"Последний еврей в деревне" (Russian version): https://youtu.be/JlBEKoFt59g
Abandoned village. This is a village founded by mountain Jews in Azerbaijan in the 19th century. There is a Jewish cemetery near the village. An old man is working at the grave. He is watering a sapling and wiping the grave-stone. This is Meyer. He is the only Jew who stays in the village. There are his father's house, a small plot of earth and a household... He knows everything about this village. He remembers the persecution of the rabbinate in Soviet time, and the troubles of the 1941-1945 wartime, and the post-War years. He is a real living history of this village, and the only nexus between the Past of this Jewish village and the Present time. His parents and his wife and his neighbours as well are buried in this cemetery. He is all time looking after the graves, for they are not to be overgrown with weed and the grave-stones are not to be destroyed... He knows the life story of every Jew buried here indeed!
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Monday, February 04, 2019
VIDEO: "The Last Jew in the Village". By Rufat Asadov
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Thursday, November 08, 2018
PERSPEKTIVEN: Der Tourismus erhält und bedroht Georgiens Leben im Hochgebirge. Ein visueller Kommentar von Stefan Applis. via @EurasiaNet
[in english: eurasianet.org] Erzählungen einer authentischen Gesellschaft, die am Rande der Zeit lebt, können den höheren Lebensstandard in der sowjetischen Blütezeit nicht erklären.
Seit Ende der achtziger Jahre hat die georgische Region Svaneti mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Weit entfernt von den politischen Machtzentren haben die Menschen in der rauen Bergregion mit einer weit verbreiteten Armut zu kämpfen. Mit dem Ende der sowjetischen Subventionen verließen viele Einheimische dieses Gebiet.
Aber eine zweite Chance hat sich in den letzten zehn Jahren mit der Einnahme von Touristendollars gezeigt. Dieser Tourismus bringt eine Reihe moderner Herausforderungen mit sich, die die Zukunft der Region bestimmen werden.
In der Sowjetzeit ermutigten die Moskauer Kulturbeamten die Svanen, sich von den benachbarten Gruppen im Sowjetischen Georgien zu unterscheiden und ihr ethnisches Bewusstsein zu stärken. Gleichzeitig haben die Behörden die lokalen Traditionen, die von Moskau als illegal eingestuft wurden, nicht aufhalten können: die Rolle der Ältestenräte bei der Verteilung von Land, der Vermittlung von Vendetten und der Entscheidung über Brautentführungen.
Heutzutage dominieren Geschichten über eine authentische Gesellschaft, die am Rande der Zeit lebt, in der sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert hat - in der Tat kann man in alten Steintürmen ein märchenhaftes Leben finden - Orte wie Wikitravel, TripAdvisor, Facebook und Booking.com. Dies sind jedoch begrenzte Erzählungen mit wenig Verständnis für die Lebenswirklichkeit in Dörfern wie Ushguli, die oft wochenlang im Winter von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom sind.
Diese Geschichten erklären auch nicht den höheren Lebensstandard der sowjetischen Blütezeit, als Ushguli - eine Ansammlung von vier Weilern mit 150 ständigen Einwohnern auf 2200 Metern Höhe im Schatten des höchsten Gipfels Georgiens - täglich durch Hubschrauberflüge mit Tbilisi verbunden. Als die lokale Sekundarschule eine große Anzahl von Kindern befähigte, einen Hochschulabschluss zu erlangen.
Nach verheerenden Lawinen im Winter 1986-1987 wurden Dutzende getötet, und die sowjetischen Behörden begannen, die Bewohner von Ushguli ins Tiefland umzusiedeln.
Einige kehrten in den 1990er Jahren zurück, als das unabhängige Georgien durch Krieg und Wirtschaftskrise zerrüttet wurde. Eine andere Welle kehrte vor einem Jahrzehnt, zumindest für eine gewisse Zeit zurück, als Georgien sich auf der internationalen Szene des Abenteuertourismus etablierte. Heute, neben den von der UNESCO anerkannten Wehrturmhäusern, gibt es zahlreiche Gästehäuser, die oft miteinander konkurrieren und in der Hochsaison von Juli bis September die Preise drücken.
Die Bergbewohner haben Erfahrung mit Tourismus. In den 70er Jahren kamen Besucher aus der gesamten Sowjetunion, um einige der höchsten Gipfel des Imperiums zu erklimmen.
Damals "beherbergten wir Touristen kostenlos, weil die Gastfreundschaft Teil unserer Kultur ist. Das Tal war voller Zelte mit Bergsteigern, Historikern, Geologen und Archäologen. Heute können wir uns das nicht mehr leisten", sagte Aysir Nizharadze, der im Sommer Kartoffeln anbaut.
Heute ist Tourismus der einzige Weg, um eine Familie zu ernähren, und es zieht die Bewohner Ushgulis an, zumindest für einen Teil des Jahres zurückzukehren. Während frühere Härten dazu beigetragen haben, das Gemeinschaftsgefühl, die gemeinsame Identität und die gegenseitige Verantwortung zu festigen, zerreißt die Konkurrenz heute die Gemeinschaft.
Aufgrund der hohen Subsistenzwirtschaft in der Landwirtschaft in Georgien sind die Preise für Fleisch, Milchprodukte und Produkte niedrig. Um eine Farm in einer Region mit einem so kurzen Sommer am Laufen zu halten, muss eine Familie Touristen als zahlende Gäste anziehen.
Trotzdem führt die Verzweiflung zu Spannungen. Die Familien in Ushguli, die sich früher auf harte Zeiten verlassen mussten, konkurrieren nun darum, die Erwartungen der Touristen zu erfüllen - niedrige Preise, eine "authentische" Atmosphäre, entsprechenden Komfort und Essen. Auf diese Weise gefährdet der Tourismus bestehende Bindungen der Gemeinschaft.
"Ushguli ist nichts ohne die Menschen in Ushguli", sagte Roland Dzelidze, ein Einwohner, der sein ganzes Leben lang in Ushguli verbracht hat, ohne seinen Dienst beim sowjetischen Militär zu leisten. "Nur einige von uns sind noch übrig - es gibt also nicht genug, um einander zu helfen, wenn etwas Schwieriges getan werden muss, wie etwa die Reparatur eines Daches. Und wenn Sie Ihrem Nachbarn nicht helfen, wird er Ihnen nicht helfen. Am Ende wohnen wir wie Konkurrenten nebeneinander.“
Stefan Applis ist Professor für Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen in Deutschland.
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Fotogallerie von Stefan Applies: Klick auf das Bild
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Aber eine zweite Chance hat sich in den letzten zehn Jahren mit der Einnahme von Touristendollars gezeigt. Dieser Tourismus bringt eine Reihe moderner Herausforderungen mit sich, die die Zukunft der Region bestimmen werden.
In der Sowjetzeit ermutigten die Moskauer Kulturbeamten die Svanen, sich von den benachbarten Gruppen im Sowjetischen Georgien zu unterscheiden und ihr ethnisches Bewusstsein zu stärken. Gleichzeitig haben die Behörden die lokalen Traditionen, die von Moskau als illegal eingestuft wurden, nicht aufhalten können: die Rolle der Ältestenräte bei der Verteilung von Land, der Vermittlung von Vendetten und der Entscheidung über Brautentführungen.
Heutzutage dominieren Geschichten über eine authentische Gesellschaft, die am Rande der Zeit lebt, in der sich im Laufe der Jahrhunderte wenig verändert hat - in der Tat kann man in alten Steintürmen ein märchenhaftes Leben finden - Orte wie Wikitravel, TripAdvisor, Facebook und Booking.com. Dies sind jedoch begrenzte Erzählungen mit wenig Verständnis für die Lebenswirklichkeit in Dörfern wie Ushguli, die oft wochenlang im Winter von der Außenwelt abgeschnitten und ohne Strom sind.
Diese Geschichten erklären auch nicht den höheren Lebensstandard der sowjetischen Blütezeit, als Ushguli - eine Ansammlung von vier Weilern mit 150 ständigen Einwohnern auf 2200 Metern Höhe im Schatten des höchsten Gipfels Georgiens - täglich durch Hubschrauberflüge mit Tbilisi verbunden. Als die lokale Sekundarschule eine große Anzahl von Kindern befähigte, einen Hochschulabschluss zu erlangen.
Nach verheerenden Lawinen im Winter 1986-1987 wurden Dutzende getötet, und die sowjetischen Behörden begannen, die Bewohner von Ushguli ins Tiefland umzusiedeln.
Einige kehrten in den 1990er Jahren zurück, als das unabhängige Georgien durch Krieg und Wirtschaftskrise zerrüttet wurde. Eine andere Welle kehrte vor einem Jahrzehnt, zumindest für eine gewisse Zeit zurück, als Georgien sich auf der internationalen Szene des Abenteuertourismus etablierte. Heute, neben den von der UNESCO anerkannten Wehrturmhäusern, gibt es zahlreiche Gästehäuser, die oft miteinander konkurrieren und in der Hochsaison von Juli bis September die Preise drücken.
Die Bergbewohner haben Erfahrung mit Tourismus. In den 70er Jahren kamen Besucher aus der gesamten Sowjetunion, um einige der höchsten Gipfel des Imperiums zu erklimmen.
Damals "beherbergten wir Touristen kostenlos, weil die Gastfreundschaft Teil unserer Kultur ist. Das Tal war voller Zelte mit Bergsteigern, Historikern, Geologen und Archäologen. Heute können wir uns das nicht mehr leisten", sagte Aysir Nizharadze, der im Sommer Kartoffeln anbaut.
Heute ist Tourismus der einzige Weg, um eine Familie zu ernähren, und es zieht die Bewohner Ushgulis an, zumindest für einen Teil des Jahres zurückzukehren. Während frühere Härten dazu beigetragen haben, das Gemeinschaftsgefühl, die gemeinsame Identität und die gegenseitige Verantwortung zu festigen, zerreißt die Konkurrenz heute die Gemeinschaft.
