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Wednesday, November 14, 2018

PODIUMSGESPRÄCH: Architektur und baubezogene Kunst aus der Sowjetzeit in Georgien in Zeiten der Transition!

mit
Kuratorin Irina Kurtishvili und Autorin Nini Palavandishvili
Moderation: Adolph Stiller, Ausstellungskurator

am Mittwoch, 14.11.2018 | 18:00 Uhr
Ausstellungszentrum im Ringturm, Schottenring 30, 1010 Wien

Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. +43 (0) 50 390-20299 oder per Mail an info@airt.at

Die Ausstellung im Rahmen der Reihe "Architektur im Ringturm" (11. Oktober bis 30. November) knüpft an die 2016 gezeigte Schau über die Architektur in Georgiens Hauptstadt an und wirft nun einen Blick über die Grenzen Tiflis hinaus. Die einzigartige Architekturlandschaft des eurasischen Staates an der Schwelle zwischen Europa und Asien wird präsentiert: Vom historisch verbrämten Zuckerbäckerstil, der als Zeitzeuge an die Jahrzehnte der Zugehörigkeit zur Sowjetunion erinnert, bis hin zu atmosphärischen Ähnlichkeiten mit europäischen Städten oder Parallelen zu Europa in der alpinen Baukultur.

Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer: Georgien
von 11. Oktober bis 30. November 2018

Ausstellungsort:
Ausstellungszentrum im Ringturm (Schottenring 30, 1010 Wien)

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 9:00 bis 18:00 Uhr, freier Eintritt
(an Feiertagen geschlossen)

WICHTIG:
Angabe Copyrights / honorarfrei nur im Rahmen der Berichterstattung über diese Ausstellung und Namensnennung des Fotografen


Links:
www.airt.at


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Terminvorschau: GEORGIEN Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer [pdf]
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Die Herbstausstellung der Reihe "Architektur im Ringturm" des Wiener Städtischen Versicherungsvereins steht ganz im Zeichen des kulturellen und architektonischen Reichtums Georgiens. Sie knüpft an die 2016 gezeigte Schau über die Architektur in Georgiens Hauptstadt an und wirft einen Blick über die Grenzen Tiflis hinaus: in die Stadt Gori, westlich von Tiflis im georgischen Kernland, nach Kutaissi, der zweitgrößten Stadt des Landes, in den Kurort Zqaltubo und in die Hafenstadt Batumi am Schwarzen Meer.


Einzigartige Bauten des 20. Jahrhunderts werden vorgestellt: von den in dezentem Klassizismus russischer Prägung gestalteten Jugendstilbauten in der Hauptstadt, den architektonisch sowie kulturgeschichtlich bedeutenden Bauten aus den Jahrzehnten der Zugehörigkeit zur Sowjetunion – die in Dimension, Raumkomposition und Baumaterialien eine eigenständige Entwicklung darstellen – über die markant modernistischen Architekturen aus der Regierungszeit Micheil Saakaschwilis bis hin zu den jüngsten Entwicklungen der aufstrebenden Hafenstadt Batumi.

Auch die jahrhundertealten Badehäuser in persischer Bauart, die bei den heißen Quellen in Tiflis zu finden sind, werden im Rahmen der Ausstellung präsentiert.


Tiflis


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Georgien zu einer Teilrepublik der Sowjetunion. Die Folge war Gigantomie in der Baupolitik und die Abkehr vom Individualismus. Tiflis wurde zu einem der größten architektonischen Experimentierfelder der jüngeren Geschichte.
Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zog sich der Staat zurück, seitens der öffentlichen Hand wurden keine größeren städtebaulichen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation der Bevölkerung mehr durchgeführt. Erst dank des persönlichen Engagements von Georgiens ehemaligem Präsidenten Micheil Saakaschwili (von 2004 bis 2013, mit Unterbrechungen, im Amt) wurden im ganzen Land neue Bauprojekte realisiert. Dafür wurden Architekten von internationalem Renommee aus Deutschland, Italien und Spanien engagiert. Ihre Aufgabe sollte es sein, ein Gegengewicht zur Architektur aus der Zeit der Sowjetunion zu schaffen.

In Tiflis gilt seit Jahrhunderten höchste religiöse Toleranz. Ein architektonischer Beweis hierfür ist das Nebeneinander von 48 orthodoxen und armenisch-gregorianischen Kirchen sowie jeweils zwei Moscheen, jüdischen Synagogen und römisch-katholischen Kirchen.



TBILISI Wissenschaftliche Bibliothek des Botanischen Instituts | Library of the Institute of Botany 2009 Sulkhan Sulkhanishvili Foto | Photo: Adolph Stiller





Gori

Westlich von Tiflis, im Kernland Georgiens, liegt die Stadt Gori an der Mündung des Flusses Liachwi. Ihren Namen verdankt Gori der weithin sichtbaren Felsenfestung „Goris-Ziche" („Festung auf einem Hügel"), die auch das alte Stadtzentrum markiert.

Im Jahr 1949 wurde ein Generalplan für den urbanen Ausbau der Stadt unter Berücksichtigung des historischen Stadtbildes erarbeitet. Der Stadtkern sollte von Industriebauten verschont bleiben, es wurden nur überwiegend niedrige Bauten zugelassen. Eine neu geschaffene breite Nord-Süd-Achse verbindet das Stadtzentrum mit dem Bahnhof. Darüber hinaus wurden ein neuer Museumskomplex, ein Hotel sowie ein Forschungsinstitut errichtet.

Als Heimatstadt von Sowjet-Diktator Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili (vulgo Josef Stalin) beherbergt Gori auch das Stalin-Museum.


GORI | GORI Justizpalast | Palace of Justice 2012 AG & Partners Foto | Photo: Adolph Stiller





Kutaissi

Kutaissi ist die zweitgrößte Stadt Georgiens und das kulturpolitische Zentrum im Westen des Landes. 2012 wurde der Parlamentssitz von Tiflis nach Kutaissi verlegt, in ein gläsernes, futuristisch anmutendes 200 Millionen Dollar teures Parlamentsgebäude am Stadtrand, umgeben vom „Millenium"-Park. Noch im selben Jahr wurde ein anderes großes Entwicklungsprojekt realisiert und feierlich eröffnet, der Kutaissi-David-Agmashenebeli-Flughafen.

Das architektonische Erbe der Stadt hingegen ist von bescheidenem Ausmaß: So verlor die Bagrati-Kathedrale aus dem 11. Jahrhundert im vergangenen Jahr nach übermäßiger Restaurierung ihren Status als UNESCO-Weltkulturerbe. Lediglich ein großes Theaterhaus und einige Bauten aus dem 19. Jahrhundert laden noch zur Besichtigung ein.


