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Saturday, February 23, 2013

RADIO: Literatur und Musik aus dem Kaukasus. Moderiert von Fritz Pleitgen. (wdr5.de)

Der ehemalige Intendant Fritz Pleitgen kehrt zurück zum WDR
Kurzfristiger Programmtipp für Kaukasus-Interessierte: Am Sonntag (24.2.) zwischen 16 und 18 Uhr bringt der WDR 5 zwei Stunden lang wunderbare Literatur und Musik aus und über dem Kaukasus, moderiert von Fritz Pleitgen.

Die Sendung lässt sich online anhören und mitschneiden: wdr5.de

Fotostrecke mit Hörproben: wdr.de/kaukasus


INFORMATIONEN ZUR SENDUNG:

Der Kaukasus. Geschichten zwischen Orient und Okzident

50 Völker. 40 Sprachen. Tausende Jahre Kulturgeschichte. Schon in Zahlen ist der Kaukasus beeindruckend. Und wenn diese kleine, wenig bekannte Weltregion dank ihrer überreichen Literatur zum Sprechen gebracht wird, wird der erste Eindruck zur Faszination. Der Kaukasus ist zerrissen und umkämpft. Und er wird offenbar von den liebenswürdigsten, schlitzohrigsten und heldenhaftesten Menschen des Planeten bewohnt - zumindest wenn man den zahlreichen literarischen Fürsprechern des Kaukasus glauben darf. Fasil Iskander schildert mit einem Augenzwinkern den Alltag seiner abchasischen Landsleute, Michail Lermontow beschreibt den atemberaubend schönen Weg über den Kreuzpass und Wladimir Kaminer plaudert über seine kaukasische Schwiegermutter. Natürlich fehlen Ali und Nino nicht, und mit ihnen die schönste Liebesgeschichte des Kaukasus, die ganz nebenher vom Schicksal einer Region zwischen Orient und Okzident erzählt. Dazu hat auch Moderator Fritz Pleitgen einige Geschichte beizusteuern - auch er ein Kenner und Liebhaber des spannenden, wilden und wundersamen Kaukasus.

Ein Tipp von Ulrike Gruska

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Ulrike Gruska
E-Mail: text@ulrikegruska.de
www.ulrikegruska.de




Wednesday, August 08, 2012

ASERBAIDSCHAN: Journalisten als Geisel im Konflikt mit Iran (reporter-ohne-grenzen.de)

© ddp images / AP / SHAKH AIVAZOV
(reporter-ohne-grenzen.de) Auslandskorrespondenten werden immer wieder zur Geisel politischer Spannungen zwischen Aserbaidschan und Iran. Ein Bakuer Gericht hat in der vergangenen Woche die Haftstrafe gegen Anar Bayramli, Baku-Korrespondent für das iranische Sahar TV, um die Hälfte reduziert. „Das ist zwar ein Signal in die richtige Richtung“, so Reporter ohne Grenzen (ROG) in Berlin, „doch wir halten das Vorgehen gegen Bayramli für politisch motiviert und fordern einen fairen Prozess für den Journalisten.“

Anar Bayramli wurde am 17. Februar in seiner Wohnung in Baku verhaftet und am 11. Juni wegen Drogenbesitzes zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Am 2. August verkürzte ein Berufungsgericht die Strafe für den 31-jährigen Reporter um die Hälfte.
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Bayramli hatte von Baku aus für verschiedene iranische Medien gearbeitet, unter anderem für Sahar TV und die Nachrichtenagentur Fars. Sahar TV ist der Auslandssender des iranischen Staatsfernsehens, der über Satellit die Propaganda des iranischen Regimes verbreitet.

Die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und Iran sind angespannt – nicht nur, weil beide Länder um die Grenzen im rohstoffreichen Kaspischen Meer streiten. Iran stört sich an den engen Beziehungen Bakus zu den USA und Israel. Die aserbaidschanische Regierung wiederum beklagt den wachsenden Einfluss iranischer Geistlicher. Seit etwa einem Jahr verhaften die Behörden immer wieder islamische Gläubige, religiöse Schulen und Moscheen wurden geschlossen.