Aufgrund der hohen Subsistenzwirtschaft in der Landwirtschaft in Georgien sind die Preise für Fleisch, Milchprodukte und Produkte niedrig. Um eine Farm in einer Region mit einem so kurzen Sommer am Laufen zu halten, muss eine Familie Touristen als zahlende Gäste anziehen.
Trotzdem führt die Verzweiflung zu Spannungen. Die Familien in Ushguli, die sich früher auf harte Zeiten verlassen mussten, konkurrieren nun darum, die Erwartungen der Touristen zu erfüllen - niedrige Preise, eine "authentische" Atmosphäre, entsprechenden Komfort und Essen. Auf diese Weise gefährdet der Tourismus bestehende Bindungen der Gemeinschaft.
"Ushguli ist nichts ohne die Menschen in Ushguli", sagte Roland Dzelidze, ein Einwohner, der sein ganzes Leben lang in Ushguli verbracht hat, ohne seinen Dienst beim sowjetischen Militär zu leisten. "Nur einige von uns sind noch übrig - es gibt also nicht genug, um einander zu helfen, wenn etwas Schwieriges getan werden muss, wie etwa die Reparatur eines Daches. Und wenn Sie Ihrem Nachbarn nicht helfen, wird er Ihnen nicht helfen. Am Ende wohnen wir wie Konkurrenten nebeneinander.“
Stefan Applis ist Professor für Geographie an der Justus-Liebig-Universität Gießen in Deutschland.
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Monday, February 26, 2018
VIDEO: Reinhold Messner speaks about a balance of tourism in Georgia - or is this video a PR Campaign for mass tourism ?
Rheinhold Messner's trip to Georgia Follow the legendary explorer
Rheinhold Messner on his way through epic Georgian mountains! Majestic Ushba Mount, breathtaking landscapes of Greater Caucasus, fruitful vineyards and ancient churches in the lowlands are ready to be discovered!
Source: https://georgia.travel
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Monday, January 29, 2018
VIDEO: Climb Ushba and make a first descent on skis - via @thenorthface
Late season 2017. Samuel Anthamatten, Markus Eder, & Leo Slemett head to Svaneti Georgia to hopefully climb Ushba and make a first descent on skis. This mystical 4710m mountain in the Caucasus Mountains is very remote and must be accessed on foot. Before the ascent the crew gets to warm up the legs and experience some of the best skiing they have ever had in a wild heli-ski session in epic conditions.
Direction: Guido Perrini
Actors: Samuel Anthamatten, Leo Slemett, Markus Eder
Production: Timeline Missions
Production Country: Switzerland, 2017
The 4710-meter-high Mount Ushba has long held a strong attraction for the Swiss freerider Samuel Anthamatten. In July 2017, he traveled to Georgia with Léo Slemett, winner of the Freeride World Tour 2017, and the South Tyrolean freerider Markus Eder, to descend the most distinguishable peak of the Caucasus Mountains for the first time on skis and to find out if the Caucasian powder delivers on its promises.
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Main photography by Tero Repo
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Sam Anthamatten Interview | The North Face Skier on His Quest to Make History on Mount Ushba. By Stuart Kenny [mpora.com]
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Thursday, January 25, 2018
PHOTOGRAPHY: About Dmitry Gomberg - The Shepard's Way (On the way to the mountains in Tusheti) - Featured on LensCulture [lensculture.com]
(lensculture.com) Working, traveling and living of the shepherds in Tusheti, a historic region in northeast Georgia.
Traditionally, the Tushs are sheep herders.Tushetian cheese and high quality wool was famous and was exported to Europe and Russia.
Even today sheep and cattle breeding is the leading branch of the economy of highland Tusheti. The local shepherds spend the summer months in the highland areas of Tusheti but live in the lowland villages of Zemo Alvani and Kvemo Alvani in wintertime.
About Dmitry Gomberg,
Voor five years, I stayed in the mountains of the Caucasus and documented the lives of the local shepherds. These people have cheesemakers since long before the birth of Christ. The life that I discovered was simple and hard.
Was born in Moscow in 1980. Moved to New York in 2000. After changing many jobs and professions, got into photography in 2005. Went to the ICP, finished one-year course in documentary. Soon after the ICP moved to the Republic of Georgia where was introduced to the life of high mountain shepherds in Tusheti. Stayed with them for 5 years. All this resulted in hundreds of photographs and a dream to make a book.
This is a story about the life of the shepherds and the route they take in the mountains twice a year.
I After the death of my companions, (the shepherds had given me for this entire period) decided to stop.
-Dmitry Gomberg
Interview:
Because of its seemingly documentary photographs, Dmitry Gomberg mixes real life with dreams, in an attempt to show the varied responsibilities of the camera. Assistant editor Alexander Strecker crossed via e-mail to find out his story.
I was born in the Soviet Union. For a Soviet person, the Caucasus and the area around the Black Sea is a kind of heaven. Once I had moved to New York, I met a group of amazing Georgians. As Steinbeck wrote: "If one tried to describe Georgia using a single word, the correct word would surely be hospitality." I was with these words in my head, can not resist the repeated invitations to their country.
When I arrived, the father of a friend told me about a pass in the mountains, where the Tusheti shepherds go. I found his story and wanted to see these people with my own eyes. I was introduced to Vazha Kaadze, the man who was my guide and mentor.
In the beginning, some of the pastors do not like me taking pictures of them. But I got their trust. She started to call me "American Shepherd." For five years, I visited many miles with Vazha and his crew. I came to a lifestyle that I had never seen understand.
The biggest challenge I faced in making this project was not to get drunk all the time. I am on this, it completely failed. But seriously, I did not really miss when I was there. Some good coffee, a nice lady perhaps? What really gave me joy was nature: the wind, the stars and the horses. Even today, I still dream about.
In terms of photography, this project taught me two things. First, the photography is very simple; all you need is curiosity, some technical skill and luck. Secondly, people believe pictures more than words. But in my pictures, I show both a reality and my own dreams. I hope people realize that photography is much more than an objective document of the world. I hope these pictures can help you share that point.
-Dmitry Gomberg, as told to Alexander Strecker
dmitrygomberg.com
On the way to the mountains © Dmitry Gomberg. On the way to the mountains [lensculture.com]
Over five years, we follow in the footsteps of shepherds in the Caucasus mountains: simple, harsh, beautiful. [lensculture.com]
Georgia. 2008 [lensculture.com]
About Dmitry Gomberg,
Voor five years, I stayed in the mountains of the Caucasus and documented the lives of the local shepherds. These people have cheesemakers since long before the birth of Christ. The life that I discovered was simple and hard.
Was born in Moscow in 1980. Moved to New York in 2000. After changing many jobs and professions, got into photography in 2005. Went to the ICP, finished one-year course in documentary. Soon after the ICP moved to the Republic of Georgia where was introduced to the life of high mountain shepherds in Tusheti. Stayed with them for 5 years. All this resulted in hundreds of photographs and a dream to make a book.
This is a story about the life of the shepherds and the route they take in the mountains twice a year.
I After the death of my companions, (the shepherds had given me for this entire period) decided to stop.
-Dmitry Gomberg
Interview:
Because of its seemingly documentary photographs, Dmitry Gomberg mixes real life with dreams, in an attempt to show the varied responsibilities of the camera. Assistant editor Alexander Strecker crossed via e-mail to find out his story.
I was born in the Soviet Union. For a Soviet person, the Caucasus and the area around the Black Sea is a kind of heaven. Once I had moved to New York, I met a group of amazing Georgians. As Steinbeck wrote: "If one tried to describe Georgia using a single word, the correct word would surely be hospitality." I was with these words in my head, can not resist the repeated invitations to their country.
When I arrived, the father of a friend told me about a pass in the mountains, where the Tusheti shepherds go. I found his story and wanted to see these people with my own eyes. I was introduced to Vazha Kaadze, the man who was my guide and mentor.
In the beginning, some of the pastors do not like me taking pictures of them. But I got their trust. She started to call me "American Shepherd." For five years, I visited many miles with Vazha and his crew. I came to a lifestyle that I had never seen understand.
The biggest challenge I faced in making this project was not to get drunk all the time. I am on this, it completely failed. But seriously, I did not really miss when I was there. Some good coffee, a nice lady perhaps? What really gave me joy was nature: the wind, the stars and the horses. Even today, I still dream about.
In terms of photography, this project taught me two things. First, the photography is very simple; all you need is curiosity, some technical skill and luck. Secondly, people believe pictures more than words. But in my pictures, I show both a reality and my own dreams. I hope people realize that photography is much more than an objective document of the world. I hope these pictures can help you share that point.
-Dmitry Gomberg, as told to Alexander Strecker
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On the way to the mountains © Dmitry Gomberg. On the way to the mountains [lensculture.com]
Over five years, we follow in the footsteps of shepherds in the Caucasus mountains: simple, harsh, beautiful. [lensculture.com]
Georgia. 2008 [lensculture.com]
LensCulture Awards: Emerging Talent Awards 2014, Winner
Dmitry Gomberg: The Shepherd’s Way. By /Emma Kisiel [donttakepictures.com]
Dmitry Gomberg: The Shepherd’s Way. By /Emma Kisiel [donttakepictures.com]
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Saturday, October 07, 2017
VIDEO: "The Last" Doc Film about life in Georgian mountain villages
Director: Aleksandr Rekhviashvili
DP: Paata Kereselidze
Editing: Saba Amirejibi
Tuesday, September 05, 2017
VIDEO: უშბის სარკე • Ushba's Mirror. Attempt and heavy stonefalls. By Archil Badriashvili
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Sunday, June 25, 2017
PODCAST: Hochgebirge in Georgien. Tuschetiens heilige Orte. Von Lottemi Doormann via @DLF
(deutschlandfunk.de) Majestätische Bergwelten, archaische Volksfeste: Im östlichsten Zipfel Georgiens führt der auf 3000 Metern gelegene Abanopass zu den abgeschiedenen Bergdörfern Tuschetiens. Heidnische Traditionen sind hier weit verbreitet: Auch heute noch opfern die Bewohner ihren Halbgöttern.
