(dw.de) Seit der Krise um die Ukraine wollen immer mehr Staaten Osteuropas schnell näher an die EU rücken, so auch Georgien. Mit dem Unterzeichnen des Assoziierungsabkommens bekommt das Land einen weitgehend ungehinderten Zugang zum EU-Markt. Was bringt das den Unternehmen in Georgien ?
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Sunday, June 29, 2014
VIDEO: Georgien strebt gen Westen. Von Karl Harenbrock (dw.de)
Wednesday, June 18, 2014
Global 3000: United against Soil Erosion - German farmers in Georgia (dw.de)
(dw.de) Even though Georgia’s soil is richer in minerals than Germany’s, soil erosion has reduced harvests there by up to 40 percent. Now German farmers are providing tips to their Georgian counterparts to help them slow down soil erosion.
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Thursday, March 20, 2014
Einladung zum TREFFPUNKT: KAUKASUS: Wirtschaft und Zivilgesellschaft - Wege zur Kooperation
Wann: 24. März 2014, 18.00 bis 21.00 Uhr
Wo: OeKB Reitersaal, Strauchgasse 3, 1010 Wien
Wie kann die Zusammenarbeit und Kooperation zwischen Wirtschaftspartnern und zivilgesellschaftlichen Akteuren funktionieren? Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein und wie können solche Partnerschaften forciert und unterstützt werden?
VertreterInnen aus dem NGO-Sektor sowie Wirtschaftspartner berichten von ihren Erfahrungen.
Dabei fokussieren wir uns in der Diskussion speziell auf den Süd-Kaukasus: Inwiefern wird der Ansatz einer gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen rezipiert? Auf welche spezifischen Herausforderungen treffen die verschiedenen Akteure hier? Genauere Informationen zum Programm sowie unseren Podiumsgästen finden Sie in der Einladung im Anhang. Um unsere Planung zu erleichtern, freuen wir uns über Ihre Anmeldung bis 20. März 2014 an: iz@iz.or.at
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Mit besten Grüßen
Das TREFFPUNKT: KAUKASUS Team
iz.or.at
Verein Interkulturelles Zentrum
Lindengasse 41/10, 1070 Wien
T: 01/586 75 44
F: 01/586 75 44-9
E: iz@iz.or.at
Wo: OeKB Reitersaal, Strauchgasse 3, 1010 Wien
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VertreterInnen aus dem NGO-Sektor sowie Wirtschaftspartner berichten von ihren Erfahrungen.
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Wednesday, December 04, 2013
STUDIE: Wirtschaftliche Entwicklung der Staaten des Südkaukasus. Von Matthias Dornfeldt (eurasischesmagazin.de)
(eurasischesmagazin.de) Der Südkaukasus ist seit Jahrhunderten Schauplatz von bewaffneten Konflikten und enormen Spannungen. Gleichzeitig gab und gibt es dank seines Rohstoffreichtums - vor allem von Öl und Gas - auch enorme wirtschaftliche Chancen in der Region, zu der Armenien, Aserbaidschan und Georgien zählen. Eine Studie des Berliner Zentrums für Regionalstudien in Bezug auf den Kaspischen Raum untersucht die wirtschaftliche Entwicklung der Staaten des Südkaukasus in der letzten Dekade unter besonderer Berücksichtigung Aserbaidschans.
Armenien, Aserbaidschan und Georgien haben in der letzten Dekade unterschiedliche Wege in Bezug auf Modernisierung, Globalisierung und Demokratisierung eingeschlagen. Allerdings prägte der Zeitraum von 2003 bis 2009 die drei Länder des Südkaukasus durch zweistellige Wirtschaftswachstumsraten bis zum Ausbruch der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise.
Armenien, das ärmste Land der Region, ist weiterhin politisch und wirtschaftlich wegen der Besetzung von Berg-Karabach und weiterer umliegender aserischer Gebiete, durch Aserbaidschan und die Türkei isoliert und deshalb fast vollständig von der Russischen Föderation abhängig. Russische Unternehmen übernehmen lukrative Teile der Wirtschaft des Landes, vor allem auf dem Gebiet des Energie- und Rohstoffsektors.
Georgien, dessen Regierung in der letzten Dekade eine radikale Privatisierung durchführte und ausländische Direktinvestitionen, vor allem aus Aserbaidschan und Kasachstan, anzog, hat immer noch mit den Konsequenzen des georgisch-russischen Krieges um Südossetien vom Sommer 2008 zu kämpfen. Damals wurden Teile der Infrastruktur zerstört und der Verlust des großen russischen Marktes für georgische Produkte, vor allem aus dem Nahrungsmittel- und Genusssektor, machten der stark agrarisch geprägten Wirtschaft des Landes zu schaffen. Zudem war der jüngste Machtkampf zwischen Präsident Michail Saakaschwili und Ministerpräsident Bidzina Iwanischwili der wirtschaftlichen Entwicklung Georgiens abträglich.
Aserbaidschan, das über große Vorkommen an fossilen Energieträgern verfügt, ist aufgrund der ausgleichenden und strategischen Energiepolitik sowie der Diversifizierung seiner Wirtschaft durch die Regierung in Baku der wirtschaftlich stärkste und am weitesten entwickelte Staat im Südkaukasus. Seit der Auflösung der UdSSR 1991, als das Land noch das unterentwickeltste der drei kaukasischen Unionsrepubliken war, über den Karabach-Krieg und den darauf folgenden innenpolitischen Wirren bis zum jetzigen Zeitpunkt, hat Aserbaidschan in kurzer Zeit einen beeindruckenden Modernisierungsweg beschritten.
Darüber hinaus hat es durch seine überlegte Außenpolitik der Regierung des Staatspräsidenten Ilham Alijew keine signifikanten Probleme mit den benachbarten Regional- und Großmächten. Durch den Bau der Erdölpipelines Baku-Supsa und Baku-Tbilissi-Ceyhan (BTC) sowie der Erdgaspipeline Baku-Tbilissi-Erzurum (BTE) wurde erstmals das russische Exportmonopol von fossilen Energieträgen aus dem postsowjetischen Raum nach Europa und auf die globalen Märkte durchbrochen und der „Südliche Energiekorridor“ gewann an geostrategischer Bedeutung. Mit der Errichtung der TANAP-TAP Erdgaspipeline wird in wenigen Jahren erstmals eine signifikante Menge an Erdgas aus Aserbaidschan auf den EU-Binnenmarkt fließen. Die solide wirtschaftliche Basis ist eine wichtige Voraussetzung für die politische Stabilität innerhalb des Landes und für die kontinuierliche Umsetzung der außenpolitischen Prioritäten. Beide sind von der Regierung des Aserbaidschans seit Jahren gewährleistet worden.
Für die Verbindungen in Eurasien von enormer Bedeutung
Die drei Staaten des Südkaukasus bilden eine geostrategisch bedeutende Brücke zwischen Europa und Asien. Am Schwarzen und Kaspischen Meer gelegen, an wichtige Regionalmächte, wie die Russische Föderation im Norden, die Türkei im Westen und die Islamische Republik Iran im Süden angrenzend, ist die Region für die Verbindungen innerhalb Eurasiens von enormer Bedeutung. Besonders wichtig ist der Südkaukasus für die landumschlossenen zentralasiatischen Republiken als Transitgebiet zu den westlich gelegenen Meeren.
In den Fokus der Weltpolitik geriet das Gebiet des südlichen Kaukasus in der Spätphase der UdSSR Ende der 1980er Jahre. Zum einen erfolgte dies durch die gewaltsam ausgetragenen interethnischen Konflikte um das zur aserbaidschanischen Unionsrepublik gehörende Gebiet Berg-Karabach sowie um die von Georgien abtrünnigen Teile Abchasien und Südossetien. Keiner der drei sogenannten frozen conflicts ist bis heute gelöst worden und prägt das Handeln der politischen Akteure in den drei Republiken maßgeblich. In Aserbaidschan beispielsweise leben heute eine Millionen Flüchtlinge aus Armenien, aus dem Kerngebiet von Berg-Karabach sowie aus den angrenzenden Territorien, die unter Kontrolle der Streitkräfte Armeniens stehen.
Zum anderen sind es die großen Vorkommen an Erdöl und Erdgas, die sich auf dem Territorium von Aserbaidschan befinden. Diese fossilen Energieträger sind bedeutend für die Diversifizierungsmaßnahmen der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in Bezug auf die Erdgasimporte und für die Versorgung des globalen Erdölmarktes. Aserbaidschan ist derzeit das wichtigste Lieferland für den „Südlichen Energiekorridor“, dessen Bedeutung stetig zunimmt.
