Thursday, April 15, 2010

BLOG: Wassermangel in Georgien. Von Stéphane Voell (stephanevoell.wordpress.com)

Ich kann mich gut daran erinnern ... 2006 war ich meinem Künstlerfreund Jörg Herold u.a. in Georgien unterwegs. Die ersten Tage verbrachten wir damals in Tbilisi und Umgebung. Wir hatten sozusagen eine Einraumwohnung in Old Tbilisi bezogen. Der Standard war einfach, der Preis "nicht schlecht", aber vor allem die Ausssicht über die Dächern der Stadt war beeindruckend.

Das Haus selbst bestand dann zum Garten hin aus zwei Etagen. Es war am Hang errichtet. Der Zugang zu der Räumlichkeit war über einen typisch georgischen Balkon möglich. Hier gab es noch einen Wasserhahn außerhalb der Wohnung. Jedesmal wenn wir heimkamen, selbst tief in der Nacht, tröpfelte der Wasserhahn, oder besser, ein stockender Rinnsal plätscherte in eine Emailiewanne. Öfter drehten wir dort den Hahn ab, anfangs deswegen weil uns dann Geplätschere nachts auf Klo trieb ... später bemwerkten wir dazu, dass das doch schlicht eine Wasserverschwendung wäre ... Wir kritisierten das beiläufig ...

Doch, ich glaube es war am dritten Tag, beobachtete ich durch die Gardinen, wie ein altes Mütterchen ... den Hahn wieder aufdrehte, den wir kurz zuvor abgestellt hatten.

Wir fragten uns, was das bedeutete ... ich antwortete schlicht (für mich war es in dem Moment eine lustige Phantasie, oder eine Eingebung): "Das fließende Wasser vertreibt hier böse Geister ... ;-), Jörg, du kannst dem Mütterchen nicht einfach das Wasser abdrehen. Das hat hier schwerwiegende Konsequenzen."

Tags darauf, fragten wir unseren Vermieter, was das solle, indem wir diese kleine Geschichte erzählten? Er übersetzte es einem anderen jungen Mann. Wie sich herausstellte, war es der Sohn des Mütterchen. Und der bestätigte das geradeheraus und seine Mimik spiegelte eine Selbstverständlichkeit wider... Wir wollten es nicht richtig glauben, das der Aberglaube den Alltag so stark beanspruchen kann ...

Umso mehr kann ich jetzt auf diese kleine Beobachtung verweisen: Stéphane Voell schrieb eine schöne kleine Geschichte zum Georgischen Wassermangel.

"Jetzt weiß ich, warum die Georgier Wassermangel haben. Eigentlich haben sie
keinen Wassermangel, denn aus jeder Felsritze scheint Wasser zu kommen. Häufig
schmeckt das Wasser schweflig und noch viel häufiger wird dieser oder jener
Quelle eine heilende Wirkung zugesprochen. In den Städten und Dörfern kann es
aber häufig passieren, dass mehrere Stunden am Tag kein Wasser aus dem
Wasserhahn kommt. In Tetritskaro kommt samstags den ganzen Tag kein Wasser. In
Tbilisi, kommt in dem Stadtviertel Saburtalo meist nachmittags nur ein dünnes
Rinnsal aus dem Hahn.

Ein georgischer Kollege berichtete mir folgendes: Wenn ein Georgier einen schlechten Traum gehabt hat, dann geht er, bevor er mit einem anderen Menschen spricht, zu einem Wasserlauf, wie z.B. zu einem Bach, und erzählt dem Bach den schlechten Traum. Vielleicht nimmt der Bach den schlechten Traum und die Sorgen mit. Oder aber der Wasserlauf ist so laut, dass der schlecht träumende Georgier dem Bach seinen schlechten Traum anvertrauen kann, ohne das eine andere Person mithört.

In der Stadt ist dies, so mein Kollege, anders. Hier gibt es keinen Bach. In Tbilisi gibt es den Fluss Mtkvari, doch der ist ziemlich schmutzig. Dem vertraut wahrscheinlich keiner seine schlechten Träume an. So schlimm können die Träume nicht sein. In der Stadt
laufen Georgier mit ihrem schlechten Traum zum Wasserhahn, lassen diesen laufen,
und erzählen dem Wasserstrahl ihren schlechten Traum. Doch offensichtlich sind
die Zeiten nicht gut in Georgien und es haben möglicherweise viele Georgier schlechte Träume. Gegen Mittag, wenn alle schlechten Träume in Wasch- und Spülbecken hinein erzählt worden sind, und halb Georgien aufatmet und beruhigt und erleichtert das Tagewerk beginnen kann, gibt es kein Wasser mehr. Erst abends sprudelt es wieder aus dem Wasserhahn. Die schlechten Träume Georgiens werden derweil durch die Kanalisation in den Mtkavri geleitet, diesen dreckig-braunen Albtraumfluss.

Viele Fischer stehen auf Brücken oder am Ufer und fangen aus dieser Brühe frische Fische. Die kann man dann kaufen, essen, und das machen wohl viele. Sie essen ihre schlechten Träume wieder auf und sprechen am Morgen wieder mit dem Wasserhahn.
Quelle:
stephanevoell.wordpress.com

DOWNLOAD: Aghet - ein Völkermord. Der 90-minütige Dokumentarfilm.


