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Tuesday, April 23, 2019

BERLIN: Die Filmemacherin Lana Gogoberidse am 1. Mai zu Gast im Arsenal mit ihrer Autobiografie "Ich trank Gift wie kachetischen Wein"

Am 1. Mai ist die georgische Regisseurin Lana Gogoberidse im Arsenal zu Gast. Unter dem Titel "Ich trank Gift wie kachetischen Wein" ist soeben ihre Autobiografie auf Deutsch im Mitteldeutschen Verlag erschienen. Gleichzeitig veröffentlicht das Arsenal gemeinsam mit der Filmgalerie 451 Lana Gogoberidses Film RAMDENIME INTERWIU PIRAD SAKITCHEBSE (Einige Interviews zu persönlichen Fragen, UdSSR/Georgien 1978) auf DVD.

Programm am Mittwoch, 1. Mai, 20h im Kino Arsenal

Buchpräsentation
„Ich trank Gift wie kachetischen Wein“ mit einer Lesung von Katharina Rivilis, zu Gast: Lana Gogoberidse In Lana Gogoberidses Autobiografie korrespondieren Erinnerungen auf ganz besondere, persönliche Art und Weise mit der georgischen Geschichte sowie der Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. Gogoberidse wächst in einer Welt voller Brutalität und Unsicherheit auf. Die stalinistischen Säuberungen zerreißen ihre Familie. In der Zeit des Großen Terrors wird ihr Vater 1937 als 'Feind des Volkes' hingerichtet und ihre Mutter zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilt. Besonders der Verlust der Mutter bildet eine tiefe Zäsur in Gogoberidses Leben, den sie auch immer wieder in ihrem künstlerischen Schaffen thematisiert. In der Tauwetterzeit nach Stalins Tod studiert sie Film am Gerassimow-Institut für Kinematographie in Moskau. Ihren internationalen Durchbruch feiert Gogoberidse mit RAMDENIME INTERWIU PIRAD SAKITCHEBSE, für den sie mehrere Preise erhielt.

anschließend Vorführung RAMDENIME INTERWIU PIRAD SAKITCHEBSE Einige Interviews zu persönlichen Fragen Lana Gogoberidse UdSSR/Georgien 1978 georg. OmU 94'

Sofiko geht ganz in ihrem Beruf auf. Als Journalistin interviewt sie unterschiedlichste Frauen zu ihren Lebensbedingungen und Wünschen. Dass ihr eigenes Glück und ihre Familie dabei zu kurz kommen, bemerkt sie zu spät. Feinfühlig erzählt Lana Gogoberidse in dokumentarisch anmutendem Stil und mit dynamischer Kameraführung von der Verzahnung des Privaten und des Politischen, die sich auch in den Erinnerungen Sofikos an die Mutter fortsetzt. Mit seinem Fokus auf die alltäglichen Kämpfe einer emanzipierten Frau und der Reflexion über weibliche Lebensentwürfe gilt der Film als einer der ersten feministischen Filme der Sowjetunion.

 

Facebooklink facebook.com/Lana Gogoberidse in Berlin

Website: arsenal-berlin.de

Saturday, April 29, 2017

DOCUMENTARY: BANDITS (2003) - A film by Zaza Rusadze

"After the Georgian cinema release of MDZEVLEBI (2017) by Rezo Gigineishvili, I've been receiving numerous queries about my graduation film BANDITS (2003).






I've made the documentary now available online and for free via my YouTube Channel in Georgian, German Dubbed & English Subtitled Versions.


Thank you very much for your messages and for your interest! (Zaza Rusadze)


+++


Zaza Rusadze's graduation film, a documentary BANDITS (2003) is a daring and timely examination of the human side of terrorism. Produced by Susan Schimk, credo:film in collaboration with ARTE the documentary screened at several International Film Festivals and aired on German & French speaking European TV Channels in 2004.          






more: BANDITS (2003) - a documentary by Zaza Rusadze (hier auch in deutsch und georgisch)

www.zazarusadze.com

Monday, October 06, 2014

MOVES#73: Zaza Rusadze »A fold in my blanket« - DVD Release Party in Berlin - 7 October 2014, 8:30pm



Dear Friends,
Image Movement is delighted to host the DVD release party of Zaza Rusadze's film »A fold in my blanket«.

Zaza Rusadze is a film maker from Tbilisi, Georgia. His first full length film, 2003 Bandits, a documentary about the hijacking of a soviet passenger plane in Georgia and its aftermath, was awarded at film festivals in Spain, Hungary and Germany.

His full length feature debut »A fold in my blanket« deals with the relationship of Andrej and Dmitrij, what seems to be a one-sided, unfulfilled love affair. The beautiful shot movie wallows in luxurious landscapes with the imaginary of rock climbing as a metaphor of freedom – in an unnamed post-soviet country under an obviously strict leadership and within strange social interactions in family life as well as in work life.

»A fold in my blanket« premiered on last year's Berlinale film festival where it was selected as opening film of the Panorama section. The film travelled the world among it festival screenings in Locarno, Yerewan, Hong Kong, Mumbai, or Sao Paulo. It won the award for Best Feature Film at Queer Lisboa 17 festival.

At Image Movement Zaza Rusadze will be present.
Admission is free. The event starts at 8:30pm.

[Stills: Zaza Rusadze »A fold in my blanket« (courtesy of the artist)]

+++

Image Movement | Artist Films, Films on Art, Artists Records
Oranienburger Strasse 18 I D-10178 Berlin I Mo–Sa, 11am–7pm
Tel +49-30 - 308 819 780 Fax +49-30 - 288 840 352
info@imagemovement.de 
www.imagemovement.de

Friday, October 03, 2014

KINO: LET’S CEE Film Festival mit georgischen Produktionen in Wien

Vom 2. bis zum 11. Oktober 2014 findet in Wien das dritte LET’S CEE Film Festival statt. Insgesamt werden im Urania Kino, im Actor’s Studio Wien und im Village Cinema Wien Mitte 91 hervorragende Produktionen aus Zentral- und Osteuropa gezeigt – alle in Originalsprache mit deutschen oder englischen Untertiteln. Master Classes, Talks, Get Togethers, Konzerte und eine coole Partyline ergänzen das vielfältige Angebot des diesjährigen Festivals 

letsceefilmfestival.com

Mit dabei sind auch die georgischen Produktionen: 13 Tzameti ("ცამეტი’"), Patardzlebi ("პატარძლები" Brides), " (უხილავი სივრცეები) (Invisible Spaces) und Kids (ბავშვები).


13 Tzameti
Spielfilm. FRA/GEO 2005 | 93 min.
Sprache: Französisch, Georgisch, Deutsch mit engl. UT
Regie: Géla Babluani
Darsteller: George Babluani, Aurélien Recoing, Pascal Bongard u.a.

