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Sunday, January 10, 2016

SÜD-KAUKASUS: Region Berg-Karabach - In einem Land, das es nicht gibt. Von Sven Töniges (deutschlandfunk.de)

(deutschlandfunk.de) Berg-Karabach, eine Region im Südkaukasus, ist seit fast 25 Jahren eine selbsternannte Republik. Seit Jahrhunderten streiten Armenier und die heutigen Aserbaidschaner um die Bergregionen. Bis 1994 wurde dort Krieg geführt, seitdem halten armenische Truppen Berg-Karabach und rund ein Sechstel Asaerbaidschans besetzt. Ein Lösung ist nicht in Sicht, eine Reise war es trotzdem wert.

Von Sven Töniges


Foto: Maxence Peniguet


"Oh, du geliebtes Heimatland", singen die Männer. "Oh, Ihr meine hohen Gipfel". Die geliebten hohen Gipfel: Das sind die Zweieinhalbtausender des Südkaukasus, die geliebte Heimat: Das ist Berg-Karabach. Rund 50 Männer sind an diesem Abend in die Stadt Shuschi gekommen, die allermeisten tragen Tarnfleck. Sie wollen ihre Heimat besingen - und ihre gefallenen Kameraden, mit denen sie gekämpft haben vor mehr als 20 Jahren. Der Besucher aus Deutschland wird etwas bestaunt. Nicht allzu oft kommen Touristen vorbei in ihrem schönen Land und in ihrem schönen Staat - den es eigentlich gar nicht gibt. Aber der Reihe nach.

Kommen Sie nach Berg-Karabach, hatte mir Herr Khachian gesagt auf der Tourismusmesse in Berlin. Einfach, weil es wunderschön dort ist, hatte er gesagt. So ähnlich wie in der Schweiz. "Karabach – Ein versteckter Schatz", und: "Ein unentdeckter Schatz", stand auf den Prospekten, die mir Herr Khachian in die Hand drückte.

Berg-Karabach, oder: Nagorny-Karabach. Da ist ein leises Echo irgendwo aus den Nachrichten der frühen 90er-Jahre; irgendwas mit Kaukasus kommt einem da in den Sinn. Irgendwas mit der kollabierenden Sowjetunion. Einer dieser sowjetischen Nachfolgekriege, für die sich Europa bald nicht mehr interessierte. Wie in der Schweiz also soll es dort sein, in Berg-Karabach.

Ein paar Wochen später überreicht mir der nette Beamte ein Visum der Republik Nagorny-Karabach. Rund fünf Stunden hatte das Sammeltaxi von Eriwan gebraucht über den mächtigen Worotan-Gebirgspass nahe der Grenze zum Iran. Ein unscheinbares Gebäude offenbart sich als Grenzstation. Eine große Schautafel heißt die Besucher willkommen: Republik Berg-Karabach, steht da. 140.000 Einwohner, zu 98 Prozent Armenier, Territorium: 12.000 Quadratkilometer.

Dieser Staat existiert nicht

Was hier nicht steht: Dieser Staat existiert nicht. Nicht nach Ansicht der Vereinten Nationen oder dem Europarat. Völkerrechtlich befinden wir uns in Aserbaidschan. Kein einziger Staat der Welt hat die Republik Berg-Karabach anerkannt - nicht einmal der große Bruder: Armenien. Dabei hatte Armenien zwischen 1992 und 1994 mit Aserbaidschan einen blutigen Krieg um die damalige Exklave Karabach geführt. Die Armenier siegten. Und doch traut sich Jerewan bis heute nicht, die Karabach-Republik anzuerkennen - geschweige denn sich einzuverleiben. Im gleichen Moment würde der Krieg wieder ausbrechen.

Das Taxi schraubt sich ein enges, satt grünes Tal hinauf. Die Straße ist gut ausgebaut. Der Asphalt ist frischer, die Leitplanken sind neuer als eben noch auf der armenischen Nationalstraße. Oben wartet Bergpanorama. Sanft geschwungene Kämme, dahinter felsige Gipfel. Die Schweiz? Kommt schon hin. Bergkarabach oder Nagorny-Kara-Bach: Das bedeutet wörtlich: der bergige schwarze Garten. Aus drei Sprachen speist sich der Name: Russisch, Türkisch und Persisch. Ein erster Hinweis darauf, dass diese Gegend stets Zankapfel der Großmächte war - und ist.

Was denn das für lange Metallseile seien, die da immer wieder über das Tal gespannt sind? Seilbahnen?, frage ich meinen Sitznachbarn. Nein, sagt er, das ist zur Abwehr von Hubschraubern. Dann ein Ortsschild: "Stepanakert". Hauptstadt der Republik Bergkarabach.

Perfektes sowjetisches Kleinstadt-Idyll

Gepflegte neoklassizistische Straßenlaternen aus der Sowjetzeit werfen ihr Licht auf besenreine Straßen; ein Väterchen mit Schirmmütze zieht akkurat einen Zebrastreifen nach. Uniformierte mit breiten Tellermützen schlendern rauchend die Straße entlang. Hie und da rollt ein Wolga oder ein Lada vorbei. Perfektes sowjetisches Kleinstadt-Idyll.

Auch nebenan auf der "Allee der Liebenden", einer etwas zu großzügig geratenen Freitreppe.

Hier stehen Artak Grigorian und seine Frau Gayane. Das Paar erwartet in drei Wochen die Geburt ihres ersten Kindes, erzählen sie. Sie sei sehr aufgeregt, sagt die 21-jährige Gayane. Sorgen, dass ihr Kind in einem Land aufwächst, das sich de jure im Kriegszustand befindet, habe sie nicht.

"Nein, natürlich nicht. Mag sein, dass man in Europa Bergkarabach mit Konflikt- und Krisengebiet gleichsetzt. Wir leben hier in unserer Heimat. Und wir leben in Frieden hier. Wir hoffen, dass unsere Kinder auch in Frieden leben werden."

Dass das so bleibt, dafür sorgt eine Armee mit geschätzten 30.000 Soldaten - und das bei gerade einmal 100.000 Einwohnern - eine wiederum geschätzte Zahl. Die real existierende Armee ist die größte Rückversicherung des Operetten-Staates Berg-Karabach. Alle anderen Institutionen haben nicht allzu viel zu melden: Nicht der international nicht anerkannte Präsident in seiner großen Residenz in Stadtzentrum, nicht das international nicht anerkannte Parlament im üppigen Neubau gegenüber.

Wahrlich präsidial ist indes auch das Büro von Sergey Shahverdiyan. Der Chef der Behörde für Tourismus und Erhaltung der historischen Umwelt der Republik Berg-Karabach hat mich geladen, um mir zu erklären, warum die Zukunft seines Landes im Tourismus liege. Vier Telefone stehen auf dem tiefen Schreibtisch. Sergey Shahverdiyan hat Großes vor. Er will den Tourismus zur Schlüsselindustrie seines Landes ausbauen, zum Hauptdevisenbringer. Ob das nicht etwas zu ehrgeizig sei, in einer Region, die wenn überhaupt nur als Krisengebiet bekannt ist?

