(thueringen-reporter.de) Mitarbeiter der Uni Jena präsentiert neues Buch über Kaukasus-Forschung in der Sowjetunion
Der Blick auf den Kaukasus ist stark von Mythen und Vorurteilen verstellt. So geistert das Bild von den Inguschen als den noblen Wilden ebenso durch die Medien wie die Vorstellung vom unbändigen Freiheitswillen der Tschetschenen. Im Kontrast dazu wird das Bild von den „zivilisierten“ Kaukasiern auf die Georgier und Armenier projiziert.
Ein unverstellter Blick auf den Kaukasus sei die Ausnahme, konstatiert Dr. Florian Mühlfried. Der Ethnologe und Kaukasiologe von der Universität Jena hat gemeinsam mit seinem Moskauer Fachkollegen Sergey Sokolovskiy das Buch "Exploring the Edge of Empire: Soviet Era Anthropology in the Caucasus and Central Asia" herausgegeben. Versammelt
sind in dem Werk Beiträge einer Konferenz des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle/Saale, auf der 2009 sowjetische Forschungstraditionen zum Kaukasus und Zentralasien in den Blick genommen worden waren. "Unser Anliegen war es, einen Dialog der Kaukasusforscher anzustoßen", sagt Mühlfried. Seien doch die Vertreter der Kaukasiologie recht weit über den Globus verstreut, was den wissenschaftlichen Austausch schwierig mache.
Im Fokus des neuen Buches steht die Erforschung des Kaukasus und Zentralasiens in der Zeit der Sowjetunion. Die Großmacht habe sich
bemüht, ein nationales Bewusstsein bei den Völkern Zentralasiens zu wecken, sagt Florian Mühlfried. "Im Kaukasus ging es Moskau vornehmlich darum, den Willen nach Unabhängigkeit zu brechen", so der Jenaer Kaukasiologe. Dabei sei es nicht zimperlich zugegangen: Diktator Josef Stalin, obwohl selbst Georgier, habe große Teile der intellektuellen und
künstlerischen Elite des Landes eliminiert.
Die sowjetischen Kaukasus-Forscher nahmen zunächst die tiefgreifenden Umwälzungen in den Regionen in den Blick. So wurde die Kollektivierung erforscht, die starke Veränderung der Lebenswelten dokumentiert. Dazu kamen die traditionellen Themen der Ethnografen: Welche Trachten und Kostüme trugen die Einheimischen? Welche Traditionen wurden gepflegt?
Mühlfried konstatiert einen starken Vergangenheitsbezug der sowjetischen Kaukasus-Forschung. In Zentralasien habe es etwas anders ausgesehen. Dort rückten der Prozess der Verstädterung und die Versuche, die Nomaden sesshaft zu machen, in den Blickpunkt der Forscher.
In den letzten Jahren ist das Interesse am Kaukasus auch bei uns größer geworden, sagt Dr. Mühlfried: "Die politischen Konflikte der
jüngeren Vergangenheit haben den Blick wieder stark auf die Region gelenkt." Bemerkenswert sei das neue Interesse am ehemaligen "sowjetischen Orient" auch deshalb, weil es viel über unsere Wahrnehmung der Welt verrate.
Das Buch „Exploring the Edge of Empire: Soviet Era Anthropology in
the Caucasus and Central Asia“ wird am Dienstag (31. Januar) beim Tag
der Kaukasiologie (www.uni-jena.de/kaukasiologie50) an der
Friedrich-Schiller-Universität Jena der Öffentlichkeit präsentiert. Termin ist 13.15 Uhr im Hörsaal der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (Bibliotheksweg 2). Gäste sind herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.
Bibliographische Angaben:
Florian Mühlfried, Sergey Sokolovskiy (Hg.): "Exploring the Edge of Empire. Soviet Era Anthropology in the Caucasus and Central Asia", LIT
Verlag, Berlin 2012, 344 Seiten, Preis: 29,90 Euro, ISBN
978-3-643-90177-4
Kontakt:
Dr. Florian Mühlfried
Bereich Kaukasusstudien der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 27, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 944887
E-Mail: Florian.Muehlfried@uni-jena.de
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Saturday, May 11, 2013
FORSCHUNG: Der nüchterne Blick auf den mythischen Kaukasus (thueringen-reporter.de)
Friday, March 15, 2013
BUCH: Königin des Waldes. Sagen und Mythen aus Georgien. Von Heinz Fähnrich (buchverlag-koenig.de)
(buchverlag-koenig.de) Die Mythen- und
Sagenwelt der Georgier aus der Welt des Kaukasus und Südkaukasiens
hat mit ihren Legenden zur Erschaffung der Welt, ihren
Teufelsdeutungen bis hin zu verborgenen Kultstätten bis auf den
heutigen Tag ihre Faszination und Eigenständigkeit bewahrt und wird
nach den Originalaufzeichnungen der Folkloresammler erstmals in
umfassender Weise vorgestellt.
Ein faszinierendes Volk, das schon vor Jahrtausenden in der Welt des Kaukasus und Südkaukasiens eine glanzvolle materielle und geistige Kultur geschaffen hat, im ständigen Kontakt mit den ältesten Hochkulturen der Menschheit in Kleinasien und Mesopotamien war und mit seiner erhalten gebliebenen ethnischen Identität und Sprache bis in die Gegenwart die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung Kaukasiens aktiv mitgestaltet, tritt uns in den Mythen und Sagen, den Legenden und Überlieferungen der Georgier entgegen.
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Ein faszinierendes Volk, das schon vor Jahrtausenden in der Welt des Kaukasus und Südkaukasiens eine glanzvolle materielle und geistige Kultur geschaffen hat, im ständigen Kontakt mit den ältesten Hochkulturen der Menschheit in Kleinasien und Mesopotamien war und mit seiner erhalten gebliebenen ethnischen Identität und Sprache bis in die Gegenwart die wirtschaftliche, politische und kulturelle Entwicklung Kaukasiens aktiv mitgestaltet, tritt uns in den Mythen und Sagen, den Legenden und Überlieferungen der Georgier entgegen.
Die Materialien, die dieses Buch
vereint, sind mit dem Leben und der Geschichte des georgischen Volkes
untrennbar verknüpft und repräsentieren verschiedene Bereiche der
georgischen Sagenwelt wie Sagen von Wildhütern, Hexen- und
Teufelsdeutungen, Legenden von Heiligen und Märtyrern und Mythen zu
Kultstätten. Eine Besonderheit der Aufzeichnungen besteht darin,
dass sie ungeschönt wiedergegeben werden und keiner literarischen
Aufbereitung und ästhetischen Verklärung wie z. B. die Mythen der
Griechen oder Inder unterzogen wurden. Sie liegen nahe bei jener
Fassung, in der sie von den Folkloresammlern aufgezeichnet worden
sind. Dadurch erscheinen die georgischen Stoffe weit realistischer,
besitzen aber zweifellos größere Authentizität und tieferen
historischen Wahrheitsgehalt, obgleich auch sie natürlich nicht
unverändert geblieben sind.
Heinz Fähnrich, ein Kenner der
magisch-mytischen Historie der Kaukasusvölker, legt mit diesem Band
erstmals eine umfassende Zusammenstellung georgischer Mythen, Sagen
und Legenden vor, die keine Unterscheidung zwischen kindlichen bzw.
jugendlichen Lesern und betagten Sagen-Interessenten kennt.