Sébastien, ein georgischer Einwanderer, wittert seine große Chance. Doch wo leichtes Geld zu finden sein sollte, erwartet ihn Lebensgefahr. Tief in der französischen Provinz betreibt eine seltsame Halbwelt-Gesellschaft nämlich ein sehr makabres Spiel. Der formidabel gemachte, fast unerträglich spannende und extrem intensive nihilistische Gangsterthriller des Georgiers Géla Babluani wurde zu Recht beim Sundance Festival mit einem Hauptpreis bedacht.

Mo. 6.Oktober 22.15 Uhr
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien

Brides
Spielfilm. FRA/GEO 2014 | 93 min.
Sprache: Georgisch mit engl. UT
Regie: Tinatin Kajrishvili

Darsteller: Sergo Buiglishvili, Anuka Grigolia, Nita Kalichava u. a. Nutsa und Goga trennen Gefängnismauern, und das für viele Jahre. Die ebenso bewegende wie bedrückende atmosphärisch dichte Geschichte aus Georgien handelt von Menschenwürde, erzählt aber auch viel vom harten Knastalltag. Und ist trotzdem vor allem ein Film von einer Frau über eine Frau und für Frauen. Großartig gespielt, hat das Drama unter anderem einen Publikumspreis bei der Berlinale 2014 gewonnen.
Mo. 6.Oktober 20:00 Uhr
Di.7. Oktober 20:30 Uhr
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
Village Cinema, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien

Invisible Spaces
GEO/USA 2014 | 10 min.
Sprache: Georgisch mit engl. UT
Regie: Dea Kulumbegashvili

Die Morgenroutine einer Priestergattin: Frühstück, Gebet, Versorgung des Mannes. Ein stiller und präziser Blick auf Kleinfamilienhierarchien unter einem religiösen Patriarchat und die daraus resultierenden emotionalen Stillstände.

Do. 9. Oktober 16:00 Uhr (im Rahmen des Kurzfilm-Wettbewerbs Block 1)
Sa. 11.Oktober, 21:00 Uhr
Urania, Uraniastraße 1, 1010 Wien
Actor’s Studio, Tuchlauben 13, 1010 Wien

Kids
Georgien 2013.
Länge: 6 min. Farbe.
Regie: Giorgi Mrevlishvili

Zwei Kinder spielen am Strand. Mit Pfeil und Bogen. Als sie einen gestrandeten Fisch finden, verschwimmen die Grenzen zwischen Spiel und Ernst. Eine Hommage an die Rätsel der Kindheit.
Mo.6. Oktober 15:00 Uhr (im Rahmen der Kurzfilme Verspielt)
Sa.11.Oktober 16:00 Uhr (im Rahmen der Kurzfilme Verspielt)
Village Cinema, Landstraßer Hauptstraße 2a, 1030 Wien
Actor’s Studio, Tuchlauben 13, 1010 Wien

Friday, September 12, 2014

FILM: Don't Breathe. Directed by Nino Kirtadze

In Georgia a man in his 40s, Levan, is waiting in a clinic for an MRI examination. He needs to find out what’s causing the pain in his shoulder. He’s nervous. By the time he leaves the hospital he’s not the same man. His anxiety quickly spreads to his wife and well-meaning friends. The family courtyard becomes the scene of an informal advisory council, where everybody suggests magical cures and must-see specialists. Soon Levan’s savings are gone. He’s scared of losing his job, his heath and his wife, who has started to come home later and later.

But suddenly, out of nowhere – a serendipitous event occurs...



Link: medias.unifrance.org/press-kit-english.pdf

Tuesday, August 05, 2014

KINOPREMIERE: "DIE LANGEN HELLEN TAGE" (Grzeli Nateli Dgeebi / In Bloom) von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß in Berlin

Am Mittwoch den 13. August 2014 um 20 Uhr im Hackesche Höfe Kino Berlin


Kinopremiere des georgischen Spielfilms "DIE LANGEN HELLEN TAGE" (Grzeli Nateli Dgeebi / In Bloom) von Nana Ekvtimishvili und Simon Groß 

link: georgien.blogspot.de/In Bloom

Nach der Vorführung findet ein Filmgespräch mit den Regisseuren statt, moderiert von Nino Lejava (Leiterin Heinrich- Böll-Stiftung Tiflis) sowie ein Empfang mit Verkostung georgischer Weine, präsentiertvon Go East Reisen, und eine Ausstellung des Künstlers Zaza Tuschmalischvili (Georgia Berlin Galerie)

Wir würden uns sehr über Ihr Kommen freuen. Karten für die Kinopremiere können ab sofort im Hackeschen Höfe Kino

www.hoefekino.de

und an der Abendkasse erworben werden.

“Coming-of-Age als Wucht der Gegensätze, erzählt mit virtuoser Ruhe und betörend schönen Bildern.”
(Critic.de)

„Dielangen hellen Tage ist ein bildschön fotografierter, poetischer und kluger Film über das Erwachsenwerden zweier Mädchen im Georgien der 90er Jahre und den Mut zur Selbstbehauptung in einer Umgebung, in der sich immer der Stärkere durchsetzt.”
(Filmstarts.de)

Kontakt für Rückfragen:
Susanne Wienemann
(BeMovie Filmverleih)
s.wienemann@gmail.com
facebook.com/DieLangenHellenTage 

Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin
www.hoefekino.de

GoEast Reisen
BeMovie
www.go-east.de
www.dielangenhellentage.de

Friday, August 01, 2014

FILMSTART: Die langen hellen Tage (Grzeli Nateli Dgeebi / In Bloom). Ein Film von Nana Ekvtimishvili & Simon Groß am 21. August in Deutschland

Kinostart: 21. August 2014 



Der georgische Film "Die langen hellen Tage" kommt am 21. August in die deutschen Kinos. Er war sensationell erfolgreich auf den Filmfestivals der ganzen Welt und auch der georgische Beitrag für die Oscars 2014. 


Auf dielangenhellentage.wordpress.com gibt es den Trailer und Informationen.


DielangenhellenTage1


Deutschland/Frankreich/Georgien 2013 – 102 Minuten – georgisch mit dt. oder engl. Untertiteln / dt. Synchronfassung
Aspect ratio: 2.35:1/ Sound: 5.1 Dolby SRD
Georgischer Beitrag zu den Academy Awards (Oscars) 2014
C.I.C.A.E. Art Cinema Award – Berlinale 2013
Best Film/Best Actress – Sarajevo Film Festival
FIPRESCI Prize/Golden Firebird – Hong Kong Intl. Film Festival
New Auteurs Award for Personal Storytelling – AFI Fest
Special Jury Prize – Montreal Film Festival
Grand Prize – TOKYO FILMeX
Der Festival Renner des Jahres 2013 – international ausgezeichnet mit 28 Preisen.

