Armin T. Wegner (1887 – 1978) war Weltenbummler, Abenteurer und Fotograf. Und doch war er noch mehr: 1915 wurde er – als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad – Zeuge der systematischen Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte. Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft. So wurde er zum Chronist des Völkermordes an den Armeniern. Noch bis zum 21.12.2010 zeigt das Kölner Lew Kopelew Forum eine Ausstellung seiner Bilddokumente…
Von Uri Degania
Der türkische Völkermord an den Armeniern ist in der Türkei ein bis heute tabuisiertes Thema, wie die Inhaftierung des deutsch-türkischen Schriftstellers und Menschenrechtlers Dogan Akhanli in der Türkei auf bedrückende Weise zeigt. Wegen seines Armenien-Romans und seines konsequenten Engagements gegen jegliche Form des Antisemitismus wird Akhanli heute in der Türkei der Prozess gemacht – ein Skandal.
Am 1.12.2010 wurde die Ausstellung „Aghet – Der vergessene Völkermord“ im Kölner Lew Kopelew Forum eröffnet. Mitveranstalter sind die Deutsch-Armenische-Gesellschaft in Kooperation mit der Armin T. Wegner Gesellschaft, Wuppertal, die Stiftung Guardini, Berlin und die Bergische Universität Wuppertal.
Nach einem Grußwort von Susanne Böhringer, Vorsitzende der Deutsch-Armenischen Gesellschaft, und einführenden Worten zur Ausstellung von Judith Schönwiesner, Kuratorin der Ausstellung, folgte ein anspruchsvoller Vortrag von Prof. Dr. Andreas Meier: „Austreibung oder Völkermord? A.T. Wegner als Augenzeuge des Genozids an den Armeniern“, in welchem er die komplexe Persönlichkeit und die Pionierleistung Wegners in lebendiger Weise darbot. Für eine musikalische Umrahmung dieses schwierigen Themas sorgte der Musiker und Komponist Ulrich Klan.
Dauer der Ausstellung: 02.12. – 17.12.2010, Öffnungszeiten: di. – fr. 11.00 – 18.00 und nach Vereinbarung
Ort: Lew Kopelew ForumNeumarkt 18a, Neumarkt Passage, 50667 Köln
www.kopelew-forum.de
Tel.: +49 221 257 67 67, Fax: +49 221 257 67 68
Nachfolgend dokumentieren wir die Eröffnungsrede von Judith Schönwiesner, M. A.
Liebe Pastorin Böhringer,
sehr geehrte Damen und Herren,
Armin T. Wegner gehört heute zu den zu Unrecht vergessenen Schriftstellern. Ja, er war Autor und ein leidenschaftlicher Fotograf, der in den 20er Jahren zu einem der bedeutendsten Reiseschriftsteller Deutschlands avancierte. Hierfür unternahm er Reisen durch die frühe Sowjetunion, den damals noch „illegalen“ Staat Israel und durch den Orient. Wie zu seiner Zeit als Krankenpfleger in der Türkei hielt er seine Erlebnisse immer schriftlich – in Tagebüchern – und in Bildern fest.
Wegner war ein Reisender, ein Beobachtender, deutscher Autor sowie ein Mensch seiner Zeit, und als solcher sah er seine Aufgabe darin, die Geschehnisse der Zeit aufzugreifen, zu diesen Stellung zu beziehen und ein Weiterdenken zu provozieren.
Seine Liebe zum Leben, seine Wissbegierde und seine Abenteuerlust trieben ihn voran, immer wieder Neues entdecken zu wollen und das Gesehene schließlich zur Basis, seiner literarischen Texte werden zu lassen. Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problemen, Gewalt und Ungerechtigkeit bildeten hierbei einen Schwerpunkt in seinem Leben wie auch in seinem literarischen Schaffen und verhalfen ihm zu einem thematisch vielseitigen Spektrum seines Werkes in verschiedenen literarischen und journalistischen Gattungen.
