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Thursday, October 18, 2018

CALL: Citizen journalists, journalism students, or freelance journalists at any age (Azerbaijan, Armenia and Georgia) or from Russia - for Online story competition – Call for works/articles - [kulturaktiv.org]

!!! Follow your “Traces Of Togetherness”!!!

Online story competition for citizen journalists, students of journalism and freelance journalists, no age limit [in deutsch: kulturaktiv.org/onlinewettbewerb]

Period: September, 27th – October, 27th 2018

Deadline: 27.10.2018



Are you a curious person? Are you interested to look over the edge of your neighborhood? We would like to invite you to join our network of people who like to search for and share their stories about foreign roots in their own environment.

Who can apply?

We’re looking for citizen journalists or a student of journalism or a freelance journalist from one of the South Caucasian Countries (Azerbaijan, Armenia and Georgia) and from Russia.
In general you should be an open minded person who like to exchange experiences and opinions with others despite of political, ethnical and /or social differences.

What to apply with?

If you are from Azerbaijan, Armenia or Georgia we would like to watch, see and hear your stories about traces of Russian culture, history, architecture, …. of common roots of each other’s culture in your own environment.
Or if you are from Russia tell your stories about traces of Caucasian cultures.

Send us your personal photo- (JPG or TIFF files) video- / text and/or multi-media story.
The language of your story has to be English or Russian.
Please name your story files: your family name_country code_ (and numbers, if necessary).

Please send your story data via wetranfer.com (or another data transfer platform) to competition@kulturaktiv.org

What will happen with your works?

The results will be selected and jugged by a jury of media experts. Most of them will be published on our Kulturaktiv-website (www.kulturaktiv.org) as well as on our fb-site "Traces of Togetherness". The best fifteen articles will be published in a special brochure which will be released at the end of this year.
The three most convincing stories will be awarded with price money of 100 Euro each.
For further information, please contact: competition@kulturaktiv.org

The competition is organized by NGO Kultur Aktiv e.V. (www.kulturaktiv.org) based in Dresden/Germany and financed by the Foreign Office of Germany.

Sunday, August 06, 2017

REPORTAGESCHULE: Morgen in Georgien

Ein kleines Land am Kaukasus strebt nach Europa. Seit März 2017 haben seine Bürger Visafreiheit. Die Euphorie ist groß: Es gibt EU-Infocenter, in der Hauptstadt hisst die Regierung schon heute die Europäische Flagge, und von den Hängen des Kaukasus fließt oranger Wein in die Länder der Union. Georgien ist aber auch ein Land, in dem man Stalin im Einkaufszentrum begegnet. Hier trennt Stacheldraht den Bauern von seinen Kühen, junge Frauen vermieten ihre Gebärmutter, dürfen aber nicht alleine wohnen. Und die Georgier sagen von ihren Gästen, sie seien von Gott gesandt. Elf Reporter der Zeitenspiegel Reportageschule wollten wissen, was das für ein Land ist, mit dem Europa so heftig flirtet. Gemeinsam mit drei kaukasischen Kollegen machten sie sich auf die Reise.

Mit Händen und Füßen. Von Sophie Herwig und Marc Pfitzenmaier
Die Gastfreundschaft der Georgier ist legendär. Um sie zu testen, durchkreuzen zwei junge Reporter/innen das Land – aus der Haupstadt Tiflis bis ans Schwarze Meer.


Mit Händen und Füßen - Ein Roadtrip durch Georgien from Zeitenspiegel-Reportageschule on Vimeo.


Mehr hier: reporterreisen.com/Morgen In Georgien

Mit Edita Badasyan, Ilkin Hasanov, Giorgi Janelidze, Franziska Grillmeier, Lilith Grull, Cristina Helberg, Sophie Herwig, Julia Jürgens, Meret Michel, Florian Niedermann, Tanja Mokosch, Marc Pfitzenmaier, Dunja Smaoui, Rike Uhlenkamp


facebook.com/Zeitenspiegel-Reportageschule Reutlingen - Journalistenschule

Saturday, March 11, 2017

TEDxTbilisi: Why journalism needs a revolution. By Natalia Antelava, @antelava (tedxtbilisi.com/2015)

(tedxtbilisi.com/2015) Why do stories in the news seem to suddenly appear from nowhere? And has the misuse of the Internet made this phenomenon worse? Award-winning journalist Natalia Antelava argues that reporters need to take a longer view, and stay with stories before and after they make international headlines.

Natalia Antelava is an award-winning journalist and a co-founder of Coda Story, a web platform for covering crises. She started her career freelancing in West Africa but has since been BBC's resident correspondent in the Caucasus, Central Asia, Middle East, Washington DC and most recently India. She has reported undercover from Burma, Yemen and Uzbekistan, and her investigations into human rights abuses in Central Asia, Iraq and the United States have won a number of awards.

This talk was given at a TEDx event using the TED conference format but independently organized by a local community. Learn more at http://ted.com/tedx



More links: 

natalia antelava (@antelava) | Twitter 
About Coda Story Natalia Antelava. A co-founder of Cod 
Natalia Antelava: "Jedes komplexe Problem ist ein Thema für Coda" (vocer.org)
scoopcamp.de/natalia-antelava

Sunday, April 19, 2015

NEWSPAPER: Kaukasische Post (KaPost) bildet Nachwuchs aus (kaukasische-post.com)

(kaukasische-post.com) Ohne vernünftig ausgebildeten journalistischen Nachwuchs wird auch die KaPost auf Dauer nicht überleben können. Deshalb haben sich Verlag und Redaktion entschlossen, ab Sommer eine praktische Berufsausbildung in der Redaktion der KaPost anzubieten, ähnlich einem Volontariat an deutschen Tageszeitungen. Sie wird zwei Jahre dauern und alle Bereiche des journalistischen Handwerks umfassen. Gesucht werden ein oder zwei georgische Bewerber/Innen mit ausgezeichneten Deutsch-Kenntnissen und Interesse am Beruf. Ideal als studienbegleitende Ausbildung.

Bewerbungen mit Lebenslauf und Arbeitsproben an: verlag@karo-media.net.

Wednesday, March 12, 2014

PRESSEFREIHEIT: "Jetzt ist die Angst weg". Medien in Georgien nach Saakaschwili. Von Jana Demnitz (deutschlandradiokultur.de)


Podcast hören >>>

(deutschlandradiokultur.de) Micheil Saakaschwili war ein Hoffnungsträger in Georgien, aber er hat seine Landsleute, auch die Journalisten bitter enttäuscht. Heute, nach dem Abtritt Saakaschwilis, gibt es in Georgien zwar keine Zensur mehr, trotzdem bleibt eine ausgewogene Berichterstattung die Ausnahme.