"Aghet" (armenisch: "die Katastrophe") erzählt von einem der dunkelsten Kapitel des Ersten Weltkriegs: Dem Genozid an den Armeniern, bei dem zwischen 1915 und 1918 bis zu 1,5 Millionen Menschen im Osmanischen Reich (heute Türkei) ermordet wurden. Dieser Völkermord, der sich am 24. April 2010 zum 95. Mal jährt, wurde von Raphael Lemkin, dem Schöpfer der 1948 von der UN verabschiedeten Anti-Genozid-Konvention, als der erste systematisch ausgeführten Völkermord des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

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Tschiftdschjan (Zentralrat der Armenier): Veränderungen in der Türkei zu begrüßen
Theologe Goltz: "Gemeinsame deutsch-türkische Verantwortung" für Völkermord
Bonn (ots) - Bonn/Berlin, 13. April 2010 - Ischchan Tschiftdschjan vom Zentralrat der Armenier in Deutschland sieht in der Türkei ein Umdenken in der Armenier-Frage, das aber noch nicht bis zur türkischen Regierung vorgedrungen sei. In der PHOENIX-RUNDE sagte Tschiftdschjan: "Es gibt seit fünf Jahren Veränderungen in der Türkei. Das ist zu begrüßen, aber andererseits muss man ganz deutlich sagen, dass die türkische Regierung ihre Position bis heute überhaupt nicht geändert hat. Die alte Leugner-Position der türkischen Regierung ist bis heute zu erleben. Das ist einfach entsetzlich." Tschiftdschjan erneuerte die Forderung, vor einer Annäherung zwischen Türken und Armeniern, etwa durch eine gemeinsame Historikerkommission, müsse die Türkei den Völkermord an den Armeniern anerkennen. "Eine Historikerkommission kann nur dann anfangen, wenn alle Seiten von der Faktizität des Völkermordes ausgehen", so Tschiftdschjan.

Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Bahattin Kaya, lehnt dagegen weiter die Verwendung des Begriffs "Völkermord" ab. "Wir sagen: Es soll einen Dialog geben", sagte Kaya in der PHOENIX-Sendung. Dieser Dialog müsse jedoch ohne Vorbedingungen aufgenommen werden. "Keiner sollte von Völkermord reden, sondern von 'Leiden' und 'Töten'", forderte Kaya. Es habe sich um Maßnahmen im Rahmen eines Krieges gehandelt, die man mit dem damaligen "Zeitgeist" erklären könne. "Ob das richtig war, genug Sicherheitsmaßnahmen da waren, genug Transportmittel da waren, darüber muss man reden. Das ist etwas anderes als Völkermord", so Kaya.

Der Theologe Prof. Hermann Goltz von der Universität Halle-Wittenberg widersprach in der Sendung der Position der deutschen Bundesregierung, es handele sich um ein Problem, das Armenier und Türken untereinander ausmachen müssten. "Wir haben sehr viel damit zu tun", so Goltz. "Ich erinnere an das Jahr 1915, wo der deutsche Reichskanzler sagte: 'Wir brauchen die Türkei bis zum Ende des Krieges - gleichgültig, ob Armenier darüber zu Grunde gehen oder nicht.'" Türken und Deutsche müssten bereit sein, ihre "gemeinsame deutsch-türkische Verantwortung" wahrzunehmen und "dieses gewaltige Verbrechen in irgendeiner minimalen Weise wieder gutzumachen", forderte der Armenien-Forscher in der PHOENIX-Sendung.

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Sunday, April 11, 2010

MUSIC: Russudan Meipariani - Musician from Georgia (russudan-meipariani.com)



I was born in 1975 in Tbilisi, Georgia. After finishing my piano education at the Tbilisi State Conservatory in 1999, I moved to Germany in order to study composition with Wolfgang Rihm and Sandeep Bhagwati at the Staatliche Hochschule für Musik (Academy of Music) in Karlsruhe.
During these years, I founded the Daphioni Piano Trio in collaboration with my sister Natalie Meipariani and her husband Giga Khelaia. Together we recorded two albums with, amongst others, pieces by Schumann and Shostakovich and performed on tours and contests all around Europe, Georgia and Japan. From 2003 to 2004, I studied composition with Lasse Thoresen at the Norwegian Academy of Music in Oslo. During this time, I started to particularly focus on the human voice and began to write pieces of music based on onomatopoeic experiments with my own voice. My music comprises elements of Georgian, Scandinavian and Indian folklore as much as elements of classic, rock, minimal and medieval music.
In Oslo, I had the pleasure to meet with the Tindra Trio, an ensemble performing traditional Norwegian music. In November 2009, we have made together a tour in Georgia.
In 2007, I recorded the first album of my own songs, together with some other artists: “Lieder aus einer Insel” (“Songs from an Island”). Subsequently, I wrote a couple of “Erdlieder” (“Earth songs”) – a capella songs, dealing with different kinds of polyphony, as well as the music fairytale “Das Mädchen auf der Windwelle” (“The girl on the windwave”), a tale of metamorphosis, mainly inspired by Claudio Monteverdi’s “Orpheus” and the music and singing of the Solomon Islands. Records of both of these projects are in preparation.
In 2008, my four-part “Hymnus” premiered in the Stiftskirche in Stuttgart, performed by the vocal arts ensemble.
During my time as an “artist in residence” at the Villa Sträubli (Switzerland), I composed music for a documentation about the Swiss artist Bettina Eichin, directed by Clemens Schmidlin.
The Russudan Meipariani Ensemble currently consists of Natalie Meipariani, Giga Kheliaia, David Stützel and me. In 2009, the Russudan Meipariani Ensemble won the Creole Weltmusikwettbewerb südwest (“Creole World Music Contest southwest”).