Über den Autor: Heinz Fähnrich, geboren 1941, ist ein deutscher Kaukasiologe, der in der Nähe der thüringischen Stadt Jena lebt. Bereits in seiner Jugend interessierte er sich für Altertumswissenschaften und wünschte sich, einmal nach Ägypten zu reisen. Nachdem er ein Studium der Archäologie in Jena aufgenommen hatte, weckten vor allem die Vorlesungen von Gertrud Pätsch sein Interesse. Angeregt durch sie studierte er zunächst Indonesisch und dann die georgische Sprache. Ein Partnerschaftsvertrag zwischen der Jenaer Universität und der Staatlichen Universität Tiflis ermöglichte ihm, nach Georgien zu reisen. Dort verteidigte er 1970 seine Habilitationsschrift auf Georgisch. Seit 1986 hatte er an der Universität Jena den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Kaukasiologie inne. - Seine Arbeit wurde mit dem Akaki-Schanidse-Preis (1992), der Iwane-Dshawachischwili-Medaille, dem Marie-Brosset-Preis des Zentrums für Kartwelologische Studien und dem georgischen Ehrenorden (2002) gewürdigt.
Über den Autor: Heinz Fähnrich, geboren 1941, ist ein deutscher Kaukasiologe, der in der Nähe der thüringischen Stadt Jena lebt. Bereits in seiner Jugend interessierte er sich für Altertumswissenschaften und wünschte sich, einmal nach Ägypten zu reisen. Nachdem er ein Studium der Archäologie in Jena aufgenommen hatte, weckten vor allem die Vorlesungen von Gertrud Pätsch sein Interesse. Angeregt durch sie studierte er zunächst Indonesisch und dann die georgische Sprache. Ein Partnerschaftsvertrag zwischen der Jenaer Universität und der Staatlichen Universität Tiflis ermöglichte ihm, nach Georgien zu reisen. Dort verteidigte er 1970 seine Habilitationsschrift auf Georgisch. Seit 1986 hatte er an der Universität Jena den deutschlandweit einzigen Lehrstuhl für Kaukasiologie inne. - Seine Arbeit wurde mit dem Akaki-Schanidse-Preis (1992), der Iwane-Dshawachischwili-Medaille, dem Marie-Brosset-Preis des Zentrums für Kartwelologische Studien und dem georgischen Ehrenorden (2002) gewürdigt.
Zum Inghalt: In dem Band befinden sich über 360
Mythen, Sagen und Legenden mit folgenden Themenkomplexen:
Amirani-Sagen, Mesepi-Sagen,
Dali-Sagen, Tqaschmapa-Sagen, Sagen von Wildhütern, Von Teufeln und
Geistern, Hexensagen, Tschinka-Sagen, Otschokotschi und Otschopintre,
Sagen vom Mond und vom heiligen Georg, Von der ersten Zeit der Welt,
Ortssagen, Namensdeutende Sagen, Legenden von Heiligen und Märtyrern,
Vom Leben und Kampf der Georgier, Gestalten der Geschichte,
Göttersagen aus Nordostgeorgien, Kultstätten und ihre Diener in
Nordostgeorgien, Vom Leben in Nordostgeorgiens Bergland.
656 Seiten mit
Schwarz-weiß-Bildern, Worterklärungen im Anhang, Nachwort und
Quellenverzeichnis.
Hartcover
Format 15,0 x
21,0 cm
ISBN: 978-3-943210-61-3
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Culture,
Georgia,
Heinz Fähnrich,
History,
Literature,
Myths,
Tales
Saturday, July 30, 2011
INTERVIEW: Zur Rolle der Religion & Mythologie in Georgien. Ein Gespräch mit Dominik Irtenkauf (remid.de)
Zwischen Prometheus, Kreuz und Amirani – Kunst, Mythos und Religion in Georgien
Dominik Irtenkauf studierte Deutsche Philologie, Philosophie und Komparatistik in Münster und ist freischaffender Autor von Prosa- und Sachtexten. Er beschäftigt sich vorwiegend mit Kunst- und Kulturphilosophie, Medientheorie, Hermetik und Avantgarde sowie Musik jeder Richtung. Die Grenzen zwischen Wissenschaft und Literatur gestalten sich bei ihm fließend. In seinen Texten macht sich eine besondere Vorliebe für artistische und mythologische Sujets bemerkbar. Er verfasste Literatur sowie journalistische Beiträge in diversen Zeitungen, neben Black Metal Theory ist ein wichtiges Thema für ihn das Land Georgien. Zu seinen Reiseerfahrungen interviewte REMID den Autoren.
Herr Irtenkauf, Sie kommen gerade erst wieder aus Georgien?
Ja, das stimmt. Die Eindrücke sind noch brandfrisch. Vor einer Woche landete ich wieder in Deutschland. Ich war nun zum dritten Mal in dem kaukasischen Land und diesmal für knapp 6 Wochen. Vor allem recherchierte ich zu lokalen Musikszenen und untersuchte die Verbindung der einmaligen Landschaft dort mit einem möglichen Inspirationspotenzial. Mich bewegt das Interesse nach einer fortwirkenden Befruchtung der Künste, aber auch der Diskurse Georgiens durch das eigene kulturelle Erbe. Das interessiert insbesondere auch in Hinblick auf 70 Jahre Fremdherrschaft durch das Sowjetsystem.
Ursprünglich war es ja ein Kurzstipendium, das Sie nach Georgien führte. Wie kam es dazu und welche Rolle spielte dabei die georgische Mythologie?
Also, das MUSA-Stipendium war vom georgischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft ausgeschrieben, und ich wurde von einem sehr guten Studienfreund darauf hingewiesen. Da mich die Mythologie zu dieser Zeit (Sommer 2006) und auch heute noch fasziniert, habe ich mich mit Georgien als einem mir bis dato unbekannten Land beschäftigt. Im Lauf meiner Recherchen stieß ich auf den Prometheus-Mythos, der im kaukasischen Gebirge seinen göttlichen Abschluss erfuhr. Bekanntlich wurde der Halbgott laut mancher Quellen an einen Felsen im Kaukasus angeschmiedet, um seiner ewigen Strafe zugeführt zu werden. Das Gremium hat mein Konzept, die Spuren dieser Mythologie in der sogenannten „Krisenregion“ Kaukasus aufzuspüren, überzeugt und ich wurde eingeladen, 2007 drei Monate im Land zu verbringen.
Aber es geht nicht nur um einen mythischen Anschluss an den europäischen Prometheus-Mythos, sondern auch um spezifische Besonderheiten des georgischen Kulturerbes?
Ja und nein. Meine Arbeit zu Georgien ist keine ausschließlich wissenschaftliche, vielmehr essayistische, d.h. ich suche nach Anknüpfungspunkten, die es mir ermöglichen, das je Spezifische der beiden Kulturen, der deutschen und georgischen, zu vergleichen. Dabei geschieht die Amalgamisierung längst. Das Konstrukt einer chirurgisch trennbaren Mythologie in diesem speziellen Fall meiner Recherchen ist nicht aufrecht zu erhalten. Vor allem das Beispiel der Argonautensage und die Suche nach dem Goldenen Vlies beweist die enge Kollaboration zwischen Georgien und Griechenland. Ob erzwungen oder freiwillig, das ist (noch) nicht endgültig bewiesen.Prometheus‘ georgischer Doppelgänger namens Amirani taucht seit dem 19. Jahrhundert vor allem in Sagen und Märchen auf, d.h. er hat bereits den Abstieg vom Mythos in die Folklore hinter sich gebracht. Es existieren eigentlich keine Textzeugnisse, die das mythische Milieu Amiranis zur Sprache bringen. Doch muss ich an dieser Stelle einräumen, dass meine Georgischkenntnisse nach wie vor zu dürftig sind, um den ganzen Textbestand erfassen und verstehen zu können. Ich bin kein ausgebildeter Kaukasiologe, sondern Komparatist. Die Übersetzungsproblematik betrifft nicht nur die mythischen Zeugnisse der georgischen Literatur, sondern vor allem auch zeitgenössische Autoren, doch dazu später mehr.Ich stehe am Ufer des Tergi (ein georgischer Fluss, der für die Literatur des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielte und nicht unweit des Berges liegt, an den angeblich Prometheus verbannt wurde) und warte auf die Übersetzer. Dabei kann ich wenigstens den passierenden Georgiern mein Dilemma verständlich machen: Me mtschirdeba tardshemani.