Sein Handeln und Denken war stetig geprägt von der Forderung nach Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit unter den Menschen und Völkern.
Die hier präsentierte Ausstellung ist Teil einer größeren Wanderausstellung charakteristischer Reisefotografien aus dem Nachlass Wegners, in dem sich insgesamt über 6700 Fotografien finden ließen. Die ursprüngliche Ausstellung wurde von Matthias Flügge von der Galerie Guardini, Berlin und Prof. Andreas Meier von der Bergischen Universität Wuppertal erarbeitet. Hier wird also nur ein kleiner Ausschnitt dieser, mit dem thematischen Schwerpunkt der Vertreibung der Armenier aus dem Osmanischen Reich, gezeigt. Von den Aufnahmen, die Wegner mit einer einfachen Plattenkamera – die Sie hinten in der Vitrine des Lew Kopelews Forums sehen können – gemacht hat, sind nur die Glasdiapositive zu einem Vortrag überliefert, so dass die Bilder hier in modernen Abzügen gezeigt werden. Sie gehören zu jenem Vortrag, den Wegner zwischen 1919 und 1924 hielt und von dem uns Prof. Meier gleich mehr erzählen wird.
Seinen Einsatz für Gerechtigkeit brachte Wegner nicht nur in Vorträgen und literarischen Umsetzungen zum Ausdruck, sondern auch in seinen pazifistischen und revolutionären Aufrufen oder in seinem „Brief an Hitler“ vom 11. April 1933.
Diese konsequente Haltung veränderte 1933 das Leben Wegners radikal, da er sich auch nach der Machtergreifung Hitlers beharrlich für humane Ideale einsetzte. All dies hatte zur Folge, dass sich sein Name auf der ersten „Schwarzen Liste“ wieder fand, seine Werke verbrannt wurden, er Berufsverbot bekam und im August des gleichen Jahres von der SA verhaftet wurde. (Er ist von einem Nachbarn denunziert worden, der ihn dabei beobachtet hatte, wie er illegale Schriften im Garten seines Hauses „Sieben Wälder“ verbrannt hatte.) Er durchlief eine viermonatige Haft in verschiedenen Konzentrationslagern und wurde schließlich auf Druck internationaler Kräfte wieder freigelassen. 1936 ging er ins lebenslange italienische Exil.
Nach dem Krieg galt Wegner als verschollen, zeitweilig hielt man ihn sogar für tot. An seine Erfolge während der Weimarer Republik konnte er später nicht mehr anknüpfen, obschon er von Israel, Armenien und auch der Bundesrepublik für seine Zivilcourage geehrt wurde und Nachdrucke früherer Werke ebenso erschienen wie Essays und etliche Rundfunkbeiträge.
Bevor ich das Wort nun an Prof. Meier übergebe, möchte ich noch kurz danken: Zunächst Pastorin Böhringer für die fruchtbare Zusammenarbeit und das in mich gesetzte Vertrauen. Sodann Michele Wegner, der Armin T. Wegner Gesellschaft, der Stadtbibliothek Wuppertal, der Galerie Guardini und dem Kunstmuseum Solingen für die spontane Zusage, die Ausstellung mit ihren Leihgaben zu unterstützen. Frau Hahn, Geschäftsführerin des Lew Kopelew Forums und ihrem Team für die Hilfe hier vor Ort und natürlich Ulrich Klan und Prof. Meier für die Bereitschaft, das Eröffnungsprogramm dieser Ausstellung mit zu gestalten. Vielen Dank!
Wir danken Judith Schönwiesner, M.A., Kuratorin der Wegner-Ausstellung, für die Nachdruckrechte . Die Wissenschaftlerin arbeitet im „Zentrum für verfolgte Künste“ im Kunstmuseum Solingen.