KUTAISI Kutaissi David Agmashenebeli Flughafen | Kutaisi David Agmashenebeli International Airport 2012 Ben van Berkel, Caroline Bos, Gerard Loozekoot, UN Studio, Amsterdam Foto | Photo: Nakanimamasakhlisi




Zqaltubo

Zqaltubo ist weltweit bekannt für seine heilenden Quellen und liegt inmitten einer saftig grünen Hügellandschaft, umgeben vom Kolchischen Wald. Hier präsentieren sich kunstvoll erbaute Kurhäuser in neoklassischer Opulenz mit hohen griechischen Säulen. Vor kurzem wurde das Kurhaus Quelle Nr. 6 (eine Kombination aus Kurhaus und Hotel) saniert und modernisiert, in dem einst auch Stalin badete.

Auch ein Krückenmuseum – vermutlich das weltweit einzige seiner Art – ist in Zqaltubo zu finden und beeindruckt mit einer herausragenden Sammlung. Menschen, die am Kurort vollständig geheilt wurden, ließen ihre Krücken zurück, um so die heilenden Eigenschaften der Quellen zu bezeugen.

Zwischen den Jahren 1931 und 1956 wurde Zqaltubo maßgeblich umgestaltet. Aufgrund der geografischen Situation wurde die Stadt als Amphitheater geplant. Für die kreisförmige Anlage des Kurortes wurden 80 Hektar Territorium eingerechnet. Die Wohnbezirke verlegte man vom Zentrum nach Süden, um so den Bau des Kurorts zu sichern, der 1953 schließlich zur Kreisstadt erklärt wurde.

Die Mitte der 1940er Jahre erbaute Eisenbahn verband Zqaltubo mit der UdSSR. Der Fluss wurde vom Kurort weg und in eigene Kanäle geleitet. Rund um diese Kanäle errichtete man Ringstraßen. Das Gebiet zwischen der ersten und der zweiten Ringstraße gehörte zu den Kurhäusern, dahinter lag die Wohnzone, gefolgt von Parklandschaften und Wäldern. Der dritte Ring sollte die umgebende Landschaft zusammenfügen.


ZQALTUBO | TSKALTUBO Sanatorium »Tbilisi« | »Tbilisi« Sanatorium 1951 V. Oltrazhevski, B. Sobolewski Foto | Photo: Adolph Stiller




Batumi

Batumi ist die Hauptstadt der selbstständigen georgischen Provinz Adscharien. Die 1883 an die transkaukasische Eisenbahn angeschlossene Stadt ist nicht zuletzt wegen ihrer Raffinerie weit über die Grenzen Georgiens hinaus bekannt, in der Rohöl aus Aserbaidschan verarbeitet wird.
In den letzten Jahren erlebte Batumi einen Aufschwung, von dem zahlreiche Neubauten zeugen, darunter einige sehr gewagte und spektakuläre. Sie stehen im Kontrast zu den teilweise restaurierten und meist exotisch anmutenden dreistöckigen Gebäuden der Altstadt, die aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen. Die sehr bekannte, beinahe 7 km lange und im Jahr 1881 eröffnete Uferpromenade wurde komplett neu gestaltet.



BATUMI Kolonaden im Park | Colonnades in the park 1934 B. Kirakosian Foto | Photo: Adolph Stiller



Tiflis und seine Bäder

Die berühmten Bäder in Tiflis sind im nördlichen Seidabadi-Viertel beheimatet. Seit mehr als 700 Jahren werden die unter der Stadt befindlichen heißen Schwefelquellen genutzt, rund 65 Schwefelbäder zählte Tiflis im 13. Jahrhundert. Heute sind nur noch einige wenige Bäder in Betrieb, die ältesten davon datieren aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Die im persischen Stil aus Backstein erbauten Bäder zeichnen sich durch halbkugelige Kuppeln aus. Im Zentrum der Badehäuser empfangen mit Marmor verkleidete Säle die Besucher. Oberhalb der Bassins befinden sich des Öfteren schmale Sitznischen, am Rand laden Bänke zum Verweilen ein.

Katalog
Architektur im Ringturm LII.: Zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer: Georgien. Hg. Adolph Stiller. 180 Seiten. Beiträge von Fried Nielsen, Nini Palavandishvili, Adolph Stiller, Irina Kurtishvili. Mit zahlreichen Fotos, Plänen und Auswahlbiographie. Müry Salzmann Verlag.
Preis: 28 Euro


Tuesday, June 26, 2018

AUSSTELLUNG: DYNASTIEN / Parallele Perspektiven - "Ich baue, was ich glaube" Dominikus Böhm - 27.06. bis 10.09.2018 in Tbilisi

For English please scroll down.

Eine Ausstellung des Goethe-Instituts Georgien in Zusammenarbeit mit dem National Museum Georgien [goethe.de]
Im Rahmen der Deutsch-Georgischen Kulturbegegnungen 2017/2018

Spektakuläre Bauten, wechselvolle Schicksale, Karrieren die ihresgleichen suchen: Die Ausstellung wirft einen Blick auf zwei unterschiedliche Baumeisterdynastien und will deren zeitgleiche Lebens- und Schaffensprozesse in ihren kulturellen Kontexten untersuchen.

Es handelt sich um eine historisch-kulturelle Untersuchung, die in Form einer Ausstellung realisiert ist. Verglichen wurden zwei Baumeisterdynastien, die beide vom 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart, in zwei politischen Systemen, tätig waren. Dabei bietet die Ausstellung traditionelle, familiäre, aber auch individuelle Anhaltspunkte: Einerseits für die Architekten aus der Kölner Baumeisterdynastie Böhm und andererseits für die Tifliser Baumeisterdynastie Kurdiani. Es werden sowohl die teilweise über mehrere Generationen andauernden Schaffensprozesse, wie auch Parallelen und Überschneidungen verdeutlicht. Die Untersuchung bezieht sich auf ca. 40 Gebäude.

Die Ausstellungschoreografie erzeugt Spannungsbögen zwischen den beiden Baumeisterdynastien und lässt vielschichtige Lesarten des Gezeigten zu. So mag der sich frei im Raum bewegende Besucher auf Entdeckungsreise gehen. Weltläufigkeit und die gezielte Abweichung von vorgegebenen Standards sind für ambitionierte Architekten meist bezeichnend. So will das Gesamtwerk beim Betrachter einen unverwechselbaren Eindruck hinterlassen, der dem Anspruch der Architektur, Baukunst zu sein, gerecht wird.

Architekten / Architektinnen
Dominikus Böhm, Gottfried Böhm, Elisabeth Böhm, Stefan Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Grigol Kurdiani, Archil Kurdiani, Ketevan Sokolova-Porakishvili, Gia Kurdiani, Archil Kurdiani, Giorgi Kurdiani

BEGLEITPROGRAMM

Am 28.06.2018, 16:00 bis 18:00 Uhr
Historisches Museum Tbilissi (Karvasla), Sionistr. 8
Vortrag von Arne Schmitt (Künstler, Fotograf, Köln/Berlin)
"DIE NEUE UNGLEICHHEIT. EIN SPAZIERGANG DURCH DAS HISTORISCHE KÖLN VON MORGEN"
Podiumsdiskussion: mit Stephan Böhm, Peter Böhm und Paul Böhm, Köln
Moderation: Irina Kurtishvili
In deutscher Sprache mit georgischer Übersetzung

Von 29. Juni bis 10. September findet im Ausstellungsraum 3 das tägliche Filmprogramm statt:

12:00 – 12:45 / FILM 1
Stadion "Dinamo"
Regisseur: Shalva Shengeli
Georgien 2010, 42.48'
Originalfassung
Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte des Fußballstadions "Dinamo" in Tiflis seit 1936 bis 2010 und zeigt dessen Bauprozess, wie auch verschiedene Phasen der Rekonstruktion.

