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Monday, July 24, 2017

ON ONE'S OWN ACCOUNT: German Blog About Georgia by Ralph Hälbig Reaches More Than 3 Million Viewers. Interview: Nina Gomarteli via @cbwge









Ralph Hälbig manages a blog about Georgia and South Caucasus. Blog is available in German and shares politics, economics and art narrative in the region. Visitors are increasing day by day, while he’s planning to commit himself more and write a travel guide about Georgia. CBW had an interview with Ralph about his inspirations, experience and opinion towards region.

The full interview here (cbw.ge) >>


cbw.ge/e-version

Saturday, March 11, 2017

TEDxTbilisi: Why journalism needs a revolution. By Natalia Antelava, @antelava (tedxtbilisi.com/2015)

(tedxtbilisi.com/2015) Why do stories in the news seem to suddenly appear from nowhere? And has the misuse of the Internet made this phenomenon worse? Award-winning journalist Natalia Antelava argues that reporters need to take a longer view, and stay with stories before and after they make international headlines.

Natalia Antelava is an award-winning journalist and a co-founder of Coda Story, a web platform for covering crises. She started her career freelancing in West Africa but has since been BBC's resident correspondent in the Caucasus, Central Asia, Middle East, Washington DC and most recently India. She has reported undercover from Burma, Yemen and Uzbekistan, and her investigations into human rights abuses in Central Asia, Iraq and the United States have won a number of awards.

This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community. Learn more at http://ted.com/tedx



More links: 

natalia antelava (@antelava) | Twitter 
About Coda Story Natalia Antelava. A co-founder of Cod 
Natalia Antelava: "Jedes komplexe Problem ist ein Thema für Coda" (vocer.org)
scoopcamp.de/natalia-antelava

Wednesday, March 12, 2014

PRESSEFREIHEIT: "Jetzt ist die Angst weg". Medien in Georgien nach Saakaschwili. Von Jana Demnitz (deutschlandradiokultur.de)


Podcast hören >>>

(deutschlandradiokultur.de) Micheil Saakaschwili war ein Hoffnungsträger in Georgien, aber er hat seine Landsleute, auch die Journalisten bitter enttäuscht. Heute, nach dem Abtritt Saakaschwilis, gibt es in Georgien zwar keine Zensur mehr, trotzdem bleibt eine ausgewogene Berichterstattung die Ausnahme.


Ein Blick in die Magazin-Redaktion "Liberali" in der Hauptstadt Tiflis.
Ein Blick in die Magazin-Redaktion "Liberali" in der Hauptstadt Tiflis. (Jana Demnitz)
Es ist Punkt 20 Uhr - soeben beginnen die Hauptnachrichten des georgischen Fernsehsenders "Imedi". Der Journalist und Moderator Levan Javakhishvili begrüßt die Zuschauer und stellt die Themen des Abends vor - georgische Innenpolitik, etwas Außenpolitik, Kultur und das Wetter. Der Privatsender bietet den Menschen vor den Fernsehgeräten auch heute wieder einen bunten Themenmix.

Levan ist ein großgewachsener, stattlicher Mann mit braunen Haaren und grünen Augen, der, sobald das rote Studiolämpchen angeht, sein smartestes Moderatoren-Gesicht anknipsen kann. Manchmal kann er es selbst kaum glauben, dass er wieder hier im Studio sitzt, in die Kamera schaut und die Zuschauer über die wichtigsten Geschehnisse in Georgien und in der Welt informiert:

"Wieder hier zu sein, ist für mich ein ganz besonderes Gefühl. Ich war ja seit der ersten Nachrichtensendung im Jahr 2003 dabei. Dieser Sender ist mein Zuhause. Es fühlt sich einfach so an, wie nach Hause zu kommen. Allerdings bin ich nur zurück gekommen, weil mich die Besitzer von ´Imedi` persönlich darum gebeten haben."

2001 wurde die Mediengesellschaft "Imedi" vom georgischen Oligarchen Badri Patarkazischwili gegründet, 2003 ging TV-"Imedi" auf Sendung - kurz vor dem Amtsantritt des westlich orientierten georgischen Politikers und damaligen Hoffnungsträgers Micheil Saakaschwili. Der junge und charismatische Politiker wurde im Januar 2004 Nachfolger des zuvor durch die Rosenrevolution gestürzten Präsidenten Eduard Schewardnadse.

Nach der korrupten und politisch instabilen Schewardnadse-Ära hofften die Georgier und mit ihnen die Journalisten auf eine neue Epoche der Freiheit, Demokratie und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Wie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre konnten sie auch jetzt wieder kritisch und unabhängig über die Missstände im Land berichten. Es fegte damals ein "Wind of Change" durch Georgien, sagt Levan Javakhishvili. Seine Augen leuchten und man sieht ihm an, dass es eine befreite Zeit gewesen sein muss - nach all den Jahren der Repression.

"Nach Schewardnadse und der Rosenrevolution dachten viele Menschen, wir werden endlich ein normales Leben hier haben. Aber zwischen 2003 und 2004 wurde wieder ein TV-Sender geschlossen. Das war das erste Signal." 

Sondereinheit stürmte 2007 den Sender "Imedi"

2007 hatte die Offenheit dann auch bei "Imedi" ein Ende: Der TV-Sender hatte über den Missbrauch von öffentlichen Geldern verschiedener Ministerien berichtet, die Menschen in Georgien gingen auf die Straße, um gegen die Korruption zu protestieren. Der Druck auf den Präsidenten wuchs täglich.

Als sich der Oligarch Patarkazischwili dann auch noch auf die Seite der Opposition schlug, fiel sein Sender gänzlich in Ungnade bei Saakaschwili und dessen regierender Partei "Vereinte Nationale Bewegung". Am 7. November 2007 stürmte schließlich eine vermummte Sondereinheit während einer Livesendung das Fernsehstudio am Rande der Stadt und zwang die Journalisten vor laufenden Kameras, den Sendebetrieb einzustellen.

Levan Javakhishvili geht über die Flure des heute mit meterhohen Zäunen und Kameras gesicherten Medienhauses. In dem Studio, in dem er damals mit einer Kollegin die Abendnachrichten moderierte, ist es heute dunkel, verkramt, vereinzelt stehen alte Kulissen herum. Mit versteinerter Miene zeigt er hinauf zu einer verglasten Wand, durch die man direkt in das Studio schauen kann. Dort standen damals die vermummten Männer mit ihren Gewehren und starrten zu ihnen hinab.