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Saturday, December 04, 2010
Monday, November 29, 2010
AUSSTELLUNG: Armin T. Wegner Ausstellung im Lew-Kopolew-Forum Köln (kopelew-forum.de)
Am Mittwoch den 1. Dezember wird im Kölner Lew Kopelew Forum zusammen mit der Deutsch Armenischen Gesellschaft die folgende Ausstellung eröffnet: AGHET - Der vergessene Völkermord
Armin T. Wegner
Fotografien 1915/1916
Zur Eröffnung um 19.30 Uhr sprechen:
- Susanne Böhringer (Vorsitzende der DAG)
- Der Erzbischof der Armenischen Kirche in Deutschland Karekin Bekdjan
- Die Kuratorin der Ausstellung, Judith Schönwiesner
- Prof. Dr. Andreas Meier (Bergische Universität Wuppertal)
Vortrag: Austreibung oder Völkermord?
Musikalische Umrahmung: Lieder von Ulrich Klan, Musiker, Komponist, Vorstandsmitglied der Armin T. Wegner Gesellschaft und Armine Ghouloyan, Pianistin, Komponistin
Der Wuppertaler Armin T. Wegner (*1887, Elberfeld, †1978, im Exil in Rom) – Schriftsteller, Essayist, Reisender und kritischer Beobachter seiner Zeit – zählt zu den weithin vergessenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Wegner avancierte in den zwanziger Jahren mit seinen Reiseberichten "Fünf Finger über Dir" (1930) und "Am Kreuzweg der Welten" (1930) zum Bestsellerautor. Die Texte des vom Orient faszinierten Schriftstellers erzählen von seinen ausgedehnten und abenteuerlichen Reisen, die er zusammen mit seiner Frau, der jüdischen Dichterin Lola Landau, unternahm.
Der lebenshungrige und abenteuerlustige Dichter vergaß jedoch nie, auch hinter die Kulissen der Zeitgeschehnisse zu blicken. So wurde er 1915 - als Sanitätsoffizier des Roten Kreuzes in Bagdad - Zeuge von der Vertreibung der Armenier. Trotz Verbots begab er sich in die Flüchtlingslager, fotografierte, schmuggelte. Briefe der Verfolgten zur amerikanischen Botschaft und die entstandenen Bilder unter seiner Bauchbinde nach Deutschland.
Der umfangreiche Nachlass des Dichters und leidenschaftlichen Fotografen liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Neben Briefen, Tagebüchern, Arbeitsmaterialien und einigen Romanfragmenten finden sich darin auch etwa 6700 Fotografien.
In der Ausstellung werden Aufnahmen gezeigt, die Wegner mit einer einfachen Plattenkamera von der Vertreibung und den Morden an den Armeniern machte. Da nur die Glasdiapositive zu einem Vortrag, den er zwischen 1919 und 1924 hielt, überliefert sind, werden die Fotos in neuen Drucken ausgestellt. Jene Bilder aus dem Nachlass, die nicht eindeutig Wegner zugeordnet werden konnten, sind über eine DIA-Projektion zu sehen.
Wie Lew Kopelew trat auch Armin T. Wegner für Gerechtigkeit, Völkerverständigung, Gleichheit, gegenseitigen Respekt und Menschlichkeit ein. Diese Haltung brachte Wegner u.a in seinen revolutionären Aufrufen wie "Der Ankläger – Aufruf zur Revolution", seinem Dia-Vortrag "Austreibung des armenischen Volkes in die Wüste" oder in seinem "Brief an Hitler" zum Ausdruck.
Dauer der Ausstellung: 02.12. – 17.12.2010, Öffnungszeiten: di. – fr. 11.00 - 18.00 und nach Vereinbarung
UKB: 5,- € / 2,5 € ermäßigt
Ort: Lew Kopolew Forum, Neumarkt 18, 50677 Köln
www.kopolew-forum.de
Thursday, June 18, 2009
BUCHVORSTELLUNG: Grosny-Zürich und zurück. Porträts von fünf Jugendlichen aus Tschetschenien. Von Elisabeth Gusdek Petersen
Montag, 22. Juni 2009, 19.00 Uhr: Tschetschenien im Fokus
Buchvorstellung: Elisabeth Gusdek Petersen, "Grosny-Zürich und zurück. Porträts von fünf Jugendlichen aus Tschetschenien", Zürich 2009
Moderation: Dr. Rupert Neudeck, Journalist, Gründer des Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V., Mitbegründer und Vorsitzender des Friedenskorps Grünhelme e.V.,
Spezialgast: Sulichan Asukanowa
eine der fünf Porträtierten
Fünf vom Krieg traumatisierte Jugendliche aus Tschetschenien begegnen der Schweiz. Elisabeth Gusdek Petersen zeichnet deren Lebensgeschichte in fünf einfühlsamen Porträts auf.
