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Wednesday, October 14, 2020

EXHIBITION: Marjanishvili Quarter. Correlations of Architecture, Politics, and Identities. Exhbitions I Lectures I Architecture Tours. 2nd Tbilisi Architecture Biennial. (17.10. 2020 – 8.11. 2020)

The project MARJANISHVILI QUARTER was specificallyconceptualized for the 2nd Tbilisi Architecture Biennial and focuses on the area that today, as well as historically, is recognised as the centre of the left bank of Tbilisi. Its origins go back to the 19th century, when the German settlement was founded northwest of Tbilisi. The exhibition shows historical, critical, ironic and poetic aspects of this place through different contexts and media. Among other things, the project contains materials of the alteration project of the Marjanishvili district in the 1980s and 1990s. Marjanishvili district is still developing. The residents and the urban space are going through changes. Different realities and habits reveal themselves; a mood of departure emerges. In temporal as well as spatial representations it is shown what constitutes the coexistence of the people of this district – what do we have in common? 

MARJANISHVILI QUARTER: CORRELATIONS OF ARCHITECTURE, POLITICS, AND IDENTITIES Exhibition / 2nd Tbilisi Architecture Biennale / Tbilisi (17.10. 2020 – 8.11. 2020)

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Das Projekt MARJANISHVILI QUARTER wurde für die 2. Architekturbiennale in Tiflis konzipiert und bezieht sich auf das Viertel, das als Zentrum des linken Ufers von Tiflis gilt. Die Entstehung dieses Viertels geht auf das 19. Jahrhundert zurück, als eine deutsche Siedlung nordwestlich vom damaligen Tiflis gegründet wurde. Die Ausstellung zeigt historische, kritische, ironische und poetische Aspekte dieses Ortes anhand von verschiedenen Kontexten und Medien – unter anderem die Pläne zum Umbau des Marjanishvili-Viertels aus den 1980er- und 1990er-Jahren. Das Marjanishvili-Viertel ist immer noch im Wandel. Die Bewohner und der urbane Raum durchlaufen Veränderungen. Es offenbaren sich unterschiedliche Realitäten und Gewohnheiten, eine Stimmung des Aufbruchs entsteht. In zeitlichen wie auch in räumlichen Darstellungen wird aufgezeigt, was das Zusammenleben der Menschen dieses Stadtteils ausmacht. Was verbindet uns?

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პროექტი „მარჯანიშვილის უბანი“ შეიქმნა თბილისის არქიტექტურის მე-2 ბიენალესთვის და წარმოაჩენს ტერიტორიას, რომელიც თბილისის მარცხენა ბირთვის შემადგენელი ნაწილია. ის დაარსდა მე-19 საუკუნეში, როდესაც თბილისის ჩრდილო-დასავლეთით გერმანელების კოლონია შეიქმნა. გამოფენა წარმოადგენს ამ ადგილის ისტორიულ, კრიტიკულ, ირონიულ და პოეტურ ასპექტებს სხვადასხვა კონტექსტსა და მედიაში, მათ შორის, 1980-იან და 1990-იან წლებში ამ უბნის რეკონსტრუქციის არქიტექტურულ არქივს. მარჯანიშვილის უბანი სახეცვლილებას განიცდის. გარდაიქმნება საზოგადოების, ეკონომიკისა და ურბანული სივრცის ორგანიზება – შესაბამისად, იცვლება ჩვეული რეალობებიც. ამ კონტექსტში, ბიენალეს მესიჯი „რა გვაქვს საერთო?“ ფიქსირდება დროით და სივრცით წარმოდგენებში, რაც გარკვეულწილად ამ ტერიტორიაზე ადამიანების თანაცხოვრებასა და თანაარსებობას გულისხმობს – რა გვაკავშირებს ერთმანეთთან? რა გვაქვს საერთო?

Link [pdf] Project Marjanishvili Quarter

 








Venue 1 AA Architecture Ambience 2 Marjanishvili St 3802 Tbilisi Georgia

Venue 2 TBC Concept 7 Marjanishvili St 3802 Tbilisi Georgia

Curator: Irina Kurtishvili
Editor: Heike Maria Johenning
Graphic Design: Irakli Kiziria
Editing: Thea Tvalavadze (Georgian) Nathan Michael Hudson (English)
In Collaboration with W2KSHOP COLLECTIVE, Dimitri Eristavi, Lado Shonia, Tilman Haseloff, Liza Bokeria and Contemporary Art Space Maudi Nina Akhvlediani, Curator of TBC Concept and TBC Art Collection and Ketevan Korzakhia, Director, TBC Art Gallery
Exhibition Production: Zura Tsofurashvili
Archives: AA Architecture Ambience

LOCATIONS & EXHIBITION HOURS

AA Architecture Ambience
2 Marjanishvili st | 0102 Tbilisi | Georgia Open during the Biennial
Tuesday – Sunday 3pm – 7pm
AA is free and open to all people.

Please reach out to us in advance with any requests.
Contact irina@irinakurtishvili.com
Mob. + 995 (5) 55 21 44 83

TBC Concept
7 Marjanishvili str | 0102 Tbilisi | Georgia Open during the Biennial
Monday – Saturday 11am – 8pm Sunday 11am – 5pm

Acknowledgements
Irina Kurtishvili thanks all institutions, people and partners who contributed to realize this project

Printing: SpreeDruck, Berlin

TAB Tbilisi Architecture Biennial
Directors and Founders Project Management
Tinatin Gurgenidze, Natia Kalandarishvili, Otar Nemsadze, Gigi Shukakidze, Tamara Janashia
4 Shanidze st | 0179 Tbilisi | Georgia www.biennial.ge

Wednesday, November 14, 2018

PODIUMSGESPRÄCH: Architektur und baubezogene Kunst aus der Sowjetzeit in Georgien in Zeiten der Transition!