Pressekontakt
Greenhouse PR, Berlin
Silke Lehmann / Almut Wilmes
Tel. 0151-68100088 / 0170-6899768
lehmann@greenhouse-pr.com / wilmes@greenhouse-pr.com

Verleihkontakt
BeMovie Medienproduktion und VertriebGmbH
Burkhard Voiges / Verena von Stackelberg
Zeughofstraße 20 • 10997 Berlin
Tel. 030 85 61 88 51
E–Mail voiges@be-movie.de / verenavonstackelberg@gmail.com
www.dielangenhellentage.wordpress.com


Die langen hellen Tage

Vor der Kulisse des postsowjetischen Georgiens beschreibt der Film mit virtuoser Erzählkraft, starken Bildern des Kameramanns Oleg Mutu und musikalischem Rhythmus die prägenden Veränderungen im Leben zweier Mädchen im Teenageralter.

Die besten Freundinnen Eka und Natia werden zu jungen Frauen während der langen, hellen Sommertage 1992 in der Stadt Tiflis. Sie leben in einer Welt, in der eine geschenkte Pistole als ein Zeichen der Zuneigung verstanden wird, ein Heiratsantrag mehr wie eine Entführung wirkt und in der Liebe und Lebensgefahr nicht weit voneinander entfernt sind. Inmitten einer vom Bürgerkrieg gebeutelten patriarchalischen Gesellschaft, in der selbst die eigenen Eltern als Vorbild kläglich versagen, wissen sie sich zu behaupten und schließlich die Kette der Gewalt ganz ohne fremde Hilfe zu durchbrechen.

Autorin und Ko-Regisseurin Nana Ekvtimishvili basierte Ekas und Natias Geschichte auf den Erinnerungen an ihre eigene frühe Jugend im Tiflis der 90er Jahre und stellt in ihrem fesselnd erzählten Film weibliche Identität und den Bruch mit veralteten Werten in den Mittelpunkt, wobei sie zusammen mit Ko-Regisseur Simon Groß einen klaren Blick für fein nuancierten Witz und selbstbewusste Darstellungen behält.

Die Regisseure greifen ernste Themen auf, die sie mit emotionaler Wucht, aber auch mit ruhiger Zurückhaltung darstellen. Gleichzeitig haben sie gekonnt die besondere, bezaubernde Atmosphäre der heißen, langen, hellen Sommertage Georgiens eingefangen. 


 
INHALT

Tiflis, Georgien 1992. Die Sowjetzeit ist vorüber, Georgien ist auf sich selbst gestellt. Der Abchasien Konflikt droht zu eskalieren und ein Bürgerkrieg beutelt das Land. Für die 14-jährigen Mädchen Natia und Eka geht die Kindheit zu Ende. Die besten Freundinnen sind ganz normale Teenager, die Spaß haben, gegen ihre Lehrer rebellieren, heimlich rauchen und unanständige Lieder singen. Doch ihr Alltag bringt auch Unsicherheit und Zukunftsängste mit sich. Ekas Vater ist im Gefängnis und Eka zieht sich mehr und mehr von ihrer Mutter und der älteren Schwester zurück. Auch in Natias Familie gibt es große Probleme: ihr Vater ist Alkoholiker und ihre Eltern streiten ununterbrochen miteinander.

Natia, die bereits Männersehnsüchte weckt, bekommt von ihrem sensiblen jungen Verehrer Lado eine Pistole geschenkt, zur eigenen Verteidigung in einer von Testosteron dominierten Umgebung. Natia gibt die Waffe wiederum Eka, die täglich auf ihrem Heimweg von Nachbarsjungen schikaniert wird. Aber als Eka Zeugin wird, wie einer ebendieser Jungen zusammengeschlagen wird, zieht sie die Pistole und verteidigt ihn. Auf diese Weise macht sie aus einem Feind einen potentiellen Verbündeten. 


Die Freundschaft erfährt eine harte Prüfung, als Natia von ihrem aggressiven Verehrer Kote entführt wird (Anm.: Brautentführungen waren eine Tradition, die im Georgien der 1990er Jahre noch existierte) und in die Heirat einwilligt. Auf der Hochzeit gibt Eka die Waffe zurück an Natia, da sie sie nun dringender zu brauchen scheint. Enttäuscht von der schwachen Entscheidung ihrer Freundin tritt Eka in die Mitte der Hochzeitsgesellschaft und präsentiert sich mit einem traditionell nur von Männern aufgeführten Tanz von betörender Kraft. Alle ihre Gefühle über die verhärtete Gesellschaft, ihr neu gewonnenes Bewusstsein weiblicher Macht und ihre Loyalität Natia gegenüber sind in diesem Tanz enthalten. (Gefilmt in einer einzigen atemberaubenden Einstellung von Kameramann Oleg Mutu: 4 Months 3 Weeks 2 Days; The Death of Mr. Lazarescu).

Im Verlauf des Films vermutet Eka, dass ihr Vater in den Mord am Vater ihres Klassenkameraden Kopla verwickelt ist und weigert sich, ihn im Gefängnis zu besuchen. Derweil wächst Natias Unzufriedenheit: das Zusammenleben mit dem herrischen Kote und dessen Eltern in einer winzigen Wohnung ist schwierig. Sie will ihren Mann nicht bedienen und streitet ununterbrochen mit ihren Schwiegereltern. An Natias Geburtstag gehen die Mädchen zurück in ihr altes Zuhause, wo Natias Großmutter liebevoll ein Festmahl zubereitet hat.

Während sie auf dem Balkon sitzen, ihr Essen und den guten Wein genießen, hören sie von unten Musik und rennen hinunter. Lado, Natias früherer Verehrer, ist mit einem alten Mann gekommen, der ein Liebeslied spielt. Natia und Lado sehen sich tief in die Augen, als plötzlich Kote mit seiner Gang auftaucht und Natia sofort nach Hause schickt. Wenig später verfolgt die Gang Lado durch die engen Straßen von Tiflis...

INTERVIEW & STATEMENT DER REGISSEURE

Zwei leidenschaftliche Filmemacher treffen sich in Deutschland – er Berliner, der an der HFF München studierte, sie Georgierin, die an der HFF Potsdam studierte. Sie hätten einfach in Berlin bleiben können. Stattdessen entschieden sie sich vor fünf Jahren, in Nanas Heimatstadt Tiflis zu ziehen. "Dort ist noch nicht alles im Überfluss vorhanden", sagt Simon Groß, "unbeackertes Terrain". Ein Vorteil für das Vorhaben der beiden, neben dem Filmemachen eine Eisdiele zu eröffnen. Der Plan ist mehr als aufgegangen: inzwischen sind sie stolze Besitzer eines kleinen Eisdielen-Imperiums mit vier Filialen und im Sommer 70 Mitarbeitern.