Ein Blick in die Magazin-Redaktion "Liberali" in der Hauptstadt Tiflis.
Ein Blick in die Magazin-Redaktion "Liberali" in der Hauptstadt Tiflis. (Jana Demnitz)
Es ist Punkt 20 Uhr - soeben beginnen die Hauptnachrichten des georgischen Fernsehsenders "Imedi". Der Journalist und Moderator Levan Javakhishvili begrüßt die Zuschauer und stellt die Themen des Abends vor - georgische Innenpolitik, etwas Außenpolitik, Kultur und das Wetter. Der Privatsender bietet den Menschen vor den Fernsehgeräten auch heute wieder einen bunten Themenmix.

Levan ist ein großgewachsener, stattlicher Mann mit braunen Haaren und grünen Augen, der, sobald das rote Studiolämpchen angeht, sein smartestes Moderatoren-Gesicht anknipsen kann. Manchmal kann er es selbst kaum glauben, dass er wieder hier im Studio sitzt, in die Kamera schaut und die Zuschauer über die wichtigsten Geschehnisse in Georgien und in der Welt informiert:

"Wieder hier zu sein, ist für mich ein ganz besonderes Gefühl. Ich war ja seit der ersten Nachrichtensendung im Jahr 2003 dabei. Dieser Sender ist mein Zuhause. Es fühlt sich einfach so an, wie nach Hause zu kommen. Allerdings bin ich nur zurück gekommen, weil mich die Besitzer von ´Imedi` persönlich darum gebeten haben."

2001 wurde die Mediengesellschaft "Imedi" vom georgischen Oligarchen Badri Patarkazischwili gegründet, 2003 ging TV-"Imedi" auf Sendung - kurz vor dem Amtsantritt des westlich orientierten georgischen Politikers und damaligen Hoffnungsträgers Micheil Saakaschwili. Der junge und charismatische Politiker wurde im Januar 2004 Nachfolger des zuvor durch die Rosenrevolution gestürzten Präsidenten Eduard Schewardnadse.

Nach der korrupten und politisch instabilen Schewardnadse-Ära hofften die Georgier und mit ihnen die Journalisten auf eine neue Epoche der Freiheit, Demokratie und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Wie nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre konnten sie auch jetzt wieder kritisch und unabhängig über die Missstände im Land berichten. Es fegte damals ein "Wind of Change" durch Georgien, sagt Levan Javakhishvili. Seine Augen leuchten und man sieht ihm an, dass es eine befreite Zeit gewesen sein muss - nach all den Jahren der Repression.

"Nach Schewardnadse und der Rosenrevolution dachten viele Menschen, wir werden endlich ein normales Leben hier haben. Aber zwischen 2003 und 2004 wurde wieder ein TV-Sender geschlossen. Das war das erste Signal." 

Sondereinheit stürmte 2007 den Sender "Imedi"

2007 hatte die Offenheit dann auch bei "Imedi" ein Ende: Der TV-Sender hatte über den Missbrauch von öffentlichen Geldern verschiedener Ministerien berichtet, die Menschen in Georgien gingen auf die Straße, um gegen die Korruption zu protestieren. Der Druck auf den Präsidenten wuchs täglich.

Als sich der Oligarch Patarkazischwili dann auch noch auf die Seite der Opposition schlug, fiel sein Sender gänzlich in Ungnade bei Saakaschwili und dessen regierender Partei "Vereinte Nationale Bewegung". Am 7. November 2007 stürmte schließlich eine vermummte Sondereinheit während einer Livesendung das Fernsehstudio am Rande der Stadt und zwang die Journalisten vor laufenden Kameras, den Sendebetrieb einzustellen.

Levan Javakhishvili geht über die Flure des heute mit meterhohen Zäunen und Kameras gesicherten Medienhauses. In dem Studio, in dem er damals mit einer Kollegin die Abendnachrichten moderierte, ist es heute dunkel, verkramt, vereinzelt stehen alte Kulissen herum. Mit versteinerter Miene zeigt er hinauf zu einer verglasten Wand, durch die man direkt in das Studio schauen kann. Dort standen damals die vermummten Männer mit ihren Gewehren und starrten zu ihnen hinab.

"Wir wurden über die Kopfhörer informiert, dass eine Spezialeinheit in den Sender eingedrungen war. Als ich realisierte hatte, was passiert ist, sagte ich zu den Zuschauern: ´Bewaffnete Männer haben gerade unseren Sender "Imedi" besetzt.` Dann kamen zwölf Maskierte in das Studio, richteten ihre Kalaschnikows auf uns und sagten, wir sollen mit der Sendung aufhören."

Sie hatten damals Todesangst, sagt Levan Javakhishvili. Keiner von den Redakteuren, Kameraleuten und Technikern wusste, ob sie jemals lebend wieder hinaus kommen würden. Ihre Telefone klingelten unaufhörlich, jeder sah ja live im Fernsehen, was gerade bei "Imedi" passierte. In einer kurzen Ansprache erklärte der Chefredakteur dem Fernsehpublikum die Situation und bat um internationale Hilfe. Der Bildschirm wurde schwarz, das Programm war beendet.

Stunden später wurden die Mitarbeiter frei gelassen, wenige Wochen darauf wurde der Besitzer enteignet. Investigativer und unabhängiger Journalismus wurde in den Folgejahren immer schwieriger. Hintergrundrecherchen waren fast unmöglich, weil keiner Auskunft geben konnte oder wollte. Wenn Kritik irgendwo vorkam, konnten wegen der begrenzten Sendereichweiten nur wenige Menschen diese hören oder sehen.

Drohungen müssen Journalisten in Georgien nicht mehr fürchten

Erst mit dem politischen Machtwechsel in Georgien im Herbst 2012, als bei der Parlamentswahl die Saakaschwili-Partei unterlag, wurde der Oligarchen-Familie Patarkazischwili die "Imedi"-Mediengesellschaft wieder übertragen. Heute regiert in Georgien das Parteienbündnis "Georgischer Traum" des Milliardärs und Ex- PremierministersBidsina Iwanischwili. Unter dieser neuen Regierung und dem alten Arbeitgeber kehrte auch Moderator Levan Javakhishvili zurück ins Scheinwerferlicht. Drohungen, Einschüchterungen und Enteignung müssen Journalisten und Medienunternehmen im heutigen Georgien nicht mehr fürchten.