Welche Rolle spielt Religion / spielen Religionen im heutigen Georgien? Bzw. wie lässt sich diese Arbeit am Mythos mit aktuellen (auch säkularen) Identitätsdiskursen bzgl. Georgien erläutern?
Eine sehr wichtige, und das seit dem 4. Jahrhundert nach Christus, mit einigen – systembedingten – Unterbrechungen. Georgien definiert sich durch seine Zugehörigkeit zum orthodoxen Christentum und das Martyrium der Heiligen Schuschanik nimmt im literarischen Bewusstsein der Bevölkerung eine wichtige Rolle ein. Dieser Text ist in der Tat der älteste überlieferte Text in georgischer Sprache. Momentan werden an den Grenzen Georgiens (nach Russland und zur Türkei) große orthodoxe Kirchen gebaut, ganze Komplexe, um – so könnte man es kultursymbolisch interpretieren – das Land nach außen hin nicht nur militärisch oder zollamtlich, sondern vor allem auch spirituell zu verteidigen. Doch diese Sicht ignoriert den Toleranzgedanken Georgiens: die Region Adscharien mit dem Zentrum Batumi am Schwarzen Meer ist vornehmlich muslimisch und liegt an der Grenze zur Türkei. Die Adscharier betrachten sich jedoch als Georgien zugehörig und sprechen auch diese Sprache. Vielmehr dienen die Kirchen an der Grenze als eine Respektsbezeugung, die auch von den anderen Nationen geachtet werden sollte. Ich habe von Georgiern gehört, dass Russland die Grenze zum Nordkaukasus immer weiter ins georgische Grenzland hineinverschiebt und so sein eigenes Territorium Stück für Stück vergrößert. Um dem Einhalt zu gebieten, wird nun eine Kirche an die Grenze gebaut. Russland teilt ja nicht vieles mit Georgien, aufgrund des letzten kriegerischen Konflikts im Jahr 2008, aber zumindest den Glauben.Akaki Zereteli, ein Poet des 19. Jahrhunderts, hatte ein Prometheus-Gedicht geschrieben, das ein wenig an Goethes Werk erinnert. Genau wie Amirani, der georgische „Prometheus“, sieht sich Georgien von einem übermächtigen Gegner eingeschlossen. Im Amirani-Mythologem wird die überbordende Kraft eines Mannes angesprochen, der nicht so recht weiß, wohin mit seinen Kräften. Dies führt dann zu scheinbar sinnlosen Scharmützeln, aber auch zur Tötung eines Drachen. Amirani ist ein Held, dem erst seine Heldenhaftigkeit eingebläut werden muss. Er lernt, Verantwortung zu übernehmen.Russland fällt immer noch häufig in den Gesprächen mit Georgiern. Die Identität sehnt sich nach Europa und überspannt die Kluft nicht so sehr durch Mythologie, als durch Teilnahme an der globalen Popkultur. Der Anteil der wirklich Literatur lesenden Leute in Georgien ist auch nicht proportional größer als in Deutschland oder anders ausgedrückt: wer sich mit mythologischen Konzepten auseinandersetzt, macht das, weil er oder sie ein akademisches und/oder künstlerisches Interesse besitzt. Ob aber eine bewusste Arbeit am Mythos in weiten Teilen der Bevölkerung geschieht, bezweifle ich. Georgische Identität wird aktuell durch die Geschichte des eigenen Landes und die Traditionen gebildet, wobei in manchen Teilen auch die orthodoxe Religion eine Rolle spielt. Ein großer Teil des künstlerischen und akademischen Milieus hat diese Traditionen in ein weitgehend säkulares Weltbild integriert.
Ein besonderes Interesse Ihrerseits betrifft ja auch die aktuelle Kunst in Georgien bzw. den kulturellen Austausch.
Da sieht es frostig aus, denn ohne Geld lässt sich nicht mal eine ernstzunehmende literarische Zeitschrift verlegen. Der Durchschnittslohn erlaubt es nicht, einen beträchtlichen Teil des Geldes für künstlerische Werke auszugeben. Auch Musikgruppen haben meist nur die Möglichkeit, bezahlte Konzerte zu spielen, wenn sie folkloristischen Pop spielen, zu dem man beruhigt essen und trinken kann, und der auch auf die Pauschaltouristen einen genuin georgischen Eindruck macht.Dennoch sind die Poesie und auch Malerei sehr lebendig in Georgien und verfügen über eine eindrückliche Geschichte. Mein sehr guter Freund Dato Barbakadse, der auch im mischwesen verlag aus München letztes Jahr seinen neuesten Band „Wesentliche Züge“ veröffentlichte, hat mich seit 2007 immer wieder mit neuen Kontakten zur Kunstszene Georgiens versorgt und seitdem haben sich vielfältige Beziehungen ergeben. Bei meinem letzten Aufenthalt fiel mir Esma Oniani auf, die leider 1999 bereits verstarb, jedoch mit ihrer Poesie hoffentlich bald auch in deutscher Übersetzung erscheinen wird. Zudem sind ihre Gemälde bereits im europäischen Ausland zu sehen gewesen. Auch Koba Arabulis Arbeit mit georgischer Mythologie verdient größere Aufmerksamkeit. Hier stellt sich eben nur das altbekannte Problem: die mangelnde Verbreitung der georgischen Sprache. Die Lage ist angesichts fähiger Übersetzer jedoch nicht hoffnunglos. Besonders Herr Barbakadse beweist mit seinem Projekt „Österreichische Lyrik des 20. Jahrhunderts in georgischer Übersetzung“, dass eine Verständigung trotz finanzieller Engpässe möglich ist. Das andere Problem der georgischen Kunstszene ist, dass jeder jeden kennt und persönliche Animositäten zuweilen die professionelle Arbeit verunmöglichen. Das sage ich jetzt auch bewusst denjenigen, die mich eventuell der fortwährenden Kontakte zu bestimmten Personen bezichtigen. Es ist klar, dass die journalistische Aufarbeitung meiner Georgienaufenthalte selektiv ist. Wie sollte sie auch anders sein? Es gibt immer was Neues zu entdecken: meine neueste Entdeckung sind zum Beispiel die Alternative Rock-Bands Rema und Z For Zulu aus Tbilissi.
Können Sie – aufgrund der fortdauernden Beziehung zu diesem Land – Dynamiken, Tendenzen ausmachen? Wohin bewegen sich die Diskurse dieses Landes?
Bislang fehlt in Georgien ein selbstkritischer Diskurs. Solange sich dieser nicht etablieren kann, um dann selbstreflexiv subversiv zu werden, sehe ich das Land im ständigen Kreiseln um sich selbst verfangen. In Gesprächen mit kritischen Leuten wird der Wunsch geäußert, nicht nur Peripherie Europas oder Asiens zu sein, doch werden beinahe alle Medien von Regierungsseite finanziert und kontrolliert.
Wie bereits erwähnt, fehlt das Geld für unabhängige Publikationen. Zur Finanzierung ist man von sogenannten Businessmen (dieser Begriff wird auch in der georgischen Sprache benutzt) abhängig. Über die Dynamiken und Tendenzen des Landes habe ich in einem Manuskript zu georgischen Bildenden Künstlern geschrieben, das momentan von Verlagen geprüft wird. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Künstler, die sich für das Ausland öffnen, an Perspektiven dazu gewinnen, weil der Kaukasus selbst dringend einen kulturellen Austausch mit Europa und auch anderen Kontinenten benötigt. Bedingt durch die Sowjetunion blieb bis 1991 der Kontakt immer nur sporadisch. Giwi Margwelaschwili schrieb in seinem Buch „Kapitän Wakusch“ eindrücklich von den Problemen in diesem „Sprechzimmer“, wie er die verschiedenen kulturellen Milieus nennt.