Zusammen mit dem Reporter Bayramli wurde im Februar dessen Fahrer Ramil Dadaschow verhaftet. Er wurde ohne Anklage festgehalten und erst am 16. Mai wieder freigelassen. Ein weiterer Journalist, Ramin Bayramow, sitzt nach wie vor im Gefängnis. Bei dem Herausgeber des Online-Portals islam-azeri.az wurden angeblich Drogen gefunden.

Dass Journalisten oder Menschenrechtsaktivisten in konstruierten und von Widersprüchen gekennzeichneten Prozessen wegen Drogenbesitzes verurteilt werden, ist ein bekanntes Muster in Aserbaidschan. So erging es Eynulla Fatullajew, der vier Jahre im Gefängnis saß, bevor ihn Präsident Alijew am 26. Mai 2011 – wenige Tage nach der Entscheidung für Baku als Austragungsort des Eurovision Song Contests – begnadigte. Auch der Blogger Jabbar Sawalan, der in sozialen Netzwerken zum Protest aufgerufen hatte, wurde im Februar 2011 verhaftet, wegen Drogenbesitzes verurteilt und erst nach knapp einem Jahr wieder freigelassen. Vor wenigen Wochen, am 21. Juni, nahm die Polizei den Chefredakteur der Minderheiten-Zeitung Tolishi Sado, Hilal Mammadow, fest. Die Staatsanwaltschaft warf ihm zunächst Drogenbesitz vor, änderte die Anklage jedoch wenig später in Spionage.

Reporters Without BordersNicht nur in Aserbaidschan, auch im Iran sitzen mehrere Journalisten wegen regierungskritischer Veröffentlichungen oder verbotener Kontakte zu Ausländern in Haft. Zu ihnen gehört Said Matinpur, der für die auf Aserbaidschanisch erscheinende Zeitung Yarpagh schrieb und 2007 zum ersten Mal verhaftet wurde. Seit dem 2. Mai 2012 werden zudem die beiden aserbaidschanischen Schriftsteller Farid Husejn und Shahrijar Hajizade vermisst, die sich zuletzt in Tabriz im Nordwesten Irans aufhielten.

Reporter ohne Grenzen zählt die Präsidenten Aserbaidschans und Irans, Ilcham Alijew und Mahmud Ahmadinedschad, zu den größten Feinden der Pressefreiheit weltweit. Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit steht Aserbaidschan auf Platz 162 und Iran auf Platz 175 von 179.

Auf www.pressefreiheit-für-baku.de finden Sie weiterhin aktuelle Nachrichten zur Situation der Medien in Aserbaidschan.

Weitere Informationen in englischer Sprache finden Sie hier.

Pressekontakt:
Ulrike Gruska
Tel.: 030 202 15 10 – 16

Tuesday, June 27, 2006

Separatismus in Georgien
Möglichkeiten und Grenzen friedlicher Konfliktregelung
am Beispiel Abchasien
Von Ulrike Gruska

Nr. 1 / 2005
Universität Hamburg - IPW
Forschungsstelle Kriege, Research Unit of Wars,
Rüstung und Entwicklung Armament and Development

Anschrift und Bezugsadresse
ISSN 1432 - 8283
Universität Hamburg - IPW
Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung
Allende-Platz 1
D - 20146 Hamburg
Telefon: 040/42838-3689
Fax: 040/42838-2460
http://www.akuf.de

Zur Autorin
Ulrike Gruska ist seit 2002 Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung
(AKUF). Sie studiert Politische Wissenschaft, Osteuropastudien und Journalistik an der Universität Hamburg. Ihre thematischen Schwerpunkte sind die osteuropäischen Länder, insbesondere der Kaukasus und die Russische Föderation.
Kontakt Tel.: (040) 406 303
E-Mail:
ulrikegruska@gmx.de

