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Sunday, March 20, 2016
SONDERAUSSTELLUNG: "Biogeografie der Landschnecken der Kaukasusregion" im Zoologischen Museum der Universität Hamburg. Von Marika Lapauri-Burk (elbsalon.de)
(elbsalon.de) Schnecken sind nicht als besonders agil bekannt. Doch genau damit sind sie besonders wertvoll für die biogeografische
Forschung: Wo man sie aufsammelt, sind sie in der Regel auch heimisch – im Gegensatz zum Beispiel zu einem Schmetterling auf Durchreise. Ihre Verbreitung, ihre Anpassungen an die Umweltbedingungen und ihre vielfältigen Erscheinungsformen können wichtige Fragen der Artentstehung beantworten. Ein Team des Centrums für Naturkunde (CeNak) hat im aukasus ein entsprechendes Forschungsprojekt durchgeführt und präsentiert seine Arbeit ab März in einer Sonderausstellung im
Zoologischen Museum. Ein Tipp für Gross und Klein, besonders Empfehlungswert ist für die Familien mit Kindern.
Interview mit Prof. Dr. Bernard Hausdorf
Sonderausstellung "Biogeografie der Landschnecken der Kaukasusregion" im Zoologischen Museum der Universität Hamburg, Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg.
Die Weitere Informationen können Sie auf der Internetseite caucasus-snails.uni-hamburg.de finden.
Interview mit Prof. Dr. Bernard Hausdorf
Sonderausstellung "Biogeografie der Landschnecken der Kaukasusregion" im Zoologischen Museum der Universität Hamburg, Martin-Luther-King-Platz 3, 20146 Hamburg.
Die Weitere Informationen können Sie auf der Internetseite caucasus-snails.uni-hamburg.de finden.
Friday, November 29, 2013
SONDERAUSSTELLUNG: Bekämpft, bedrängt, bescheiden - das Volk der Tscherkessen in Hamburg (welt.de)
(welt.de) Das Völkerkundemuseum stellt das Volk der Tscherkessen vor. Die Schau dokumentiert deren Geschichte von Verfolgung und Unterdrückung
Bescheidenheit und Zurückhaltung sind als soziale Normen in der Kultur der Tscherkessen fest verankert. Trotzdem wagen sich jetzt Angehörige des 5000 Jahre alten kaukasischen Volkes ins Licht der Öffentlichkeit. An der Verwirklichung der Ausstellung "Tscherkessen – Vom Kaukasus in alle Welt verweht" im Völkerkundemuseum beteiligen sich rund 100 Tscherkessen aus verschiedenen Ländern. Ein solches Projekt habe es noch nie gegeben, sagt Museumsdirektor Wulf Köpke.
Die Schau will das weitgehend unbekannte Volk der einstigen Krieger, Reiter und Landwirte vorstellen und dabei auch über sein Schicksal aufklären. Vor 150 Jahren wurden die Tscherkessen aus ihrer Heimat am Schwarzen Meer vertrieben. Am 21. Mai 1864 endete der Kaukasuskrieg mit der Unterwerfung durch die Armee des russischen Zaren.
Mehr als 80 Prozent der Tscherkessen wurden in das damalige Osmanische Reich zwangsumgesiedelt. Allein bei der Flucht über das Schwarze Meer kamen mehr als 100.000 Menschen ums Leben, viele starben in der Folge an Hunger und Krankheiten. Dieser Völkermord, von dem die Welt heute erschreckend wenig weiß, sei "ein unglaubliches Trauma", so Köpke.
Den Anlass für die Ausstellung gab somit eine Entwicklung, die für viele Tscherkessen alte Wunden aufreißt. Just in der Heimatregion der Vertriebenen lädt Russland zu den Olympischen Winterspielen 2014. Die subtropische Stadt Sotschi ist nicht nur der Austragungsort der teuersten Winterspiele aller Zeiten: In Sotschis neuem Wintersport-Resort Krasnaja Poljana fand die letzte blutige Schlacht gegen die Russen statt.
"Jeder Sportler muss wissen, dass unter den Skipisten die Gebeine unserer Ahnen liegen", sagte Iyad Youghar, Vorsitzender des Internationalen Komitees der Tscherkessen. Die Verzweiflung über die Entweihung des Ortes sei groß, erklärt Köpke. Die Demütigung schlägt vor allem bei den jungen Leuten in Aggression um, zumal sie spüren, wie ihnen die eigene Kultur außerhalb der Heimat langsam entgleitet.
Die meisten Tscherkessen, etwa zwei Millionen, leben heute in der Türkei. Doch das muslimische Volk ist über die ganze Welt verstreut, fand in Syrien, Israel, den USA und in Europa ein Zuhause – in Deutschland gibt es rund 50.000 Tscherkessen. Im Nordkaukasus sind in drei autonomen Republiken noch etwa 700.000 heimisch, viele wohnen auf dem Land, "weil sie dort noch ungestört als Tscherkessen leben können", berichtet Köpke, der die Region jüngst bereist hat. Aufgrund der langen Migrationsgeschichte war es nicht leicht, Exponate für die Ausstellung zu finden, vieles ist für immer verloren. Dennoch gelang es, mit Hilfe von Sammlern und Familien, eindrucksvolle Stücke zusammenzutragen. Dazu gehören kostbare Waffen wie Säbel und Schwerter, mit denen viele Tscherkessen auch heute noch geschickt umzugehen wissen, denn die traditionelle Selbstdefinition als Krieger bedeutet ihnen viel.
Zu sehen sind auch Hausratsgegenstände des gastfreundlichen Volkes, ferner Gerätschaften aus der Landwirtschaft. "Die Tscherkessen hatten den grünen Daumen", sagt Köpke. Außerdem waren sie fähige Reiter: Ein kostbarer, dem Bescheidenheitscredo entsprechend unscheinbarer, nur mit Silber verzierter Sattel wird ebenfalls gezeigt. Einst betrug der Wert dieses Sattels 15 bis 20 Ochsen. Schlicht und schön wie Nutzgegenstände, Schmuck und Waffen war auch die Kleidung der Tscherkessen. Zum Beispiel ist ein Männergewand von 1850 ausgestellt, eines der wenigen Objekte aus der Zeit vor der Vertreibung. Besonderes Merkmal: ein Einschussloch. Neben den Exponaten, die auf die ethnische Identität verweisen, sind viele Fotos zu sehen. Karten erzählen von den Wanderbewegungen, Texte klären unter anderem über die schwierige Sprache auf, die acht Vokale und 74 Konsonanten besitzt.