Russudan Meipariani Ensemble

Parallel to her classic piano education, Russudan Meipariani began to compose her own pieces for piano and voice in 1994 and performed them together with varying artists. Besides Russudan Meipariani (piano, voice), the ensemble currently consists of her Sister Natalie Meipariani (violin, voice), her sisters’s husband Giga Khelaia (cello), as well as sound artist David Stützel. The jury of the Creole Contest Südwest 2009 described the Russudan Meipariani Ensemble as follows:
„With piano and an onomatopoetic art of the voice Russudan Meipariani has created her own language to improvised songs, which she fills with syllables of fanciful fabulating skill: presenting a range of mischievous quavering to rebellious jubilating sounds that then open into a smoothly gliding flight through lyrical atmosphere. She attained her expertise under the guidance of the composer Wolfgang Rihm, an exchange programme in Oslo and in seminars of her Indian teacher Sandeep Bhagwati. Russudan’s sister, Natalie, enhances the exceptional compositions with her broad oscillating motions on the violin; furthermore, Giga Khelaia plays the cello – with both musicians she also forms the Daphioni Piano Trio. David Stützel deepens the finely shaped texture by engaging with overtone singing and a musical saw. It is a fascinating mix of Caucasian archaic, Jazz, Early and New Music.“



“The Russudan Meipariani Ensemble performs an impressive dramaturgical curve. The ensemble combines classical instrumentation with contemporary music and elements of East European folk music. In the highly attentive performance, the musicians manage to connect archaic singing with structures of minimal music and free improvisation.”
Jury of Creole world music competition Südwest 2009

"How is that possible, such a persistant emotion, induced by such "wordless" singing? Because it brings back our very first memoriesof when we did or did not understand the lullaby and the comforting words of our mother? Or is it yet a kind ofknowledge we achieved as adults? Songs has been sung, alluring and beautiful, whose lyricswe had lost a long time ago? And Russudan Meipariani would be the dreaming Fairy, who had at least managed to reasonably keep their melodies in mind."
Rems-Murr-Kultur 2008

"Along with the soft and insisting repetitive piano patterns, you hear Russudans voice, or the voice of her sister Natalie Meipariani,solo at once, then as an artisticly interweaved duo, smelting together or contrasting. Over the accompaniment, that includes the expressionpossibilitys of violin and violoncello, thereto multifaceted percussion, transforms the voice from simple, monotonous-medidativ melodic till hectic, rythmical recitative and than back again in soft, quiet resonated curve. Suitable are also the unordinary percussion tones, such as floating sound, produced through rubbing against the sheet pot or a jaw`s harp like sound, produced through bowing on the musical saw."
Stuttgarter Zeitung (Fernseheturm) 2008

"The meeting of caucasian archaic, jazz, old and new music. As well as traces of Scandinavia till Africa. In spite of all assumed backings, hier manifests something totaly own - and a big voice-discovery."
Blue rhythm 2007

"It actually has a very own tone, this CD, apart the cliches, certainly‚ without deposing on the elitist fild of new music, with free fantasised singing, apparently grasped from the air."
Stuttgarter Zeitung 2007

"The visitors of Creole-competition in theaterhaus could experience, that the magic moments in her concerts arise. In the middle of this colorful, laud music festival transformed Russudan Meipariani the concert hall in a mystical venue and moved the audience in devotional silence. Gently and dreamy, at the same time very determined and with breathtaking stage presence, did she let her public attend her inner world, where the children pictures and glamorous stories meet. The moving staging of the fantastic "Lieder aus einer Insel"."
Begegnung der Kulturen 2007

Russudan Meipariani
Karlstraße 45
79104 Freiburg
Germany


Russudan Meipariani – Curriculum vitae
Born 1975 in Tbilissi (Georgia).


First piano lessons at the age of five.
From 1994 to 1999 piano education at the Tbilisi State Conservatory.
First attempts in composition in 1996; education in composition and voice.
Since 1998 regular international performances with the Daphioni piano trio. Several international awards at music contests (chamber music) in Georgia, Spain, and Italy.
From 2000 to 2004 composition studies with Prof. Wolfgang Rihm at the Staatliche Hochschule für Musik (Academy of Music) in Karlsruhe (Germany). Lectures on World Music by Prof. Sandeep Bhagwati.
2002 winner of the „Pamina“ Composition Contest of German and French Music Academies.
2002/03 Exchange programme & studies abroad with Prof. Lasse Thoresen at the Norwegian Academy of Music in Oslo.
Since 2003 intensive studies on human voice, different singing techniques and multiple musical cultures. Concerts (performing my own songs) in Europe and Georgia.
2001/2004 Album recording in collaboration with the Daphioni piano trio.
2005 Winner of the composition contest at the close encounters festival in Georgia/Switzerland.
2007 release of my debut album „Lieder aus einer Insel“. It was nominated “Album of the Week” at blue rythm.
Performing own songs and interpreting other contemporary music at the close encounters festival in Georgia and Switzerland.
2008 joint concerts with the Daphioni trio in Japan.
Premiere of the music fairytale "Das Mädchen auf der Windwelle" in Stuttgart.
Cooperation with the ensemble Vocal arts Stuttgart, supervised/directed by Prof. Angelika Lutz.
2008 Two-month visit at the Villa Sträuli, Winterthur within the "Artists in residence" programme.
2009 "Russudan Meipariani Ensemble" was awarded the winner of the „Creole Weltmusik Wettbewerb südwest” (Creole World Music Contest southwest).
Radio productions for: MDR, NDR, SWR2, SWR4, FRS, Deutschland-Radio, Radio Berlin, RCS (Italy), as well as for „Erste Stimme“ and "Radio Muza" (Georgia).
TV productions in Georgia, Spain and Italy.