13:00 – 13:30 / FILM 2
Family Unity
Regisseur: Sopho Chakvetadze
Georgien 2009, 29'
Originalfassung
Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte der Familie Kurdiani, ihrer Gegenwart und Zukunft, sowie von ihren Vorfahren dargestellt anhand verschiedener Generationen.

16:00 – 17:30 / FILM 3
Die Böhms. Architektur einer Familie
Regisseur: Maurizius Staerkle Drux
Deutschland - Schweiz 2014, 87'
Originalfassung mit englischen Untertiteln



Der Dokumentarfilm "Die Böhms. Architektur einer Familie" dokumentiert die Arbeit, die Bauten und das Leben der Böhms. Er zeichnet ein intimes Porträt der Architektenfamilie. Für die Filmarbeiten lebte der junger Schweizer Regisseur (Absolvent der Film und Fernsehen Hochschule in München) länger als zwei Jahre mit der Familie Böhm in Köln zusammen. "Mit bewunderungswürdigem bildlichem Gespür setzt sich Maurizius Staerkle Drux mit den verschiedenen architektonischen Universen der Böhms auseinander und nähert sich darüber hinaus auch den feinen Unterschieden zwischen Selbst- und Fremdbild seiner Protagonisten. Der Titel des Films darf durchaus wörtlich genommen werden: Es geht vor allem um die Architektur einer Familie, erst danach um das Porträt einer prominenten Architektenfamilie." Ralph Eue, DOK Leipzig.


Architekturfotografen, Fotografen & Künstler Philipp Bösel, Markus Böhm, Hermann Claasen, Maurizius Staerkle Drux (Film), Harun Farocki, Arne Hofmann, Andreas M. Kaufmann, Dieter Leistner, Mario Lorenz, Giorgi Nebieridze, Sebastian Linnerz, Lukas Roth, Arne Schmitt, Christopher Schroeer-Heiermann, Ulrich Schwarz, Sandro Sulaberidze

Böhm Archiv
DAM Deutsches Architekturmuseum Frankfurt

Fotografien Hermann Claasen
LVR-Landesmuseum Bonn
Fotografische Sammlung

Fotografien Harun Farocki
Harun Farocki GbR, Berlin

Historische Fotos Tiflis
National Archives of Georgia / Sakinformi Fotorchiv




******************

The Goethe Institute, with the support of the Georgian National Museum, in connection with 200 years of relations between Germany and Georgia presents a project:

The Dynasties – Parallel Perspective
"I build what I believe in" Dominikus Böhm


The exhibition features almost century-long historic-cultural and, in particular, architectural legacy that has been created and developed in parallel in Germany and Georgia, representing two different architectural family dynasties - the Böhms and the Kurdianis - creating in Germany and Georgia respectively. The exhibition gives an overview of their creative history, emphasizing on parallelism in life.

Secular, public, sporting, residential, cultural, educational architectural objects - all these buildings are still functional both in Germany and Georgia and represent an integral element of their countries’ identity. The display represents all epochs through which both countries and each of the families lived and created in parallel, though individually. The Böhms’ architectural legacy has been repeatedly surveyed and acknowledged. The elderly member of the family, Gottfried Böhm is 98 years old today. He is the only German architect awarded the highest architectural prize – the Pritzker prize.

One may see exhibits and photos from the family archives associated with specific historic context. Documentaries will also be on display, featuring their creative life and key architectural projects created by the Bioms and the Kurdianis. The audience will have an opportunity to see compilation of photos by Harun Farocki (1944-2014) titled "Stalin’s Museum in Gori" that is exhibited in Georgia, Karvasla Hall for the second time. In his photos, Faruk underscores the importance of contexts created by ideologies and/or political regimes, or even contemporary forms of powers in the universe, under the disguise and veil of culture.

Architects:
Dominikus Böhm (1880-1955); Gottfried Böhm, Elizabeth Böhm (1921-2012), Stephan Böhm, Peter Böhm, Paul Böhm, Grigol Kurdiani (1873 – 1957); Archil Kurdiani (1903-1988), Ketevan Sokolova-Porakishvili (1905-1988), Gia Kurdiani (1932-2014), Archil Kurdiani, Giorgi Kurdiani

The Author and Curator of the Exhibition: Irina Kurtishvili, Cologne

Address:
National Museum of Georgia; Tbilisi History Museum (Karvasla);
#8, Sioni street, Tbilisi.


Opening: 19.00 hours, June 27, 2018
Exhibition lasts from June 28 till September 10, 2018

Links:
irinakurtishvili.com/dynasties
facebook.com/dynasties
museum.ge/dynasties
Die Böhms - Architektur einer Familie [dw.de]
Die Böhms – ein Jahr­hun­d­ert Ar­chi­tek­tur und Kunst [baumeister.de]
Die Böhms – Architektur einer Familie [zenit.org]

Friday, November 15, 2013

RADIO: Stalin-Kult in Georgien. Von Tatjana Montik (oe1.orf.at)

(oe1.orf.at) Montag, 18. November 2013, 18:25


Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, genannt Stalin, war gebürtiger Georgier. Der Mann, der während seiner Regierungszeit liebevoll als Vater der Völker tituliert wurde, war ein totalitärer Diktator, der in politischen Säuberungswellen viele Millionen vermeintliche und echte politische Gegner ermorden ließ. Millionen Menschen kamen durch Deportationen und künstlich erzeugte Hungersnöte ums Leben.

Doch eine echte Vergangenheitsbewältigung findet in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion nur in der Zivilgesellschaft statt. Heute wird aus Stalin wieder ein Kult gemacht - etwa im autokratisch regierten Russland, ebenso in Georgien. So soll in Stalins Heimatstadt Gori demnächst das 2010 abgerissene Stalin-Denkmal wieder errichtet werden.

Saturday, September 28, 2013

GEORGIEN: Täglich grüßt der Diktator. Von Friedrich Zimmermann (zeit.de)

(zeit.de) In Stalins Geburtsort Gori soll ein Denkmal des Sowjetherrschers wieder aufgerichtet werden. Auf Spurensuche in einer seltsamen Stadt. Ein Leserartikel


Das Stalin-Museum in Gori, dem Geburtsort des Sowjetherrschers in Georgien
Das Stalin-Museum in Gori, dem Geburtsort des Sowjetherrschers in Georgien  |  ©Friedrich Zimmermann
Im Zug von Tiflis Richtung Schwarzmeerküste. In Gori bin ich der einzige, der aussteigt. Bin nur ich so verrückt, mir den hiesigen Stalin-Kult anzuschauen? Oder sind die Verrückten einfach schon hier? Schließlich will die Stadt die monumentale Statue des Diktators wieder aufstellen, die der georgische Präsident Saakaschwili erst 2010 abreißen ließ. Was ist los mit dieser Stadt?

