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Thursday, July 27, 2017

VIDEO: Georgien - Leben mit den Toten. Ein Beitrag von Katrin Molnar und Ralph Hälbig (2011)

In Georgien ist der Kult der Totenverehrung sehr ausgeprägt. Grabinschriften sind Briefe in die andere Welt. Grabbeigaben sollen den Verstorbenen auch im Totenreich nützen. Da wird schon mal eine Packung Zigaretten mit in den Sarg gelegt oder symbolisch das Auto auf den Grabstein gemalt. Jedenfalls ist das Speise- und Trankopfer im Kaukasus sehr opulent, damit es diesseits und jenseits allen gut geht.

MDR Windrose
Sendung vom So., 20.11.2011, 15.50 Uhr 2011 (MDR)


Friday, July 07, 2017

KAUKASUS TV: Ist Georgien Europa oder Asien? Moderation: Lika Kevlishvili

Das Thema der heutigen Sendung ist Georgien und natürlich das große politische Ereignis für Georgien: Visa Freiheit für Reisende aus Georgien im Schengen-Raum. Unsere Gäste erzählen von eigenen Eindrucke über das Land und die Leute,über die Traditionen und Kultur. Die Frage "Ist Georgien Europa oder Asien? ", wird mit dem Künstler Georg Wachberg, der Psychotherapeutin Silvia Franke, der Germanistin Ekaterine Teti und dem Bildhauer Giorgi Okropiridze diskutiert. Außerdem werden die ZuschauerInnen über die georgischen Veranstaltungen in Österreich erfahren und darüber wo man in Wien die georgischen Volkslieder lernen und singen kann.




Der Sender OKTO ist ein Mitmachsender. Kameras, Studio und die ganze technische Ausrüstungwerden werden frei zur Verfügung gestellt - man braucht nur noch ein Team und die Themen. (Lika Kevlishvili)

www.okto.tv

Saturday, January 09, 2016

Klassik: Khatia Buniatishvili im Schweizer Fernsehen (srf.ch)

Eigentlich spielt die gebürtige Georgierin als Kind nur Klavier zum Spass. Doch aus dem Spass wird ein zeitaufwendiges Hobby und aus dem Hobby schlussendlich ihr Beruf. 2012 erhält die Starpianistin mit ihrem ersten Album ‚Franz Liszt‘ den renommierten Musikpreis «Echo Klassik». In diesen Tagen bringt sie ihr viertes Solo-Album namens «Kaleidoscope» heraus. Mit ihrem stürmischen Temperament, ihrem Sexappeal und dem sehr eigenwilligen Lebensstil spielt sich Khatia Buniatishvili im Schnellzugstempo in die Herzen des Publikums. Mit ihr bewegt sich die Klassik hin zu neuen Ufern.

Wednesday, February 11, 2015

DOKUMENTATION: Meine Traumreise durch den Kaukasus: Zu Pferd in unendliche Weiten. (3sat.de)

(3sat.de) Ein Film von Sven Ihden 

16.02.2015 | 15:05 Uhr | 3sat 

Foto: Simone Frewer 
Laura Jaeckel, 30 Jahre und in ihrem normalen Leben Schauspielerin in Paris und Berlin, erfüllt sich einen lange gehegten Traum: zu Pferd unterwegs im hohen Kaukasus zu sein. Mit ihrem Guide Jago reitet sie eine Woche durch Chewsuretien, eine der abgelegensten und einsamsten Regionen Georgiens. Ist dieses Land tatsächlich der Sehnsuchtsort von dem Laura geträumt hat, ein Flecken Erde voller wilder Poesie und unendlicher Weiten, oder ist es einfach nur schwer dort oben zu überleben? Und ist eine Stute mit Fohlen wirklich der beste Reisebegleiter, wenn es gilt, über dreitausend Meter hohe Pässe zu überwinden? 

Video: sr-mediathek.sr-online.de

Guide Jago Arabuli: www.kaukasus-tour.de

Quelle: sr-online.de/meine_traumreise

Friday, August 01, 2014

360° - GEO REPORTAGE. Georgien, die Wiege des Weins: Von Pierre Goetschel (arte.tv)


Mittwoch, 30. Juli um 12:55 Uhr (53 Min.)
Wiederholung am Samstag, 02.08. um 8:50 Uhr

(arte.tv) Georgien galt zu Sowjetzeiten als der Weinkeller der UdSSR. Auch nach dem Zusammenbruch des Riesenreiches blieb Wein eines der wichtigsten Exportgüter des Landes. Der Weinanbau im Kaukasus läuft nach wie vor auf Hochtouren, wird Jahr für Jahr sogar effektiver. Kleinbauern und Kooperativen wetteifern um Ertrag und Qualität.

Wer sich in Georgien begrüßt, fragt nicht: „Wie geht es Dir?“, sondern „Wie geht es Deinem Weinstock?“ Wein ist hier heilig. Experten gehen sogar davon aus, dass Georgien eines der Ursprungsländer für den Weinanbau ist. Seit Jahrtausenden werden die Reben unter idealen klimatischen und geologischen Bedingungen gezüchtet. Zu Sowjetzeiten belieferte das Land die gesamte UdSSR mit dem traditionell süßen Wein. Etwa 85 Prozent der Produktion wurden exportiert. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems war Russland noch immer der größte Abnehmer. Als Moskau jedoch aufgrund der starken Konflikte zwischen beiden Ländern ein Embargo verhängt, leidet Georgien unter einem Absatzproblem. Denn der Wein wird weiter angebaut und gelesen.

Um auf dem Weltmarkt bestehen zu können und neue Kunden zu gewinnen, suchen die georgischen Winzer nach Strategien, um ihre Ware international zu vermarkten. Einer von ihnen ist Dato Maisuradse. Zusammen mit anderen Winzern versucht er, den georgischen Wein unter einer Qualitätsmarke zu etablieren. Kein leichtes Unterfangen, denn bisher unterlag die Produktion eher dem Prinzip Masse statt Klasse. Hinzu kommt, dass nach den Jahren der kommunistischen Planwirtschaft jeder Weinbauer allein auf seiner Parzelle wirtschaftete.

Kooperativen assoziieren diese Menschen immer noch mit gefürchteter Bevormundung und staatlicher Kontrolle. Dennoch will Dato Maisuradse die Bauern für sich gewinnen und ihre Kräfte gewinnbringend bündeln. Ihre Anstrengungen tragen nun erste Früchte: Wird die Zukunft des georgischen Weins etwa in China liegen?