Nein, sagt Herr Schahverdiyan, seit 1995 hole er jetzt schon Touristen ins Land. Noch sei nie jemand verletzt worden. "Berg-Karabach, das ist für Besucher sicherer als Berlin!"

4.000 Jahre Geschichte hat Herr Khachian in Berlin versprochen. Reiseführer Narek präsentiert nun eine der archäologischen Perlen von Berg-Karabach: die Ausgrabungen von Tigranakert rund eine halbe Autostunde von der Hauptstadt Stepanakert entfernt. Die archäologische Stätte liegt am Fuße eines Bergrückens. Ab hier erstreckt sich nur flaches Land, Steppe.

Diese Stadt wurde vom armenischen König Tigran dem Großen gebaut, erzählt Reiseführer Narek. Tigran regierte von 95 bis 55 vor Christus.

Die Bedeutung Tigrans, sagt Narek, könne nicht hoch genug geschätzt werden. Es sei der wichtigste Herrscher der armenischen Geschichte gewesen. Vom Mittelmeer bis zur kaspischen See erstreckte sich sein Reich. Armenien von Meer zu Meer, wurde es genannt.

Zu Sowjetzeiten, als das Gebiet zur aserbaidschanischen Sowjetrepublik gehörte, sei hier ein vermüllter Rastplatz gewesen. Nun steht, soeben fertiggestellt, eine aufwendig rekonstruierte Festung aus dem 17. Jahrhundert. Darin ein kleines Museum. Die ausgestellten Artefakte und die Schautafeln sollen belegen: Das hier ist armenisches Land. Seit 2.000 Jahren.

Agdam einst eine aserbaidschanische Stadt

Durch die Schießscharten des Mauerwerks eröffnet sich ein weiter Blick hinein in die Tiefebene. Wenige hundert Metern entfernt zeichnen sich Mauerreste ab. Grundmauern von Häusern sind zu erkennen, bei genauerem Hinsehen reichen sie bis zum Horizont? Noch eine antike Ausgrabungsstätte also? Durch das Tele der Kamera erkenne ich die Gerippe mehrerer Plattenbauten, die Silhouette zweier Türme, vielleicht Schornsteine; und rundherum die Ruinen über Ruinen. Hier muss einmal eine Großstadt gewesen sein. "Das ist militärisches Speergebiet", sagt Narek schmal-lippig und drängt zur Weiterfahrt. Was da im Hintergrund liegt ist Agdam, einst eine mittlere aserbaidschanische Großstadt, die 1993 von den Armeniern gebrandschatzt wurde.

Eine Autostunde später und drei Vegetationszonen höher. Ringsum falten sich dicht bewaldete Berge auf. Wie ein Tapete im Hintergrund: die firnbedeckten Dreitausender-Gipfel des Kleinen Kaukasus. Reiseführer Narek steht vor dem Kloster Gandzasar. 1216 gegründet als geistliches Zentrum des Fürstentums von Khachen. Heute residiert der Erzbischof von Nagorny-Karabach hier.

Dicke Mauern schützen die Klosteranlage. Über Jahrhunderte musste der Bau dem ständigen Hin-und-Her zwischen muslimischen und christlichen Eroberern im Südkaukasus trutzen. Der Kirchenbau ist eine mustergültige armenische Kirche mit einem polygonen, mittigen Turm.

Es sei einer der wichtigsten armenischen Sakralbauten des Mittelalters, erklärt Narek. Nun kämen jeden Sonntag um Elf die Gläubigen aus Berg-Karabach hierher, um zu beten. Für die Republik Berg-Karabach ist es ein geradezu mythischer Ort, erklärt Narek.

Ein breitschultriger Mann in tarnfarbener Uniform und mit gewaltigem Schnauzbart eilt herbei. Auf seiner Brust glänzen anderthalb Dutzend Orden. "Stendal!", ruft er und zeigt eine verblasste, diffuse Tätowierung auf dem rechten Unterarm.

Als junger Soldat sei er in Deutschland, in Stendal, stationiert gewesen. Dann zieht er einen Ausweis hervor. Die Mitgliedskarte der Union der Veteranen des Karabach-Krieges. Aragat Mkrtchyan steht da. Aber alle nennen ihn nur bei seinem Kampfnamen: Bondo. Dass er heute mit einigen Kameraden auf dem Klosterberg sei, das habe Tradition, erklärt Bondo.

"Wir haben dieses Kloster verteidigt. Sie haben es immer wieder bombardiert. Die Aserbaidschaner griffen mit Suchoi-25-Kampfjets an. Gerade einmal eine Bombe traf, eine 500 Kilobombe, sie fiel auf das Haus da drüben. Aber: Sie explodierte nicht. Es ist ein Wunder. Wir waren nur ein paar Mann, auch der Priester hat mitgekämpft."

Reichlich Wodka und Tränen

Und heute Abend wollen Sie feiern, sagt Bondo. Veteranen des Karabach-Kriegs, Freiheitskämpfer, wie sie sich nennen, von überall her kommen sie heute Abend nach Shushi. Auf den Tag genau vor 23 Jahren hätten sie die Stadt von den Aserbaidschanern erobert. "Befreit", im hiesigen Sprachgebrauch. Deswegen wird heute ein Lamm geschlachtet. Dafür haben sie sich gerade im Kloster Gandzazar den Segen abgeholt. Ich bin eingeladen. Heute Abend in Shushi.

"Wach auf und sattel' dein weißes Pferd, ruf deine Kämpfer. Und rette dein schönes Heimatland."

Reichlich Wodka und Tränen fließen im Festsaal eines Hotels in Shushi. Rund 50 Veteranen, fast alle in Tarnfleck, sind gekommen. Das Lamm ist geschlachtet, alles was das Tier hergibt ist auf den Tisch gewandert; dazu reichlich Lavash, das dünne armenische Fladenbrot, Gurken, Tomaten und herber Ziegenkäse. Alles wird mit Wodka heruntergespült. General Varsham Gorian, Chef des Veteranen-Verbands, erhebt sein Glas.

"Uns allen ein glückliches Festmahl! Ehre sei unseren Kameraden. Ihr Blut war der Preis dafür, dass wir hier heute friedlich zusammensitzen dürfen. Zum Wohle! Glückwunsch. Auf den Frieden."

"Diese Männer hier haben an der Befreiung von Shushi teilgenommen. Shushi ist das Zentrum der armenischen Kultur. Armenien ist ein von Gott gemachter Himmel - und Shushi ist ein strahlender Stern darin. Unser Alphabet, das armenische Alphabet ist das Taschentuch Gottes. Noahs Arche ist auf dem Berg Ararat gestrandet, auf dem wichtigsten Symbol der armenischen Nation. Also hat die Geschichte mit dem armenischen Volk begonnen."

Shushi, oder Shusha, wie die Stadt auf Aserbaidschanisch heißt: In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1992 erklommen armenische Einheiten die Felsen um die 1.500 Meter hochgelegene Feste und überwältigten die aserbaidschanischen Truppen. Ein Wendepunkt des Krieges.

Der nächste Toast wird ausgebracht. Es gibt sehr gute Neuigkeiten, ruft einer der Veteranen. Der US-Bundesstaat Kalifornien habe Berg-Karabach als unabhängiges Land anerkannt!