Georgien, Armenien und Aserbaidschan waren bis zum Ausbruch der Weltwirtschaftskrise durch hohe Wachstumsraten geprägt. In einem dieser Jahre konnte die Regierung in Baku mit 34 Prozent das weltweit höchste Wachstum verzeichnen. Diese Indikatoren sind Ausdruck eines gelungenen Transformationsprozesses in der Region. Alle drei Länder sind mittlerweile Mitglied des Europarates und der Östlichen Partnerschaft im Rahmen der EU-Nachbarschaftspolitik. Seit 2009 ist nun die Phase des wirtschaftlichen Aufstieges vorbei oder hat sich, wie im Fall des Aserbaidschans, etwas abgemildert. Armenien und Georgien haben aufgrund diverser Ereignisse mit einem ökonomischen Abschwung zu kämpfen, der zudem Auswirkungen auf die politische, soziale und sicherheitspolitische Situation in diesen Ländern hat. Aserbaidschan hingegen, das immerhin noch überdurchschnittliche Wachstumsraten vorzuweisen hat, befindet sich in einem Prozess, die Wirtschaft stark zu diversifizieren, um für die Zeit nach dem Öl Boom vorzusorgen. Dazu dient auch der Nationale Petroleum Fonds SOFAZ, der nach norwegischem Vorbild eingerichtet wurde und sich aus den staatlichen Einnahmen in Bezug auf fossile Energieträger speist.
In der Studie wird die wirtschaftliche Entwicklung der drei südkaukasischen Staaten im Zeitraum von 2003 bis 2013 analysiert. Neben zwei Kurzporträts zu den Ländern Armenien und Georgien liegt der Schwerpunkt des Berichtes auf der Länderanalyse Aserbaidschan, mit dem eindeutig stärksten und modernsten Wirtschaftssektor in der Region.
Armenien – ärmstes Land im südlichen Kaukasus
Die Republik Armenien ist das kleinste und ärmste Land des südlichen Kaukasus. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug das nominale BIP Armeniens im Jahr 2012 nur 10.551 Millionen USD (Rang 126), wohin gegen es für Georgien 15.803 Millionen USD (Rang 113) und für Aserbaidschan 71.043 Millionen USD (Rang 65) betrug.
Konnte zwischen 2000 und 2008 ein rasantes Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1912 Millionen USD auf 11.662 Millionen USD verzeichnet werden, schwächte sich dieses aufgrund der globalen Wirtschaft- und Finanzkrise ab und erreichte bis heute nicht den Stand des Jahres 2007. (Nationaler Statistischer Dienst der Republik Armenien).
Die Armutsrate liegt seit 2009 im Durchschnitt bei 35 Prozent. Die Daten für 2012 liegen noch nicht vor. 2009 betrug die Armutsrate 34,1 Prozent, 2010 35,8 Prozent und 2011 35 Prozent. (Nationaler Statistischer Dienst der Republik Armenien).
Zudem hatte die Abkühlung der russischen Wirtschaft einen spillover Effekt auf die Ökonomie Armeniens. Das Land ist nach wie vor abhängig von russischen Direktinvestitionen, die bereits signifikante Teile des armenischen Energiesektors kontrollieren. Ungefähr die Hälfte aller ausländischen Investitionen kommt somit aus Russland. (Mit mehr als drei Milliarden USD machen russische Kapitalanlagen fast die Hälfte der ausländischen Direktinvestitionen in der kaukasischen Republik aus. Der russische Energiekonzern Gazprom wirkt am Bau der Erdgasleitung zwischen Armenien und dem benachbarten Iran mit und die Modernisierung des Wasserkraftwerkes am Rasdan-Fluss wird von der Firma Inter RAO EES durchgeführt. Der Warenumsatz zwischen beiden Ländern stieg 2012 zudem um 22 Prozent auf mehr als 1,2 Milliarden USD).
Darüber hinaus erhält die kaukasische Republik Wirtschafts- und Militärhilfe aus Moskau, was es der aus Berg-Karabach stammenden Führungselite in Jerewan um Präsident Sersch Sarkisjan und Ex-Präsident Robert Kortscharjan ermöglicht, das Gebiet sowie sieben weitere angrenzende aserbaidschanische Verwaltungseinheiten völkerrechtswidrig besetzt zu halten. Deswegen wird Armenien von regionalen Infrastrukturprojekten ausgeschlossen5, unterliegt Wirtschaftssanktionen von Seiten des Aserbaidschan und der Türkei, die auch ihre Grenzen zum Land seit 1993 geschlossen halten. (Die für 2014 geplante Fertigstellung der Eisenbahnverbindung Baku-Tbilissi-Kars hätte kürzer und kostengünstiger gebaut werden können, wäre sie über das Territorium Armeniens verlaufen).
Seit 2012 bemühte sich die Regierung Armeniens um eine engere Anbindung an die EU und die Institutionen in Brüssel würdigten die schnelle Implementierung von geforderten Maßnahmen, was dazu führte, dass das Assoziierungs- und umfassende Freihandelsabkommen zwischen der EU und Armenien Ende November 2013 beim Gipfel der Östlichen Partnerschaft im litauischen Vilnius hätte unterzeichnet werden können. Stattdessen wendet die Regierung in Jerewan der EU-Anbindung den Rücken zu und wird der Zollunion zwischen Kasachstan, Russland und Weißrussland beitreten. Die Präsidenten Armeniens und Russlands gaben bei einem Treffen am 3. September 2013 in Moskau eine diesbezügliche Erklärung ab. Zudem wird Armenien auch an der Bildung der Eurasischen Wirtschaftsunion teilnehmen. Dadurch begibt sich das Land in eine noch engere Abhängigkeit von Russland, wo auch der Großteil der armenischen Arbeitsmigranten im Ausland lebt und durch enorme Geldtransfers in das Heimatland die lokale Wirtschaft stimulieren. Turbulente Zeiten für Georgien
Georgien hat seit seiner Unabhängigkeit von UdSSR turbulente Zeiten durchlebt: Einen Bürgerkrieg, kontinuierliche interethnische Spannungen, schwache Zentralregierungen und einen Präsidenten, der das Land in einen Krieg mit Russland führte, bei dem zwei Gebiete seines Staatsterritoriums endgültig der Kontrolle der Regierung in Tbilissi entglitten.
Seit dem Amtsantritt der Regierung Saakaschwili vor knapp zehn Jahren wurden staatliche Institutionen konsolidiert, die Infrastruktur des Landes modernisiert sowie der Zugang der Bevölkerung zu öffentlichen Gütern erleichtert. Zudem begannen die öffentliche Verwaltung sowie die Versorgung mit Elektrizität und Wasser wieder zu funktionieren. Darüber hinaus wurden umfassende Wirtschaftsreformen durchgeführt, die dem Land ein ansehnliches wirtschaftliches Wachstum und einen hohen Zufluss an dringend benötigten ausländischen Direktinvestitionen bescherte. Im Zeitraum zwischen 2005 und 2007 war ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um jährlich ca. zehn Prozent zu verzeichnen. In dieser Zeit gab es auch eine radikale Privatisierung staatlicher Unternehmen und anderer Vermögenswerte sowie eine neoliberale Marktderegulierung. Allerdings wurde die georgische Volkswirtschaft dadurch anfällig für externe Konjunkturschwankungen.
Das Jahr 2008 stellte dann eine Zäsur da. Durch die beginnende Weltwirtschaftskrise und den Augustkrieg zwischen Georgien und Russland endete das hohe inländische Wachstum. Das Resultat war eine enorme Zerstörung der Infrastruktur, Flüchtlingsströme aus Abchasien und Südossetien, die es zu versorgen galt und gilt, Vertrauensverlust der Kapitalmärkte in das Land und ein dadurch resultierendes schlechtes Investitionsklima. Die inländische Kreditvergabe stockte, so dass die Investitionen und der Binnenkonsum einbrachen. Ein 4,5 Milliarden USD umfassendes Hilfspakt internationaler Geber, das 2008 auf den Weg gebracht wurde, verhinderte den ökonomischen Zusammenbruch des Landes. Weniger als ein Viertel der Bevölkerung galt damals als arm, Tendenz steigend.
Das aserbaidschanische staatliche Erdöl- und Erdgasunternehmen SOCAR ist der größte ausländische Steuerzahler in Georgien. Somit ist Aserbaidschan auch im Ausland zu einem immer bedeutenderen Investor geworden.