Es stellt sich die Frage, wie sich Georgien aus der Isolation befreit. TV-Werbung spricht von Millionen Touristen, die im Sommer 2011 in das kleine Land kommen sollen, doch bislang sieht man nur vereinzelt Grüppchen von Sandalenträgern, um deren Hälse Fotokameras baumeln. Der große Flow steht also noch aus. Spaziert man durch die Hauptstadt, sieht man abbröckelnden Putz, denn der ökonomische Schaden ist auch nach 20 Jahren Unabhängigkeit noch deutlich zu sehen. Andererseits werden die Gelder zuweilen für nicht nachvollziehbare Aktionen ausgegeben. Manchmal scheinen mir die Diskurse ein wenig zerfahren: es wird auf die georgische Eigenheit gepocht, und zugleich der Schulterschluss mit Europa gewünscht. Ein Kompromiss muss dann aber eingegangen werden, weil sonst das Land und dessen Kultur in einer anstrengenden Zerreißprobe endet. Ohne eine unabhängige Presse und eine selbstkritische Infrastruktur der Medien fehlt die nötige Freiheit, sich von überkommenen Traditionen zu lösen und einen Neuaufbruch zu wagen. Es wäre schlimm für das Ansehen georgischer Kultur im Ausland, wenn sich der Eindruck einschliche, Georgien produziere alle Kunst nur für den Eigengebrauch. Manche Musikgruppen spielen sehr nahe am europäischen Vorbild, in einer Galerie hing eine 1:1-Kopie zu Georg Klimt. Das sollte nicht Standard werden! Georgien befindet sich um Umbruch und deshalb ist ein Besuch des Landes jedes weitere Mal sehr spannend. Vielleicht hilft es, aus echter Freundschaft zu den Menschen sehr kritisch zu werden, denn eine georgische Eigenart ist es, nur im Pathos über die eigene Geschichte und die Freunde zu sprechen, also Kritik häufig nicht auszusprechen, sondern stattdessen den diplomatischen Weg zu wählen. In einer Kultur führt das jedoch, meiner Meinung nach, zu (harmonischem) Stillstand.
Danke für das Interview.
Das Interview führte Christoph Wagenseil.
Quelle: remid.de
Dominik Irtenkauf studierte Deutsche Philologie, Philosophie und Komparatistik in Münster und ist freischaffender Autor von Prosa- und Sachtexten. Er beschäftigt sich vorwiegend mit Kunst- und Kulturphilosophie, Medientheorie, Hermetik und Avantgarde sowie Musik jeder Richtung. Die Grenzen zwischen Wissenschaft und Literatur gestalten sich bei ihm fließend. In seinen Texten macht sich eine besondere Vorliebe für artistische und mythologische Sujets bemerkbar. Er verfasste Literatur sowie journalistische Beiträge in diversen Zeitungen, neben Black Metal Theory ist ein wichtiges Thema für ihn das Land Georgien. Zu seinen Reiseerfahrungen interviewte REMID den Autoren.
Herr Irtenkauf, Sie kommen gerade erst wieder aus Georgien?
Ja, das stimmt. Die Eindrücke sind noch brandfrisch. Vor einer Woche landete ich wieder in Deutschland. Ich war nun zum dritten Mal in dem kaukasischen Land und diesmal für knapp 6 Wochen. Vor allem recherchierte ich zu lokalen Musikszenen und untersuchte die Verbindung der einmaligen Landschaft dort mit einem möglichen Inspirationspotenzial. Mich bewegt das Interesse nach einer fortwirkenden Befruchtung der Künste, aber auch der Diskurse Georgiens durch das eigene kulturelle Erbe. Das interessiert insbesondere auch in Hinblick auf 70 Jahre Fremdherrschaft durch das Sowjetsystem.
Ursprünglich war es ja ein Kurzstipendium, das Sie nach Georgien führte. Wie kam es dazu und welche Rolle spielte dabei die georgische Mythologie?
Also, das MUSA-Stipendium war vom georgischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft ausgeschrieben, und ich wurde von einem sehr guten Studienfreund darauf hingewiesen. Da mich die Mythologie zu dieser Zeit (Sommer 2006) und auch heute noch fasziniert, habe ich mich mit Georgien als einem mir bis dato unbekannten Land beschäftigt. Im Lauf meiner Recherchen stieß ich auf den Prometheus-Mythos, der im kaukasischen Gebirge seinen göttlichen Abschluss erfuhr. Bekanntlich wurde der Halbgott laut mancher Quellen an einen Felsen im Kaukasus angeschmiedet, um seiner ewigen Strafe zugeführt zu werden. Das Gremium hat mein Konzept, die Spuren dieser Mythologie in der sogenannten „Krisenregion“ Kaukasus aufzuspüren, überzeugt und ich wurde eingeladen, 2007 drei Monate im Land zu verbringen.
Aber es geht nicht nur um einen mythischen Anschluss an den europäischen Prometheus-Mythos, sondern auch um spezifische Besonderheiten des georgischen Kulturerbes?
Ja und nein. Meine Arbeit zu Georgien ist keine ausschließlich wissenschaftliche, vielmehr essayistische, d.h. ich suche nach Anknüpfungspunkten, die es mir ermöglichen, das je Spezifische der beiden Kulturen, der deutschen und georgischen, zu vergleichen. Dabei geschieht die Amalgamisierung längst. Das Konstrukt einer chirurgisch trennbaren Mythologie in diesem speziellen Fall meiner Recherchen ist nicht aufrecht zu erhalten. Vor allem das Beispiel der Argonautensage und die Suche nach dem Goldenen Vlies beweist die enge Kollaboration zwischen Georgien und Griechenland. Ob erzwungen oder freiwillig, das ist (noch) nicht endgültig bewiesen.Prometheus‘ georgischer Doppelgänger namens Amirani taucht seit dem 19. Jahrhundert vor allem in Sagen und Märchen auf, d.h. er hat bereits den Abstieg vom Mythos in die Folklore hinter sich gebracht. Es existieren eigentlich keine Textzeugnisse, die das mythische Milieu Amiranis zur Sprache bringen. Doch muss ich an dieser Stelle einräumen, dass meine Georgischkenntnisse nach wie vor zu dürftig sind, um den ganzen Textbestand erfassen und verstehen zu können. Ich bin kein ausgebildeter Kaukasiologe, sondern Komparatist. Die Übersetzungsproblematik betrifft nicht nur die mythischen Zeugnisse der georgischen Literatur, sondern vor allem auch zeitgenössische Autoren, doch dazu später mehr.Ich stehe am Ufer des Tergi (ein georgischer Fluss, der für die Literatur des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielte und nicht unweit des Berges liegt, an den angeblich Prometheus verbannt wurde) und warte auf die Übersetzer. Dabei kann ich wenigstens den passierenden Georgiern mein Dilemma verständlich machen: Me mtschirdeba tardshemani.
Welche Rolle spielt Religion / spielen Religionen im heutigen Georgien? Bzw. wie lässt sich diese Arbeit am Mythos mit aktuellen (auch säkularen) Identitätsdiskursen bzgl. Georgien erläutern?