Wednesday, June 18, 2014

Global 3000: United against Soil Erosion - German farmers in Georgia (dw.de)



(dw.de) Even though Georgia’s soil is richer in minerals than Germany’s, soil erosion has reduced harvests there by up to 40 percent. Now German farmers are providing tips to their Georgian counterparts to help them slow down soil erosion.

REISEPORTRÄTS: Bergkarabach. Von Bastien Dubois - Samstag, 28. Juni um 14:26 Uhr (arte.tv)

(arte.tv) Bastien Dubois‘ Animationsfilmreihe "Reiseporträts" greift das Erfolgsrezept seines Kurzfilms "Madagaskar, ein Reisetagebuch" auf, der 2011 für den Oscar nominiert wurde. Die Serie ist eine sehr subjektive Reise um die Welt, ein Geflecht aus originellen Geschichten, die nach Art eines Reisetagebuchs in Szene gesetzt werden. 

vimeo.com/bastiendubois

Monday, June 09, 2014

VIDEO: Georgiens Angst vor dem russischen Riesen. Von Roman Schell (info.arte.tv)

(info.arte.tv) Das Vorgehen Russlands auf der Krim und in der Ost-Ukraine weckt große Ängste in Georgien. Seit der russischen Besetzung Südossetiens 2008 fürchtet man sich dort vor einer weiteren russischen Expansion. Bis Ende Juni will das Land ein Assozierungabkommen mit der EU unterzeichnen. Nun drückt die Regierung in Tiflis aufs Tempo. Über die Sorgen und Ängste vor dem übermächtigen Nachbarn, eine Reportage von Roman Schell.

Friday, May 30, 2014

FERNSEHEN: Tbilissi - Georgiens multikulturelle Hauptstadt findet zu sich selbst - Sonntag, 01. Juni um 16:50 Uhr (arte.tv/metropolis)

(arte.tv/metropolis) Tbilissi - Georgiens multikulturelle Hauptstadt findet zu sich selbst. Sie ist kreativ, geistreich und schön: die sich entlang der Kura in Terrassen an die weinbelaubten Hänge schmiegende 1,4-Millionen-Metropole.



Sie ist kreativ, geistreich, schön: die sich entlang der Kura in Terrassen an die weinbelaubten Hänge schmiegende 1,4 Millionen-Metropole Tbilissi, gegründet 485 durch König Wachtang I. Gorgassali. Die heutige Hauptstadt des Kaukasusstaates Georgien, der sich gerne als „Balkon Europas“ versteht und dessen Regierung derzeit die Annäherung an Europa betreibt, hat eine bewegte Geschichte. Einst an der Kreuzung der Karawanenstraßen vom Schwarzen Meer nach Persien, Indien und China gelegen, wurde Tbilissi oft von fremden Herrschern regiert, war oströmische Provinz, wurde im 7.Jht.arabisch, dann persisch, byzantinisch, seldschukisch und türkisch. 1801 annektierte der russische Zar die Stadt und machte sie zur Verwaltungszentrale für den Kaukasus, 1918 wurde Georgien Teil der Sowjetunion. Nach der Unabhängigkeit 1991 und dem Militärputsch gegen Swiad Gamsachurdia geriet das Land an den Rand des Bürgerkriegs, versank in Korruption, Kriminalität und Hoffnungslosigkeit, bis 2003 die Rosenrevolution eine reformerische Wende in Georgien brachte.

Tbilissi ist eine charmante Stadt, mit ihrer kopfsteinbepflasterten Altstadt, durch die einst die Seidenstraße führte, mit den geschnitzten Holzbalkonen und Vestibülen, ihrem 700 Jahre alten Bäderviertel, der mittelalterlichen Burgfestung, den Prachtbauten des 19.Jhts. mit dem Rustaveli- Boulevard als Flaniermeile sowie einer Vielzahl alter Gotteshäuser. Die meisten Intellektuellen und Künstler verließen in den 1990-er Jahren ihre Heimatstadt Tbilissi, wie die Eltern der heute international renommierten Geigenvirtuosin Lisa Batiashvili. Regelmäßig besucht sie ihre Familie und engagiert sich in der Musikförderung. Vor einigen Jahren zurückgekehrt nach Tbilissi ist die Filmemacherin und Drehbuchautorin Nana Ekvtimishvili, die mit ihrem deutschen Mann Simon Groß nicht nur den 0scar-nominierten Film „Die langen hellen Tage“ über die Entführung und Zwangsverheiratung eines Mädchens im Georgien der 1990-er Jahre gedreht hat, sondern auch gemeinsam mit ihm die erste Eisdiele in Tbilissi betreibt.

Tbilissi, was übersetzt „warme Quelle“ heißt, ist eine Stadt des Wandels, deren rasante Veränderung sich nicht nur im Straßenbild, sondern auch in einer quirligen Kulturszene manifestiert, in der sowohl traditionelle Folklore und die Wiederentdeckung des Jahrhunderte alten Liedguts (UNESCO-Weltkulturerbe) angesagt ist, wie hippe Experimente, moderne Kunst und zeitgenössisches Design. Da gibt es etwa das „Open Window-Projekt“ zur Förderung der neuen visuellen Kultur, das die Galeristin Irena Popiashvili leitet und Künstlern in Fenstern von leerstehenden Gebäuden Ausstellungsflächen bietet. Dokumentiert hat den Wandel auch der Fotograf Guram Tsibakhashvili. Sein besonderes Interesse gilt den Friedhöfen der Stadt, die Zeugnis ablegen von ihrer Geschichte, den unterschiedlichen Ethnien und den Gewohnheiten der Tbilisser im Wandel der Zeit.

Saturday, February 01, 2014

VIDEO: Sotschi und die Vertreibung der Tscherkessen. Von Tom Fugmann | Kulturjournal | NDR (ndr.de)



(ndr.de) Hunderttausende Tscherkessen wurden vor 150 Jahren aus Sotschi, dem Olympia-Austragungsort, vertrieben. Einer der wenigen, der sich für die Ureinwohner einsetzt, ist Cem Özdemir.

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Timur Shogen von der Föderation der Europäischen Tscherkessen. © NDR
Timur Shogen
Der Austragungsort der Olympischen Winterspiele hat eine düstere Vergangenheit: Vor genau 150 Jahren vertrieben die Russen aus Sotschi Hunderttausende Tscherkessen - das größte der kaukasischen Völker, das jahrhundertelang am Schwarzen Meer und in den Bergen gelebt hatte. "Da wurden Massaker durchgeführt an uns, an unserem Volk", sagt Timur Shogen von der Föderation der Europäischen Tscherkessen. Über 20.000 Menschen seien an dem Ort, an dem jetzt die Skiwettläufe stattfinden, einfach abgeschlachtet worden. "Heute redet niemand mehr darüber. Es werden Worte laut, was die Menschenrechte anbetrifft. Korruption, krumme Geschäfte. Aber dieses Thema wurde bis jetzt von keinem genannt."