"Heute gibt es in Georgien zwar keine Zensur mehr oder andere Beschränkungen, aber dafür haben wir private Sender, die entweder für oder gegen die Regierung, oder für oder gegen die Opposition berichten. Viele Journalisten haben keine eigene Meinung. Sie sind nicht frei in ihrem Denken. Obwohl sie gar keine Angst vor irgendeinem Druck haben müssen. Viele sehen ihre Aufgabe nicht darin, über etwas nur zu berichten, sondern sie wollen selbst mit Einfluss auf die Politik nehmen. Sie sind einfach nicht unabhängig in ihrer Berichterstattung."

In der Liberali-Redaktion wird fleißig in die Tasten gehauen. In dem modernen Großraumbüro in Zentrum von Tiflis sitzen junge und stylisch gekleidete Frauen und Männer vor ihren riesigen Monitoren, an den Wänden hängen großflächige Fotografien von Demonstrationen für Demokratie und Menschenrechte. In wenigen Stunden muss die nächste Ausgabe des unabhängigen und kritischen Politikmagazins fertig sein.

Politikchef Irakli Absandze, ein kleiner, runder und sympathischer Mann mit Nickelbrille und Spitzbart, bespricht mit allen noch einmal die letzten Details. Ein Thema des nächsten Hefts ist der Widerstand der Orthodoxen Kirche gegen ein Obdachlosenheim für Homosexuelle in Tiflis. Das sei genau ein Thema für das "Liberali" steht, sagt Irakli Absandze, der in Deutschland Politikwissenschaft studiert hat.

"Wir schreiben sehr gerne über marginalisierte Schichten in der Gesellschaft, oder die solche Gefahr haben zum Beispiel ethnische Minderheiten, soziale Minderheiten. Wir schreiben gerne über Werte, was uns mit der westlichen Welt vereint, was die sind und woher die kommen. Und wir versuchen möglichst kritisch zu sein. Damit wir unsere Watcher-Funktion wirklich wahrnehmen können. Wir wollen nicht nur eine Informationsquelle für unsere Leserschaft sein, sondern wir wollen auch, dass georgische Politiker uns als Handwerk benutzen."

Investigative Journalisten publizieren im Internet

"Liberali" - das Magazin mit dem rot-weißen Logo und einem großflächigen Foto auf dem Cover wird in den Augen der sieben Festangestellten und der Handvoll freien Mitarbeiter vor allem auch für die so genannten Entscheider in Georgien gemacht. Für diejenigen, die die Geschicke des Landes mitbestimmen. Irakli Absandze selbst kam erst 2012 zu dem Magazin, das 2009 zum ersten Mal erschien. Vorher war er jahrelang bei einem privaten Fernsehsender in der Stadt Poti im Westen des Landes angestellt. Wegen seiner kritischen Berichterstattung wurde er zu Michail Saakaschwilis Zeiten abgehört, bedroht und verhört. Heute sagt er über die Arbeitsbedingungen von Journalisten in Georgien:

"Es ist deutlich besser geworden. Wir haben Luft zum Atmen. Ich habe das Gefühl, dass ich nicht mehr beobachtet werde, wie zu Michas Zeiten. Das Handy wird nicht mehr abgehört. Alles, was ich schreibe, auch kritische Sachen, sorgt nicht über meine berufliche Zukunft. Ich bekomme keine komischen Anrufe."

Das Privatfernsehen ist der Goliath, gegen den ein monatliches Magazin wie "Liberali" nur verlieren kann. Und so hoffen die investigativen Journalisten hier im Büro mit ihren Kopfhörern im Ohr und ihren Kaffebechern vor der Nase vor allem auf die Wirkung ihrer gut recherchierten Geschichten über korrupte Beamte und homophobe Kirchenvertreter und vor allem auf ihre Leser im Internet. Denn die sind, glaubt man den Analysen, gebildet, gut informiert und vor allem jung - zwischen 18 und 45 Jahre. "Uns liest man im Web", fasst Irakli Absandze kurz und knapp zusammen. Monatlich würden 30.000 bis 40.000 Menschen die "Liberali"-Artikel im Netz anklicken, sagt er. Genau das sei die Hoffnung für den georgischen Journalismus.

Nur wenige Kilometer entfernt von der Imedi-Redaktion steht die Journalistin Edita Badasyan am Rustaweli Prospekt, der zentralen Hauptstraße von Tiflis, vor der glänzenden Fassade des Radison Hotels. Für die russische Internetzeitung "Kaukasischer Knoten" berichtet sie als Korrespondentin aus Georgien und der gesamten Kaukasusregion. Edita kritisiert das Selbstverständnis und die Arbeit vieler Journalisten im heutigen Georgien. Sorgfältige Recherche, Trennung von Meinung und Information sowie eine ausgewogene Berichterstattung seien vielen ihrer Kollegen fremd, sagt die Frau, die auch schon in Deutschland und Russland gearbeitet hat.

"Das Problem, das wir hier noch haben in unserer Medienlandschaft, ist, dass wir kaum objektive Medien haben. Wir haben pro Regierung oder ganz anti Regierung. Etwas Balanciertes haben wir kaum. Wir haben sehr viele Zeitungen, die xenophobe Aussagen haben, gegen Minderheiten, nationale, sexuelle, religiöse Minderheiten. Und diese Zeitungen werden nicht bestraft. Es wird kritisiert, aber das macht nichts. Die können weiter drucken und verkaufen. Es gibt keine Strafen für diejenigen."

Niedriges Gehalt und Blockaden in Behörden

Im Durchschnitt verdient ein Journalist in Georgien 250 bis 400 Euro im Monat, beim Fernsehen kann es bis zu 500 Euro sein - insgesamt liegt das durchschnittliche georgische Monatseinkommen bei 250 Euro. Viele ihrer Kollegen würden für mehrere Redaktionen gleichzeitig arbeiten, erzählt sie, oder nebenher etwas ganz anderes machen, um ihre Familie ernähren zu können. Und neben diesen Alltagssorgen kommen dann auch noch die täglichen Hürden der Recherche dazu. Im Vergleich zu früher seien die Behörden zwar auskunftsfreudiger, aber wenn es um die reine Faktenbeschaffung geht, stoße sie immer noch oft an Grenzen:

"Was wir jetzt brauchen, das ist wirklich noch schwer. Nur so Presseerklärungen und so. Aber jetzt mit Archiven und das alles, das ist noch zu für uns. Man kann über alles schreiben, es ist nur darum, wie man die Fakten kriegt. Natürlich, man kann sich wie ein Schriftsteller etwas ausdenken, aber wenn Du Fakten kriegen willst, das ist ein wenig schwer. Georgien ist nicht so ein großes Land, deswegen bekommen wir sehr viele Informationen von den Leuten. Das Problem ist, das alles nachzuweisen mit Unterlagen."

