARO | 25.01.-26.02.2016 [mdr.de]


(mdr.de) Eine armenische Familie flieht vor der Ausrottung durch die Türken. Auf dem Berg Musa Dagh leisten sie einen aussichtslosen Widerstand. Franz Werfel schrieb seinen Roman basierend auf den Eindrücken von Zeitzeugen. Das Buch wurde 1933 in Deutschland verboten. Werfel emigrierte 1938 in die USA, wo er 1945 starb. Er erhielt 2006 posthum die armenische Staatsbürgerschaft verliehen.

Armenia 2007
Foto: Ralph Hälbig
Gabriel Bagradian kehrt nach 23 Jahren, die er in Paris gelebt hat, in seine armenische Heimat am Fuße des Musa Dagh zurück. Der Besuch in Yoghonoluk soll nur kurze Zeit in Anspruch nehmen, doch noch während sich Gabriel mit Frau und Kind in Armenien aufhält, bricht der Erste Weltkrieg aus. Die Familie sitzt fest.

Hoffnung in finsteren Zeiten
 
Gabriel wird in die vom Osmanischen Reich verhängte Verschickung der armenischen Minderheit verwickelt. Doch statt sich wie die meisten seiner Leidensgenossen in das schreckliche Schicksal der Deportation zu fügen, setzt Gabriel alles auf eine Karte: Auf dem Musa Dagh sucht er mit zirka 5.000 Armeniern Zuflucht vor Verfolgung, Verschleppung und Ausrottung durch die Türken. Sein verzweifelter Triumph heißt erbitterter Widerstand, koste es, was es wolle. Es gelingt den Armeniern zwar, die Angriffe der Türken abzuwehren, besser werden die Aussichten dadurch aber auch nicht. Hunger und Entbehrungen fordern ihren Tribut von den geschwächten Menschen.

Vor diesem historischen Hintergrund wird die Geschichte Gabriel Bagradians als militärischer Kopf des Widerstandes erzählt: Er war Offizier der Reserve in der türkischen Armee. Über vierzig Tage halten die Armenier auf dem Berg aus, vierzig Tage zwischen Verzweiflung und Hoffnung, vierzig Tage zwischen Mut und der Gewissheit doch zu sterben. Am Ende naht Rettung in Form französischer und britischer Schiffe, aber Rettung wohin? 


Die Wahrheit mitteilen
  
Noch immer ist es schwierig, den Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917 beim Namen zu nennen. Als Franz Werfel 1930 durch Anatolien reiste, schockierten ihn die Begegnungen mit Zeitzeugen und er begann, akribisch für einen Roman zu recherchieren.

"Die vierzig Tage des Musa Dagh" beschreiben das Schicksal einer armenischen Familie, die langsam ausgegrenzt und schließlich mit Waffengewalt verfolgt wird. Auf dem Heimatberg, dem Musa Dagh, leistet ihre Dorfgemeinschaft der Vertreibung Widerstand. Umsichtig und differenziert, mit einer klaren, fließenden Sprache verwandelt Werfel diese historische Katastrophe in ein eindrucksvolles Epos. 


Der Schriftsteller Franz Werfel

Geboren 1890 in Prag, verließ Franz Werfel 1912 seine Heimatstadt und arbeitete als Lektor im Leipziger Kurt Wolff Verlag. Während des Ersten Weltkrieges war er Soldat.

In den 1920er- und 1930er-Jahren avancierte Werfel zu einem der meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. 1938 emigrierte er nach Frankreich, 1940 über Spanien in die USA. Er starb 1945 in Beverly Hills.

"Die vierzig Tage des Musa Dagh" erschien 1933 in Wien und Berlin und wurde in Deutschland zwei Monate später verboten.


Es liest Christian Brückner

Alle Folgen hier: mdr.de/mdr-figaro/Franz Werfel: vierzig Tage des Musa Dagh

Tuesday, July 01, 2014

VORTRAG: Die türkischen Bosniaken und Georgier als Verbindungslinie zwischen Balkan und Kaukasus. Von Dr. Christoph Giesel in Jena (slawistik.uni-jena.de)

Logo der FSU Jena (slawistik.uni-jena.de) (Dr. Christoph Giesel spricht zu uns im Rahmen unserer Ringvorlesung SAKRALITÄT UND MOBILITÄT IN SÜDOSTEUROPA UND IM KAUKASUS, und zwar bereits MORGEN (02. Juli, 18-20 Uhr) über die türkischen Bosniaken und Georgier.

Der Abend verspricht einen spannenden Vortrag mit anschließenden Diskussionen mit dem Referenten.
Ort der Veranstaltung: Accouchierhaus, Seminarraum 101, Jenergasse 8, Jena.
Ich hoffe auf ein gesundes Wiedersehen,
Ihr und Euer TDK

Die türkischen Bosniaken und Georgier als Verbindungslinie zwischen Balkan und Kaukasus – transnationale, historische, soziale und politische Aspekte im Vergleich