Morde, Verfolgungen, Säuberungen, Flucht und Vertreibung haben die Menschen in Tschetschenien schwer gezeichnet. Auf Initiative der Autorin, die über Jahre die russische Kaukasusrepublik besucht hat, konnten in den letzten Jahren fünf junge Tschetschenen in der Schweiz eine Ausbildung absolvieren, Sprachen lernen und eine neue Perspektive aufbauen. In ihrer Heimat hatten die drei Frauen und die zwei Männer schwerste körperliche und seelische Verletzungen erlitten, Angehörige verloren, Entwurzelung erfahren.
Elisabeth Gusdek Petersen holte die Jugendlichen in die Schweiz und unterstützte sie bei der Auseinandersetzung mit der fremden Kultur. Nicht immer ein leichtes Unterfangen. Das Buch vermittelt einen Einblick in den Kriegsalltag von Jugendlichen und beschreibt die Zukunftsperspektiven in einem kriegsversehrten Land.
Elisabeth Gusdek Petersen ist Juristin, Dozentin und Präsidentin des Forums für Zeitzeugen in Zürich. Als Verfechterin der Menschenrechte engagiert sie sich seit vielen Jahren für die Opfer des Tschetschenienkrieges. Sie lebt in Zürich.
UKB: 5,- ? / 2,5 ? LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II- Empfänger
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Thursday, September 04, 2008
RUSSLAND, AMERIKA, DEUTSCHLAND und die KRISE im KAUKASUS
Lew Kopelew Forum Köln EINLADUNG zur PODIUMSDISKUSSION Aus dem aktuellen politischen Anlass ist es dem Lew Kopelew Forum in Köln gelungen, TOP-Experten zu dem Thema zu gewinnen:
Neue Präsidenten - neue Hoffnungen, neue Probleme, neue Abhängigkeiten.
Einige Monate nach Amtsantritt des neuen Präsidenten in Russland und einige Wochen vor den Präsidentenwahlen in den USA gehen prominente Kenner beider Länder der Frage nach: Welche Bedeutung hat die Krise im Kaukasus und die Wahl der neuen Männer in Moskau und Washington für Deutschland und Europa.
Unter der Leitung von Fritz Pleitgen diskutieren:
* Dieter Boden, langjähriger Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und Leiter der OSZE-Mission in Georgien
* Tom Buhrow, Tagesthemen-Moderator und langjähriger Korrespondent in Washington
* Hermann Krause, Leiter des ARD-Hörfunkstudio in Moskau Volker Rühe, Verteidigungsminister a. D.
* Horst Teltschik, ehem. außen- und sicherheitspolitischer Sprecher im Bundeskanzleramt, 1999-2008 Leiter der Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik
Dienstag, 16. September 2008, 19.30 Uhr
ORT: Kassenhalle der Kreissparkasse Köln, Neumarkt 18
Anmeldung erforderlich an:
Karin Kleissberg, Kreissparkasse Köln, Tel.: 0221 227 2396
---------------------------------------------------------------------
Lew Kopelew Forum e.V.
Neumarkt 18a, 50667 Köln, Neumarkt Passage
Tel.: 00492212576767, Fax: 00492212576768
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Neue Präsidenten - neue Hoffnungen, neue Probleme, neue Abhängigkeiten.