Dennoch scheint Georgien nach Jahren der politischen Spannungen, der wirtschaftlichen Misere und der Medienrepression auf einem guten Weg zu sein. Nur ein Beispiel dafür ist die Möglichkeit für Journalisten an Informationen über die Zustände in den Gefängnissen heranzukommen. War dies unter Präsident Saakaschwili ein selten gelingendes investigatives Kunststück - damals wurde in den Gefängnissen geschlagen und gefoltert - so ist mit dem heute regierenden Parteienbündnis "Georgischer Traum", dem neuen Präsidenten Georgi Margwelaschwili und dem neuen Regierungschef Irakli Garibaschwili ein Neustart auch im Umgang mit den Medien spürbar. Über den zuständigen ebenfalls neuen Minister sagt Edita:

"Er ist immer offen, er gibt alle Informationen ... Also, was wir brauchen, über Häftlinge. Es wird immer in Gefängnissen protestiert, manche nähen sich den Mund zu, weil sie protestieren. Und trotzdem dieser unangenehmen Sachen, was Ministerium vielleicht nicht so offen zeigen wollte für unsere Gesellschaft. Und wir können wirklich durch PR-Arbeit das bekommen. In welches Gefängnis das passiert ist, warum und wer sind diese Leute. Und früher wir konnten gar nichts wissen. Also, das ist schon ein großer Unterschied. Und ich kann das fühlen, dass sich manche, bestimmte Sachen haben sich wirklich verbessert."

Friday, February 28, 2014

CALL FOR APLLICATION: Study Tour On Commemorative Cultures To Germany

Robert Bosch Foundation organises study tour on commemorative cultures to Germany from 3-10 May for representatives of NGOs working on the topic of commemorative cultures and journalists who have been covering related issues to participate in this project

Since 2009, the Robert Bosch Stiftung has organized several study visits to Germany for representatives of civil society organizations and journalists from Southeast Europe on the topic of commemorative cultures. Encouraged by the success of the visits, we are now preparing another study tour on commemorative cultures to two German cities from May 3 to May 10, 2014. For the first time we will invite PARTICIPANTS from SOUTHEAST EUROPE as well as from the SOUTH CAUCASUS.
Participants will be chosen based on the submitted application.
Travel and accommodation costs as well as all other related expenses will be covered by Robert Bosch Stiftung.

PLEASE LET ME KNOW IF INTERESTED AND I WILL SEND YOU MORE DETAILS or CONTACT Ms. HUST.

Applications have to be submitted by March 19, 2014 via email to barbara.hust@bosch-stiftung.de.

Friday, January 17, 2014

WEBPROJECT: A Journalist's Perspective on the South Caucasus. By Onnik Krikorian




more:
onewmphoto@gmail.com 
WEB
 
onnik-krikorian.com
www.conflict-voices.net 
 
FACEBOOK 
facebook.com/onewmphoto
facebook.com/conflictvoices 
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twitter.com/onewmphoto 
twitter.com/caucasusproject 

Monday, July 29, 2013

AUCH DAS GIBT ES: Alijew schenkt Reportern ein Hochhaus (diepresse.com)

Alijew / Bild: (c) APA/ROBERT JAEGER (ROBERT JAEGER)
(diepresse.com) In Aserbaidschans Hauptstadt Baku wurde ein Wohnblock eingeweiht, in dem 150 Journalisten gratis leben sollen.

Als „Freund der Journalisten" rühmte eine Tafel den Präsidenten Aserbaidschans, als dieser vergangene Woche ein Hochhaus im Bakuer Bezirk Bibiheybat einweihte. Es ist nicht irgendein Hochhaus. In dem 16-stöckigen Monumentalbau mit Meerblick werden 150 Journalisten wohnen. In Apartments, die ihnen der Staat kostenlos zur Verfügung stellt.


Ilham Alijew, der einem Jahrzehnt im Amt ist und den keine lästige Begrenzung an seiner Wiederwahl im Oktober hindert, bezeichnete diese Einrichtung als „erste weltweit“. In Aserbaidschan, so die Argumentation, könnten sich Journalisten in einer teuren Stadt wie Baku keinen Wohnraum mehr leisten; daher habe man den Bedürftigen unter die Arme gegriffen. Der Staat als Wohltäter – und zudem als aufgeklärter: Der Presserat, der die Auswahl der Journalisten organisierte, betonte, dass nicht nur regierungsnahe Medien zum Zug kommen würden.

Kritiker werten die Aktion als Klientelpolitik und Versuch der Vereinnahmung. „Was sind freie Medien? Freie Medien benötigen Unabhängigkeit von den Organisationen, über die sie berichten“, sagte der Medienexperte Qulu Maharramli zum aserbaidschanischen Ableger von Radio Freies Europa. „Wie können sie die Regierung kritisieren, wenn sie von ihr ein Apartment erhalten?“

„Unsere Journalisten sind loyal“

Auch wenn Präsident Alijew in Reden gerne die große Zahl von Medien hervorhebt: Die Rahmenbedingungen für unabhängigen Journalismus in der Kaukasusrepublik sind schwierig. Auf der Rangliste zur Pressefreiheit von „Reporter ohne Grenzen“ nimmt Aserbaidschan den 156. von 179 Plätzen ein.

Das „Institut für die Sicherheit und Freiheit von Reportern“ (IRFS) in Baku berichtete am vergangenen Freitag, dass die Oppositionszeitung „Azadliq“ („Freiheit“) wegen übler Nachrede zu einer Strafe von 30.800 Euro verdonnert wurde. Verleumdungsklagen, die künftig auch vermehrt im Internet angewendet werden dürften, stellen ein Mittel dar, um missliebige Stimmen zum vorsichtigeren Sprechen zu bewegen. 16 tätliche Angriffe auf Journalisten zählte IRFS im ersten Quartal 2013, sieben Journalisten sind derzeit aus politisch motivierten Gründen im Gefängnis, so die Organisation.