Podcast zum Hören: Tuschetiens heilige Orte. Von Lottemi Doormann
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Auszüge aus dem Feature: Als Suliko ein Baby von drei Monaten war, ist sein Onkel mit ihm über den fast 3000 Meter hohen Abanopass nach Tuschetien geritten. Im Dorf Alvani am Fuße des Großen Kaukasus war der Reiter aufgebrochen, um den Winzling zu seiner Oma ins tuschetische Dorf Iliurta zu bringen. Das war 1978. Damals gab es die unbefestigte Straße noch nicht, auf der wir jetzt mit Fahrer Suliko im Allrad-Geländewagen zum Abanopass unterwegs sind. Die gefährliche Strecke ist der einzige Zugang zu den abgeschiedenen Bergdörfern Tuschetiens, einer der ursprünglichsten Regionen im äußersten Nordosten Georgiens.
[...] Beim Abendessen berichtet Tamuna Latsabidze (Reiseleiterin), unsere georgische Reisebegleiterin, über das traditionelle Leben der Tuschen: Die Tuschen haben ein gewisses Nomadentum hier schon immer gehabt.
[...] "Die ältesten Wehrtürme Tuschetiens sollen schon im 12. bis 13. Jahrhundert entstanden sein. In einem der hohen Wohnwehrtürme von Omalo hat ein Bewohner des Dorfes namens Nugsar Idoidse vor ein paar Jahren ein ethnografisches Museum geschaffen. Wir müssen uns bücken, um den Turm zu betreten."
"Der Eingang ist extra so niedrig, damit, wenn Fremde oder wenn Feinde einfallen würden, sie mussten sich verbeugen, sie konnten nicht aufrecht gehen, da sind sie in der Position gewesen, dass sie nicht schießen konnten. Außerdem ist es eigentlich so’n bisschen Demut - Demut vor dem Türengel, das ist der Beschützer des Hauses."
Drinnen führen grobe Holzstufen aufwärts und durch ein Deckenloch in die "Schua", den Wohnraum für die ganze Familie. Früher gab es nur eine Hühnerleiter, die man bei Gefahr schnell hochziehen konnte, und eine Klappe, mit der das Loch verschlossen wurde.
"Das ist die Männerecke. Und das ist die Frauenecke - hier, wo die Küchenecke ist und wirtschaftliche Sachen. Das ist jetzt so eine ganz typische Konstruktion von Lagerfeuer im Haus, wo man gekocht hat. Das ist zum Butter machen, also stampfen, Butterfass. Das ist eine Wiege, die man aber aufgehängt hat. Das ist zum Beispiel für Bier, wenn man Bier gebraut hat. Bier hat man ja nur zu feierlichen Anlässen gebraut, für diese Dorffeste. Hier gab es ja keinen Wein. Und das war eigentlich das Getränk."
In der Abgeschiedenheit dieses Tales entwickelten die einst dort lebenden Tsova-Tuschen ihre eigene Sprache. Doch schon lange haben sie das Dorf Tsaro verlassen.
Wir wandern zu den steil am Hang liegenden Ruinen, verfallenen Häusern und Türmen aus übereinander geschichteten Schiefersteinen. Tamuna berichtet, dass in diesem Dorf Kranke aus Angst vor Ansteckung mit etwas Nahrung in ein abgelegenes Haus geschickt wurden und dort verhungerten. Schwangere mussten ihr Kind allein gebären und durften erst 40 Tage nach der Geburt in die Gemeinschaft zurückkehren. Viele Mütter und Babys haben das nicht überlebt. Ob das Dorf daran zugrunde ging? Oder an Epidemien? Inmitten der Landschaft sind überall Reste archaischer Türme zu sehen, Zeichen einer mystischen Welt, durch die manchmal eine Horde weißer wilder Hunde streift.
Mindestens zehn bewohnte Dörfer gibt es noch in Tuschetien. Eines davon ist das düstere Dochu, dessen Häuser sich auf einer Bergspitze und einem schwindelerregend steilen Hang eng aneinanderdrängen.
"Um das achte, neunte Jahrhundert haben die Tuschen gezwungenermaßen das Christentum angenommen - 500 Jahre später als im übrigen Georgien. Doch richtige Christen sind sie nicht geworden. Bis heute sind heidnische Traditionen und der Glaube an Naturgeister weit verbreitet. Es gibt nur ein, zwei kleine Kirchen in Tuschetien. Gebetet wird an heiligen Plätzen, an Nischen und Steinhaufen, "khati" genannt, wo sie ihrem Halbgott Kopala Opfer bringen. Frauen dürfen sich diesen Plätzen nicht nähern, geschweige denn etwas berühren. Von diesem Kopala hat der Heilige Georg, christlicher Schutzpatron Georgiens, ein paar Funktionen übernommen. Tamuna sagt: "Auch dem Heiligen Georg opfert man Schafe - das darf der Heilige Georg gar nicht wissen."
Als die Perser im 17. Jahrhundert in Kachetien einfielen, sollen die tollkühnen Kämpfer der Tuschen dem kachetischen König geholfen haben, sie zu vertreiben. Zum Dank gestattete man ihnen, die Alazani-Ebene unten im Tal als Winterweide zu nutzen. Später, nachdem Georgien 1801 von Russland annektiert worden war, erbaten die Tuschen die Erlaubnis, dort im Winter auch zu leben. So blieb es bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts - im Sommer oben, im Winter unten.
Doch dann wollten die Sowjets, dass die Bergbevölkerung unten sesshaft wird.
"Also die Sowjets, die fanden das zu mühsam, es war einfach zu abgelegen und zu schwierig hier, die sowjetische Struktur einzubringen. Also haben sie die Leute gezwungen, nach unten überzusiedeln. Das hat man da unten ganz gezielt gewollt. Unten gab es Krankenhäuser, Schulpflicht, den Fortschritt, oben gab es nichts, nicht mal eine Straße. Also sie haben auf alles verzichten müssen, was man unten schon an Fortschritt hatte. So sind sowohl Tuschetien als auch Chewsuretien, die benachbarte Region, leer geworden."
Erst Ende der 70er Jahre kam der Umschwung, in der Regierungszeit von Eduard Schewardnadze. Um der Entvölkerung der Region entgegenzuwirken, erhielt Omalo eine Krankenstation, eine Schule, und der Reitweg über den Abanopass wurde zur Straße ausgebaut. Seither kehren die tuschetischen Familien in den Sommermonaten in ihre Dörfer zurück, reparieren die Häuser, bauen Balkone und pflegen ihre Traditionen.
Hundert Tage nach dem orthodoxen Osterfest finden in den Dörfern traditionelle Volksfeste mit archaischen, teils vorchristlichen Bräuchen statt. Undenkbar wäre es für die Tuschen, diese Feste anderswo als hier oben in den Bergen zu feiern, mögen sie auch mittlerweile in Tiflis oder Telawi wohnen. Oft werden die genauen Termine erst kurzfristig festgelegt oder wieder verschoben, sodass Reisende ein bisschen Glück brauchen, um am richtigen Ort zur richtigen Zeit ein Fest mitzuerleben.
Der ganze Beitrag hier: deutschlandfunk.de/hochgebirge in georgien
Podcast zum Hören: Tuschetiens heilige Orte. Von Lottemi Doormann
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Auszüge aus dem Feature: Als Suliko ein Baby von drei Monaten war, ist sein Onkel mit ihm über den fast 3000 Meter hohen Abanopass nach Tuschetien geritten. Im Dorf Alvani am Fuße des Großen Kaukasus war der Reiter aufgebrochen, um den Winzling zu seiner Oma ins tuschetische Dorf Iliurta zu bringen. Das war 1978. Damals gab es die unbefestigte Straße noch nicht, auf der wir jetzt mit Fahrer Suliko im Allrad-Geländewagen zum Abanopass unterwegs sind. Die gefährliche Strecke ist der einzige Zugang zu den abgeschiedenen Bergdörfern Tuschetiens, einer der ursprünglichsten Regionen im äußersten Nordosten Georgiens.
[...] Beim Abendessen berichtet Tamuna Latsabidze (Reiseleiterin), unsere georgische Reisebegleiterin, über das traditionelle Leben der Tuschen: Die Tuschen haben ein gewisses Nomadentum hier schon immer gehabt.
[...] "Die ältesten Wehrtürme Tuschetiens sollen schon im 12. bis 13. Jahrhundert entstanden sein. In einem der hohen Wohnwehrtürme von Omalo hat ein Bewohner des Dorfes namens Nugsar Idoidse vor ein paar Jahren ein ethnografisches Museum geschaffen. Wir müssen uns bücken, um den Turm zu betreten."
"Der Eingang ist extra so niedrig, damit, wenn Fremde oder wenn Feinde einfallen würden, sie mussten sich verbeugen, sie konnten nicht aufrecht gehen, da sind sie in der Position gewesen, dass sie nicht schießen konnten. Außerdem ist es eigentlich so’n bisschen Demut - Demut vor dem Türengel, das ist der Beschützer des Hauses."
Drinnen führen grobe Holzstufen aufwärts und durch ein Deckenloch in die "Schua", den Wohnraum für die ganze Familie. Früher gab es nur eine Hühnerleiter, die man bei Gefahr schnell hochziehen konnte, und eine Klappe, mit der das Loch verschlossen wurde.
"Das ist die Männerecke. Und das ist die Frauenecke - hier, wo die Küchenecke ist und wirtschaftliche Sachen. Das ist jetzt so eine ganz typische Konstruktion von Lagerfeuer im Haus, wo man gekocht hat. Das ist zum Butter machen, also stampfen, Butterfass. Das ist eine Wiege, die man aber aufgehängt hat. Das ist zum Beispiel für Bier, wenn man Bier gebraut hat. Bier hat man ja nur zu feierlichen Anlässen gebraut, für diese Dorffeste. Hier gab es ja keinen Wein. Und das war eigentlich das Getränk."
In der Abgeschiedenheit dieses Tales entwickelten die einst dort lebenden Tsova-Tuschen ihre eigene Sprache. Doch schon lange haben sie das Dorf Tsaro verlassen.