Die beiden Tätigkeiten sind für Simon Groß ebenso wenig Gegensätze wie Kunst und Kommerz. Das Wissen aus der Businesswelt kam den beiden bei der Selbstvermarktung ihres ersten großen, gemeinsamen Filmprojekts Die langen hellen Tage zugute. Sie treffen mit dem Film auf einen Nerv: hier sind junge Mädchen in der Lage, die oberflächliche Schicht überkommener Werte einer Gesellschaft zu überwinden.

Universelle Botschaft & aktueller Bezug

Eine Gesellschaft an der Schwelle zum Wandel, in Unruhe und Chaos, ist universell verständlich, weil solche Situationen auch heute noch unsere Welt erschüttern, gerade wird uns dies durch die Ukrainekrise schmerzlich bewusst – gesehen durch die Augen zweier liebenswerter und ungestümer junger Mädchen. Der Film ist zugleich eine Coming-of-Age-Geschichte und eine Metapher für positiven Wandel, für Widerstand und nicht zuletzt für die Macht der Frauen.

Nana Ekvtimishvili und Simon Groß über die Entstehung des Films und die Gedanken, die dahinterstecken

Die Geschichte ist von Nanas persönlichen Erinnerungen an ihre Jugend in den unruhigen frühen 90er Jahren in Georgien inspiriert. Wir dachten über den Bezug zwischen jungen Menschen nach und den kulturellen Kontext, in dem sie leben. Für uns war der Film eine Reise in die Vergangenheit und ein Blick in die Zukunft. Was kann als Teil einer Kultur akzeptiert werden und wo ist die Grenze, an der Kultur ein bestimmtes Verhalten nicht mehr rechtfertigen kann?

Ein Teenager ist ein Teenager, egal aus welchem Land er kommt. Alle Teenager haben eines gemeinsam: sie suchen. Unsere Charaktere suchen nach ihrer weiblichen Identität in einer Umgebung, die oft voller Gewalt und Rache ist. Sie hinterfragen, ob Liebe es rechtfertigen kann, jemanden zu töten. Die Antwort ist: natürlich nicht. Aber was, wenn du mit dieser Frage konfrontiert wirst und du hast nur vierzehn Jahre Lebenserfahrung, und du lebst in einem Land, das in Chaos, Anarchie und Selbstjustiz versinkt? Wo sind da deine Vorbilder und welche Werte können dir helfen zu überleben?

Der Krieg, die willkürlichen Ausbrüche der Gewalt, das war omnipräsent damals im georgischen Alltag. Wir wollten dies durch Radionachrichten, Bewaffnete auf der Straße und Aspekte in der Handlung, die im Hintergrund ablaufen, zeigen. Dass Natia eine Pistole geschenkt bekommt, überrascht den Zuschauer, Natia hingegen überhaupt nicht. Eka vermutet im Film, dass ihr hinter Gittern sitzender Vater etwas mit dem Tod des Vaters ihres Klassenkameraden Kopla zu tun hat. Lado wird, da er Rivale eines unzufriedenen Liebenden ist, angegriffen. Beides ist für uns heute undenkbar, damals war es aber recht alltäglich.

Die universellen menschlichen Eigenschaften dieser beiden Mädchen und die Leidenschaft und Tiefe der Charaktere und auch der Schauspielerinnen, die sie darstellen, das sind die Säulen, auf denen unser Film steht und die es ermöglichen, die Geschichte auf die Leinwand zu bringen.

...über die Zusammenarbeit mit dem Kameramann Oleg Mutu

Wir wollten helle, warme Bilder, ein Frühlingsgefühl und keine düstere, kalte Umgebung, die man normalerweise im Kopf hat, wenn man an diese Zeit in Georgien zurückdenkt. Und wir wollten nicht einfach die Geschichte erzählen. Wir wollten das Publikum den Charakteren folgen lassen. In Oleg Mutus früheren Arbeiten erkannten wir, dass er als Kameramann die Charaktere absolut fühlt und es ihm gelingt, ihnen auf eine authentische, sehr intuitive Art nahezukommen. Oleg kopiert sich in seiner Arbeit für verschiedene Regisseure nie. Er ist immer auf einer Wellenlänge mit dem Schauspiel, dem Raum, der Geschichte. In unserer Art den Film zu gestalten, sind die Szenen genau durchchoreographiert und nur geschnitten, wenn unbedingt nötig. Stattdessen haben wir Wert darauf gelegt, für jede Szene den richtigen, individuellen Blickwinkel zu finden. Improvisation am Set war deshalb ein großer Teil der Arbeit. Der Zuschauer merkt am Ende oft nicht, dass viele Szenen auf diese Weise wirklich in einer einzigen Einstellung gedreht sind, weil ihn das Handeln der Charaktere intensiv beschäftigt.

... über den Prozess des Castings

Es war ein langer Prozess. Wir haben hauptsächlich Laiendarsteller gesucht und das überall. Wir waren in 100 Schulen. Wir sehen im Film viele Schulkinder und Menschen, die z. B. in der Brotschlange stehen. Das Casting war das Anstrengendste in der ganzen Vorbereitungszeit. Lika (Eka) fanden wir in einer Schule in Tiflis und Mariam (Natia) sahen wir einfach auf der Straße. Die beiden Mädchen sind sehr verschieden und waren von Anfang an voneinander fasziniert. Sie mochten sich sofort sehr, das war das Wichtigste! Die Laiendarsteller hatten kein Skript, sondern wir sprangen von Szene zu Szene, in denen sie mit uns jeden Satz im Vorfeld intensiv probten.

...über die Resonanz auf ihren Film

Auf Festivals der ganzen Welt bekamen wir sehr viel Feedback. Der Film ist bereits in Frankreich, Belgien und den Niederlanden im Kino und gerade kommt er in England, USA und Australien heraus, und auch in Russland und Ungarn. In Georgien selbst war der Film ein großer Erfolg. Wir haben nur drei Kinos in Tiflis. In zweien von ihnen lief er und es kamen Menschen, die sonst nicht ins Kino gehen. Unvorstellbar, dass allein in diesen beiden Kinos mehr als 27.000 Menschen den Film gesehen haben! Sie sahen den Film und begannen über ihre eigenen Erlebnisse in dieser Zeit zu reden. Viele schrieben uns oder kamen zu uns, Menschen ganz verschiedenen Alters.