"Wir wurden über die Kopfhörer informiert, dass eine Spezialeinheit in den Sender eingedrungen war. Als ich realisierte hatte, was passiert ist, sagte ich zu den Zuschauern: ´Bewaffnete Männer haben gerade unseren Sender "Imedi" besetzt.` Dann kamen zwölf Maskierte in das Studio, richteten ihre Kalaschnikows auf uns und sagten, wir sollen mit der Sendung aufhören."

Sie hatten damals Todesangst, sagt Levan Javakhishvili. Keiner von den Redakteuren, Kameraleuten und Technikern wusste, ob sie jemals lebend wieder hinaus kommen würden. Ihre Telefone klingelten unaufhörlich, jeder sah ja live im Fernsehen, was gerade bei "Imedi" passierte. In einer kurzen Ansprache erklärte der Chefredakteur dem Fernsehpublikum die Situation und bat um internationale Hilfe. Der Bildschirm wurde schwarz, das Programm war beendet.

Stunden später wurden die Mitarbeiter frei gelassen, wenige Wochen darauf wurde der Besitzer enteignet. Investigativer und unabhängiger Journalismus wurde in den Folgejahren immer schwieriger. Hintergrundrecherchen waren fast unmöglich, weil keiner Auskunft geben konnte oder wollte. Wenn Kritik irgendwo vorkam, konnten wegen der begrenzten Sendereichweiten nur wenige Menschen diese hören oder sehen.

Drohungen müssen Journalisten in Georgien nicht mehr fürchten

Erst mit dem politischen Machtwechsel in Georgien im Herbst 2012, als bei der Parlamentswahl die Saakaschwili-Partei unterlag, wurde der Oligarchen-Familie Patarkazischwili die "Imedi"-Mediengesellschaft wieder übertragen. Heute regiert in Georgien das Parteienbündnis "Georgischer Traum" des Milliardärs und Ex- PremierministersBidsina Iwanischwili. Unter dieser neuen Regierung und dem alten Arbeitgeber kehrte auch Moderator Levan Javakhishvili zurück ins Scheinwerferlicht. Drohungen, Einschüchterungen und Enteignung müssen Journalisten und Medienunternehmen im heutigen Georgien nicht mehr fürchten.

"Heute gibt es in Georgien zwar keine Zensur mehr oder andere Beschränkungen, aber dafür haben wir private Sender, die entweder für oder gegen die Regierung, oder für oder gegen die Opposition berichten. Viele Journalisten haben keine eigene Meinung. Sie sind nicht frei in ihrem Denken. Obwohl sie gar keine Angst vor irgendeinem Druck haben müssen. Viele sehen ihre Aufgabe nicht darin, über etwas nur zu berichten, sondern sie wollen selbst mit Einfluss auf die Politik nehmen. Sie sind einfach nicht unabhängig in ihrer Berichterstattung."

In der Liberali-Redaktion wird fleißig in die Tasten gehauen. In dem modernen Großraumbüro in Zentrum von Tiflis sitzen junge und stylisch gekleidete Frauen und Männer vor ihren riesigen Monitoren, an den Wänden hängen großflächige Fotografien von Demonstrationen für Demokratie und Menschenrechte. In wenigen Stunden muss die nächste Ausgabe des unabhängigen und kritischen Politikmagazins fertig sein.

Politikchef Irakli Absandze, ein kleiner, runder und sympathischer Mann mit Nickelbrille und Spitzbart, bespricht mit allen noch einmal die letzten Details. Ein Thema des nächsten Hefts ist der Widerstand der Orthodoxen Kirche gegen ein Obdachlosenheim für Homosexuelle in Tiflis. Das sei genau ein Thema für das "Liberali" steht, sagt Irakli Absandze, der in Deutschland Politikwissenschaft studiert hat.

"Wir schreiben sehr gerne über marginalisierte Schichten in der Gesellschaft, oder die solche Gefahr haben zum Beispiel ethnische Minderheiten, soziale Minderheiten. Wir schreiben gerne über Werte, was uns mit der westlichen Welt vereint, was die sind und woher die kommen. Und wir versuchen möglichst kritisch zu sein. Damit wir unsere Watcher-Funktion wirklich wahrnehmen können. Wir wollen nicht nur eine Informationsquelle für unsere Leserschaft sein, sondern wir wollen auch, dass georgische Politiker uns als Handwerk benutzen."

Investigative Journalisten publizieren im Internet

"Liberali" - das Magazin mit dem rot-weißen Logo und einem großflächigen Foto auf dem Cover wird in den Augen der sieben Festangestellten und der Handvoll freien Mitarbeiter vor allem auch für die so genannten Entscheider in Georgien gemacht. Für diejenigen, die die Geschicke des Landes mitbestimmen. Irakli Absandze selbst kam erst 2012 zu dem Magazin, das 2009 zum ersten Mal erschien. Vorher war er jahrelang bei einem privaten Fernsehsender in der Stadt Poti im Westen des Landes angestellt. Wegen seiner kritischen Berichterstattung wurde er zu Michail Saakaschwilis Zeiten abgehört, bedroht und verhört. Heute sagt er über die Arbeitsbedingungen von Journalisten in Georgien:

"Es ist deutlich besser geworden. Wir haben Luft zum Atmen. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr beobachtet werde, wie zu Michas Zeiten. Das Handy wird nicht mehr abgehört. Alles, was ich schreibe, auch kritische Sachen, sorgt nicht über meine berufliche Zukunft. Ich bekomme keine komischen Anrufe."

Das Privatfernsehen ist der Goliath, gegen den ein monatliches Magazin wie "Liberali" nur verlieren kann. Und so hoffen die investigativen Journalisten hier im Büro mit ihren Kopfhörern im Ohr und ihren Kaffebechern vor der Nase vor allem auf die Wirkung ihrer gut recherchierten Geschichten über korrupte Beamte und homophobe Kirchenvertreter und vor allem auf ihre Leser im Internet. Denn die sind, glaubt man den Analysen, gebildet, gut informiert und vor allem jung - zwischen 18 und 45 Jahre. "Uns liest man im Web", fasst Irakli Absandze kurz und knapp zusammen. Monatlich würden 30.000 bis 40.000 Menschen die "Liberali"-Artikel im Netz anklicken, sagt er. Genau das sei die Hoffnung für den georgischen Journalismus.