WEBSITE:
www.russudan-meipariani.com
MYSPACE:
www.myspace.com/veliulevi

Russudan Meipariani wurde 1975 in Tiflis geboren. Nach dem Abschluss am Konservatorium Tiflis im Fach Klavier kam sie nach Deutschland, wo sie Komposition bei Wolfgang Rihm in Karlsruhe studierte. Ein Jahr lang war sie als Austauschstudentin für Komposition an der Osloer Musikhochschule.

Seit 1998 spielt sie im Daphioni Klaviertio, das Preisträger bei mehreren internationalen Kammermusikwettbewerben wurde, und mit dem sie in Europa, Georgien und Japan konzertierte.

Russudan Meipariani ist Kompositions-Preisträgerin der Wettbewerbe Pamina und Close encounters. Sie war Teilnehmerin beim Schweizerisch-Georgischen Festival für Zeitgenössische Musik, wo sie sowohl eigene, wie auch die Musik anderer zeitgenössischer Komponisten aufführte.

Seit 2003 beschäftigt sich Russudan Meipariani intensiv mit der Stimme, ihren Ausdrücksmöglichkeiten und unterschiedlichen Gesangstechniken. Außer Klassik bezieht sie in ihre Musik die georgische Polyphonie wie auch skandinavische traditionelle Musik, Jazz und Minimal Music ein. Ihr Gesang ist zumeist lautmalerisch.

Zur Zeit führt sie ihre eigene Musik zusammen mit dem Russudan Meipariani Ensemble auf, 2007 veröffentlichte sie ihre erste CD, 2009 gewann das Ensemble den Weltmusik Wettbewerb Süd-West "Creole".
Seit Neuem spielt sie in dem Duo Veli Ulevi.

2008 war Russudan Meipariani als "Artist in residence" in der Villa Sträuli in Winterthur, dort schrieb sie die Musik zum Film von Clemens Schmidlin über die Schweizer Bildhauerin Bettina Eichin. Ebenfalls in dieser Zeit arbeitete sie zusammen mit dem Ensemble Vocal Arts von Angelika Lutz.

Rundfunkproduktionen mit klassischer Musik und eigenen Kompositionen bei: MDR, NDR, SWR2, SWR4, FRS, Deutschland-Radio, Radio Berlin, RCS (Italien), sowie „Erste Stimme“ und "Radio Muza" (Georgien).
Fernsehproduktionen in Georgien, Spanien und Italien.

Russudan Meipariani
Karlstraße 45
79104 Freiburg
Germany

„Das Russudan Meipariani Ensemble präsentiert einen eindrucksvollen dramaturgischen Bogen. Im Spiel der Gruppe verbindet sich klassische Instrumentierung mit Neuer Musik und Elementen osteuropäischer Folklore. In hoch konzentriertem Musizieren gelingt ein Brückenschlag von archaischem Gesang zu Strukturen der Minimal Music und der freien Improvisation.“
Jury des Creole Wettbewerbs Südwest 2009

”Woher aber die so anhaltende Rührung über diesen "wortlosen" Gesang? Deshalb, weil wir uns dabei an unsere frühesten Erafhrungen erinnern, als wir das Wiegenlied und die Trostworte der Mutter verstanden und nicht verstanden? Oder ist schon das Wissen des Erwachsenen dabei? Hier wurden betörend schöne Lieder gesungen, zu denen uns seit langem der Text verlorengegangen ist? Und Russudan Meipariani wäre die träumende Fee, die wenigstens ungefähr noch die Melodien behalten hat.”
Kelter, Winterbach 2008

”Zu sanften oder insistierend wiederholenden Klaviertönen erklingen Russudans Stimme oder die ihrer Schwester Natalie Meipariani mal solo, mal in kunstvoll verwobenem Duett, verschmelzend oder kontrastierend. Über einer Begleitung die dazu noch die Ausdrucksmöglichkeiten von Geige und Cello, dazu vielfälltiger Percussion mit einschließt, wandelt sich die Stimme von schlichter, einförmig-meditativer Melodik hin zu einem hektisch rhytmisierten Sprechgesang und wieder zurück in sanfte, ruhig geschwungene Bogen. Da passen seltsame Percussionstöne dazu, wie der durch Reiben eines Blechtopfes erzeugte Schwebeklang oder der maultrommelartige Ton, der sich durch das Streichen eines Bogens über eine Singende Säge hervorrufen lässt.”
Stuttgart, Haigst-Kirche 2008

”Eine Begegnung von kaukasischer Archaik, Jazz, Alter und Neuer Musik. Sowie Spuren von Skandinavien bis Afrika. Trotz aller vermeintlichen Anlehnungen offenbart sich hier etwas ganz Eigenes – und eine grosse Stimmen-Entdeckung.”
Blue rhythm 2007