„Aserbaidschan wird weiterhin die Meinungsfreiheit und andere Freiheiten garantieren“, erklärte Alijew anlässlich der Eröffnung des Wohnblocks. Und dann gab er zu verstehen, welche Rolle er in seinem Staat den aserbaidschanischen Journalisten zugedacht hat. „Generell verhalten sich unsere Journalisten loyal zu den Bürgern und zum Staat“, sagte der Präsident und fügte hinzu: „Sie sollten die Interessen des Staates beschützen und nachteilige Schritte vermeiden."
(som)

Wednesday, July 10, 2013

EXILSENDER MEYDAN TV: "Aserbaidschan ist eine erfolgreiche Diktatur". Von Isabelle Daniel (cafebabel.de)

Emin Milli, Caroline Sutcliffe und Ferdi Hus vom Berliner Meydan-TV-Team. | © Isabelle Daniel

(cafebabel.de) Seit Mai betreibt der aserbaidschanische Dissident Emin Milli von seinem Berliner Exil aus den regierungskritischen Fernsehsender Meydan TV. Das Programm soll die erste Plattform für demokratische Debatten in Aserbaidschan mit unbegrenzter Reichweite werden. Ilham Alijews autoritäres Regime reagiert bereits empfindlich.

Emin Milli betreibt einen Untergrundsender im wahrsten Sinne des Wortes: Mit einem zehnköpfigen Team aus Journalisten und Bloggern sendet der aserbaidschanische Dissident einmal pro Woche eine regierungskritische Reportage aus einem zum Fernsehstudio umfunktionierten Berliner Keller. Die Idee hinter dem Format steckt schon in seinem Namen. „Meydan“ heißt „Platz“ oder „Raum“. Eben den soll Meydan TV liefern – für demokratische Ideen, Kritik und den schwierigen Dialog zwischen Armeniern und Aserbaidschanern.

„Wir diskutieren Themen, die sonst in Aserbaidschan nie diskutiert werden. Wir sprechen Tabus an“, sagt Geschäftsführer Milli. Jede Woche widmen sich Milli und sein Moderationspartner, der in seiner Heimat gefeierte Blogger Hebib Müntezir, einem vom aserbaidschanischen Staatsfernsehen ignorierten Thema.



Infrastruktur von außen
„Es ist wichtig, dass die Infrastruktur von außen kommt“, sagt Milli. „Das schützt einerseits ein Stück weit unsere Korrespondenten in Aserbaidschan – auch wenn es dort zum Glück Leute gibt, die bereit sind, für ihre Ideen von Freiheit und Demokratie ins Gefängnis zu gehen. Andererseits kann das System zumindest die Infrastruktur nicht zerstören.“

An Erfahrung mit der Skrupellosigkeit des autoritären Regimes Ilham Alijews mangelt es Emin Milli nicht. Im Jahr 2009 wurde er wegen regierungskritischer Äußerungen zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. „Ich habe jahrelang in internationalen Organisationen gearbeitet und auf diesem Weg versucht, politische Veränderungen zu erreichen. Doch die Entwicklungsgelder gehen nur an Projekte, die der echten Opposition nicht nützen. Demokratische Bewegungen der neuen Generation hingegen erhalten kaum Unterstützung.“ Die Situation, aus dem Exil zu senden, erweitere den Spielraum für eine freie und unabhängige Berichterstattung.

Und doch verstehen sich die Macher von Meydan TV nicht als politisches Sprachrohr. „Wir sind kein Propaganda-Sender“, stellt Milli klar. „Unser Team besteht aus Personen mit sehr unterschiedlichen politischen Ansichten. Es gibt bei uns säkulare, religiöse, sozialkonservative und liberale Einstellungen. Darum geht es aber nicht. Was wir bieten, ist eine Plattform für Bürger, die hier sagen können, was sie am System stört und welche Reformen sie wollen.

Signalstörungen und Beschimpfungen
Offensichtlich gestört von Meydan TV fühlt sich indessen die aserbaidschanische Regierung. In einer Reportage über den Exilsender beschimpfte ein Moderator des Staatsfernsehens die Macher als Verräter und Staatsfeinde; die per Satellit ausgestrahlten Meydan-Sendungen werden immer wieder von Signalstörungen unterbrochen. Für Emin Milli ist das die Bestätigung, mit seinem Projekt auf dem richtigen Weg zu sein: „Letztlich ist das ein Zeichen des Respekts des Regimes uns gegenüber.“
Millis Kritik richtet sich allerdings nicht nur gegen das autokratisch regierte Aserbaidschan. „Aserbaidschan ist eine erfolgreiche Diktatur – weil sie vom Westen gestützt wird.“ Besonders empörend empfand Milli die Ablehnung der parlamentarischen Versammlung des Europarates einer Resolution Anfang dieses Jahres, in der die Freilassung politischer Gefangener in Aserbaidschan gefordert wurde. „Wir haben es mit einer Kaviardiplomatie zwischen Aserbaidschan und dem Westen zu tun“, kritisiert Milli. Auch deutsche Politiker seien ein Teil davon. „Deshalb planen wir eine Reportage über Hans-Dietrich Genscher und seine Nähe zur Diktatorenfamilie Alijew.“

Monday, July 01, 2013

RADIO: Pressefreiheit in Georgien vor Gericht. Der Fall des Journalisten Irakli Absandze. Von Thomas Franke (dradio.de)

Podcast >>>

(dradio.de) Kritische Medien gibt es in Georgien nur wenige. Für Journalisten ist das unabhängige Arbeiten seit dem Amtsantritt von Premierminister Ivanishvili schwer geworden. Nun steht der Journalist Irakli Absandze wegen angeblichen Drogenbesitzes vor Gericht. Viele vermuten, das Verfahren sei politisch motiviert.

Die Regierung von Bidzina Ivanishvili lenkt das Fernsehen, über das sich die meisten Georgier informieren. (Bild: picture alliance / dpa / ITAR-TASS / Alex)Irakli Absandze ist genervt. Statt zu recherchieren, steht er stundenlang vor Gericht. Er arbeitet für Liberali, ein kritisches Wochenmagazin in Georgien. Da gibt es genug Schwierigkeiten. Die letzte Ausgabe erschien nur im Internet, nicht am Kiosk. Der Grund sind Finanzschwierigkeiten der Zeitschrift. Firmen werben in Georgien ungern in einem kritischen Umfeld. Dazu kommt: Es gibt in Georgien keine Zeitungskultur. Die Leute sind nicht bereit, so viel Geld für ein Blatt zu bezahlen, dass es sich daraus finanzieren könnte. Wer kann, nutzt Internet. Kritischer Journalismus ist dringend nötig. Denn Georgier informieren sich meist über das Fernsehen, und das ist gelenkt. 

Verlautbarungsjournalismus sei denn auch eines der größten Probleme georgischer Medien, erläutert Tamar Rukhadze, die Geschäftsführerin des Ethikrates, eines Gremiums, zu dem sich kritische Journalisten in Georgien zusammengeschlossen haben, um die Standards zu verbessern.