mit
Kuratorin Irina Kurtishvili und Autorin Nini Palavandishvili
Moderation: Adolph Stiller, Ausstellungskurator

am Mittwoch, 14.11.2018 | 18:00 Uhr
Ausstellungszentrum im Ringturm, Schottenring 30, 1010 Wien

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. +43 (0) 50 390-20299 oder per Mail an info@airt.at

Die Ausstellung im Rahmen der Reihe "Architektur im Ringturm" (11. Oktober bis 30. November) knüpft an die 2016 gezeigte Schau über die Architektur in Georgiens Hauptstadt an und wirft nun einen Blick über die Grenzen Tiflis hinaus. Die einzigartige Architekturlandschaft des eurasischen Staates an der Schwelle zwischen Europa und Asien wird präsentiert: Vom historisch verbrämten Zuckerbäckerstil, der als Zeitzeuge an die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Sowjetunion erinnert, bis hin zu atmosphärischen Ähnlichkeiten mit europäischen Städten oder Parallelen zu Europa in der alpinen Baukultur.

Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer: Georgien
von 11. Oktober bis 30. November 2018

Ausstellungsort:
Ausstellungszentrum im Ringturm (Schottenring 30, 1010 Wien)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt
(an Feiertagen geschlossen)

WICHTIG:
Angabe Copyrights / honorarfrei nur im Rahmen der Berichterstattung über diese Ausstellung und Namensnennung des Fotografen


Links:
www.airt.at


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Terminvorschau: GEORGIEN Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer [pdf]
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Die Herbstausstellung der Reihe "Architektur im Ringturm" des Wiener Städtischen Versicherungsvereins steht ganz im Zeichen des kulturellen und architektonischen Reichtums Georgiens. Sie knüpft an die 2016 gezeigte Schau über die Architektur in Georgiens Hauptstadt an und wirft einen Blick über die Grenzen Tiflis hinaus: in die Stadt Gori, westlich von Tiflis im georgischen Kernland, nach Kutaissi, der zweitgrößten Stadt des Landes, in den Kurort Zqaltubo und in die Hafenstadt Batumi am Schwarzen Meer.


Einzigartige Bauten des 20. Jahrhunderts werden vorgestellt: von den in dezentem Klassizismus russischer Prägung gestalteten Jugendstilbauten in der Hauptstadt, den architektonisch sowie kulturgeschichtlich bedeutenden Bauten aus den Jahrzehnten der Zugehörigkeit zur Sowjetunion – die in Dimension, Raumkomposition und Baumaterialien eine eigenständige Entwicklung darstellen – über die markant modernistischen Architekturen aus der Regierungszeit Micheil Saakaschwilis bis hin zu den jüngsten Entwicklungen der aufstrebenden Hafenstadt Batumi.

Auch die jahrhundertealten Badehäuser in persischer Bauart, die bei den heißen Quellen in Tiflis zu finden sind, werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert.


Tiflis


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Georgien zu einer Teilrepublik der Sowjetunion. Die Folge war Gigantomie in der Baupolitik und die Abkehr vom Individualismus. Tiflis wurde zu einem der größten architektonischen Experimentierfelder der jüngeren Geschichte.
Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zog sich der Staat zurück, seitens der öffentlichen Hand wurden keine größeren städtebaulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation der Bevölkerung mehr durchgeführt. Erst dank des persönlichen Engagements von Georgiens ehemaligem Präsidenten Micheil Saakaschwili (von 2004 bis 2013, mit Unterbrechungen, im Amt) wurden im ganzen Land neue Bauprojekte realisiert. Dafür wurden Architekten von internationalem Renommee aus Deutschland, Italien und Spanien engagiert. Ihre Aufgabe sollte es sein, ein Gegengewicht zur Architektur aus der Zeit der Sowjetunion zu schaffen.

In Tiflis gilt seit Jahrhunderten höchste religiöse Toleranz. Ein architektonischer Beweis hierfür ist das Nebeneinander von 48 orthodoxen und armenisch-gregorianischen Kirchen sowie jeweils zwei Moscheen, jüdischen Synagogen und römisch-katholischen Kirchen.



TBILISI Wissenschaftliche Bibliothek des Botanischen Instituts | Library of the Institute of Botany 2009 Sulkhan Sulkhanishvili Foto | Photo: Adolph Stiller





Gori

Westlich von Tiflis, im Kernland Georgiens, liegt die Stadt Gori an der Mündung des Flusses Liachwi. Ihren Namen verdankt Gori der weithin sichtbaren Felsenfestung „Goris-Ziche" („Festung auf einem Hügel"), die auch das alte Stadtzentrum markiert.

Im Jahr 1949 wurde ein Generalplan für den urbanen Ausbau der Stadt unter Berücksichtigung des historischen Stadtbildes erarbeitet. Der Stadtkern sollte von Industriebauten verschont bleiben, es wurden nur überwiegend niedrige Bauten zugelassen. Eine neu geschaffene breite Nord-Süd-Achse verbindet das Stadtzentrum mit dem Bahnhof. Darüber hinaus wurden ein neuer Museumskomplex, ein Hotel sowie ein Forschungsinstitut errichtet.

Als Heimatstadt von Sowjet-Diktator Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (vulgo Josef Stalin) beherbergt Gori auch das Stalin-Museum.


GORI | GORI Justizpalast | Palace of Justice 2012 AG & Partners Foto | Photo: Adolph Stiller





Kutaissi

Kutaissi ist die zweitgrößte Stadt Georgiens und das kulturpolitische Zentrum im Westen des Landes. 2012 wurde der Parlamentssitz von Tiflis nach Kutaissi verlegt, in ein gläsernes, futuristisch anmutendes 200 Millionen Dollar teures Parlamentsgebäude am Stadtrand, umgeben vom „Millenium"-Park. Noch im selben Jahr wurde ein anderes großes Entwicklungsprojekt realisiert und feierlich eröffnet, der Kutaissi-David-Agmashenebeli-Flughafen.