Der Schlächter des Kaukasus'


Manfred Quiring. © NDR
Manfred Quiering
Die Gegend um Sotschi war das Kernland der Tscherkessen - das Volk, das jahrhundertelang vom zaristischen Russland erbittert bekämpft wurde. Seit Iwan dem Schrecklichen drangsalierten russische Heere die Tscherkessen - bis ins 19. Jahrhundert. Berüchtigt für seine Grausamkeit war General Jermolov: Unterwerfung oder Tod. "Es gibt Beispiele dafür, dass er Dörfer hat umstellen lassen", erzählt Autor Manfred Quiring. "Und er hat dann die gesamten Dörfer, die vorher sich nicht freiwillig ergeben haben, vernichten lassen, einschließlich Frauen und Kinder. Und er hat Exempel statuiert und sich dadurch den Ruf erworben, der Schlächter des Kaukasus' zu sein."

1864 fand in Sotschi, der Hauptstadt der Tscherkessen, die letzte Schlacht statt. Tausende wurden massakriert. Wer überlebte, wurde übers Schwarze Meer in die Türkei deportiert. Um dem zu entgehen, stürzten sich Hunderte Tscherkessen in eine Schlucht, auch Frauen mit ihren Babys. Ein Völkermord, so sehen es die Tscherkessen heute, der von Russland nicht anerkannt wird. "In Russland sagt man immer: 'Über den Sieger urteilt man nicht.' Die Russen sind die Sieger und bis heute schreiben sie auch die Geschichte des kaukasischen Krieges", so Quiring.


Keine Rede vom Völkermord

Zamir Shukow von der Tscherkessischen NGO "Adyge Chasse". © NDR
Zamir Shukow
Das alte Siedlungsgebiet der Tscherkessen im Nordkaukasus ist heute nur noch ein Flickenteppich. Und im offiziellen russischen Sotschi-Werbevideo und anderswo ist vom Völkermord keine Rede. Dagegen protestiert die tscherkessische Organisation "No Sochi" - in ihren Moskauer Büros gab's schon eine Razzia. Viele sagen ab, als wir tscherkessische Historiker und Aktivisten um Interviews bitten. Nur einer redet mit uns: Zamir Shukow. Ihn empört besonders, dass die Parade, mit der die Russen vor 150 Jahren ihren Sieg über die Tscherkessen feierten, zu Olympia als Kostümschau wiederholt werden soll: "Wenn das wirklich stattfindet, dann gibt es dafür nur eine Bezeichnung: Es ist eine Schändung. Es wäre eine Siegesfeier auf Massengräbern, unbarmherzig und gefühllos. Man stelle sich nur vor, was los wäre, wenn Neonazis in Auschwitz eine Parade abhielten."


Hamburger Museum erinnert an die Tscherkessen

Bei uns ist diese Tragödie so gut wie unbekannt. "Tscherkessen - Vom Kaukasus in alle Winde verweht" heißt eine kleine Ausstellung imHamburger Völkerkundemuseum: Erinnerung an das Reitervolk, das lange der Inbegriff der Kaukasuskultur war. Anlass für die Schau: Olympia in Sotschi. "Ich habe in Sotschi, als ich schon mal da war vor einigen Jahren, natürlich Sachen gehört, die einem die Haare zu Berge stehen lassen", so Museumsdirektor Wulf Köpke. "Da sagte die Frau, die uns dort auf dem Olympiagelände herumführte: 'Na klar, die Tscherkessen. Wir wollten denen ja die Zivilisation beibringen. Das wollten die nicht, da mussten wir die ja totschlagen.'"


Grünen-Politiker setzt sich für Tscherkessen ein

Einer der wenigen, der sich für die Sache der Tscherkessen einsetzt, ist Cem Özdemir. Sein Vater ist Tscherkesse, dessen Vorfahren in die Türkei gekommen waren. Russland soll sich endlich der Vergangenheit stellen. "Mittlerweile ist das Klima auch dank der Tschetschenienauseinandersetzung in Russland ein sehr vergiftetes gegenüber den gesamten Kaukasiern", sagt Cem Özdemir, Vorsitzender Bündnis90/Die Grünen. "Viele unterscheiden da nicht mehr. Kaukasus gleich Terrorismus gleich Islam gleich Islamismus. Insofern wären die Olympischen Spiele eine Chance für Russland, diesen dunklen Teil der Vergangenheit aufzuarbeiten."

Tscherkessen fordern Ende des Schweigens

Im aufpolierten Sotschi erinnert nichts an die Tscherkessen. Dabei drohen sie nicht mit Gewalt und wollen kein Land zurück. Aber eine Anerkennung ihres Leids und ein Ende des Schweigens. "Diese Ereignisse haben dazu geführt, dass ich jetzt in Deutschland bin", erzählt Timur Shogen. "Gerade mal 700.000 sind in ihrer ursprünglichen Heimat. Der Rest ist auf die ganze Welt vertrieben, oder verteilt worden. In über 14 Ländern leben wir zurzeit." Und das habe man Sotschi zu verdanken, so Shogun. "Schlusspunkt war Sotschi."

INTERVIEW

Cem Özdemir engagiert sich für Tscherkessen
27.01.2014 | 22:45 Uhr
Video starten (06:55 min)

Friday, January 10, 2014

DOKUMENTATION: Das Glück des abchasischen Hirten. Ein Film von Andrzej Klamt (arte.tv)


(arte.tv) Donnerstag, 16. Januar um 11:15 Uhr (44 Min.)

Im abgeschiedenen Bergdorf Arasandsysch im Kaukasus werden noch alte Traditionen gepflegt und Rituale sind feste Bestandteile im Leben der Bewohner. Auch die patriarchalische Ordnung ist hier erhalten geblieben: Die Frauen kochen, besorgen den Haushalt und stellen Käse her.

Murman Lomia liebt seine Tiere. Jedes Jahr im Sommer zieht der abchasische Ziegenhirt mit seiner Herde in die Berge des Hohen Kaukasus. Für Murman, Oberhaupt einer großen Familie, ist der Auftrieb der Ziegenherde der Höhepunkt des Jahres. Auch die Rinderherde zieht mit und will ebenfalls rechtzeitig versorgt werden. Bei der Vorbereitung des beschwerlichen Aufstiegs packen alle Familienmitglieder mit an. Zum festen Bestandteil der Vorbereitungen zählen auch antike Fruchtbarkeitsrituale, damit die Höhenwanderung gelingt.