"Manchmal gibt die Regierung oder das Innenministerium eine Pressemitteilung heraus, und alle Medien verbreiten sie genau so. Ich erinnere mich an keinen Fall, in dem das anders war. Selbst wenn diese Mitteilung überhaupt keinen Nachrichtenwert hatte. Ich weiß nicht, warum unsere Journalisten damit nicht mal aufhören."

Tamar Rukhadze war selbst Nachrichtenchefin des Fernsehkanals TV9. Der wurde letztes Jahr im Wahlkampf von Bidzina Ivanishvili gegründet, einem georgischen Oligarchen. Man konnte dort guten Journalismus machen, sagen die Mitarbeiter - bis zum Herbst. Da gewann Ivanishvili die Wahl, wurde Premierminister, und begann, massiv Einfluss auf das Programm zu nehmen. Ein großer Teil der Journalisten verließ den Sender, auch Tamar Ruhkadze.

"Redakteure in Georgien versuchen einfach immer, gute Beziehungen zu den Mächtigen zu halten. Aber dafür musst du senden, was sie dir geben. Denn morgen brauchst du die Leute ja wieder."

Auch der angeklagte Journalist Irakli Absandze hatte für TV9 gearbeitet, bevor er zur kritischen Wochenzeitschrift Liberali wechselte. Deren Macher versuchen, sich nicht einschüchtern zu lassen. In ihren aktuellen Recherchen geht es um den Generalstaatsanwalt. Der versucht offensichtlich, Einfluss auf die Lebensmittelkontrolle nehmen, um Bestechungsgelder zu bekommen. Die Drogen wurden Absandze nicht untergeschoben, das ist mittlerweile klar. Ein wohlmeinender Bekannter schickte sie - unbedacht - aus dem Ausland. Sie sind aber ein guter Anlass, um Druck auf den Journalisten auszuüben, erläutert Absandzes Anwalt Gagi Mosiashvili:

"Das größte Problem der Staatsanwaltschaft ist, dass sie das Ziel hatte, Absandze unbedingt anzuklagen, vorher aber nicht geklärt hat, ob die Beweise ausreichen. Das ist ein Dauerproblem der Staatsanwaltschaft. Sie kann einfach nicht damit umgehen, dass jemand eventuell zu Unrecht angeklagt ist, wenn die Beweislage dünn ist. Es ist dann sehr schwierig, die Staatsanwaltschaft dazu zu bringen, die Anklage fallen zu lassen."

Die Freispruchquote liegt in Georgien unter einem Prozent. Die Juristen sind in einer Zwickmühle. In der Zeit des scheidenden Präsidenten Micheil Saakashvili wurde das Drogengesetz absurd verschärft - um eine Handhabe gegen missliebige Gegner zu haben. Der Haschischkonsum ist in Georgien recht populär. Am Tag, an dem bekannt wurde, dass Absandze verhaftet wurde, gab es deshalb auch eine Demonstration, auf der zwar keine Legalisierung der Drogen, wohl aber eine Entschärfung der Gesetze gefordert wurde. Tamar Rukhadze:

"Die Regierung fing an, darüber zu reden. Das sind gute Nachrichten. Aber es wäre schön gewesen, wenn das ohne die Verhaftung von Irakli geschehen wäre."

Allen ist bewusst, wie absurd ein Strafverfahren gegen den missliebigen Journalisten wegen 0,1 Gramm Haschisch ist. Der Staatsanwalt erschien denn auch ohne Zeugen und bat, den Prozess weiter zu vertagen. Erneut bot er einen Vergleich an. Absandze wäre dann zwar raus, aber vorbestraft. Irakli Absandze gilt als aufrichtig und glaubwürdig. Deshalb nimmt er keinen Kuhhandel an. Immer schwingt die Sorge mit, dass irgendetwas Negatives an Absandze hängen bleiben soll.


Noch einmal Absandzes Anwalt Gagi Mosiashvili:

"Die meisten Staatsanwälte und Richter sind politisch manipulierbar. Wir bezweifeln ja gar nicht deren Ermittlungsmethoden, aber es gibt überhaupt keinen Beweis, dass Absandze vorhatte, diese Drogen zu kaufen. Ich schätze den Staatsanwalt, er ist professionell. Aber er kann keine unabhängigen Entscheidungen treffen. Ich möchte gern glauben, dass es keine politische Entscheidung war, Absandze vor Gericht zu stellen. Aber es ist nichts ausgeschlossen."


Saturday, April 13, 2013

JOURNALISMUS: Ein bisschen Freiheit. Aserbaidschanischer Fernsehsender in Berlin. Von Claudia von Salzen (tagesspiegel.de)

In Berlin gründet der aserbaidschanische Blogger Emin Milli derzeit einen Fernsehsender. Dieser soll im autoritär regierten Aserbaidschan Raum für offene Diskussionen bieten.

Von

Der aserbaidschanische Blogger und Dissident Emin Milli. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Emin Milli. - Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Emin Milli, Blogger und Dissident aus Aserbaidschan, wandte sich vor kurzem in einem offenen Brief an den Präsidenten seines Landes. „Sie verfügen über eine große Armee und eine machtvolle Polizei. Ich habe nur Worte und das Internet“, schrieb er. Das Internet gilt in dem von Staatschef Ilham Alijew autoritär regierten Land als einer der letzten Freiräume. Bald wird Emin Milli auch einen Fernsehsender haben.

Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe aserbaidschanischer Aktivisten gründet der 33-Jährige derzeit in Berlin den unabhängigen Sender Meydan TV.

In seiner Heimat sei so etwas nicht möglich, sagt Milli. „Wenn man in Baku ist, schränkt man sich automatisch ein und zwingt sich, vorsichtiger zu reden – egal, wie mutig man ist.“ Milli selbst saß bereits zwei Mal im Gefängnis. Weltweit bekannt wurde er durch ein satirisches Video über einen Esel und seine Verurteilung wegen „Rowdytums“ 2009, das ihm 16 Monate Haft einbrachte. Im Januar wurde er wegen der Teilnahme an einer Demonstration in Baku erneut für 15 Tage eingesperrt.


Alijew will sich im Oktober nach zehn Jahren als Präsident ein weiteres Mal zum Staatschef wählen lassen. Die Führung in Baku wird zusehends nervös; Journalisten, Mitglieder von Jugendorganisationen und Oppositionelle sitzen im Gefängnis, Demonstrationen werden gewaltsam aufgelöst. „Aserbaidschan hat sich im vergangenen Jahr verändert, der Staat ist noch autoritärer geworden, und die Gesellschaft verschlossener“, sagt Milli.