Einige Monate nach Amtsantritt des neuen Präsidenten in Russland und einige Wochen vor den Präsidentenwahlen in den USA gehen prominente Kenner beider Länder der Frage nach: Welche Bedeutung hat die Krise im Kaukasus und die Wahl der neuen Männer in Moskau und Washington für Deutschland und Europa.
Unter der Leitung von Fritz Pleitgen diskutieren:
* Dieter Boden, langjähriger Sondergesandter des UN-Generalsekretärs und Leiter der OSZE-Mission in Georgien
* Tom Buhrow, Tagesthemen-Moderator und langjähriger Korrespondent in Washington
* Hermann Krause, Leiter des ARD-Hörfunkstudio in Moskau Volker Rühe, Verteidigungsminister a. D.
* Horst Teltschik, ehem. außen- und sicherheitspolitischer Sprecher im Bundeskanzleramt, 1999-2008 Leiter der Münchener Konferenz für Sicherheitspolitik
Dienstag, 16. September 2008, 19.30 Uhr
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Wednesday, May 28, 2008
VORTRAG: 12 Jahre Tschetschenien
Lew Kopelew Forum Köln
Donnerstag, 29. Mai 2008, 19.00 Uhr
Barbara Gladysch berichtet über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus Tschetschenien von 1996 bis 2008
Moderation: Sonia Mikich, Moderatorin und Leiterin der ARD/WDR
Monitor-Redaktion
Eröffnung der Fotoausstellung:
"Zwischen Wiederaufbau und Kriegserbe. Bilder aus den russischen Kaukasusrepubliken Tschetschenien, Inguschetien, und Nordossetien"
Eine Ausstellung des Deutsch-Russischen Austausches e.V. Berlin mit Unterstützung der Marion-Dönhoff-Stiftung
Dauer der Ausstellung: 30.05. - 18.06.2008.
Besichtigung der Ausstellung frei
Barbara Gladysch kam 1996 zusammen mit russischen Soldatenmüttern und Chris Hunter, dem Begründer von CPCD - Center for Peacemaking und Community Development in Moskau (später auch in Tschetschenien und Inguschetien), zum ersten Mal nach Tschetschenien. Im Jahr 1997 war sie dort OSCE-Wahlbeobachterin und gründete gemeinsam mit Hunter und tschetschenischen Freunden im Mai das Projekt "Kleiner Stern": Rehabilitationseinrichtungen für traumatisierte Kinder in Tschetschenien.
Auf ihren bislang 20 Reisen in verschiedene, auch entlegene, "vergessene" Gebiete Tschetscheniens versucht sie die Lebensbedingungen der Menschen zu erleichtern und deren Hoffnung auf Heilung und Frieden zu stärken.
Der in jüngster Zeit forcierte Bauboom in Grosny lässt in rasantem Tempo äußere Kriegsspuren verschwinden. Aber der "mit Putin-Porträts zugehängte bleierne Frieden, der in Grosny eingekehrt ist" (Sainap Gaschajewa in der NZZ am 12.01.2008) vermag nicht die unvernarbten
körperlichen und seelischen Wunden der Menschen zu überdecken.
Im Januar 2006 verweigerte Barbara Gladysch die Annahme des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse aus Protest gegen die deutsche Asylpolitik und die Politik gegenüber Tschetschenien.
Mit der Auszeichnung sollte ihr Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland, für die "Tschernobylarbeit" in der Republik Belarus und die Hilfeleistung für kriegstraumatisierte Kinder in Tschetschenien gewürdigt werden. In einem Brief an den
Bundespräsidenten erläuterte Barbara Gladysch ihre Gründe für die Ablehnung der Auszeichnung.
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Donnerstag, 29. Mai 2008, 19.00 Uhr
Barbara Gladysch berichtet über ihre Erfahrungen und Eindrücke aus Tschetschenien von 1996 bis 2008
Moderation: Sonia Mikich, Moderatorin und Leiterin der ARD/WDR
Monitor-Redaktion
Eröffnung der Fotoausstellung:
"Zwischen Wiederaufbau und Kriegserbe. Bilder aus den russischen Kaukasusrepubliken Tschetschenien, Inguschetien, und Nordossetien"
Eine Ausstellung des Deutsch-Russischen Austausches e.V. Berlin mit Unterstützung der Marion-Dönhoff-Stiftung
Dauer der Ausstellung: 30.05. - 18.06.2008.