Nur wenige Kilometer entfernt von der Imedi-Redaktion steht die Journalistin Edita Badasyan am Rustaweli Prospekt, der zentralen Hauptstraße von Tiflis, vor der glänzenden Fassade des Radison Hotels. Für die russische Internetzeitung "Kaukasischer Knoten" berichtet sie als Korrespondentin aus Georgien und der gesamten Kaukasusregion. Edita kritisiert das Selbstverständnis und die Arbeit vieler Journalisten im heutigen Georgien. Sorgfältige Recherche, Trennung von Meinung und Information sowie eine ausgewogene Berichterstattung seien vielen ihrer Kollegen fremd, sagt die Frau, die auch schon in Deutschland und Russland gearbeitet hat.

"Das Problem, das wir hier noch haben in unserer Medienlandschaft, ist, dass wir kaum objektive Medien haben. Wir haben pro Regierung oder ganz anti Regierung. Etwas Balanciertes haben wir kaum. Wir haben sehr viele Zeitungen, die xenophobe Aussagen haben, gegen Minderheiten, nationale, sexuelle, religiöse Minderheiten. Und diese Zeitungen werden nicht bestraft. Es wird kritisiert, aber das macht nichts. Die können weiter drucken und verkaufen. Es gibt keine Strafen für diejenigen."

Niedriges Gehalt und Blockaden in Behörden

Im Durchschnitt verdient ein Journalist in Georgien 250 bis 400 Euro im Monat, beim Fernsehen kann es bis zu 500 Euro sein - insgesamt liegt das durchschnittliche georgische Monatseinkommen bei 250 Euro. Viele ihrer Kollegen würden für mehrere Redaktionen gleichzeitig arbeiten, erzählt sie, oder nebenher etwas ganz anderes machen, um ihre Familie ernähren zu können. Und neben diesen Alltagssorgen kommen dann auch noch die täglichen Hürden der Recherche dazu. Im Vergleich zu früher seien die Behörden zwar auskunftsfreudiger, aber wenn es um die reine Faktenbeschaffung geht, stoße sie immer noch oft an Grenzen:

"Was wir jetzt brauchen, das ist wirklich noch schwer. Nur so Presseerklärungen und so. Aber jetzt mit Archiven und das alles, das ist noch zu für uns. Man kann über alles schreiben, es ist nur darum, wie man die Fakten kriegt. Natürlich, man kann sich wie ein Schriftsteller etwas ausdenken, aber wenn Du Fakten kriegen willst, das ist ein wenig schwer. Georgien ist nicht so ein großes Land, deswegen bekommen wir sehr viele Informationen von den Leuten. Das Problem ist, das alles nachzuweisen mit Unterlagen."

Dennoch scheint Georgien nach Jahren der politischen Spannungen, der wirtschaftlichen Misere und der Medienrepression auf einem guten Weg zu sein. Nur ein Beispiel dafür ist die Möglichkeit für Journalisten an Informationen über die Zustände in den Gefängnissen heranzukommen. War dies unter Präsident Saakaschwili ein selten gelingendes investigatives Kunststück - damals wurde in den Gefängnissen geschlagen und gefoltert - so ist mit dem heute regierenden Parteienbündnis "Georgischer Traum", dem neuen Präsidenten Georgi Margwelaschwili und dem neuen Regierungschef Irakli Garibaschwili ein Neustart auch im Umgang mit den Medien spürbar. Über den zuständigen ebenfalls neuen Minister sagt Edita:

"Er ist immer offen, er gibt alle Informationen ... Also, was wir brauchen, über Häftlinge. Es wird immer in Gefängnissen protestiert, manche nähen sich den Mund zu, weil sie protestieren. Und trotzdem dieser unangenehmen Sachen, was Ministerium vielleicht nicht so offen zeigen wollte für unsere Gesellschaft. Und wir können wirklich durch PR-Arbeit das bekommen. In welches Gefängnis das passiert ist, warum und wer sind diese Leute. Und früher wir konnten gar nichts wissen. Also, das ist schon ein großer Unterschied. Und ich kann das fühlen, dass sich manche, bestimmte Sachen haben sich wirklich verbessert."

Friday, February 28, 2014

CALL FOR APLLICATION: Study Tour On Commemorative Cultures To Germany

Robert Bosch Foundation organises study tour on commemorative cultures to Germany from 3-10 May for representatives of NGOs working on the topic of commemorative cultures and journalists who have been covering related issues to participate in this project

Since 2009, the Robert Bosch Stiftung has organized several study visits to Germany for representatives of civil society organizations and journalists from Southeast Europe on the topic of commemorative cultures. Encouraged by the success of the visits, we are now preparing another study tour on commemorative cultures to two German cities from May 3 to May 10, 2014. For the first time we will invite PARTICIPANTS from SOUTHEAST EUROPE as well as from the SOUTH CAUCASUS.
Participants will be chosen based on the submitted application.
Travel and accommodation costs as well as all other related expenses will be covered by Robert Bosch Stiftung.

PLEASE LET ME KNOW IF INTERESTED AND I WILL SEND YOU MORE DETAILS or CONTACT Ms. HUST.

Applications have to be submitted by March 19, 2014 via email to barbara.hust@bosch-stiftung.de.

Monday, July 29, 2013

AUCH DAS GIBT ES: Alijew schenkt Reportern ein Hochhaus (diepresse.com)

Alijew / Bild: (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
(diepresse.com) In Aserbaidschans Hauptstadt Baku wurde ein Wohnblock eingeweiht, in dem 150 Journalisten gratis leben sollen.

Als „Freund der Journalisten" rühmte eine Tafel den Präsidenten Aserbaidschans, als dieser vergangene Woche ein Hochhaus im Bakuer Bezirk Bibiheybat einweihte. Es ist nicht irgendein Hochhaus. In dem 16-stöckigen Monumentalbau mit Meerblick werden 150 Journalisten wohnen. In Apartments, die ihnen der Staat kostenlos zur Verfügung stellt.