Das architektonische Erbe der Stadt hingegen ist von bescheidenem Ausmaß: So verlor die Bagrati-Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert im vergangenen Jahr nach übermäßiger Restaurierung ihren Status als UNESCO-Weltkulturerbe. Lediglich ein großes Theaterhaus und einige Bauten aus dem 19. Jahrhundert laden noch zur Besichtigung ein.


KUTAISI Kutaissi David Agmashenebeli Flughafen | Kutaisi David Agmashenebeli International Airport 2012 Ben van Berkel, Caroline Bos, Gerard Loozekoot, UN Studio, Amsterdam Foto | Photo: Nakanimamasakhlisi




Zqaltubo

Zqaltubo ist weltweit bekannt für seine heilenden Quellen und liegt inmitten einer saftig grünen Hügellandschaft, umgeben vom Kolchischen Wald. Hier präsentieren sich kunstvoll erbaute Kurhäuser in neoklassischer Opulenz mit hohen griechischen Säulen. Vor kurzem wurde das Kurhaus Quelle Nr. 6 (eine Kombination aus Kurhaus und Hotel) saniert und modernisiert, in dem einst auch Stalin badete.

Auch ein Krückenmuseum – vermutlich das weltweit einzige seiner Art – ist in Zqaltubo zu finden und beeindruckt mit einer herausragenden Sammlung. Menschen, die am Kurort vollständig geheilt wurden, ließen ihre Krücken zurück, um so die heilenden Eigenschaften der Quellen zu bezeugen.

Zwischen den Jahren 1931 und 1956 wurde Zqaltubo maßgeblich umgestaltet. Aufgrund der geografischen Situation wurde die Stadt als Amphitheater geplant. Für die kreisförmige Anlage des Kurortes wurden 80 Hektar Territorium eingerechnet. Die Wohnbezirke verlegte man vom Zentrum nach Süden, um so den Bau des Kurorts zu sichern, der 1953 schließlich zur Kreisstadt erklärt wurde.

Die Mitte der 1940er Jahre erbaute Eisenbahn verband Zqaltubo mit der UdSSR. Der Fluss wurde vom Kurort weg und in eigene Kanäle geleitet. Rund um diese Kanäle errichtete man Ringstraßen. Das Gebiet zwischen der ersten und der zweiten Ringstraße gehörte zu den Kurhäusern, dahinter lag die Wohnzone, gefolgt von Parklandschaften und Wäldern. Der dritte Ring sollte die umgebende Landschaft zusammenfügen.


ZQALTUBO | TSKALTUBO Sanatorium »Tbilisi« | »Tbilisi« Sanatorium 1951 V. Oltrazhevski, B. Sobolewski Foto | Photo: Adolph Stiller




Batumi

Batumi ist die Hauptstadt der selbstständigen georgischen Provinz Adscharien. Die 1883 an die transkaukasische Eisenbahn angeschlossene Stadt ist nicht zuletzt wegen ihrer Raffinerie weit über die Grenzen Georgiens hinaus bekannt, in der Rohöl aus Aserbaidschan verarbeitet wird.
In den letzten Jahren erlebte Batumi einen Aufschwung, von dem zahlreiche Neubauten zeugen, darunter einige sehr gewagte und spektakuläre. Sie stehen im Kontrast zu den teilweise restaurierten und meist exotisch anmutenden dreistöckigen Gebäuden der Altstadt, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen. Die sehr bekannte, beinahe 7 km lange und im Jahr 1881 eröffnete Uferpromenade wurde komplett neu gestaltet.



BATUMI Kolonaden im Park | Colonnades in the park 1934 B. Kirakosian Foto | Photo: Adolph Stiller



Tiflis und seine Bäder

Die berühmten Bäder in Tiflis sind im nördlichen Seidabadi-Viertel beheimatet. Seit mehr als 700 Jahren werden die unter der Stadt befindlichen heißen Schwefelquellen genutzt, rund 65 Schwefelbäder zählte Tiflis im 13. Jahrhundert. Heute sind nur noch einige wenige Bäder in Betrieb, die ältesten davon datieren aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die im persischen Stil aus Backstein erbauten Bäder zeichnen sich durch halbkugelige Kuppeln aus. Im Zentrum der Badehäuser empfangen mit Marmor verkleidete Säle die Besucher. Oberhalb der Bassins befinden sich des Öfteren schmale Sitznischen, am Rand laden Bänke zum Verweilen ein.

Katalog
Architektur im Ringturm LII.: Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer: Georgien. Hg. Adolph Stiller. 180 Seiten. Beiträge von Fried Nielsen, Nini Palavandishvili, Adolph Stiller, Irina Kurtishvili. Mit zahlreichen Fotos, Plänen und Auswahlbiographie. Müry Salzmann Verlag.
Preis: 28 Euro


Tuesday, June 26, 2018

AUSSTELLUNG: DYNASTIEN / Parallele Perspektiven - "Ich baue, was ich glaube" Dominikus Böhm - 27.06. bis 10.09.2018 in Tbilisi

For English please scroll down.

Eine Ausstellung des Goethe-Instituts Georgien in Zusammenarbeit mit dem National Museum Georgien [goethe.de]
Im Rahmen der Deutsch-Georgischen Kulturbegegnungen 2017/2018

Spektakuläre Bauten, wechselvolle Schicksale, Karrieren die ihresgleichen suchen: Die Ausstellung wirft einen Blick auf zwei unterschiedliche Baumeisterdynastien und will deren zeitgleiche Lebens- und Schaffensprozesse in ihren kulturellen Kontexten untersuchen.