Wir wandern zu den steil am Hang liegenden Ruinen, verfallenen Häusern und Türmen aus übereinander geschichteten Schiefersteinen. Tamuna berichtet, dass in diesem Dorf Kranke aus Angst vor Ansteckung mit etwas Nahrung in ein abgelegenes Haus geschickt wurden und dort verhungerten. Schwangere mussten ihr Kind allein gebären und durften erst 40 Tage nach der Geburt in die Gemeinschaft zurückkehren. Viele Mütter und Babys haben das nicht überlebt. Ob das Dorf daran zugrunde ging? Oder an Epidemien? Inmitten der Landschaft sind überall Reste archaischer Türme zu sehen, Zeichen einer mystischen Welt, durch die manchmal eine Horde weißer wilder Hunde streift.
Mindestens zehn bewohnte Dörfer gibt es noch in Tuschetien. Eines davon ist das düstere Dochu, dessen Häuser sich auf einer Bergspitze und einem schwindelerregend steilen Hang eng aneinanderdrängen.
"Um das achte, neunte Jahrhundert haben die Tuschen gezwungenermaßen das Christentum angenommen - 500 Jahre später als im übrigen Georgien. Doch richtige Christen sind sie nicht geworden. Bis heute sind heidnische Traditionen und der Glaube an Naturgeister weit verbreitet. Es gibt nur ein, zwei kleine Kirchen in Tuschetien. Gebetet wird an heiligen Plätzen, an Nischen und Steinhaufen, "khati" genannt, wo sie ihrem Halbgott Kopala Opfer bringen. Frauen dürfen sich diesen Plätzen nicht nähern, geschweige denn etwas berühren. Von diesem Kopala hat der Heilige Georg, christlicher Schutzpatron Georgiens, ein paar Funktionen übernommen. Tamuna sagt: "Auch dem Heiligen Georg opfert man Schafe - das darf der Heilige Georg gar nicht wissen."
Als die Perser im 17. Jahrhundert in Kachetien einfielen, sollen die tollkühnen Kämpfer der Tuschen dem kachetischen König geholfen haben, sie zu vertreiben. Zum Dank gestattete man ihnen, die Alazani-Ebene unten im Tal als Winterweide zu nutzen. Später, nachdem Georgien 1801 von Russland annektiert worden war, erbaten die Tuschen die Erlaubnis, dort im Winter auch zu leben. So blieb es bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts - im Sommer oben, im Winter unten.
Doch dann wollten die Sowjets, dass die Bergbevölkerung unten sesshaft wird.
"Also die Sowjets, die fanden das zu mühsam, es war einfach zu abgelegen und zu schwierig hier, die sowjetische Struktur einzubringen. Also haben sie die Leute gezwungen, nach unten überzusiedeln. Das hat man da unten ganz gezielt gewollt. Unten gab es Krankenhäuser, Schulpflicht, den Fortschritt, oben gab es nichts, nicht mal eine Straße. Also sie haben auf alles verzichten müssen, was man unten schon an Fortschritt hatte. So sind sowohl Tuschetien als auch Chewsuretien, die benachbarte Region, leer geworden."
Erst Ende der 70er Jahre kam der Umschwung, in der Regierungszeit von Eduard Schewardnadze. Um der Entvölkerung der Region entgegenzuwirken, erhielt Omalo eine Krankenstation, eine Schule, und der Reitweg über den Abanopass wurde zur Straße ausgebaut. Seither kehren die tuschetischen Familien in den Sommermonaten in ihre Dörfer zurück, reparieren die Häuser, bauen Balkone und pflegen ihre Traditionen.
Hundert Tage nach dem orthodoxen Osterfest finden in den Dörfern traditionelle Volksfeste mit archaischen, teils vorchristlichen Bräuchen statt. Undenkbar wäre es für die Tuschen, diese Feste anderswo als hier oben in den Bergen zu feiern, mögen sie auch mittlerweile in Tiflis oder Telawi wohnen. Oft werden die genauen Termine erst kurzfristig festgelegt oder wieder verschoben, sodass Reisende ein bisschen Glück brauchen, um am richtigen Ort zur richtigen Zeit ein Fest mitzuerleben.
Der ganze Beitrag hier: deutschlandfunk.de/hochgebirge in georgien
Tuesday, June 20, 2017
GEORGIA: We Are Svaneti Festival - 15-17 July, 2017
We Are Svaneti Festival from Rosa Vroom on Vimeo.
15-17 July, 2017
www.wearesvaneti.org
Come to discover Upper Svaneti in Georgia. Visit remote villages at the foot of the Caucasus mountains, learn new artisan and cooking skills from the locals, explore the spectacular wild nature. Listen to the inspiring stories and share yours whilst enjoying a sense of community.
Hosted at the banks of the beautiful river Nenskra, this long weekend summer festival will fill you up with energy and unforgettable memories of authentic Svaneti.
Join us for the We Are Svaneti Festival and the Photo Essay Contest
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Friday, June 13, 2014
REISE UND ABENTEUER: Geheimtipp in Georgien - Der Berg des Prometheus. Von Stephanie Geiger (nzz.ch)
Schöner Bericht und Foto von Stephanie Geiger hier >>>
(nzz.ch) Der Grosse Kaukasus hat alles zu bieten, was sich Bergsteiger wünschen: einsame Täler, hohe Berge und Touren, die eine echte Herausforderung sind. Trotzdem ist die Gegend bis heute nicht über den Status «Geheimtipp» hinausgekommen.
«Auf einen Berg steigen, und noch dazu auf den Kasbek?» Luisa findet das so abwegig, dass sie unsere Frage noch einmal wiederholt. Luisa, 68 Jahre alt, eine kleine rundliche Frau, graue Haare, blaue Schürze, ist unsere Gastgeberin in Stepanzminda. Das golden schimmernde Kaffeeservice in der Vitrine, ein Teppich an der Wand, eine alte Speisezimmergarnitur, das alles trägt dazu bei, dass sich schnell zu Hause fühlt, wer hier übernachtet. Und wer aus dem Fenster schaut, hat einen phantastischen Blick auf den dritthöchsten Gipfel Georgiens. «Der Kasbek ist ein wunderschöner Berg», sagt Luisa. Doch ihr Herz und die Lunge würden eine Besteigung nicht mehr zulassen.
Viel unberührte Natur
Aber auch früher ist Luisa nie auf die Idee gekommen, auf den Kasbek oder einen anderen Berg zu steigen. Bergsteigen ist an den Südhängen des Grossen Kaukasus längst nicht so verbreitet wie in den Alpen. Dabei hat der Grosse Kaukasus alles zu bieten, was sich Bergsteiger von einem Gebirge wünschen: einsame Täler, hohe Berge und neben gemütlichen Wanderungen auch Touren, die eine echte Herausforderung sind. Schon früh war die Region deshalb auch Ziel von Bergsteigern aus dem Alpenraum. Der deutsche Geograf, Alpinist und Forschungsreisende Gottfried Merzbacher reiste 1891 in den Kaukasus, bestieg den Elbrus und kam auch am Kasbek vorbei. 1903 fuhr eine österreichische Expedition nach Georgien. Die Tiroler bestiegen dort einen 3860 Meter hohen namenlosen Berg, der heute noch als «Tsentsi Tau» im Register des Alpine Club of London zu finden ist, benannt nach Cenzi von Ficker, einer Teilnehmerin der Expedition. Doch nicht nur das: Für ihren Mut bei einer schwierigen Rettung bekam die Innsbruckerin vom Fürsten von Swanetien die Uschba (4737 Meter), einen formschönen Berg mit Doppelgipfel, formell geschenkt.
Über den Status «Geheimtipp» scheint der Grosse Kaukasus aber in Europa in den vergangenen hundert Jahren nicht hinausgekommen zu sein. Als einer der Seven Summits dominiert der Elbrus (5642 Meter) das Bergsteigen in der Region. Die anderen Berge werden meist nur von Bergsteigern aus dem ehemaligen Ostblock in Angriff genommen. Auch hat das georgische Tourismusministerium erst im vergangenen Jahr begonnen, bewusst den naturorientierten Tourismus im Südkaukasus zu vermarkten. Die landschaftliche Vielfalt, das milde Klima und die unberührte Natur sollen Bergsteiger und Wandergruppen locken.
Wir sind mit Otari Jafaridze unterwegs. Mit dem Bergsteigen begonnen hat der Dreissigjährige während des Studiums. Der Kaukasus ist seine Spielwiese. Einmal ist er auch darüber hinausgekommen, bestieg den Khan Tengri (7010 Meter) im Tien Shan in Turkestan. Jetzt ist Otari aber überwiegend mit Trekkinggruppen unterwegs, oder er führt Bergsteiger auf den Kasbek.
Uns bringt Otari zuerst an den Fuss des Tschauchi-Massivs. Die Wolken hängen tief an diesem Augusttag, an dem Otari mit uns von Tbilissi aus auf der Georgischen Heerstrasse vorbei am Heliskiing-Resort Gudauri und über den Kreuzpass Richtung Norden fährt. Kurz vor Stepanzminda verlassen wir die Hauptroute nach Osten. Auf den ersten Kilometern ist die Strasse noch geteert. Zu verdanken ist das dem georgischen Patriarchen. Er kommt aus dem kleinen Ort Sno. Doch hinter Sno verstehen wir, weshalb Otari ein Geländefahrzeug hat. Durch Schlaglöcher, einen reissenden Gebirgsbach und eine holprige, vom Regen ausgewaschene Bergstrasse fahren wir hinauf nach Djuta.
Djuta ist ein kleines Bergdorf. Es soll das am zweithöchsten gelegene Dorf Europas sein, wenn man den Südkaukasus noch zu Europa zählt. Wie so viele abgelegene Dörfer ist auch Djuta vom Aussterben bedroht. Die Jungen gehen weg, weil sie in der Einöde keine Arbeit finden. In seiner bescheidenen Ärmlichkeit ist Djuta aber eine zauberhafte Idylle: vom Regen aufgeweichte Wege; eine alte Frau, die vor ihrem einstöckigen Häuschen in der Sonne sitzt; ein Kaukasischer Hirtenhund, der mit seiner Grösse und dem lauten Gebell fast so furchteinflössend ist wie der Bär, vor dem er seine Herde schützen soll.