Im Dorf gilt noch die patriarchalische Ordnung: Die Frauen gehen ihren häuslichen Pflichten nach, bereiten die traditionellen Speisen zu, stellen den berühmten Sulguni-Käse her. Betroffen von den Unwägbarkeiten der postsozialistischen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Krieg mit Georgien zu Beginn der 90er Jahre sind die Abchasen gezwungenermaßen Selbstversorger geworden.

Die Bewohner des Bergdorfs Arasandsysch gehören zu den letzten, die die alten Traditionen des Landes pflegen. Ob Hochzeit oder Totenkult, Rituale sind noch fest verankert im Denken und Handeln der Bergbewohner. In der abgeschiedenen Bergwelt führt Murman gemeinsam mit anderen Hirten ein karges aber glückliches Leben, während die Menschen in der Hauptstadt Suchumi den Anschluss an den wohlstandbringenden Tourismus suchen.

Origin: ZDF
Land: Deutschland
Jahr: 2013
Als Live verfügbar: ja
Tonformat: Stereo
Bildformat: HD, 16/9
Arte+7: 09.01-16.01.2014

Saturday, December 28, 2013

FERNSEHEN: Sotschi vor den Olympischen Spielen: ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek unterwegs "Durch den wilden Kaukasus" (prestigecars.de)

(prestigecars.de) Mainz (ots) – Zu den Olympischen Spielen in Sotschi will Wladimir Putin der Welt eine seiner Lieblingsregionen zeigen und Russland als weltoffene, moderne Sport-Großmacht präsentieren. Mit Macht und sehr viel Geld wird die mediterrane Region am Schwarzen Meer zu einem der modernsten Wintersportorte der Welt umgebaut. In der Dokumentation “Durch den wilden Kaukasus” begleitet ZDF-Korrespondentin Anne Gellinek am Montag, 30. Dezember 2013, 19.25 Uhr, die “Nachbarn” von Olympia: die Skiverleiher, die als letzte Einheimische der neuen Großbaustelle trotzen. Die Lawinenwächter, die in Blechwaggons hoch über den Wettkampfstätten die Lawinengefahr beobachten und dabei über die Umweltzerstörung durch die Winterspiele nachdenken. Oder die Kosaken, die schon immer an den Grenzen Russlands gelebt haben und ihre eigenen “olympischen” Reiterspiele in der Region abhalten.

“Es ist ein Mittelding zwischen Dubai und Disneyland, nur mit Schnee”, sagt die beste deutsche Snowboarderin Amelie Kober, als sie aus der Seilbahn zum ersten Mal die olympischen Anlagen in den kaukasischen Bergen sieht. Für ausreichend Schnee sorgt die Slowenin Mojca. An den Hängen des Kaukasus legt sie riesige Schneelager an, falls der echte Schnee für die olympischen Wettkämpfe nicht ausreichen sollte. Als Skilehrerin im Schweizer Skiort Gstaad hat Mojca die russische Politik-Elite kennengelernt. Nun ist sie verantwortlich für den Pistenzustand bei den Olympischen Spielen. Unten im Tal, am Schwarzen Meer, kämpft Galina um den Erhalt ihres Campingplatzes direkt am Strand. Weil ein Politiker ihr Filetgrundstück haben will, wird sie von den Behörden schikaniert.

In der atemberaubend schönen Landschaft des wilden Kaukasus verbinden die Menschen Hoffnung und Angst mit den bevorstehenden Olympischen Spielen: Hoffnung, dass ihre Region endlich Aufmerksamkeit und Entwicklung erfährt, Angst, dass die Schönheit der kaukasischen Berge für immer verloren gehen könnte. Und sie am Ende vielleicht wirklich nicht mehr wären als Disneyland im Kaukasus.

http://twitter.com/ZDF

Fotos sind erhältlich über die ZDF-Pressestelle, Telefon: 06131 – 70-16100, und über http://bilderdienst.zdf.de/presse/durchdenwildenkaukasus

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: +49-6131-70-12121

Sunday, December 01, 2013

VIDEO: Georgien: Mtskheta - Die Wunder der Nino (swr.de)


(swr.de) Der Film führt nach Mtskheta, der alten Hauptstadt Georgiens. Sie gilt als heiligster und geschichtsträchtigster Ort des Landes.

Hier entstanden die ersten Kirchen und von hier aus begann im 4. Jahrhundert die Christianisierung, um die sich - typisch georgisch - wundersame Geschichten ranken. Oft ist dabei von der kräuterkundigen Heilerin "Nino" die Rede, der auch eine Beteiligung am Bau der Kirchen nachgesagt wird.

In der Ortsmitte liegt die über 1000 Jahre alte Sweti-Zchoweli-Kathedrale, bis heute Sitz des georgischen Patriarchen. Von der Dschwari-Kirche, der ältesten Kreuzkuppelkirche Georgiens, erschließt sich eine unglaubliche Aussicht auf die Stadt, auf die sanften Bergketten ringsherum sowie auf die zerklüfteten Gebirgszüge des Kaukasus am Horizont.

Mtskheta - ein Ort, an dem die Geschichte der Christianisierung, georgische Baukunst und die Wunder der Nino zusammenfallen.

Friday, November 15, 2013

VIDEO: Virus TV Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis) - Backstage in Tiflis. 18.50 auf SRF 2 (srf.ch)




SRF zwei (srf.ch) Andi Rohrer hat in Tiflis Video-Tagebuch geführt und zeigt euch hier unzensiert seine Eindrücke aus Georgien.


In der dritten Folge «Virus im wilden Osten» reist Andi Rohrer hinters Schwarze Meer, nach Tbilisi, Hauptstadt von Georgien. Dort trifft er auf eine kleine aber aktive Alternativ-Szene und begegnet Street-Artisten, Musikern sowie Guerilla-Gärtnern. 

Backstage in Tiflis Jugend im Aufbruch
Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion regierte das Chaos in Georgien. Doch langsam aber sicher erobert sich die junge Generation ihre Zukunft zurück - mit viel Optimismus und Kreativität. Zum Beispiel Mari, Moderatorin bei Radio Ucnobi. Sie spielt Unterground Musik im Radio und lädt Andi spontan zum Abendessen ein, inklusive spontaner Livesession.

Urban Gardening
Ana und Marika kämpfen für ein grüneres Tiflis. Sie sind in der Stadt unterwegs und pflanzen unermüdlich (und illegal) Bäume, um sich gegen den grassierenden Bauwahn zu wehren.

Streetart
Andere Flächen füllt Street-Artist «Dr. Love», den Andi Rohrer auf einer nächtlichen Tour begleitet. Er sprayt für Liebe, Freiräume für die Jugend und vor allem für eine offenere Weltanschauung.