”Sie hat tatsächlich einen sehr eigenen Ton, diese CD, abseits der Klischees, freilich ohne sich auf das elitäre Feld der Neuen Musik abzusetzen, mit frei fantasiertem Gesang, scheinbar aus der Luft gegriffen...”
Stuttgarter Zeitung 2007

“Dass bei ihren Konzerten magische Momente entstehen, konnten die Besucher des Creole- Wettbewerbs im Theaterhaus live erleben. Inmitten dieses bunten, lauten Weltmusikfestivals verwandelte Russudan Meipariani den Konzertsaal in einen mystischen Ort und versetzte das Publikum in nahezu andächtiges Schweigen. Zart und verträumt, gleichzeitig sehr entschieden und mit atemberaubender Bühnenpräsenz ließ sie die Zuhörer an ihrer inneren Welt teilhaben, wo sich Kinderbilder und zauberhafte Geschichten begegnen. Eine bewegende Inszenierung der fantastischen „Lieder aus einer Insel“.”
Begegnung der Kulturen 2007

Russudan Meipariani - Lebenslauf
Geboren 1975 in Tbilissi (Georgien).
Erster Klavierunterricht mit fünf Jahren.
Von 1994 bis 1999 Studium an der Musikhochschule Tbilissi.
1996 erste Kompositionsversuche, Kompositionsunterricht und Gesangsunterricht.
Seit 1998 rege Konzerttätigkeit als Pianistin des „Daphioni“ Klaviertrios im In und Ausland. Preise bei internationalen Kammermusikwettbewerben in Georgien, Spanien, Italien.
Von 2000 bis 2004 Kompositionsstudium bei Prof. Wolfgang Rihm an der Musikhochschule Karlsruhe. Weltmusikseminare bei Prof. Sandeep Bhagwati.
2002 Preisträgerin beim „Pamina“ Kompositionswettbewerb Deutscher und Französischer Musikhochschulen.
2002/03 Austauschstudium bei Prof. Lasse Thoresen an der Musikhochschule Oslo.
Seit 2003 intensive Auseinandersetzung mit der Stimme, den verschiedenen Gesangstechniken und unterschiedlichsten Musikkulturen. Konzerte mit eigenen Liedern in Europa und Georgien.
2001/2004 CD Produktion mit Daphioni Klaviertrio
2005 Preisträgerin beim Kompositionswettbewerb des Festivals close encounters Georgien/Schweiz.
2007 Erscheinung des Debut-Albums „Lieder aus einer Insel“. CD der Woche bei blue rythm.
Auftritte mit eigener Musik und als Interpretin von anderer Zeitgenössischer Musik beim Festival close encounters in Georgien und Schweiz.
2008 Konzerte in Japan mit dem Daphioni Trio.
Uraufführung des Musiktheaters "Das Mädchen auf der Windwelle"
Zusammenarbeit mit dem Ensemble "Vocal arts" Stuttgart, Leitung Prof. Angelika Lutz.
2008 Zweimonatige Aufenthalt in Villa Sträuli, Winterthur, im Ramen von "Artists in residence".
2009 "Russudan Meipariani Ensemble" war Preisträger bei Süd-West Creole Weltmusik Wettbewerb.
Konzerttour in Georgien zusammen mit dem norwegischen Trio "Tindra".
Gründung des Duos "Veli ulevi" zusammen mit Zura Dzagnidze (Gitare, E-Gitare, Loops)
Rundfunkproduktionen bei: MDR, NDR, SWR2, SWR4, FRS, Deutschland-Radio, Radio Berlin, RCS (Italien), sowie „Erste Stimme“ und "Radio Muza" (Georgien).
Fernsehproduktionen in Georgien, Spanien und Italien.

ASERBAIDSCHAN: Hunderttausende Flüchtlinge, verminte Landstriche und ungeduldig werdende Militärs 15 Jahre nach dem Konflikt um Nagorno-Karabach (WOZ)

Der nahen Heimat so fern

Von André Widmer, Baku (Text und Fotos)

Einsam hütet ein Hirte in der kargen Gegend von Zobucq auf einer Anhöhe seine Schafe. Das Gebiet hier ist wüstenartig. Etwas unwirtlich. Fernab von den fruchtbaren Tiefebenen Aserbaidschans, viele Fahrstunden weg von der Haupstadt Baku im Hinterland. In der Ferne ist ein alter Lada, ein Auto russischer Bauart, zu sehen. Zobucq umfasst fünf Siedlungen und liegt in der Provinz Fizuli. Hier leben Flüchtlinge, die 1993 während des Krieges um Nagorno-Karabach ihre Heimat, benachbarte aserbaidschanische Provinzen, aufgrund der Besetzung durch armenische Truppen verlassen mussten. Die Häuschen der Flüchtlingssiedlung sind relativ modern. Jede Parzelle hat etwas Land. In den meisten kleinen Gärten wird ein klein wenig Mais angepflanzt. Es gibt Wasserleitungen. Strommasten durchziehen die Umgebung, versorgen die Leute. Es hat ein ansehnliches Schulgebäude. Wenige Kilometer von den künstlich in die Landschaft gestellten, lagerartigen Dörfchen entfernt verläuft die ehemalige Front. Hinter dieser Linie liegen die von Armenien besetzten Provinzen Aserbaidschans inklusive Nagorno-Karabach.