Der Taxifahrer bringt mich vom Bahnhof in die Innenstadt. Ich frage ihn, wo denn das Denkmal vor drei Jahren gestanden habe. "Genau vor dem Rathaus." Er scheint die Frage zu kennen. Ich steige aus und laufe auf der Stalin-Allee zum Stalin-Museum. Die Gartenanlage des Museums mit Springbrunnen, kleinen Brücken und Kandelabern ist das eigentliche Zentrum von Gori.

Erst einmal frühstücken. In dem neuen Gebäudekomplex hinter dem Museum gibt es ein modernes Restaurant. Kein Stalin-Bild an der Wand. Durchs Fenster sehe ich den Parkplatz. Reisebusse fahren vor, ein paar geländegängige Motorräder mit deutschen Nummernschildern und ein Unimog-Reisewohnmobil aus der Schweiz. Ich fühle mich als Teil dieser Gesellschaft neugieriger Globetrotter.

Als Stalin 1953 starb, war ich 13 Jahre alt. Die Erwachsenen um mich herum meinten damals, eine neue, bessere Zeit würde nun beginnen. Endlich könnten auch die deutschen Kriegsgefangenen zurückgeholt werden. Über die Verbrechen Stalins sprach man nur im Vergleich mit Hitler – wenn überhaupt.

Wo ist denn nun die Stalin-Statue?

Das Schild am Eingang zur Touristeninformation bringt mich zurück ins Heute. Ein kühler, praktisch eingerichteter Raum mit Ladentheke und Regalen. Auch hier kein Stalin an der Wand. Drei junge Frauen lächeln mich an, und ich habe das Gefühl, etwas sagen zu müssen. "Wo wird denn die Stalin-Statue im Moment gelagert?", frage ich. "Gut verschlossen, in einem Tresor!", antwortet eine der Frauen. Ich lache, deute auf den Stadtplan von Gori und frage, wo das Denkmal wieder aufgestellt werden soll. Sie zeigt mir den Standort: in der Parkanlage, direkt vor dem Museum. Nicht vor dem Rathaus, wo sie früher stand. Die Antwort klingt ganz selbstverständlich und ich verabschiede mich einigermaßen verblüfft.

Im Andenken-Laden, gleich hinter dem Museum, gibt es von allem etwas. Kunsthandwerk, Kitsch, Postkarten, Typisches aus der Region. Und wo ist Stalin? Da muss man schon genau hinschauen. Eine Kaffeetasse mit seinem Konterfei wird verkauft und ein T-Shirt mit Stalin neben Ché Guevara. Aber Gipsbüsten, Wandteppiche, Ikonen für den Hausaltar? Fehlanzeige.

Jetzt auf ins Museum. Drinnen ein bombastischer Treppenaufgang. Die Räume sind in sanftes Licht getaucht. Schön chronologisch werden die Stationen aus Stalins Leben vorgeführt, von der Geburtsurkunde bis zur Totenmaske. Man lernt einen sympathischen, außergewöhnlich intelligenten Georgier kennen, der die Welt verändert hat. Von den Opfern des Stalinismus kein Wort.

Zu einem Besuch in Gori gehört selbstverständlich auch die Besichtigung des Geburtshauses. Das gemauerte Häuschen steht unter einem großen Baldachin aus Beton und Glas, wetterfest konserviert für alle Ewigkeit. Stalins Eltern wohnten hier als junges Paar, erklärt die Museumsführerin, drei Jahre lang und zur Miete. So wie hier haben offenbar viele Bewohner des Städtchens im 19. Jahrhundert gewohnt: bescheiden und schlicht, aber nicht elend.

Wären da nicht die Insignien der Sowjetunion in der Glaskuppel, das Haus könnte in jedem beliebigen Freilichtmuseum stehen. So bleibt viel Raum für die Fantasie – und reichlich Gelegenheit für die Identifikation mit dem berühmtesten Georgier der Neuzeit.

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Thursday, August 01, 2013

BLOG: Renaissance von einem Stalin Monument? (ralphhaelbig.tumblr.com)

http://24.media.tumblr.com/3ecd5134567f9be22dfdbbe8563c5dd4/tumblr_mqv23eZWHw1sslqg7o1_1280.jpg

copyright 2012: Ralph Hälbig

(ralphhaelbig.tumblr.com) In der Geburststadt von Stalin - in Gori - soll ein riesiges Monument von Josef Stalins wieder errichtet werden, welches in einer Nacht- und Nebelaktion im Juni 2010 abgerissen wurde. Schon vor Monaten hofften Bürger aus Gori, dass ein riesiges Stalin-Denkmal vor dem Museum wiederaufgebaut werden würde. Die sechs Meter hohe Statue wurde 1952, kurz vor dem Tod des Diktators, auf einem zentralen Platz von Gori errichtet. 2010 wurde sie nach der Entscheidung des georgischen Präsidenten Michail Saakaschwili abgerissen. Die Entscheidung der Wiederauferstehung der Statue fiel diesmal demokratisch, wurde vom Kultusmininsterium angewiesen. Gespannt können wir sein, wie es in Zukunft darum steht.  Natürlich ist das politisch fragwürdig und die Gemüter sind erhitzt. Gori bekommt sozusagen sein “patriotisches Wahrzeichen" zurück …Ob das in Ordnung ist, darüber wird man sich äußern. Bis zum Geburstag Stalins im Dezember soll dann alles fertig sein. Bis dahin ist noch Zeit.

Wie die Georgier mit ihrem berühmtesten Landsmann umgehen, das geht natürklich weit über die Existenz einer Statue hinaus. Stalins Geburtshaus wird schon immer durch eine massive Überdachung für die Ewigkeit erhalten.

“Daneben steht ein prachtvoller Palast im sowjetischen Baustil – das Museum, das Josef Stalin gewidmet ist. Nur wenig erinnert hier an die Opfer des großen Terrors. Dafür blickt die Besucher aus jeder Ecke Stalin an – von Porträts, Teppichen und Gemälden mit Szenen im Geiste des sozialistischen Realismus. Seine Todesmaske ist die Krönung der Ausstellung." (Julia Smirnova, Moskau)

Auch das Stalin-Museum in Gori wirkt unzeitgemäß. Das Museum von Stalin sollte in ein Museum des Stalinismus umgebaut und Opfern des Terrors gewidmet werden. Bisher geschah aber nichts.

Stalin-Denkmäler werden allmählich wiederhergestellt. Einige Nichtregierungsorganisationen fordern zudem, das Museum der Okkupation zu schließen. Die neue Regierung hat sich bislang nicht zu dieser Initiative geäußert.

mehr in: welt.de

Sunday, April 21, 2013

ARTIKEL: Weinland Georgien. Zurück aus dem Keller der Geschichte. Von Benjamin Triebe, Kisiskhewi (nzz.ch)


Georgische Weinfreuden am Ende des 19. Jahrhunderts: Winzer Prinz Iwan Mukhranbatoni (Mitte) auf seinem Landgut.
Georgische Weinfreuden am Ende des 19. Jahrhunderts: Winzer Prinz Iwan Mukhranbatoni (Mitte) auf seinem Landgut.
(nzz.ch) Was es für die Sowjetunion bereits gewesen ist, will Georgien auch wieder für den Rest der Welt werden: eine grosse Weinnation. Tradition und Vielfalt gibt es reichlich, die Qualität stimmt. Was fehlt, ist der Name.