Draußen vor der Tür ruht Shushi. Strahlender Stern im armenischen Himmel, so hatte der General die Stadt genannt. Strahlend: nicht der erste Begriff, der einem unterhalb des Hotels in den Sinn kommt. Graubraun die Häuser zu beiden Seiten der menschenleeren Straße. Bis auf das verblasste Rosa des einstigen Sowjetkinos. Dahinter, wie Ausrufezeichen, die Minarette einer in Trümmern liegenden Moschee.

Historisches Zentrum

Als Jerusalem des Kaukasus gilt Shusha beziehungsweise Shushi. Historisches Zentrum der aserbaidschanischen Kultur - und der armenischen. Hier konnte er lange besichtigt werden: der Kaukasus als Berg der Völker, als Nahtstelle zwischen Nord und Süd, Ost und West, Christentum und Islam. Doch immer wieder wurde die Stadt zerstört, wurde mal der armenische und mal der aserbaidschanische Teil der Bevölkerung vertrieben oder gar massakriert. Nun, seit dem letzten Krieg. Ist Shushi - so wie ganz - Berg-Karabach rein armenisch. Ethnisch bereinigt, wenn man dieses Wort benutzen möchte.

"Oh, du geliebtes Heimatland, oh, Ihr meine hohen Gipfel", singen die Männer drinnen im Hotel Und doch schauen die meisten mit nachdenklichem, vor allem aber müdem Blick auf das Geschehen. "Heute Abend wollen wir nur an die schönen Dinge denken." Das sagt mir ein Veteran in Panzergrenadier-Uniform.

Auf dem Weg zurück ins Hotel nach Stepanakert. Gleich am Ortseingang ist ein Banner gespannt. Auf Russisch und auf Englisch ist es beschrieben, mehrsprachig, wie in der Schweiz: "Wir glauben an unsere Zukunft", steht da trotzig.

Informationen zu Reisen in die "Republik Berg-Karabach"

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in die "Republik Berg-Karabach" ab. Entlang der Waffenstillstandslinie zu Aserbaidschan kommt es regelmäßig zu Schusswechseln und Scharmützeln, außerdem muss hier mit Minen gerechnet werden. Im Landesinneren war die Lage zum Zeitpunkt der Recherche ruhig.

Die Einreise nach Berg-Karabach ist nur über Armenien möglich. Aserbaidschan betrachtet Reisen ohne vorherige Zustimmung als illegal. Näheres dazu auf der deutschen Seite der Botschaft der Republik Aserbaidschan, Berlin.

Weitere Informationen bietet die Seite der Tourismusverwaltung von Berg-Karabach.

Friday, August 01, 2014

BERGKARABACH: Der weite Weg des Markar Koutcharyan: Besuch im umstrittenen Gebiet zwischen Armenien und Aserbaidschan. Von Andreas Zecher (deutschlandradiokultur.de)

(deutschlandradiokultur.de) Der Journalist Andreas Zecher war kürzlich unterwegs in der Region um die selbsternannte Republik Bergkarabach, die de facto ein Teil Armeniens ist, völkerrechtlich aber zu Aserbaidschan gehört. Er erinnert an einen vergessenen Nachbarschaftsstreit.

Markar Koutcharyan hat einen weiten Weg vor sich. Seit fast einem Jahr bekam er Artun nicht mehr zu Gesicht. Nun macht er sich auf nach Stepanakert, wo der junge Mann seinen Militärdienst absolviert. Wenn alles gut läuft, erhält der Enkelsohn Ausgang, um am Abend mit seinem Großvater Essen zu gehen.

Der Luftlinie nach sind es 200 Kilometer von Jerewan, der Hauptstadt Armiens, nach Stepanakert, der Hauptstadt der selbsternannten Republik Bergkarabach. Sie ist de facto ein Teil Armeniens, gehört völkerrechtlich aber immer noch zu Aserbaidschan. Davon spricht Markar Koutcharyan nicht.

Der sogenannte "obere oder gebirgige schwarze Garten" im Südosten des Kleinen Kaukasus wird von Armeniern bewohnt. Es gab auch einmal eine Minderheit von Aserbaidschanern. Sie wurden getötet oder in ihr Mutterland vertrieben. Das war zwischen 1992 und 1994 im Laufe des Krieges beider Nachbarländer. Seither hat das siegreiche Armenien in Bergkarabach hochgerüstete Streitkräfte stationiert, die viel Geld kosten.

Geld, das dem armen Land auch fehlt, um die maroden Straßen zu sanieren. So wird die Fahrt zum Enkelsohn zeitaufwendiger, als 200 Kilometer es vermuten lassen. Sie führt durch Hochgebirgslandschaften, zunächst entlang der armenisch-türkischen Grenze, die die befreundeten Russen sichern, dann entlang an der Grenze zur Republik Nachitschewan, die von Aserbaidschanern bewohnt wird.

Immer wieder fallen tödliche Schüsse

Scharfschützen belauern sich hier auf beiden Seiten und feuern immer wieder tödliche Schüsse ab. Deren Opfer werden wiederum mit tödlichen Schüssen gerächt. Davon erzählt Markar Koutscharyan. Die Bösen sind für ihn ohne Zweifel die auf der anderen Seite. Türken, Aserbaidschaner seien alle eins - hätten nur ein Ziel, die Armenier zu vernichten.

Wie viele seiner Generation ist der 70-Jährige ohne Großvater aufgewachsen. Den haben die Türken zu Beginn des Ersten Weltkrieges umgebracht. Tausende Armenier wurden damals erschossen, ihre Frauen und Kinder auf Todesmärschen grausam vernichtet. Etliche Länder, darunter Frankreich, nennen das Völkermord und stellen dessen Leugnung unter Strafe. Deutschland tut das nicht.

Deutschland liegt im befriedeten Teil Europas. Dort versucht man Konflikte mit Kompromissen und durch Verhandlungen zu lösen, zu versöhnen statt zu spalten. Doch davon hält Markar Koutscharyan nichts. Wenn man beschossen werde, müsse man zurückschießen, möglichst so erfolgreich, dass der Gegner endgültig aufgebe. Armenien sei eben nicht Irland.

Angst vor dem Ernstfall

Und so sieht er den nächsten Krieg mit Aserbaidschan kommen. Das Land sei durch Öl reich geworden, habe aufgerüstet und werde die frühere Provinz zurückerobern wollen, vermutet er. Der Großvater glaubt an einen weiteren Sieg der Armenier und der Enkel hofft, im Ernstfall seinen Militärdienst längst beendet zu haben.

Vielleicht studiert Artun dann am Londoner King´s College, wie die Söhne von Großvaters Freund, Onkel Gorjun. Er spricht noch nicht offen über diesen Plan, hofft aber, dass der Alte ihn auch im Ausland finanziell großzügig unterstützen werde.

Beim abendlichen Essen - es war im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft - läuft im Fernsehen das Spiel Deutschland gegen Armenien. Den Ehrentreffer für die Armenier erzielt Henrikh Mkhitaryan. Der habe es geschafft, raunt Artun bewundernd. Der sei draußen, in Deutschland, bei Borussia Dortmund mit einem Marktwert von 26 Millionen Euro. Er aber müsse wieder zurück in die Kaserne. Ein Jahr noch, in dem hoffentlich nichts Schlimmes passiert.