Die ganze Sendung «Virus im wilden Osten - Tbilisi (Tiflis)» ist am 15. November, um 18:50 Uhr auf SRF zwei zu sehen. Backstage-Videos gibt's jetzt schon online! 

Musiktipps aus Tiflis
In Tiflis hat sich Andi Rohrer in die Alternative Musikszene gestürzt und dabei spannende Musiker entdeckt. 

Wie kommt CH-Musik in Tiflis an?
Schweizer Musik im Test. Ob Songs die bei uns gut ankommen auch im Osten gefallen? 

Andi's Top 5 aus Tiflis
Georgisches Schwefelbad, Hippe Kafis, Kulinarische Spezialitäten. Andi's Highlights aus Tiflis. 

Bilder aus Tiflis
Unterwegs in Georgien - die Reise in Bildern.













Friday, October 25, 2013

MEDIEN: Fragwürdige Doku: Aust in Aserbaidschan (ndr.de)

(ndr.de) Fragwürdige Doku: Aust in Aserbaidschan
von Kathrin Drehkopf & Christoph Heinzle, NDR Info


 
Mit dem Namen Stefan Aust verbindet man unabhängige Berichterstattung und pointierte Kritik an den Mächtigen. Der frühere "Spiegel"-Chefredakteur ist einer der profiliertesten deutschen Journalisten. Doch jetzt gerät Aust selbst in die Kritik. Experten werfen ihm auf NDR Info und im NDR Medienmagazin ZAPP eine einseitig positive Darstellung des autoritär geführten Staates Aserbaidschan vor. Dabei hatte alle Welt vergangenes Jahr zum Eurovision Song Contest in Baku die Menschenrechtslage in Aserbaidschan diskutiert. Doch eine Fernsehdokumentation von Austs Firma malte gleichzeitig ein auffällig rosiges Bild des Landes.

Der Film "Unterwegs im Land des Feuers - Unbekanntes Aserbaidschan" (YouTube-Link) für den Nachrichtenkanal N24 glänzt mit schönen bunten Bildern und mit einem oft euphorischen Grundton. "Aus den Trümmern des Sozialismus", heißt es in der Dokumentation, "wuchs in nur 20 Jahren ein Staat, dessen Wirtschaft boomt und der mit seiner Mischung aus Tradition und Zukunft einzigartig ist in Europa". 45 Minuten lang ist vor allem von Wachstum und Wohlstand im heutigen Aserbaidschan die Rede.

"Entsetzt" sei er über den Film, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer, bis vor kurzem Sonderberichterstatter des Europarates für die Lage der politischen Gefangenen in Aserbaidschan. Er kann nicht verstehen,"dass man einen Film über so eine Dauer produziert, ohne auch nur einen einzigen Satz darüber zu verlieren, was auch in diesem Land los ist, was die Demokratie, was die Menschenrechte, was die Pressefreiheit angeht - null, nichts". Eine derartige Werbung sei "schon fast unsittlich", so Strässer, und habe mit "objektivem Journalismus nichts mehr zu tun".

Dabei hatten vor allem deutsche Medien die Lage in Aserbaidschan vor dem Finale des Eurovision Song Contest in Baku vergangenes Jahr monatelang kritisch beleuchtet. Zu diesem Anlass auch hatte N24 den Film bei Austs Hamburger Firma Agenda Media in Auftrag gegeben. Der Starjournalist selbst interviewte dafür den Außenminister Aserbaidschans. Gleich sieben Vertreter des staatlichen Ölkonzerns Socar äußern sich zu politischen, historischen und wirtschaftlichen Fragen - aber kein einziger Regimekritiker, Menschenrechtler, Oppositioneller. 

Diskussion über Austs Aserbaidschan-Film
23.10.2013 | 16:38 Uhr
NDR Info
Die Kritik am ehemaligen "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust hält nach Berichterstattung im NDR über einen Aserbaidschan-Film an - auch wegen eines Werbefilms für das autoritär regierte Land.
Audiobeitrag starten (03:20 min)


Stellungnahmen

23.10.2013 | 23:20 Uhr
Christoph Strässer war Sonderberichterstatter im Europarat für politische Gefangene in Aserbaidschan. Über die Aust-Dokumentation zu Aserbaidschan äußert er sich im Interview "entsetzt".
Video starten (14:28 min)

"Ich finde das skandalös", sagt der aserbaidschanische Oppositionelle Emin Milli, der selbst zweimal im Gefängnis saß, bevor er ins Exil nach Berlin ging. Er habe den Eindruck, das sei "ein Stück Propaganda, von der Regierung bezahlt." Über politische Gefangene oder inhaftierte Journalisten etwa sei in der Fernsehdoku nicht die Rede. "Ich habe hier nur eine Story von Aserbaidschan gehört: die der Regierung", so Milli, und leider habe sich N24 von dieser Regierung instrumentalisieren lassen. Der vom Nachrichtensender im vergangenen Jahr gleich mehrmals ausgestrahlte Film blende "konsequent alle kritischen Fragen aus" und wirke mit seinen "einseitig" ausgewählten Interviewpartnern wie ein "Werbefilm" für das vom Alijew-Clan autoritär regierte Land in Vorderasien, meint auch Uwe Halbach von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Keine Stellungnahme von Aust

Stefan Aust nimmt zu der Kritik nicht selbst Stellung und lässt seine Firma Agenda Media schriftlich antworten. Der Film für N24 sei eine Reportage, "die sich vor allem mit der Geschichte und der Kultur des Landes beschäftigte", während "Kritik am Vorgehen der Regierung" von den aktuellen Nachrichtensendungen auf N24 abgedeckt werde. Auftraggeber der TV-Dokumentation sei N24 gewesen. Es habe keine "Zuschüsse von dritter Seite" gegeben. Der staatliche Ölkonzern Socar habe lediglich "logistische Unterstützung" geleistet und Archivmaterial zur Verfügung gestellt. Socar habe nach Ausstrahlung Rohmaterial von Agenda Media gekauft, das der Konzern "für eigene Zwecke" habe verwenden wollen.

Mit Bildmaterial aus der N24-Dokumentation wurde ein fünfminütiger Imagefilm über Aserbaidschan (YouTube-Link zu "Azerbaijan - Land of the Future") produziert, der bei einer Veranstaltung des staatlichen Ölkonzerns Socar während des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos präsentiert wurde - mit Stefan Aust im Publikum. Und das aserbaidschanische Außenministerium zeigt auf seinem Kanal auf YouTube ein 15-minütiges Interview von Aust mit dem aserbaidschanischen Außenminister Elmar Mammadyarov.