Besichtigung der Ausstellung frei
Barbara Gladysch kam 1996 zusammen mit russischen Soldatenmüttern und Chris Hunter, dem Begründer von CPCD - Center for Peacemaking und Community Development in Moskau (später auch in Tschetschenien und Inguschetien), zum ersten Mal nach Tschetschenien. Im Jahr 1997 war sie dort OSCE-Wahlbeobachterin und gründete gemeinsam mit Hunter und tschetschenischen Freunden im Mai das Projekt "Kleiner Stern": Rehabilitationseinrichtungen für traumatisierte Kinder in Tschetschenien.
Auf ihren bislang 20 Reisen in verschiedene, auch entlegene, "vergessene" Gebiete Tschetscheniens versucht sie die Lebensbedingungen der Menschen zu erleichtern und deren Hoffnung auf Heilung und Frieden zu stärken.
Der in jüngster Zeit forcierte Bauboom in Grosny lässt in rasantem Tempo äußere Kriegsspuren verschwinden. Aber der "mit Putin-Porträts zugehängte bleierne Frieden, der in Grosny eingekehrt ist" (Sainap Gaschajewa in der NZZ am 12.01.2008) vermag nicht die unvernarbten
körperlichen und seelischen Wunden der Menschen zu überdecken.
Im Januar 2006 verweigerte Barbara Gladysch die Annahme des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse aus Protest gegen die deutsche Asylpolitik und die Politik gegenüber Tschetschenien.
Mit der Auszeichnung sollte ihr Engagement für Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland, für die "Tschernobylarbeit" in der Republik Belarus und die Hilfeleistung für kriegstraumatisierte Kinder in Tschetschenien gewürdigt werden. In einem Brief an den
Bundespräsidenten erläuterte Barbara Gladysch ihre Gründe für die Ablehnung der Auszeichnung.
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Saturday, May 10, 2008
STUDIES: Das Kosovo-Problem - kein Ende in Sicht?
Dr. Geert-Hinrich Ahrens im Gespräch mit Dr. Ulrich Schiller
Die Probleme auf dem Balkan werden mit der Unabhängigkeit des Kosovo kaum zu Ende sein. Es ist zu hören, die Serben Bosnien-Herzegowinas könnten den Anschluss an Serbien, die dortigen Kroaten den an Kroatien fordern, und es gibt Äußerungen, der neue Staat Kosovo werde von Männern regiert, die in organisierte Kriminalität verwickelt seien, und könne sich zu einem "serbischen Palästina" entwickeln. Wie ernst sind solche Befürchtungen zu nehmen?
Auf solche und viele weitere Fragen werden ausgewiesene Balkan-Spezialisten versuchen Antworten zu geben.
Dr. Geert-Hinrich Ahrens war in den 1990er Jahren als Sonderbotschafter intensiv in die internationalen Bemühungen um die Lösung der Jugoslawienproblematik einbezogen. Er war von 1991-1996 an den beiden Jugoslawienkonferenzen beteiligt. Ferner 1999 EU-Sondergesandter der Europäischer Präsidentschaft in Mazedonien; 1999-2002 Leiter der OSZE-Mission in Albanien; Aug. 2004 - März 2008 OSZE-Leiter der Wahlbeobachtungsmissionen in der Ukraine, Aserbeidschan, Belarus, Georgien, Serbien, Armenien u.v.a.
Dr. Ulrich Schiller, eh. Korrespondent für ARD und DIE ZEIT in Jugoslawien, der Sowjetunion und den USA, Autor der Bücher "Zwischen Moskau und Jakutsk. Die Sowjetunion im Wettlauf gegen die Zeit" (1970) und "Macht außer Kontrolle. Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Busch" (2003).