Dr. Andreas Zecher, Jahrgang 1953, ist Journalist und Autor. Er lebt in der Nähe von Rostock. Mehr als 20 Jahre berichtete er für den in Neubrandenburg erscheinenden „Nordkurier" aus der nordöstlichen Küstenregion. Zuletzt erschienen: "Heute ein Frosch-Morgen ein König, Verrückte Geschichten aus Mecklenburg-Vorpommern" (Magma Verlag). 

Podcast >>>

Wednesday, June 18, 2014

REISEPORTRÄTS: Bergkarabach. Von Bastien Dubois - Samstag, 28. Juni um 14:26 Uhr (arte.tv)

(arte.tv) Bastien Dubois‘ Animationsfilmreihe "Reiseporträts" greift das Erfolgsrezept seines Kurzfilms "Madagaskar, ein Reisetagebuch" auf, der 2011 für den Oscar nominiert wurde. Die Serie ist eine sehr subjektive Reise um die Welt, ein Geflecht aus originellen Geschichten, die nach Art eines Reisetagebuchs in Szene gesetzt werden. 

vimeo.com/bastiendubois

Monday, June 16, 2014

PHOTOGALLERY: The Nagorny Karabakh Conflict – Perspectives for Peace? (c-r.org)

(c-r.org) Photographic works by Giorgi Tsagareli and Shakhvalad Aivazov Ali-Oglu, 1989 – 1994
13 – 18 June 2014, National Parliamentary Library, Tbilisi

Giorgi Tsagareli (1947, Tbilisi) has been a photojournalist since 1983. He has been a regular contributor to a variety of printed media and information agencies in Georgia and the Russian Federation. His portfolio includes wartime photographs from the Georgian-Abkhaz and Nagorny Karabakh conflicts, in which he documented events on the Armenian side.

Shakhvalad Aivazov Ali-Oglu (1956, Tbilisi) graduated in journalism and has been a photojournalist since 1977. From 1980 – 1992 he was employed in “Grusinform-Tass” as a photo correspondent. Since 1992 he has worked for “Associated Press” in the Caucasus. Assignments have included the first Chechen war and the Georgian-Abkhaz conflict. During the Nagorny Karabakh conflict he documented events on the Azerbaijani side.



Exhibition at the National Parliamentary Library, Tbilisi. A gallery of images from the exhibition will be available here soon.

Note: These photographs are not intended to document the conflict over Nagorny Karabakh in its entirety, but represent a selection of the works of two photojournalists who covered aspects of the conflict in the period 1989 – 1994. The place names used in the photo captions reflect the terminology used by the author of “Black Garden: Armenia and Azerbaijan through Peace and War” and in no way imply a position on the part of Conciliation Resources or the European Union.  

(c-r.org/news/nagorny-karabakh-conflict-perspectives-peace) Since the ceasefire in 1994 Azerbaijan and Armenia have remained in deadlock over the disputed Nagorny Karabakh region. An internationally sponsored peace process based on closed talks between the leaders has yielded several proposals but no agreement.


Bora B. on his daily cemetery visit to play for the fallen – Stepanakert_Khankendi, 1994 (Giorgi Tsagareli)
On 13 June 2014, Conciliation Resources is hosting an event in Tbilisi, looking at perspectives for peace since the Nagorny Karabakh ceasefire twenty years ago. This will include an expert panel discussion, the launch of the revised Russian-language edition of Black Garden: Armenia and Azerbaijan through Peace and War and an exhibition of photographs taken in the run up to and during the war.

Conciliation Resources has been working in the Nagorny Karabakh context since the early 2000s. As a member of the EU-funded European Partnership for the Peaceful Resolution of the Conflict over Nagorny Karabakh (EPNK), we work with local and international policymakers, civil society activists, young people and displaced communities with the aim of improving prospects for peace in the region.

Through its EPNK activities, Conciliation Resources has sought to give a voice to people marginalised in the peace process and those most affected by the unresolved conflict.

Working with partners, we have generated fresh analysis and new ideas in relation to the peace process and brought these to policymakers. We help local partners to support displaced communities to be more active in addressing their needs, and work with local filmmakers and young people from either side of the conflict divide to produce joint films. These explore alternative views and challenge one-sided narratives on the conflict.

The panel discussion (in English) includes insights from Thomas de Waal (Carnegie Endowment for International Peace, Washington), Tatul Hakobyan (Civilitas, Yerevan), Tabib Huseynov (Saferworld, Tbilisi), Mikheil Mirziashvili (Independent expert, Tbilisi) and Siegfried Woeber (Conciliation Resources, London). The event will take place from 18:00-20:45 in the National Parliamentary Library, Gudiashvili str. 7, Building III in Tbilisi.

The discussion will be followed by the presentation of the second Russian-language edition of Black Garden – Armenia and Azerbaijan through Peace and War by Thomas de Waal. The book, originally published in 2003, is a definitive study of the Nagorny Karabakh conflict. It is based on six months travelling through the south Caucasus, and more than 120 original interviews in the region, Moscow, and Washington. This revised Russian edition includes new chapters, as well as an updated foreword and conclusion.

The event concludes with the opening of an exhibition of photographs taken by Giorgi Tsagareli and Shakh Aivazov in the run up to and during the Nagorny Karabakh war. This exhibition will be on display until 18 June 2014 in the National Parliamentary Library’s reception hall.

For further information on the event please contact Siegfried Woeber.

For more information on the exhibition and photographers visit the photogallery page - See more at: c-r.org/news/nagorny-karabakh-conflict-perspectives-peace

Monday, August 19, 2013

PHOTOGRAPHY: Nagorny Karabakh (148 images). By Timo Vogt


Nagorny Karabakh - Images by timo vogt


Nagorno-Karabakh is a landlocked region in the South Caucasus covering the southeastern range of the Lesser Caucasus mountains. Officially still part of Azerbaijan Karabakh is in fact under control of armenian lead authorities who self-proclaimed Karabakh as a independent. A Ceasefire-Agreement has stopped a bloody secession war between Armenia and Azerbaijan in 1994. However armed clashes still continue along the "Line of Contact", while the Karabakh government slowly build an new armenian Nagorny Karabakh.

Podcast: Gespräch mit dem Kriegsfotografen Timo Vogt - 08.08.2013
Timo Vogt hat unter anderem in Syrien, Afghanistan, Georgien und Armenien gearbeitet. Die Rolle des Dokumentaristen einzuhalten, sei nicht leicht, sagt er, eine ganz ausgewogene Berichterstattung unmöglich: Man stehe immer auf einer Seite.

Wednesday, August 14, 2013

GEOPOLITIK: Putin markiert Präsenz. Besuch in Aserbeidschan. Von Daniel Wechlin, Moskau (nzz.ch)

(nzz.ch) Putin demonstriert mit einer Visite in Baku die Interessen Russlands an der politisch und ökonomisch umworbenen Region am Kaspischen Meer. Aserbeidschans Staatschef Alijew steht derweil vor seiner Wiederwahl.