Es handelt sich um eine historisch-kulturelle Untersuchung, die in Form einer Ausstellung realisiert ist. Verglichen wurden zwei Baumeisterdynastien, die beide vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart, in zwei politischen Systemen, tätig waren. Dabei bietet die Ausstellung traditionelle, familiäre, aber auch individuelle Anhaltspunkte: Einerseits für die Architekten aus der Kölner Baumeisterdynastie Böhm und andererseits für die Tifliser Baumeisterdynastie Kurdiani. Es werden sowohl die teilweise über mehrere Generationen andauernden Schaffensprozesse, wie auch Parallelen und Überschneidungen verdeutlicht. Die Untersuchung bezieht sich auf ca. 40 Gebäude.

Die Ausstellungschoreografie erzeugt Spannungsbögen zwischen den beiden Baumeisterdynastien und lässt vielschichtige Lesarten des Gezeigten zu. So mag der sich frei im Raum bewegende Besucher auf Entdeckungsreise gehen. Weltläufigkeit und die gezielte Abweichung von vorgegebenen Standards sind für ambitionierte Architekten meist bezeichnend. So will das Gesamtwerk beim Betrachter einen unverwechselbaren Eindruck hinterlassen, der dem Anspruch der Architektur, Baukunst zu sein, gerecht wird.

Architekten / Architektinnen
Dominikus Böhm, Gottfried Böhm, Elisabeth Böhm, Stefan Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Grigol Kurdiani, Archil Kurdiani, Ketevan Sokolova-Porakishvili, Gia Kurdiani, Archil Kurdiani, Giorgi Kurdiani

BEGLEITPROGRAMM

Am 28.06.2018, 16:00 bis 18:00 Uhr
Historisches Museum Tbilissi (Karvasla), Sionistr. 8
Vortrag von Arne Schmitt (Künstler, Fotograf, Köln/Berlin)
"DIE NEUE UNGLEICHHEIT. EIN SPAZIERGANG DURCH DAS HISTORISCHE KÖLN VON MORGEN"
Podiumsdiskussion: mit Stephan Böhm, Peter Böhm und Paul Böhm, Köln
Moderation: Irina Kurtishvili
In deutscher Sprache mit georgischer Übersetzung

Von 29. Juni bis 10. September findet im Ausstellungsraum 3 das tägliche Filmprogramm statt:

12:00 – 12:45 / FILM 1
Stadion "Dinamo"
Regisseur: Shalva Shengeli
Georgien 2010, 42.48'
Originalfassung
Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte des Fußballstadions "Dinamo" in Tiflis seit 1936 bis 2010 und zeigt dessen Bauprozess, wie auch verschiedene Phasen der Rekonstruktion.

13:00 – 13:30 / FILM 2
Family Unity
Regisseur: Sopho Chakvetadze
Georgien 2009, 29'
Originalfassung
Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte der Familie Kurdiani, ihrer Gegenwart und Zukunft, sowie von ihren Vorfahren dargestellt anhand verschiedener Generationen.

16:00 – 17:30 / FILM 3
Die Böhms. Architektur einer Familie
Regisseur: Maurizius Staerkle Drux
Deutschland - Schweiz 2014, 87'
Originalfassung mit englischen Untertiteln



Der Dokumentarfilm "Die Böhms. Architektur einer Familie" dokumentiert die Arbeit, die Bauten und das Leben der Böhms. Er zeichnet ein intimes Porträt der Architektenfamilie. Für die Filmarbeiten lebte der junger Schweizer Regisseur (Absolvent der Film und Fernsehen Hochschule in München) länger als zwei Jahre mit der Familie Böhm in Köln zusammen. "Mit bewunderungswürdigem bildlichem Gespür setzt sich Maurizius Staerkle Drux mit den verschiedenen architektonischen Universen der Böhms auseinander und nähert sich darüber hinaus auch den feinen Unterschieden zwischen Selbst- und Fremdbild seiner Protagonisten. Der Titel des Films darf durchaus wörtlich genommen werden: Es geht vor allem um die Architektur einer Familie, erst danach um das Porträt einer prominenten Architektenfamilie." Ralph Eue, DOK Leipzig.


Architekturfotografen, Fotografen & Künstler Philipp Bösel, Markus Böhm, Hermann Claasen, Maurizius Staerkle Drux (Film), Harun Farocki, Arne Hofmann, Andreas M. Kaufmann, Dieter Leistner, Mario Lorenz, Giorgi Nebieridze, Sebastian Linnerz, Lukas Roth, Arne Schmitt, Christopher Schroeer-Heiermann, Ulrich Schwarz, Sandro Sulaberidze

Böhm Archiv
DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Fotografien Hermann Claasen
LVR-Landesmuseum Bonn
Fotografische Sammlung

Fotografien Harun Farocki
Harun Farocki GbR, Berlin

Historische Fotos Tiflis
National Archives of Georgia / Sakinformi Fotorchiv




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The Goethe Institute, with the support of the Georgian National Museum, in connection with 200 years of relations between Germany and Georgia presents a project:

The Dynasties – Parallel Perspective
"I build what I believe in" Dominikus Böhm


The exhibition features almost century-long historic-cultural and, in particular, architectural legacy that has been created and developed in parallel in Germany and Georgia, representing two different architectural family dynasties - the Böhms and the Kurdianis - creating in Germany and Georgia respectively. The exhibition gives an overview of their creative history, emphasizing on parallelism in life.

Secular, public, sporting, residential, cultural, educational architectural objects - all these buildings are still functional both in Germany and Georgia and represent an integral element of their countries’ identity. The display represents all epochs through which both countries and each of the families lived and created in parallel, though individually. The Böhms’ architectural legacy has been repeatedly surveyed and acknowledged. The elderly member of the family, Gottfried Böhm is 98 years old today. He is the only German architect awarded the highest architectural prize – the Pritzker prize.