Ilham Alijew, der einem Jahrzehnt im Amt ist und den keine lästige Begrenzung an seiner Wiederwahl im Oktober hindert, bezeichnete diese Einrichtung als „erste weltweit“. In Aserbaidschan, so die Argumentation, könnten sich Journalisten in einer teuren Stadt wie Baku keinen Wohnraum mehr leisten; daher habe man den Bedürftigen unter die Arme gegriffen. Der Staat als Wohltäter – und zudem als aufgeklärter: Der Presserat, der die Auswahl der Journalisten organisierte, betonte, dass nicht nur regierungsnahe Medien zum Zug kommen würden.

Kritiker werten die Aktion als Klientelpolitik und Versuch der Vereinnahmung. „Was sind freie Medien? Freie Medien benötigen Unabhängigkeit von den Organisationen, über die sie berichten“, sagte der Medienexperte Qulu Maharramli zum aserbaidschanischen Ableger von Radio Freies Europa. „Wie können sie die Regierung kritisieren, wenn sie von ihr ein Apartment erhalten?“

„Unsere Journalisten sind loyal“

Auch wenn Präsident Alijew in Reden gerne die große Zahl von Medien hervorhebt: Die Rahmenbedingungen für unabhängigen Journalismus in der Kaukasusrepublik sind schwierig. Auf der Rangliste zur Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ nimmt Aserbaidschan den 156. von 179 Plätzen ein.

Das „Institut für die Sicherheit und Freiheit von Reportern“ (IRFS) in Baku berichtete am vergangenen Freitag, dass die Oppositionszeitung „Azadliq“ („Freiheit“) wegen übler Nachrede zu einer Strafe von 30.800 Euro verdonnert wurde. Verleumdungsklagen, die künftig auch vermehrt im Internet angewendet werden dürften, stellen ein Mittel dar, um missliebige Stimmen zum vorsichtigeren Sprechen zu bewegen. 16 tätliche Angriffe auf Journalisten zählte IRFS im ersten Quartal 2013, sieben Journalisten sind derzeit aus politisch motivierten Gründen im Gefängnis, so die Organisation.

„Aserbaidschan wird weiterhin die Meinungsfreiheit und andere Freiheiten garantieren“, erklärte Alijew anlässlich der Eröffnung des Wohnblocks. Und dann gab er zu verstehen, welche Rolle er in seinem Staat den aserbaidschanischen Journalisten zugedacht hat. „Generell verhalten sich unsere Journalisten loyal zu den Bürgern und zum Staat“, sagte der Präsident und fügte hinzu: „Sie sollten die Interessen des Staates beschützen und nachteilige Schritte vermeiden."
(som)

Monday, July 01, 2013

RADIO: Pressefreiheit in Georgien vor Gericht. Der Fall des Journalisten Irakli Absandze. Von Thomas Franke (dradio.de)

Podcast >>>

(dradio.de) Kritische Medien gibt es in Georgien nur wenige. Für Journalisten ist das unabhängige Arbeiten seit dem Amtsantritt von Premierminister Ivanishvili schwer geworden. Nun steht der Journalist Irakli Absandze wegen angeblichen Drogenbesitzes vor Gericht. Viele vermuten, das Verfahren sei politisch motiviert.

Die Regierung von Bidzina Ivanishvili lenkt das Fernsehen, über das sich die meisten Georgier informieren. (Bild: picture alliance / dpa / ITAR-TASS / Alex)Irakli Absandze ist genervt. Statt zu recherchieren, steht er stundenlang vor Gericht. Er arbeitet für Liberali, ein kritisches Wochenmagazin in Georgien. Da gibt es genug Schwierigkeiten. Die letzte Ausgabe erschien nur im Internet, nicht am Kiosk. Der Grund sind Finanzschwierigkeiten der Zeitschrift. Firmen werben in Georgien ungern in einem kritischen Umfeld. Dazu kommt: Es gibt in Georgien keine Zeitungskultur. Die Leute sind nicht bereit, so viel Geld für ein Blatt zu bezahlen, dass es sich daraus finanzieren könnte. Wer kann, nutzt Internet. Kritischer Journalismus ist dringend nötig. Denn Georgier informieren sich meist über das Fernsehen, und das ist gelenkt. 

Verlautbarungsjournalismus sei denn auch eines der größten Probleme georgischer Medien, erläutert Tamar Rukhadze, die Geschäftsführerin des Ethikrates, eines Gremiums, zu dem sich kritische Journalisten in Georgien zusammengeschlossen haben, um die Standards zu verbessern.

"Manchmal gibt die Regierung oder das Innenministerium eine Pressemitteilung heraus, und alle Medien verbreiten sie genau so. Ich erinnere mich an keinen Fall, in dem das anders war. Selbst wenn diese Mitteilung überhaupt keinen Nachrichtenwert hatte. Ich weiß nicht, warum unsere Journalisten damit nicht mal aufhören."

Tamar Rukhadze war selbst Nachrichtenchefin des Fernsehkanals TV9. Der wurde letztes Jahr im Wahlkampf von Bidzina Ivanishvili gegründet, einem georgischen Oligarchen. Man konnte dort guten Journalismus machen, sagen die Mitarbeiter - bis zum Herbst. Da gewann Ivanishvili die Wahl, wurde Premierminister, und begann, massiv Einfluss auf das Programm zu nehmen. Ein großer Teil der Journalisten verließ den Sender, auch Tamar Ruhkadze.

"Redakteure in Georgien versuchen einfach immer, gute Beziehungen zu den Mächtigen zu halten. Aber dafür musst du senden, was sie dir geben. Denn morgen brauchst du die Leute ja wieder."

Auch der angeklagte Journalist Irakli Absandze hatte für TV9 gearbeitet, bevor er zur kritischen Wochenzeitschrift Liberali wechselte. Deren Macher versuchen, sich nicht einschüchtern zu lassen. In ihren aktuellen Recherchen geht es um den Generalstaatsanwalt. Der versucht offensichtlich, Einfluss auf die Lebensmittelkontrolle nehmen, um Bestechungsgelder zu bekommen. Die Drogen wurden Absandze nicht untergeschoben, das ist mittlerweile klar. Ein wohlmeinender Bekannter schickte sie - unbedacht - aus dem Ausland. Sie sind aber ein guter Anlass, um Druck auf den Journalisten auszuüben, erläutert Absandzes Anwalt Gagi Mosiashvili:

"Das größte Problem der Staatsanwaltschaft ist, dass sie das Ziel hatte, Absandze unbedingt anzuklagen, vorher aber nicht geklärt hat, ob die Beweise ausreichen. Das ist ein Dauerproblem der Staatsanwaltschaft. Sie kann einfach nicht damit umgehen, dass jemand eventuell zu Unrecht angeklagt ist, wenn die Beweislage dünn ist. Es ist dann sehr schwierig, die Staatsanwaltschaft dazu zu bringen, die Anklage fallen zu lassen."