Zusammenfassung
Das südkaukasische Georgien und sein separatistischer Landesteil Abchasien liegen seit mehr als zehn Jahren offiziell miteinander im Krieg. Im Konflikt um die Unabhängigkeit der abtrünnigen Region haben es nach dem Ende der bewaffneten Auseinandersetzungen 1992/93
weder einzelne Staaten noch die internationale Gemeinschaft geschafft, zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln. Warum der Friedensprozess zwischen Tiflis und Suchumi
trotz umfangreicher und intensiver Bemühungen der internationalen Vermittler bislang derart
erfolglos ist, will die vorliegende Studie erklären. Sie stützt sich dabei in erster Linie auf Interviews der Autorin mit georgischen Politikern und Wissenschaftlern und mit an den Verhandlungen beteiligten Diplomaten.
Die Analyse der Interessen der wichtigsten Akteure im Friedensprozess zeigt, dass dieser
durch die unnachgiebigen und kaum zu vereinbarenden Positionen der Konfliktparteien ebenso
behindert wird wie durch die ambivalente Politik der Russischen Föderation im Krisengebiet
und durch die geostrategische Konkurrenz der internationalen Hauptakteure Russland und
USA. Auch die zögerliche Haltung der Vereinten Nationen als Schirmherrin des Verhandlungsprozesses und die unentschlossene Politik der europäischen Länder gegenüber dem Südkaukasus spielen hier eine Rolle. Nach der Untersuchung der zentralen Probleme bei der Konfliktlösung zeigt die Studie Ansätze für einen erfolgreicheren Friedensprozess auf. Sie geht dabei neben der Wiederbelebung der klassischen Verhandlungsformate der UN unter anderem auf wirtschaftliche Anreize zur Konfliktlösung und auf zivilgesellschaftliche Initiativen ein.
Ein abschließendes Kapitel analysiert die aktuellen innenpolitischen Ereignisse vom friedlichen
Machtwechsel in Georgien im November 2003 bis zu den umstrittenen Präsidentschaftswahlen,
die Abchasien ein Jahr später an den Rand eines Bürgerkrieges brachten, und fragt nach ihrer Bedeutung für die Konfliktlösung.

Inhalt
1 Einleitung..................................................................................................................... 2
2 Mediation als Instrument friedlicher Konfliktregelung........................................ 7
2.1 Theoretische Schwächen und unklare Definitionen .......................................... 7
2.2 Mediation: Motive, Strategien und der richtige Zeitpunkt ............................ 10
2.3 Schwierigkeiten und Probleme internationaler Vermittlung ......................... 15
3 Hintergrund: Der Konflikt zwischen Georgien und Abchasien.......................... 20
3.1 Konfliktursachen in historischer Perspektive ................................................... 20
3.2 Die Geschichte des georgisch-abchasischen Verhältnisses im 20. Jahrhundert . 23
3.3 Der Krieg von 1992 bis 1994 und seine Folgen ............................................... 28
3.4 Der Friedensprozess unter der Ägide der Vereinten Nationen ..................... 31
4 Die wichtigsten Akteure im Friedensprozess und ihre Interessen .................. 37
4.1 Konfliktparteien .................................................................................................... 37
4.1.1 Georgien............................................................................................................... 37
4.1.2 Abchasien............................................................................................................. 40
4.2 Einzelstaatliche externe Akteure ....................................................................... 41
4.2.1 Russische Föderation ........................................................................................ 41
4.2.2 USA ..................................................................................................................... 44
4.3 Internationale Organisationen............................................................................ 46
4.3.1 Die Vereinten Nationen .................................................................................... 46
4.3.2 Die Europäische Union...................................................................................... 48
5 Zentrale Probleme bei der Konfliktlösung............................................................ 51
5.1 Unnachgiebige Positionen der Konfliktparteien................................................ 51
5.2 Die ambivalente Politik der Russischen Föderation......................................... 57
5.3 Konkurrierende Interessen der internationalen Hauptakteure ................... 60
5.4 Die Voreingenommenheit der Vereinten Nationen ......................................... 64
5.5 Die politische Zurückhaltung des Westens........................................................ 68
6 Ansätze für einen erfolgreicheren Friedensprozess............................................ 72
6.1 Wiederbelebung des Genfer Prozesses und praktische Problemlösung ....... 72
6.2 Wirtschaftliche Kooperation als Anreiz zur Konfliktregelung......................... 75
6.3 Konkrete Angebote an Abchasien ...................................................................... 78
6.4 Interessenausgleich zwischen den internationalen Hauptakteuren. ............. 82
6.5 Eine stärkere politische Rolle Europas .............................................................. 85
6.6 Zivilgesellschaftliche Initiativen.......................................................................... 88
7 Neue Chancen nach dem doppelten Machtwechsel?............................................ 91

8 Zusammenfassung ................................................................................................... 99
Anhang ........................................................................................................................ 106
Literaturverzeichnis .................................................................................................. 109