Aserbaidschan – attraktiver Wirtschaftsstandort im Südkaukasus
Eines der Hauptziele der Regierung Aserbaidschans in der vergangenen Dekade stellte die Verankerung der nationalen Volkswirtschaft in die Weltwirtschaft dar. Seit der Unterzeichnung des „Vertrags des Jahrhunderts“ im September 1994 in Baku, als der damalige Präsident Hejdar Alijew Energieunternehmen aus allen Teilen der Welt dazu einlud, an der Ausbeutung der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas des kaspischen Landes mitzuwirken, erfolgte eine komplette Öffnung gegenüber internationalen Investoren und eine intensive Integration moderner Technologien im sekundären Sektor der Wirtschaft Aserbaidschans. Die Umsetzung dieser Strategie in der vergangenen Dekade führte letztlich dazu, dass sich der Staat zu einem attraktiven und modernen Wirtschaftsstandort in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und speziell im südlichen Kaukasus entwickelt hat. Seit dem „Startschuss vom Bakuer Jahrhundertvertrag“ wurden bis zur ersten Hälfte 2013 über 143 Milliarden USD in die Wirtschaft Aserbaidschans investiert, wobei die Hälfte von ausländischen Investoren geleistet wurde. (Dabei handelt es sich überwiegend um Großunternehmen aus dem fossilen Energiesektor). Allerdings sinkt nun die Quote von Investitionen aus dem Ausland kontinuierlich, da inländische Investitionen eine immer größere Rolle spielen.
Die wirtschaftliche Entwicklung Aserbaidschans in den letzten zehn Jahren hat eine äußerst positive Tendenz zu verzeichnen. Das Geschäftsumfeld hat sich in der letzten Dekade stetig verbessert. Seit 2005 ist die Kaspi-Republik auf dem Gebiet des Wirtschaftswachstums global führend und 2007 war es die weltweit am schnellsten wachsende Volkswirtschaft. Zwischen 2000 und 2010 erreichte die Aserbaidschanische Republik zahlreiche beeindruckende Meilensteine: Die Realwirtschaft vervierfachte sich und das Exportvolumen veränderte sich um das 15-fache. Außerdem erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 1995 bis 2010 um das Fünffache.
Das Weltwirtschaftsforum Davos stufte das Land 2010 als die wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft auf dem Gebiet der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) ein. Zudem wurde Aserbaidschan von dieser Institution als der führende Staat der GUS im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie eingestuft. 2011 nutzten 65 Prozent aller Einwohner des Landes das Internet und heute sind es 70 Prozent der Bevölkerung. Im Doing Business Report 2007/2008 der Weltbank wurde das Land im Südkaukasus als der reformfähigste Staat kategorisiert. Allerdings ist die weitverbreitete einheimische Korruption eine große Herausforderung für die zukünftige erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung.
Transparency International berichtet von Fortschritten Aserbaidschans beim Kampf gegen die Korruption. Bei einer repräsentativen Umfrage, die von Transparency International in Aserbaidschan durchgeführt wurde, haben sich ca. 70 Prozent der befragten aserbaidschanischen Bürger positiv über die Maßnahmen der Regierung zur Korruptionsbekämpfung geäußert: So halten 20 Prozent der Befragten diese Maßnahmen der Regierung für sehr effektiv und 49 Prozent für effektiv.
Im aktuellen Bericht fällt positiv auf, dass der Anteil, der mit den Regierungsmaßnahmen zufriedenen Bürger in Aserbaidschan um das Dreifache höher als das Durchschnittsniveau anderer Länder ist. Darüber hinaus meinen ca. 73 Prozent der Bevölkerung Aserbaidschans, dass das Korruptionsniveau im vergangenen Jahr nicht höher geworden sei. Diese Einstellung der aserbaidschanischen Befragten unterscheidet sich vorteilhaft von der weltweit überwiegend negativen Tendenz in der Korruptionsperzeption. Denn ca. 50 Prozent der weltweit befragten Personen glauben, dass sich das Korruptionsniveau im vergangenen Jahr verdoppelt hat. Der Abteilungsleiter der Präsidialverwaltung für die Kooperation mit den Rechtsschutzorganen Fuad Alaskarov sieht den Bericht von Transparency International als Bestätigung der Erfolge der Regierungspolitik bei der Korruptionsbekämpfung. Die Erweiterung der Initiative „E-Government“, die Einführung der elektronischen Dienstleistungen für Bürger und Hotlines gegen Korruption sowie die Gründung der staatlichen bürgerfreundlichen Dienstleistungszentren „ASAN“ und die Schaffung der neuen Verwaltungsprinzipien, die die Korruption ausschließen und zur Erhöhung der Transparenz durch die Reformen in den staatlichen Behörden beigetragen haben, führten zu diesem Erfolg, so Alaskarov.
Der Bericht von Transparency International ist unter folgendem Link abrufbar: www.transparency.org.
Die Wachstumsrate im Nicht-Öl-Sektor betrug 2012 zehn Prozent. Das hat auch damit zu tun, dass bereits der peak oil, also das Maximum der Erdölförderung, 2010 erreicht wurde. (Es gibt unterschiedliche Angaben zum peak oil in Aserbaidschan. Einige Experten, wie Dr. Vusal Gasimli, Leiter der Abteilung für Wirtschaftsanalyse des Zentrums für Strategische Studien der Kanzlei des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, gehen davon aus, dass Erdölproduktion erst ab 2015 sinken wird).
Dabei ist anzumerken, dass 2013 der Öl-Sektor immer noch einen Anteil von 44 Prozent an der Wirtschaftsleistung des Landes ausmacht. 75 Prozent der Einnahmen des Staates kommen aus diesem Wirtschaftssektor. (Gespräch mit Dr. Vugar Bajramow, Vorsitzender des Think Tanks Center for Economic and Social Development – CESD- am 22. August 2013 in Baku). Es ist hierbei anzumerken, dass sich mittlerweile die Wirtschaftsleistung zwischen dem Zentrum und der Peripherie langsam annähert.
Aserbaidschan erweiterte auch seine Wirtschaftsbeziehungen zu den Staaten Zentralasiens und engagiert sich beim Wiederaufbau der Wirtschaft Afghanistans. In der nordafghanischen Provinzhauptstadt Mazar-i-Sharif wurden 30 Millionen USD in den Neubau einer Raffinerie investiert. Zudem gibt es aserbaidschanische Auslandsinvestitionen im Midstream-Sektor (Raffinerien) in Kirgistan und Tadschikistan. Bezüglich der Türkei konzentriert sich das wirtschaftliche Auslandsengagement auf einen petrochemischen Komplex in der Stadt Izmir sowie auf das Pipelineprojekt TANAP.
Der Energie- und Rohstoffsektor
Bereits zur Wende des 19. zum 20. Jahrhundert wurde in Aserbaidschan, damals noch Teil des Kaiserreiches Russland, fast die Hälfte der globalen Erdölproduktion gefördert. Baku wurde zu einer der kosmopolitischsten Städte, die Unternehmer, Künstler und Wissenschaftler aus aller Welt anzog. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR hatte das kaspische Land erstmalig in seiner Geschichte die Verfügungsgewalt über seine energetischen Rohstoffe, die sich auf seinem Territorium on und off shore befinden. Bereits zu Zeiten der Sowjetunion zeigten westliche Energiekonzerne, wie British Petroleum (BP) 1989, Interesse an der Ausbeutung des Azeri-Chirag-Gunashli Erdölfeldes. Der zweite Präsident des Landes Albufaz Eltschirbey suchte Anfang der 1990er Jahre aktiv Kontakt zu westlichen Erdölunternehmen, mit der Absicht, Firmen aus der Russischen Föderation und dem Iran von der Förderung in seiner Heimat fern zu halten. Die staatliche Petroleum Firma SOCAR wurde 1992 gegründet, um die Ausbeutung der fossilen Energieträger im Land zu koordinieren. (Gespräch mit Prof. Dr. Rowschan Ibrahimow, Leiter der Abteilung Außenpolitik und politische Analyse des Zentrums für Strategische Studien der Kanzlei des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, am 21. August 2013 in Baku).
Die nachgewiesenen Erdgasreserven betragen drei Billionen Kubikmeter. Das geschätzte Volumen der Ressourcen liegt aber deutlich höher. Die bedeutendste bekannte Produktionsquelle des Landes ist das Shah Deniz Feld. 2010 wurden dort 28 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert, wovon 18 Milliarden Kubikmeter in die Nachbarstaaten exportiert wurden.
2018/19 wird die zweite Produktionsphase des Shah Deniz Feldes beginnen. Im Juni 2013 wurde entschieden, dass die Gasleitung vom Kaspischen Meer in die EU über die TANAP und die Trans Adriatic Pipeline (TAP), die erst durch die Türkei und dann über Griechenland, Albanien in das süditalienische Brindisi führt, gebaut werden wird. Getroffen wurde sie von einem Konsortium, das von den Energiekonzernen British Petroleum und Statoil (je 25,5 Prozent) angeführt wird, das die Erdgasvorkommen von Shah Deniz II fördert. Das Rennen um die Lieferung von kaspischen Gas nach Europa verlor die Erdgasleitung Nabucco West, ein von der EU unterstütztes Projekt, das durch Südosteuropa bis zum österreichischen Gas-Hub Baumgarten führen sollte. Ab 2018 fließen 16 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus dem Aserbaidschan in die Türkei und nach West- und Südeuropa über die 800 Kilometer lange und 1,5 Milliarden Euro teure Gasleitung, genannt TAP-Trans Adriatic Pipeline.