Die Grösse der georgischen Weinkultur erschliesst sich in dem Moment, in dem man aufpassen muss, nicht in sie hineinzufallen. Mehr als drei Meter tief ist die im Boden versenkte Amphore, bis zu 3500 Liter Wein finden darin Platz – und theoretisch auch ein unachtsamer Besucher, wenn er das schwarze Loch zu seinen Füssen allzu spät bemerkt. Meistens allerdings sind diese Tonamphoren, in Georgien Qwewris genannt, mit Stein und Lehm verschlossen. Dann gärt in ihnen der Wein, heute genauso wie vor Tausenden Jahren. Er gewinnt in der kühlenden Erde einen Geschmack, der wenig mit jenem in Edelstahltanks gezüchteter moderner Weine gemein hat. Manchmal sei ein Qwewri wie ein Überraschungsei, sagt Roland Burdiaschwili, Geschäftsführer des Weinguts Schuchmann Wines. Aber in 95% der Fälle habe der Inhalt Topqualität.

Gefahr globaler Verwechslung

Die Tradition des Weinanbaus und der Kultivierung von Reben reicht in Georgien sehr weit zurück. Manche Quellen sprechen von 8000 Jahren; 4000 Jahre sind es wohl in jedem Fall. Das abwechslungsreiche Klima in den Tälern und Ebenen zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus hat Hunderte Rebsorten gedeihen lassen. Doch während des Kommunismus war die Produktion auf den Sowjetmarkt ausgerichtet. Im Westen geriet das kleine Weinland, gelegen auf dem gleichen Breitengrad wie Rom, in Vergessenheit. Seit der Wende finden seine Produkte erst langsam zurück in die weite Welt – eine Welt, der man erklären muss, dass mit der englischen Bezeichnung «Georgia» kein US-Gliedstaat gemeint ist.


Die Kellerei Schuchmann Wines liegt im Dörfchen Kisiskhewi, in Kachetien, einer fruchtbaren Region im Osten Georgiens. Scheinbar zum Greifen nah glänzen die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus. Viele Menschen hier sind arm und leben von Subsistenzlandwirtschaft. Fast jede Familie habe ihren eigenen Rebstock und ein oder zwei kleine Qwewris im Garten, sagt Burdiaschwili. Die Georgian Wine Association (GWA) schätzt, dass jährlich zwischen 150 000 und 200 000 t Trauben in Georgien geerntet werden. Davon verarbeiten die 80 bis 90 Weinfirmen des Landes nur 30 000 bis 40 000 t; über 100 000 t werden von Privatpersonen zu ihrem persönlichen Hauswein verarbeitet. Trauben finden sich überall, sogar in den Tschurtschchelas, Dessert-Stäbchen aus Walnüssen, die von Traubensaft-Couverture in Form gehalten werden. Auf dem Land verkaufen alte Frauen sie am Strassenrand.




Als sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine professionelle Weinherstellung in Georgien entwickelte, war das russische Kaiserreich der Hauptabsatzmarkt. Später trat an dessen Stelle die Sowjetunion, deren Teil Georgien 1921 geworden war. Von dem gebürtigen Georgier Stalin wusste man, dass er die auch im Sowjetreich beliebten halbsüssen Rotweine der einheimischen Sorten Kindzmarauli und Khvanchkara bevorzugte. Doch das kleine Land konnte die grosse Nachfrage nicht aus dem Stand befriedigen: Die Anbaufläche von Wein wuchs laut der GWA von knapp 30 000 Hektaren 1921 auf 112 000 Hektaren im Jahr 1985. Von traditioneller Handarbeit wurde im grossen Stil auf maschinelle Ernte, europäische Verfahren mit Stahltanks und nahezu industrielle Produktion umgestellt – und exportiert, was sich exportieren liess. Natürlich war es möglich, in der Sowjetunion hervorragenden georgischen Wein zu trinken. Aber manche der Flüssigkeiten, die gen Norden geschickt wurden, waren nie mit Trauben in Berührung gekommen.

Klumpenrisiko Russland

Auf das Ende der Sowjetunion folgten die Wirren der Übergangsjahre, ein Wirtschaftskollaps, der Bürgerkrieg. Die Anbaufläche fiel zurück auf 45 000 Hektaren im Jahr 2004. Die kommerzielle Weinproduktion erholte sich erst nach dem Jahrhundertwechsel, aber der Export blieb zu 80% auf Russland konzentriert. Das machte bequem, war aber gefährlich: Umso härter traf es die Hersteller, als der Kreml 2006 einen Importstopp für wichtige georgische Agrarprodukte verhängte. Offiziell dienten gesundheitliche Bedenken als Grund, aber sie waren mehr Steigbügelhalter für politische Vergeltung – schliesslich hatte die qualitative Heterogenität der georgischen Weinexporte jahrelang niemanden gestört. Doch seit der Rosenrevolution von 2003 war Georgien unter Präsident Saakaschwili auf Westkurs geschwenkt; die Spannungen und Territorialkonflikte mit dem Nachbarn nahmen zu und entluden sich 2008 in einem kurzen Krieg.

Rosskur nach dem Embargo

Ihres wichtigsten Marktes beraubt, gingen viele georgische Weinproduzenten bankrott. Wer überleben wollte, musste in Qualität investieren, weil er nur so neue Märkte erschliessen konnte. Diese Rosskur hat der Branche gutgetan. Auch der Staat erkannte, dass es so nicht weiterging. Das georgische Weinrecht ist heute ähnlich streng wie das deutsche, die Kontrollen auch. Allmählich erholten sich die Ausfuhren, doch unter den zehn wichtigsten Exportzielen waren vergangenes Jahr noch acht ehemalige Länder des Ostblocks (vgl. Grafik). Nun zeichnet sich ein neuer Wendepunkt ab. Nach einem georgischen Regierungswechsel im vergangenen Jahr herrscht zwischen Moskau und Tbilissi leichtes Tauwetter. Als wohlmeinende Geste hat der Kreml angekündigt, den Import von georgischem Wein und Mineralwasser bald wieder zu gestatten. Russische Inspektoren reisen durch das Land und nehmen die Betriebe unter die Lupe.

Russland ist wichtig: Nirgendwo sonst auf der Welt finden die Georgier einen unberührten Markt mit rund 140 Mio. Menschen, die bereits wissen, wie gut ihr Wein sein kann. Auch Schuchmann Wines hat die nötigen Anträge auf Importerlaubnis gestellt. Doch er habe das Budget für 2013 noch nicht um mögliche Umsätze in Russland ergänzen lassen, sagt Firmengründer Burkhard Schuchmann bei einem Gespräch in Tbilissi. Das werde erst nach der ersten Lieferung geschehen. Grundsätzlich sollen Klumpenrisiken vermieden werden: Keine Exportregion dürfe einen Anteil von mehr als 25% am Umsatz haben. 
Das gelte auch für Russland.