Präsident Putin bei seinem Treffen mit dem aserbeidschanischen Amtskollegen Alijew.
Präsident Putin bei seinem Treffen mit dem aserbeidschanischen Amtskollegen Alijew. Präsident Putin bei seinem Treffen mit dem aserbeidschanischen Amtskollegen Alijew. (Bild: Keystone / AP)
Der russische Präsident Wladimir Putin ist am Dienstag zu einem Arbeitsbesuch mit seinem aserbeidschanischen Amtskollegen Ilham Alijew in Baku zusammengetroffen. Zentraler Bestandteil der Gespräche waren die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und damit vor allem die Zusammenarbeit im Energiesektor. Diverse Abkommen wurden ratifiziert. Auf der politischen Agenda standen unter anderem der Karabachkonflikt, Iran sowie Territorialstreitigkeiten um das Kaspische Meer. Putins Visite in der Südkaukasus-Republik fand vor dem Hintergrund statt, dass sich Baku vermehrt um politische, ökonomische und militärische Kooperationen mit dem Westen, nicht zuletzt mit den USA und der Nato, bemüht und im Land am 9. Oktober Präsidentschaftswahlen anstehen, in denen Alijew die dritte Wiederwahl anstrebt.

Russland verfolgt in der Region eine ambivalente Politik. Einerseits agiert Moskau als Schutzmacht Armeniens, mit dem Aserbeidschan im Streit um die international nicht anerkannte Republik Nagorni Karabach liegt. Das Gebiet wird von Armenien kontrolliert, das überdies Teile von sieben weiteren aserbeidschanischen Provinzen besetzt hält. Im Mediationsverfahren der Minsker Gruppe der OSZE kommt Russland eine Schlüsselposition zu. Doch die Gespräche sind seit Jahren blockiert. Andererseits liefert Moskau an Baku Waffen. Erst im Juni berichteten russische Medien, Aserbeidschan habe unlängst eine weitere Grosslieferung von Panzern und Raketensystemen erhalten. Der Kreml ringt zudem in Konkurrenz mit Baku und den anderen Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres um territoriale Ansprüche sowie um die Exploration von Rohstoffvorkommen. Ferner ist Moskau um ein gutes Auskommen mit Iran bemüht, das ein problembeladenes Verhältnis mit Aserbeidschan hat und die Initiativen der USA in der Region mit Argwohn beobachtet.

Präsident Putin markiert in diesem vielschichtigen Interessengeflecht mit seinem Besuch Präsenz. Gleichzeitig stärkt er Alijew für die kommenden Wahlen symbolisch den Rücken. Dessen Erfolg steht jedoch praktisch bereits fest. Das repressive Regime hat die schwache Opposition fest im Griff. Regierungskritiker stehen unter massivem Druck. Proteste werden konsequent niedergeschlagen. Allein im Zusammenhang mit Aktionen rund um den bevorstehenden Urnengang spricht Amnesty International von 14 neuen politischen Gefangenen.


Die marginalisierten Oppositionsparteien versuchen sich derweil zu organisieren. Der Nationale Rat der demokratischen Kräfte hat sich auf Rustam Ibrahimbekow als Kandidaten für das Präsidentenamt verständigt. Der 74-Jährige ist ein bekannter Drehbuchautor und Kritiker der aserbeidschanischen Machtelite. Aus Angst vor einer Festnahme hält er sich gegenwärtig allerdings nicht in Aserbeidschan auf. 

Analyse: Der nutzlose Putin  

Sunday, June 16, 2013

AUSZEICHNUNG: n-ost-Reportagepreis 2013: Die Preisträger - u. a. Meinrad Schade Nagorni Karabach – Der lange Schatten des Unabhängigkeitskrieges (n-ost)

Presseinformation des Netzwerks für Osteuropa-Berichterstattung

Preisträger n-ost-Reportagepreis 2013


n-ost-Reportagepreis 2013 geht an Andrea Roedig (Text), Elke Windisch (Radio) und Meinrad Schade (Foto)


(n-ost) Berlin, 14.06.2013 – Die Preisträger des n-ost-Reportagepreises 2013 sind Andrea Roedig („Macht, dass ihr rüberkommt!“, Der Standard ALBUM, 04.08.2012) in der Kategorie Text, Elke Windisch (Bruder Europäer – Das Dubrovniker Symphonieorchester, DLF, 12.06.2012) in der Kategorie Radio und Meinrad Schade (Nagorni Karabach – Der lange Schatten des Unabhängigkeitskrieges, Neue Zürcher Zeitung, 01. – 05.10.2012) in der Kategorie Foto.


Vor 200 Gästen wurde die Auszeichnung am Donnerstag, 13. Juni 2013, im Grünen Salon der Volksbühne Berlin zum siebten Mal verliehen. Die Preise übergaben die Jurymitglieder und Laudatoren Werner D’Inka (Herausgeber F.A.Z.), Silke Engel (Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio) und Lars Bauernschmitt (Hochschule Hannover).


Aus insgesamt 117 Einsendungen hatten die Juroren sechs weitere Beiträge nominiert:
Urs Mannhart (Gazprom heizt ein, Reportagen, Juni 2012) und Andreas Schneitter (Bauland, Repor-tagen, Februar 2012) in der Kategorie Text,
Stephan Ozsváth (Budapest, 15. März 2012, Nationalfeiertag. Ungarn auf der Suche nach sich selbst, RBB, MDR, WDR, 2012) und Rainer Schwochow (Geduldet – Leben im Zwischenraum, DLF, HR, 2012) in der Kategorie Radio,
Kirill Golovchenko (Kachalka. Muscle Beach, Geo, Neon u. a., 2012) und Helena Schätzle (9645 Kilometer Erinnerung, Verlag Nimbus Kunst und Bücher, 2012) in der Kategorie Foto.


Im Zentrum des Osteuropa-Abends, durch den Moderatorin Anja Heyde (ZDF-Morgenmagazin) führ-te, standen die ausgezeichneten Reportagen: Autoren und Fotografen berichteten persönlich von ihren Recherchen und stellten ihre preisverdächtigen Bildstrecken und Reportagen vor. Schauspieler Wolfgang Häntsch las Auszüge aus den drei nominierten Texten. Nach der Preisverleihung ging die Party mit den „Balkangrooves“ von DJ Pixie weiter.
Der n-ost-Reportagepreis ist in jeder Kategorie mit 2.000 Euro dotiert und geht an herausragende Osteuropa-Reportagen, die in deutschsprachigen Medien erschienen sind. Er soll Journalisten, Fotografen und Redaktionen zu qualitativer Berichterstattung ermutigen, herausragende Autoren auszeichnen und eine Debatte in Gang halten darüber, was „Osteuropa“ eigentlich ist und wie darüber erzählt und informiert wird.


Der n-ost-Reportagepreis 2013 wird unterstützt durch die Robert Bosch Stiftung sowie die METRO GROUP in Düsseldorf.



Preisträger 2013


TEXTREPORTAGE

Andrea Roedig
„Macht, dass ihr rüberkommt!“, Der Standard ALBUM, 04.08.2012
„Was sagt uns die Geschichte einer Flucht aus dem Rumänien der Ceauşescu-Zeit – heute, fünfzig Jahre später? Viel, wenn man sie so erzählt wie Andrea Roedig. Denn jede Entscheidung vernichtet Optionen. Wer geht, kann nicht zugleich bleiben. Und wer etwas gewinnt, gibt auch etwas auf. Wann und wo auch immer Menschen ihre Heimat verlassen, freiwillig oder unter Druck, wird das so sein. Davon handelt Andrea Roedigs Reportage, geschrieben in einer klaren Sprache, die sich auf die Men-schen einlässt, aber immer respektvolle Distanz wahrt.“
Laudator Werner D’Inka, Herausgeber der F.A.Z.