Darüber hinaus geht das staatliche Petroleum Unternehmen der Republik Aserbaidschan SOCAR davon aus, dass mit der Exploration und Ausbeutung weiterer Erdgasfelder die jährliche Produktion bis zum Jahr 2020 auf 50 bis 70 Milliarden Kubikmeter Erdgas gesteigert werden kann. Davon stehen dann 40 Milliarden Kubikmeter für den Export zur Verfügung. Bei den anderen Gasfeldern, die derzeit entwickelt werden, handelt es sich beispielsweise um das Umid Feld. Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt, dass es dort Erdgasvorkommen in Höhe von 200-250 Milliarden Kubikmeter gibt und es kann davon ausgegangen werden, dass sich das Volumen nach weiteren Bohrungen noch erhöhen wird.
Energiepolitik seit 1994
Die mittel- bis langfristige Energiestrategie der Regierung Aserbaidschans beinhaltet den Ausbau des Erdgassektors, um die schrumpfende Erdölproduktion auszugleichen. Trotz der hohen Vorkommen an Erdöl und Erdgas betreibt die Regierung in Baku eine Politik der Diversifizierung der Wirtschaft, damit auch für zukünftige Generationen der nationale Wohlstand gesichert bleibt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung der Sektoren Bauwirtschaft, Informationstechnologie. (Präsident Ilham Alijew verfügte Anfang d. J. die Einrichtung einer Universität für Informationstechnologien. Zudem ist 2013 das Jahr der Informations- und Kommunikationstechnologien. Darüber hinaus hat das Land erfolgreich einen ersten Telekommunikationssatelliten im Weltall disloziert), Erneuerbare Energien (das sind in Aserbaidschan hauptsächlich off shore Windanlagen im Kaspischen Meer. Bis 2012 wurden insgesamt 1,5 Milliarden USD in diesem Sektor investiert. Am Ende dieser Dekade sollen es 10 Milliarden USD sein), Metallurgie, Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie, Bankensektor (Gespräch mit Dr. Vusal Gasimli, Leiter der Abteilung für Wirtschaftsanalyse des Zentrums für Strategische Studien der Kanzlei des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, am 19. August 2013 in Baku) und dem Tourismus.
Das Jahr 2011 wurde in Aserbaidschan zum „Jahr der Tourismuswirtschaft“ ausgerufen, ein Neuanfang für den Tourismus des Landes sowie für die Positionierung der Hauptstadt als Event Ort für Großereignisse aus Kultur, Wissenschaft und Sport sowie Wirtschaft und Politik. Nach dem aserbaidschanischen Sieg beim Grand Prix Eurovision de la Chanson in Düsseldorf 2011 stand Baku vor einer großen Herausforderung, da bis dahin noch keine Großveranstaltung dieser Dimension stattgefunden hatte. Das Land hat innerhalb eines Jahres dieses Problem bestens gelöst. Die Mehrzweckhalle Chrystal Hall wurde für 25.000 Besucher errichtet und die entsprechende Infrastruktur wurde modernisiert. Obwohl westliche Medien, insbesondere aus Deutschland und Großbritannien, diesen Prozess kritisierten, wurde der Lieder-Wettbewerb professionell zur Zufriedenheit in- und ausländischer Besucher organisiert. Anschließend wurde der Veranstaltungsort für Konzerte von Jennifer Lopez, Rihanna und Shakira genutzt. Durch das moderne, von der Stararchitektin Zaha Hadid entworfene, Hejdar-Alijew-Zentrum ist Baku seit 2012 Ort von politischen und wirtschaftlichen Konferenzen von Weltrang. So tagten 2012 das Crans Montana Forum und 2013 das Weltwirtschaftsforum Davos in Baku.
Der Nationale Petroleum Fonds der Republik Aserbaidschan SOFAZ (Siehe unter www.oilfund.az), der den Wohlstand des Landes in der Zukunft nach norwegischem Vorbild (für detailliertere Informationen zum Norwegischen Petroleum Fonds siehe www.nbim.no) sichern wird, unterstützt den Ausbau der anderen Wirtschaftssektoren, beteiligt sich an der Armutsbekämpfung im Lande, wirbt für ausländische Direktinvestitionen, stärkt Institutionen des Marktes und stellt die makroökonomische Stabilität der Volkswirtschaft sicher. Darüber hinaus hält der Fonds Mittel bereit, die im Falle der friedlichen Lösung des Berg-Karabach Konfliktes zum Wiederaufbau des Gebietes und der umliegenden sieben Bezirke dienen soll. Die Kapitalinvestments des Fonds, analog zum Petroleum Fonds Norwegens, dürfen nicht im Inland wegen der Inflationsgefahr, sondern nur im Ausland getätigt werden und unterliegen hohen ethischen Standards.
Der Wert der Anteile von SOFAZ steigt kontinuierlich an und umfasste im August 2013 ca. 50 Milliarden USD. Des Weiteren stiegen die strategischen Währungsreserven Aserbaidschans Anfang 2012 auf über 43 Milliarden USD. Diese Reserven übersteigen um das Fünffache die Importe des Landes und ermöglichen ein hohes Niveau an ökonomischer Sicherheit und Solvenz. SOFAZ ist zudem der stolze Gewinner der Auszeichnung für den Öffentlichen Dienst der Vereinten Nationen, der prestigeträchtigen internationalen Anerkennung für Fortschritte in den Bereichen Transparenz, Verantwortlichkeit und Korrektheit auf diesem Gebiet.
Der Human Development Index des Entwicklungsprogrammes der Vereinten Nationen (UNDP) stufte 2010 Aserbaidschan vom Index der mittleren Entwicklung zur Gruppe der Länder mit einer hohen menschlichen Entwicklung hoch. Das reflektierte die Bereitschaft Aserbaidschans, das „Schwarze Gold“ in die Entwicklung des Landes und der Humanressourcen sowie der Verbesserung der Lebensbedingungen der einheimischen Bevölkerung zu investieren.
SOFAZ gesellschaftliche Verantwortung für die Ausbildung von einheimischen Nachwuchsführungskräften zeigt sich deutlich durch die Durchführung des „Staatlichen Programmes zur Ausbildung der aserbaidschanischen Jugend im Ausland im Zeitraum 2007-2015“. Die Studenten fokussieren sich in der Regel auf die Fächer Management, Wirtschaft, Medizin, Rechtswissenschaft, Informationstechnologien als Bachelor-, Master- und Promotionsstudenten an den besten Universitäten auf dem gesamten Erdball. (Gespräch mit Israfil Mammadow, Chief Investment Officer, und Ziya Kangarli, Stellvertretender Direktor des Risk Managements von SOFAZ am 20. August 2013 in Baku).
Die Außenpolitik des Aserbaidschans wird stark durch die Förderung fossiler Energieträger im Inland und deren Exporte auf die Märkte beeinflusst. Daher kann von einer dominanten Energieaußenpolitik, wie im Falle anderer Petrostaaten, ausgegangen werden. (Gespräch mit Dr. Elnur Soltanow, Leiter des Kaspischen Zentrums für Energie und Umwelt der Diplomatischen Akademie Aserbaidschans , ADA, am 21. August 2013 in Baku).
Infrastruktur für eine bessere Anbindung an Okzident und Orient
Die einzigartige Lage des Aserbaidschans an der Kreuzung von verschiedenen bedeutenden internationalen Transportrouten, wie der Seidenstraße und der Nord-Süd-Passage machen das Land geostrategisch bedeutend. Die Kaukasusrepublik war und ist der Initiator von wichtigen lokalen Infrastrukturprojekten, wie der Erdölleitung Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) und der Erdgasleitung Baku-Tbilisi-Erzurum (BTE), die signifikant zur Entwicklung und Kooperation in der Region des Südkaukasus beigetragen haben.
Derzeit werden vier wichtige Infrastrukturprojekte auf dem kaukasisch-eurasischen Transportsektor umgesetzt, die die bessere Anbindung der Kaukasusrepublik an die europäischen sowie westasiatischen Märkte sicherstellen soll.
Dabei handelt es sich erstens um die Fertigstellung der Eisenbahnverbindung Baku-Tbilissi-Kars, die für kommendes Jahr geplant ist und derzeit den Ausbau der Strecke um die georgische Stadt Achalkalaki mit Krediten der aserbaidschanischen Seite an Georgien vorsieht. Diese Ost-West-Strecke, die eine Transportkapazität von 17 Millionen Tonnen an Gütern pro Jahr haben wird, ermöglicht der aserbaidschanischen Wirtschaft den Zugang zum türkischen und somit auch europäischen Eisenbahnnetz. Eine wichtige Lücke im Bereich des internationalen Schienenverkehrs wird dadurch geschlossen.