Christoph GIESEL

Nach der Eroberung weiter Teile des Balkans und des Kaukasus durch die Osmanen kam es dort langfristig zu Prozessen einer Islamisierung von christlichen Bevölkerungsteilen. Infolge des allmählichen osmanischen Verlustes dieser Gebiete setzten im 19. und 20. Jh. verschiedene Flucht- und Auswanderungsbewegungen unter zahlreichen Angehörigen dieser islamisierten Gruppen mit verschiedenen ethnischen Zugehörigkeiten in das verbliebene osmanische Kernland ein. Zu diesen Gruppen zählen unter anderem auch die Bosniaken aus Südosteuropa und die islamisierten Georgier aus dem Kaukasus, die insbesondere im nördlichen und westlichen Raum Anatoliens dauerhaft miteinander in Berührung kamen und oftmals zusammen (mit anderen ethnischen Gruppen) in gemeinsamen Siedlungen leben. Im Zuge der türkischen Unabhängigkeitsbewegung unter Mustafa Kemal Atatürk waren sie aufgrund ihrer islamischen Religionszugehörigkeit, ihrer pro-osmanischen Loyalität, ungefestigter bzw. hybrider Selbstverortungen und ihrem diffusen Verständnis vom Türkentum (welches mit dem Osmanentum häufig gleichgesetzt wurde) wichtige Adressaten der nationalideologischen, assimilatorischen Türkifizierungs- bzw. ethnischen Homogenisierungspolitik der Kemalisten. Die politischen, sozialen und rechtlichen Bedingungen in der Türkischen Republik führten im Laufe der Jahrzehnte bei beiden Gruppen zu einem Wechselspiel aus Verlust und Erhalt ethnospezifischer Merkmale und zur partiellen bis fast vollständigen türkischen Assimilierung von vielen Gruppenangehörigen. Das führte auch zu gegenseitigen partiellen Verschmelzungsprozessen bei den Nachfahren der bosniakischen und georgischen Auswanderer. Mit den ab den 1980er Jahren allmählich einsetzenden politisch-sozialen Liberalisierungsprozessen in der Türkei verbesserten sich auch schrittweise die Möglichkeiten einer offeneren öffentlichen ethnokulturellen Entfaltung und Organisation sowie einer wissenschaftlichen Erforschung dieser Gruppen. Das erwirkte eine stetige Zunahme von ethnic revival-Prozessen, die bis zum heutigen Zeitpunkt andauern.

Eigene, von 2007 bis 2012 durchgeführte Feldforschungen zu beiden Gruppen zeigten auf, dass es neben den Unterschieden (zumeist im ethnokulturellen und historisch-geographischem Bereich aber auch im Hinblick auf religiöse Attitüden) zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen Türkei-Bosniaken und Türkei-Georgiern gibt, wobei diese Gruppen andererseits jedoch auch jeweils gruppeninterne Ausdifferenzierungen aufweisen. Darauf Bezug nehmend, widmet sich die Präsentation einem strukturellen Vergleich zwischen diesen Gruppen unter politischen, historischen, religiösen, sozialen, sozialpsychologischen und transnationalen Gesichtspunkten. Diese Darlegungen werden durch Erfahrungsberichte aus den Feldforschungen und umfangreiche Bildmaterialien ergänzt. 


+++


SAKRALITÄT UND MOBILITÄT IN SÜDOSTEUROPA UND IM KAUKASUS

RINGVORLESUNG, SS 2014, Mittwochs, 18-20 Uhr 

PROGRAMM (pdf) >>>

Monday, June 30, 2014

WiP: Uncertain Returns: Meskhetian and Ahiska Turks in Georgia and Azerbaijan (facebook.com)

(facebook.com) Mittwoch, 2. Juli, 18:15 - 19:30

Eurasia Partnership Foundation, Georgia
#3, Kavsadze Street, 0179 Tiflis 
facebook.com/Eurasia-Partnership-Foundation-Georgia

American Councils, CRRC and ARISC present the 20th talk in the Spring 2014 Works-in-Progress Series!

"Uncertain Returns: Meskhebi and Ahıska Türkleri in Georgia and Azerbaijan"

Irina Levin, New York University


The focus of Ms. Levin’s current project, which also encompasses field sites in Turkey and Azerbaijan, is issues of law, citizenship, and property in the daily lives of Ahiska Turks and Meskhetians. Deported from southwestern Georgia in 1944, this population has had a dedicated return movement since the 1950s. Today, this movement engages with local, national, and international human rights legal regimes in its efforts to give deportees and their descendants a way home. What do these efforts mean for regular Ahiska Turks and Meskhetians? Further, what do the everyday legal struggles of these regular people mean for the return movement? Broadly put, the aim of this study is to augment our understanding of long-term adaptation and return processes among a forcibly displaced population.

In this talk, Ms. Levin looks to reflect on some key ethnographic moments from her fieldwork so far in the context of current frameworks in legal anthropology and citizenship studies, as well as insights from the anthropology of post-socialism. She welcomes your questions, comments, and suggestions.

Irina Levin is a doctoral candidate in New York University's Department of Anthropology. She received her BA from Washington University in St. Louis and her MA from New York University. She has been a recipient of several prestigious fellowships, including the SSRC Eurasia Pre-Dissertation Grant and the Fulbright IIE Research Grant, and has conducted fieldwork in Georgia, Turkey, and Azerbaijan. She is currently conducting her dissertation fieldwork in Samtskhe-Javakheti, Georgia, supported by grants from the Council of American Overseas Research Centers (CAORC), the International Research and Exchanges Board (IREX), and the National Science Foundation (NSF).

*****

W-i-P is an ongoing academic discussion series based in Tbilisi, Georgia, that takes place at the Eurasian Partnership Foundation at Kavsadze St. 3. It is co-organized by the Caucasus Research Resource Centers (CRRC), the American Councils for International Education: ACTR/ACCELS, and the American Research Institute of the South Caucasus (ARISC). All of the talks are free and open to the public.