Und doch gibt es auch für Djuta ein Fünkchen Hoffnung. Anano, eine junge Frau Ende zwanzig, hat in dieser Einöde, eine Viertelstunde Fussweg oberhalb des Dorfes, eine Hütte gebaut, um Touristen und Einheimischen in der Einsamkeit des Kaukasus Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten. Otari hat uns dorthin gebracht, damit wir uns an die Höhe des Kasbek gewöhnen.
Mehr als nur ein Berg
Als wir am nächsten Tag zum Muchadze (3240 Meter) aufbrechen, regnet es in Strömen. Der Weg führt uns durch ein breites Tal am Basislager der Tschauchi-Kletterer vorbei. Doch an diesem frühen Morgen ist das Zeltlager wie ausgestorben. Die einen seien in der Wand, vom Regen überrascht, die anderen noch tief in ihren Schlafsäcken verkrochen, erzählen uns zwei junge Frauen. Das Tschauchi-Massiv ist das berühmteste Klettergebiet im Ostkaukasus, eine Mischung aus Drei Zinnen und Tofana di Rozes, auch deshalb kaukasische Dolomiten genannt. Von den mächtigen Wänden des Tschauchi, die uns am Vortag noch in Staunen versetzt hatten, sehen wir nichts. Sie verstecken sich hinter dichten Regenwolken.
Wir setzen unseren Weg dennoch fort, hinauf zum Gipfel des Muchadze. Die Rhododendren sind schon verblüht. Nur einzelne farbige Blätter lassen erahnen, welches Blütenmeer wir vor wenigen Wochen hier hätten antreffen können. Mit der Höhe mischen sich immer mehr Schneeflocken unter den Regen. Ein eisiger Wind pfeift über den Grat. Wir sind froh, als wir auf dem höchsten Punkt stehen. Dass wir bei diesem fürchterlichen Wetter hinaufgewandert sind, lässt sich einzig mit der Höhenanpassung begründen. Keine Chance auf Wetterbesserung und wieder keine Chance, den Kasbek zu sehen.
Erst am übernächsten Morgen, bei Luisa, geben die Wolken den Blick frei auf unser eigentliches Ziel. Luisa hat uns ein Zimmer gegeben, in dem wir schon vom Bett aus den Kasbek sehen können: die sonnenbeschienenen, strahlend weissen Flanken, die Grashänge weiter unten und auf einer Anhöhe oberhalb von Stepanzminda das Kloster Gergeti. Jetzt verstehen wir, dass der Kasbek nicht einfach nur ein Berg, sondern eine Art Nationalheiligtum ist. Er ist von Mythen umrankt, die bis zu den alten Griechen zurückreichen: Prometheus soll zur Strafe dafür, dass er gegen den Willen des Zeus den Menschen das Feuer gebracht hatte, an den Kasbek gebracht und dort angekettet worden sein. Jeden Tag kam ein Adler, um von seiner Leber zu fressen. Erst Herakles sollte Prometheus viele Jahrhunderte später erlösen, indem er den Adler tötete.
Göttliche Mächte haben Prometheus an den Kasbek gebracht. Wir fahren die ersten Höhenmeter mit Otaris Geländewagen zum Kloster Gergeti hinauf. Von dort führt unser Weg über Moränen und dann einen der Kasbek-Gletscher. Unser erstes Ziel: die Bethlemi-Hütte (3653 Meter), einstmals eine meteorologische Station, benannt nach einem Kloster in der Nähe. Das massige Bauwerk, etwa fünfzig Meter lang, ragt auf der Moräne wie ein mächtiger Dampfer in das Wolkenmeer. Doch die Bethlemi-Hütte ist keine Hütte mit Alpenstandard. Sie ist eine windgeschützte Unterkunft, nicht mehr und nicht weniger. Schmelzwasser tropft uns in der Eingangshalle, einem dunklen schwarzen Loch, auf den Kopf. In den wenigen notdürftig hergerichteten Zimmern gibt es Pritschen, zweistöckig, mit einem abwaschbaren braunen Bezug und etwas Schaumstoff darunter. Nicht einladend, aber praktisch.
Die Politik bleibt im Tal
Weil die Hütte nur begrenzt Schlafplätze hat, campieren die meisten Bergsteiger in Zelten. Schwer beladen schleppen sie ihre Ausrüstung den Berg hinauf. Bequemer ist der Weg, wenn man das Gepäck auf den Rücken von Pferden lädt, die man unten in Stepanzminda mieten kann. Nur runter muss man den schweren Rucksack dann selbst tragen.
Ein buntes Völkchen findet auf der Bethlemi-Hütte zusammen. Die Georgier kennen sich meist. Viele von ihnen gehören zu den Stammgästen. Von den wenigen Georgiern, die auf Berge steigen, kommen alle immer wieder an den Kasbek. Politische Reibereien werden im Tal gelassen. Die Russen, gegen die Georgien vor wenigen Jahren Krieg geführt hat, werden geduldet. Genauso wie die Bergsteiger aus den ehemaligen sowjetischen Bruderländern. Westeuropäer sind hier Exoten und werden vielleicht deshalb auch besonders freundlich empfangen.
Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Otari hat schon eine halbe Stunde vorher begonnen, Wasser zu kochen. Noch in der Dunkelheit marschieren wir los, an steilen Hängen vorbei, von denen immer wieder unberechenbar Steine gross wie Medizinbälle donnern. Erst kurz vor dem Hochlager, wo einige ihre Zelte aufgeschlagen haben, stossen wir auf den Gletscher, auf dem wir dann über einen steilen Aufschwung zum Gipfel hinaufsteigen. Elbrus (5642 Meter), Dychtau (5204 Meter), Koschtantau (5152 Meter) Uschba (4737 Meter), rattert Otari die Namen der Berge herunter, die wir von dort oben sehen können. Und er zählt Gipfel auf, von denen wir noch nie gehört haben. Im Kaukasus gibt es ganz offensichtlich noch viel zu entdecken.
Gut zu wissen
Anbieter: Der Anbieter Top Mountain Tours (www.top-mountain-tours.de) hat in diesem Sommer zwei zehntägige Reisen mit Ziel Kasbek im Angebot. Eine achttägige Kasbek-Besteigung kann bei Diamir (www.diamir.de) gebucht werden. Vor Ort unterstützt die deutschsprachige Agentur Georgia-Insight Reisende bei der Planung einer Kasbek-Besteigung (www.georgia-insight.eu)
Literatur: Marlies Kriegenherd: Georgien. Erschienen in der Reihe Reise-Know-how, 3., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auflage für 2013/2014, 29.90 Franken.
(nzz.ch) Der Grosse Kaukasus hat alles zu bieten, was sich Bergsteiger wünschen: einsame Täler, hohe Berge und Touren, die eine echte Herausforderung sind. Trotzdem ist die Gegend bis heute nicht über den Status «Geheimtipp» hinausgekommen.
«Auf einen Berg steigen, und noch dazu auf den Kasbek?» Luisa findet das so abwegig, dass sie unsere Frage noch einmal wiederholt. Luisa, 68 Jahre alt, eine kleine rundliche Frau, graue Haare, blaue Schürze, ist unsere Gastgeberin in Stepanzminda. Das golden schimmernde Kaffeeservice in der Vitrine, ein Teppich an der Wand, eine alte Speisezimmergarnitur, das alles trägt dazu bei, dass sich schnell zu Hause fühlt, wer hier übernachtet. Und wer aus dem Fenster schaut, hat einen phantastischen Blick auf den dritthöchsten Gipfel Georgiens. «Der Kasbek ist ein wunderschöner Berg», sagt Luisa. Doch ihr Herz und die Lunge würden eine Besteigung nicht mehr zulassen.
Viel unberührte Natur
Aber auch früher ist Luisa nie auf die Idee gekommen, auf den Kasbek oder einen anderen Berg zu steigen. Bergsteigen ist an den Südhängen des Grossen Kaukasus längst nicht so verbreitet wie in den Alpen. Dabei hat der Grosse Kaukasus alles zu bieten, was sich Bergsteiger von einem Gebirge wünschen: einsame Täler, hohe Berge und neben gemütlichen Wanderungen auch Touren, die eine echte Herausforderung sind. Schon früh war die Region deshalb auch Ziel von Bergsteigern aus dem Alpenraum. Der deutsche Geograf, Alpinist und Forschungsreisende Gottfried Merzbacher reiste 1891 in den Kaukasus, bestieg den Elbrus und kam auch am Kasbek vorbei. 1903 fuhr eine österreichische Expedition nach Georgien. Die Tiroler bestiegen dort einen 3860 Meter hohen namenlosen Berg, der heute noch als «Tsentsi Tau» im Register des Alpine Club of London zu finden ist, benannt nach Cenzi von Ficker, einer Teilnehmerin der Expedition. Doch nicht nur das: Für ihren Mut bei einer schwierigen Rettung bekam die Innsbruckerin vom Fürsten von Swanetien die Uschba (4737 Meter), einen formschönen Berg mit Doppelgipfel, formell geschenkt.
Über den Status «Geheimtipp» scheint der Grosse Kaukasus aber in Europa in den vergangenen hundert Jahren nicht hinausgekommen zu sein. Als einer der Seven Summits dominiert der Elbrus (5642 Meter) das Bergsteigen in der Region. Die anderen Berge werden meist nur von Bergsteigern aus dem ehemaligen Ostblock in Angriff genommen. Auch hat das georgische Tourismusministerium erst im vergangenen Jahr begonnen, bewusst den naturorientierten Tourismus im Südkaukasus zu vermarkten. Die landschaftliche Vielfalt, das milde Klima und die unberührte Natur sollen Bergsteiger und Wandergruppen locken.
Wir sind mit Otari Jafaridze unterwegs. Mit dem Bergsteigen begonnen hat der Dreissigjährige während des Studiums. Der Kaukasus ist seine Spielwiese. Einmal ist er auch darüber hinausgekommen, bestieg den Khan Tengri (7010 Meter) im Tien Shan in Turkestan. Jetzt ist Otari aber überwiegend mit Trekkinggruppen unterwegs, oder er führt Bergsteiger auf den Kasbek.