Daran knüpft ein weiteres Großprojekt in der Türkei an, welches auch signifikante Auswirkungen auf den Aserbaidschan haben wird. Es handelt sich dabei um die partielle Untertunnelung einer Eisenbahnstrecke am Marmara-Meer in Istanbul von 76 Kilometer Länge, die den asiatischen Teil der Türkei mit den europäischen gewährleistet und somit die Anbindung an die europäische Schieneninfrastruktur deutlich verbessert.(Für detaillierte Informationen zu diesem Projekt siehe unter www.marmaray.com.)
Das dritte bedeutende Infrastrukturprojekt ist der Bau des 400 Hektar großen Hafens an der Küste des Kaspischen Meeres in der Nähe der Stadt Aljat, die ca. 70 Kilometer südlich von Baku liegt. Die erste Bauphase wird 2015 abgeschlossen sein, was einen graduellen Transfer von technischer Infrastruktur des Hafens von Baku ohne größere Einschränkungen der maritimen Operationen ermöglicht. Nach Vollendung der dritten Bauphase wird der Hafen von Aljat der größte maritime Umschlagplatz von Gütern aus den Bereichen der nicht-fossilen Energieträger in der Region sein.
Das bedeutendste Projekt im Bereich des zivilen Luftverkehrs ist der Ausbau des internationalen Flughafens von Baku. Ein neues Terminal wird noch in diesem Jahr fertig gestellt, welches bis zu drei Millionen Passagiere pro Jahr abfertigen kann. (Gespräch mit Dr. Vusal Gasimli, Leiter der Abteilung für Wirtschaftsanalyse des Zentrums für Strategische Studien der Kanzlei des Präsidenten der Republik Aserbaidschan, am 19. August 2013 in Baku).
Ein weiteres Projekt, welches das derzeitige Verkehrschaos in Baku eindämmen soll, ist der Ausbau der Untergrundbahn. Die aserbaidschanische Hauptstadt wird heute von mehr als zwei Millionen Menschen bevölkert. Seriöse Schätzungen sagen eine Einwohnerzahl von knapp drei Millionen Bürgern im Jahr 2025 voraus. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt reisen auf den beiden, bereits bestehenden, Linien jährlich über 180 Millionen Passagiere. Deshalb wird die Metro auf insgesamt fünf Strecken ausgebaut.
Wirtschaftsbeziehungen zur Bundesrepublik Deutschland
Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Aserbaidschan und Deutschland haben sich in den letzten zehn Jahren positiv entwickelt. 2011 wurde eine hochkarätige Arbeitsgruppe für Handel und Investitionen ins Leben gerufen. Am 12. November 2012 wurde in Baku die deutsch-aserbaidschanische Außenhandelskammer (AHK) gegründet, die von Bundesaußenminister Dr. Guido Westerwelle und seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Elmar Mammadjarow am 14. März 2012 ins Leben gerufen wurde – die zweite nach Moskau auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Sie geht aus dem Deutsch-Aserbaidschanischen Wirtschaftsverband (DAWF) hervor, der seit 1999 im Lande aktiv ist und seitdem eng mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWI) sowie dem Deutschen Industrie und Handelskammertag (DIHK) und dem Centrum für Internationale Migration (CIM) kooperiert hat.
Immer mehr bilaterale Wirtschaftsbegegnungen und Konferenzen beleben den Handelsaustausch und die Investitionsfreudigkeit. In den verschiedenen Wirtschaftssektoren Aserbaidschans sind bereits mehr als hundert Firmen aus der Bundesrepublik Deutschland mittlerweile tätig.
Darüber hinaus können deutsche Unternehmen im Rahmen der Diversifizierungspolitik für die Wirtschaft des Landes, die den Nicht-Erdöl- und Erdgassektor betreffen, stark profitieren. Der südkaukasische Staat benötigt ausländische Investitionen, um die verarbeitende Industrie zu modernisieren, eine moderne Transportinfrastruktur zu errichten, die Kapazitäten für die Energieerzeugung und -verteilung zu erneuern und eine leistungsfähige Dienstleistungsgesellschaft zu errichten. Aber auch die Handelsmöglichkeiten sind für deutsche Unternehmen interessant, da die inländische Nachfrage nach Konsumgütern kontinuierlich steigt. Hierbei bieten sich auch für den deutschen Mittelstand große Chancen. (Vortrag von Hanns-Eberhard Schleyer, Staatssekretär a.D., Vorsitzender des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums e.V., vor Mitgliedern des Wirtschaftsrates der CDU am 23. September 2013 in Berlin).
Der bilaterale Handelsaustausch zwischen beiden Staaten erlebte in den letzten Jahren ein starkes Wachstum. Die deutschen Erdöleinfuhren aus der Aserbaidschanischen Republik steigen stetig. 2012 betrug der Export in die Bundesrepublik 2,15 Millionen Tonnen Rohöl. Somit war die Kaukasusrepublik der siebtgrößte Rohölimporteur für Deutschland. (Vgl. Aserbaidschan aktuell. Wirtschaftsinformationsdienst der Zeitschrift Ost-West-Contact zu Aserbaidschan, Ausgabe 2-2013, Berlin 2013, S.3).
Zusammenfassung und Ausblick
Die Entwicklungen in der vergangenen Dekade haben gezeigt, dass sich die drei kaukasischen Staaten voneinander entfernen. Ein regionaler Integrationsprozess lässt sich nicht beobachten. Mehr als 80 Prozent des gesamten Bruttoinlandsproduktes im Südkaukasus wird in Aserbaidschan erwirtschaftet.
Aserbaidschan, die regionale Wirtschaftsmacht mit seinem Ressourcenreichtum an fossilen Energieträgern und hohem Potential in anderen Wirtschaftszweigen unterhält als bedeutender Investor und Kreditgeber enge bilaterale interdependente Beziehungen mit Georgien, wo das Land bereits drei Milliarden USD investiert hat.
Der Kaspi-Staat sieht seine zukünftige ökonomische Bündnisperspektive nicht in der Zollunion zwischen Kasachstan, Russland und Weißrussland und der daraus im Entstehen begriffenen Eurasischen Union. Allerdings ist auch eine EU-Perspektive für die Kaukasusrepublik nicht attraktiv, da diese sich diesbezüglich an der Türkei orientiert und die entsprechenden Herausforderungen und Hindernisse Ankaras in Hinblick auf die EU-Vollmitgliedschaft kritisch beobachtet werden. Aufgrund des Ressourcenreichtums ist die Regierung in Baku nicht auf die finanziellen Transfers aus Brüssel, im Gegensatz zu Armenien und Georgien, angewiesen.
Georgien, in dem vor zehn Jahren während der Rosenrevolution und der damit verbundenen Machtübernahme von Michail Saakaschwili ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung durch eine Radikalprivatisierung, Liberalisierung des Marktes und der dadurch erfolgten ausländischen Kapitalzuflüsse begann, ist bedingt durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und des verlorenen Augustkrieges gegen Russland der wirtschaftlich und sicherheitspolitisch größte Verlierer der drei südkaukasischen Staaten.
Armenien hat sich durch die Besetzung aserbaidschanischen Territoriums isoliert und ist maßgeblich wirtschaftlich von Russland, aber auch dem Iran abhängig und wird von allen bedeutenden regionalen Infrastrukturprojekten ausgeschlossen. Nichtdestotrotz hat das Land die Chance, bei einer Bereitschaft zur Lösung des territorialen Problems von Berg-Karabach, zu der der frühere Präsident Levon Ter-Petrosjan in Ansätzen bereit gewesen ist, vom Wirtschaftsboom in Aserbaidschan in verschiedener Weise zu profitieren und aufgrund seiner zentralen Lage im Südkaukasus eine bedeutendere Rolle zu spielen.
*
Literatur: Business Guide Aserbaidschan 2013. Leitfaden für Direktinvestitionen und Kooperationen in Aserbaidschan, 2. Auflage, Berlin, Wegweiser Media & Conferences GmbH 2012.
Ibrahimow, Rowschan (Hsg.) (2013): Energy and Azerbaijan: History, Strategy and Cooperation, SAM, Baku 2013.
Jobelius, Matthias (2009): Länderanalyse Südkaukasus: Krise und Kriegsgefahr, Internationale Politikanalyse, Friedrich Ebert Stiftung, Berlin 2009.
Sammut, Dennis (2013): Democratization, modernization and globalization. The EU and the hard tasks facing the three South Caucasus Nations, Policy Brief, European Policy Center, Brussels 2013.