Im Zentrum der tscherkessischen Kultur steht der Verhaltenskodex Adyghe Xabze, der alle Lebensbereiche durchdringt und auch in der Diaspora bewahrt wurde. Bescheidenheit ist danach die größte Zier, Protz und Prunk verpönt, Respekt vor Älteren und Frauen selbstverständlich. Das Moralgebäude beeindruckte einst die Nachbarvölker so sehr, dass sie ihre Kinder von den Tscherkessen erziehen ließen.
Angesichts der eindrucksvollen Kultur sei bei den Vorbereitungen das Olympia-Thema mehr und mehr an den Rand gerückt, erklärt Köpke. Schließlich sei ein Volk zu präsentieren, das derzeit neues Selbstbewusstsein erlangt. Es sei nicht das Anliegen der Ausstellung, die Vergangenheit zu beklagen, sondern gehe darum, die Tscherkessen bekannt zu machen. Und: "Man soll sie bewundern. Wegen ihrer Stärke, ihrer Integrität, ihrer Schläue, ihrer Bescheidenheit."
Tscherkessen-Ausstellung vom 24. November bis 25. Mai, Völkerkundemuseum
So 24. November 2013 – 25. Mai 2014
Tscherkessen – Vom Kaukasus in alle Welt verweht
Ein legendäres Volk neu entdecken
Die Tscherkessen sind eines der ältesten Völker Europas, seit Jahrtausenden leben sie im Nordwesten des Kaukasusgebirges. Im 19. Jahrhundert gehörten die Tscherkessen zu den bekanntesten Völkern in ganz Europa und wurden als Krieger und Reiter bewundert sowie für ihre Schönheit, Eleganz und Tapferkeit gerühmt.
Nach ihrer Vertreibung 1864 durch die Armee des russischen Zaren geriet das einstmals legendäre Volk immer mehr in Vergessenheit. In ihrer einstigen Hauptstadt Sotschi finden 2014 die olympischen Winterspiele statt. Für viele ist der beliebte Badeort im Kaukasus ein Urlaubsparadies, für Tscherkessen jedoch ein Ort großer Trauer. Genau 150 Jahre vor der Olympiade endete dort die letzte Schlacht gegen Russland. Die olympischen Spiele rücken die Heimatregion der Tscherkessen erneut ins Licht der Öffentlichkeit – Anlass genug, um dieses berühmte Volk für uns neu zu entdecken.
Die Ausstellung spürt seinem Schicksal nach und porträtiert ein in alle Welt verstreutes Volk, das seine Kultur und Sprache am Leben erhalten hat. Was verbindet die Tscherkessen heute und welche Themen bewegen sie? Um Fragen nach Identität und Erinnerungen zu stellen, hat das Museum Kontakt zu zahlreichen tscherkessischen Verbänden und Privatpersonen aus aller Welt aufgenommen, die an der Ausstellungskonzeption mitgewirkt haben.
Ein Ausstellungsprojekt des Museums für Völkerkunde Hamburg in Kooperation mit vielen tscherkessischen Vereinen und Privatpersonen.
+++
(dtj-online.de) Sotschi: Das Schicksal der Tscherkessen
Sotschi wird Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 sein. Das Museum für Völkerkunde will das Ereignis zum Anlass nehmen, um in Kooperation mit den Tscherkessen selbst an das Schicksal des fast vergessenen Volkes zu erinnern.
Das Museum für Völkerkunde Hamburg will in Kooperation mit Vertretern der Volksgruppe der Tscherkessen die bevorstehenden Winterspiele in Sotschi zum Anlass nehmen, um an ein historisches Ereignis in Sotschi zu erinnern, dem in der Vergangenheit kaum Beachtung geschenkt wurde: die gewaltsame Vertreibung von bis zu 1 Millionen Tscherkessen aus ihrer Heimat im Kaukasus. Genau 150 Jahre vor den Olympischen Spielen endete dort die letzte Schlacht gegen das russische Kaiserreich und die Vertreibung eines der ältesten Völker Europas begann. Das Museum für Völkerkunde Hamburg hat den Tscherkessen nun eine Sonderausstellung gewidmet. Der Direktor des Museums, Herr Prof. Dr. Köpke, sprach mit dem DTJ über das Volk der Tscherkessen und Sotschi.
Herr Prof. Dr. Köpke, wer genau sind die Tscherkessen, woher kommen sie und warum richtet Ihr Museum eine Sonderausstellung für dieses Volk aus?
Das ist eine längere Geschichte. Ich selbst habe mich bereits sehr früh für die Völker des Kaukasus interessiert. Im Rahmen meiner Recherchen zu den Grundlagen der europäischen Kultur, die ich seit den 1980er-Jahren betrieben hatte, als ich Leiter der Abt. Europa im Berliner Völkerkundemuseum war, habe ich mich dann intensiver mit den Tscherkessen und ihren Nachbarvölkern auseinandergesetzt. Die Tscherkessen gelten als eines der „Urvölker“ Europas. Unstrittig ist wohl, dass einige der grundlegenden Kulturtechniken unseres Kontinents, wie der Weinbau, aus dem Nordwestkaukasus stammen. Im Museum für Völkerkunde Hamburg beschäftigen wir uns seit 1993 mit dem Nordwestkaukasus, ausgelöst durch den Unabhängigkeitskrieg Abchasiens von Georgien. Wir wollten damals einfach sachlich über diese nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sehr bedeutende geostrategische Region und über ihre Menschen und Kulturen berichten. Daraus entstanden zahlreiche Veranstaltungen mit Abchasen, Tscherkessen, aber auch mit Georgiern und Armeniern. Dies wiederum führte auch zu zahlreichen persönlichen Bindungen und Freundschaften. Von tscherkessischen Freunden wurden wir bereits vor 3 Jahren auf das Problem „Sotschi“ und das Zusammenfallen der Olympischen Winterspiele mit dem 150. Jahrestag des „Sürgün“ aufmerksam gemacht. Wir haben die Wut und das Ohnmachtsgefühl vieler junger Tscherkessen in der Diaspora mitbekommen. Wir haben dann diese Gefühle gemeinsam mit vielen Vertretern der tscherkessischen Vereine analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass das wichtigste Problem der Tscherkessen ist, dass zu wenig Menschen überhaupt wissen, dass es sie gibt. Daher besteht auch die Gefahr, dass alle Proteste gegen Sotschi einfach verpuffen, weil kaum jemand begreift, wer da eigentlich weswegen protestiert.