Eine sehr wichtige, und das seit dem 4. Jahrhundert nach Christus, mit einigen – systembedingten – Unterbrechungen. Georgien definiert sich durch seine Zugehörigkeit zum orthodoxen Christentum und das Martyrium der Heiligen Schuschanik nimmt im literarischen Bewusstsein der Bevölkerung eine wichtige Rolle ein. Dieser Text ist in der Tat der älteste überlieferte Text in georgischer Sprache. Momentan werden an den Grenzen Georgiens (nach Russland und zur Türkei) große orthodoxe Kirchen gebaut, ganze Komplexe, um – so könnte man es kultursymbolisch interpretieren – das Land nach außen hin nicht nur militärisch oder zollamtlich, sondern vor allem auch spirituell zu verteidigen. Doch diese Sicht ignoriert den Toleranzgedanken Georgiens: die Region Adscharien mit dem Zentrum Batumi am Schwarzen Meer ist vornehmlich muslimisch und liegt an der Grenze zur Türkei. Die Adscharier betrachten sich jedoch als Georgien zugehörig und sprechen auch diese Sprache. Vielmehr dienen die Kirchen an der Grenze als eine Respektsbezeugung, die auch von den anderen Nationen geachtet werden sollte. Ich habe von Georgiern gehört, dass Russland die Grenze zum Nordkaukasus immer weiter ins georgische Grenzland hineinverschiebt und so sein eigenes Territorium Stück für Stück vergrößert. Um dem Einhalt zu gebieten, wird nun eine Kirche an die Grenze gebaut. Russland teilt ja nicht vieles mit Georgien, aufgrund des letzten kriegerischen Konflikts im Jahr 2008, aber zumindest den Glauben.Akaki Zereteli, ein Poet des 19. Jahrhunderts, hatte ein Prometheus-Gedicht geschrieben, das ein wenig an Goethes Werk erinnert. Genau wie Amirani, der georgische „Prometheus“, sieht sich Georgien von einem übermächtigen Gegner eingeschlossen. Im Amirani-Mythologem wird die überbordende Kraft eines Mannes angesprochen, der nicht so recht weiß, wohin mit seinen Kräften. Dies führt dann zu scheinbar sinnlosen Scharmützeln, aber auch zur Tötung eines Drachen. Amirani ist ein Held, dem erst seine Heldenhaftigkeit eingebläut werden muss. Er lernt, Verantwortung zu übernehmen.Russland fällt immer noch häufig in den Gesprächen mit Georgiern. Die Identität sehnt sich nach Europa und überspannt die Kluft nicht so sehr durch Mythologie, als durch Teilnahme an der globalen Popkultur. Der Anteil der wirklich Literatur lesenden Leute in Georgien ist auch nicht proportional größer als in Deutschland oder anders ausgedrückt: wer sich mit mythologischen Konzepten auseinandersetzt, macht das, weil er oder sie ein akademisches und/oder künstlerisches Interesse besitzt. Ob aber eine bewusste Arbeit am Mythos in weiten Teilen der Bevölkerung geschieht, bezweifle ich. Georgische Identität wird aktuell durch die Geschichte des eigenen Landes und die Traditionen gebildet, wobei in manchen Teilen auch die orthodoxe Religion eine Rolle spielt. Ein großer Teil des künstlerischen und akademischen Milieus hat diese Traditionen in ein weitgehend säkulares Weltbild integriert.
Ein besonderes Interesse Ihrerseits betrifft ja auch die aktuelle Kunst in Georgien bzw. den kulturellen Austausch.
Da sieht es frostig aus, denn ohne Geld lässt sich nicht mal eine ernstzunehmende literarische Zeitschrift verlegen. Der Durchschnittslohn erlaubt es nicht, einen beträchtlichen Teil des Geldes für künstlerische Werke auszugeben. Auch Musikgruppen haben meist nur die Möglichkeit, bezahlte Konzerte zu spielen, wenn sie folkloristischen Pop spielen, zu dem man beruhigt essen und trinken kann, und der auch auf die Pauschaltouristen einen genuin georgischen Eindruck macht.Dennoch sind die Poesie und auch Malerei sehr lebendig in Georgien und verfügen über eine eindrückliche Geschichte. Mein sehr guter Freund Dato Barbakadse, der auch im mischwesen verlag aus München letztes Jahr seinen neuesten Band „Wesentliche Züge“ veröffentlichte, hat mich seit 2007 immer wieder mit neuen Kontakten zur Kunstszene Georgiens versorgt und seitdem haben sich vielfältige Beziehungen ergeben. Bei meinem letzten Aufenthalt fiel mir Esma Oniani auf, die leider 1999 bereits verstarb, jedoch mit ihrer Poesie hoffentlich bald auch in deutscher Übersetzung erscheinen wird. Zudem sind ihre Gemälde bereits im europäischen Ausland zu sehen gewesen. Auch Koba Arabulis Arbeit mit georgischer Mythologie verdient größere Aufmerksamkeit. Hier stellt sich eben nur das altbekannte Problem: die mangelnde Verbreitung der georgischen Sprache. Die Lage ist angesichts fähiger Übersetzer jedoch nicht hoffnunglos. Besonders Herr Barbakadse beweist mit seinem Projekt „Österreichische Lyrik des 20. Jahrhunderts in georgischer Übersetzung“, dass eine Verständigung trotz finanzieller Engpässe möglich ist. Das andere Problem der georgischen Kunstszene ist, dass jeder jeden kennt und persönliche Animositäten zuweilen die professionelle Arbeit verunmöglichen. Das sage ich jetzt auch bewusst denjenigen, die mich eventuell der fortwährenden Kontakte zu bestimmten Personen bezichtigen. Es ist klar, dass die journalistische Aufarbeitung meiner Georgienaufenthalte selektiv ist. Wie sollte sie auch anders sein? Es gibt immer was Neues zu entdecken: meine neueste Entdeckung sind zum Beispiel die Alternative Rock-Bands Rema und Z For Zulu aus Tbilissi.
Können Sie – aufgrund der fortdauernden Beziehung zu diesem Land – Dynamiken, Tendenzen ausmachen? Wohin bewegen sich die Diskurse dieses Landes?
Bislang fehlt in Georgien ein selbstkritischer Diskurs. Solange sich dieser nicht etablieren kann, um dann selbstreflexiv subversiv zu werden, sehe ich das Land im ständigen Kreiseln um sich selbst verfangen. In Gesprächen mit kritischen Leuten wird der Wunsch geäußert, nicht nur Peripherie Europas oder Asiens zu sein, doch werden beinahe alle Medien von Regierungsseite finanziert und kontrolliert.
Wie bereits erwähnt, fehlt das Geld für unabhängige Publikationen. Zur Finanzierung ist man von sogenannten Businessmen (dieser Begriff wird auch in der georgischen Sprache benutzt) abhängig. Über die Dynamiken und Tendenzen des Landes habe ich in einem Manuskript zu georgischen Bildenden Künstlern geschrieben, das momentan von Verlagen geprüft wird. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Künstler, die sich für das Ausland öffnen, an Perspektiven dazu gewinnen, weil der Kaukasus selbst dringend einen kulturellen Austausch mit Europa und auch anderen Kontinenten benötigt. Bedingt durch die Sowjetunion blieb bis 1991 der Kontakt immer nur sporadisch. Giwi Margwelaschwili schrieb in seinem Buch „Kapitän Wakusch“ eindrücklich von den Problemen in diesem „Sprechzimmer“, wie er die verschiedenen kulturellen Milieus nennt.