Die Freispruchquote liegt in Georgien unter einem Prozent. Die Juristen sind in einer Zwickmühle. In der Zeit des scheidenden Präsidenten Micheil Saakashvili wurde das Drogengesetz absurd verschärft - um eine Handhabe gegen missliebige Gegner zu haben. Der Haschischkonsum ist in Georgien recht populär. Am Tag, an dem bekannt wurde, dass Absandze verhaftet wurde, gab es deshalb auch eine Demonstration, auf der zwar keine Legalisierung der Drogen, wohl aber eine Entschärfung der Gesetze gefordert wurde. Tamar Rukhadze:

"Die Regierung fing an, darüber zu reden. Das sind gute Nachrichten. Aber es wäre schön gewesen, wenn das ohne die Verhaftung von Irakli geschehen wäre."

Allen ist bewusst, wie absurd ein Strafverfahren gegen den missliebigen Journalisten wegen 0,1 Gramm Haschisch ist. Der Staatsanwalt erschien denn auch ohne Zeugen und bat, den Prozess weiter zu vertagen. Erneut bot er einen Vergleich an. Absandze wäre dann zwar raus, aber vorbestraft. Irakli Absandze gilt als aufrichtig und glaubwürdig. Deshalb nimmt er keinen Kuhhandel an. Immer schwingt die Sorge mit, dass irgendetwas Negatives an Absandze hängen bleiben soll.


Noch einmal Absandzes Anwalt Gagi Mosiashvili:

"Die meisten Staatsanwälte und Richter sind politisch manipulierbar. Wir bezweifeln ja gar nicht deren Ermittlungsmethoden, aber es gibt überhaupt keinen Beweis, dass Absandze vorhatte, diese Drogen zu kaufen. Ich schätze den Staatsanwalt, er ist professionell. Aber er kann keine unabhängigen Entscheidungen treffen. Ich möchte gern glauben, dass es keine politische Entscheidung war, Absandze vor Gericht zu stellen. Aber es ist nichts ausgeschlossen."


Saturday, April 13, 2013

JOURNALISMUS: Ein bisschen Freiheit. Aserbaidschanischer Fernsehsender in Berlin. Von Claudia von Salzen (tagesspiegel.de)

In Berlin gründet der aserbaidschanische Blogger Emin Milli derzeit einen Fernsehsender. Dieser soll im autoritär regierten Aserbaidschan Raum für offene Diskussionen bieten.

Von

Der aserbaidschanische Blogger und Dissident Emin Milli. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Emin Milli. - Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Emin Milli, Blogger und Dissident aus Aserbaidschan, wandte sich vor kurzem in einem offenen Brief an den Präsidenten seines Landes. „Sie verfügen über eine große Armee und eine machtvolle Polizei. Ich habe nur Worte und das Internet“, schrieb er. Das Internet gilt in dem von Staatschef Ilham Alijew autoritär regierten Land als einer der letzten Freiräume. Bald wird Emin Milli auch einen Fernsehsender haben.

Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe aserbaidschanischer Aktivisten gründet der 33-Jährige derzeit in Berlin den unabhängigen Sender Meydan TV.

In seiner Heimat sei so etwas nicht möglich, sagt Milli. „Wenn man in Baku ist, schränkt man sich automatisch ein und zwingt sich, vorsichtiger zu reden – egal, wie mutig man ist.“ Milli selbst saß bereits zwei Mal im Gefängnis. Weltweit bekannt wurde er durch ein satirisches Video über einen Esel und seine Verurteilung wegen „Rowdytums“ 2009, das ihm 16 Monate Haft einbrachte. Im Januar wurde er wegen der Teilnahme an einer Demonstration in Baku erneut für 15 Tage eingesperrt.


Alijew will sich im Oktober nach zehn Jahren als Präsident ein weiteres Mal zum Staatschef wählen lassen. Die Führung in Baku wird zusehends nervös; Journalisten, Mitglieder von Jugendorganisationen und Oppositionelle sitzen im Gefängnis, Demonstrationen werden gewaltsam aufgelöst. „Aserbaidschan hat sich im vergangenen Jahr verändert, der Staat ist noch autoritärer geworden, und die Gesellschaft verschlossener“, sagt Milli.


Der neue Sender soll daher viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen. „Meydan“ bedeutet „Platz“ oder „Raum“ – der Sender werde ein „Raum für demokratische Meinungsbildung“ sein, heißt es im Konzept. Im März ist das Projekt gestartet, die erste Sendung soll schon im Mai ausgestrahlt werden – online und auch über Satellit, um ein größeres Publikum zu erreichen. In den letzten Wochen ist Milli durch Deutschland, die Niederlande, Schweden und die Türkei gereist und hat bei im Exil lebenden Aserbaidschanern Geld für den Sender gesammelt. So kamen fast 14 000 Euro zusammen – genug für die Anschaffung der nötigen Technik. Noch ist unklar, wie später die laufenden Kosten gedeckt werden, die Fernsehmacher hoffen auf Förderung etwa durch Stiftungen.

Das Kernteam von sechs Leuten besteht nicht aus Journalisten. Neben Milli soll der Videoblogger Hebib Müntezir moderieren, auch der Musiker Jamal Ali ist Teil des Teams. Auf ihrer Bekanntheit baut der Sender auf. Allein Müntezirs Videoblog sei auf Youtube 24 Millionen Mal angesehen worden, sagt Milli. Zunächst soll Meydan TV einmal pro Woche eine Stunde lang senden, Gesprächspartner aus Aserbaidschan werden über Skype zugeschaltet.