One may see exhibits and photos from the family archives associated with specific historic context. Documentaries will also be on display, featuring their creative life and key architectural projects created by the Bioms and the Kurdianis. The audience will have an opportunity to see compilation of photos by Harun Farocki (1944-2014) titled "Stalin’s Museum in Gori" that is exhibited in Georgia, Karvasla Hall for the second time. In his photos, Faruk underscores the importance of contexts created by ideologies and/or political regimes, or even contemporary forms of powers in the universe, under the disguise and veil of culture.

Architects:
Dominikus Böhm (1880-1955); Gottfried Böhm, Elizabeth Böhm (1921-2012), Stephan Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Grigol Kurdiani (1873 – 1957); Archil Kurdiani (1903-1988), Ketevan Sokolova-Porakishvili (1905-1988), Gia Kurdiani (1932-2014), Archil Kurdiani, Giorgi Kurdiani

The Author and Curator of the Exhibition: Irina Kurtishvili, Cologne

Address:
National Museum of Georgia; Tbilisi History Museum (Karvasla);
#8, Sioni street, Tbilisi.


Opening: 19.00 hours, June 27, 2018
Exhibition lasts from June 28 till September 10, 2018

Links:
irinakurtishvili.com/dynasties
facebook.com/dynasties
museum.ge/dynasties
Die Böhms - Architektur einer Familie [dw.de]
Die Böhms – ein Jahr­hun­d­ert Ar­chi­tek­tur und Kunst [baumeister.de]
Die Böhms – Architektur einer Familie [zenit.org]

Tuesday, March 29, 2016

AUSSTELLUNG: Eine Wiener Schau feiert Tbilissis architektonischen Zauber (wst-versicherungsverein.at)

(wst-versicherungsverein.at) Im Rahmen der Reihe "Architektur im Ringturm" werden seit 1998 regelmäßig Architekturausstellungen gezeigt. Damit möchte der Wiener Städtische Versicherungsverein die Architektur jener Länder, in denen die VIG vertreten ist, einem breiten Publikum bei freiem Eintritt zugänglich machen. Begleitend zur Reihe sind auch zahlreiche Ausstellungskataloge erschienen, die beim Portier im Ringturm erworben werden können.

© Wiener Städtische Versicherungsverein

Tiflis/Georgien: Architektur am Schnittpunkt der Kontinente 10. März bis 27. April 2016 – Eintritt frei!

Zum Jahresauftakt präsentiert der Wiener Städtische Versicherungsverein im Rahmen seiner "Architektur im Ringturm"-Reihe das architektonische Erbe Georgiens, am "Schnittpunkt zwischen Europa und Asien".

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Tiflis und seine vielfältige Architekturlandschaft und -geschichte, Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Die im 19. Jahrhundert nach europäischem Vorbild realisierten Gebäude, ebenso wie die sowjetische Architektur im 20. Jahrhundert und damit auch zahlreiche Bauten internationalen Formats, prägen noch heute das Stadtbild. Die Ausstellung setzt sich mit der genialen architektonischen Kreativität und dem fruchtbaren künstlerischen Nährboden, der sich auch aufgrund der gesellschaftlichen und politischen Unruhen entwickelte, auseinander und greift darüber hinaus die unterschiedlichen Strömungen auf, die sich seit dem Ende der Chruschtschow-Ära bis heute entfalteten.


Ausstellungsort:
Ausstellungszentrum im Ringturm (Schottenring 30/1010 Wien)

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 9:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt (an Feiertagen sowie am 25. März geschlossen)

Für Presseanfragen wenden Sie sich bitte an
Mag. Romy Schrammel
T: +43 (0)50 350-21224
F: +43 (0)50 350 99-21224
E-Mail: presse@wst-versicherungsverein.at


Katalog: Architektur am Schnittpunkt der Kontinente Adolph Stiller (Hrsg), rund 240 Seiten unter Mitarbeit von Irina Kurtishvili, David Abuladse und Rostyslaw Bortnyk, Preis: 28 Euro

Sunday, April 19, 2015

KATALOG: Hotel Orient / Haus der Künstler. Von Irene Kurtishvili (Hg) (pro-qm.de)

(pro-qm.de) Eine umfangreiche zweisprachige Publikation an der Schnittstelle zwischen historischer Forschung und Kultur, zwischen Architektur, Literatur und Kunst; das Katalogbuch zur gleichnamigen Ausstellung, die im Literaturmuseum Tbilissi von 28. November 2014 bis 18. Januar 2015 stattfand.

http://www.pro-qm.de/sites/pro-qm.einskommanull.com/files/imagecache/Preview/sites/pro-qm.einskommanull.com/files/images/books/Umschlag_Buch_HOTEL_ORIENT.JPG Im Mittelpunkt steht das einst in Georgiens Hauptstadt existierende ikonische Bauwerk "Hotel Orient" (gebaut 1867 von Otto Jacob Simonson), welches in den 1980er Jahren das Zentrum georgischer Subkultur wurde und vor allem als "Haus Der Künstler" bei den Tbilissern in Erinnerung geblieben ist. Zunächst als Kreisgericht genutzt, wurde das Haus von Albert Salzmann zum Luxus-Hotel rekonstruiert. Zur Jahreswende 1991-92 wurde das Gebäude zum Opfer bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen und 1994 unterlag es dem dubiosen Abriss.