Zur Person: Matthias Dornfeldt
Matthias Dornfeldt, geb. am 3. März 1973 in Berlin, studierte Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen an den Universitäten FU Berlin, Coimbra (Portugal) und Potsdam. Er spezialisierte sich dabei auf Außenpolitik, Diplomatie und Energiepolitik. Regional fokussierte er sich auf die Staaten der GUS und Georgien, als auch auf die Länder des Westbalkans. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er für das Auswärtige Amt, Internationale Organisationen sowie für das Berliner Büro der Körber-Stiftung und das Aspen Institut Deutschland. Zudem unterrichtet er an der TU Chemnitz, der FU Berlin und der Universität Potsdam die Seminare „Methoden der Diplomatie“ sowie „Energieversorgungssicherheit der Bundesrepublik Deutschland“. Derzeit ist Dornfeldt als Wissenschaftler und Dozent am Berliner Zentrum für Regionalstudien des Kaspischen Raums der FU Berlin tätig.
Friday, November 15, 2013
WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG: Georgien: Seminar im September (geschaeftsideen-fuer-entwicklung.de)
(geschaeftsideen-fuer-entwicklung.de) Am 13. und 14. September 2013 kamen 14 Georgierinnen und Georgier zu einem Seminar nach Frankfurt. Sie alle haben das selbe Ziel: in Georgien ein eigenes Unternehmen gründen. Gründungsberater und zwei Experten aus Georgien brachten sie ihrem Ziel an diesen zwei Tagen ein Stück näher.
Wo gibt es derzeit die größten Marktpotenziale für Gründungsinteressierte in Georgien? Kakha Kokhreidze hatte darauf eine klare Antwort: „Überall.“ Der Präsident der „Georgian Small and Medium Enterprises Association“ mit Sitz in Tiflis berichtete von einer aktuell sehr großen Nachfrage nach guten Geschäftsideen in sehr unterschiedlichen Sektoren, wie etwa Tourismus, Lebensmittelproduktion, Handel, Dienstleistungen oder Landwirtschaft. Er behauptete gar, selbst das Frankfurter Nationalgetränk Äppelwoi (Apfelwein) habe sehr gute Marktchancen in Georgien.
Seit dem Regierungswechsel hat sich das Gründungsklima in Georgien in der Tat stark verbessert. Dennoch gibt es dort auch viele Stolpersteine auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Welche Stolpersteine das sind und wie sich diese aus dem Weg räumen lassen, darum ging es bei dem zweitägigen Seminar in Frankfurt. Konkret ging es um Fragen wie: Welche Markteintrittsbarrieren gibt es in Georgien und wie lassen sie sich überwinden? Welche Finanzierungsmöglichkeiten existieren? Und wie entwickle ich ein gutes und marktreifes Konzept?
Nikoloz Gavtadze hat das alles schon hinter sich. Er hat den Schritt von Deutschland nach Georgien und in die Selbstständigkeit bereits gewagt. In Georgien führt er heute den landwirtschaftlichen Betrieb „INAGRO Ltd.“. Gavtadze ist für das zweitägige Seminar eigens nach Frankfurt gekommen, um seine Erfahrungen als Rückkehrer und Unternehmensgründer an jene, die es ihm gleichtun wollen, weiterzugeben. Er sprach zum Beispiel von dem langen Atem, den man haben sollte, von seiner 60-Stunden-Woche und auch von den Schwierigkeiten, Finanzierungsmöglichkeiten aufzutun oder gutes und zuverlässiges Personal zu finden. Er sagte: „Ich habe zwar in Deutschland Landwirtschaft studiert, aber ich wusste nicht, wie man ein eigenes Unternehmen aufzieht und führt. Sicher hätte ich einige Fehler vermeiden können, wenn mich damals jemand beraten hätte oder ich ein Seminar wie dieses hätte besuchen können.“ Denn erst im Laufe der Zeit hat Gavtadze gemerkt, dass es eben nicht nur darum ging, Gemüse anzubauen. „Hätte ich gleich auf den Einsatz geeigneter Landmaschinen gesetzt und auf eine integrierte Bewässerungstechnik, hätte ich von Anfang an viel höhere Ernten erzielen können“, so der Landwirt, der heute in Georgien rund zehn Hektar Land bewirtschaftet. Sein Saatgut und seinen Dünger bezieht er von einem Lieferanten aus Deutschland.
Trotz oder aufgrund der vielen Informationen an den beiden Tagen hatten viele Seminarteilnehmer am Ende der zwei Tage mehr Klarheit. „Ich weiß jetzt, was mich erwartet und wie ich meine eigenen Ideen auf umsetzbare Ziele herunterbrechen kann“ war ein Feedback. „Ich habe hier einen klaren Fahrplan an die Hand bekommen“ ein anderes.
Die Geschäftsideen der Teilnehmer bei diesem Seminar kamen aus folgenden Bereichen:
Landwirtschaft – Bildungseinrichtung für das Handwerk – Textilhandel (Franchise) – Cafeteria für Studenten – Bioweinhandel – Tourismusprojekt (Camping) – Sport (Trainingscamp)
+++
15./16. November 2013 in Frankfurt am Main
Einstiegsseminar für georgische UnternehmensgründerIn dem zweitägigen Seminar erfahren Sie alles, was Sie über eine Unternehmensgründung in Georgien und sich selbst als Unternehmer wissen müssen. Sie treffen andere Gründungsinteressierte mit ähnlichen oder auch ganz anderen Geschäftsideen. Vor allem stellen Sie sich aber folgende Fragen:
- Unternehmer-Check: Bin ich als Unternehmer geeignet?
- Welche Chancen und Risiken muss ich beachten?
- Welche aktuellen Geschäftspotenziale und Entwicklungen gibt es in Georgien?
- Was sind die größten Herausforderungen in Georgien?
- Was ist für mich der richtige Standort: Deutschland oder Georgien – oder vielleicht auch Deutschland und Georgien?
- Ist meine Idee finanzierbar? Wie muss eine solide Finanzplanung aussehen?
- Wozu brauche ich einen Businessplan und wie sollte dieser aussehen, damit er auch andere überzeugt?
- Wie komme ich an wichtige Marktinformationen in Georgien und wie kann ich meine Marktexploration gut vorbereiten?
- Wie komme ich an wichtige Kontakte im Georgien, etwa zu möglichen Geschäftspartnern oder Banken?
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Saturday, October 26, 2013
PODCAST: Hoffen auf den «Georgischen Traum». Von Peter Gysling (srf.ch)

Audio "Die Wirtschaft am Boden - Hoffnung auf «Georgischen Traum»" abspielen.Audio "Die Wirtschaft am Boden - Hoffnung auf «Georgischen Traum»" in externem Player öffnen.Audio
Die Wirtschaft am Boden - Hoffnung auf «Georgischen Traum»
2:52 min, aus Rendez-vous vom 23.10.2013
Erstmals steht Georgien vor einem demokratischen Wandel an der Staatsspitze. Rund 3,5 Millionen Wahlberechtigte wählen am Sonntag den Nachfolger des amtierenden Präsidenten Micheil Saakaschwili. Der 45-Jährige darf nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten.
Einst als gefeierter Held mit der Rosenrevolution 2003 an die Macht gekommen, hatte der westlich geprägte Saakaschwili Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel genährt. Diese Zeiten sind vorbei: «Saakaschwili wird von vielen verachtet, da er immer autoritärer geworden ist», sagt SRF-Korrespondent Peter Gysling.
Sinkender Stern
Die ersten Kratzer erhielt Saakaschwilis Image bereits 2008. Die EU machte ihn damals für den verlorenen blutigen Südkaukasus-Krieg gegen Russland verantwortlich. Sein politischer Niedergang nahm vor einem Jahr seinen Lauf. Bei den Parlamentswahlen verlor er überraschend gegen den schwerreichen Herausforderer Bidsina Iwanischwili und dessen Allianz «Georgischer Traum».
Das Bündnis dürfte auch bei diesen Wahlen siegreich sein. Es tritt mit dem bisherigen Bildungsminister Georgi Margwelaschwili an – einem engen Vertrauten von Iwanischwilis.
Aufbruchstimmung vor einem Jahr
Die politische Neuausrichtung fing bereits vor einem Jahr an: «Seither hat der Präsident eigentlich nur noch eine symbolische Funktion. Die Entscheidungen werden nun vom Parlament gefällt», sagt Gysling.
«Die Stimmung ist seitdem spürbar besser geworden», betont der Korrespondent. Ihm pflichtet der Schweizer Botschafter Günther Bächler bei: «Man spürte im ganzen Land ein Aufatmen. Der Druck betreffend Menschenrechte und Gefängnisse der früheren Regierung war gross. Dieser fiel von einem Tag auf den andern weg.»
Daneben haben sich auch die Beziehungen zu Russland verbessert. Mittlerweile gibt es wieder direkte Flugverbindungen zwischen Tiflis und Moskau. Auch Wein und Mineralwasser dürfen die Georgier wieder zu ihrem grossen Nachbarn exportieren.
Logistik nicht vorhanden
Dennoch: Auf seiner Reise durch Georgien ist Korrespondent Gysling auf grosse Armut gestossen. «In Tiflis sind viele Häuser verlottert und baufällig.» Strassen seien kaputt – Heizungen auch. Von den Landstrichen nicht zu reden, diese seien «gottverlassen», so Gysling.