Schuchmann war bis Ende 2005 Vorstandschef des deutschen Bahntechnikherstellers Vossloh. Dann sattelte der heute 70-Jährige um. Seit 2007 hat er etwa 8 Mio. € aus eigenen Mitteln in den Kauf von Weinreben und den Aufbau einer Kellerei in Kachetien investiert. Den ersten eigenen Wein verkaufte er 2009, die Produktionskapazität erreicht inzwischen 500 000 Flaschen pro Jahr. 70% werden in Edelstahltanks hergestellt, 30% in Qwewris. Irgendwann soll dieses Verhältnis umgekehrt sein; Schuchmann will besonders in den Ausbau der traditionellen Methode investieren. 150 bis 200 der grossen Tonamphoren möchte er einmal besitzen. Jetzt sind es über 30. In diesem Jahr sollen 40 Qwewris dazukommen und auch das Geschäftsergebnis deutlich über Break-even klettern. Die Gesamtkapazität werde aber maximal auf 1 Mio. Flaschen erhöht, fügt Schuchmann an. Er wolle in der Edel-Nische bleiben und «richtig tolle Weine» machen.

Schuchmann setzt bei der Pflege des Rebstocks und bei der Ernte auf reine Handarbeit. 85% der Rebsorten sind georgischen Ursprungs. Die zerdrückten Trauben werden samt Haut, Kernen und Stielen in die Qwewris gegeben. Rote Trauben bleiben dort nur zur alkoholischen Gärung, weisse Trauben für bis zu sechs Monate – zumindest bei der kachetischen Methode, die Schuchmann anwendet (es gibt auch die imeretinische Technik, bei der die Gärung kürzer ist, benannt nach einer anderen Region). Während der Gärung muss die Maische täglich mit langen Holzstielen umgerührt werden, nach der Weinentnahme wird der Qwewri von innen von Hand geputzt.

Herber und körperreicher

Das Endprodukt besitzt mehr Tannine und Polyphenole als normaler Wein aus Edelstahltanks, für den nur der Traubensaft vergoren wurde. Qwewri-Wein schmeckt herber und körperreicher. Der zugegebenermassen ungeübten Zunge des Berichterstatters erschienen modern hergestellte Weine aus denselben Rebsorten im Vergleich geradezu aufdringlich. Wegen der aufwendigen Produktion sei eine Flasche Qwewri-Wein etwa dreimal so teuer, sagt der Geschäftsführer Burdiaschwili. Deswegen stellt die Kellerei auch günstigere, auf europäische Art gemachte Weine her – als Türöffner, um in fremden Märkten Fuss zu fassen.

Doch Tradition muss nicht an Qwewris gebunden sein: An eine ehrwürdige Geschichte knüpfen auch die Winzer von Château Mukhrani an. Der Firmenname bezieht sich auf ein echtes Château. Das ist nicht nur auf dem Flaschenetikett hübsch anzusehen, sondern auch in Wirklichkeit, im gleichnamigen Ort Mukhrani, 35 Kilometer von Tbilissi entfernt, zwischen zwei Hügelketten auf halbem Weg zu Stalins Geburtsstadt Gori. Das zweistöckige Château mit repräsentativem Türmchen wurde 1873 für Prinz Iwan Mukhranbatoni errichtet, einen georgischen Adeligen. Geschleift von den Kommunisten und im Bürgerkrieg, wird es gerade renoviert. Schon Prinz Iwan kultivierte Wein in Mukhrani; leiten liess er sich von den Erfahrungen, die er bei Aufenthalten in Frankreich gesammelt hatte. Wenn sich die 2003 gegründete Firma Château Mukhrani nun der modernen Weinherstellung und nicht den Qwewris verschreibt, so geschieht dies ganz in Prinz Iwans Tradition.

(Zu) viele Rebsorten

Château Mukhrani will sich als Primus für hochwertigen georgischen Wein positionieren. Wieder erfolgt die Ernte in Handarbeit; auch kontrolliert die Firma die ganze Herstellungskette. Es werden keine fremden Trauben zugekauft oder Teile der Ernte extern verarbeitet. Die Ernte von 2012 wird rund 350 000 Flaschen ergeben. In zwei Jahren soll die Kellerei, wenige Schritte vom Château entfernt, den maximalen Ausstoss von 700 000 Flaschen erreichen.

Wenn es um Wein gehe, sei Georgien das Frankreich des ehemaligen Ostblocks, sagt Mukhrani-CEO Petter Svaetichin. Allerdings gebe es in Frankreich «nur» rund 250 Traubensorten, fügt der Schwede an. Im viel kleineren Georgien seien es laut der jüngsten Zählung 527; und dabei sei in den vergangenen tausend Jahren schon rund die Hälfte verloren gegangen. Von den Sorten wird zwar nur ein kleiner Teil kommerziell genutzt – aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht sind sie auch ein Problem. Sie erschwert die Markenbildung. Argentinien hat den Malbec als international bekanntes Aushängeschild, die USA haben den Chardonnay – und Georgien?

Um Wein und Land bekannter zu machen, setzen manche Weingüter auf Tourismus, bieten Gästebetten, Restaurants und Ausflüge. Prinz Mukhranbatoni verfolgte Ende des 19. Jahrhunderts eine andere Taktik, wie Svaetichins Mitarbeiterin Tamar Buadze auf einem Rundgang um das Château erläutert: Er heuerte in Paris Studenten an, die in den Gaststätten seinen Wein bestellten – und das unbekannte Produkt natürlich nicht erhielten. Daraufhin zogen die Studenten so enttäuscht von dannen, dass die Wirte glauben mussten, ihre Weinkarte habe ein entsetzliches Loch. Vielleicht ist auch diese PR-Methode wieder einen Versuch wert.

Thursday, April 18, 2013

EXHIBITION: BLACK.SEE des Berliner Architekten Jürgen Mayer H. in EIGEN + ART Lab (jmayerh.de)

EIGEN+ART Lab 


(jmayerh.de) SAVE THE DATE: Gallery Weekend Berlin +++ 26. - 28. April 2013
    
BERLIN: Gallery Weekend

Zwischen Freitag, dem 26. April und Sonntag, dem 28. April 2013 öffnen über 50 Berliner Galerien ihre Türen für Besucher zum diesjährigen Gallery Weekend Berlin. Am Freitag, den 26. April 2013 starten die offiziellen Eröffnungen um 18 - 21 Uhr.

In unserer Galerie EIGEN + ART Berlin zeigen wir die Einzelausstellung crt.mgn von Carsten Nicolai. Im EIGEN + ART Lab präsentieren wir die Rauminstallation  


BLACK.SEE des Berliner Architekten Jürgen Mayer H.