Die Kritiken in anderen Ländern waren sehr gut. Die Leute fingen an, über eine "New Wave" in Georgien zu reden, über das georgische Kino, die Geschichte, die Kultur. Viele Cineasten erinnerten sich an die früheren großen georgischen Filme, besonders die aus den 70ern. Eine Sache war trotz der Unterschiede von Geschichte und Mentalität der Länder allen Zuschauern gemeinsam: sie verliebten sich in unsere beiden Hauptfiguren Eka und Natia.

(Der Text beinhaltet Auszüge aus einem Interview mit Cinema without borders.)

PRESSESTIMMEN

"Ein überzeugendes und originelles Porträt einer Gesellschaft im Umbruch, eine Coming-of-Age-Geschichte mit einer exzellenten Kameraführung, hervorragenden Gestaltungsmitteln und einer erstaunlichen Besetzung."
(Jury des goEast – 13. Festival des mittel- und osteuropäischen Films)

"Vieles in diesem unaufdringlich feministischen Film beleuchtet das Zurückdrängen einer patriarchalischen Gesellschaft durch eine neue Generation von Mädchen."
(Betsy Sharkey, Los Angeles Times)

"Das Thema mag schwierig erscheinen, aber der Film hat eine außerordentliche Leichtigkeit, mit Momenten scharfsinnig beobachteter Komik, die Raum machen für kühne Tanzdarbietungen im Schatten eines sich aufbauenden Unheils."
(Mark Kermode, The Guardian)

"Dieser intelligente, delikat schmerzvolle Film punktet durch eine einnehmende Handlung mit starkem, berührendem Spiel seiner beiden Hauptdarstellerinnen. Er ist außerdem ein visuelles Vergnügen: keifend für Brot Anstehende sowie würdevoll blasse georgische Mädchen fängt das Auge des großartigen Kameramanns Oleg Mutu virtuos ein."
(Jenny McCartney, The Telegraph)

"...die prägende Tugend des Films ist seine Art, unsere Erwartungen gezielt zu untergraben: Ein 14-jähriges Mädchen wird im Alleingang das Drehbuch neu schreiben, das die Gesellschaft ihr übergab... Ohne manipulativ oder oberflächlich zu sein legt der Film uns nahe, dass ein trostloser Teufelskreis der Gewalt gebrochen werden kann und dass ein scharfsichtiges Mädchen die Hauptrolle dabei spielen wird."
(The Same Cinema Every Night)

"Der georgische Film Die langen hellen Tage hat genug in petto um als ein enorm ausgeprägtes und individuelles Werk hervorzustechen. (...) Er ist wunderbar besetzt, seine Hauptdarstellerinnen machen einen intensiven, aber ungezwungenen Eindruck auf der großen Leinwand, Babluani versprüht ihren intelligenten Trotz und hat eine atemberaubende Szene, in der sie einen traditionellen Tanz mit kaltblütigem Stil aufführt, der in einer einzigen, langen Kamerafahrt gefilmt ist (...). Die langen hellen Tage bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis haften."
(Jonathan Romney, Screen Daily)

Tuesday, September 10, 2013

ESSAYFILM: Film trifft Literatur +++ Giwi Margwelaschwili - Italo-Svevo-Preisträger 2013 (harbour-front.org)

DIENSTAG 17.09.2013 — 19:00 UHR
Metropolis Kino

(harbour-front.org) Premiere des Essayfilmes „Zuschauerraäume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili.
Eine filmische Lesung mit Giwi Margwelaschwili.

Zu Gast die Filmemacherin Marika Lapauri und Insa Wilke, Literaturkritikerin, Moderatorin, Publizistin und Kennerin des Werkes von Giwi Margwelaschwili.

Giwi Margwelschwili kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.

Der Essayfilm „Zuschauerräume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili zeigt den Versuch, die Verstrickung des Menschen in Geschichten und Geschichte aufzulösen. Er lässt die Zuschauer Teilnehmer eines transhistorischen Experiments werden. Mit Hilfe archivarischer Aufnahmen und inszenierter Spielfilmsequenzen arrangieren die beiden Regisseure um den legendären deutsch-georgischen Schriftsteller und Philosophen Giwi Margwelaschwili, Autor des gleichnamigen Theaterstücks und zugleich der konzeptionelle Hauptprotagonist des Films, kaleidoskopartige Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen einer Utopie. Im Mittelpunkt des konkreten Geschehens stehen die Orte des Verhängnisses, wie Theater, Parlamente, Konferenzräume, von denen Geschichte ihren Ausgang nimmt, und der Versuch, diese Topographie der dramatischen und narrativen Verstrickungen auszulöschen. Die dabei zutage tretenden Aporien dieses zugleich historischen als auch antihistorischen Tuns wirken nicht allein desillusionierend, sondern eröffnen einen reflexiven Zugang zu einem Sinnraum, der sich in der Vergeblichkeit der Geschichte über die historische Zeit erhebt.

Rezensionen und Pressezitate

Liebe Marika,
ich bin am Wochenende aus Belgrad zurückgekommen und habe gerade Ihren Film gesehen. Großartig! Ich finde ihn ganz toll. Ihnen und Niko Tarielaschwili ist gelungen, Bilder für die gewaltigen Vorstellungswelten zu finden, die dieser zarte, feine Herr zu entwerfen imstande ist. Ihr Film hat etwas Bezwingendes, man wird immer atemloser und das Ende ist ein Paukenschlag. Ich habe mich gefragt, wie Sie es schaffen wollen, diese philosophischen und zugleich so konkreten Texte filmisch umzusetzen und ihnen gerecht zu werden. Ich finde, es ist Ihnen großartig gelungen. Das Spiel mit den Überblendungen, den verschiedenen Materialien, die Kameraführung und die Anlehnung an den Stummfilm – das alles sind wirklich filmische Antworten und Fortschreibungen auf Giwi Margwelaschwilis Kunst. Und vor allem haben Sie es geschafft, zugleich ein Porträt von ihm zu entwerfen, das nicht vom Äußerlichen ausgeht, sondern vom Innersten Kern dessen, was ihn umtreibt. So wirkt es auf mich.
Ich freue mich schon sehr darauf, ihn noch einmal auf einer großen Leinwand sehen zu können.

Insa Wilke, Publizistin und Literaturkritikerin

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg

Preis: 7 €

Mitwirkende: Marika Lapauri und Insa Wilke

OSCARS: Georgia Nominates 'In Bloom' for Foreign-Language Category (hollywoodreporter.com)

(hollywoodreporter.com) Nana Ekvtimishvili and Simon Gross' coming-of-age drama set during Georgia's civil war has been scooping up awards worldwide.

In Bloom Grzeli nateli dgeebi - H 2013

LONDON – In Bloom, a coming-of-age drama set in 1992 during a post-Soviet civil war was nominated Wednesday as Georgia's Oscar submission in the foreign-language category.

The story of two teenage girls coping with puberty and war has touched the hearts of festival juries worldwide, with a dozen awards since the film premiered in Berlin.