Der neue Sender soll daher viele verschiedene Stimmen zu Wort kommen lassen. „Meydan“ bedeutet „Platz“ oder „Raum“ – der Sender werde ein „Raum für demokratische Meinungsbildung“ sein, heißt es im Konzept. Im März ist das Projekt gestartet, die erste Sendung soll schon im Mai ausgestrahlt werden – online und auch über Satellit, um ein größeres Publikum zu erreichen. In den letzten Wochen ist Milli durch Deutschland, die Niederlande, Schweden und die Türkei gereist und hat bei im Exil lebenden Aserbaidschanern Geld für den Sender gesammelt. So kamen fast 14 000 Euro zusammen – genug für die Anschaffung der nötigen Technik. Noch ist unklar, wie später die laufenden Kosten gedeckt werden, die Fernsehmacher hoffen auf Förderung etwa durch Stiftungen.

Das Kernteam von sechs Leuten besteht nicht aus Journalisten. Neben Milli soll der Videoblogger Hebib Müntezir moderieren, auch der Musiker Jamal Ali ist Teil des Teams. Auf ihrer Bekanntheit baut der Sender auf. Allein Müntezirs Videoblog sei auf Youtube 24 Millionen Mal angesehen worden, sagt Milli. Zunächst soll Meydan TV einmal pro Woche eine Stunde lang senden, Gesprächspartner aus Aserbaidschan werden über Skype zugeschaltet.


Unabhängig wollen die Fernsehmacher auch von den Oppositionsparteien bleiben. „Unsere Arbeit ist es, Fragen zu stellen“, sagt Milli. Eines aber sei klar: „Jedes freie Fernsehen ist die größte Gefahr für eine Diktatur.“



Tuesday, March 19, 2013

PRÄSENTATION: Projekt des unabhängigen aserbaidschanischen Fernsehsenders MEYDAN TV


am 20. März um 18:00 Uhr wird in den Räumlichkeiten von MitOst e.V. unter der Adresse


MitOste.V.
Alt-Moabit 90, 10559 Berlin
U-Bahn Turmstraße



die Präsentation des Projektes des unabhängigen aserbaidschanischen Fernsehsenders MEYDAN TV stattfinden. Der Projektleiter Emin Milli wird gemeinsam mit den Vertretern des Projektträgers "Vereinigung für die Demokratie in Aserbaidschan - VDA e.V" über den geplanten Sender und seine künftige Programmgestaltung erzählen. Sie sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.
Da wir begrenzte Sitzmöglichkeiten haben, bitten wir Sie um die vorherige Bestätigung der Teilnahme.


Monday, March 11, 2013

PHOTOESSAY: Georgia: The Tbilisi Circus Comes with Conflict Resolution, Plus Clowns. By Paul Rimple and Justyna Mielnikiewicz (eurasianet.org)

(eurasianet.org) Hundreds of spectators drop their jaws and look up to watch a man suspended from the ceiling by his arms. His wife, suspended above him, steps on his head, then his back, and twirls him like a pinwheel as they slowly float down to the center of the ring.

JigitTbilisi’s 125-year-old circus is back in action, and its shows, playing to sell-out crowds, are proving that, for all the ethnic and geopolitical differences that split apart the Soviet Union, under the big top, circus performers remain part of one big family.

“Circus artists are not political,” commented 76-year old circus caretaker Arkady “Shekir” Parsadanishvili, who, in Soviet times, performed with a team of ethnic Uzbek, Georgian and North Caucasian “djigits” or stunt-horsemen. “They have no nationality.”

Instead, they have talent. Past armed conflicts over breakaway South Ossetia notwithstanding, a seven-man troupe of ethnic Ossetian trick-equestrians, the Ensemble Alania, was a Tbilisi-crowd favorite at a show this January.

"We worried how the Georgian public will meet us, an Ossetian team,” the group, whose members hail from throughout the Russian Federation, conceded on Facebook. A posted video indicates that all went well.

Their arrival even supposedly improved the health of retired rider Shekir. In a New Year’s Eve toast, he told the Ossetian riders that his blood pressure had normalized with their arrival in Tbilisi, and that his traumatized legs even seemed to hurt less.

Being a djigit is not about being “an acrobat on a horse,” commented ensemble member Arsen Batiyev, a 53-year circus veteran from North Ossetia, in the Russian Federation. It is about “character, temperament, style . . . the Caucasus.”

As elsewhere in the region, the civil unrest and economic crisis that followed the Soviet Union’s 1991 collapse dealt a blow to Georgia’s state-financed collective of circus artists, many of whom ended up retiring or moving abroad to work.

But although economic times, including in Georgia, may have improved, some aspects of the Soviet circus culture have now vanished.

Russian tiger tamer, Olga Denisova, whose father was a first-generation acrobatics instructor at the prestigious Moscow State Circus School, said the old-time family dynasties of circus virtuosos are starting to disappear as more athletes join the circus ranks. “They’re sport people and don’t know anything about the circus,” Denisova said.

The history of the Georgian circus goes back to 1888, when the big top went up as the first in a network of circuses set up throughout the then Russian Empire. After its original building burned down in 1911, the circus moved on to a wine factory, before setting up shop in 1939 inside its present neo-classical, Stalin-era home in central Tbilisi. The building’s 2,000-seat capacity ranked it among the largest circuses in the Soviet Union, alongside Moscow, Kyiv and Baku.

After the circus fell into disrepair during the 1990s, the late Georgian tycoon Badri Patarkatsiashvili bought the circus in 2003 and began extensive renovations, in what he claimed was a labor of love.

The circus closed in 2007 after Patarkatsiashvili backed protests against President Mikheil Saakashvili and was accused of conspiring to overthrow the government. It took Patarkatsiashvili’s sister, Mzia Tortladze, until New Year’s Eve 2011 to reopen the circus.

Political dynamics aside, the most difficult hurdle was gaining the respect of the circus world, commented General Director Levan Gagvishvili. “We, the management, have no circus background and weren’t trusted. But we established our reputation after the second show, which was with an international collective . . . ” Gagvishvili recounted.

That reputation is critical. The circus world is an underground society. Unlike professional athletes who become household names and gain corporate sponsorships, the glory for circus artists comes from recognition by their peers.

With that in mind, the circus’s new directors have a vision to put Tbilisi on the world circus map, and to invite more stars, including the acclaimed Cirque du Soleil.