Unabhängig wollen die Fernsehmacher auch von den Oppositionsparteien bleiben. „Unsere Arbeit ist es, Fragen zu stellen“, sagt Milli. Eines aber sei klar: „Jedes freie Fernsehen ist die größte Gefahr für eine Diktatur.“



Tuesday, March 19, 2013

PRÄSENTATION: Projekt des unabhängigen aserbaidschanischen Fernsehsenders MEYDAN TV


am 20. März um 18:00 Uhr wird in den Räumlichkeiten von MitOst e.V. unter der Adresse


MitOste.V.
Alt-Moabit 90, 10559 Berlin
U-Bahn Turmstraße



die Präsentation des Projektes des unabhängigen aserbaidschanischen Fernsehsenders MEYDAN TV stattfinden. Der Projektleiter Emin Milli wird gemeinsam mit den Vertretern des Projektträgers "Vereinigung für die Demokratie in Aserbaidschan - VDA e.V" über den geplanten Sender und seine künftige Programmgestaltung erzählen. Sie sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.
Da wir begrenzte Sitzmöglichkeiten haben, bitten wir Sie um die vorherige Bestätigung der Teilnahme.


Sunday, February 03, 2013

AUFRUF: Deutsch-Osteuropäisches Journalistenstipendium - Marion-Gräfin-Dönhoff-Journalistenstipendium (ijp.org)

(ijp.org) Programmbeschreibung


Für das Jahr 2013 schreiben die Internationalen Journalisten Programme (IJP) zum dreizehnten Mal ihr Stipendienprogramm für Osteuropa aus. Die Austauschländer werden voraussichtlich Polen, Russland, Belarus, die Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan sein.

Insgesamt fünf deutsche Journalisten erhalten die Möglichkeit, in den Monaten September-Oktober bei einem Medium in einem russisch- bzw. polnischsprachigen Medium als Gastredakteur zu arbeiten. Zeitgleich wird das Stipendienprogramm für Journalisten aus den GUS-Ländern und Polen ausgeschrieben, die sich für einen zweimonatigen Arbeitsaufenthalt in Deutschland bewerben können.

Mit Hilfe des Deutsch-Osteuropäischen Stipendiums sollen junge Journalisten einen persönlichen Eindruck von Politik, Wirtschaft, Kultur sowie vom gesellschaftlichen Alltag in GUS-Ländern oder Polen bekommen. Es bietet die einmalige Gelegenheit, in einem fremden journalistischen Arbeitsumfeld zu arbeiten und dabei neue Erfahrungen zu sammeln.

Marion Gräfin Dönhoff (02.12.1909 - 11.03.2002), langjährige Herausgeberin der „Zeit“, hat dem IJP-Programm für Osteuropa ihren Namen gegeben. 

Das Stipendium beginnt Anfang Oktober 2013 mit einer viertägigen Einführungstagung in Tiflis. Daran schließt sich in der Regel der achtwöchige Aufenthalt bei dem osteuropäischen bzw. deutschen Medium unmittelbar an. Das Gastmedium suchen die IJP in Absprache mit den Stipendiaten aus.

Stipendienzahlung

Das Stipendium besteht aus einer einmaligen Zahlung von 3.900 Euro. Dieser Betrag soll Reisekosten, Verpflegung und der Unterkunft während des Auslandsaufenthaltes, Visa-Gebühren und Krankenversicherung decken. Eine Vergütung der journalistischen Tätigkeit vor Ort erfolgt nicht. Eine Verschiebung des Gastaufenthaltes ist nicht möglich.

Bewerbung

Bewerben kann sich jeder Journalist zwischen 23 und 35 Jahren, der als freier Mitarbeiter, Volontär oder Redakteur bei deutschen Medien tätig ist.
Bewerbungen müssen bis zum 15. April 2013 eingegangen sein (Datum des Poststempels; bitte kein Einschreiben, keine Päckchen, keine Kurierdienste).
Der Bewerbung beizufügen sind:
  • ein tabellarischer Lebenslauf mit Passbild
  • ein Motivationsschreiben
  • ein journalistisches Gutachten des Ressortleiters oder Chefredakteurs (das zugleich die Bewerbung unterstützt, ggf. die Beurlaubung für die Zeit des Stipendiums sicherstellt und als journalistischer Tätigkeitsnachweis dient)
  • maximal drei schriftliche Arbeitsproben; Fernseh- und Rundfunkjournalisten werden gebeten, als Arbeitsnachweis keine Kassetten einzusenden, sondern eine Liste herausragender Beiträge
  • eine Präferenzangabe für bestimmte Länder und Medien sowie die Angabe, ob die Bewerbung für alle oder nur für die benannten Länder gelten soll.
Die Auswahl erfolgt unter Ausschluss des Rechtswegs durch eine Jury anhand der Bewerbungsunterlagen bis zum 1. Juni.

Bewerbungsadresse

IJP e.V.
Deutsch-Osteuropäisches Journalistenstipendium
Postfach 310746
10637 Berlin

Alumni

Die IJP fördern den Kontakt der ehemaligen Programm-Teilnehmer untereinander durch regelmäßige Rundschreiben und Veranstaltungen. Wir veranstalten Alumni-Dinner, jährliche Treffen etc.
zum Alumni-Netzwerk »

Partnermedien

Eine Auswahl von Partnermedien in Osteuropa seit 2001:
Nowaja Gazeta (Moskau), Ztg. Podrobnosti (Ekaterinburg), Ztg. Echo (Baku), TV Kamtschatka, Ztg. 24 Saati (Tiflis), Radio Puls (Ulan Ude), INTER-TV und Novy Kanal (Kiew), Ztg. Korrespondent und Zerkalo nedeli (Kiew), Polskie Radio (Warschau), TVP3 (Szczecin ), Gazeta Wyborcza (Warschau) u.a.

Eine Auswahl bisheriger deutsche Partnermedien:
DIE ZEIT, Der Spiegel, Deutsche Welle, Rheinischer Merkur, Tagesspiegel, shz Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, General-Anzeiger Bonn, Hamburger Abendblatt, Flensburger Tageblatt, ZDF, WDR Fernsehen, Bayerischer Rundfunk, Deutschlandradio u.a.

Förderer


Wie jedes der IJP-Programme wird auch das Deutsch-Osteuropäische Stipendienprogramm Jahr für Jahr durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form unterstützt.

Hauptsponsoren sind die ZEIT-Stiftung, die Stiftung Mercator, das Auswärtige Amt, die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Die IJP danken allen Förderern für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in das Stipendienprogramm.