Auf Nachfragen an Agenda Media bekam der NDR über die kurze schriftliche Stellungnahme hinaus keine zusätzlichen Antworten mehr. Der erfahrene Fragensteller Stefan Aust selbst möchte zu der Kritik an dem Film ausdrücklich kein Interview geben. SPD-Menschenrechtspolitiker Strässer äußert sich enttäuscht über den prominenten Journalisten. "Wenn da so ein Name dahinter steht, der früher für wirklich kritischen Journalismus gestanden hat, da kann ich nur sagen: da hat es wohl eine schwere Wandlung gegeben."
  
"Mein Eindruck: Das ist Propaganda"
23.10.2013 | 23:20 Uhr
Emin Milli ist Exil-Aserbaidschaner und lebt in Berlin. Im Interview urteilt der Blogger über Austs Aserbaidschan-Dokumentation: "Das ist nicht die wahre Geschichte dieses Landes."
Video starten (11:01 min)
 
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(textintern.de) Der N24-Geschäftsführer und Chef der Produktionsfirma Agenda Media, Stefan Aust, ist für eine Dokumentation über Aserbaidschan in die Kritik geraten. Sein für N24 produzierter Film "Unterwegs im Land des Feuers - Unbekanntes Aserbaidschan", in dem er auch als Autor fungierte, beinhalte laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) eine "einseitige Darstellung des Landes im Sinne des autoritären Alijew-Regimes". Auslöser für die Berichterstattung des Zapp Medienmagazins und NDR Info war der kürzliche Hinweis eines Zuschauers. Die Dokumentation lief im vergangenen Jahr mehrfach auf N24. Der Film blende "konsequent alle kritischen Fragen aus" und wirke mit seinen "einseitig" ausgewählten Interviewpartnern wie ein "Werbefilm" für das vom Alijew-Clan autoritär regierte Land in Vorderasien, sagte Uwe Halbach von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) gegenüber dem NDR.

Die Kritik bezieht sich vor allem auf ein Interview mit dem aserbaidschanischen Außenminister Elmar Mammadyarov, das der ehemalige Chefredakteur des Spiegel ohne kritische Nachfragen zu der politischen Situation und der internationalen Kritik am aserbaidschanischen Regime geführt habe. Des Weiteren kämen sieben Vertreter des staatlichen Ölkonzerns Socar zu Wort. Das Unternehmen habe mit Material aus der Dokumentation später einen Imagefilm produziert, der auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos gezeigt wurde.

Sender und Produktionsfirma stritten gegenüber dem NDR ab, dass es "Zuschüsse von dritter Seite" gegeben habe. Socar habe lediglich "logistische Unterstützung" geleistet und Archivmaterial zur Verfügung gestellt. Nach der Ausstrahlung habe das Unternehmen "für eigene Zwecke" Rohmaterial von Agenda Media gekauft. Zu der inhaltlichen Kritik hieß es: Der Film beschäftige sich "vor allem mit der Geschichte und der Kultur des Landes", während "Kritik am Vorgehen der Regierung" von den aktuellen Nachrichtensendungen auf N24 abgedeckt werde. (ls) 

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Ex-Spiegel-Chef sieht keine Aserbaidschan-”Propaganda”

Stefan Aust kontert NDR-Kritik an N24-Doku

(meedia.de) Der NDR hat in seinem Radioprogramm NDR Info und der MedienSendung “Zapp” Vorwürfe gegen den ehemaligen Spiegel-Chef und TV-Produzenten Stefan Aust erhoben. Aust hat auf seinem Sender N24 im Jahr 2012 im Umfeld des Eurovision Song Contests in Baku eine Doku über Aserbaidschan gezeigt. Kritiker bezeichnen den Film jetzt als “Propaganda”, weil darin keine regierungskritischen Stimmen vorkommen. Aust kontert: “Ein Film ist ein Film, ein anderer Film ist ein anderer.”

Eine Doku für N24 müsse eben so produziert werden, dass sie über einen längeren Zeitraum ausgestrahlt werden kann, so Aust gegenüber MEEDIA. Aktuelle Ereignisse, die schnell überholt sein könnten, würden darum in einem solchen Format ausgespart. Für das aktuell Politische sei das Nachrichtenprogramm von N24 zuständig. Aust: “Über die damals aktuellen Diskussionen zur Lage der Menschenrechte hat N24 vielfach in seinen Nachrichtensendungen berichtet.”

Der NDR zitierte Uwe Halbach von der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), der zu Protokoll gab, der Film "Unterwegs im Land des Feuers - Unbekanntes Aserbaidschan" blende "konsequent alle kritischen Fragen aus" und wirke mit seinen "einseitig" ausgewählten Interviewpartnern wie ein "Werbefilm" für das vom Alijew-Clan autoritär regierte Land. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Christoph Strässer, bis Januar 2013 Sonderberichterstatter des Europarates für die Lage der politischen Gefangenen in Aserbaidschan, zeigte sich im NDR "entsetzt". "Eine derartige Werbung ist aus meiner Sicht schon fast unsittlich", sagte er. Der Film habe mit "objektivem Journalismus nichts mehr zu tun". Und der im Berliner Exil lebende aserbaidschanische Oppositionelle Emin Milli nannte den N24-Film "ein Stück Propaganda", das wirke, als sei es "von der Regierung in Baku bezahlt".

Der NDR hält Aust außerdem vor, dass Teile seines Films von der staatlichen aserbaidschanischen Ölfirma Socar für einen Imagefilm verwendet wurden, der beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos gezeigt wurde. Bei diesem Gipfel besuchte Aust selbst auch den Socar-Empfang. Außerdem, so der NDR, habe Aust den aserbaidschanischen Außenminister Elmar Mammadyarov interviewt und das Interview sei von der dortigen Regierung bei YouTube eingestellt worden.

Die mehr oder weniger unterschwelligen Vorwürfe: Stefan Aust kungelt mit einem autoritären Regime.

Zur Kritik, dass in der N24-Doku keine kritischen Stimmen zu Aserbaidschan zu Wort kamen sagt Aust zu MEEDIA: “Dieselbe Kritik könnte der NDR übrigens an seine eigene Berichterstattung über den Song Contest in Baku anlegen, dort ist auch nicht in jeder Übertragung auf Menschenrechtsverletzungen hingewiesen worden.” Es könne nicht in jedem Film über alles berichtet werden, so Aust. Es gebe auch Filme über den Baikal See, die nicht auf Menschenrechtsverletzungen in Russland eingingen und Filme über die USA, die nicht die Folter von Gefangenen in Guantanamo thematisieren würden. Der kritisierte Film „Unbekanntes Aserbaidschan“ habe schwerpunktmäßig Geschichte und Kultur des Landes darstellen sollen.