The purpose of the W-i-P series is to provide support and productive criticism to those researching and developing academic projects pertaining the Caucasus region.

Would you like to present at one of the W-i-P sessions? Send an e-mail to natia@crrccenters.org.

Sunday, January 26, 2014

CALL FOR APPLICATION: noor-nikon masterclass (noorimages.com)

(noorimages.comNOORNikon and Genis Aci Project Office (GAPO) invite photographers to submit their portfolios for selection for the 2014 NOOR-Nikon Masterclass in Documentary Photography in Turkey.

NOOR photo agency and foundation  and Nikon Europe  support documentary photographers from emerging markets all over the world through the organization of annual motivational masterclasses.

The 2014 program takes place in Istanbul, Turkey, organized in collaboration with Genis Aci Project Office (GAPO)24 March through to 28 March 2014.

The masterclass will be accessible to young and aspiring documentary photographers and photojournalists from the following countries: Armenia, Azerbaijan, Cyprus, Georgia, Greece, Iraq, Iran, Israel, Jordan, Lebanon, Palestine, Syria and Turkey.

THE WORKSHOP
During the five days of the workshop, 15 participants, together with three member photographers of NOOR and NOOR’s managing director will share experiences, work on portfolios, improve editing skills and learn how to pick up and develop stories. Each day consists of intensive communication with the photographers on the subjects of technical features and the peculiarities of the international photo market. It is a unique opportunity to gain new knowledge, contacts, learn to tell stories in a visual language and develop a personal vision.

The workshop is free of charge; travel and accommodation costs will be reimbursed (possession of a passport and travel insurance is required to apply).

SUBMISSION
For submission you are required to have:
• Basic experience in documentary photography or photojournalism;
• A high level of motivation;
• English language skills (the workshop is in English);
• A good technical understanding of your camera equipment, a working knowledge of the media environment and basic image management skills.
 To apply you need to send a PDF file not exceeding 6 MB including:
• A CV including your contact information and a written text explaining your work and projects. Please clarify your involvement in photography by showing a proven track record, proof of a photographic training or at least 1-year experience of practice;
• Motivation letter in English (1 page);
• A portfolio of max. 30 images with text introductions and captions (please show your story telling skills by presenting at least one picture story of 8 images).

Please send your application to: masterclass2014@noorimages.com before midnight C.E.T. Monday 10 February 2014.

If sending a PDF creates a problem, we accept links and word documents or alternative formats. For more information contact NOOR via masterclass2014@noorimages.com or tel. +31.20.6164040 or Skype: noorimages (Amsterdam).

In case you are selected for the workshop, you will be asked to perform a short assignment to work on before the workshop starts.

Application deadline: 10 February 2014 (before midnight C.E.T.).

Organized with the generous support of Nikon Europe B.V.

Tuesday, January 07, 2014

CALL: Regional Cooperation for Peace and Stability, Georgia (mladiinfo.eu)


Deadline: 12 January 2014 Open to: residents of Armenia, Azerbaijan, Georgia, or Turkey, aged 23–35, holding university degree Venue: 4–12 February 2014, Tbilisi, Georgia

Description

(mladiinfo.eu) The Centre for Cultural Relations — Caucasian House, with the financial support of the British Foreign and Commonwealth Office will be conducting a study and dialogue visit (4–12 February 2014) in Georgia. Project aims to promote the regional cooperation between young professionals (civil activists, researchers, analysts, academics, etc.) of the South Caucasus and Turkey in an effort to contribute to integration process between the respective societies. It is our hope that the project will help to foster peace and stability in the region while making a contribution to the integration of these societies.
The process will consist of two components:
  1. Study component: Participants will have the opportunity to receive information on current domestic and foreign policy issues in Georgia, examine the situation of ethnic and religious minorities in the country as well as look at the issues connected to economic development and security through meetings with senior officials, representatives of nongovernmental organizations, and think tanks working in the field.
  2. Dialogue component: Participants will discuss the important issues in the region and in their respective countries. They will deliver presentations based on drafts submitted beforehand on prominent issues in their societies and discuss the possibilities for regional cooperation while working in the group. The presentations and discussions will form the basis for final articles which will be published on the website HERE. The website was developed under the dialogue projects previously implemented by the Caucasian House and serves as an analytical platform for the dialogue among young professionals from the region.

Eligibility

  • Residents of Armenia, Azerbaijan, Georgia, or Turkey;
  • Age 23–35;
  • University degree;
  • At least early stage of professional/academic career;
  • Interest in the region of Armenia, Azerbaijan, Georgia, and Turkey;
  • Proficiency in English.
Selected participants will be required to prepare a draft article. It will be presented during the dialogue and study visit and will form the basis of the final article.

Costs

All costs related to transportation, accommodation, and board will be covered by the project.

Application

The application form, CV or résumé, and the optional writing sample should be sent to regionalcooperation.ch@gmail.com no later than 12 January 2014, at midnight (UTC +04:00). Shortlisted applicants will be invited to an interview and notified of the selection results by 24 January.
For more information please visit the official website HERE.

Read more: mladiinfo.eu

Monday, December 16, 2013

WELTREKORD: Auf der Friedensbrücke in Tiflis - Türke und Armenier geben sich 43 Stunden lang die Hand (dtj-online.de)


(dtj-online.de) Anfang der Woche trafen sich ein türkischer und ein armenischer Schauspieler auf der Friedensbrücke, um einen neuen Weltrekord aufzustellen. Die Disziplin, in welcher der Rekord gebrochen wurde: ein Händedruck. (Foto: iha)

Normalerweise dauert ein kurzer Händedruck wenige Sekunden - doch ein Armenier und ein Türke machten aus dieser höflichen Geste nun auch einen Weltrekord.