RADIOREPORTAGE
Elke Windisch
Bruder Europäer – Das Dubrovniker Symphonieorchester, DLF, 12.06.2012
„Eine großartige Allegorie auf die Vielvölker-Familie Europa! Die trotz aller Konflikte und Zerrissen-heit Identität stiftet. Wie in den Reihen des Symphonieorchesters Dubrovnik. Die Musiker sind so bunt wie die Stadt selbst, offen, tolerant. Sogar während des Kriegs im damaligen Jugoslawien halten sie die europäische Idee hoch: indem sie Beethovens „Neunte“ einstudieren. Die Aufführung gelingt dem Orchester erst 20 Jahre später, doch der Weg dorthin bleibt beispielhaft und zeigt, was Europa im Kern zusammenhält. Welch schöne Geschichte – eindrucksvoll, mitreißend und dicht erzählt!“
Laudatorin Silke Engel, Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio, rbb

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FOTOREPORTAGE
Meinrad Schade
Nagorni Karabach – Der lange Schatten des Unabhängigkeitskrieges, Neue Zürcher Zeitung, 01. – 05.10.2012
„Der Foto-Essay von Meinrad Schade verwirrt den Betrachter, weil er keine einfache, schnell lesbare Information liefert. Die Bilder sind nicht bequem konsumierbar, sondern verunsichern durch schein-bare Widersprüche und zwingen so zur längeren Auseinandersetzung mit dem Dargestellten. Die Brüche in den Fotos dienen als visuelle Übersetzungen der Stimmung in der Region. Den Betrachtern stellen sich Fragen, deren Antworten offen bleiben – so offen wie die weitere Entwicklung des Staa-tes Nagorni Karabach, den bisher niemand anerkennt.“
Laudator Lars Bauernschmitt, Hochschule Hannover


Meinrad Schade: Berg-Karabach – der lange Schatten des Unabhängigkeitskriegs 
Foto-Tableau  
1991 wollte sich die kleine Bergregion Berg-Karabach von Aserbeidschan trennen und erkämpfte mit Armeniens Hilfe die Unabhängigkeit; als Staat ist sie aber bis heute nicht anerkannt. Der Schweizer Fotograf Meinrad Schade hat sich dort umgesehen. 
Bildergalerie >>> 
 


Jurys 2013

TEXTREPORTAGE
Christian Böhme Journalist, ehem. Chefredakteur „Jüdische Allgemeine“
Werner D'Inka Herausgeber Frankfurter Allgemeine Zeitung
Henrik Kaufholz Redakteur Politiken, Kopenhagen
Sonja Margolina Publizistin und Autorin
Uwe Neumärker Direktor Stiftung Denkmal der ermordeten Juden Europas
Horst Pöttker Professor am Institut für Journalistik, TU Dortmund


RADIOREPORTAGE
Sabine Adler Korrespondentin in Warschau, Deutschlandfunk
Silke Engel Korrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio, rbb
Uwe Leuschner Vice-President Business Development CIS, DB Schenker Logistics
Jürgen Webermann Reporter NDR Info
Marianne Wendt Autorin und Regisseurin für Theater, Hörfunk und Film


FOTOREPORTAGE
Lars Bauernschmitt Professor für Fotojournalismus und Dokumentarfotografie
an der Hochschule Hannover
Michael Biedowicz Bildchef ZEITmagazin
Tomasz Dąbrowski Direktor des Polnischen Instituts Berlin
Pepa Hristova Freie Fotografin
Ute Mahler Professorin für Fotografie an der HAW Hamburg, Fotografin
Daniel Nauck Fotograf und Multimediaproducer bei 2470media
Michael Trippel Fotoreporter


Unterstützt durch

Robert Bosch Stiftung, METRO GROUP
 
Pressekontakt
Sarah Portner
Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung n-ost
Neuenburger Straße 17
10969 Berlin
+49-30-259 32 83-11
reportagepreis@n-ost.org

Thursday, February 21, 2013

VERANSTALTUNG: Und es bewegt sich doch? Armenien nach den Präsidentschaftswahlen Podiumsgespräch (boell.de)

Mi, 27.2.13 19 bis 21 Uhr
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

(boell.de) Am 18. Februar finden im südkaukasischen Armenien Präsidentschaftswahlen statt. Sie gelten bereits als entschieden: der seit 2008 amtierende Präsident Sersch Sarksjan wird das Amt zum wiederholten Mal antreten können. Obwohl zum ersten Mal seit Mitte der 90er Jahre alle wichtigsten politischen Akteure wieder im armenischen Parlament repräsentiert sind, erwarten viele Armenierinnen und Armenier keine pluralistischen und freien Präsidentschaftswahlen. Der Einzug der Opposition in das armenische Parlament bei den Wahlen im Frühjahr 2012 hat nur scheinbar zur Pluralisierung der politischen Landschaft geführt. Von einer tatsächlichen Gewaltenteilung ist das Land noch weit entfernt.

Armenien als kleinste Republik des Südkaukasus steht vor verschiedenen innen- und außenpolitischen Herausforderungen: Bedeutet eine zweite Amtsperiode von Präsident Sarksjan eher Stabilität oder Stagnation für die politische und gesellschaftliche Entwicklung des Landes? Wie lässt sich der politische Wille generieren, ein stabiles, korruptionsfreies und demokratisches System zu etablieren? Kann endlich eine Lösung des verhärteten armenisch-aserbaidschanischen Konflikts um die Kaukasusregion Bergkarabach herbeigeführt werden, der die innen- und außenpolitischen Spielräume Armeniens seit vielen Jahren eng begrenzt? Kann das Land trotz der engen sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Abhängigkeit von Russland seine Außenpolitik weiterhin nach verschiedenen Seiten ausrichten und insbesondere die Annäherung an die EU fortsetzen? Und schließlich: Wie bringt das Land die Vorbereitungen auf den 100. Jahrestag des armenischen Genozids im Jahr 1915 in Einklang mit den seit 2008 unternommenen zaghaften Versuchen einer politischen Annäherung an den großen Nachbarn Türkei?

Mit:
Gayane Shagoyan (Nationale Akademie der Wissenschaften, Jerewan)
Alexander Iskandaryan (Kaukasus-Institut, Jerewan)
Mikayel Zolyan (V. Brusov Universität, Jerewan)

Moderation:
Nino Lejava (Heinrich-Böll-Stiftung Südkaukasus, Tbilisi)

Livestream: Die Veranstaltung kann über einen Livestream (deutsch und russisch) verfolgt werden: boell.de/stream

Sprache:
Russisch/Deutsch mit Simultanübersetzung

Information:
Nina Happe, Projektbearbeiterin Ost- und Südosteuropa, Heinrich-Böll-Stiftung Berlin
E-Mail: happe@boell.de
Telefon: +49 (0)30 285 34 384

Veranstalter Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Veranstaltungs- ort
Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
10117 Berlin, Schumannstr. 8
Lageplan 

Mit der S-Bahn oder mit der U-Bahn bis Bahnhof Friedrichstraße. Ausgang über die Spree, dann Albrechtstraße, Reinhardtstraße überqueren und nach links in die Schumannstraße.