An den folgenden Tagen Samstag, 27. April und Sonntag, 28. April 2013, haben alle Galerien von 11 bis 19 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten Galerie EIGEN + ART zum Gallery Weekend Berlin vom 26. - 28. April 2013

Freitag, 26. April    11 - 21 Uhr
Samstag, 27. April     11 - 19 Uhr
Sonntag, 28. April    11 - 19 Uhr

www.gallery-weekend-berlin.de

Carsten Nicolai // EIGEN + ART Berlin
11. April - 18. Mai 2013

Adresse
Galerie EIGEN + ART Berlin . Auguststraße 26 . 10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 - 280 66 05 / Fax: +49 (0)30 - 280 66 16 / berlin@eigen-art.com

Jürgen Mayer H. // EIGEN + ART Lab
9. April - 25. Mai 2013

Adresse
EIGEN + ART Lab . Auguststraße 11-13 . 10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 - 246 28 40 / Fax: +49 (0)30 - 246 284 20 / berlin@eigen-art.com


Sonderveranstaltung zum Gallery Weekend Berlin
Freitag, 26. April 2013, 11 Uhr
iPad App Launch in collaboration mit Rignier Gallery App


J. MAYER H. - House of Justice / Civic Centre, Mestia, Georgia
more projects:
jmayerh.de/ BATUMI PAVILLON
jmayerh.de/ House of Justice Mestia
jmayerh.de/Mestia Airport
jmayerh.de/Police Station Mestia
jmayerh.de/Rest Stops Gori
jmayerh.de/Check Point Sarpi
jmayerh.de/Cicic Centre Gori
jmayerh.de/Civic Centre Mestia

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Jürgen Mayer H.BLACK.SEEEIGEN + ART Lab9. April - 25. April 2013
Am 9. April 2013 eröffnet im EIGEN + ART Lab eine Einzelausstellung mit Werken von Jürgen Mayer H.. In den Räumlichkeiten des Lab zeigt er eine speziell entwickelte Rauminstallation aus Skulpturen und Wandmalereien, sowie eine Auswahl an Zeichnungen, Objekten, Collagen und Fotografien. Mit seinem Team J. MAYER H. arbeitet er in multidisziplinärer Raumforschung am Verhältnis von Körper, Natur und Technologie.

2013_JMayerH_balck_see„Lazika am Schwarzen Meer – der exotische Name klingt nach dem Schauplatz eines Films oder eines Romans. Und tatsächlich ist die Stadt in Georgien insofern mit einer Fiktion verbunden, als sie nicht existiert. Noch nicht. Denn bis heute ist sie Entwurf geblieben. Und doch gibt es von ihr schon etwas zu sehen. Am Ende der bereits gebauten Magistrale, am Pier des zukünftigen Hafens, türmt sich wie eine erstarrte Gischtwelle ein schneeweißes Gebilde auf, dessen waffelartige Struktur es trotz seiner großen Höhe zart wirken lässt. Zunächst assoziiert man eine Funktionalität, einen futuristischen Leuchtturm etwa oder eine Forschungsstation. Doch der Bau von Jürgen Mayer H. ist frei von jeder konkreten Benutzbarkeit und somit vor allem eines: eine verbindende Geste zwischen Land und Meer, ein Spiel mit organoiden Volumina, mit materieller Gebundenheit und Leere, mit Schwerkraft und Schwebezustand. Die „Lazika Pier Sculpture“ macht etwas erfahrbar, was sie als funktionales Bauwerk vielleicht nicht leisten könnte: Sie zeigt das vielfältige Potenzial einer freien Raumkonstruktion und trägt auf diese Weise die Vision der geplanten Stadt symbolisch in sich.

Konstruktionen – ob materiell oder gedanklich – machen es uns Menschen leichter, etwas wiederzuerkennen und als verständlich anzusehen. Diese Wiedererkennbarkeit, die der Bestätigung von Erfahrungen und Erwartungen dient, erlaubt es uns, Objekte, Räume oder Situationen als real zu bezeichnen. Zu solchen Konstruktionen zählen die bewährten Parameter des Architektonischen, die das Tragen und Lasten von Massen auch visuell widerspiegeln, ebenso wie Oberflächenstrukturen oder Muster, durch die wir glauben, einen Raum bemessen, einschätzen und kontrollieren zu können. All diese (rationalen) Konstruktionen jedoch sind (irrational) tröstliche Hilfsmittel, die uns von der großen Ungewissheit über die menschliche Existenz fernhalten und uns Sicherheit im Hier und Jetzt vermitteln. Wir brauchen alle Arten von Konstruktionen, denn sie geben uns Hoffnung und Halt. Jedenfalls vermeintlich.

Aus dieser ambivalenten Perspektive auf das Konstruktive lässt sich auch die Rauminstallation „BLACK.SEE“ betrachten, die Jürgen Mayer H. speziell für die Räume des EIGEN + ART Lab geschaffen hat. Die Installation verbindet eine schwarze, frei im Raum stehende Skulptur mit riesigen, gleichfalls dunklen Wandmalereien. Das dreidimensionale Element besteht aus hohen Platten, die dergestalt ausgefräst wurden, dass sich ihre Flächigkeit nahezu vollständig aufgelöst hat. Seine gitterartige, unregelmäßige Formation wirkt rudimentär und unvollständig. Ob das Objekt Rest einer ehemals zusammenhängenden Konstruktion ist, eines komplexeren Ganzen, möglicherweise ein vergrößertes Detail von Mikrostrukturen? In direkter Beziehung zu dem schwarzen Raumgebilde stehen die umbrafarbenen Wandmalereien. Als geheimnisvolle Muster laufen sie über Wände und Decken, scheinen das Gebilde – ebenso fragmentarisch wie dieses – fortzusetzen. Die Malereien wirken wie die Schatten der Skulptur, verzerrt von einer nicht lokalisierbaren Lichtquelle. 

Das Formvokabular, auf das Jürgen Mayer H. seit langem zurückgreift und auch bei der Installation
„BLACK.SEE“ einsetzt, entstammt sogenannten Datensicherungsmustern. Diese finden sich beispielsweise auf den Innenseiten von Briefumschlägen, die von Ämtern oder Banken versandt werden. Ihre stark verdichtete Optik soll persönliche Briefinhalte vor Indiskretion schützen und sensible Daten unsichtbar machen, indem sie eine Sphäre exklusiven Wissens vorgibt. Doch ob das analoge, antiquiert anmutende Verfahren heute noch von Bedeutung ist, bleibt fraglich; vor dem Hintergrund einer hochtechnologisierten, digital geprägten Welt wirkt es eher metaphorisch. Denn es gibt mittlerweile andere, weitaus raffiniertere Möglichkeiten, in den Besitz geheimer Daten zu gelangen.