Am Montag und Dienstag trafen sich Deniz Barış, ein Schauspieler aus der südtürkischen Provinz Mersin, und Ohannes Acinyan, ein weiterer Schauspieler aus Jerewan, Armenien, auf der Friedensbrücke im Rike Park von Tiflis und besiegelten dabei einen Händedruck, der für nicht weniger als 43 Stunden aufrecht blieb. Auf diese Weise stellten sie mit ihrem symbolträchtigen Akt auch gleich einen neuen Weltrekord auf.

Barış hielt vor dem Rekordversuch eine kurze Ansprache und erwähnte darin auch die 33 Meter hohe „Statue der Menschheit” in Kars, die 2011 abgerissen wurde, nachdem Ministerpräsident Erdoğan sie als „Freak” bezeichnet hatte. Barış sagte, dass es sein Ziel wäre, den Weltrekord zu brechen, aber erinnerte die Menschen auch an den Abriss der Statue, welche zwei Menschen darstellte, die einander die Hände schüttelten und die von einer türkischen-armenischen Freundschaftsgesellschaft konstruiert worden war.

„Vielleicht gibt es Hoffnung für beide Länder, die Türkei und Armenien, einander besser zu verstehen und eine Freundschaft zu begründen. Mein Freund und ich werden dies gemeinsam tun. Wir werden für 43 Stunden hier bleiben, ganz gleich wie kalt es wird. Wir werden es, wenn Gott es will, schaffen”, so Barış.

Projekt für ein besseres Verstehen beider Nationen

Michael Elagin, ein Veranstalter des Events, erklärte, dass sowohl Barış als auch Acinyan sowohl physisch als auch psychologisch von einem Coach auf den ambitionierten Rekordversuch vorbereitet worden waren. Elagin: „Türken und Armenier, die einander z.B. auf einem Flughafen über den Weg laufen, sollten sich an unser Projekt erinnern und einander die Hände schütteln. Dies wird sie zum Lächeln bringen und vielleicht dazu beitragen, dass sich beide Nationen besser verstehen.”

Auch der türkische Außenminister Davutoğlu und der stellvertretende armenische Außenminister Kocharyan werden einander morgen (Donnerstag) bei einem Treffen in Jerewan die Hände geben. Ob sie dabei wiederum den neuen Weltrekord brechen können, bleibt offen.

Es wird erst einmal lediglich davon ausgegangen, dass Davutoğlu einen Vorschlag zur Lösung der Frage armenisch besetzter Gebiete und zur Öffnung der gemeinsamen Grenze unterbreiten könnte. Kocharyan hatte im Vorfeld des Treffens zudem gefordert, dass Davutoğlu die an die Ereignisse von 1915/16 erinnernde „Armenische Genozidgedenkstätte“ besuchen solle.

Die Genozidvorwürfe belasten seit Jahrzehnten das Verhältnis der benachbarten Staaten.

Friday, May 24, 2013

FILM RELEASE: "Lost and Found in Armenia" - comes out in theaters on June 7th.

Lost & Found in Armenia“Lost & Found in Armenia” is the story of Bill (Jamie Kennedy), an American tourist who vacations to Turkey to get his mind off a bad break up. In a comedic and dangerous turn of events, Bill unknowingly ends up in a small village in Armenia, where he is accused of being a Turkish spy. It is in that small village, he meets a beautiful Armenian girl (Angela Sarafyan), who helps him escape from misfortune.
 
“Lost & Found in Armenia” is a Red Tie Films production with Award-winning director Gor Kirakosian (Big Story in a Small City) and award-winning producer Valerie McCaffrey (American History X, Neo Ned) along with Maral Djerejian (Sideways) and starring comedian Jamie Kennedy (Malibu’s Most Wanted, Scream) and Angela Sarafyan (A Beautiful Life, The Twilight Saga: Breaking Dawn).  Shooting Locations were in San Diego, Los Angeles, and Armenia.  Red Tie Films is the first Armenian-American production team to shoot in Armenia.

+++
 
We're excited to announce that the film "Lost and Found in Armenia", starring Jamie Kennedy, comes out in theaters on June 7th. This is the first Armenian-American movie ever filmed in Armenia, and the majority of the film is in Armenian with English subtitles. We're big fans of the film, its message, and the impact that it can have on the Armenian community.

Since your audience is primarily Armenian, we thought it would be great to share it with you in hopes that we can garner enough support to get the movie to expand nation wide. The film opens throughout Los Angeles, as well as Washington, DC, Boston, Detroit, New Jersey / Philadelphia, and Fresno.

Thank you for support. Please share and spread the word, and let us know if you have any questions or requests.