Daher haben wir uns als Museum zum Ziel gesetzt, durch eine Ausstellung die wunderbare Kultur der Tscherkessen bekannter zu machen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Aus unserer Sicht ist es das wichtigste Ziel, dass tscherkessische Sprache und Kultur weiterhin überleben und blühen. Das ist die ungeheure, viel zu wenig gewürdigte Leistung der Tscherkessen in der Diaspora, dass immer noch Millionen Menschen außerhalb des Mutterlandes die schwierige tscherkessische Sprache beherrschen. In der jungen Generation ist dieses Können aktiv bedroht. Wir wollen die großartige Arbeit der Vereine ergänzen und dazu beitragen, dass junge Tscherkessen wieder stolz auf ihre Kultur sind und weiterhin die Mühe auf sich nehmen, sie zu pflegen. Wenn wir damit ein wenig Erfolg haben, dürfen wir vielleicht die Tscherkessen bei der Pflege ihrer Kultur weiterhin begleiten.
Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für die geringe Beachtung der Geschehnisse von 1864?
Die Gründe sind vielfältig. Natürlich hatte die russische Regierung im 19. Jahrhundert alle Gründe, das Thema nicht mehr zu berühren. Die enge Nationalitätenpolitik der Türkei unter Atatürk und seinen Nachfolgern hat ein Übriges dazu getan. Auch durch die Abschottung der Sowjetunion nach 1945 hat das Interesse an den Völkern im Kaukasus nachgelassen. Und ein wenig scheint die geringe Beachtung auch mit dem tscherkessischen Nationalcharakter zu tun zu haben: Meiner Erfahrung nach sind Tscherkessen eher bescheiden und zurückhaltend, es liegt ihnen, glaube ich, nicht, andere sehr stark auf sich aufmerksam zu machen. Hinzu kommt die starke Traumatisierung eigentlich aller Tscherkessen durch die Ereignisse von 1864 und auch durch die bei vielen darauf folgenden erneuten Vertreibungen. Einige Familien wurden in den letzten 150 Jahren vier Mal vertrieben. Ich glaube, dann verstummt man eher, als dass man lauthals klagt und versucht einfach nur, zu überleben.
Welche historische bzw. emotionale Bedeutung hat Sotschi für die Tscherkessen?
Sotschi und die damit verbundenen Ereignisse des Krieges und der Vertreibung hat für alle Tscherkessen eine hohe emotionale Bedeutung. Allerdings gehen erfahrungsgemäß verschiedene tscherkessische Gruppen damit unterschiedlich um. Gerade in der Türkei, insbesondere unter der jungen tscherkessischen Bevölkerung, scheint mir der Widerstand gegen die Olympischen Winterspiele besonders groß zu sein. Zusammen mit einigen amerikanischen Tscherkessen wurde in diesem Sinne die No-Sotschi-Bewegung initiiert, die Protestkundgebungen und Informationsveranstaltungen in der Türkei, aber auch weltweit organisiert. In den tscherkessischen Republiken im Kaukasus habe ich vor einigen Wochen viele Menschen erlebt, die die Zähne zusammenbeißen, aber sagen, wir können nichts daran ändern. Andere wiederum und gar nicht wenige, meinten, man müsse sich mit den Russen und eben auch mit Sotschi arrangieren, im Übrigen aber daran arbeiten, die eigene Kultur selbstbewusst weiter zu stärken. Auch bei vielen syrischen und jordanischen Tscherkessen habe ich diese Haltung gefunden. Die russische Regierung scheint auf beide Haltungen reagieren zu wollen und verspricht, wie zuletzt der russische Vizepremier Dimitri Nikolajewitsch Kosak am 16. Oktober in Sotschi, vor Vertretern der tscherkessischen Diaspora und der tscherkessischen Republiken eine Stärkung der tscherkessischen Kultur in Russland, ein aktives Gedenken an die Vertreibung 1864 und eine angemessene Vertretung der tscherkessischen Kultur während der olympischen Feierlichkeiten. Was sich davon erfüllt, wird sich im Februar 2014 zeigen und entsprechend werden sicherlich auch die tscherkessischen Reaktionen ausfallen.
Welche Forderungen und Hoffnungen gibt es vonseiten der Tscherkessen in Bezug auf die Winterspiele 2014 in Sotschi?
Es gibt Gruppen, die eine öffentliche Entschuldigung der heutigen russischen Regierung für die Verbrechen Russlands in den Kaukasuskriegen bis 1864 und die sich daran anschließenden Vertreibungen verlangen. Andere sind moderater. Ich zitiere einen Teilnehmer eines unserer Workshops: „Ich möchte, dass bei der olympischen Eröffnungsfeier vor allen anderen Teilnehmern ein Tscherkesse in tscherkessischer Tracht marschiert, der eine tscherkessische Fahne schwenkt und damit deutlich macht, dass das Land von Sotschi eigentlich unser Land ist. Mehr will ich gar nicht.“ Andere Gruppen, vor allem im Land selber, versprechen sich eben das, was die russische Regierung ihnen jetzt angeboten hat: eine Stärkung ihrer kulturellen und ökonomischen Lage im Rahmen der jetzigen politischen Situation. Aber alle wünschen sich, dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für die Region auch dazu führt, dass möglichst viele Tscherkessen sich wieder in der alten Heimat ansiedeln mögen.
Wo leben die Tscherkessen heute? Wie viele leben in Deutschland, wie viele in der Türkei?
Es ist schwer, Zahlen zu nennen. Regierungen tendieren dazu, diese Zahlen möglichst niedrig anzusetzen, tscherkessische Organisationen neigen gelegentlich dazu, sie sehr hoch anzusetzen. Wirklich verlässliche Zahlen gibt es eigentlich nicht. Es ist auch die Frage, ob man alle mit ein bisschen tscherkessischem Blut in den Adern als Tscherkessen zählt oder nur die, die sich auch selber als Tscherkessen fühlen und bekennen. Andere wiederum möchten nur die anerkennen, die auch die tscherkessische Sprache beherrschen.
Ich denke, wenn man von einem mittleren Standpunkt ausgeht, also davon, wer sich selbst als tscherkessisch fühlt, kann man insgesamt weltweit von etwa 4 Millionen Menschen ausgehen. Das ist mehr als eine ganze Reihe etablierter europäischer Staaten an Einwohnern hat. Von diesen 4 Millionen leben schätzungsweise knapp 900 000 in Russland, etwa 50 000 in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich, je etwa 100 000 in Syrien und in Jordanien, kleinere Gruppen im Irak, in Libyen, in Israel und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 10 000 in Australien, etwa 15 000 in den USA. Weit über 2 Millionen Tscherkessen leben also in der Türkei.