Es stellt sich die Frage, wie sich Georgien aus der Isolation befreit. TV-Werbung spricht von Millionen Touristen, die im Sommer 2011 in das kleine Land kommen sollen, doch bislang sieht man nur vereinzelt Grüppchen von Sandalenträgern, um deren Hälse Fotokameras baumeln. Der große Flow steht also noch aus. Spaziert man durch die Hauptstadt, sieht man abbröckelnden Putz, denn der ökonomische Schaden ist auch nach 20 Jahren Unabhängigkeit noch deutlich zu sehen. Andererseits werden die Gelder zuweilen für nicht nachvollziehbare Aktionen ausgegeben. Manchmal scheinen mir die Diskurse ein wenig zerfahren: es wird auf die georgische Eigenheit gepocht, und zugleich der Schulterschluss mit Europa gewünscht. Ein Kompromiss muss dann aber eingegangen werden, weil sonst das Land und dessen Kultur in einer anstrengenden Zerreißprobe endet. Ohne eine unabhängige Presse und eine selbstkritische Infrastruktur der Medien fehlt die nötige Freiheit, sich von überkommenen Traditionen zu lösen und einen Neuaufbruch zu wagen. Es wäre schlimm für das Ansehen georgischer Kultur im Ausland, wenn sich der Eindruck einschliche, Georgien produziere alle Kunst nur für den Eigengebrauch. Manche Musikgruppen spielen sehr nahe am europäischen Vorbild, in einer Galerie hing eine 1:1-Kopie zu Georg Klimt. Das sollte nicht Standard werden! Georgien befindet sich um Umbruch und deshalb ist ein Besuch des Landes jedes weitere Mal sehr spannend. Vielleicht hilft es, aus echter Freundschaft zu den Menschen sehr kritisch zu werden, denn eine georgische Eigenart ist es, nur im Pathos über die eigene Geschichte und die Freunde zu sprechen, also Kritik häufig nicht auszusprechen, sondern stattdessen den diplomatischen Weg zu wählen. In einer Kultur führt das jedoch, meiner Meinung nach, zu (harmonischem) Stillstand.
Danke für das Interview.
Das Interview führte Christoph Wagenseil.
Quelle: remid.de
Saturday, October 24, 2009
SALON: "Der Kaukasus -- eine Region zwischen Mythos und Realpolitik" (fu-berlin.de)
Das Center for Area Studies lädt Sie herzlich zu seinem achten "Salon transregionale Studien" ein.
Der Salon steht diesmal unter dem Thema:
"Der Kaukasus -- eine Region zwischen Mythos und Realpolitik"
Die Veranstaltung findet statt am
Montag, 2. November 2009, von 18.00 (s.t.!) -- 20.00 Uhr
im John-F.-Kennedy-Institut, Hörsaal 340, Lansstr. 7-9, 14105 Berlin -
Dahlem (U3, X11, X83 "Dahlem-Dorf"; Lageplan >>>)
Im Anschluss laden wir Sie zu einem kleinen Umtrunk ein.
Näheres zum Inhalt können Sie dieser Website entnehmen.
Eine Anmeldung ist diesmal nicht erforderlich.
Bitte leiten Sie diese Einladung über an Ihre Institutsverteiler und Studierenden weiter und hängen Sie das Poster im Anhang in Ihren Instituten aus.
Wir würden uns freuen, Sie zu diesem Salon begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Anja vom Stein
--
Anja vom Stein, M.A.
Freie Universität Berlin
Center for Area Studies
Geschäftsstelle
Lansstr. 7-9 - Raum 315 -
14195 Berlin
Telefon: +49 (0)30 838-52881
Sekretariat: +49 (0)30 838-52474
Fax: +49 (0)30 838-52873
www.fu-berlin.de/cas
Aktuelles aus dem CAS unter: www.fu-berlin.de/cas/Aktuelles
Der Salon steht diesmal unter dem Thema:
"Der Kaukasus -- eine Region zwischen Mythos und Realpolitik"
Die Veranstaltung findet statt am
Montag, 2. November 2009, von 18.00 (s.t.!) -- 20.00 Uhr
im John-F.-Kennedy-Institut, Hörsaal 340, Lansstr. 7-9, 14105 Berlin -
Dahlem (U3, X11, X83 "Dahlem-Dorf"; Lageplan >>>)
Im Anschluss laden wir Sie zu einem kleinen Umtrunk ein.
Näheres zum Inhalt können Sie dieser Website entnehmen.
Eine Anmeldung ist diesmal nicht erforderlich.
Bitte leiten Sie diese Einladung über an Ihre Institutsverteiler und Studierenden weiter und hängen Sie das Poster im Anhang in Ihren Instituten aus.
Wir würden uns freuen, Sie zu diesem Salon begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen
Anja vom Stein
--
Anja vom Stein, M.A.
Freie Universität Berlin
Center for Area Studies
Geschäftsstelle
Lansstr. 7-9 - Raum 315 -
14195 Berlin
Telefon: +49 (0)30 838-52881
Sekretariat: +49 (0)30 838-52474
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Saturday, February 14, 2009
BLOG: Mythologizing in Chechnia with Makanin’s “Asan”. (lizoksbooks.blogspot.com)
Ah, war stories! On the surface, Асан (Asan), Vladimir Makanin’s Big Book prize winner, is a stream-of-consciousness account of events in the life of the Russian manager of a military warehouse in Chechnia. Deeper down, Asan is less a book about Russia’s Chechen wars than an unsatisfying, twitchy novel showing how war forces participants and observers to piece together narratives that explain or justify actions.
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Friday, April 20, 2007
The Man in the Panther's Skin
by Shot'ha Rust'haveli
translated by Marjory Scott Wardrop
[1912]
Contents Start Reading
Georgia is a central Asian region which is situated in the mountains between the Black and Caspian seas. This, the 'Man in the Panther Skin' (also known as 'the Knight in the Panther Skin') is a 12th century medieval epic poem. It is considered one of the masterpieces of Georgian literature, and has been called the Georgian national epic. The author, Prince Shota Rustaveli, was a noble in the court of Queen Tamar, and served as her treasurer. He was also a painter who created frescoes in the Georgian monastery of the Holy Cross in Jerusalem. We do not know specific birth and death dates for Rustaveli. The poem was first printed in 1712 in Tblisi. This translation is, thankfully, into clearly written prose, unlike some of the awful 19th century attempts to versify translated poetry. Wardrop's translation, which she modestly called an attempt, makes enjoyable reading.
The poem, strangely enough, is not set in Georgia, but in fictionalized versions of Arabia, Persia, India and fairy-tale lands set in the environs of the Indian Ocean. (However the characters are at one point described as speaking fluent Georgian!) There are two chief male protagonists, Avt'handil and Tariel. Tariel, the eponymous 'Knight in the Panther's Skin' is made heir to all India, but tragically falls in love with his adoptive sister, Nestan. Driven mad by this love, he ends up killing the man she is to marry and fleeing India. Nestan is also spirited away to parts unknown. The search for Nestan, described as radiant as the sun, so beautiful that everyone she meets falls in love with her, is the central thread of the story. Avt'handil, the suitor of the Queen of Arabia T'hinat'hin, sees Tariel wandering disconsolate one day and goes in quest of this mysterious knight. Eventually they meet up and after a long quest end up finding Nestan. Nestan and Tariel marry, and Avt'handil marries T'hinat'hin. I have appended a short synopis of the story to this etext, based on my reading notes.
The narrative and characterizations are remarkable for a work of this period. Rustaveli had great psychological insight, providing backstory and motivations for his cast. The women characters are well written and memorable (particularly the merchant P'hatman). Rustaveli's female characters are not just props as in some of the medieval romances. Emotional relationships between characters of the same sex (both male and female), like the Biblical David and Jonathan, are portrayed as tender and sensual, shedding light on how our conventional sex roles are modern cultural constructs.
For technical reasons, I had to omit most of the footnotes from the body of the text. However, I did type in some of these footnotes by hand where they clear up obscure passages. Since a facsimile of this particular translation is in print and the footnotes are mostly of interest to scholars, this should not present a problem.
John Bruno Hare, June 1st, 2006.