Website (with links for tickets): www.lostandfoundinarmenia.net
Facebook: facebook.com/lostinarmenia
Twitter: twitter.com/lostinarmenia

_______________________________

Breanna Hughes
Plastick Media, LLC.
5355 Cartwright Avenue, Suite 108 // North Hollywood, CA 91601
323.230.0854 | 323.218.0708 | breanna@plastickmedia.com | www.plastickmedia.com

Saturday, May 04, 2013

VIDEO: Einmal um das Schwarze Meer. ARTE Reportage by Vladimir Vasak (videos.arte.tv)



(videos.arte.tv) Von Vladimir Vasak, Sébastien Guisset et Florence Touly – ARTE GEIE –Frankreich 2009

ARTE Reportage - 11.07.2009

Erstausstrahlungstermin: Sa, 11. Jul 2009, 19:00

Wednesday, April 10, 2013

EXHIBITION: Post-war Soviet architecture - Trespassing Modernities at SALT Galata (e-flux.com)

Post-war Soviet architecture at SALT
Ministry of Transportation, Tibilissi, Georgia (1974). Architects: Georgy Chakhava, Zurab Jalaghaniya, T. Tkhilava, V. Kimberg. Courtesy Georgy Chakhava’s personal archive gathered and selected by Vahram Aghasyan, Nini Palavandishvili and Lali Pertenava as part of Frozen moments: Architecture Speaks Back curated by Joanna Warsza, Tbilsi, 2010.

May 8–August 11, 2013
SALT Galata
Bankalar Caddesi 11
Karaköy 34420
Istanbul, Turkey
Hours: Tuesday–Saturday 12–8pm
Sunday 12–6pm
T +90 212 334 22 00
F +90 212 292 16 67

www.saltonline.org
(e-flux.com) Almost 25 years after the corrosion of the Soviet Union, still little is known about the social fabric that wove it together. Architecture and urbanism have been one of its strongest warps: creating a feeling of social unity and being one of the agents of its dissolution. This continent of architecture, afflicted by inner contradictions that enfolded within a homogenized space, is full of masterpieces waiting to be formally discovered. Trespassing Modernities explores this landscape and an approach of building for a fundamentally different idea of society.
Examples of practices by local architects working in the 1960s and 1970s followed by the critical approach of the Paper Architecture movement in the 1980s are brought together from the 15 countries that once made up the Soviet Union. Through a selection of scale models, drawings, photographs, films and ephemera that portray the legacy of post-war Soviet architecture, the exhibition will offer a glance at a still existing void in the canonical history of architecture. This issue will be discussed further in a conference to be held at SALT Galata on May 10–11.
Trespassing Modernities is programmed for SALT by Georg Schöllhammer with support from Ruben Arevshatyan. The exhibition is based on the research of Local Modernities, a project by Georg Schöllhammer, Ruben Arevshatyan, Klaus Ronneberger, Markus Weisbeck and Heike Ander, which initiated the exhibition Soviet Modernism 1955–1991 Unknown Stories (2012) at Architekturzentrum Wien.
Supported by Kalebodur.
subREALSALT Beyoğlu
May 8–August 11
Taiping Tianguo, A History of Possible EncountersAi Weiwei, Frog King Kwok, Tehching Hsieh and Martin Wong
SALT Beyoğlu
May 8–August 11, 2013
It was a time of conversationSALT Ulus
April 3–June 2, 2013

Friday, November 09, 2012

DOK-SERIE: Seidenstrasse. Von Venedig nach Xi'an mit Peter Gysling. - über Georgien und Aserbaidschan (sendungen.sf.tv)

(sf.tv/seidenstrasse) Die Seidenstrasse ist ein Netz von Strassen, die das Mittelmeer mit Ostasien verbindet. Auf ihr brachten einst Karawanen Seide, Schiesspulver und Papier von China nach Europa. Wo sich einst Karawanen durch den Staub schleppten, entstehen heute Schnellstrassen und Eisenbahnlinien. Folgen Sie unseren Reportern von Venedig nach Xi’an. In unserem Webdok und im Fernsehen, ab 9. November 2012, jeweils freitags, 21 Uhr, auf SF1.

DOK - Seidenstrasse vom 09.11.2012

Link: Interaktive WEB-Dokumentation

Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein grosses Abenteuer: Er bereist eine der Nordrouten der Seidenstrasse, von Venedig nach Xi‘an. Die erste Etappe führt von Venedig in Italien bis nach Trabzon in der Türkei. 

Von Venedig nach Xi'an mit Peter Gysling

Eine Gondel vor der Rialtobrücke in VenedigFolge 1: Von geschichtsbewussten Kostümkünstlern, geschäftstüchtigen Chinesen, modernen und traditionellen Türken
Freitag, 9. November 2012, 21.00 Uhr auf SF1

Wiederholungen:
Samstag, 10. November 2012, 05.45 Uhr auf SF1
Sonntag, 11. November 2012, 14.05 Uhr auf SF1
Mittwoch, 02. Januar 2013, 20.15 Uhr auf 3sat
Sonntag, 06. Januar 2013, 15.45 Uhr auf 3sat

Mehr: sendungen.sf.tv/seidenstrasse

Friday, October 12, 2012

BOOK: Regional Cooperation in the South Caucasus: Good Neighbours or Distant Relatives? (amazon.com)

The South Caucasus region, comprising the former Soviet states of Armenia, Azerbaijan and Georgia occupies a key strategic location, squeezed between the Black and Caspian Seas, Iran, Russia and Turkey. Since the disintegration of the Soviet Union in 1991, the region has become an arena of geopolitical confrontation with regional powers such as Russia, Turkey and Iran vying for influence in the face of growing Western involvement. The Russian military intervention in Georgia in 2008 not only raised questions about Moscow's intentions towards its 'Near Abroad' and the future direction of its foreign policy, it also demonstrated that ostensibly local separatist disputes have serious ramifications for regional relations and the wider international community. In this book, German explores the extent of regional cooperation in the South Caucasus, analyses the reasons for the relative lack of regional cooperation and assesses the potential for deeper cooperation in the future.