Apart from kudos for directors Nana Ekvtimishvili and Simon Gross, the film's young stars Lika Babluani and Mariam Bokeria have jointly won best actress more than once, most recently at last month's Sarajevo Film Festival and July's Odessa IFF.

A Georgia-Germany co-production supported by the Georgian National Film Center, the movie is backed by German and French TV channels ARTE and ZDF.

The Georgian premiere is scheduled in Tbilisi on Sept. 19.

Wednesday, August 21, 2013

FILM: Review: “Keep Smiling” A Film by Rusudan Chkonia (variety.com)


(variety.com) Black comedy collides with overwrought melodrama in this patchy but interesting Tbilisi-set drama.
Leslie Felperin

 
Black comedy collides with overwrought melodrama in the patchy but interesting Tbilisi-set drama “Keep Smiling.” Georgian writer-helmer Rusudan Chkonia’s feature debut tracks 10 disparate femmes, most of them in dire financial straits, competing in a beauty contest for moms to win a substantial prize. Chkonia lays on the indictment of reality-TV culture a bit thick, and the plotting is somewhat contrived, but she coaxes gutsy perfs from her game cast and explores a side of war-torn, contempo Georgia not often seen offshore. That freshness may put a smile on fest programmers’ faces after the pic’s Venice preem.

The film opens with the 10 costumed contestants onstage, dancing to the strains of Lou Bega’s “Baby Keep Smiling,” a tune heard again over the end credits and several times throughout, suggesting the production’s clearance-rights budget didn’t stretch far. The next scene shows everyone crowding into a backstage room to gasp at something unseen that horrifies them, suggesting things are going to end badly for someone.

The action then rolls back several weeks to show the women arriving at a TV studio, where they’re informed they made the cut to appear on a new show, “Georgian Mother.” Slimy series producer Otar (Gia Roinishvili) has set the women various challenges in order to win the crown and, more importantly, the prize:$25,000 and a four-bedroom apartment. They will be judged on how well they cook and have raised their children, their talent and their popularity with the judges and TV auds.



Watching full movie here [iptv.ge] >>>

Only about half the women are properly drawn characters, and they’re just rough sketches at that. Former child violin prodigy Gvantsa (charismatic Iamze Sukhitashvili, “Garpastum”) is the defiant one, but also a neurotic mess. She just so happens to live next door to fellow contestant Inga (Nana Shonia), a zaftig widow who disapproves of Gvantsa’s promiscuity and slack parenting. Abkhazian refugee Elene (Olga Babluani) is perhaps the most in need, as she shares a room at a charity hospital with her husband and four kids, although likable Irina (Tamuna Bukhnikashvili) isn’t much better off, either. Wealthy trophy wife Baya (Shorena Begashvili) looks most likely to win, especially since her politician husband is one of the show’s sponsors.

As the weeks pass, the women bicker and then eventually bond, especially when rebellion brews after the show’s producers insist they must all parade themselves in bikinis. Helmer Chkonia clearly has no time for any kind of post-feminist guff that sees beauty contests as empowering; the whole thing is merely an exercise in prurience and humiliation that has to be endured, so the main driving force of the drama lies in seeing how low each of them will go to win, or whether they’ll find strength in numbers. In a way, it’s a bit like “The Hunger Games” with high heels and swimwear.

Editing briskly maintains forward momentum, and if the rest of the tech credits look painfully low-budget, that fits the schlock-TV setting. With a bit of script tweaking, the pic could easily be remade in other territories.

Keep Smiling

Georgia-France-Luxembourg

Production

A Nike Studio, Ex Nihilo production in association with Samsa Films, Alvy production, with the support of the Georgian National Film Center, Georgian Ministry of Culture and Monument Protection. (International sales: Doc & Film, Paris.) Produced by Rusudan Chkonia, Nicolas Blanc. Executive producers, Vladimir Kacharaya. Co-producers, Marc Bordure, Jani Thiltges, Arnaud Bertrand, Dominique Boutonnat, Hubert Caillard. Directed, written by Rusudan Chkonia.

Crew

Camera (color, HD), Konstantine Mindia Esadze; editors, Chkonia, Jean-Pierre Bloc, Levan Kukhashvili; art directors, Sopo Baghadze, Mamuka Esadze, Dima Arsanis, Giga Iakobashvili; costume designer, George Nadiradze; sound (Dolby Digital), Paata Godziashvili; re-recording mixer, Nika Paniashvili; casting, Leli Miminoshvili. Reviewed at Venice Film Festival (Venice Days), Sept. 1, 2012. Running time: 91 MIN.

With

Iamze Sukhitashvili, Gia Roinishvili, Olga Babluani, Tamuna Bukhnikashvili, Nana Shonia, Shorena Begashvili, Maka Chichua, Lela Metreveli, Ia Ninidze, Eka Kartvelishvili, Beka Elbakidze, Tamar Bziava, Tornike Bziava, Avtandil Gogeshvili. (Georgian, Russian dialogue)

Monday, August 12, 2013

FILM: Moviemaking in the South Caucasus Rejuvenated. By Leo Barraclough (variety.com)

(variety.com) Locarno Opens Doors for filmmakers in Georgia, Armenia, Azerbaijan

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Georgia — the nation in the South Caucasus — has been a rising star in world cinema in the past few years, and at the Locarno Film Festival it is the focus of the Open Doors co-production forum, along with neighboring states Armenia and Azerbaijan. Variety speaks to Martina Malacrida, head of Open Doors, about the strength of moviemaking in the region.
“In the last 10-15 years, we can see the filmography (in the South Caucasus) reborn and renewing,” Malacrida says. “The strength of the selected projects lies exactly in this point: in the will to be able to face and work on ‘important’ themes like memory and the identity of their own countries.
“The young generation has started believing again in the possibility to live and express themselves through culture and cinema.”

Although on the face of it, these countries are quite distinct, there are common themes to be found in the 12 Open Doors projects.

“We noticed themes relating to the post-Soviet conflicts in the region, and the relationship between past and present through the folkloristic traditions,” Malacrida says.

“Amongst Armenian filmmakers the genocide is a leading theme (looking towards the anniversary in 2015).

“In all countries we see a particular attention is given to women and their (changing) role in society. Other important themes are the precariousness of society, issues related to identity, sexuality (and homosexuality as well), and youth,” she says.

Of the three countries, Georgia leads the way in its interaction with the international filmmaking community.

“Georgia, for sure, has an important role in the international panorama right now — the selection of two films at the Berlinale this year is a clear sign in this sense,” Malacrida says.