Friday, January 25, 2013

BLOG: Georgia Dinner Table Diplomacy. By Paul Rimple (meetmeherelounge.wordpress.com)

shashlik1(meetmeherelounge.wordpress.comOne day last year I got an email from a Georgian living in the US who asked why I hated Georgia so much. Everything she read of mine in the Moscow Times was so anti-Georgian, why did I bother living here – or something to that effect. Anti-Georgian? If I didn’t love Georgia I wouldn’t write anything about it at all, let alone live here. It is precisely because I care about this beautiful place I call home so much that I write what I do. Of course I’m critical. I’m anti-hypocrisy and  I’ll hold authorities to task wherever I live and will always call things as I see them. Nevertheless, I thought I’d start the new year by lightening up a bit. Georgia has been binging for a month straight and nobody has an appetite for politics right now. That’s why I decided to write a 400 word food and wine story. At least that was my intention…

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Conquering the World With Wine and Food (themoscowtimes.com)

In August 2008, I was sitting on a curb in the Georgian village of Akhalgori with journalist Wendell Steavenson watching Ossetian troops loot stores and homes. "This whole thing is crazy," she said. "All Georgia had to do was invite Russia to the dinner table. They would have conquered it with food and wine."


She, like many foreigners who have spent any time in the country, is intimately familiar with Georgia's most formidable weapon. It's not the "strategic partnership" that brings all those Washington lawmakers to Georgia. It's the food.



Georgians aren't accidental hosts. They steadfastly believe that their cuisine is the center of the universe. They live for the chance to impress guests, and that means the guests are going to get played. In 2005, Georgian President Mikheil Saakashvilipicked up U.S. President George Bush from the airport, showed him a traditional Georgian dance performance and whisked him off to a nearby restaurant for an unscheduled dinner of henkhali and kabobi. The next day, Georgia became the "beacon of democracy." 



This didn't digest well with PresidentVladimir Putin, who implemented a gastronomic foreign policy strategy in 2006 that ultimately backfired. His embargo of Georgian wine forced Tbilisi to improve its product to make it competitive in the Western market. Western food aficionados are now discovering what the Russians have known all along: Georgian cuisine rocks. Elyse Pasquale of the Huffington Post calls Georgia "one of the world's most fascinating up-and-coming culinary destinations," second to Spain.



The Russia-Georgia Economic Cooperation Center recently ironed out technicalities to get Georgian wines back on Russian dinner tables, which is expected to happen soon, along with Borjomi water and other produce. Before the embargo, Russia made up about 75 percent of Georgia's wine exports. While Georgia has since managed to break into other markets, the end of the ban will further stimulate the industry and profoundly boost many private vineyards as grape demand increases.


Some winemakers in Georgia, however, see the Russian market as a threat to the many small wineries that have come along and branded traditional Georgian winemaking into a niche international market. Russia, with an underdeveloped wine culture, will create a demand for large quantities of lesser quality wine, they maintain. That might be so, but having Georgian wine and products in Russia is good for everyone, especially Georgia, which has a clear advantage in dinner-table diplomacy.

Paul Rimple is a journalist in Tbilisi.

Monday, October 29, 2012

REPORT: Caucasus Report - New Georgian Leadership To Reopen Investigation Of Ex-Prime Minister’s Death

(rferl.org) Speaking to journalists one week after her nomination as justice minister in Bidzina Ivanishvili’s new cabinet, Tea Tsulukiani said the investigations into the deaths of banker Sandro Girgvliani and Prime Minister Zurab Zhvania will be reopened as numerous questions remain unanswered.

Georgia's incoming Justice Minister Tea Tsulukiani (file photo)

Girgvliani was found beaten and stabbed in the throat on the outskirts of Tbilisi in January 2006 after an altercation in a bar the previous night with senior Interior Ministry personnel and the wife of Interior Minister Vano Merabishvili. Zhvania was found dead with another man in a rented Tbilisi apartment early on February 3, 2005. Georgian officials, including Merabishvili, immediately said their deaths were caused by carbon monoxide poisoning from an Iranian-manufactured heater that had been incorrectly installed. But FBI experts who traveled to Tbilisi to assist the investigation failed to confirm that assumption.

Zhvania’s brother Giorgi subsequently adduced circumstantial evidence suggesting the two men died elsewhere and their bodies were then transported to the apartment where they were found. Giorgi Zhvania has now openly accused Merabishvili and two other former senior officials of staging, at the behest of President Mikhail Saakashvili, the scene at the apartment intended to create the impression that the two men were the accidental victims of asphyxiation. Zhvania stressed, however, that he is "not saying that it was these persons who killed my brother."

The apartment where the bodies of Zhvania and Kvemo Kartli Deputy Governor Raul Usupov were discovered had been rented several months previously by Misha Dzadzamia, one of Zhvania’s bodyguards, for clandestine assignations with his mistress, according to UPI on November 28, 2005. Zhvania had requested the temporary use of it "for a secret meeting." When Zhvania failed to make regular contact with his bodyguards, Dzadzamia broke a window to enable another bodyguard to enter the apartment. That man found Zurab Zhvania and Yusupov dead and "a terrible smell...like something was burning."

Merabishvili announced within hours that the two men had died of carbon monoxide poisoning, but carbon monoxide has no odor. Moreover, the main gas supply to the entire street had been cut hours before the bodies were discovered because residents had reported a suspected gas leak. FBI experts invited to Tbilisi by the Georgian authorities failed to confirm that the heater could have produced lethal quantities of carbon monoxide, according to an IWPR article by investigative journalist Vakhtang Komakhidze published a year after Zhvania’s death.

In that article, Komakhidze also listed Giorgi Zhvania’s doubts that his brother died in the apartment where his body was found. Giorgi Zhvania had earlier pointed out repeatedly that neither his brother’s fingerprints nor those of Yusupov were found anywhere in that apartment. He said Zurab never smoked a cigarette to the end and always twisted it when stubbing it out, but only one of the several dozen cigarette butts found in the apartment had been extinguished that way. Giorgi Zhvania also noted that the food laid out on the table (together with a bottle of cognac) included sausage, which his brother did not eat, according to www.rustavi2.com on April 4, 2005.

Komakhidze later made a TV documentary questioning the official version of the circumstances of Zhvania’s death that was shown in October 2007 on Russia’s REN TV channel.

In the September 2007 TV interview in which he accused Saakashvili of condoning corruption and the murder of political opponents, former Defense Minister Irakli Okruashvili also said he knows that Zhvania did not die at the location where he was found. Zurab Noghaideli, who succeeded Zhvania as premier but fell out with Saakashvili in 2008, has also hinted that he knows incriminating details about Zhvania’s death, but he has not revealed them.