  • Hardcover: 184 pages
  • Publisher: Ashgate Pub Co (September 28, 2012)
  • Language: English
  • ISBN-10: 1409407217
  • ISBN-13: 978-1409407218


AmazonShop: Books, Maps, Videos, Music & Gifts About The Caucasus

Saturday, October 06, 2012

FOOD & WINE: Good News! Georgian in Istanbul! (carpetblog.typepad.com)


(carpetblog.typepad.com) Were you as sad as we were to hear that Cafe Euro, the only source of legitimate Georgian foodin Istanbul, had closed? Well, little girl, stop your sobbing and get yourself back to the bus station in Aksaray. There's Khingali to be had!
Café Niko, photo by Ansel Mullins
The brand formerly known as Istanbul Eats, Istanbul Culinary Backstreets, broke the news about Cafe Niko, located a stone's throw from the late Cafe Euro.  We agree with everything they say. Owner and Batumi native Beso is chatty and friendly, the khingali is the bomb and -- wait for it -- there is real pork meat. He serves all your favorites: Khachapuri (adjarian and imrelian), khingali, swine shashlyk (baked with onions, not grilled) and lobio (sadly, out when we went). He predicts a real bounty in October, when he starts serving kupati, homemade pickles and xaş (bone and tripe soup that you'll just LOVE).
Every ingredient, except the potatoes, flour and onions, comes from Georgia. There's no Georgian wine -- sad face! -- because Beso's homemade wine doesn't travel well. Beso is, however, a chacha usta and his homebrew, served in recycled plastic water bottles, is smoother than you'd expect. He attributes this to the wood charcoal filtering process he uses.


Beso has grand expansion visions. He's clearly a man whose ambitions will not be confined by a crappy bus station in Istanbul. At 20 TL/pp for a full meal of Georgian gloriousness, however, a lot of us will have to devour a lot of khingali to provide him with the capital he needs to grow.
Café Niko, photo by Ansel Mullins
We do feel a professional obligation to issue a few words of warning about Cafe Niko. If you thought Cafe Euro was a bit too chi-chi, you'll love Cafe Niko's earthiness. The kitchen looked mostly clean-ish but the astro-turfed terrace, while pleasant on a late summer evening, is, uh, gritty. You might want to leave your high maintenance friends and visitors at home. The crowd looks rough but friendly so unaccompanied ladies might not feel super comfortable. Also, if you don't speak Georgian, Russian or know Georgian food, you might have to take what you get (the menu is only in Georgian but Beso speaks a few words of English). Turkish isn't going to help, either.  But wanting what you get is the key to expat happiness, right? What's the worst that can happen?* You eat something delicious you've never had before? 
Cafe Niko: Carpetblog Stamp of Approval. 
*the worst that can happen is that you go after 8 pm or on Sunday, when Cafe Niko is closed.

more: culinarybackstreets.com
Address: Emniyet Otogarı (bus station), Küçük Langa Caddesi 190, Aksaray
(Go 20 meters after walking through the gates of Emniyet bus station, then look left and you’ll see the balcony of Café Niko above Emniyet Café.)

Note that this is NOT the main otogar in Ensenler. It's in the middle of Aksaray. Yes, there is a bus station there. 

Monday, August 20, 2012

MAGAZIN: GEO EPOCHE Nr. 56 - 8/12 - Das Osmanische Reich mit: Armenien - Ein verleugnetes Verbrechen. Text von Frank Otto und Tobias Völker. (geo.de)

(geo.de) Abendglanz eines Imperiums

GEO EPOCHEEs ist eines der mächtigsten Weltreiche der Geschichte: Die osmanischen Sultane, einstige anatolische Nomadenfürsten, gebieten ein halbes Jahrtausend lang über ein Imperium, das sich von Ungarn bis Ägypten und vom Persischen Golf bis zur Ägäis erstreckt. Doch im 19. Jahrhundert beginnt ein langsamer Niedergang - und zerrieben zwischen den Ambitionen europäischer Nationen und dem Freiheitswillen der beherrschten Völker schwindet die Autorität der Dynastie

+++

 (Foto von: Library of Congress)
© Library of Congress
Im November 1914 tritt das krisengeschwächte Osmanische Reich in den Ersten Weltkrieg ein. Als sich ein halbes Jahr später eine kleine Gruppe von Armeniern gegen die türkische Herrschaft erhebt, antwortet die Regierung mit beispielloser Gewalt: Ihre Schergen treiben die Angehörigen der christlichen Minderheit in Todesmärschen Richtung Süden. Dabei sterben mehr als eine Million Menschen - ein Völkermord, den die Türkei bis heute leugnet

Der Genozid an den Armeniern ist der erste millionenfache Mord des 20. Jahrhunderts. Ein Verbrechen von ungeheuerlichen Dimensionen - befohlen von der Regierung des Osmanischen Reiches. Es beginnt mehr als 1000 Kilometer von den Hauptsiedlungsgebieten der Armenier entfernt: in Istanbul. In der Nacht des 24. April 1915 verhaften Polizisten mehr als 200 Angehörige der armenischen Hauptstadt-Elite - Abgeordnete, Journalisten, Lehrer, Ärzte, Apotheker, Kaufleute und Bankiers. Das Osmanische Reich ist ein halbes Jahr zuvor in den Ersten Weltkrieg eingetreten; angeblich kollaborieren die Festgenommenen mit dem Feind. Auch in vielen Provinzstädten werden armenische Notabeln ins Gefängnis geworfen, gefoltert und zur Abschreckung öffentlich hingerichtet. Doch das ist nur der Prolog der eigentlichen Mordaktion.