Mehr: voelkerkundemuseum.wordpress.com
Bescheidenheit und Zurückhaltung sind als soziale Normen in der Kultur der Tscherkessen fest verankert. Trotzdem wagen sich jetzt Angehörige des 5000 Jahre alten kaukasischen Volkes ins Licht der Öffentlichkeit. An der Verwirklichung der Ausstellung "Tscherkessen – Vom Kaukasus in alle Welt verweht" im Völkerkundemuseum beteiligen sich rund 100 Tscherkessen aus verschiedenen Ländern. Ein solches Projekt habe es noch nie gegeben, sagt Museumsdirektor Wulf Köpke.
Die Schau will das weitgehend unbekannte Volk der einstigen Krieger, Reiter und Landwirte vorstellen und dabei auch über sein Schicksal aufklären. Vor 150 Jahren wurden die Tscherkessen aus ihrer Heimat am Schwarzen Meer vertrieben. Am 21. Mai 1864 endete der Kaukasuskrieg mit der Unterwerfung durch die Armee des russischen Zaren.
Mehr als 80 Prozent der Tscherkessen wurden in das damalige Osmanische Reich zwangsumgesiedelt. Allein bei der Flucht über das Schwarze Meer kamen mehr als 100.000 Menschen ums Leben, viele starben in der Folge an Hunger und Krankheiten. Dieser Völkermord, von dem die Welt heute erschreckend wenig weiß, sei "ein unglaubliches Trauma", so Köpke.
Den Anlass für die Ausstellung gab somit eine Entwicklung, die für viele Tscherkessen alte Wunden aufreißt. Just in der Heimatregion der Vertriebenen lädt Russland zu den Olympischen Winterspielen 2014. Die subtropische Stadt Sotschi ist nicht nur der Austragungsort der teuersten Winterspiele aller Zeiten: In Sotschis neuem Wintersport-Resort Krasnaja Poljana fand die letzte blutige Schlacht gegen die Russen statt.
"Jeder Sportler muss wissen, dass unter den Skipisten die Gebeine unserer Ahnen liegen", sagte Iyad Youghar, Vorsitzender des Internationalen Komitees der Tscherkessen. Die Verzweiflung über die Entweihung des Ortes sei groß, erklärt Köpke. Die Demütigung schlägt vor allem bei den jungen Leuten in Aggression um, zumal sie spüren, wie ihnen die eigene Kultur außerhalb der Heimat langsam entgleitet.
Die meisten Tscherkessen, etwa zwei Millionen, leben heute in der Türkei. Doch das muslimische Volk ist über die ganze Welt verstreut, fand in Syrien, Israel, den USA und in Europa ein Zuhause – in Deutschland gibt es rund 50.000 Tscherkessen. Im Nordkaukasus sind in drei autonomen Republiken noch etwa 700.000 heimisch, viele wohnen auf dem Land, "weil sie dort noch ungestört als Tscherkessen leben können", berichtet Köpke, der die Region jüngst bereist hat. Aufgrund der langen Migrationsgeschichte war es nicht leicht, Exponate für die Ausstellung zu finden, vieles ist für immer verloren. Dennoch gelang es, mit Hilfe von Sammlern und Familien, eindrucksvolle Stücke zusammenzutragen. Dazu gehören kostbare Waffen wie Säbel und Schwerter, mit denen viele Tscherkessen auch heute noch geschickt umzugehen wissen, denn die traditionelle Selbstdefinition als Krieger bedeutet ihnen viel.
Zu sehen sind auch Hausratsgegenstände des gastfreundlichen Volkes, ferner Gerätschaften aus der Landwirtschaft. "Die Tscherkessen hatten den grünen Daumen", sagt Köpke. Außerdem waren sie fähige Reiter: Ein kostbarer, dem Bescheidenheitscredo entsprechend unscheinbarer, nur mit Silber verzierter Sattel wird ebenfalls gezeigt. Einst betrug der Wert dieses Sattels 15 bis 20 Ochsen. Schlicht und schön wie Nutzgegenstände, Schmuck und Waffen war auch die Kleidung der Tscherkessen. Zum Beispiel ist ein Männergewand von 1850 ausgestellt, eines der wenigen Objekte aus der Zeit vor der Vertreibung. Besonderes Merkmal: ein Einschussloch. Neben den Exponaten, die auf die ethnische Identität verweisen, sind viele Fotos zu sehen. Karten erzählen von den Wanderbewegungen, Texte klären unter anderem über die schwierige Sprache auf, die acht Vokale und 74 Konsonanten besitzt.
Im Zentrum der tscherkessischen Kultur steht der Verhaltenskodex Adyghe Xabze, der alle Lebensbereiche durchdringt und auch in der Diaspora bewahrt wurde. Bescheidenheit ist danach die größte Zier, Protz und Prunk verpönt, Respekt vor Älteren und Frauen selbstverständlich. Das Moralgebäude beeindruckte einst die Nachbarvölker so sehr, dass sie ihre Kinder von den Tscherkessen erziehen ließen.
Angesichts der eindrucksvollen Kultur sei bei den Vorbereitungen das Olympia-Thema mehr und mehr an den Rand gerückt, erklärt Köpke. Schließlich sei ein Volk zu präsentieren, das derzeit neues Selbstbewusstsein erlangt. Es sei nicht das Anliegen der Ausstellung, die Vergangenheit zu beklagen, sondern gehe darum, die Tscherkessen bekannt zu machen. Und: "Man soll sie bewundern. Wegen ihrer Stärke, ihrer Integrität, ihrer Schläue, ihrer Bescheidenheit."
Tscherkessen-Ausstellung vom 24. November bis 25. Mai, Völkerkundemuseum
So 24. November 2013 – 25. Mai 2014
Tscherkessen – Vom Kaukasus in alle Welt verweht
Ein legendäres Volk neu entdecken
Die Tscherkessen sind eines der ältesten Völker Europas, seit Jahrtausenden leben sie im Nordwesten des Kaukasusgebirges. Im 19. Jahrhundert gehörten die Tscherkessen zu den bekanntesten Völkern in ganz Europa und wurden als Krieger und Reiter bewundert sowie für ihre Schönheit, Eleganz und Tapferkeit gerühmt.