More: http://www.sacred-texts.com/asia/mps/index.htm
by Shot'ha Rust'haveli
translated by Marjory Scott Wardrop
[1912]
Contents Start Reading
Georgia is a central Asian region which is situated in the mountains between the Black and Caspian seas. This, the 'Man in the Panther Skin' (also known as 'the Knight in the Panther Skin') is a 12th century medieval epic poem. It is considered one of the masterpieces of Georgian literature, and has been called the Georgian national epic. The author, Prince Shota Rustaveli, was a noble in the court of Queen Tamar, and served as her treasurer. He was also a painter who created frescoes in the Georgian monastery of the Holy Cross in Jerusalem. We do not know specific birth and death dates for Rustaveli. The poem was first printed in 1712 in Tblisi. This translation is, thankfully, into clearly written prose, unlike some of the awful 19th century attempts to versify translated poetry. Wardrop's translation, which she modestly called an attempt, makes enjoyable reading.
The poem, strangely enough, is not set in Georgia, but in fictionalized versions of Arabia, Persia, India and fairy-tale lands set in the environs of the Indian Ocean. (However the characters are at one point described as speaking fluent Georgian!) There are two chief male protagonists, Avt'handil and Tariel. Tariel, the eponymous 'Knight in the Panther's Skin' is made heir to all India, but tragically falls in love with his adoptive sister, Nestan. Driven mad by this love, he ends up killing the man she is to marry and fleeing India. Nestan is also spirited away to parts unknown. The search for Nestan, described as radiant as the sun, so beautiful that everyone she meets falls in love with her, is the central thread of the story. Avt'handil, the suitor of the Queen of Arabia T'hinat'hin, sees Tariel wandering disconsolate one day and goes in quest of this mysterious knight. Eventually they meet up and after a long quest end up finding Nestan. Nestan and Tariel marry, and Avt'handil marries T'hinat'hin. I have appended a short synopis of the story to this etext, based on my reading notes.
The narrative and characterizations are remarkable for a work of this period. Rustaveli had great psychological insight, providing backstory and motivations for his cast. The women characters are well written and memorable (particularly the merchant P'hatman). Rustaveli's female characters are not just props as in some of the medieval romances. Emotional relationships between characters of the same sex (both male and female), like the Biblical David and Jonathan, are portrayed as tender and sensual, shedding light on how our conventional sex roles are modern cultural constructs.
For technical reasons, I had to omit most of the footnotes from the body of the text. However, I did type in some of these footnotes by hand where they clear up obscure passages. Since a facsimile of this particular translation is in print and the footnotes are mostly of interest to scholars, this should not present a problem.
John Bruno Hare, June 1st, 2006.
More: http://www.sacred-texts.com/asia/mps/index.htm
Tuesday, January 31, 2006
MAGAZIN: Legend about the Caucasus
The Chechen Times №5
19.01.2003
19.01.2003
According to our data, the legend is said to be written by Dzhambulat Dzanti, a Chechen by origin, poet, litterateur, who used to work for the emigrant magazine «Mountaineers from Caucasus» published in Paris from 1929 to April 1934 and edited by prince Elmurza Bekovich-Cherkassky. Barasbi Baitugan, who used to live in Warsaw at that time, was a coeditor.
The magazine «Mountaineers from Caucasus» was the mouthpiece of the Popular Party of Caucasian Mountaineers with a headquarters in Paris. Representatives of North Caucasian emigrant communities of Warsaw, Lion, Lozanna, New York, Paris, Pargue, etc. published their articles and essays in the magazine.
From May 1934 the magazine began coming out under a new name — «North Caucasus." Under that name it came out until June 1939, with Barasbi Baitugan as the editor. The magazine published works by Arslan, Aptek, Taulu, Kazi-han, Kunduh, Edige, Hadji-Bilal, Azamat, Ayas-Iskhaki, Adil-Bek Kullati, Doguzh, Temir Bazyrykkho, Daud, Adyge, Khursh, Andemyrkan, Dzhankhot and many others. The rubric «From North Caucasian folklore» was very popular with the magazine’s subscribers. [...]
And let us present his «Legend about the Caucasus," which, as he put it, his grandfather told him.
The Caucasus is a country of miracles, the country of knights, the country of amazons, the country of treasures from around the world, which will enrich and sparkles with its metals, precious ores it will heal people of soul and body ailments with magic air and miraculous waters. The Caucasus is a magic hero.
A Circassian coat is a symbolic reflection of the hero. The hero held his proud head upright. Clouds served him as a sheepskin hat, and eternal white snows — as a turban. Later the mountaineer from the Caucasus put on his proud head the sheepskin hat with long, curling white fleece which looked like eternal snow drifts on the peaks of grand mountains Elbrus and Kazbek — the two heads of the great Caucasus. The rocky Caucasian ridge was the hero’s breast. That is why proud mountaineers decorated their mighty breast wit gazyrs. Long laps of the Circassian coat — are wide and splendid Caucasian plains. In its mighty hands the Caucasus held two seas — the seas of Azov and Kara-Deniz as two boiling coppers and poured salty water over enemy’s eyes. [ more ... ]
Sunday, January 29, 2006
Nart Sagas from the Caucasus:
Myths and Legends from the Circassians, Abazas, Abkhaz, and Ubykhs
Assembled, translated, and annotated by John Colarusso
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send e-mail to permissions@pupress.princeton.edu
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Tuesday, May 31, 2005
Berge, Sprachen und Tourismus im Kaukasus
Im Internet fand ich eine sehr schöne Seite zu einem Projekt "Die Namen der Berge" , dass sich auch mit dem Kaukasus befasste.
"Bereits seit etlichen Jahren werden in Forschung, Ausstellungsbetrieb, aber auch in den Medien die Berge verstärkt wahrgenommen. ... So wie auch in einer Reihe von kleineren Forschungsarbeiten, ist es dem INST ein Anliegen, im Zusammenhang mit seinem Berg-Projekt kulturelle Zugänge der Menschen zu den Bergen in den Mittelpunkt zu stellen."
Auf der Internet-Seite findet man einen Text von Guram Lebanidze: Georgien - paradoxes Spiegelbild des Abendlandes
"Wenn aber das alles stimmt - und das stimmt ohne Zweifel - muß die georgische Identität jene antinomische Struktur besitzen, die in ihrer Tiefe zwei sonst miteinander unvereinbare Pole - das mit der griechischen Orthodoxie gemeinte Glaubenswesen und das mit die westeuropäischen sozialen Struktur gemeinte Individualität - birgt und miteinander paradoxerweise verbindet."