Des Versuchs, ein ganzes Volk auszulöschen.

Bis ins späte 19. Jahrhundert hinein haben Armenier vielerorts eine gehobene Stellung im Osmanischen Reich errungen. Zwar bleiben den Angehörigen dieses christlichen Volkes - wie allen Nichtmuslimen - über Jahrhunderte Karrieren im Staatsdienst verschlossen. Doch bringen es zahlreiche Armenier zu beachtlichem Wohlstand. Sowohl im Hochland Ostanatoliens als auch in der Kapitale Istanbul kontrollieren sie wichtige Teile der Ökonomie: die Seidenindustrie und Textilproduktion, die moderne Landwirtschaft, die Schiffbau- und Tabakindustrie. Sie etablieren daneben auch das moderne Theater und die Oper im Reich und verfassen die ersten osmanischen Romane. Neun Zeitungen erscheinen in Istanbul auf Armenisch, nur 13 auf Türkisch. (Die Metropole zählt 1914 mehr als 900.000 Einwohner, von denen etwa zehn Prozent Armenier sind.) Und seit dem Reformdekret von 1856, das allen osmanischen Bürgern unabhängig von der Religion Zugang zu hohen Staatsämtern ermöglicht, finden sich auch dort immer mehr Armenier. Doch im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts beginnt sich das Verhältnis zwischen Armeniern und osmanischer Staatsführung entscheidend zu verschlechtern.

Denn als Sultan Abdülhamid II. 1877 Krieg gegen Russland führt, bitten die armenischen Führer den Zaren darum, ihre Gebiete in Anatolien dauerhaft zu besetzen oder ihnen eine autonome Verwaltung zu verschaffen, doch ohne Erfolg. Im Friedensvertrag nach der katastrophalen Niederlage allerdings muss die Hohe Pforte, die osmanische Regierung, im folgenden Jahr zugestehen, die christliche Minderheit besonders zu schützen und Reformen zu ihren Gunsten ins Leben zu rufen - die von Europäern überwacht werden sollen.

Eine schwere Demütigung des Sultans, dessen Vielvölkerreich immer schneller zerfällt: Bereits 1875 hat der Großwesir als Regierungschef den Staatsbankrott erklärt, die Verwaltung der öffentlichen Schulden wird daraufhin unter europäische Aufsicht gestellt. Im folgenden Jahr erheben sich Serben, Montenegriner und Bulgaren gegen die türkische Herrschaft. Und mit dem Berliner Vertrag verlieren die Osmanen 1878 weite Teile ihrer Besitzungen auf dem Balkan.

Abdülhamid II., seit 1876 auf dem Thron, sieht in den Aufständen seiner christlichen Untertanen und dem Eingreifen der Europäer eine Verschwörung gegen sein Reich und den Islam. Als dann armenische Revolutionäre, die für einen eigenen Staat kämpfen, Terroranschläge gegen osmanische Beamte verüben und Freischärler-Truppen aufstellen, schlägt der Sultan hart zu. Kurdische Reitermilizen unterdrücken 1894 brutal die Aufstände, zerstören Dörfer der Rebellen und ermorden zahlreiche Zivilisten. In Anatolien sowie in der Hauptstadt verüben Muslime in den folgenden Jahren Massaker an den Armeniern - möglicherweise auf direkten Befehl des Monarchen, wie manche Historiker vermuten. Mindestens 80.000 Menschen sterben.

Nach wenigen Jahren einer gespannten Ruhe verschärft sich die Konfrontation zwischen Minderheit und Staatsleitung dramatisch, als sich 1913 die Führer des "Komitees für Einheit und Fortschritt" (KEF), Enver Pascha, Cemal Pascha und Talat Bey, an die Regierung putschen.

Das Komitee ist ein besonders nationalistischer Teil der jungtürkischen Bewegung, die 1909 Abdülhamid II. vom Thron gestoßen und durch dessen altersschwachen Bruder Mehmed V. ersetzt hat; seitdem ist der Sultan nur mehr Repräsentationsfigur. Die neuen Machthaber, ein Triumvirat aus zwei hohen Offizieren und einem ehemaligen Telegraphenbeamten, herrschen fortan mit diktatorischer Gewalt.

Sie wollen das zerbrechende osmanische Imperium um jeden Preis erhalten; alles Streben nach Autonomie ist für sie Verrat. Sie glauben an die Überlegenheit der türkischen Nation gegenüber anderen Völkern. Und sie wollen einen Staat schaffen, der rein türkisch-muslimisch ist - auch mit Gewalt.

Diese Ideologie wird umso kompromissloser propagiert, als im Vorjahr das Reich abermals eine schmähliche Niederlage erlitten und (bis auf kleine Reste) sämtliche Territorien auf dem Balkan verloren hat. Nach mehr als 500 Jahren ist damit die Herrschaft der Osmanen auf der Halbinsel beendet. Hunderttausende muslimische Flüchtlinge drängen nun nach Anatolien und besonders in die armenischen Gebiete.

Glaubensbrüder, für die neue Existenzgrundlagen geschaffen werden müssen - durch Enteignung und Vertreibung der Christen. Der Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg an der Seite Deutschlands und Österreich-Ungarns im November 1914 radikalisiert die türkischen Nationalisten noch weiter: Der Gouverneur der Provinz Diyarbakr, ein Mediziner, nennt die Armenier eine Menge "schädlicher Mikroben, die den Körper des Vaterlandes befallen" hätten. Und fragt, ob es nicht die Pflicht eines Arztes sei, die Mikroben zu töten.