“This said, Armenia’s cinema is also renewing itself with its new generation of filmmakers. Azerbaijan can be noticed less on the international scene, although the selection of ‘Chameleon’ by Elvin Adigozal and Ru Hasanov in the Cineasti del Presente is a very good sign,” she says.
Apart from financing, there are other benefits for filmmakers in co-producing with established producers from other countries.

“Co-producing with other countries is the sine qua non condition in order to be able to access international distribution, which, as we know, remains a difficult task,” Malacrida says.

The Open Doors projects include a number of Georgian filmmakers who have already made waves on the fest circuit. These are led by George Ovashvili, whose 2009 pic “The Other Bank” played in Berlin. Ovashvili will present “Khibula,” about the leader of a former Soviet state who flees to the mountains when a rebel army invades his capital city. He soon discovers that those he thought were loyal followers are all too willing to desert or betray him. Ovashvili cites Julius Caesar, King Lear and the passion of Christ as points of reference.

“’Khibula’ will tell a visual story of sacrifice, betrayal, power and decline. Although the story is based on the life (and death) of Zviad Gamsakhurdia — the first president of Georgia — there are human archetypes buried in the story,” he says.

Another Georgian filmmakers who has made her mark is Rusudan Pirveli, whose first fiction feature, “Susa,” was selected for Berlin and Rotterdam. She presents “Sleeping Lessons,” which follows a 19-year-old guy who, after robbing a woman, is persuaded to meet her again, from which springs an unexpected love affair.

Pirveli says, “The story is full of strong emotions, unexpected plot twists and strong characters with distinctive features.”

She adds that casting will be crucial. “The success of this film lies in the natural charisma and features of the leading actors.”

The other Georgian projects are both docus: Nino Gogua’s “Madona,” about the only female public bus driver in Georgia, and Alexander Kvatashidze’s “See You in Chechnya,” about war photographers.

Armenia projects include Levon Minasian’s comedy “The Second Journey,” which follows a father and son who discover a bundle of undelivered love letters written by their wife/mother, written to a mysterious Frenchman. The discovery forces both to rethink their lives.

Another Armenian project is Narine Mkrtchyan and Arsen Azatyan’s psychological drama “The Valley,” about a German officer who witnesses the massacre of Armenians by Turkish forces during WWI.

Three of the projects from Armenia are by younger femme helmers, two of whom are based outside the country: U.S.-based Oksana Mirzoyan’s “Abysm” is about the effect of a young soldier’s death on his mother and twin sister; while France-based Nora Martirosyan’s “Territoria” is about a young boy, a teenage girl and a stranger whose paths cross in a mountainous no-man’s land; and Nika Shek’s “Long Gardens” is a docu with two strands: one about two villages on either side of the Armenia-Azerbaijan border, and the other about attempts by filmmakers to bridge the divide between the two countries.

Azerbaijan’s Arzu Gulijeva pitches “Naked in Baku,” a docu about the love life of a male nude model in a Muslim society. “The central theme is freedom and the way it relates to mentality and sexuality,” Gulijeva says.

Another Azerbaijan project, Asif Rustamov’s “Pipeline,” is about a poor shepherd who is caught up in a conflict between a businessman and some gangsters.

Recent editions of Open Doors have delivered a number of successes, including Li Hongqi’s “Winter Vacation” (Han Jia), which participated in Open Doors in 2009, and won Locarno’s Pardo d’Oro in 2010, and “Jean Gentil” by Israel Cardenas and Laura Amelia Guzman, which participated in Open Doors in 2008, and received the jury’s special mention in the Horizons section of the 67th Venice Film Festival.

Another success was “Harmony Lessons” by Emir Baigazin (Open Doors 2010), which was selected for the competition of the Berlin Film Festival this year.

“Char the No-Man’s Land” by Sourav Sarangi, which participated in Open Doors 2011, was selected at the Busan Film Festival in 2012 in the docu competition, and in the Forum section of the Berlin Film Festival this year.

Proving a link between the Open Doors co-production forum, which runs Aug. 10-13, and the rest of Locarno, 22 films from Georgia, Armenia and Azerbaijan will screen during the festival, including Zaza Rusadze’s “Chemi sabnis naketsi” (A Fold in My Blanket) from Georgia (pictured).

Tuesday, June 18, 2013

RETROSPEKTIVE: Michail Kalatosow 1903 – 1973, Vier Meisterwerke des sowjetischen Films, Michail Kalatosow (allerweltskino.de)

(allerweltskino.de) Eine Veranstaltung des Allerweltskino e.V. in Zusammenarbeit mit Irina Kurtishvili, Kuratorin der Filmreihe  


Samstag, 29.6. und Sonntag, 30.6.2013

RETROSPEKTIVE MICHAIL KALATOSOW - Vier Meisterwerke des sowjetischen Films

Im Filmforum im Museum Ludwig, Köln

Candida Höfer, Kino im Museum Ludwig Köln II 2006, Lambda-Print 
Recherchiert man das Wirken eines sowjetischen Filmregisseurs, stößt man auf etwas, das man als „Paradigmatische Tragik“ bezeichnen könnte: der nach Freiheit dürstende Künstler und sein ambivalentes Verhalten in der Diktatur, um als solcher und als Mensch zu überleben. Ein großes Talent, mit großer Überzeugungskraft und einer intelligenten Form von Anpassungsfähigkeit – das ist eine Mischung, die sicher auch auf Michail Kalatosow zutrifft. Dennoch ist der Fall Kalatosow ein ganz besonderer.


Allerweltskino e.V.Michail Kalatosow (georgisch: Micheil Kalatosischwili) wurde am 28. Dezember 1903 in Tbilissi (Tiflis), Georgien geboren. Er studierte Wirtschaftswissenschaften, war Schauspieler, Cutter, Kameramann und zu Beginn seiner Karriere drehte er Dokumentarfilme. Nach seinem Meisterwerk DAS SALZ SWANETIENS (1930) warfen die sowjetischen Behörden ihm vor, im Widerspruch zur Staatsideologie zu stehen. Kalatosow durfte acht Jahre lang keine Filme mehr drehen und beschränkte sich auf Verwaltungsaufgaben in der georgischen Filmindustrie.
 

1936 wurde er für „Formalismus“ angeklagt und verhaftet. Letztendlich rettete der Regisseur sich selbst, verließ Georgien und wanderte nach Russland aus. 1939 wurde Kalatosow für eine kurze Zeit sowjetischer Filmattaché in Los Angeles. In den 1940er Jahren findet man seinen Namen neben Stalin. Seine Propagandafilme retteten Kalatosow nicht nur vor der Verbannung nach Sibirien, sondern machten ihn überdies zum stellvertretenden Minister der sowjetischen Kinoindustrie (1946-1948).
 