Ein Grund sind die Handelsrouten. «Der Eisenbahnverkehr funktioniert praktisch nicht», so Gysling. Angedachte Projekte seien blockiert. «Viele Georgier leben weiterhin von der Selbstversorgung oder vom Tauschhandel.»
Egal in welcher Richtung das Land sich entwickelt, der grosse Mann hinter dem «Georgischen Traum» – Iwanischwili – wird voraussichtlich nicht mehr dabei sein. Der 57-Jährige will sich noch vor Jahresende zurückziehen, da er seine Aufgabe in der Politik erfüllt sieht. Wie die Wähler auf seine kürzliche Ankündigung reagieren, wird sich am Sonntag zeigen.
Sendung zu diesem Artikel

Tagesgespräch
SRF-Korrespondent Peter Gysling zur Präsidentenwahl in Georgien
Mittwoch, 23. Oktober 2013, 13:00 Uhr
Er war einer der Wortführer der Rosenrevolution in Georgien. Doch nach zwei Amtszeiten muss Präsident Michail Saakaschwili als Staatschef abtreten, das Volk wählt am Wochenende einen neuen. Was daran interessant ist, erklärt Peter Gysling. Er ist Gast von Susanne Brunner.
Aus Echo der Zeit von gestern, 18:00 Uhr
«Wir sollten uns in Georgien nicht nach Führer-Figuren sehnen»

KEYSTONE
Das Parteienbündnis «Georgischer Traum» hat vor einem Jahr die Parlamentswahlen gewonnen und die Regierungsgeschäfte übernommen - und dürfte siegreich aus der Präsidentenwahl am Sonntag hervorgehen. Hat sich im vergangenen Jahr für die Menschen im Land etwas verändert? Eine Reportage.
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Sunday, August 18, 2013
FOOD & WINE: Georgian wines: older and wiser. By Andrew Jefford (ft.com)
(ft.com) In Georgia, winemaking methods that were developed 8,000 years ago have not been abandoned but remain best practice.
You could call it a great unlearning. Sixty years of technical mastery over raw materials have led, in the view of some wine producers, to a loss of the innate differences with which wine was once synonymous. How, though, to beat a retreat? “Natural” wine (made without additives) and “orange” wine (white wine made like red, by lengthy soaking of skins with juice) have been two of the most radical solutions. Classically trained palates often consider the results grotesque; younger drinkers find them fun. They’re now a kind of punk wine – a disconcerting alternative to the mainstream, inspiring two separate London wine shows each spring and even threading their impolite way through the Michelin stars.
Much of the running for this movement has been made in Italy, inspired by the contadini (peasant farmers) who never bothered much with additives anyway, nor saw the point of treating white grapes differently from red. The movement’s leaders, though, look further east, to Georgia, which is wine’s Jerusalem; tributes and pilgrimages abound. Georgia’s winemakers regard this as both gratifying and discomfiting.
Georgia is a land of multiple wine astonishments. Archaeologists are unsure whether wine’s birthplace was in southern Anatolia or Transcaucasia; what is beyond doubt, though, is that Georgia is the only country in the world where winemaking methods that were developed up to 8,000 years ago have not only never been abandoned but remain in many ways best practice. Georgia’s winemakers are the guardians of wine’s oldest traditions, and they’re happy that this is now both recognised and respected. The discomfort comes because they have learnt their considerable refinement and subtlety through thousands of vintages; much of this refinement is absent in the hit-and-miss natural-wine noise generated elsewhere.
There are two compelling reasons to seek out Georgian wine. The first is its repertoire of indigenous grape varieties: 525 survive, out of a total thought to have once numbered 1,400 or more. The second is, precisely, those old ways – the chance to taste wines that have been fermented in the buried, wax-lined clay jars the Georgians call qvevri. Both red and white wines can be made in these beautiful, maternally contoured vessels, whose size varies from flask-like to bear-sized. (Human skeletons have been found, in contented repose, within ancient jars.) In essence, red wines made in qvevri don’t differ dramatically from “normal” red wines, which also ferment with their skins and pips, and sometimes their stalks too. Red wines made in qvevri, moreover, are often removed from the jars after fermentation for wood ageing, or for returning to a clean qvevri. This too mimics normal red-wine practice.
White wines made in this way, by contrast, are utterly different from conventional white wines. The Georgians call them “golden” rather than “orange”, and they spend a full six months with skins and pips, as well as undergoing their entire fermentative cycle in contact with those materials and with the copious yeast deposits the cycle produces. The only external addition is, in most cases, a little sulphur after fermentation. The jars are then sealed and earth-covered for the ageing process. The result is a width, a tannic grip and a textural depth that no conventionally made white wine will ever have. The wines’ aromas and flavours are singular too. Their acidity is muted, since they have all been through the acid-softening malolactic fermentation, while contact with the other matter in the jar, especially the yeast deposits, rounds the flavours further. In place of the fresh fruits that so many white wines suggest, these evoke dried fruits, mushrooms, straw, nuts and umami. They have less of an oxidative tang than their colours suggest; indeed, their articulation is often understated and quiet, though orchestral in its allusive range. They are meditative wines, sumptuous and subtle.
Not every Georgian wine, of course, is made in buried clay jars; the majority are made conventionally, and it is in these wines that Georgia’s indigenous grape varieties can be appreciated most clearly, at least by palates unused to the thickening intrigue of the qvevri. The country may have a huge patrimony of varieties, but a few stand out for their quality.
The red variety Saperavi is the most commanding. It is deeply coloured (the name means “dye”) and no less prodigious in almost every dimension, with astonishing energetic force in the mouth. A great Saperavi is shockingly good: no other words will do. The variety also blends well (with Bordeaux varieties Cabernet and Merlot, for instance) and is ideal for making the semi-sweet reds so popular in Russia. Other Georgian red varieties of note include the lighter Tavkveri and the fresh-flavoured Shavkapito, but Saperavi is the grandee.
There are, by contrast, at least three great indigenous Georgian white varieties. Rkatsiteli is the best known (its planting outside Georgia’s borders, in Ukraine, Moldova and Bulgaria, helps to make it the world’s fifth most planted white grape variety). Like Chardonnay, its style varies considerably with location and producer intent, but fragrance, vinosity, a crisp balance and a complex allusive repertoire are all possible.
My own favourite among Georgian white varieties is the subtle, hauntingly aromatic Mtsvane, a kind of Caucasian cousin of Rhône whites such as Marsanne, Roussanne or Viognier. Kisi is the third leading white variety, said to be floral and fresh, though the examples I tried were full-bodied and rich.
There are further nuances, as you’d expect from an 8,000-year-old tradition, including regional differences and a series of village “appellations” which imply particular blends of varieties. They all reinforce Georgia’s message to the curious, though, which is that wine, great wine, is still more intriguingly diverse and more strangely beautiful than we thought.
+++
Andrew Jefford’s weekly blog “Jefford on Monday” appears every Monday on www.decanter.com. Jancis Robinson is away
+++
Andrew’s Picks
Georgian fine-wine producers:
• Alaverdi Monastery
• Besini
• Khareba
• Maisuradze
• Ch Mukhrani
• Pheasant’s Tears
• Vinoterra/Schuchmann
• Wine Man
• Winiveria
For stockists visit www.ft.com/jefford
You could call it a great unlearning. Sixty years of technical mastery over raw materials have led, in the view of some wine producers, to a loss of the innate differences with which wine was once synonymous. How, though, to beat a retreat? “Natural” wine (made without additives) and “orange” wine (white wine made like red, by lengthy soaking of skins with juice) have been two of the most radical solutions. Classically trained palates often consider the results grotesque; younger drinkers find them fun. They’re now a kind of punk wine – a disconcerting alternative to the mainstream, inspiring two separate London wine shows each spring and even threading their impolite way through the Michelin stars.
Much of the running for this movement has been made in Italy, inspired by the contadini (peasant farmers) who never bothered much with additives anyway, nor saw the point of treating white grapes differently from red. The movement’s leaders, though, look further east, to Georgia, which is wine’s Jerusalem; tributes and pilgrimages abound. Georgia’s winemakers regard this as both gratifying and discomfiting.
Georgia is a land of multiple wine astonishments. Archaeologists are unsure whether wine’s birthplace was in southern Anatolia or Transcaucasia; what is beyond doubt, though, is that Georgia is the only country in the world where winemaking methods that were developed up to 8,000 years ago have not only never been abandoned but remain in many ways best practice. Georgia’s winemakers are the guardians of wine’s oldest traditions, and they’re happy that this is now both recognised and respected. The discomfort comes because they have learnt their considerable refinement and subtlety through thousands of vintages; much of this refinement is absent in the hit-and-miss natural-wine noise generated elsewhere.