Mit seiner Installation „BLACK.SEE“ scheint Jürgen Mayer H. auf das trügerische Versprechen von Strukturen anzuspielen – und zwar nicht nur von Strukturen, die den Schutz persönlicher Daten suggerieren. Es geht um Strukturen und Konstruktionen ganz generell, die unser Vertrauen in sehr viel weiter reichendem Maße beanspruchen und eine scheinbare Sicherheit vermitteln. Wenn Mayer H. seine im Raum befindliche, kryptische Skulptur mit verzerrten, unwirklichen Schatten kombiniert, werden nicht nur Ursache und Wirkung im physikalischen Sinne voneinander unabhängig gemacht. Der Raum erweitert sich damit auch um Wahrnehmungsqualitäten, die einen stärker produktiv beschäftigen als das in sich Logische und sofort Einleuchtende – etwa das Beunruhigende, Fehlende, Missverständliche, Undefinierbare, Riskante, Instabile oder Vieldeutige. Zwar wird einer rationalen Konstruktion in unserem Kulturkreis mehr Berechtigung zugestanden, Realität darzustellen, als dem Imaginären. Doch erst die Gesamtheit aller sinnlichen Qualitäten bildet das vollständige Potenzial eines Erfahrungsraums. 

Dass unsere Raumwahrnehmung eine stets subjektive, nie völlig berechenbare und sich ständig verändernde Größe ist, war Künstlern und künstlerisch Tätigen schon immer bewusst – über alle kreativen Gattungen hinweg. Vor allem seit den 1960er Jahren haben Architekten, bildende Künstler, Choreografen und Komponisten den Erfahrungsraum mit bewusst geschaffenen Leerstellen, mit disparaten Materialien, Fragmentarischem, unorthodoxen Bewegungsabläufen oder neuen Klangmustern aufgebrochen und damit erweitert. Donald Judd, Dan Flavin oder Fred Sandback beispielsweise haben sich mit dem real vorgefundenen wie dem imaginären Raum gleichermaßen befasst. Naturgemäß noch von rein analogen Raumerfahrungen ausgehend, haben sie die Gültigkeit unserer Orientierungsmaßstäbe gezielt in Frage gestellt. Nicht selten haben sie sich dabei Systemen des Seriellen und industriell Standardisierten bedient – Strukturen also, die dem alltäglichen Denken entstammen und dadurch jenes Vertrauen einflößen, das sie jedoch nicht uneingeschränkt verdienen. Die Künstler haben erkannt, dass Konstruktionen nicht nur Orientierung bieten, sondern durchaus auch einengen können.

Auch Jürgen Mayer H. bewegt sich mit seinen ungewöhnlichen Formfindungen und Raumbildungen entgegen herkömmlicher Vorstellungen, etwa von Architektur als etwas klar Definiertem oder typologisch Einzuordnendem. Ebenso wie die Bestandteile eines organischen Systems scheinen auch Mayer H.s Raumsetzungen Elemente eines größeren, überwiegend nicht zu entschlüsselnden Kontexts zu sein. Sie agieren und reagieren folgerichtig (aber nur scheinbar logisch) und könnten sich unter Umständen auch sprunghaft verändern. Sie sind – im selben Maße wie das Organische – hochkomplex, aber unberechenbar. In diesem Sinne ist das vollständige Erschließen eines Raums von Jürgen Mayer H. kein gelingender, aber auch kein zwingend geforderter Zustand.

Diese Haltung ist der bildenden Kunst insbesondere nach dem Ende der Moderne immanent, wenn sie die Dominanz alles Systematischen, Strukturellen und Konstruktiven aufbricht und sich immer wieder bewusst dem Dysfunktionalen, dem noch Unfertigen, Anti-Konstruktiven oder alternativ Ästhetischen zuwendet. In der digitalen Welt des 21. Jahrhunderts, in der sich die Abhängigkeit von technologischen Systemen verstärkt, fällt jeder Konstruktionsfehler, jede unerwartete Abweichung als Kontrollverlust um so eklatanter auf. In dieser Situation ist es eine Chance, dem Unberechenbaren offen und vertrauensvoll entgegenzutreten. Immer bedeutsamer wird es, gerade jene Denkansätze weiter zu entwickeln, die rein rationale Konstruktionen nicht bieten können. Genau aus diesem Grund ist eine Haltung, wie sie Jürgen Mayer H. konsequent verfolgt, ebenso zeitgenössisch wie notwendig.

Bernhart Schwenk, Kurator für Gegenwartskunst, Pinakothek der Moderne, München
  
Jürgen Mayer H. (*1965 Stuttgart) studierte Architektur an der Universität Stuttgart, The Cooper Union New York und an der Princeton University. J. MAYER H., von Jürgen Mayer H. 1996 in Berlin gegründet, arbeitet an den Schnittstellen von Architektur, Design und Neuen Medien. Von Installationen bis zu internationalen städtebaulichen Interventionen entstehen Projekte als multidisziplinäre Raumforschung zum Verhältnis von Körper, Natur und Technologie. Internationale Ausstellungen und Sammlungen u.a.: Museum of Modern Art, New York; San Francisco Museum of Modern Art; Sammlung Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz; Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt a. M.; Sammlung Vitra Design Museum und Art Institute of Chigago. Lehrtätigkeit u.a an der Harvard University in Cambridge, an der Columbia University in New York und an der Universität der Künste Berlin. Internationale Auszeichnungen: u.a. Mies van der Rohe Award for European Architecture, 2003, Holcim Award Europe Bronze, 2005 und Gewinner des Audi Urban Future Award, 2010.

Source: eigen-art.com/lab
 

Wednesday, March 06, 2013

REVIEW: Georgia: Remembering Stalin (eurasianet.org)

eurasianet.orgA small crowd of frail, elderly Georgians bearing red banners and wreaths gathered on Tuesday in front of Joseph Stalin’s childhood home in the town of Gori to commemorate the 60th anniversary of the Soviet leader’s death.  

“Comrades, we have gathered here to remember the great leader,” said Alexandre Lursmanashvili, the chairperson of Gori’s tiny Community Party, as he stood in front of the Stalin museum. With their hair blowing in the wind, elderly men and women swaddled in winter coats listened and applauded solemnly.

“Don’t film just the old people. Film the young as well,” some instructed reporters, pointing at a younger woman with a red flag. After some photo-opp'ing, the crowd walked to a nearby church to attend a memorial service for the city’s most famous son.

A recent study commissioned by the Carnegie Endowment for International Peace has shown that Stalin is still very popular in his native Georgia, though diehard admirers like members of the small Communist Party are few in number. The study, which includes surveys of respondents in Georgia, Armenia, Azerbaijan and Russia, showed that a startling 45 percent of an unspecified number of Georgian respondents still view the Great Terror's architect positively. Unlike for other ex-Soviet spots, though, in Georgia Stalin is more of a national brand than just a USSR leader and a victor of World War II.

“He made us famous,” commented one elderly woman in Gori to EurasiaNet.org. “He was born here, in our town, he built a great, beautiful country and then he saved the world from Nazi Germany. Did any other Georgian do anything that even comes near to that?”

Young people strolling in the park, watched the gathering from a distance and with a smile. “He was a great man, they say,” one youth said timidly. “Our grandparents are so in love with him that he must have done something good.”  

The millions who perished in labor camps?  Collateral damage, say the commemorators, adding that achieving national prosperity comes at a price.  

Proud as many Georgians may be of the dictator they produced, the majority of them say that today they wouldn’t want to live a in country ruled by someone like Stalin.