Uns bringt Otari zuerst an den Fuss des Tschauchi-Massivs. Die Wolken hängen tief an diesem Augusttag, an dem Otari mit uns von Tbilissi aus auf der Georgischen Heerstrasse vorbei am Heliskiing-Resort Gudauri und über den Kreuzpass Richtung Norden fährt. Kurz vor Stepanzminda verlassen wir die Hauptroute nach Osten. Auf den ersten Kilometern ist die Strasse noch geteert. Zu verdanken ist das dem georgischen Patriarchen. Er kommt aus dem kleinen Ort Sno. Doch hinter Sno verstehen wir, weshalb Otari ein Geländefahrzeug hat. Durch Schlaglöcher, einen reissenden Gebirgsbach und eine holprige, vom Regen ausgewaschene Bergstrasse fahren wir hinauf nach Djuta.
Djuta ist ein kleines Bergdorf. Es soll das am zweithöchsten gelegene Dorf Europas sein, wenn man den Südkaukasus noch zu Europa zählt. Wie so viele abgelegene Dörfer ist auch Djuta vom Aussterben bedroht. Die Jungen gehen weg, weil sie in der Einöde keine Arbeit finden. In seiner bescheidenen Ärmlichkeit ist Djuta aber eine zauberhafte Idylle: vom Regen aufgeweichte Wege; eine alte Frau, die vor ihrem einstöckigen Häuschen in der Sonne sitzt; ein Kaukasischer Hirtenhund, der mit seiner Grösse und dem lauten Gebell fast so furchteinflössend ist wie der Bär, vor dem er seine Herde schützen soll.
Und doch gibt es auch für Djuta ein Fünkchen Hoffnung. Anano, eine junge Frau Ende zwanzig, hat in dieser Einöde, eine Viertelstunde Fussweg oberhalb des Dorfes, eine Hütte gebaut, um Touristen und Einheimischen in der Einsamkeit des Kaukasus Übernachtungsmöglichkeiten zu bieten. Otari hat uns dorthin gebracht, damit wir uns an die Höhe des Kasbek gewöhnen.
Mehr als nur ein Berg
Als wir am nächsten Tag zum Muchadze (3240 Meter) aufbrechen, regnet es in Strömen. Der Weg führt uns durch ein breites Tal am Basislager der Tschauchi-Kletterer vorbei. Doch an diesem frühen Morgen ist das Zeltlager wie ausgestorben. Die einen seien in der Wand, vom Regen überrascht, die anderen noch tief in ihren Schlafsäcken verkrochen, erzählen uns zwei junge Frauen. Das Tschauchi-Massiv ist das berühmteste Klettergebiet im Ostkaukasus, eine Mischung aus Drei Zinnen und Tofana di Rozes, auch deshalb kaukasische Dolomiten genannt. Von den mächtigen Wänden des Tschauchi, die uns am Vortag noch in Staunen versetzt hatten, sehen wir nichts. Sie verstecken sich hinter dichten Regenwolken.
Wir setzen unseren Weg dennoch fort, hinauf zum Gipfel des Muchadze. Die Rhododendren sind schon verblüht. Nur einzelne farbige Blätter lassen erahnen, welches Blütenmeer wir vor wenigen Wochen hier hätten antreffen können. Mit der Höhe mischen sich immer mehr Schneeflocken unter den Regen. Ein eisiger Wind pfeift über den Grat. Wir sind froh, als wir auf dem höchsten Punkt stehen. Dass wir bei diesem fürchterlichen Wetter hinaufgewandert sind, lässt sich einzig mit der Höhenanpassung begründen. Keine Chance auf Wetterbesserung und wieder keine Chance, den Kasbek zu sehen.
Erst am übernächsten Morgen, bei Luisa, geben die Wolken den Blick frei auf unser eigentliches Ziel. Luisa hat uns ein Zimmer gegeben, in dem wir schon vom Bett aus den Kasbek sehen können: die sonnenbeschienenen, strahlend weissen Flanken, die Grashänge weiter unten und auf einer Anhöhe oberhalb von Stepanzminda das Kloster Gergeti. Jetzt verstehen wir, dass der Kasbek nicht einfach nur ein Berg, sondern eine Art Nationalheiligtum ist. Er ist von Mythen umrankt, die bis zu den alten Griechen zurückreichen: Prometheus soll zur Strafe dafür, dass er gegen den Willen des Zeus den Menschen das Feuer gebracht hatte, an den Kasbek gebracht und dort angekettet worden sein. Jeden Tag kam ein Adler, um von seiner Leber zu fressen. Erst Herakles sollte Prometheus viele Jahrhunderte später erlösen, indem er den Adler tötete.
Göttliche Mächte haben Prometheus an den Kasbek gebracht. Wir fahren die ersten Höhenmeter mit Otaris Geländewagen zum Kloster Gergeti hinauf. Von dort führt unser Weg über Moränen und dann einen der Kasbek-Gletscher. Unser erstes Ziel: die Bethlemi-Hütte (3653 Meter), einstmals eine meteorologische Station, benannt nach einem Kloster in der Nähe. Das massige Bauwerk, etwa fünfzig Meter lang, ragt auf der Moräne wie ein mächtiger Dampfer in das Wolkenmeer. Doch die Bethlemi-Hütte ist keine Hütte mit Alpenstandard. Sie ist eine windgeschützte Unterkunft, nicht mehr und nicht weniger. Schmelzwasser tropft uns in der Eingangshalle, einem dunklen schwarzen Loch, auf den Kopf. In den wenigen notdürftig hergerichteten Zimmern gibt es Pritschen, zweistöckig, mit einem abwaschbaren braunen Bezug und etwas Schaumstoff darunter. Nicht einladend, aber praktisch.
Die Politik bleibt im Tal
Weil die Hütte nur begrenzt Schlafplätze hat, campieren die meisten Bergsteiger in Zelten. Schwer beladen schleppen sie ihre Ausrüstung den Berg hinauf. Bequemer ist der Weg, wenn man das Gepäck auf den Rücken von Pferden lädt, die man unten in Stepanzminda mieten kann. Nur runter muss man den schweren Rucksack dann selbst tragen.
Ein buntes Völkchen findet auf der Bethlemi-Hütte zusammen. Die Georgier kennen sich meist. Viele von ihnen gehören zu den Stammgästen. Von den wenigen Georgiern, die auf Berge steigen, kommen alle immer wieder an den Kasbek. Politische Reibereien werden im Tal gelassen. Die Russen, gegen die Georgien vor wenigen Jahren Krieg geführt hat, werden geduldet. Genauso wie die Bergsteiger aus den ehemaligen sowjetischen Bruderländern. Westeuropäer sind hier Exoten und werden vielleicht deshalb auch besonders freundlich empfangen.
Am nächsten Morgen stehen wir früh auf. Otari hat schon eine halbe Stunde vorher begonnen, Wasser zu kochen. Noch in der Dunkelheit marschieren wir los, an steilen Hängen vorbei, von denen immer wieder unberechenbar Steine gross wie Medizinbälle donnern. Erst kurz vor dem Hochlager, wo einige ihre Zelte aufgeschlagen haben, stossen wir auf den Gletscher, auf dem wir dann über einen steilen Aufschwung zum Gipfel hinaufsteigen. Elbrus (5642 Meter), Dychtau (5204 Meter), Koschtantau (5152 Meter) Uschba (4737 Meter), rattert Otari die Namen der Berge herunter, die wir von dort oben sehen können. Und er zählt Gipfel auf, von denen wir noch nie gehört haben. Im Kaukasus gibt es ganz offensichtlich noch viel zu entdecken.
Gut zu wissen
Anbieter: Der Anbieter Top Mountain Tours (www.top-mountain-tours.de) hat in diesem Sommer zwei zehntägige Reisen mit Ziel Kasbek im Angebot. Eine achttägige Kasbek-Besteigung kann bei Diamir (www.diamir.de) gebucht werden. Vor Ort unterstützt die deutschsprachige Agentur Georgia-Insight Reisende bei der Planung einer Kasbek-Besteigung (www.georgia-insight.eu)
Literatur: Marlies Kriegenherd: Georgien. Erschienen in der Reihe Reise-Know-how, 3., neu bearbeitete und komplett aktualisierte Auflage für 2013/2014, 29.90 Franken.
Thursday, June 05, 2014
VIDEO: Wild Horse Race in the Georgian mountians. By David Adams (youtube.com)
(davidadamsfilms.com.au) David Adams joins in a back-country horse race through rivers and trees in Tu Chete Georgia, on his journey to follow in the footsteps of Jason and the Argonauts.
more here: davidadamsfilms.com.au/georgia in search of jason and the argonaut
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Wednesday, April 09, 2014
VIDEO: Die Swanen - Leben mit den Ahnen. Ein Bergvolk im Kaukasus. Film von Andreas Lünser (arte.tv)
(arte.tv) Im Nordwesten Georgiens pflegen die Swanen einen besonderen Kult um ihre Verstorbenen.
Im Nordwesten Georgiens, in den Bergendes Großen Kaukasus, liegt Swanetien. In der schwer zugänglichen Region scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Swanen pflegen einen besonderen Kult um ihre Verstorbenen, und praktizieren auch heute noch Fehde und Blutrache.
Seit Jahrhunderten siedelt der georgische Volksstamm der Swanen in einem Hochtal, umschlossen von den rund 5.000 Meter hohen Gipfeln des Kaukasus-Massivs. Isoliert durch die Abgeschiedenheit der Berge, haben die Swanen bis heute eine eigene Kultur und Sprache bewahren können. Die Wirtschaftsweise der Menschen hat sich hier seit Jahrhunderten kaum verändert. Noch heute transportieren die Swanen schwere Lasten auf den traditionellen Ochsenschlitten über das unwegsame Gelände. Mit einfachen Geräten ringen sie ihren kargen Böden das Nötigste zum Leben ab.