Friday, November 02, 2012

BOOK: A War-Torn Region's Story Told Through Soccer. By John Mahoney - Offside: Football In Exile Photos by Dirk-Jan Visser; text by Arthur Huizinga. (americanphotomag.com)

(americanphotomag.com) Offside: Football In Exile documents six Azerbaijani and Armenian lives shaped by soccer in the conflict-ridden Nagorno Karabakh disputed territory

By John Mahoney on October 18, 2012

more pics here: americanphotomag.com

Most of you reading this have probably never heard of Nagorno Karabakh, an unrecognized republic roughly the size of Maine nestled between Armenia and Azerbaijan. I hadn’t either, before I picked up Offside: Football in Exile, a unique photobook that tells the story of this war-torn region via its two main soccer clubs, FK Qarabag Agdam and FK Karabakh Stepanakert. We watch this story unfold via the lives of six individuals and their complex relationship with both their tumultuous homeland and the game of soccer.

As the Soviet Union disintegrated in the early 1990s, Nagorno Karabakh became one of many violent flashpoints in the broader regional conflict in the Caucasus, with Armenia and Azerbaijan both battling fiercely for control of its territory. The confusion continues until this day–Nagorno Karabakh functions as an unrecognized de facto republic, and the conflict has displaced hundreds of thousands of Armenians and Azerbaijanis alike.

It’s a complicated story, to say the least. It’s wise, then, that photographer Dirk-Jan Visser and journalist Arthur Huizinga chose to narrow the story’s focus down to six lives. In Offside we meet people like Aslan Kerimov, a veteran defender for the Azerbaijani team FK Qarabag Agdam. In 1993, the team was driven from their home stadium in the heart of the disputed territory due to the violence (only in 2009 did they return to the region, from their temporary home in the Azerbaijani city of Baku). His story contrasts with David Martirosyan, a 19-year-old Armenian goalkeeper whose father was killed in the war, and whose future in the sport is uncertain, considering that the major European soccer sanctioning bodies ban his unrecognized homeland and its biggest team, FK Karabakh Stepanakert, from official competition beyond the junior level.

The book is organized around the six lives it describes, and its design features do a lot to drive the overall storytelling. Each section is introduced with a written biography by Huizinga and caption list, with all text printed in English, Armenian and Azerbaijani. The texts are also color-coded to indicate the person’s ethnic heritage (blue for Armenia, red for Azarbaijan). Visser’s photos that follow are also rigidly segmented–with photographs of important places and landscapes in color, and depictions of each person’s daily life in stark black and white. His work is presented alongside personal snapshots from years’ past provided by the subjects. The photos are often broken up across consecutive pages, with no image seen in its entirety on any single page.

At first I was a bit overwhelmed by these design choices–I felt like I couldn’t immediately solve the various puzzles the book seemed to be presenting. But of course this is intentional–you’ll not find a more complex and frustrating story to try to tell than the decades of ethnic and political conflict that have shaped this part of the world, and in presenting their stories in such a rigidly systematic way, Visser and Huizinga both emphasize this fact and at the same time attempt to impose some form of order on the chaos. I found it hardest to come around to the photos being broken up across multiple pages; the work here is often beautiful, and it was frustrating to feel deprived of any single image’s full impact. But again, the lives these photos depict could not be more fragmented, and the choice to break them up effectively mirrors that.

Ultimately I really enjoyed this book for its full-on commitment to narrative storytelling. Photographers experimenting within the documentary tradition will often shy away from communicating any single interpretation of their work. And that’s fine—forcing the viewer to interpret a series of images presented wordlessly can be a powerfully effective way to create an emotional response. I find this approach most effective in a gallery or museum setting. But in the case of Offside, Visser and Huizinga have made a work that is very much a book, exemplifying all the narrative strengths of the medium in fine form.

1258Offside: Football In Exile was published by Paradox and Y Books. A gallery show with some of the work was shown in the Netherlands at Noorderlicht gallery earlier this year.

John Mahoney is a writer and web designer living in New York City. He is the web editor for American Photo magazine. On Twitter he is @mahon_e.

Offside: Football In Exile
Photos by Dirk-Jan Visser; text by Arthur Huizinga. Published by Paradox and Y Books: $50

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Watch a video trailer made for the book and project.

Trailer of Noorderlicht Exhibition and Paradox / Ydoc Publishing photobook OFFSIDE - Football in Exile by photographer Dirk-Jan Visser and writer Arthur Huizinga. OFFSIDE is a documentary project on the forgotten conflict in Nagorno-Karabakh. The project adresses the conflict from the perspective of two football teams: FK Qarabag Agdam and FK Karabakh Stepanakert.

For more information see: noorderlicht.com

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(jmcolberg.com) After the implosion of the Soviet Union, ethnic and religious tensions that had been held in check by Communist regimes and their ruthless application of power erupted along long-dormant fault lines. It was as if things had been frozen into place in the 1940s, and the post-Communist thaw allowed them to move again. The Balkans and Caucasus regions have since seen wars and mini-wars that most people had thought of as events of the past. The Caucasus, in particular, has proven to be a veritable mine field, with, seemingly, every village being if not at war then at least in some sort of conflict with its neighbouring village (if you think that’s hyperbole read The Sochi Project’s Empty land, Promised land, Forbidden land). Westerners for the most part have had a hard time understanding and/or following the various conflicts, and regardless, most of them seem far away and thus inconsequential (people will not easily admit this, of course).
 
I’m not an expert on the region, but from memory the conflict around Nagorno-Karabakh is one of the earliest that erupted (just to give you an idea what we’re dealing with, the region is about 30% larger than the Rhode Island, but has only around one ninth the US state’s population). As of now, it’s mostly unresolved, with peace talks between Armenia and Azerbaijan - the two main countries involved - ongoing. The previously frozen conflict has effectively become re-frozen, with international involvement keeping it from going.
In this frozen landscape, life has been going on. Offside - Football in Exile by photographer Dirk-Jan Visser and writer Arthur Huizinga (with the book’s design by Kummer & Herrman) brings life in the region - and the unresolved conflict itself - into focus by looking at football (the actual one that Americans call “soccer”). This seems like a smart idea, since usually even the most antagonistic neighbours can be united in their love for the same kind of sport. And even though most types of sport contain a very strong tribalistic element (the same mechanism that feeds the kinds of conflicts we’re talking about here), there is more to them, with the general underlying aspirations and ideas being fairly universal.
 