„Wir wollen wieder die Gräbern unserer Urahnen sehen“

An diesem vergleichsweise milden Sommerabend befinden sich Cechran Khudawerdi und einige Männer vor einem Haus an einer Einfallstrasse zu einem Siedlungsteil von Zobucq. Khudawerdi und seine Kollegen arbeiteten in der Sowjetzeit als Lehrer, Journalisten, Regierungsangestellte, in der Landwirtschaft auf Sowchosen oder Kolchosen. Nun müssen sie hier in Zobucq tatenlos ausharren. In dieser Gegend von Aserbaidschan gibt es nicht viel zu tun. Es herrscht Arbeitslosigkeit. Immerhin erhalten die Flüchtlinge finanzielle Unterstützung durch den Staat. Die Männer stammen aus den besetzten Provinzen, leben mit ihren Familien nur wenige Kilometer von ihrer geliebten Heimat entfernt, getrennt nur durch die Demarkationslinie. „Wir sind bereit, zurück zu kehren. Wir möchten wieder die Gräber unserer Urahnen besuchen. Wenn sie das Friedensabkommen unterzeichnen, wären wir bereit, mit den Armeniern zusammen zu leben“, sagen Khudawerdi und die Männer. Sie reden emotional, aber ohne erkennbaren Hass. Ein grosser Schritt angesichts des erduldeten Leids. Als der Anfangs der 90er-Jahre der Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan um das mehrheitlich armenisch, aber völkerrechtlich zur Aserbaidschan gehörende Gebiet von Nagornyi-Karabach wütete, rückten die Truppenverbände Armeniens 1993 weit ins innere des Nachbarlandes ein und besetzten sieben weitere Provinzen. 40 000 Menschen starben. Wie Chechran Khudawerdi mussten gegen 800 000 Aserbaidschaner fliehen. 300 000 Armenier nahmen den Weg in die andere Richtung unter die Füsse: Eine in der Nachsowjetära unvergleichliche ethnische Trennung. Aserbaidschan, erst aus der UdSSR in die Unabhängigkeit entlassen, sah sich plötzlich mit einer riesigen humanitären Aufgabe konfrontiert. Über das gesamte Staatsgebiet Aserbaidschans verteilt wurden zunächst Zeltlager errichtet, Schulen und Turnhallen umgenutzt. Viele Flüchtlinge lebten in geringer Infrastruktur. In den letzten Jahren wurden die Zeltlager durch 61 reguläre Häusersiedlungen ersetzt. Selbst vor den Toren Bakus beim Flughafen hat es ein neu erstelltes Quartier.

Die Nacht ist über der Provinz Fizuli hereingebrochen. In einem Gebäude der Minenräumungsgesellschaft Anama in Horadiz sitzt Ramasan Heydarow an einem Plastiktisch und trinkt Tee. „Ich habe keinen Computer und keinen Fernseher. Ich will von all der Gewalt in der Welt gar nichts mehr sehen. Wenn ich denke, was sich die Menschen so alles antun, bin ich zufrieden, mit den Hunden zu leben“, sagt er. Heydarow hat in der damaligen UdSSR Kynesiologie studiert und betreut zusammen mit einem Veterinär und einem weiteren Angestellten die 32 Minensuchhunde auf der Basis. Zuvor führte er Drogenspürhunde auf dem Flughafen von Baku. Und in den 80ern diente er der roten Armee in Afghanistan. „In einem Spezialkommando“ – weiter will er offenbar nicht darauf eingehen

„Minenfelder und Kampfgebiete“

Am Morgen darauf bei den Flüchtlingssiedlungen von Zobucq. „Wir unterscheiden zwischen Minenfeldern und Kampfgebiet“, erzählt Habil Babayew. Er ist Gruppenführer bei der staatlichen Minenräumungsgesellschaft Anama. Seine Männer sind draussen im Feld bei der Arbeit zu sehen. Sie sollen die Felder nach Minen und Blindgängern absuchen. „Damit das Gebiet für Landwirtschaft genutzt werden kann“. Die heutige Schicht begann früh, da im Landesinnern Aserbaidschans tagsüber wegen den hohen Temperaturen an Arbeiten mit Schutzwesten und Helm kaum zu denken ist. In einem Bereich suchen die Männern mit Metalldetektoren, im zweiten Feld pflügt ein ferngesteuertes, einem Mähdreschervorsatz ähnelndes Metallkoloss sich 20 Zentimeter in den Boden. Der Maschinenführer ist etwa 150 Meter vom Gefährt entfernt, um bei einer Detonation nicht getroffen zu werden. Verrostete Granaten, Mörser und Panzerminen sind in einem separaten Sektor deponiert. Babayew erklärt auf einer Karte, wie das Feld unterteilt ist; im Hintergrund steht ein Ambulanzwagen. „Wie lautet Ihre Blutgruppe?“ will Babayev zur Sicherheit wissen. Werden Minen oder Blindgänger gefunden, werden sie wenn möglich vor Ort zur Explosion gebracht. Die Nachkontrolle führt man mit Suchhunden durch. Nach jeden paar Quadratmetern, die die Hunde abgeschnuppert haben, erhalten sie Komplimente ihrer Führer. „Für die Hunde ist das alles ein Spiel, deshalb müssen sie gelobt werden. Sonst verlieren sie schnell mal das Interesse daran“, sagt Ramasan Heydarow, der Hundebetreuer.