Diplomatische Rücksichten auf das westliche Ausland muss die Regierung im Krieg nicht mehr nehmen. Zudem liefert ihr das Geschehen an der Kaukasusfront einen Vorwand zum Schlag gegen die Armenier. Dort greift im tiefen Winter eine Armee unter Kriegsminister Enver die Russen an. Die Offensive wird zum Fiasko: Mehr als drei Viertel der türkischen Soldaten kommen in der Kälte um. 


Sunday, May 13, 2012

AUSSTELLUNG: Armin T. Wegner. Der vergessene Völkermord. Fotografien 1915/16


Etwas Geduld bitte, das Bild wird noch geladen.Der Wuppertaler Armin T. Wegner (*1887, Elberfeld, †1978, im Exil in Rom) – Schriftsteller, Essayist, Reisender und kritischer Beobachter seiner Zeit – zählt zu den weithin vergessenen Autoren des 20. Jahrhunderts.

Wegner avancierte in den zwanziger Jahren mit seinen Reiseberichten „Fünf Finger über Dir“ (1930) und „Am Kreuzweg der Welten“ (1930) zum Bestsellerautor. Die Texte des vom Orient faszinierten Schriftstellers erzählen von seinen ausgedehnten und abenteuerlichen Reisen, die er zusammen mit seiner Frau, der jüdischen Dichterin Lola Landau, unternahm.

Der lebenshungrige und abenteuerlustige Dichter vergaß jedoch nie, auch hinter die Kulissen der Zeitgeschehnisse zu blicken. So wurde er 1915 - als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad - Zeuge von der Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft und die entstandenen Bilder unter seiner Bauchbinde nach Deutschland.

Der umfangreiche Nachlass des Dichters und leidenschaftlichen Fotografen liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Neben Briefen, Tagebüchern, Arbeitsmaterialien und einigen Romanfragmenten finden sich darin auch etwa 6700 Fotografien.

In der Gedenkstätte Steinwache werden jene Aufnahmen gezeigt, die Wegner mit seiner Plattenkamera von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte. Da nur die Glasdiapositive zu seinem Vortrag, den er zwischen 1919 und 1924 hielt, überliefert sind, werden die Fotos in neuen Drucken ausgestellt.

Weitere in Wegners Nachlass überlieferte Bilder aus dem Kontext des Völkermords, die nicht eindeutig dem Fotografen Wegner zugeordnet werden können, sind über eine Dia-Projektion zu sehen.

Zwischen 1919 und 1933 arbeitete Wegner an einem umfangreichen Roman zum armenischen Völkermord. Die Verhaftung durch die Gestapo im August 1933, Folter u.a. im KZ Columbia Haus in Berlin und Gefangenschaft in mehreren Konzentrationslagern verhinderten schließlich den Abschluss dieses Unternehmens.

Kuration der Ausstellung: 
Prof. Dr. Andreas Meier (Bergische Universität Wuppertal) 
Judith Schönwiesner, M.A. (LVR)

Programm (Entwurf)

10. Mai 2012, 19.00 Uhr Eröffnung
Begrüßung Dr. Stefan Mühlhofer
Der Augenzeuge. Armin T. Wegner und der armenische Völkermord
Vortrag zur Ausstellung von Prof. Dr. Andreas Meier (Bergische Universität Wuppertal)
Grußwort und musikalisches Rahmenprogramm
Ulrich Klan (Vorsitzender der Armin T. Wegner-Gesellschaft)

18. Mai 2012, 19.00 Uhr Operation Nemesis und der armenische Völkermord
Vortrag von Dr. Rolf Hosfeld (Lepsiushaus, Potsdam)

30. Mai 2012, 19.00 Uhr "Aghet - ein Völkermord"
Ein Film von Eric Friedler (ARD, 2010)
Filmabend mit Diskussion

22. Juni 2012, 19.00 Uhr Armin T. Wegner "Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste"
Vortrag mit Lichtbildern
Sprecher: Claus D. Clausnitzer
Moderation: Prof. Dr. Andreas Meier

Nyland-Stiftung, Köln

Mehr hier: www.armin-t-wegner.de
 


(wdr.de) Er war einer der Wenigen, die die Öffentlichkeit über die Massaker der Türken an den Armeniern alarmierten: Vor fast 100 Jahren bereiste der expressionistische Dichter und Reiseschriftsteller Armin T. Wegner als Sanitätsoffizier Ost-Anatolien. Über ausländische Botschaften versuchte er, Beweismaterial nach Deutschland und in die USA zu schleusen, bis er von den Deutschen in der Türkei festgenommen und auf eine Cholera-Station versetzt wurde. Seine Fotografien gehören heute zu den wichtigsten Beweisen eines Genozids an den Armeniern. Unvergessen ist auch sein Eintreten gegen die beginnende Judenverfolgung. Nach seiner KZ-Haft emigrierte er 1936 nach Italien, konnte aber dort nicht mehr an die Erfolge von einst anknüpfen. Eine Aufsatzsammlung über den Reisenden, Schriftsteller und Menschenrechtsaktivisten leuchtet jetzt die Facetten seines Lebens aus. Ebenfalls im Wallstein Verlag erschienen ist die Dokumentation seines Lichtbildvortrags „Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste“.

Buchtipp

Armin T. Wegner: Die Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste
Ein Lichtbildvortrag.
Wallstein Verlag 2011, Preis: 24 Euro