Offside features six individuals, three from each side, talking about their lives and about football. Sport offers an escape mechanism only to some extent, and the reality of the Nagorno-Karabakh has all kinds of repercussions, resulting in often absurd restrictions. The book keeps things neatly apart, at least on the surface, by using colours (red and blue) - Armenia and Azerbaijan are blue and red, respectively, on the main map (Nagorno-Karabakh itself requires two types of hatchings), and the essays about the six individuals are printed in their country’s colour. For people like me, who enjoy things neatly organized, that’s a very simple and efficient way to convey information.
The photography, in b/w and colour (in addition, there are some archival photographs), is mixed throughout the book, so if you ignore the text you’re not going to be able to tell things apart that easily. Offside is not the first book to emerge from Holland that has a photographer working alongside a writer, and once you look through the book you realize what is to be gained from that. The overall design also neatly places the book into the contemporary Dutch context - in addition to the use of colour (and, presumably, fonts - I’m not much of an expert on that), the photographs wrap around pages. You might see part of an image on one page and then the rest on another. I do think, though, that in terms of the design less could have been a bit more. For me, the clever design gets a bit in the way of what the book is actually talking about. While great design can play an important role in photobook making, it must be content with serving the purpose of the book, and I’m not sure that’s 100 per cent the case here.
 
Design issues aside, Offside is another fine example of contemporary Dutch documentary photobook making. With so much hand-wringing about the state of photojournalism and about how to present documentaries, looking at recent examples coming from Holland might teach the rest of the world a lesson of what still is possible.
 
Offside - Football in Exile, photographs by Dirk-Jan Visser, text by Arthur Huizinga, design by Kummer & Herrman, 308 pages, Paradox, 2012

Saturday, October 20, 2012

STUDIES: A Broken Region: The Persistent Failure of Integration Projects in the South Caucasus. Thomas De Waal (tandfonline.com)

Europe-Asia Studies(tandfonline.com) This article was downloaded by: [193.22.32.200]
On: 19 October 2012, At: 09:09
Publisher: Routledge
Informa Ltd Registered in England and Wales Registered Number: 1072954 Registered
office: Mortimer House, 37-41 Mortimer Street, London W1T 3JH, UK

Europe-Asia Studies
Publication details, including instructions for authors and subscription information:
tandfonline.com

A Broken Region: The Persistent Failure of Integration Projects in the South Caucasus
Thomas De Waal (Carnegie Endownent for International Peace)
Version of record first published: 01 Oct 2012.

To cite this article: Thomas De Waal (2012): A Broken Region: The Persistent Failure of Integration
Projects in the South Caucasus, Europe-Asia Studies, 64:9, 1709-1723
To link to this article: dx.doi.org

Full terms and conditions of use: http://www.tandfonline.com/page/terms-andconditions This article may be used for research, teaching, and private study purposes. Any substantial or systematic reproduction, redistribution, reselling, loan, sub-licensing, systematic supply, or distribution in any form to anyone is expressly forbidden. The publisher does not give any warranty express or implied or make any representation that the contents will be complete or accurate or up to date. The accuracy of any instructions, formulae, and drug doses should be independently verified with primary sources. The publisher shall not be liable for any loss, actions, claims, proceedings, demand, or costs or damages whatsoever or howsoever caused arising directly or indirectly in connection with or arising out of the use of this material.

Abstract
This essay reviews failed historical attempts at regional integration in the South Caucasus since the early twentieth century, and in particular the failed Transcaucasian federations of 1918 and 1922–1936 and the breakdown of Soviet economic integration in the region. It argues that there is much that makes the South Caucasus a viable region in terms of geography, culture and economic potential, but political contradictions and persistent perceptions of insecurity make for a pattern of recurring fragmentation. Both Caucasians and outsiders have a role to play if voluntary integration is to work as a project in the future.


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More: 


pages 1625-1649 

pages 1650-1666 

pages 1667-1683

pages 1684-1708



pages 1739-1757

pages 1758-1779

Saturday, September 29, 2012

ARTICLE: Test of Will?: NKR announces opening of airport as Armenia-Azerbaijan tensions remain high. By John Hughes


(armenianow.com) Officials in Nagorno-Karabakh are now saying that the self-declared republic’s airport – which has already been a flashpoint of regional tension and controversy – will open “next week”.

Test of Will?: NKR announces opening of airport as Armenia-Azerbaijan tensions remain high  


The announcement has dominated Armenian media since Wednesday, when the head of civil aviation in the internationally-unrecognized NKR Government stated that flights will begin, and that the airport just outside capital Stepanakert will serve 100 passengers per hour with flights on “Artsakh Air”.

The airport was first predicted to open nearly two years ago, drawing immediate anger from Azerbaijan officials, who said any flights in “occupied” airspace would be viewed as provocation, and subject to being shot down. For more than a year, opening of the airport has been delayed “for technical reasons”.

Armenian President Serzh Sargsyan – a native Karabakhi – responded to threats in March 2011, by saying that he would be the first passenger to fly out of the airport, underscoring his confidence in safe operation from the troubled territory which has been under cease fire since 1994.


As recently as July of this year, Baku restated its right to shoot down aircraft over Karabakh, which covers some 7,000 square kilometers of land viewed by Azeris as still belonging to them.


When the OSCE Minsk Group stated in July that opening the airport would be seen as a means of strengthening the potential for peace between Armenia and Azerbaijan, the director of Azerbaijan’s State Civil Aviation Administration Arif Mammadov reiterated the earlier statements on downing planes.


“This is the right of the Azerbaijani side, according to the law on aviation. Whether this right will be implemented or not, it is for the government to decide,” Mammadov said.


The apparent decision to now begin operating commercial flights out of Karabakh comes as tensions between Armenia and Azerbaijan have piqued since last month. Hungary extradited an Azeri army officer, Ramil Safarov, who had brutally killed an Armenian officer in Budapest. Azeri President Ilham Aliyev immediately pardoned the killer, promoted him from lieutenant to major, paid him a salary equivalent to the 8 years he had been in jail in Hungary, and gave him an apartment.


The action drew international condemnation against Azerbaijan, and was widely viewed by political analysts as proof that the warring nations – Armenia is Christian, Azerbaijan is Muslim – are too far apart in any meaningful way for reconciliation to be expected.


Since the “Safarov Affair”, a peace settlement seems more distant than at any time in the protracted conflict. It is likely that international attention and concern will focus on the tiny airport should there, indeed, be planes flying “soon” as announced by head of the NKR Civil Aviation Dmitry Adbashyan.

BLOG: Azerbaijan “Investigates” The New York Times for Karabakh Story. By Giorgi Lomsadze (eurasianet.org)

(eurasianet.org) Azerbaijan recently became a no-fly zone for moon-walking American astronaut Charles Duke and Swiss astronaut Claude Nicollier after they had the indiscretion to set foot in separatist Nagorno Karabakh without permission from Baku. 

Last week, The New York Times' travel section offered a tip to other explorers about how to visit Karabakh and still be able to hop over to Azerbaijani-controlled territory later -- namely, just  “ask for the visa to be put on a separate piece of paper that can be removed from your passport.”

The trick is hardly a secret. And one that prudent visitors quickly learn, with or without a how-to in the American "newspaper of record." 

But the Azerbaijani government, its temper taut from jousting with Karabakh's protector, Armenia, over President Ilham Aliyev's pardon of axe-murderer Ramil Safarov, charged that sharing this advice was illegal and has tasked its US embassy to investigate the case. 

It is unclear what means are at Baku’s disposal to punish The New York Times should the government decide that its "investigation" so warrants it.
This time, the well-tested domestic method of arresting troublesome journalists will not work.