Nach ihrer Vertreibung 1864 durch die Armee des russischen Zaren geriet das einstmals legendäre Volk immer mehr in Vergessenheit. In ihrer einstigen Hauptstadt Sotschi finden 2014 die olympischen Winterspiele statt. Für viele ist der beliebte Badeort im Kaukasus ein Urlaubsparadies, für Tscherkessen jedoch ein Ort großer Trauer. Genau 150 Jahre vor der Olympiade endete dort die letzte Schlacht gegen Russland. Die olympischen Spiele rücken die Heimatregion der Tscherkessen erneut ins Licht der Öffentlichkeit – Anlass genug, um dieses berühmte Volk für uns neu zu entdecken.
Die Ausstellung spürt seinem Schicksal nach und porträtiert ein in alle Welt verstreutes Volk, das seine Kultur und Sprache am Leben erhalten hat. Was verbindet die Tscherkessen heute und welche Themen bewegen sie? Um Fragen nach Identität und Erinnerungen zu stellen, hat das Museum Kontakt zu zahlreichen tscherkessischen Verbänden und Privatpersonen aus aller Welt aufgenommen, die an der Ausstellungskonzeption mitgewirkt haben.
Ein Ausstellungsprojekt des Museums für Völkerkunde Hamburg in Kooperation mit vielen tscherkessischen Vereinen und Privatpersonen.
+++
(dtj-online.de) Sotschi: Das Schicksal der Tscherkessen
Sotschi wird Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2014 sein. Das Museum für Völkerkunde will das Ereignis zum Anlass nehmen, um in Kooperation mit den Tscherkessen selbst an das Schicksal des fast vergessenen Volkes zu erinnern.
Das Museum für Völkerkunde Hamburg will in Kooperation mit Vertretern der Volksgruppe der Tscherkessen die bevorstehenden Winterspiele in Sotschi zum Anlass nehmen, um an ein historisches Ereignis in Sotschi zu erinnern, dem in der Vergangenheit kaum Beachtung geschenkt wurde: die gewaltsame Vertreibung von bis zu 1 Millionen Tscherkessen aus ihrer Heimat im Kaukasus. Genau 150 Jahre vor den Olympischen Spielen endete dort die letzte Schlacht gegen das russische Kaiserreich und die Vertreibung eines der ältesten Völker Europas begann. Das Museum für Völkerkunde Hamburg hat den Tscherkessen nun eine Sonderausstellung gewidmet. Der Direktor des Museums, Herr Prof. Dr. Köpke, sprach mit dem DTJ über das Volk der Tscherkessen und Sotschi.
Herr Prof. Dr. Köpke, wer genau sind die Tscherkessen, woher kommen sie und warum richtet Ihr Museum eine Sonderausstellung für dieses Volk aus?
Das ist eine längere Geschichte. Ich selbst habe mich bereits sehr früh für die Völker des Kaukasus interessiert. Im Rahmen meiner Recherchen zu den Grundlagen der europäischen Kultur, die ich seit den 1980er-Jahren betrieben hatte, als ich Leiter der Abt. Europa im Berliner Völkerkundemuseum war, habe ich mich dann intensiver mit den Tscherkessen und ihren Nachbarvölkern auseinandergesetzt. Die Tscherkessen gelten als eines der „Urvölker“ Europas. Unstrittig ist wohl, dass einige der grundlegenden Kulturtechniken unseres Kontinents, wie der Weinbau, aus dem Nordwestkaukasus stammen. Im Museum für Völkerkunde Hamburg beschäftigen wir uns seit 1993 mit dem Nordwestkaukasus, ausgelöst durch den Unabhängigkeitskrieg Abchasiens von Georgien. Wir wollten damals einfach sachlich über diese nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sehr bedeutende geostrategische Region und über ihre Menschen und Kulturen berichten. Daraus entstanden zahlreiche Veranstaltungen mit Abchasen, Tscherkessen, aber auch mit Georgiern und Armeniern. Dies wiederum führte auch zu zahlreichen persönlichen Bindungen und Freundschaften. Von tscherkessischen Freunden wurden wir bereits vor 3 Jahren auf das Problem „Sotschi“ und das Zusammenfallen der Olympischen Winterspiele mit dem 150. Jahrestag des „Sürgün“ aufmerksam gemacht. Wir haben die Wut und das Ohnmachtsgefühl vieler junger Tscherkessen in der Diaspora mitbekommen. Wir haben dann diese Gefühle gemeinsam mit vielen Vertretern der tscherkessischen Vereine analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass das wichtigste Problem der Tscherkessen ist, dass zu wenig Menschen überhaupt wissen, dass es sie gibt. Daher besteht auch die Gefahr, dass alle Proteste gegen Sotschi einfach verpuffen, weil kaum jemand begreift, wer da eigentlich weswegen protestiert.
Daher haben wir uns als Museum zum Ziel gesetzt, durch eine Ausstellung die wunderbare Kultur der Tscherkessen bekannter zu machen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Aus unserer Sicht ist es das wichtigste Ziel, dass tscherkessische Sprache und Kultur weiterhin überleben und blühen. Das ist die ungeheure, viel zu wenig gewürdigte Leistung der Tscherkessen in der Diaspora, dass immer noch Millionen Menschen außerhalb des Mutterlandes die schwierige tscherkessische Sprache beherrschen. In der jungen Generation ist dieses Können aktiv bedroht. Wir wollen die großartige Arbeit der Vereine ergänzen und dazu beitragen, dass junge Tscherkessen wieder stolz auf ihre Kultur sind und weiterhin die Mühe auf sich nehmen, sie zu pflegen. Wenn wir damit ein wenig Erfolg haben, dürfen wir vielleicht die Tscherkessen bei der Pflege ihrer Kultur weiterhin begleiten.
Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für die geringe Beachtung der Geschehnisse von 1864?
Die Gründe sind vielfältig. Natürlich hatte die russische Regierung im 19. Jahrhundert alle Gründe, das Thema nicht mehr zu berühren. Die enge Nationalitätenpolitik der Türkei unter Atatürk und seinen Nachfolgern hat ein Übriges dazu getan. Auch durch die Abschottung der Sowjetunion nach 1945 hat das Interesse an den Völkern im Kaukasus nachgelassen. Und ein wenig scheint die geringe Beachtung auch mit dem tscherkessischen Nationalcharakter zu tun zu haben: Meiner Erfahrung nach sind Tscherkessen eher bescheiden und zurückhaltend, es liegt ihnen, glaube ich, nicht, andere sehr stark auf sich aufmerksam zu machen. Hinzu kommt die starke Traumatisierung eigentlich aller Tscherkessen durch die Ereignisse von 1864 und auch durch die bei vielen darauf folgenden erneuten Vertreibungen. Einige Familien wurden in den letzten 150 Jahren vier Mal vertrieben. Ich glaube, dann verstummt man eher, als dass man lauthals klagt und versucht einfach nur, zu überleben.