Die frühe Christianisierung der Swanen führte zur Entwicklung volkseigener Praktiken. Neben einem ausgeprägten Ikonenkult pflegen die Menschen hier ein besonderes Verhältnis zu ihren Verstorbenen. Sie glauben fest daran, dass die Seelen der Toten in regelmäßigen Abständen wieder zurückkehren und sich die Ahnen weiter um das Heil der Lebenden kümmern. Das ist ein Grund, warum die Swanen ihr Land so gut wie nie verlassen.
Die rund 40 Dörfer Swanetiens sind geprägt von mittelalterlichen Wehrtürmen. Fast jeder Hof hat einen solchen Turm. In Kriegszeiten oder während Blutfehden boten sie den Sippen Schutz vor ihren Feinden. Obwohl Swanetien offiziell zu Georgien gehört, haben die Swanen eine eigene lokale Gerichtsbarkeit. In Streitfällen schlichtet ein Ältestenrat. Kapitalverbrechen wie Mord oder Totschlag bedeuten auch heute noch Fehde und Blutrache. Swanetien steht für ein Leben wie in vormodernen Zeiten.
Regie: Andreas Lünser
Origin: ZDF
Land: Deutschland, 2011
Wiederholung: Fr, 11.04. um 11:15 Uhr
Saturday, January 25, 2014
SCIENCE: Being A State and States Of Being in Highland Georgia. By Florian Mühlfried (berghahnbooks.com)
“It is an important contribution to the anthropology of the state, the Caucasus and it especially helps to conceptualise a group of people without falling in the trap of ethnic ‘groupism’, so present in many writings on the Caucasus.” · Stephane Voell, Philipps University Marburg
“This is an exceptionally ambitious study… it is highly original – no one else has written about these mountains before!” · Chris Hann, Max Planck Institute Halle
“I found this to be a delightful manuscript on a badly needed subject.” · Bruce Grant, New York University
“This book … will point the way to promising avenues for future research on the cultural and religious practices of the peoples of the Caucasus (and doubtless elsewhere).” · Kevin Tuite, University of Montréal
(berghahnbooks.com) The highlands region of the republic of Georgia, one of the former Soviet Socialist Republics, has long been legendary for its beauty. It is often assumed that the state has only made partial inroads into this region, and is mostly perceived as alien. Taking a fresh look at the Georgian highlands allows the author to consider perennial questions of citizenship, belonging, and mobility in a context that has otherwise been known only for its folkloric dimensions. Scrutinizing forms of identification with the state at its margins, as well as local encounters with the erratic Soviet and post-Soviet state, the author argues that citizenship is both a sought-after means of entitlement and a way of guarding against the state. This book not only challenges theories in the study of citizenship but also the axioms of integration in Western social sciences in general.
Florian Mühlfried teaches in the Caucasus Studies Program at the Friedrich Schiller University of Jena. Previously, he was a research assistant at the Max Planck Institute for Social Anthropology and a visiting professor at the University of Campinas, Brazil. He is he author of Post-Soviet Feasting: The Georgian Banquet in Transition (2006, in German) and co-edited Exploring the Edge of Empire: Soviet Era Anthropology in the Caucasus and Central Asia with Sergey Sokolovskiy (2012).
Series: Volume 24, EASA Series
+++
Contents
Illustrations
Acknowledgments
Acknowledgments
Introduction
Chapter 1. Of a Mobile Field
Chapter 2. Of Hidden Treasures in the Mountains and a State that Comes and Goes
Chapter 3. Of Reborn Citizens in a Post-Soviet Landscape
Chapter 4. Of Three Ways to Be a State
Chapter 5. Of Triple Winning and Simple Losing
Chapter 2. Of Hidden Treasures in the Mountains and a State that Comes and Goes
Chapter 3. Of Reborn Citizens in a Post-Soviet Landscape
Chapter 4. Of Three Ways to Be a State
Chapter 5. Of Triple Winning and Simple Losing
Conclusion
Appendix
Bibliography
Index
Bibliography
Index
Saturday, January 18, 2014
KAUKASUS REISEN: Sicherheit - Wie sicher ist Chewsuretien ? (kaukasus-reisen.de)
(kaukasus-reisen.de) Das Reisen in Georgien und in der historischen Bergregion Chewsuretien ist sehr sicher. Die Grenze nach Russland trennen hohe Berge und die natürlichen Zugänge über Pässe oder Täler werden von der nach Vorbild des Bundesgrenzschutzes aufgebauten Georgischen Grenzpolizei und auf der russischen Seite von Russischen Grenztruppen zuverlässig bewacht.
Die Infrastruktur entspricht nicht der der Alpen. Die Wanderwege sind eher schmale Pfade und es existieren keine Berghütten oder Unterstände. Die Wanderetappen gehen von Dorf zu Dorf.
Dabei geht es zum Teil über steinige Strecken, durch matschig-ausgetretene Kuhpfade, durch reißende Bäche und kurze Distanzen über Altschneefelder. Es muss besonders vorsichtig und immer sicher gelaufen werden.
Auf der Reise kommt man oft in Kontakt mit freilaufenden Tieren, wie Pferden, Rindern, Haushunden und seltener auch Wildtieren. Tiere können unvorhersehbar reagieren und man sollte sich vorsichtig und souverän verhalten. Im Zweifelsfalle hören Sie auf die Anweisungen des Guides und bleiben bei der Gruppe.
Unsere Guides und Helfer sind lokale Chewsuren. Das Verhältnis zwischen den Chewsuren und gegenüber Fremden ist freundlich, höflich und manchmal herzlich. Kaukasus-Reisen ist in der Gegend gut bekannt und unsere Gäste werden sehr freundlich aufgenommen.
REISE: Trekking in der Bergwelt von Chewsuretien, 2 Termine im Juli und August 2014 [kaukasus-reisen.de]
Eine 12-Tage-Trekkingtour mit Packpferden durch die Gebirgsregion Chewsuretien (English Version here) (русская версия)
more here: How safe is Georgia ? [quora.com]
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Friday, January 10, 2014
DOKUMENTATION: Das Glück des abchasischen Hirten. Ein Film von Andrzej Klamt (arte.tv)
(arte.tv) Donnerstag, 16. Januar um 11:15 Uhr (44 Min.)
Im abgeschiedenen Bergdorf Arasandsysch im Kaukasus werden noch alte Traditionen gepflegt und Rituale sind feste Bestandteile im Leben der Bewohner. Auch die patriarchalische Ordnung ist hier erhalten geblieben: Die Frauen kochen, besorgen den Haushalt und stellen Käse her.
Murman Lomia liebt seine Tiere. Jedes Jahr im Sommer zieht der abchasische Ziegenhirt mit seiner Herde in die Berge des Hohen Kaukasus. Für Murman, Oberhaupt einer großen Familie, ist der Auftrieb der Ziegenherde der Höhepunkt des Jahres. Auch die Rinderherde zieht mit und will ebenfalls rechtzeitig versorgt werden. Bei der Vorbereitung des beschwerlichen Aufstiegs packen alle Familienmitglieder mit an. Zum festen Bestandteil der Vorbereitungen zählen auch antike Fruchtbarkeitsrituale, damit die Höhenwanderung gelingt.
Im Dorf gilt noch die patriarchalische Ordnung: Die Frauen gehen ihren häuslichen Pflichten nach, bereiten die traditionellen Speisen zu, stellen den berühmten Sulguni-Käse her. Betroffen von den Unwägbarkeiten der postsozialistischen Gesellschaft nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und dem Krieg mit Georgien zu Beginn der 90er Jahre sind die Abchasen gezwungenermaßen Selbstversorger geworden.
Die Bewohner des Bergdorfs Arasandsysch gehören zu den letzten, die die alten Traditionen des Landes pflegen. Ob Hochzeit oder Totenkult, Rituale sind noch fest verankert im Denken und Handeln der Bergbewohner. In der abgeschiedenen Bergwelt führt Murman gemeinsam mit anderen Hirten ein karges aber glückliches Leben, während die Menschen in der Hauptstadt Suchumi den Anschluss an den wohlstandbringenden Tourismus suchen.
Origin: ZDF
Land: Deutschland
Jahr: 2013
Als Live verfügbar: ja
Tonformat: Stereo
Bildformat: HD, 16/9
Arte+7: 09.01-16.01.2014
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Tuesday, December 17, 2013
VIDEO: Oh Tannenbaum. Die Jagd nach der Nordmanntanne. Film von Viktor Apfelbacher und Andy Lehmann (daserste.de)
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| Plantage in Dänemark: Nordmanntannen, so weit das Auge reicht. |
(daserste.de) Die Nordmanntanne, des Deutschen liebster Weihnachtsbaum:
gerader Wuchs, weiche Nadeln und lange Haltbarkeit. Unbekannt ist, dass für diese schönen Bäume Menschen in Georgien ihr Leben riskieren. Denn die Nordmanntanne, das ist ein gutes wie auch riskantes Geschäft. Die lange Haltbarkeit macht sie für den Export geeignet. Jahr für Jahr werden 70 Millionen Weihnachtsbäume in Europa verkauft, 29 Millionen allein in Deutschland. Ein Drittel der in Deutschland verkauften Bäume kommt aus Dänemark. Ein Qualitätsprodukt also, dessen Wertschöpfungskette bereits in Vorderasien beginnt.