Zu Verwendung von Material seiner Doku in dem Imagefilm des staatlichen Ölkonzerns Socar sagt Aust: “Wir haben Socar zwar Material dafür zur Verfügung gestellt, der weit überwiegende Teil dieses Trailers bestand aber aus Materialien, die in erheblich längerer und ausführlicherer Version zuvor bereits unter anderem auch in der ARD im Zusammenhang mit dem Eurovision Song Contest gezeigt worden sind.”

Es sei richtig, dass er den Socar-Empfang in Davos besucht habe, aber: “Da war ich allerdings nicht der einzige Journalist, auch Politiker wie z.B. der EU-Energiekommissar Günther Oettinger waren dort. Es war auch nicht die einzige Veranstaltung, die ich in Davos besucht habe. Ich interessiere mich nämlich für viele Themen und für viele Länder, reise auch gelegentlich in Staaten, die nicht als ‘lupenreine Demokratien’ gelten. Sich auch mit Konflikt-Regionen zu befassen, gehört nach meinem Verständnis zum Journalismus.”

Dass Medienjournalisten Maßstäbe anlegen würden, die sie selbst nicht erfüllen, sei auch nicht ganz neu, aber das sei ihr gutes Recht, so Aust mit Blick auf die NDR-Medienredaktion “Zapp”. Im übrigen habe er überhaupt nichts dagegen, einen kritischen Film über die politische Lage in Aserbaidschan zu machen. Für einen Auftrag, zum Beispiel vom NDR, stehe er jederzeit bereit.
 
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[sueddeutsche.de] Kritische Nachfragen? Fehlanzeige. Der ehemalige "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust hat eine Dokumentation über Aserbaidschan gedreht und ignoriert darin die politischen Missstände im Land. Nun beschäftigt sich das NDR-Medienmagazin "Zapp" mit dem Film.





Tuesday, October 22, 2013

ARTE FUTURE: Vollgas gen Westen? Georgien sucht seine Zukunft - Heute 23.50 auf ARTE (arte.tv)

Ich habe die Dokumenation in der ARTE Preview in Berlin gesehen. Stefan Tolz ist es gelungen - trotz der politischen Thematik, die ja nicht leicht umzusetzen ist in einem Film, wo man die Protagonisten vor die Kamera bringt und zu Aussagen "nötigt" - ein sehr poetisches und "tiefsinniges" Feature mit facettenreichen Anspielungen herzustellen. Die 90 Minuten sind in einem gewissen Sinne spannungsgeladen und wir dürfen weiterhin gespannt sein, wie es weitergeht in dieser interessanten Region. 

Auch nach den Wahlen werden gewisse Perspektiven eine große Rolle spielen. Man kann sagen, dass Stefan Tolz sich getraut hat, eine Dokumentation im Vorfeld der Wahlen ins Fernsehen gebracht zu haben, die sich nicht nur durch den aktuellen Bezug legitimiert. Sein Film lebt nicht von der Halbwertzeit politischer Berichterstattung. Die politische Kultur dieses kleinen Kaukasusstaates wird hier trefflich eingefangen! Sehenswert!!

Schade nur, dass ARTE in einem gewissen Sinne auf den Spuren aller öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsender wandelt, und so eine lange Dokumentation sozusagen zur Schlafenszeit um Mitternacht sendet. Für alle die es verpassen werden ..., wenigstens eine Woche lang, kann der Film in der Mediathek von Arte angesehen werden. Wie es dann weitergeht, werden wir sehen. Bei der zunehmenden Regionalisierung und Provinzialisierung des Fernsehens, bin ich da nicht zuversichtlich. (R.H.)

(arte.tv) Vollgas gen Westen? Bevor wir uns heute Abend in einer Dokumentation der Zukunft Georgiens widmen, können Sie sich bei ARTE Future schon jetzt in einen Wolga 21 setzen und das Land am Schwarzen Meer auf eigene Faust interaktiv entdecken: volga.arte.tv

Videos: vimeo.com
Facebook: facebook.com/volgasalon 

 

Der Machtkampf in Georgien

Im Oktober 2011 gab der reichste Mann Georgiens, der Milliardär Bidsina Iwanischwili bekannt, für einen Zeitraum von zwei Jahren in die Politik zu gehen. Sein Ziel war es, Premierminister zu werden und den westlich orientierten aber autoritär regierenden Präsidenten Michail Saakaschwili von der Macht zu verdrängen.

Dieser Film zeigt, wie der Oligarch sein Ziel erreichte und wie Saakaschwili versucht, Georgien „mit Vollgas“ auf Westkurs zu halten.

Filmemacher Stefan Tolz, der Georgien seit mehr als 20 Jahren hat aus dem Wettstreit der beiden Politiker ein spannendes Roadmovie gemacht und trifft in seinem 40 Jahre alten Wolga 21 auf Gewinner und Verlierer des Wandels in dem kleinen Landes, dass eine Anbindung an EU und NATO anstrebt.

Der Film liefert kurz vor der Präsidentenwahl am 27. Oktober ein außergewöhnliches Insiderporträt Georgiens – und ist gleichzeitig eine Parabel auf die gesellschaftliche Situation in vielen anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks, in denen der Traum vom Westen zu Konflikten zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen geführt hat.

Saturday, October 05, 2013

DOKUMENTARFILM: Vollgas gen Westen - Georgien sucht seine Zukunft . Von Stefan Tolz (arte.tv)


(arte.tv) Dienstag, 22. Oktober um 23:50 Uhr (90 Min.)

Am 27. Oktober wird in Georgien ein neuer Präsident gewählt. Damit geht für das kleine Land im Kaukasus eine Ära zu Ende, denn Präsident Michail Saakaschwili kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Filmemacher Stefan Tolz ist durch das Land gereist und zieht Bilanz über dessen Amtszeit.

Am 27. Oktober wird in Georgien ein neuer Präsident gewählt. Damit geht für das kleine Land im Kaukasus eine Ära zu Ende, denn Präsident Mikhail Saakaschwili kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Er hatte dem Land einen radikalen Kurs in freier Marktwirtschaft verordnet, der Georgien im weltweiten "Doing Business Survey" von Platz 112 auf Platz 12 katapultierte. Doch bei vielen Georgiern kam nichts von diesem Wachstum an. Bei den Parlamentswahlen im letzten Jahr wählten sie Saakaschwilis Partei aus der Regierung und sein Widersacher, der Milliardär Bidzina Iwanischwili wurde Premierminister.