Was bleibt von einem Gebäude, wenn es aus unserem Blickfeld einfach verschwindet? In diesem Buch wird versucht, einen Schlüssel zur wahren Geschichte des legendären Hauses und seinem Mythos zu finden. Der Fokus liegt dabei im Wesentlichen auf den Archivmaterialen des ehrgeizigen städtebaulichen Projekts –"Generelle Konzeption des Wiederaufbaus der Rustaweli Avenue in Tbilissi" aus dem Nachlass des damaligen Projektleiters Wladimir Kurtishvili – nach dem Zerfall der UDSSR und dem Tbilisser Bürgerkrieg. Die Publikation berührt einerseits ein für die Stadtgeschichte von Tbilissi wichtiges historisches Thema, andererseits aber auch die Gegenwart, etwa die aktuelle Debatte über das an diesem Ort neu entstehende "Museum of Fine Arts".

Die Publikation wurde Dank der Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung realisiert.

Deutsch-Georgisch, 252 Seiten, S/W, 125 Abbildungen
Irene Kurtishvili (Hg)
Hotel Orient / Haus der Künstler
Literaturmuseum, Tbilissi, Georgien, 2014, 978-99940-28-90-0

EUR 25.00



Die Kuratorin und Buchautorin bedankt sich für die Zusammenarbeit, die wertwollen Informationen und Hilfestellungen beim GOETHE- INSTITUT GEORGIEN und DVV International Regional Office for Caucasus & Turkey, beim Literaturmuseum und Verlag CEZANNE Ltd., bei der HUMBOLDT UNIVERSITÄT ZU BERLIN, bei den Autoren, Übersetzern und Redaktoren, außerdem bei allen beteiligten Künstlern und Leihgebern, den Fotografen und privaten Personen, den Organisationen und öffentlichen Institutionen, insbesondere bei Georgiens Nationalmuseum, Georgiens Nationalarchiv, Museum für Theater, Musik, Film und Choreografie, bei der Staatlichen Kunstakademie Tbilissi, CCA und GALA Gallery, ohne die ein solches Projekt nicht realisierbar wäre.

KÜNSTLER: Merab Abramishvili, Gia Bugadze, Lewan Chogoshvili, Mamuka Djapharidze, Gia Edzgveradze, Kote Jincharadze, Keti Kapanadze, Karlo Katcharava, Lewan Kharanauli, Luka Lasareishvili, Irakli Parjiani, Koka Ramishvili, Gia Rigvava, Alim Rijinashvili, Lia Shvelidze, Oleg Timchenko, Niko Tsetskhladze, Mamuka Tsetskhladze, Guram Tsibakhashvili, Iliko Zautashvili

LICHTINSTALLATION: Andreas M. Kaufmann

KLANGINSTALLATION: Annett Stenzel & Karsten Ehlers

Literaturmuseum Tbilissi, Chanturia Str. 8, (Rustaweli)

Quelle: facebook.com

Friday, January 16, 2015

FINNISAGE HOTEL ORIENT/HAUS DER KÜNSTLER 16.01.2015 - in Tbilisi (facebook.com)

(facebook.com) HOTEL ORIENT / HAUS DER KÜNSTLER


more: facebook.com
Nach 7 Wochen wird sich das Literaturmuseum Tbilissi (Georgien) am 18.01.2015 mit der Ausstellung HOTEL ORIENT / HAUS DER KÜNSTLER verabschieden. Die Ausstellung wurde durch eine umfangreiche zweisprachige Publikation (Georgisch / Deutsch, 252 Seiten, S/W, 125 Abbildungen) begleitet, welcher dank der großzügigen Unterstützung der ERNST VON SIEMENS KUNSTSTIFTUNG realisiert werden konnte.

Mit einer Finissage am 16.01.2015, 17.00 - 19.00 möchten wir uns bei allen Beteiligten und allen Besuchern bedanken. An dem Abend wird die Kuratorin und Buchautorin Irène Kurtishvili zusammen mit dem Direktor des Literaturmuseums Lasha Bakradze über das Projekt und die Publikation sprechen.

Eintritt ist Frei



Die Kuratorin und Buchautorin bedankt sich für die Zusammenarbeit, die wertwollen Informationen und Hilfestellungen beim GOETHE INSTITUT GEORGIEN und DVV International Regional Office for Caucasus & Turkey, beim Literaturmuseum und Verlag CEZANNE Ltd., bei der HUMBOLDT UNIVERSITÄT ZU BERLIN, bei den Autoren, Übersetzern und Redaktoren, außerdem bei allen beteiligten Künstlern und Leihgebern, den Fotografen und privaten Personen, den Organisationen und öffentlichen Institutionen, insbesondere bei Georgiens Nationalmuseum, Georgiens Nationalarchiv, Museum für Theater, Musik, Film und Choreografie, bei der Staatlichen Kunstakademie Tbilissi, CCA und GALA Gallery, ohne die ein solches Projekt nicht realisierbar wäre.

KÜNSTLER: Merab Abramishvili, Gia Bugadze, Lewan Chogoshvili, Mamuka Djapharidze, Gia Edzgveradze, Kote Jincharadze, Keti Kapanadze, Karlo Katcharava, Lewan Kharanauli, Luka Lasareishvili, Irakli Parjiani, Koka Ramishvili, Gia Rigvava, Alim Rijinashvili, Lia Shvelidze, Oleg Timtchenko, Niko Tsetskhladze, Mamuka Tsetskhladze, Guram Tsibakhashvili, Iliko Zautashvili

LICHTINSTALLATION: Andreas M. Kaufmann

KLANGINSTALLATION: Annett Stenzel & Karsten Ehlers Bis Samstag, 17. Januar, 17:00 besteht noch die Möglichkeit die Ausstellung zu besuchen

Adresse: Literaturmuseum Tbilissi, Chanturia Str. 8, (Rustaweli)

HOTEL ORIENT - HAUS DER KÜNSTLER Invitation 28. November 2014

LITERATURMUSEUM TBILISSI präsentiert HOTEL ORIENT / HAUS DER KÜNSTLER

ERÖFFNUNG
Fr, 28. November 2014, 18:00

LAUFZEIT
29. November 2014 - 18. Januar 2015, Di-Sa 11-18 Uhr

ORT
Literaturmuseum, Chanturia Str. 8, (Rustaweli), Tbilissi

Saturday, January 03, 2015

AUSSTELUNG: Hotel Orient / Haus der Künstler in Tbilisi im G. Leonidze Literatur Museum in Tbilissi (facebook.com)