Der große Kaukasus: Irgendwo in den Wäldern der georgischen Region Radja, unweit der russischen Grenze, soll angeblich der beste Genpool der Nordmanntanne gedeihen. Die Autoren begeben sich auf die Spur und werden fündig. Sattgrüne Wiesen und leuchtende Bergketten prägen die wilde Schönheit Georgiens. In diesem zu Sowjetzeiten landwirtschaftlich florierenden Gebiet herrscht inzwischen Landflucht. Immer mehr Dörfer sind menschenleer und verfallen. In den Wipfeln der Bäume, die bis zu 60 Meter hoch werden und zwei Meter im Durchmesser erreichen, wachsen die Zapfen, die das hochwertige Erbgut beinhalten. Wie alle Jahre stehen auch jetzt wieder alte und junge waghalsige Dorfbewohner, Arbeiter, Landwirte und arbeitslose Angestellte zur Ernte bereit. Bereit, bis in die Baumspitzen zu klettern und ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Nicht selten kommt es zu Abstürzen, weil die Pflücker ohne Klettergeschirr in die Bäume steigen. Aber die Menschen haben keine Wahl. Die zweiwöchige Erntezeit ist seit langem für viele die einzige Einkommensquelle. Der niedrige Lohn ist so attraktiv, dass mittlerweile hunderte Wanderarbeiter aus anderen Regionen nach Radja strömen. Das Geschäft aber machen die europäischen Samenhändler. Doch plötzlich wendet sich das Blatt: Die Pflücker verweigern die Arbeit und fordern bessere Bezahlung. Zum ersten Mal setzen sie die Unternehmer aus dem Westen unter Druck. Werden die Forderungen nicht erfüllt, gibt es keine Samen.
„Oh Tannenbaum" beleuchtet das lukrative aber auch riskante Geschäft mit der Nordmanntanne. Die Filmemacher hinterfragen die Geschäftsmethoden und werden Zeugen eines Machtkampfes, in dem Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen sich plötzlich auflehnen und ihre Rechte einfordern. Nicht zuletzt folgt der Film den Spuren des beliebtesten Weihnachtsbaums der Deutschen, vom Samen bis zum ausgewachsenen Baum. Von der georgischen Provinz über die dänischen und niedersächsischen Großplantagen bis zu uns.
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Unser Weihnachtsbaum ist ein begehrtes
internationales Handelsobjekt. Längst hat er sich zum lukrativen, aber
auch riskanten Geschäft entwickelt. Jahr für Jahr werden 70 Millionen
Weihnachtsbäume in Europa verkauft, 29 Millionen allein in Deutschland.
Ein Drittel der in Deutschland verkauften Bäume kommt aus Dänemark.
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| Viele arbeitslose Georgier wagen den riskanten Weg in die Gipfel der Nordmanntanne. |
Der große Kaukasus: Irgendwo in den Wäldern der
georgischen Region Radja, unweit der russischen Grenze, soll angeblich
der beste Genpool der Nordmanntanne gedeihen. Die Autoren begeben sich
auf die Spur und werden fündig. Sattgrüne Wiesen und leuchtende
Bergketten prägen die wilde Schönheit Georgiens.
Bäume mit bis zu zwei Metern Durchmesser
In
diesem zu Sowjetzeiten landwirtschaftlich florierenden Gebiet herrscht
inzwischen Landflucht. Immer mehr Dörfer sind menschenleer und
verfallen. In den Wipfeln der Bäume, die bis zu 60 Meter hoch werden und
zwei Meter im Durchmesser erreichen, wachsen die Zapfen, die das
hochwertige Erbgut beinhalten.
Wie alle Jahre stehen auch jetzt wieder alte und
junge waghalsige Dorfbewohner, Arbeiter, Landwirte und arbeitslose
Angestellte zur Ernte bereit. Bereit, bis in die Baumspitzen zu klettern
und ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Nicht selten kommt es zu Abstürzen,
weil die Pflücker ohne Klettergeschirr in die Bäume steigen.
Aber die Menschen haben
keine Wahl. Die zweiwöchige Erntezeit ist seit langem für viele die
einzige Einkommensquelle. Der niedrige Lohn ist so attraktiv, dass
mittlerweile hunderte Wanderarbeiter aus anderen Regionen nach Radja
strömen. Das Geschäft aber machen die europäischen Samenhändler.
Unternehmer unter Druck
Doch
plötzlich wendet sich das Blatt: Die Pflücker verweigern die Arbeit und
fordern bessere Bezahlung. Zum ersten Mal setzen sie die Unternehmer
aus dem Westen unter Druck. Werden die Forderungen nicht erfüllt, gibt
es keine Samen.
Die Story beleuchtet das lukrative wie riskante
Geschäft mit der Nordmanntanne. Die Filmemacher hinterfragen die
Geschäftsmethoden und werden Zeugen eines Machtkampfes, in dem Menschen
in prekären Arbeitsverhältnissen sich plötzlich auflehnen und ihre
Rechte einfordern.
Nicht zuletzt folgt der
Film den Spuren des beliebtesten Weihnachtsbaums der Deutschen, vom
Samen bis zum ausgewachsenen Baum. Von der georgischen Provinz über die
dänischen und niedersächsische Großplantagen bis zu uns.
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Viktor Apfelbacher
Monday, December 16, 2013
VIDEO: Am Hof der Götter - Jachsari-Fest im Dorf Schuapcho 2010 (Duscheti). Von Prof. Dr. Elguja Dadunashvili (youtube.com)
(youtube.com) Dieser ethnologische Film stellt einen paganen Kult des Heiligen Jachsari dar. Das Fest wird in Pschavi, einer Bergregion im Nordosten Georgiens gefeiert. Der Film basiert auf Feldforschungsmaterialien, gesammelt beim Jachsari-Fest im Dorf Schuapcho (Duscheti), Georgien im Jahre 2010 von Prof. Dr. Elguja Dadunashvili.
VIDEO: Die Swanen - Leben mit den Ahnen: Ein Bergvolk im Kaukasus. Von Andreas Lünser (spiegel.de/sptv)
(spiegel.de/sptv) Im Norden Georgiens, in den Bergen des Großen Kaukasus, liegt Swanetien. In der schwer zugänglichen Region scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Inmitten einer grandiosen, aber auch gnadenlosen Natur lebt das Volk der Swanen fast wie im Mittelalter.
Sendetermin: Mittwoch, 30.05.2012, 16.45 - 17.30 Uhr, Arte
Seit Jahrhunderten siedelt der georgische Volksstamm in einem Hochtal, umschlossen von den rund 5000 Meter hohen Gipfeln des Kaukasus-Massivs. Isoliert durch die Abgeschiedenheit der Berge, haben die Swanen bis heute eine eigene Kultur und eine eigene Sprache, das Svanuri, erhalten können.
Die Wirtschaftsweise der Menschen hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Noch heute transportieren die Swanen schwere Lasten auf den traditionellen Ochsenschlitten über das unwegsame Gelände. Mit einfachen Geräten ringen sie ihren kargen Böden das Nötigste zum Leben ab.
Die frühe Christianisierung der Swanen führte zur Entwicklung volksreligiöser Praktiken. Neben einem ausgeprägten Ikonenkult pflegen die Swanen ein besonderes Verhältnis zu ihren Verstorbenen. Sie glauben fest daran, dass die Seelen der Toten in regelmäßigen Abständen wieder zurückkehren. Deshalb verlässt ein Swane seine Scholle normalerweise nie. Denn hier leben die Seelen der Ahnen weiter und kümmern sich um das Heil der Lebenden.
Die rund vierzig Dörfer Swanetiens sind geprägt von mittelalterlichen Wehrtürmen. Fast jeder Hof hat einen solchen Turm. In Kriegszeiten oder während Blutfehden boten sie den Sippen Schutz vor ihren Feinden.
Obwohl Swanetien offiziell zu Georgien gehört, haben die Swanen eine eigene lokale Gerichtsbarkeit. In Streitfällen schlichtet ein Ältestenrat. Kapitalverbrechen wie Mord oder Totschlag bedeuten auch heute noch Fehde und Blutrache.
Swanetien, das ist ein Leben wie in vormodernen Zeiten.
SPIEGEL-TV-Autor Andreas Lünser hat die Swanen besucht und ihren Alltag dokumentiert.
Sunday, December 01, 2013
ENVIROMENT: Pshav-Khevsureti mountains to become protected area (dfwatch.net)
(dfwatch.net) The mountainous Pshav-Khevsureti region in the northeast of Georgia is to be made a protected area.
This is a historical region and remains one of the most popular tourist attractions in the country.
The environment committee in parliament has proposed granting the region status as protected area and will present a legislative draft about the issue in a week.
Committee Chair Giorgi Tsagareishvili said this Friday, and added that the area also is a strategically important zone which borders with the Russian Federation.
He said that Georgia has received a 9 million euro grant by the assistance of its German partners and after Pshav-Khevsureti is made into a protected area about 50 persons will get employment there.
Tsagareishvili said he thinks the decision is the perfect way to save Pshav-Khevsureti.
This is a historical region and remains one of the most popular tourist attractions in the country.
The environment committee in parliament has proposed granting the region status as protected area and will present a legislative draft about the issue in a week.
Committee Chair Giorgi Tsagareishvili said this Friday, and added that the area also is a strategically important zone which borders with the Russian Federation.
He said that Georgia has received a 9 million euro grant by the assistance of its German partners and after Pshav-Khevsureti is made into a protected area about 50 persons will get employment there.
Tsagareishvili said he thinks the decision is the perfect way to save Pshav-Khevsureti.
Sunday, November 10, 2013
DIE WELT: Eine 5000 Jahre alte Welt für sich (welt.de)
(welt.de) Khinalig ist ein altes Dorf. Es befindet sich im kaukasischen Gebirge
von Aserbaidschan, an der Grenze zu Dagestan. Die Geschichte von Khinalig geht 5000 Jahre zurück. Khinalig ist ein einer der ältesten bewohnten Orte der Welt. Außerdem ist Khinalig das höchstgelegene und abgeschiedenste Dörfchen in Aserbaidschan. Um die 63 Kilometer von der Stadt Quba nach Khinalig zurückzulegen, braucht man fast drei Stunden.
Die Straße ist holprig und liegt mitten zwischen Bergen, Flüssen und Wasserfällen. Gerade im Winter ist das Dorf nicht zugänglich, der Schnee und die Wetterbedingungen isolieren es vom Rest der Welt. Das hat Khinalig über die Jahrtausende hinweg vor Eindringlingen und Besetzungen bewahrt. Die rund 2000 Bewohner sprechen ihre eigene Sprache und kleiden sich noch immer traditionell.
Mehr: boergen.de
Travelling to Khinalig: shekiazerbaijan.blogspot.com
Mehr: boergen.de
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