Welche historische bzw. emotionale Bedeutung hat Sotschi für die Tscherkessen?
Sotschi und die damit verbundenen Ereignisse des Krieges und der Vertreibung hat für alle Tscherkessen eine hohe emotionale Bedeutung. Allerdings gehen erfahrungsgemäß verschiedene tscherkessische Gruppen damit unterschiedlich um. Gerade in der Türkei, insbesondere unter der jungen tscherkessischen Bevölkerung, scheint mir der Widerstand gegen die Olympischen Winterspiele besonders groß zu sein. Zusammen mit einigen amerikanischen Tscherkessen wurde in diesem Sinne die No-Sotschi-Bewegung initiiert, die Protestkundgebungen und Informationsveranstaltungen in der Türkei, aber auch weltweit organisiert. In den tscherkessischen Republiken im Kaukasus habe ich vor einigen Wochen viele Menschen erlebt, die die Zähne zusammenbeißen, aber sagen, wir können nichts daran ändern. Andere wiederum und gar nicht wenige, meinten, man müsse sich mit den Russen und eben auch mit Sotschi arrangieren, im Übrigen aber daran arbeiten, die eigene Kultur selbstbewusst weiter zu stärken. Auch bei vielen syrischen und jordanischen Tscherkessen habe ich diese Haltung gefunden. Die russische Regierung scheint auf beide Haltungen reagieren zu wollen und verspricht, wie zuletzt der russische Vizepremier Dimitri Nikolajewitsch Kosak am 16. Oktober in Sotschi, vor Vertretern der tscherkessischen Diaspora und der tscherkessischen Republiken eine Stärkung der tscherkessischen Kultur in Russland, ein aktives Gedenken an die Vertreibung 1864 und eine angemessene Vertretung der tscherkessischen Kultur während der olympischen Feierlichkeiten. Was sich davon erfüllt, wird sich im Februar 2014 zeigen und entsprechend werden sicherlich auch die tscherkessischen Reaktionen ausfallen.
Welche Forderungen und Hoffnungen gibt es vonseiten der Tscherkessen in Bezug auf die Winterspiele 2014 in Sotschi?
Es gibt Gruppen, die eine öffentliche Entschuldigung der heutigen russischen Regierung für die Verbrechen Russlands in den Kaukasuskriegen bis 1864 und die sich daran anschließenden Vertreibungen verlangen. Andere sind moderater. Ich zitiere einen Teilnehmer eines unserer Workshops: „Ich möchte, dass bei der olympischen Eröffnungsfeier vor allen anderen Teilnehmern ein Tscherkesse in tscherkessischer Tracht marschiert, der eine tscherkessische Fahne schwenkt und damit deutlich macht, dass das Land von Sotschi eigentlich unser Land ist. Mehr will ich gar nicht.“ Andere Gruppen, vor allem im Land selber, versprechen sich eben das, was die russische Regierung ihnen jetzt angeboten hat: eine Stärkung ihrer kulturellen und ökonomischen Lage im Rahmen der jetzigen politischen Situation. Aber alle wünschen sich, dass die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für die Region auch dazu führt, dass möglichst viele Tscherkessen sich wieder in der alten Heimat ansiedeln mögen.
Wo leben die Tscherkessen heute? Wie viele leben in Deutschland, wie viele in der Türkei?
Es ist schwer, Zahlen zu nennen. Regierungen tendieren dazu, diese Zahlen möglichst niedrig anzusetzen, tscherkessische Organisationen neigen gelegentlich dazu, sie sehr hoch anzusetzen. Wirklich verlässliche Zahlen gibt es eigentlich nicht. Es ist auch die Frage, ob man alle mit ein bisschen tscherkessischem Blut in den Adern als Tscherkessen zählt oder nur die, die sich auch selber als Tscherkessen fühlen und bekennen. Andere wiederum möchten nur die anerkennen, die auch die tscherkessische Sprache beherrschen.
Ich denke, wenn man von einem mittleren Standpunkt ausgeht, also davon, wer sich selbst als tscherkessisch fühlt, kann man insgesamt weltweit von etwa 4 Millionen Menschen ausgehen. Das ist mehr als eine ganze Reihe etablierter europäischer Staaten an Einwohnern hat. Von diesen 4 Millionen leben schätzungsweise knapp 900 000 in Russland, etwa 50 000 in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich, je etwa 100 000 in Syrien und in Jordanien, kleinere Gruppen im Irak, in Libyen, in Israel und in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 10 000 in Australien, etwa 15 000 in den USA. Weit über 2 Millionen Tscherkessen leben also in der Türkei.
Mehr: voelkerkundemuseum.wordpress.com
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Wednesday, October 09, 2013
KONZERT: Chveneburebi ჩვენებურები in Hamburg - Gastgeber: GeoVino (geovino.de)

Liebe Freunde, GeoVino in Hambrurg präsentiert am Sonntag, den 13.Oktober wird die bekannte im Rahmen ihrer Deutschland Tournee georgische Folk Band Chveneburebi ჩვენებურები für einem unterhaltsamen Abend zu Gast in Hamburg sein. Wir freuen uns Ihnen Chveneburebi in Hamburg präsentieren zu können.
Geniessen Sie an diesem unterhaltsamen Abend traditionelle und moderne Versionen georgischer Lieder, begleitet von georgischen Instrumenten.
Wo? Veranstaltungsräume Dekom,
Kellerbleek 3, 22529 Hamburg
Wann? 13.Oktober,Sonntag
Einlass 16.00 Uhr
Eintritt 8 Euro
Diese Einnahmen kommen komplett den Künstlern zugute. Wir danken Koka Togonidze und der Dekom AG für die Unterstützung und die zur Verfügungsstellung der Veranstaltungsräume.
Wir bitten um Anmeldung per email:
info@geovino.de
Wir freuen uns darauf gemeinsam mit Ihnen ein kleines Stück Georgien in Hamburg zu geniessen.
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Tuesday, September 10, 2013
ESSAYFILM: Film trifft Literatur +++ Giwi Margwelaschwili - Italo-Svevo-Preisträger 2013 (harbour-front.org)
DIENSTAG 17.09.2013 — 19:00 UHR
Metropolis Kino
(harbour-front.org) Premiere des Essayfilmes „Zuschauerraäume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili.
Eine filmische Lesung mit Giwi Margwelaschwili.
Zu Gast die Filmemacherin Marika Lapauri und Insa Wilke, Literaturkritikerin, Moderatorin, Publizistin und Kennerin des Werkes von Giwi Margwelaschwili.