Filmemacher Stefan Tolz hat über die letzten zwei Jahre die Ereignisse in Georgien begleitet. Er kennt das Land seit mehr als 20 Jahren und ist in seinem himmelblauen Wolga 21 unterwegs gewesen, um Gewinner und Verlierer der Reformen zu treffen und mehr über die Zukunftspläne der neuen Regierung zu erfahren.

Georgien ist ein strategisch wichtiger Partner für EU und NATO. Über das georgische Territorium führen Öl- und Gaspipelines vom Kaspischen Meer in den Westen. Georgische Soldaten stehen an der Seite der Amerikaner im Irak und Afghanistan. Diese West-Orientierung des Landes und der Dauerkonflikt um die abtrünnigen Provinzen Abchasien und Süd-Ossetien belastet das Verhältnis zu Russland und führte 2008 zu einem kurzen Krieg. Seither halten die Russen rund ein Fünftel des Landes besetzt.

Das Roadmovie setzt die unterschiedlichen Facetten des Landes als Mosaik zusammen. Dabei ist es dem Filmemacher gelungen, hinter die Kulissen der georgischen Politik zu blicken. Ob Präsident oder Premier, Justizministerin oder Bischof - alle entwickeln ihren persönlichen Bezug zum himmelblauen Wolga, der in der Sowjetunion ein Wohlstandssymbol war - und geben Einblick in ihre Ideen zur Gestaltung der Zukunft Georgiens.

Thursday, August 15, 2013

VIDEO: CNN's Ivan Watson meets an American winemaker in Georgia (youtube.com)

(youtube.com) CNN's Ivan Watson meets an American winemaker trying to market Georgian wine to the world - Enjoy a glass of Georgian wine!!


Wednesday, August 14, 2013

VIDEO: Land of Beauty - A Journey Through the Republic of Georgia (BryonEvansFilms.com)


This is a short travel diary of Brian Evans' experience shooting a pilot episode for a travel TV show.
Shot on location in the Republic of Georgia, Summer 2011.

www.BryonEvansFilms.com

Wednesday, July 10, 2013

EXILSENDER MEYDAN TV: "Aserbaidschan ist eine erfolgreiche Diktatur". Von Isabelle Daniel (cafebabel.de)

Emin Milli, Caroline Sutcliffe und Ferdi Hus vom Berliner Meydan-TV-Team. | © Isabelle Daniel

(cafebabel.de) Seit Mai betreibt der aserbaidschanische Dissident Emin Milli von seinem Berliner Exil aus den regierungskritischen Fernsehsender Meydan TV. Das Programm soll die erste Plattform für demokratische Debatten in Aserbaidschan mit unbegrenzter Reichweite werden. Ilham Alijews autoritäres Regime reagiert bereits empfindlich.

Emin Milli betreibt einen Untergrundsender im wahrsten Sinne des Wortes: Mit einem zehnköpfigen Team aus Journalisten und Bloggern sendet der aserbaidschanische Dissident einmal pro Woche eine regierungskritische Reportage aus einem zum Fernsehstudio umfunktionierten Berliner Keller. Die Idee hinter dem Format steckt schon in seinem Namen. „Meydan“ heißt „Platz“ oder „Raum“. Eben den soll Meydan TV liefern – für demokratische Ideen, Kritik und den schwierigen Dialog zwischen Armeniern und Aserbaidschanern.

„Wir diskutieren Themen, die sonst in Aserbaidschan nie diskutiert werden. Wir sprechen Tabus an“, sagt Geschäftsführer Milli. Jede Woche widmen sich Milli und sein Moderationspartner, der in seiner Heimat gefeierte Blogger Hebib Müntezir, einem vom aserbaidschanischen Staatsfernsehen ignorierten Thema.



Infrastruktur von außen
„Es ist wichtig, dass die Infrastruktur von außen kommt“, sagt Milli. „Das schützt einerseits ein Stück weit unsere Korrespondenten in Aserbaidschan – auch wenn es dort zum Glück Leute gibt, die bereit sind, für ihre Ideen von Freiheit und Demokratie ins Gefängnis zu gehen. Andererseits kann das System zumindest die Infrastruktur nicht zerstören.“

An Erfahrung mit der Skrupellosigkeit des autoritären Regimes Ilham Alijews mangelt es Emin Milli nicht. Im Jahr 2009 wurde er wegen regierungskritischer Äußerungen zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. „Ich habe jahrelang in internationalen Organisationen gearbeitet und auf diesem Weg versucht, politische Veränderungen zu erreichen. Doch die Entwicklungsgelder gehen nur an Projekte, die der echten Opposition nicht nützen. Demokratische Bewegungen der neuen Generation hingegen erhalten kaum Unterstützung.“ Die Situation, aus dem Exil zu senden, erweitere den Spielraum für eine freie und unabhängige Berichterstattung.

Und doch verstehen sich die Macher von Meydan TV nicht als politisches Sprachrohr. „Wir sind kein Propaganda-Sender“, stellt Milli klar. „Unser Team besteht aus Personen mit sehr unterschiedlichen politischen Ansichten. Es gibt bei uns säkulare, religiöse, sozialkonservative und liberale Einstellungen. Darum geht es aber nicht. Was wir bieten, ist eine Plattform für Bürger, die hier sagen können, was sie am System stört und welche Reformen sie wollen.

Signalstörungen und Beschimpfungen
Offensichtlich gestört von Meydan TV fühlt sich indessen die aserbaidschanische Regierung. In einer Reportage über den Exilsender beschimpfte ein Moderator des Staatsfernsehens die Macher als Verräter und Staatsfeinde; die per Satellit ausgestrahlten Meydan-Sendungen werden immer wieder von Signalstörungen unterbrochen. Für Emin Milli ist das die Bestätigung, mit seinem Projekt auf dem richtigen Weg zu sein: „Letztlich ist das ein Zeichen des Respekts des Regimes uns gegenüber.“
Millis Kritik richtet sich allerdings nicht nur gegen das autokratisch regierte Aserbaidschan. „Aserbaidschan ist eine erfolgreiche Diktatur – weil sie vom Westen gestützt wird.“ Besonders empörend empfand Milli die Ablehnung der parlamentarischen Versammlung des Europarates einer Resolution Anfang dieses Jahres, in der die Freilassung politischer Gefangener in Aserbaidschan gefordert wurde. „Wir haben es mit einer Kaviardiplomatie zwischen Aserbaidschan und dem Westen zu tun“, kritisiert Milli. Auch deutsche Politiker seien ein Teil davon. „Deshalb planen wir eine Reportage über Hans-Dietrich Genscher und seine Nähe zur Diktatorenfamilie Alijew.“