(facebook.com) 28.11.2014 - 18.01. 2015

Die Ausstellung HOTEL ORIENT/HAUS DER KÜNSTLER versucht, einen Schlüssel zur wahren Geschichte des legendären Gebäudes, seinem Mythos und seiner neuen architektonischen Gestalt zu finden. Sie zeigt Artefakte, die ihren inhaltlichen Schwerpunkt an der Schnittstelle von Kunst und Architektur haben. Als Referenz an die Funktion des Salzmann-Baus, des HOTEL ORIENT und des HAUSES DER KÜNSTLER wird der Betrachter eine imaginäre Hotellobby betreten, in der er beim Durchschreiten eine Art visuelle Zeitreise erlebt.

Die Ausstellung wird durch eine umfangreiche Publikation in deutsch und georgisch begleitet, (252 Seiten, S/W, 125 Abbildungen,), der in gleichen Abend präsentiert wird.

KÜNSTLER:
Merab Abramishvili, Gia Bugadze, Lewan Chogoshvili, Mamuka Japharidze, Gia Edzgveradze, Kote Jincharadze, Keti Kapanadze, Karlo Kacharava, Lewan Kharanauli, Luka Lasareishvili, Irakli Parjiani, Koka Ramishvili, Gia Rigvava, Alim Rijinashvili, Lia Shvelidze, Oleg Timchenko, Niko Tsetskhladze, Mamuka Tsetskhladze, Guram Tsibakhashvili, Iliko Zautashvili

KURATORIN DER AUSSTELLUNG: Irène Kurtishvili, Köln / Tbilissi
Das Projekt wurde gefördert durch: ERNST VON SIEMENS KUNSTSTIFTUNG , Goethe-Institut Georgien, DVV International und das G. Leonidze Literatur Museum in Tbilissi
Öffnungszeiten: Di.-Sa. 11:00 bis 18:00
G. Leonidze Literatur Museum in Tbilissi

Tuesday, June 18, 2013

RETROSPEKTIVE: Michail Kalatosow 1903 – 1973, Vier Meisterwerke des sowjetischen Films, Michail Kalatosow (allerweltskino.de)

(allerweltskino.de) Eine Veranstaltung des Allerweltskino e.V. in Zusammenarbeit mit Irina Kurtishvili, Kuratorin der Filmreihe  


Samstag, 29.6. und Sonntag, 30.6.2013

RETROSPEKTIVE MICHAIL KALATOSOW - Vier Meisterwerke des sowjetischen Films

Im Filmforum im Museum Ludwig, Köln

Candida Höfer, Kino im Museum Ludwig Köln II 2006, Lambda-Print 
Recherchiert man das Wirken eines sowjetischen Filmregisseurs, stößt man auf etwas, das man als „Paradigmatische Tragik“ bezeichnen könnte: der nach Freiheit dürstende Künstler und sein ambivalentes Verhalten in der Diktatur, um als solcher und als Mensch zu überleben. Ein großes Talent, mit großer Überzeugungskraft und einer intelligenten Form von Anpassungsfähigkeit – das ist eine Mischung, die sicher auch auf Michail Kalatosow zutrifft. Dennoch ist der Fall Kalatosow ein ganz besonderer.


Allerweltskino e.V.Michail Kalatosow (georgisch: Micheil Kalatosischwili) wurde am 28. Dezember 1903 in Tbilissi (Tiflis), Georgien geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, war Schauspieler, Cutter, Kameramann und zu Beginn seiner Karriere drehte er Dokumentarfilme. Nach seinem Meisterwerk DAS SALZ SWANETIENS (1930) warfen die sowjetischen Behörden ihm vor, im Widerspruch zur Staatsideologie zu stehen. Kalatosow durfte acht Jahre lang keine Filme mehr drehen und beschränkte sich auf Verwaltungsaufgaben in der georgischen Filmindustrie.
 

1936 wurde er für „Formalismus“ angeklagt und verhaftet. Letztendlich rettete der Regisseur sich selbst, verließ Georgien und wanderte nach Russland aus. 1939 wurde Kalatosow für eine kurze Zeit sowjetischer Filmattaché in Los Angeles. In den 1940er Jahren findet man seinen Namen neben Stalin. Seine Propagandafilme retteten Kalatosow nicht nur vor der Verbannung nach Sibirien, sondern machten ihn überdies zum stellvertretenden Minister der sowjetischen Kinoindustrie (1946-1948).
 

Mit seiner poetischen Ballade DIE KRANICHE ZIEHEN von 1957, gelang es Kalatosow dem sowjetischen Film in der ganzen Welt sein Ansehen wiederzugeben. DIE KRANICHE ZIEHEN wurde einer der größten Kinoerfolge im Westen: 1958 erhielt der Film in Cannes die „Goldenen Palme“, die Kalatosow nicht persönlich entgegennehmen durfte. Sartre, Picasso, Chaplin, Fellini und Kurosawa hielten ihn für einen der bedeutendsten Filmschaffenden. Aber er wurde nie in einem Zug mit Eisenstein, Dowschenko oder Pudowkin genannt.
 