Giwi Margwelschwili kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.
Der Essayfilm „Zuschauerräume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili zeigt den Versuch, die Verstrickung des Menschen in Geschichten und Geschichte aufzulösen. Er lässt die Zuschauer Teilnehmer eines transhistorischen Experiments werden. Mit Hilfe archivarischer Aufnahmen und inszenierter Spielfilmsequenzen arrangieren die beiden Regisseure um den legendären deutsch-georgischen Schriftsteller und Philosophen Giwi Margwelaschwili, Autor des gleichnamigen Theaterstücks und zugleich der konzeptionelle Hauptprotagonist des Films, kaleidoskopartige Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen einer Utopie. Im Mittelpunkt des konkreten Geschehens stehen die Orte des Verhängnisses, wie Theater, Parlamente, Konferenzräume, von denen Geschichte ihren Ausgang nimmt, und der Versuch, diese Topographie der dramatischen und narrativen Verstrickungen auszulöschen. Die dabei zutage tretenden Aporien dieses zugleich historischen als auch antihistorischen Tuns wirken nicht allein desillusionierend, sondern eröffnen einen reflexiven Zugang zu einem Sinnraum, der sich in der Vergeblichkeit der Geschichte über die historische Zeit erhebt.
Rezensionen und Pressezitate
Liebe Marika,
ich bin am Wochenende aus Belgrad zurückgekommen und habe gerade Ihren Film gesehen. Großartig! Ich finde ihn ganz toll. Ihnen und Niko Tarielaschwili ist gelungen, Bilder für die gewaltigen Vorstellungswelten zu finden, die dieser zarte, feine Herr zu entwerfen imstande ist. Ihr Film hat etwas Bezwingendes, man wird immer atemloser und das Ende ist ein Paukenschlag. Ich habe mich gefragt, wie Sie es schaffen wollen, diese philosophischen und zugleich so konkreten Texte filmisch umzusetzen und ihnen gerecht zu werden. Ich finde, es ist Ihnen großartig gelungen. Das Spiel mit den Überblendungen, den verschiedenen Materialien, die Kameraführung und die Anlehnung an den Stummfilm – das alles sind wirklich filmische Antworten und Fortschreibungen auf Giwi Margwelaschwilis Kunst. Und vor allem haben Sie es geschafft, zugleich ein Porträt von ihm zu entwerfen, das nicht vom Äußerlichen ausgeht, sondern vom Innersten Kern dessen, was ihn umtreibt. So wirkt es auf mich.
Ich freue mich schon sehr darauf, ihn noch einmal auf einer großen Leinwand sehen zu können.
Insa Wilke, Publizistin und Literaturkritikerin
Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
Preis: 7 €
Mitwirkende: Marika Lapauri und Insa Wilke
Metropolis Kino
(harbour-front.org) Premiere des Essayfilmes „Zuschauerraäume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili.
Eine filmische Lesung mit Giwi Margwelaschwili.
Zu Gast die Filmemacherin Marika Lapauri und Insa Wilke, Literaturkritikerin, Moderatorin, Publizistin und Kennerin des Werkes von Giwi Margwelaschwili.
Giwi Margwelschwili kann leider aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen.
Der Essayfilm „Zuschauerräume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili zeigt den Versuch, die Verstrickung des Menschen in Geschichten und Geschichte aufzulösen. Er lässt die Zuschauer Teilnehmer eines transhistorischen Experiments werden. Mit Hilfe archivarischer Aufnahmen und inszenierter Spielfilmsequenzen arrangieren die beiden Regisseure um den legendären deutsch-georgischen Schriftsteller und Philosophen Giwi Margwelaschwili, Autor des gleichnamigen Theaterstücks und zugleich der konzeptionelle Hauptprotagonist des Films, kaleidoskopartige Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen einer Utopie. Im Mittelpunkt des konkreten Geschehens stehen die Orte des Verhängnisses, wie Theater, Parlamente, Konferenzräume, von denen Geschichte ihren Ausgang nimmt, und der Versuch, diese Topographie der dramatischen und narrativen Verstrickungen auszulöschen. Die dabei zutage tretenden Aporien dieses zugleich historischen als auch antihistorischen Tuns wirken nicht allein desillusionierend, sondern eröffnen einen reflexiven Zugang zu einem Sinnraum, der sich in der Vergeblichkeit der Geschichte über die historische Zeit erhebt.
Rezensionen und Pressezitate
Liebe Marika,
ich bin am Wochenende aus Belgrad zurückgekommen und habe gerade Ihren Film gesehen. Großartig! Ich finde ihn ganz toll. Ihnen und Niko Tarielaschwili ist gelungen, Bilder für die gewaltigen Vorstellungswelten zu finden, die dieser zarte, feine Herr zu entwerfen imstande ist. Ihr Film hat etwas Bezwingendes, man wird immer atemloser und das Ende ist ein Paukenschlag. Ich habe mich gefragt, wie Sie es schaffen wollen, diese philosophischen und zugleich so konkreten Texte filmisch umzusetzen und ihnen gerecht zu werden. Ich finde, es ist Ihnen großartig gelungen. Das Spiel mit den Überblendungen, den verschiedenen Materialien, die Kameraführung und die Anlehnung an den Stummfilm – das alles sind wirklich filmische Antworten und Fortschreibungen auf Giwi Margwelaschwilis Kunst. Und vor allem haben Sie es geschafft, zugleich ein Porträt von ihm zu entwerfen, das nicht vom Äußerlichen ausgeht, sondern vom Innersten Kern dessen, was ihn umtreibt. So wirkt es auf mich.
Ich freue mich schon sehr darauf, ihn noch einmal auf einer großen Leinwand sehen zu können.
Insa Wilke, Publizistin und Literaturkritikerin
Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
Preis: 7 €
Mitwirkende: Marika Lapauri und Insa Wilke
Wednesday, August 14, 2013
LITERATURFESTIVAL HAMBURG: Film trifft Literatur Giwi Margwelaschwili - Italo-Svevo-Preisträger 2013 (harbour-front.org)
Dienstag 17.09.2013 — 19:00 Uhr
Metropolis Kino
(harbour-front.org) Giwi Margwelaschwili, „verschrobener als Jorge Luis Borges und flapsiger als Italo Calvino“ (Die ZEIT) hat 2013 den Italo-Svevo-Preis für sein Werk gewonnen. In seinen Arbeiten geht es um die Literatur und ihr Verhältnis zum Leser. Mehr noch als aus Fleisch und Blut besteht der Mensch aus Text. Davon ist Giwi Margwelaschwili überzeugt.