Die Organisation Anama wurde 1998 gegründet, um sämtliche Minen- und Blindgängerräumungsaktivitäten in Aserbaidschan nach dem Karabachkrieg zu koordinieren und beschäftigt heute insgesamt über 500 Leute. Die Aufgabe für Anama ist immens und wird noch viele Jahre dauern: Von 305 Quadratkilometern Aserbaidschans, die kontaminiert sind oder waren, sind erst 78 Quadratkilometer geräumt. Werden Nagornyi-Karabach und die anderen Provinzen befreit, rechnet man mit weiteren 350 bis 800 Quadratkilometern. Die jahrelange Erfahrung der Arbeit im Feld bringt es mit sich, dass mittlerweile Georgier, Afghanen, Tadschicken und Libanesen sich in der Technik der Minenräumung von Anama unterweisen lassen. Zudem wird in den Dörfern und Schulen die Bevölkerung über die Gefahr von Blindgängern informiert und bei Gandjar im Nordwesten Aserbaidschans unterstützt man eine kleine Teppich- und Stoffwerkstätte, wo Familienangehörige von Minenopfern etwas Geld verdienen können.

„Internationale Geneinschaft liess uns im Stich“

Zurück in Baku. Ali Hasanow ist Vorsitzender der Flüchtlingskommission Aserbaidschans. Ein Mann mit stattlicher Postur. Mit seinen grau melierten, nach hinten gekämmten Haaren und den dicken schwarzen Augenbrauen erinnert er an den früheren sowjetischen Staatsführer Leonid Breschnew. „Ich arbeite seit 41 Jahren in ähnlichen Funktionen“, beginnt Hasanow das Gespräch und hält zuerst ganz an alte kommunistische Funktionärszeiten erinnernd einen 20-minütigen Dialog. „Als simpler aserbaidschanischer Bürger ist es meine Meinung, dass Armenien fremdgesteuert ist, schon seit der Zarenzeit. Es ist in eigentlicher Mechanismus, liegt in der Psychologie der Armenier“. Dann kommt er endlich zum eigentlichen Thema. „Das Thema der Flüchtlinge betrifft meine Familie selber. Meine Eltern mussten fliehen“, erzählt er. Insgesamt 1,3 Millionen Flüchtlinge würden in Aserbaidschan derzeit leben. „Bei den ersten Unruhen zwischen 1988 und 1992 kam es zu einer ersten Flüchtlingswelle von 250 000 Aserbaidschaner, die in Armenien wohnten und flohen“, so Hasanow. Wegen des Kriegs um Nagorno-Karabach, der Besetzung von mehreren aserbaidschanischen Provinzen durch armenische Truppen und armenisch-karabachische Paramilitärs sowie den ethnischen Säuberungen flohen weitere 600 000 Menschen ins Landesinnere Aserbaidschans. „Die internationale Gemeinschaft liess uns mit dem Problem alleine, nur NGO`s halfen uns zunächst“. Da die Menschen völkerrechtlich definiert innerhalb des eigenen Landes flohen, galten und gelten sie nach UNHCR-Kriterien nicht als Flüchtlinge, sondern als „internal deplaced persons“, kurz IDP`s. „Das Problem ist, dass die UNO-Konventionen nur Flüchtlinge betreffen, nicht aber IDP`s. Doch 70 Prozent der Geflüchteten weltweit sind IDP`s“, so Hasanow.

„Wir verlieren langsam unsere Geduld“, sagt der General

Ramiz Nadjafow ist General der aserbaidschanischen Armee und im Verteidigungsministerium zuständig für internationale militärische Zusammenarbeit. Bereits 1994, also im Jahre des Waffenstillstandabkommens mit Armenien nach dem Krieg um Karabach unterzeichnete der damalige aserbaidschanische Staatspräsident Heydar Alliew den Vertrag für „Partnerschaft für den Frieden“ mit der Nato. General Nadjafow betont im Gespräch die gut funktionierende Kooperation mit dem westlichen Militärbündnis. Im Zuge dieser Zusammenarbeit habe man die eigenen Streitkräfte modernisiert und auf Niveau der Nato gebracht. 1200 Offiziere durchgehen die Nato-Ausbildung. „Wir lernen von den führenden Nationen“, sagt der General. Diese Erklärungen sollte man allerdings in einem grösseren Zusammenhang sehen.

Derzeit stehen 65 000 Soldaten an der etwa 1000 Kilometer langen Grenze zwischen Armenien und Aserbaidschan; von der Grenze im Norden zu Georgien bis in den Süden zum Iran und entlang der Grenze der aserbaidschanischen Enklave Nachitschewan zu Armenien. Man verzeichne täglich an der Demarkationslinie Feuergefechte. „Scharfschützen, aber keine schweren Waffen“, so General Nadjafow. Man lässt sich zwar nicht provozieren, doch: „Unsere Armee ist nicht mehr die von 1993. Wir haben neue Waffensysteme, sind stärker. Wir sind in der Lage, diese Mission zu erfüllen“. Mit „dieser Mission“ meint er die Befreiung von Nagorno-Karabach und den weiteren Provinzen Aserbaidschans. Seit 15 Jahren werde nun im Rahmen der sogenannten Minsker Gruppe der OSZE der Karabachkonflikt erörtert – ohne konkrete Ergebnisse. Sein Land habe alles Recht auf seiner Seite, seine territoriale Integrität wieder herzustellen. „Es gibt mehrere Uno-Resolutionen, die Armenien zum Verlassen dieser Gebiete auffordern. Doch der Druck der internationalen Gemeinschaft ist zu klein“, sagt er. Nadjafov betont zwar ausdrücklich, dass die diplomatischen Mittel noch nicht ausgeschöpft seien. „Aber in der Realität verlieren wir langsam die Geduld“. Man habe die Möglichkeiten, die Gebiete innerhalb kurzer Zeit zu befreien, sagt der General.