1963 äußerte Kalatosow den Wunsch, einen Film über die Revolution in Kuba zu drehen. Der Kreml hatte keinerlei Einwände. Das Filmteam wurde in Kuba sogar auf höchster Ebene empfangen. Sowohl die sowjetische, als auch die kubanische Regierung erhofften sich, dass der Cannes-Festival Preisträger einen antiamerikanischen Film drehen würde. Aber Kalatosow drehte alles andere als einen antiamerikanischen Film. Bei der Premierenfeier von ICH BIN KUBA verließen die Vertreter des Staatsapparats den Saal. Der Film, der ästhetisch ganz in der Tradition des großen sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin steht, landete kurze Zeit später im Moskauer Filmarchiv. In seinem letzten Lebensabschnitt produzierte Kalatosow DAS ROTE ZELT, einen aufwändigen Abenteuerfilm. Michail Kalatosow starb am 27.März 1973 in Moskau.
 

Interessant an Kalatosows Filmschaffen, das im Ausland nur echten Kennern bekannt war, ist vor allem das innovative Potential. Auf viele Filmschaffende, wie etwa Michael Ballhaus, hat er vielleicht sogar entscheidenden Einfluss ausgeübt.
 

Die Retrospektive ist chronologisch aufgebaut und präsentiert vier Filme, die Michail Kalatosow im Laufe seiner umstrittenen Schaffenszeit vollendete, wobei der Schwerpunkt auf seinen letzten Werken liegt.

(Irina Kurtishvili)



Samstag, 29.6. 19.00 Uhr


DAS SALZ SWANETIENS / Jim Shvante

UDSSR / Georgien 1930, 60 Min, 35mm, stumm, Regie und Kamera: Michail Kalatosow, Stummfilm mit Klavierbegleitung Der Film ist ein ethnographischer Bericht über die isolierte Bergregion Swanetien im Kaukasus. In seinem schönen, herben und mitunter grausamen Werk, lässt uns Kalatosow eine archaische Gesellschaft betrachten und tut dies mittels Montage und visuell betonter Filmsprache, den klassischen Mitteln der sowjetischen Filmkunst. Beeindruckend ist die Kraft der entfesselten Kamera. Die Bildspannung erwächst aus dem Kontrast zwischen den grandiosen Aufnahmen der kaukasischen Bergnatur und den durch Armut und Aberglauben gekennzeichneten Dorfbewohnern. Die Thematik über den Sinn des Lebens widersprach in diesem Film den Dogmen des sozialistischen Realismus.



Samstag, 29.6. 21.00 Uhr

DIE KRANICHE ZIEHEN / Letjat Zhuravli (1957) UDSSR 1957, 90 Min, 35mm, OmU, Regie: Michail Kalatosow; Kamera: Sergej Urusevsky, mit: Tatjana Samoilowa, Alexej Batalow DIE KRANICHE ZIEHEN wurde 1958 in Cannes mit dem Hauptpreis prämiert.

Man sprach damals von einer „Kinorevolution“ in Russland. Der Film überraschte nicht nur durch seine Form, eine bewegte, unkonventionelle Kamera, die an die expressive Bildsprache des sowjetischen Stummfilms erinnerte, sondern auch durch seine Geschichte. Der Film zeigt das Schicksal des Liebespaares Veronika und Boris, deren Heiratspläne der zweite Weltkrieg zunichte macht.

Für die Sowjetunion war es etwas Neues, beim Thema Krieg das persönliche Leid anstatt des heldenhaften Kampfes für das sozialistische Vaterland in den Mittelpunkt zu stellen. Nach einer Umfrage unter Cineasten der ehemaligen Sowjetrepubliken im Jahr 2001 wurde DIE KRANICHE ZIEHEN zum „besten sowjetischen Film aller Zeiten“ gewählt.



Sonntag, 30.6. 17.00 Uhr


ICH BIN KUBA / Soy Cuba Ya Kuba

UDSSR / Kuba 1964, 140 Min, 35mm, OmU, Regie: Michail Kalatosow, Buch:

Enrique Pineda Barnet, Yewgeni Yewtuschenko, Kamera: Sergej Urusevsky,

mit: Sergio Corrieri, Salvador Wood, José Gallardo, Raúl García Vier Episoden über die kubanische Revolution und ihre Folgen. Der Film beschreibt die Zeit in einer phänomenalen Bildsprache, in atemberaubenden Kamerabewegungen und einer Montage, die aus dem Vollen der klassischen sowjetischen Filmkunst schöpft. ICH BIN KUBA provoziert Staunen und sinnliche Lust, erzählt von Rache und Niederlagen, von Sehnsüchten und sexueller Anziehung. Der Film stieß bei seinem Kinostart Mitte der sechziger Jahre auf Ablehnung beim kubanischen Publikum und nach den feierlichen Premieren verschwand der Streifen im Moskauer Filmarchiv. Der legendäre Klassiker wurde in den neunziger Jahren von Martin Scorsese und Francis Ford Coppola wiederentdeckt.



Sonntag, 30.6. 20.00 Uhr

DAS ROTE ZELT / Krasnaya Palatka La Tenda Rossa UDSSR / Italien 1970, 120 Min, DVD, OmeU, Regie: Michail Kalatosow,

Drehbuch: Richard De Long Adams, Ennio De Concini, Kamera: Leonid Kalaschnikow, Musik: Enrico Morricone, Aleksandr Zatsepin, mit: Sean Connery, Peter Fintch, Claudia Cardinale, Hardy Krüger, Massimo Girotti, Mario Adorf Die Filmgeschichte basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr

1928: Der tragische Absturz des Luftschiffs „Italia“ am Nordpol. Doch die Überlebenden können sich in ein Zelt retten, welches sie rot anstreichen, um vielleicht doch entdeckt zu werden. Das Drama in der Eiswelt dauerte 109 Tage. In seiner Erinnerung lässt der bekannte italienische Konstrukteur, General Umberto Nobile, die dramatischen Ereignisse wieder aufleben und löst das Rätsel seiner verunglückten Expedition. Ein mitreißender Abenteuerfilm mit internationaler Starbesetzung und außergewöhnlichem technischem Aufwand.