Mit seiner poetischen Ballade DIE KRANICHE ZIEHEN von 1957, gelang es Kalatosow dem sowjetischen Film in der ganzen Welt sein Ansehen wiederzugeben. DIE KRANICHE ZIEHEN wurde einer der größten Kinoerfolge im Westen: 1958 erhielt der Film in Cannes die „Goldenen Palme“, die Kalatosow nicht persönlich entgegennehmen durfte. Sartre, Picasso, Chaplin, Fellini und Kurosawa hielten ihn für einen der bedeutendsten Filmschaffenden. Aber er wurde nie in einem Zug mit Eisenstein, Dowschenko oder Pudowkin genannt.
 

1963 äußerte Kalatosow den Wunsch, einen Film über die Revolution in Kuba zu drehen. Der Kreml hatte keinerlei Einwände. Das Filmteam wurde in Kuba sogar auf höchster Ebene empfangen. Sowohl die sowjetische, als auch die kubanische Regierung erhofften sich, dass der Cannes-Festival Preisträger einen antiamerikanischen Film drehen würde. Aber Kalatosow drehte alles andere als einen antiamerikanischen Film. Bei der Premierenfeier von ICH BIN KUBA verließen die Vertreter des Staatsapparats den Saal. Der Film, der ästhetisch ganz in der Tradition des großen sowjetischen Revolutionskinos eines Eisenstein oder Pudowkin steht, landete kurze Zeit später im Moskauer Filmarchiv. In seinem letzten Lebensabschnitt produzierte Kalatosow DAS ROTE ZELT, einen aufwändigen Abenteuerfilm. Michail Kalatosow starb am 27.März 1973 in Moskau.
 

Interessant an Kalatosows Filmschaffen, das im Ausland nur echten Kennern bekannt war, ist vor allem das innovative Potential. Auf viele Filmschaffende, wie etwa Michael Ballhaus, hat er vielleicht sogar entscheidenden Einfluss ausgeübt.
 

Die Retrospektive ist chronologisch aufgebaut und präsentiert vier Filme, die Michail Kalatosow im Laufe seiner umstrittenen Schaffenszeit vollendete, wobei der Schwerpunkt auf seinen letzten Werken liegt.

(Irina Kurtishvili)



Samstag, 29.6. 19.00 Uhr


DAS SALZ SWANETIENS / Jim Shvante

UDSSR / Georgien 1930, 60 Min, 35mm, stumm, Regie und Kamera: Michail Kalatosow, Stummfilm mit Klavierbegleitung Der Film ist ein ethnographischer Bericht über die isolierte Bergregion Swanetien im Kaukasus. In seinem schönen, herben und mitunter grausamen Werk, lässt uns Kalatosow eine archaische Gesellschaft betrachten und tut dies mittels Montage und visuell betonter Filmsprache, den klassischen Mitteln der sowjetischen Filmkunst. Beeindruckend ist die Kraft der entfesselten Kamera. Die Bildspannung erwächst aus dem Kontrast zwischen den grandiosen Aufnahmen der kaukasischen Bergnatur und den durch Armut und Aberglauben gekennzeichneten Dorfbewohnern. Die Thematik über den Sinn des Lebens widersprach in diesem Film den Dogmen des sozialistischen Realismus.



Samstag, 29.6. 21.00 Uhr

DIE KRANICHE ZIEHEN / Letjat Zhuravli (1957) UDSSR 1957, 90 Min, 35mm, OmU, Regie: Michail Kalatosow; Kamera: Sergej Urusevsky, mit: Tatjana Samoilowa, Alexej Batalow DIE KRANICHE ZIEHEN wurde 1958 in Cannes mit dem Hauptpreis prämiert.

Man sprach damals von einer „Kinorevolution“ in Russland. Der Film überraschte nicht nur durch seine Form, eine bewegte, unkonventionelle Kamera, die an die expressive Bildsprache des sowjetischen Stummfilms erinnerte, sondern auch durch seine Geschichte. Der Film zeigt das Schicksal des Liebespaares Veronika und Boris, deren Heiratspläne der zweite Weltkrieg zunichte macht.

Für die Sowjetunion war es etwas Neues, beim Thema Krieg das persönliche Leid anstatt des heldenhaften Kampfes für das sozialistische Vaterland in den Mittelpunkt zu stellen. Nach einer Umfrage unter Cineasten der ehemaligen Sowjetrepubliken im Jahr 2001 wurde DIE KRANICHE ZIEHEN zum „besten sowjetischen Film aller Zeiten“ gewählt.



Sonntag, 30.6. 17.00 Uhr


ICH BIN KUBA / Soy Cuba Ya Kuba

UDSSR / Kuba 1964, 140 Min, 35mm, OmU, Regie: Michail Kalatosow, Buch:

Enrique Pineda Barnet, Yewgeni Yewtuschenko, Kamera: Sergej Urusevsky,

mit: Sergio Corrieri, Salvador Wood, José Gallardo, Raúl García Vier Episoden über die kubanische Revolution und ihre Folgen. Der Film beschreibt die Zeit in einer phänomenalen Bildsprache, in atemberaubenden Kamerabewegungen und einer Montage, die aus dem Vollen der klassischen sowjetischen Filmkunst schöpft. ICH BIN KUBA provoziert Staunen und sinnliche Lust, erzählt von Rache und Niederlagen, von Sehnsüchten und sexueller Anziehung. Der Film stieß bei seinem Kinostart Mitte der sechziger Jahre auf Ablehnung beim kubanischen Publikum und nach den feierlichen Premieren verschwand der Streifen im Moskauer Filmarchiv. Der legendäre Klassiker wurde in den neunziger Jahren von Martin Scorsese und Francis Ford Coppola wiederentdeckt.



Sonntag, 30.6. 20.00 Uhr

DAS ROTE ZELT / Krasnaya Palatka La Tenda Rossa UDSSR / Italien 1970, 120 Min, DVD, OmeU, Regie: Michail Kalatosow,

Drehbuch: Richard De Long Adams, Ennio De Concini, Kamera: Leonid Kalaschnikow, Musik: Enrico Morricone, Aleksandr Zatsepin, mit: Sean Connery, Peter Fintch, Claudia Cardinale, Hardy Krüger, Massimo Girotti, Mario Adorf Die Filmgeschichte basiert auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr

1928: Der tragische Absturz des Luftschiffs „Italia“ am Nordpol. Doch die Überlebenden können sich in ein Zelt retten, welches sie rot anstreichen, um vielleicht doch entdeckt zu werden. Das Drama in der Eiswelt dauerte 109 Tage. In seiner Erinnerung lässt der bekannte italienische Konstrukteur, General Umberto Nobile, die dramatischen Ereignisse wieder aufleben und löst das Rätsel seiner verunglückten Expedition. Ein mitreißender Abenteuerfilm mit internationaler Starbesetzung und außergewöhnlichem technischem Aufwand.