In his interview with Maestro TV, Giorgi Zhvania named three former top officials who he claims engineered the transport of the bodies of his brother and Yusupov to the apartment where they were found. The three are Merabishvii; former Deputy Prime Minister Giorgi Baramidze, now a deputy parliament speaker representing Saakashvili’s United National Movement (EEM); and former Prosecutor General Zurab Adeishvili, who according to Tsulukiani left Georgia after the EEM’s defeat in the October 1 parliamentary election. 

more here: Georgia Justice Hinges On Who Is the Leader

Read more: in The Moscow Times
themoscowtimes.com

Sunday, October 07, 2012

SEMINAR: “Freedom - Religion – Tradition: Secularism, Religion and Civil Rights in Liberal Societies”

(facebook.com/FNF-South-Caucasus-Friedrich-Naumann-Stiftung) Our seminar “Freedom - Religion – Tradition: Secularism, Religion and Civil Rights in Liberal Societies”, which will be held in cooperation with VVD International in Novkhani, Azerbaijan, and is targeted for young liberal activists from party and civil society organizations as well as representatives from progressive and traditional religious Muslim communities in Azerbaijan, begins on 4th October. The first participants and trainers are arriving now. Check our page later in the afternoon for the first impressions from Novkhani!


THE FLYING DUTCHMEN, Notes from our Novkhani reporter team Anna, Narmin and Rufat

Day 1, 4th October 2012

“Freedom - Religion -Tradition” seminar organized by FNF and VVD International began on the 4th October, 2012 at Novkhani Olimpic Ho

The 1st day began with a presentation by the FNF team about the work and goals of FNF and the announcement of seminar agenda. The participants had an opportunity to introduce themselves in an unusual way suggested by the first trainer, Shahla Sultanova, freelance journalist. 21 different and highly controversial statements on religion were disseminated; each participant had to introduce themselves and present their opinion on a particular statement. Instead of a typical introduction we had a lively discussion on the seminar topic and got acquainted with each other additionally.
tel in Azerbaijan. About 25 young people from different political parties, civil society, religious community and liberal active youth participate in this seminar.


What the participants did not know was the fact that Shahla was attentively observing the non-verbal communication skills of the participants. To the surprise of the presenters everybody got a deep analysis of their presentations, strong and weak sides were pointed out. An interactive workshop on non-verbal communication and self-presentation followed, virtuously moderated by Shahla Sultanova. At the end of the day the participants worked in groups, presented their results and got feedback and recommendations from the trainer.

Stay tuned for more notes from the seminar in the next days :)

more to Shahla Sultanova:
twitter.com/Shahla Sultanova
caucasusedition.net/author/shahla
independent.academia.edu/Shahla Sultanova
Day 2, 5th October 2012


“Freedom - Religion -Tradition” seminar organized by FNF and VVD International continued on the 5th October, 2012 at Novkhani Olimpic Hotel in Azerbaijan. The 25 participants from different groups had an informative, but also a tiring day.

First of all, the participants met new trainers from VVD that will be with them for the next three days: Kamran Ullah and Fleur de Beaufort and their coordinator Friso Rip. They all had quite intensive, but still interesting sessions.

In the first session, the trainers presented themselves and VVD International, explained the schedule of the next few days and conducted a game with questions regarding gender, university degree, work, political and religious views. By this way trainers learned main information about participants, as well as the participants got to know each other better again.
In the next session participants worked in a workshop in small groups; they were asked to write some keywords that they link to liberalism. Words such as freedom, liberty, rule of law, free market economy were the most named, however some new approaches to liberalism were discussed. This undermined the individuality and different ways of thinking of the participants.

In the third session, there was mainly discussion among participants and trainers about secularism and religion in a liberal state. At the end of the working day, participants worked outside, in the open air, so they could enjoy fantastic weather in Novkhani. They were divided into 3 groups and asked to prepare presentation about types of neutralities; each team had one of the types of neutrality (exclusive, inclusive, compensatory). The aim of the presentations was not only to discuss the state approach to religion, but also to practice debating skills. Finally, the participants were praised by their trainer Kamran Ullah for their active participation and input into discussions and could enjoy their free time in the evening with a happy feeling :)

More notes from Novkhani are coming soon, stay tuned!


Day 3, 6th October 2012


“Freedom - Religion -Tradition” seminar organized by FNF and VVD International continued on the 6th October, 2012 in Novkhani, Azerbaijan.

The 3rd day started with discussion and workshop on liberalism and civil society. Fleur de Beaufort shared thoughts of Robert Putnam, American thinker, who classified functions of social capital as bounding, bridging and linking. Furthermore, she explained the links between the state and religion by giving a triangle example, where she illustrated the state, human society and free market economy at the each side of the triangle. She explained that if government has an official religion, it will push religion to society, and it will affect human rights. But if government is neutral and society chooses its religion itself, it will come from the bottom, which is the best way of governing. After this information session participants asked many different questions and expressed their opinion to Fleur.


In the second session, after the coffee break, our trainer Kamran Ullah held a session on debating skills and taught us how to exchange our opinions; also Kamran explained what the differences between discussion and debate are. After the briefing the participants were divided into four groups and were asked to debate two questions, "Is liberalism a threat to religion?" and "Is Baku a nice city for living?”. The participants had fifteen minutes to prepare for the debate and after that they had ten minutes debate for each topic.


After the lunch we began the third session with Fleur. The topic of the session was tolerance. Some main ideas about tolerance were presented by the trainer; then the working groups were given a group work. They were asked to prepare presentation about the controversial film about Muslims, "The innocence of Muslims". Two groups made their presentations about the tolerance points of this film, and two groups presented the positive and negative ways of Obama's apologizing to Muslim people of the world. During the debates trainers listened attentively and gave feedback to the presenters to help to improve their debate skills.


In the last session, the participants had a workshop about gender issues. They were divided into two groups by their sex, and both groups were asked to describe their ideal man and woman and to write five questions to each other. In this session so many different and interesting opinions were exchanged, and participants had lots of fun by discussing gender differences and each other views on this issue.


Tomorrow is our last day in Novkhani, but we still have some interesting sessions and discussions ahead of us. Don’t forget to visit our facebook-page again soon again, so you will not miss the concluding notes from our reporter team.