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Die Probleme auf dem Balkan werden mit der Unabhängigkeit des Kosovo kaum zu Ende sein. Es ist zu hören, die Serben Bosnien-Herzegowinas könnten den Anschluss an Serbien, die dortigen Kroaten den an Kroatien fordern, und es gibt Äußerungen, der neue Staat Kosovo werde von Männern regiert, die in organisierte Kriminalität verwickelt seien, und könne sich zu einem "serbischen Palästina" entwickeln. Wie ernst sind solche Befürchtungen zu nehmen?
Auf solche und viele weitere Fragen werden ausgewiesene Balkan-Spezialisten versuchen Antworten zu geben.
Dr. Geert-Hinrich Ahrens war in den 1990er Jahren als Sonderbotschafter intensiv in die internationalen Bemühungen um die Lösung der Jugoslawienproblematik einbezogen. Er war von 1991-1996 an den beiden Jugoslawienkonferenzen beteiligt. Ferner 1999 EU-Sondergesandter der Europäischer Präsidentschaft in Mazedonien; 1999-2002 Leiter der OSZE-Mission in Albanien; Aug. 2004 - März 2008 OSZE-Leiter der Wahlbeobachtungsmissionen in der Ukraine, Aserbeidschan, Belarus, Georgien, Serbien, Armenien u.v.a.
Dr. Ulrich Schiller, eh. Korrespondent für ARD und DIE ZEIT in Jugoslawien, der Sowjetunion und den USA, Autor der Bücher "Zwischen Moskau und Jakutsk. Die Sowjetunion im Wettlauf gegen die Zeit" (1970) und "Macht außer Kontrolle. Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Busch" (2003).
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Tuesday, April 29, 2008
BUCH: Die EU, Russland und Eurasien. Die Rückkehr der Geopolitik.
Lew Kopelew Forum Köln
Mittwoch, 30. April 2008, 19.00 Uhr: Politische Diskussion und
Buchvorstellung:
Die EU, Russland und Eurasien. Die Rückkehr der Geopolitik
Berliner Wissenschaftsverlag 2008
Die Buchvorstellung soll dazu anregen, eine Diskussion zu führen über die europäisch-russischen sowie die EU- Beziehungen zu den Ländern Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens. Sämtliche zentralen Akteure der Großregion - die EU, Russland und die Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) - befinden sich in einem labilen Zustand mit offener Perspektive. Frühere Grundpositionen müssen angesichts einschneidender Veränderungen im eurasischen Raum neu justiert werden.
Auf dem Podium referieren Herausgeber und Autoren:
Dr. Winfried Schneider-Deters, eh. Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew
Prof. Dr. Peter W. Schulze, langjähriger Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Moskau
Dr. Heinz Timmermann, freier Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Köln
Moderation und Kommentar: Dr. Rolf Mützenich, Köln, MdB und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
UKB: 5,- EUR / 2,5 EUR LKF-Mitglieder, Schüler, Studenten und ALG-II-Empfänger
Lew Kopelew Forum e.V.
Neumarkt 18a, 50667 Köln, Neumarkt Passage
Tel.: 00492212576767, Fax: 00492212576768
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Mittwoch, 30. April 2008, 19.00 Uhr: Politische Diskussion und
Buchvorstellung:
Die EU, Russland und Eurasien. Die Rückkehr der Geopolitik
Berliner Wissenschaftsverlag 2008
Die Buchvorstellung soll dazu anregen, eine Diskussion zu führen über die europäisch-russischen sowie die EU- Beziehungen zu den Ländern Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens. Sämtliche zentralen Akteure der Großregion - die EU, Russland und die Mitglieder der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) - befinden sich in einem labilen Zustand mit offener Perspektive. Frühere Grundpositionen müssen angesichts einschneidender Veränderungen im eurasischen Raum neu justiert werden.