und und u.a. Texte zur:
* Ökologie und Kultur, von Thomas V. Gamkrelidze (Staatliche Ivane Dshawachischwili Universität)
* Die sakrale Gemeinde, von Surab Kiknadze (Staatliche Dshawachischwili Universität, Tbilissi)
* Mythologie und Gegenwart - der Kaukasus im Europäischen Bewusstsein, von Herbert Arlt (Wien)
Der Kauskasus im sprachlichen Weltraum* Kaukasus: Berg der Sprachen, von Robert Schmitt-Brandt (Universität Heidelberg)
* The Main Socio-Linguistic Tendencies in the Post-Soviet Caucasus, von Teimuraz Gvantseladze (Staatliche Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi)
* The Language Psychology of the Georgians, von Amiran Lomtadze / Manana Tabidze / Revaz Scherozia (alle von der Staatlichen Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi)
Der Berg als kaukasischer Kulturraum
* Religiöse Richtungen im Pankissital, von Chwtiso Mamisimedaschwili (Forschungszentrum für Kaukasiologie, Signagi)
* Die mittelalterlichen georgischen Kulturdenkmäler - Architektur und Wandmalerei, von Ani Kldiaschwili (Staatliche Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi)
* Historical Monuments of Highlands of South Georgia, von Devi Berdzenishvili (Staatliche Ivane Dshawachischwili Universität Tbilissi)
* Mountain as a Concept of Human Nature. Alienation in Time and Space: Vision of the World as a Unity of Order and Drama, von Kote Gogolashvili (Ilia Chavchavadze State University)
Der Kauskasus als touristischer Kulturraum* Mountainous Regions - Potential and Prospects Legislative Space and Analyses or International Assistance, von Koba Arabuli (Ilia Chavchavadze State University) / Tea Giorgadze (Caucasus Highland Center, Tbilisi)
* Tourism Development Perspectives in Svaneti, von Shota Chartolani (Akademie der Wissenschaften Georgien)
* Das kulturelle Erbe Georgiens und der Tourismus, von Vasha Tschintscharauli (Caucasus Higland Center, Tbilisi)
Vom 14. bis 22.5.2005 veranstaltete die Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur Tbilissi ein Kulturseminar: Städte, Kurorte, Berge, Mythen und Weinbau Georgiens:
Am 1./2. Mai 2003 fand an der Universität in Tbilissi eine Konferenz zum Thema "Berge, Sprachen und Tourismus im Kaukasus" mit einer breiten überregionalen Beteiligung statt. Vom 28.7. bis 5.8.2003 erfolgte eine Besteigung des Kasbegi (5.047 m). Und 2005 folgt ein Kulturseminar und eine Konferenz.
Auch dieses Jahr bietet Kaukasus-Reisen eine Bergtour auf den Kasbegi an! Internet: http://kaukasus.blogspot.com/2005/05/climbing-mount-kasbek-july-2005.html
Ziel der INST-Kulturseminare ist es, eine kulturwissenschaftliche Vermittlung eines Landes zu ermöglichen bzw. Kenntnisse durch eine solche kulturwissenschaftliche Ermittlung zu erhalten und dabei die Sinnlichkeit (Anschauung, Geschmack, Gehör) nicht zu vernachlässigen. Für die Kulturseminare stehen ausgewiesene WissenschafterInnen des Landes zur Verfügung. Verantwortlich für die Organisation ist Dr. Koba Arabuli (Leiter des Tourismus-Institutes der Universität).
Die Konferenz "Mythen und Berge" hat zum Ziel, einen weltweiten Vergleich von Berg-Mythen durchzuführen. Die Ergebnisse werden auf den INST-Bergeseiten publiziert werden sowie auf der CD, die dem Buch "Das Verbindende der Kulturen" beiliegen wird, das im Oktober 2004 bei der Buchmesse in Frankfurt am Main präsentiert werden soll.
Internet: http://www.inst.at/kuse/tbilissi.htm
Hier finden Sie das Programm: Mythen und Berge/Myths and Mountains
"Bereits seit etlichen Jahren werden in Forschung, Ausstellungsbetrieb, aber auch in den Medien die Berge verstärkt wahrgenommen. ... So wie auch in einer Reihe von kleineren Forschungsarbeiten, ist es dem INST ein Anliegen, im Zusammenhang mit seinem Berg-Projekt kulturelle Zugänge der Menschen zu den Bergen in den Mittelpunkt zu stellen."
Auf der Internet-Seite findet man einen Text von Guram Lebanidze: Georgien - paradoxes Spiegelbild des Abendlandes
"Wenn aber das alles stimmt - und das stimmt ohne Zweifel - muß die georgische Identität jene antinomische Struktur besitzen, die in ihrer Tiefe zwei sonst miteinander unvereinbare Pole - das mit der griechischen Orthodoxie gemeinte Glaubenswesen und das mit die westeuropäischen sozialen Struktur gemeinte Individualität - birgt und miteinander paradoxerweise verbindet."
und und u.a. Texte zur:
* Ökologie und Kultur, von Thomas V. Gamkrelidze (Staatliche Ivane Dshawachischwili Universität)
* Die sakrale Gemeinde, von Surab Kiknadze (Staatliche Dshawachischwili Universität, Tbilissi)
* Mythologie und Gegenwart - der Kaukasus im Europäischen Bewusstsein, von Herbert Arlt (Wien)
Der Kauskasus im sprachlichen Weltraum* Kaukasus: Berg der Sprachen, von Robert Schmitt-Brandt (Universität Heidelberg)
* The Main Socio-Linguistic Tendencies in the Post-Soviet Caucasus, von Teimuraz Gvantseladze (Staatliche Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi)
* The Language Psychology of the Georgians, von Amiran Lomtadze / Manana Tabidze / Revaz Scherozia (alle von der Staatlichen Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi)
Der Berg als kaukasischer Kulturraum
* Religiöse Richtungen im Pankissital, von Chwtiso Mamisimedaschwili (Forschungszentrum für Kaukasiologie, Signagi)
* Die mittelalterlichen georgischen Kulturdenkmäler - Architektur und Wandmalerei, von Ani Kldiaschwili (Staatliche Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur, Tbilissi)
* Historical Monuments of Highlands of South Georgia, von Devi Berdzenishvili (Staatliche Ivane Dshawachischwili Universität Tbilissi)
* Mountain as a Concept of Human Nature. Alienation in Time and Space: Vision of the World as a Unity of Order and Drama, von Kote Gogolashvili (Ilia Chavchavadze State University)
Der Kauskasus als touristischer Kulturraum* Mountainous Regions - Potential and Prospects Legislative Space and Analyses or International Assistance, von Koba Arabuli (Ilia Chavchavadze State University) / Tea Giorgadze (Caucasus Highland Center, Tbilisi)
* Tourism Development Perspectives in Svaneti, von Shota Chartolani (Akademie der Wissenschaften Georgien)
* Das kulturelle Erbe Georgiens und der Tourismus, von Vasha Tschintscharauli (Caucasus Higland Center, Tbilisi)
Vom 14. bis 22.5.2005 veranstaltete die Ilia Tschawtschawadze Universität für Sprache und Kultur Tbilissi ein Kulturseminar: Städte, Kurorte, Berge, Mythen und Weinbau Georgiens:
Am 1./2. Mai 2003 fand an der Universität in Tbilissi eine Konferenz zum Thema "Berge, Sprachen und Tourismus im Kaukasus" mit einer breiten überregionalen Beteiligung statt. Vom 28.7. bis 5.8.2003 erfolgte eine Besteigung des Kasbegi (5.047 m). Und 2005 folgt ein Kulturseminar und eine Konferenz.
Auch dieses Jahr bietet Kaukasus-Reisen eine Bergtour auf den Kasbegi an! Internet: http://kaukasus.blogspot.com/2005/05/climbing-mount-kasbek-july-2005.html
Ziel der INST-Kulturseminare ist es, eine kulturwissenschaftliche Vermittlung eines Landes zu ermöglichen bzw. Kenntnisse durch eine solche kulturwissenschaftliche Ermittlung zu erhalten und dabei die Sinnlichkeit (Anschauung, Geschmack, Gehör) nicht zu vernachlässigen. Für die Kulturseminare stehen ausgewiesene WissenschafterInnen des Landes zur Verfügung. Verantwortlich für die Organisation ist Dr. Koba Arabuli (Leiter des Tourismus-Institutes der Universität).
Die Konferenz "Mythen und Berge" hat zum Ziel, einen weltweiten Vergleich von Berg-Mythen durchzuführen. Die Ergebnisse werden auf den INST-Bergeseiten publiziert werden sowie auf der CD, die dem Buch "Das Verbindende der Kulturen" beiliegen wird, das im Oktober 2004 bei der Buchmesse in Frankfurt am Main präsentiert werden soll.
Internet: http://www.inst.at/kuse/tbilissi.htm
Hier finden Sie das Programm: Mythen und Berge/Myths and Mountains
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