The circus, though, remains an uphill struggle. Georgia’s moribund economic situation means that “tickets need to be cheap;” between 10 to 25 laris (about $6 to $15), Gagvishvili said. To make ends meet, the circus rents out its building for birthday parties and is looking into setting up a kindergarten, too.

But for celebrated clown Anton Pilossian, a native Tbilisian whose face adorns a series of Grenadine postage stamps of world-famous clowns, the circus is not a business, but an art.

“A clown can exist without a circus, but a circus can barely exist without a clown,” noted Pilossian, who last performed in Tbilisi in 1986.

The proof – not surprisingly, some observers might add with a wink – can be found in the Caucasus itself, where the art of performance, in all aspects of life, can run deep and strong.

“I was in Yerevan once and met a very big minister, [an] important man,” Pilossian recollected. “He said to me, ‘You know, deep down inside, I am a clown. Just don’t you tell anybody.’”

Editor's Note: Paul Rimple is a freelance reporter based in Tbilisi. Justyna Mielnikiewicz is a freelance photojournalist also based in Tbilisi.

Sunday, February 03, 2013

AUFRUF: Deutsch-Osteuropäisches Journalistenstipendium - Marion-Gräfin-Dönhoff-Journalistenstipendium (ijp.org)

(ijp.org) Programmbeschreibung


Für das Jahr 2013 schreiben die Internationalen Journalisten Programme (IJP) zum dreizehnten Mal ihr Stipendienprogramm für Osteuropa aus. Die Austauschländer werden voraussichtlich Polen, Russland, Belarus, die Ukraine, Georgien, Armenien und Aserbaidschan sein.

Insgesamt fünf deutsche Journalisten erhalten die Möglichkeit, in den Monaten September-Oktober bei einem Medium in einem russisch- bzw. polnischsprachigen Medium als Gastredakteur zu arbeiten. Zeitgleich wird das Stipendienprogramm für Journalisten aus den GUS-Ländern und Polen ausgeschrieben, die sich für einen zweimonatigen Arbeitsaufenthalt in Deutschland bewerben können.

Mit Hilfe des Deutsch-Osteuropäischen Stipendiums sollen junge Journalisten einen persönlichen Eindruck von Politik, Wirtschaft, Kultur sowie vom gesellschaftlichen Alltag in GUS-Ländern oder Polen bekommen. Es bietet die einmalige Gelegenheit, in einem fremden journalistischen Arbeitsumfeld zu arbeiten und dabei neue Erfahrungen zu sammeln.

Marion Gräfin Dönhoff (02.12.1909 - 11.03.2002), langjährige Herausgeberin der „Zeit“, hat dem IJP-Programm für Osteuropa ihren Namen gegeben. 

Das Stipendium beginnt Anfang Oktober 2013 mit einer viertägigen Einführungstagung in Tiflis. Daran schließt sich in der Regel der achtwöchige Aufenthalt bei dem osteuropäischen bzw. deutschen Medium unmittelbar an. Das Gastmedium suchen die IJP in Absprache mit den Stipendiaten aus.

Stipendienzahlung

Das Stipendium besteht aus einer einmaligen Zahlung von 3.900 Euro. Dieser Betrag soll Reisekosten, Verpflegung und der Unterkunft während des Auslandsaufenthaltes, Visa-Gebühren und Krankenversicherung decken. Eine Vergütung der journalistischen Tätigkeit vor Ort erfolgt nicht. Eine Verschiebung des Gastaufenthaltes ist nicht möglich.

Bewerbung

Bewerben kann sich jeder Journalist zwischen 23 und 35 Jahren, der als freier Mitarbeiter, Volontär oder Redakteur bei deutschen Medien tätig ist.
Bewerbungen müssen bis zum 15. April 2013 eingegangen sein (Datum des Poststempels; bitte kein Einschreiben, keine Päckchen, keine Kurierdienste).
Der Bewerbung beizufügen sind:
  • ein tabellarischer Lebenslauf mit Passbild
  • ein Motivationsschreiben
  • ein journalistisches Gutachten des Ressortleiters oder Chefredakteurs (das zugleich die Bewerbung unterstützt, ggf. die Beurlaubung für die Zeit des Stipendiums sicherstellt und als journalistischer Tätigkeitsnachweis dient)
  • maximal drei schriftliche Arbeitsproben; Fernseh- und Rundfunkjournalisten werden gebeten, als Arbeitsnachweis keine Kassetten einzusenden, sondern eine Liste herausragender Beiträge
  • eine Präferenzangabe für bestimmte Länder und Medien sowie die Angabe, ob die Bewerbung für alle oder nur für die benannten Länder gelten soll.
Die Auswahl erfolgt unter Ausschluss des Rechtswegs durch eine Jury anhand der Bewerbungsunterlagen bis zum 1. Juni.

Bewerbungsadresse

IJP e.V.
Deutsch-Osteuropäisches Journalistenstipendium
Postfach 310746
10637 Berlin

Alumni

Die IJP fördern den Kontakt der ehemaligen Programm-Teilnehmer untereinander durch regelmäßige Rundschreiben und Veranstaltungen. Wir veranstalten Alumni-Dinner, jährliche Treffen etc.
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Partnermedien

Eine Auswahl von Partnermedien in Osteuropa seit 2001:
Nowaja Gazeta (Moskau), Ztg. Podrobnosti (Ekaterinburg), Ztg. Echo (Baku), TV Kamtschatka, Ztg. 24 Saati (Tiflis), Radio Puls (Ulan Ude), INTER-TV und Novy Kanal (Kiew), Ztg. Korrespondent und Zerkalo nedeli (Kiew), Polskie Radio (Warschau), TVP3 (Szczecin ), Gazeta Wyborcza (Warschau) u.a.

Eine Auswahl bisheriger deutsche Partnermedien:
DIE ZEIT, Der Spiegel, Deutsche Welle, Rheinischer Merkur, Tagesspiegel, shz Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, General-Anzeiger Bonn, Hamburger Abendblatt, Flensburger Tageblatt, ZDF, WDR Fernsehen, Bayerischer Rundfunk, Deutschlandradio u.a.

Förderer


Wie jedes der IJP-Programme wird auch das Deutsch-Osteuropäische Stipendienprogramm Jahr für Jahr durch staatliche und private Partner in ideeller und finanzieller Form unterstützt.

Hauptsponsoren sind die ZEIT-Stiftung, die Stiftung Mercator, das Auswärtige Amt, die Commerzbank und die Deutsche Bank.

Die IJP danken allen Förderern für ihre Unterstützung und ihr Vertrauen in das Stipendienprogramm.