Auf dem Podium referieren Herausgeber und Autoren:
Dr. Winfried Schneider-Deters, eh. Leiter des Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kiew
Prof. Dr. Peter W. Schulze, langjähriger Leiter der Friedrich-Ebert-Stiftung in Moskau
Dr. Heinz Timmermann, freier Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik Berlin, Köln
Moderation und Kommentar: Dr. Rolf Mützenich, Köln, MdB und Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
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Tuesday, November 13, 2007
VERANSTALTUNG: Deutschland-Aserbaidschan: Kulturbrücken zueinander – miteinander.
Auftaktveranstaltung am 29. November 2007 in Köln
Das Kulturamt der Stadt Köln veranstaltet in Vorbereitung des "Aserbaidschanischen Kulturjahres in Deutschland 2008" gemeinsam mit dem Deutsch-Aserbaidschanischen Forum e.V., dem Kultur- und Wissenschaftsverein EuroKaukAsia e.V. und dem Lew Kopelew Forum am Donnerstag, 29. November 2007, 19.00 Uhr im Kölner Lew Kopelew Forum (Neumarkt 18a) einen interkulturellen Abend zu dem wir alle Interessenten recht herzlich einladen.
Programm:
Eröffnung: Johannes Bunk, Referat für interkulturelle Kunstprojekte der Stadt Köln
Begrüßung: Otto Hauser, Vorsitzender des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums e.V.
Musikalische Darbietung: Erik Schumann - Violine, Elnara Ismailova - Klavier spielen Werke der aserbaidschanischen Komponisten: Musa Mirsojev, Qara Qarayev, Fikret Amirov, Gövdet Hagijev, Tofig Gulijev
Vortrag: Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch Universität Bonn (Vorsitzende des Vereins EuroKaukAsia e.V.): „Und in des fremden Volkes Mitte zog viel den Europäer an... – Zur Geschichte und Gegenwart deutsch-aserbaidschanischer Kulturbegegnungen“.
Moderation des Abends: Samira Patzer-Ismailova – Diplommusikerin, Leiterin des Ressorts Kunst und Kultur des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums e.V.
Eröffnung der Ausstellung der aserbaidschanischen Künstler: Sabir Chopurov, Aschraf Geibatov, Schachpeleng Mamedov
Internationale Kunstagentur ZARIFA - ART
Anhang: Einladung >>> & Programm >>>
Das Kulturamt der Stadt Köln veranstaltet in Vorbereitung des "Aserbaidschanischen Kulturjahres in Deutschland 2008" gemeinsam mit dem Deutsch-Aserbaidschanischen Forum e.V., dem Kultur- und Wissenschaftsverein EuroKaukAsia e.V. und dem Lew Kopelew Forum am Donnerstag, 29. November 2007, 19.00 Uhr im Kölner Lew Kopelew Forum (Neumarkt 18a) einen interkulturellen Abend zu dem wir alle Interessenten recht herzlich einladen.
Programm:
Eröffnung: Johannes Bunk, Referat für interkulturelle Kunstprojekte der Stadt Köln
Begrüßung: Otto Hauser, Vorsitzender des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums e.V.
Musikalische Darbietung: Erik Schumann - Violine, Elnara Ismailova - Klavier spielen Werke der aserbaidschanischen Komponisten: Musa Mirsojev, Qara Qarayev, Fikret Amirov, Gövdet Hagijev, Tofig Gulijev
Vortrag: Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch Universität Bonn (Vorsitzende des Vereins EuroKaukAsia e.V.): „Und in des fremden Volkes Mitte zog viel den Europäer an... – Zur Geschichte und Gegenwart deutsch-aserbaidschanischer Kulturbegegnungen“.
Moderation des Abends: Samira Patzer-Ismailova – Diplommusikerin, Leiterin des Ressorts Kunst und Kultur des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums e.V.
Eröffnung der Ausstellung der aserbaidschanischen Künstler: Sabir Chopurov, Aschraf Geibatov, Schachpeleng Mamedov
Internationale Kunstagentur ZARIFA - ART
Anhang: Einladung >>> & Programm >>>
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