There are two compelling reasons to seek out Georgian wine. The first is its repertoire of indigenous grape varieties: 525 survive, out of a total thought to have once numbered 1,400 or more. The second is, precisely, those old ways – the chance to taste wines that have been fermented in the buried, wax-lined clay jars the Georgians call qvevri. Both red and white wines can be made in these beautiful, maternally contoured vessels, whose size varies from flask-like to bear-sized. (Human skeletons have been found, in contented repose, within ancient jars.) In essence, red wines made in qvevri don’t differ dramatically from “normal” red wines, which also ferment with their skins and pips, and sometimes their stalks too. Red wines made in qvevri, moreover, are often removed from the jars after fermentation for wood ageing, or for returning to a clean qvevri. This too mimics normal red-wine practice.
White wines made in this way, by contrast, are utterly different from conventional white wines. The Georgians call them “golden” rather than “orange”, and they spend a full six months with skins and pips, as well as undergoing their entire fermentative cycle in contact with those materials and with the copious yeast deposits the cycle produces. The only external addition is, in most cases, a little sulphur after fermentation. The jars are then sealed and earth-covered for the ageing process. The result is a width, a tannic grip and a textural depth that no conventionally made white wine will ever have. The wines’ aromas and flavours are singular too. Their acidity is muted, since they have all been through the acid-softening malolactic fermentation, while contact with the other matter in the jar, especially the yeast deposits, rounds the flavours further. In place of the fresh fruits that so many white wines suggest, these evoke dried fruits, mushrooms, straw, nuts and umami. They have less of an oxidative tang than their colours suggest; indeed, their articulation is often understated and quiet, though orchestral in its allusive range. They are meditative wines, sumptuous and subtle.
Not every Georgian wine, of course, is made in buried clay jars; the majority are made conventionally, and it is in these wines that Georgia’s indigenous grape varieties can be appreciated most clearly, at least by palates unused to the thickening intrigue of the qvevri. The country may have a huge patrimony of varieties, but a few stand out for their quality.
The red variety Saperavi is the most commanding. It is deeply coloured (the name means “dye”) and no less prodigious in almost every dimension, with astonishing energetic force in the mouth. A great Saperavi is shockingly good: no other words will do. The variety also blends well (with Bordeaux varieties Cabernet and Merlot, for instance) and is ideal for making the semi-sweet reds so popular in Russia. Other Georgian red varieties of note include the lighter Tavkveri and the fresh-flavoured Shavkapito, but Saperavi is the grandee.
There are, by contrast, at least three great indigenous Georgian white varieties. Rkatsiteli is the best known (its planting outside Georgia’s borders, in Ukraine, Moldova and Bulgaria, helps to make it the world’s fifth most planted white grape variety). Like Chardonnay, its style varies considerably with location and producer intent, but fragrance, vinosity, a crisp balance and a complex allusive repertoire are all possible.
My own favourite among Georgian white varieties is the subtle, hauntingly aromatic Mtsvane, a kind of Caucasian cousin of Rhône whites such as Marsanne, Roussanne or Viognier. Kisi is the third leading white variety, said to be floral and fresh, though the examples I tried were full-bodied and rich.
There are further nuances, as you’d expect from an 8,000-year-old tradition, including regional differences and a series of village “appellations” which imply particular blends of varieties. They all reinforce Georgia’s message to the curious, though, which is that wine, great wine, is still more intriguingly diverse and more strangely beautiful than we thought.
+++
Andrew Jefford’s weekly blog “Jefford on Monday” appears every Monday on www.decanter.com. Jancis Robinson is away
+++
Andrew’s Picks
Georgian fine-wine producers:
• Alaverdi Monastery
• Besini
• Khareba
• Maisuradze
• Ch Mukhrani
• Pheasant’s Tears
• Vinoterra/Schuchmann
• Wine Man
• Winiveria
For stockists visit www.ft.com/jefford
Friday, August 16, 2013
SEMINAR: Unternehmensgründung - Geschäftsideen für Georgien (georgien.ahk.de)
(georgien.ahk.de) Einstiegsseminar für Georgier, die an einer Unternehmensgründung interessiert sind
13. bis 14. September 2013 in Frankfurt am Main
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie hiermit auf das Einstiegsseminar für unternehmensgründungsinteressierte Georgier hinweisen. Das Seminar zur Beratung und Begleitung von georgischen Unternehmern ist Teil des Programms "Geschäftsideen für Georgien" des Centrums für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) und wird von der Europäischen Union sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. In unserem Programm begleiten und unterstützen wir zukünftige Unternehmer von Beginn an.
Wer ein Unternehmen gründen will, das auf den georgischen Markt oder den deutsch-georgischen Austausch ausgerichtet ist, der erfährt auf dem Seminar, was dafür notwendig ist. Darüber hinaus bietet das Seminar die Möglichkeit, sich mit anderen Gründungsinteressierten auszutauschen, deren Geschäftsideen zu besprechen und von deren Erfahrungen zu lernen.
Einige der Fragen, die in diesem Seminar beantwortet werden:
• Unternehmer-Check: Bin ich als Unternehmer geeignet?
• Welche Chancen und Risiken sollte ich beachten?
• Welche aktuellen Geschäftspotenziale und Entwicklungen gibt es in Georgien?
• Was sind die größten Herausforderungen in Georgien – im Vergleich zu Deutschland?
• Was ist für mich der richtige Standort: Georgien oder Deutschland, vielleicht auch beide?
• Wie kann ich meine Idee finanzieren? Wie sieht eine solide Finanzplanung aus?
• Wozu brauche ich einen Businessplan und wie sollte dieser aussehen, damit er auch andere überzeugt?
• Wie komme ich an wichtige Marktinformationen in Georgien und wie kann ich meine Marktexploration gut vorbereiten?
• Wie komme ich an wichtige Kontakte - etwa Geschäftspartner oder Banken?
Referenten:
• Kakha Kokhreidze und Tatia Kereseldize, Georgian Small and Medium Enterprises Association (GSMEA) Georgien.
• Nikoloz Gavtadze, Inhaber der Firma INAGRO (Gemüseanbau)
Das Seminar wird in enger Zusammenarbeit von CIM, dem Existenzgründerzentrum KOMPASS und der Georgian Medium and Small Enterprise Association (GSMEA), durchgeführt. Von allen beteiligten Organisationen werden Ansprechpartner anwesend sein.
Für nähere Auskünfte und Anmeldung kontaktieren Sie bitte: startup@cimonline.de
13. bis 14. September 2013 in Frankfurt am Main
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Sie hiermit auf das Einstiegsseminar für unternehmensgründungsinteressierte Georgier hinweisen. Das Seminar zur Beratung und Begleitung von georgischen Unternehmern ist Teil des Programms "Geschäftsideen für Georgien" des Centrums für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) und wird von der Europäischen Union sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. In unserem Programm begleiten und unterstützen wir zukünftige Unternehmer von Beginn an.
Wer ein Unternehmen gründen will, das auf den georgischen Markt oder den deutsch-georgischen Austausch ausgerichtet ist, der erfährt auf dem Seminar, was dafür notwendig ist. Darüber hinaus bietet das Seminar die Möglichkeit, sich mit anderen Gründungsinteressierten auszutauschen, deren Geschäftsideen zu besprechen und von deren Erfahrungen zu lernen.
Einige der Fragen, die in diesem Seminar beantwortet werden:
• Unternehmer-Check: Bin ich als Unternehmer geeignet?
• Welche Chancen und Risiken sollte ich beachten?
• Welche aktuellen Geschäftspotenziale und Entwicklungen gibt es in Georgien?
• Was sind die größten Herausforderungen in Georgien – im Vergleich zu Deutschland?
• Was ist für mich der richtige Standort: Georgien oder Deutschland, vielleicht auch beide?
• Wie kann ich meine Idee finanzieren? Wie sieht eine solide Finanzplanung aus?
• Wozu brauche ich einen Businessplan und wie sollte dieser aussehen, damit er auch andere überzeugt?
• Wie komme ich an wichtige Marktinformationen in Georgien und wie kann ich meine Marktexploration gut vorbereiten?
• Wie komme ich an wichtige Kontakte - etwa Geschäftspartner oder Banken?
Referenten:
• Kakha Kokhreidze und Tatia Kereseldize, Georgian Small and Medium Enterprises Association (GSMEA) Georgien.
• Nikoloz Gavtadze, Inhaber der Firma INAGRO (Gemüseanbau)
Das Seminar wird in enger Zusammenarbeit von CIM, dem Existenzgründerzentrum KOMPASS und der Georgian Medium and Small Enterprise Association (GSMEA), durchgeführt. Von allen beteiligten Organisationen werden Ansprechpartner anwesend sein.
Für nähere Auskünfte und Anmeldung kontaktieren Sie bitte: startup@cimonline.de
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