Höchstmögliche Autonomie innerhalb Aserbaidschans

Ähnlich sieht es auch Elchan Polukhow , Sprecher des aserbaidschanischen Aussenministeriums. Man sei bereit für weitere Verhandlungen, aber man halte sich das Recht offen, alle Mittel auszuschöpfen, auch die militärischen. „Potential für die Diplomatie ist noch vorhanden. Aber wir werden kaum noch einmal 15 Jahre so weiter diskutieren“, sagt er. Das Angebot Aserbaidschans an Armenien stehe, nun gelte es für das Nachbarland, endlich auch einen Schritt zu machen. Die Offerte Aserbaidschans an die Besatzer von 16 Prozent des aserbaidschanischen Staatsgebietes beinhaltet die höchstmögliche Autonomie für Nagorno-Karabach innerhalb der aserbaidschanischen Republik. Analog der aserischen Enklave Nachitschewan würde Karabach ein regionales Parlament erhalten und könnte in Baku ein Verbindungsbüro betreiben. „Wir würden auch finanzielle Investitionen in Armenien selber tätigen“, sagt Polukhow. Voraussetzung dafür sind zuerst der Rückzug der armenischen Truppen aus den besetzten Gebieten um Karabach und die Wiedereröffnung aller Verkehrsverbindungen. Friedenstruppen der UNO oder der OSZE sollen danach die Rückkehr der aserischen Flüchtlinge in ihre Heimat überwachen und ein friedliches Zusammenleben von Armeniern und Aserbaidschanern sichern. „Auch wenn wir verstehen, dass die Vermittler eine generelle Position einnehmen müssen: Wir wollen, dass die Mediatoren die Sache beim Namen nennen: Es ist eine Agression und Besatzung durch Armenien“, stellt er fest. „Diese Region ist zu klein für sechs Nationen“. Er meint damit neben Georgien, Armenien und Aserbaidschan die umstrittenen Sezessionsgebiete Abchasien, Südossetien und eben Nagorno-Karabach. „Wir können doch nicht die Büchse der Pandora öffnen“, so Polukhow.

Und dann erzählt Elchan Polukhow eine Begebenheit, die die internationalen Medien gänzlich ignoriert haben: 2007 und 2009 hat der in Moskau stationierte aserbaidschanische Botschafter von der aserbaidschanischen Seite her reisend Nagorno-Karabach besucht und ist weiter nach Eriwan zu Gesprächen gefahren. Es mag ein symbolischer Schritt sein, doch die Eingeständnisse Aserbaidschans sind signifikant. Auch wenn sich 2008 sowohl Aserbaidschan als auch Armenien für eine friedliche Lösung ausgesprochen haben, ist die eine Eskalation dieses Konflikts im Südkaukasus nach wie vor nicht auszuschliessen.




Saturday, April 10, 2010

PHOTOS: German's graveyard in Tamarisi. By Gela Bedianashvili. (flickr.com)

Friday, April 09, 2010

NEWS: RFE/RL Caucasus Report - 4/9/2010 (rferl.org)

A review of RFE/RL reporting and analysis about the countries of the South Caucasus and Russia's North Caucasus region. For more stories on the Caucasus, please visit and bookmark our Caucasus page .

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NEWS: RFE/RL Caucasus Repor - 3/30/2010 (rferl.org)

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NEWS: RFE/RL Caucasus Repor - 3/17/2010 (rferl.org)

A review of RFE/RL reporting and analysis about the countries of the South Caucasus and Russia's North Caucasus region. For more stories on the Caucasus, please visit and bookmark our Caucasus page .

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EU's Ashton Puts Focus On Neighborhood Catherine Ashton, the EU's high representative for foreign policy, told the European Parliament in Strasbourg today reforms in the bloc's immediate neighborhood will be her key priority and will be vital in furthering the bloc's ambition to play a greater role in the world. More
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Umarov Vows To 'Liberate' Krasnodar, Astrakhan, Volga Region Kavkazcenter.com, the website of the North Caucasus Islamic insurgency, has posted the transcript of an address in Russian by the self-styled amir of the North Caucasus, Dokka Umarov, in which he rejects as untrue claims by various Russian and North Caucasus officials that he has been killed, and/or that the insurgency is rapidly losing strength. More
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The Blooming Friendship Between Azerbaijan And Israel Although Azerbaijan is a predominantly Shi’ite Muslim country and a majority of ethnic Azeris live in neighboring Iran (a ferocious enemy of Israel), Baku routinely shares intelligence with the Jewish state, buys its arms, and considers it trustworthy in security matters, completely contradicting stereotypes about a “clash of civilizations.” More
Five Years After Maskhadov's Death, Situation In North Caucasus Remains Complex Five years ago, on March 8, 2005, the Russian authorities announced the death in a shootout of Chechen President and resistance commander Aslan Maskhadov. More
Inaction, Stigma Fuel Chechnya's TB Epidemic Chechnya is facing a mounting epidemic of tuberculosis. Official indifference, low awareness, and a medical infrastructure battered by two wars have allowed TB to flourish in the North Caucasus republic. More