1927 wurde er als Sohn georgischer Emigranten geboren, die Nazis brachten ihn erst ins KZ Sachsenhausen, verschleppten ihn dann nach Georgien. Dort musste er die fremde Sprache erst lernen. In seinen Büchern stellt er die Welt auf den Kopf und schüttelt sie kräftig durch. Erst 1987 konnte er nach Deutschland ausreisen. 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.
Giwi Margwelaschwili kommt nach Hamburg, um mit den Zuschauern über sein Werk und Leben zu sprechen und der Premiere des Filmes „Zuschauerräume“ von Marika Lapauri und Niko Tarielaschwili beizuwohnen. Eine Hommage an den großen Denker und Literaten.
Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg
Preis: 14 €
Mitwirkende
Marika Lapauri
Giwi Margwelaschwili
Niko Tarielaschwili
Insa Wilke
Friday, May 31, 2013
AUSZEICHNUNG: Giwi Margwelaschwili erntet den Italo Svevo Preis 2013 (boersenblatt.net)
"Ein weiser Anarchist" - Ausgezeichnet für das Lebenswerk: Giwi Margwelaschwili
| Giwi Margwelaschwili © Alexander Janetz |
Giwi Margwelaschwili
Deutsch war die erste Sprache des 1927 in Berlin als Sohn georgischer Emigranten geborenen Giwi Margwelaschwili. 1946 wurde er, zusammen mit seinem Vater, vom sowjetischen Geheimdienst NKWD entführt. Der Vater wurde ermordet, Giwi Margwelaschwili in Sachsenhausen interniert und dann nach Georgien verschleppt. Dort brachte er sich als Deutschlehrer durch. Und er schrieb, ungeachtet der sprachlichen und intellektuellen Isolation, deutsche Prosa, ein überbordendes Werk, das fremd wie ein Findling in der literarischen Landschaft aufragt, quer zu Moden und Zeitströmungen. Erst 1987 konnte Giwi Margwelaschwili nach Deutschland ausreisen. Heute lebt er in Tiflis und Berlin.
„Giwi Margwelaschwili ist ein weiser Anarchist, ein närrischer Philosoph, einer, der Grenzen erkennt, aber nicht anerkennt“, notierte Katja Lange-Müller. Giwi Margwelaschwilis Werke erscheinen u. a. im vom Großbrand im LK-Lager schwer betroffenen Berliner Verbrecher Verlag. Zuletzt veröffentlichte er dort die „Fluchtästhetische Novelle” (2012).
Die Preisverleihung findet am 5. Juni im Literaturhaus Hamburg statt.
Insa Wilke hält die Laudatio
Aus Krankheitsgründen kann der Autor leider nicht anwesend sein!
Friday, May 03, 2013
DORFENTWICKLUNG: Das Dorf "Kissiskhevi" in Georgien, Kreis Telavi - ein Projekt wird von Lile e.V. aus Deutschland.
Inzwischen ist das Projekt "Kissiskhevi" in Georgien, Kreis Telavi, im Dorf Kissiskhevi angelaufen. Kissiskhevi ist ein ca. 3.500 Einwohner großes historisches Dorf in einem wichtigen Weinanbaugebiet Georgiens und in mitten einer beliebten touristischen Gegend, in der die Arbeitslosigkeit allerdings nahezu 100% beträgt und in der die noch Anfang der 1990er-Jahre funktionierende Infrastruktur komplett zusammen gebrochen ist. Das Projekt wird von Lile e.V. (Projektleiterin Marika Lapauri-Burk) geleitet und durchgeführt. Der Verein war bis heute in diesem Dorf bereits mit verschiedenen Initiativentätig.
Das Projektziel besteht insgesamt in der Dorfentwicklung und konkret im Wiederaufbau und der Wiederbelebung des Dorfzentrums. Die Dorfmitte, in der sich heute der Schulhof befindet, hat eine reiche Geschichte und Tradition. Dort befand sich ein ehemaliger Adelshof, der Sitz des königlichen Schreibers Kobulaschwili. Eine kleine Basilika und ein Turm aus dem 16. Jahrhundert sind erhalten geblieben. Das Dorf Kissiskhevi hat mit seiner Geschichte in der Region Kachetien einen besonderen Status.
Das Kulturleben in Kissiskhevi war zur Sowjetzeit in dieser Region herausragend. Das voll ausgestattete Kulturhaus führte ausgezeichnete Programme durch, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Der 600 Plätze fassende Saal war immer voll besetzt. Heute ist der gesamte Komplex verwahrlost, die Gebäude sind aber noch in einem stabilen Zustand. Die Projektautoren denken, dass eine Revitalisierung in einem so traditionsreichen Ort große Chancen hat. Im Rahmen des Projekts sollen mitaktiver Teilnahme der Bevölkerung die noch vorhandenen historischen Gebäude in der Dorfmitte konserviert und denkmalgerecht renoviert werden (im Dorf gibt es allein 63 Kulturdenkmäler). In dem erwähnten Turm wird ein Museum untergebracht und das ganze Areal soll ein Ort für Bildungsstätten und ein Informationszentrum werden. Eine wesentliche Voraussetzung ist eine aktive Teilnahme der Bevölkerung.
Das laufende Projekt wird von CIM aus Deutschland finanziert. Das Pilot-Projekt ist für 1 Jahr angelegt und hat das Potenzial, sich nach einer abschließenden Etappe weiter zu entwickeln.
Die Komplexität und Vielfalt der entwicklungsfähigen Einzelaspekte benötigt weitere Unterstützung. Wir wollen eine kontinuierliche Dynamik des Projektes erreichen, die es uns erlaubt, die Ideen und Konzepte zu realisieren. In diesem Zusammenhang möchten gerne mit allen interessierten Menschen oder Institutionen zusammen arbeiten. Unser Ziel ist es, durch dieses Projekt ein prototypisches Modell für die regionale Entwicklung zu schaffen.
Bitte unterstützen Sie das Projekt mit Ihrer Spende!
Alle die, die mit finanziellen, Sachspenden oder anderer weise unterstützen möchten, sind herzlich in Kisiskhewi eingeladen!
Bankverbindung in Georgien:
Our Village 2008.
ProCredit Bank, Tbilisi Code: MIBGGE22, Account: GE25PC0273600100013440
In Deutschland:
Lile e.V. , BIC: HASPDEHHXXX IBAN: DE91200505501268125372
Für Ihre Spenden ab 25 Euro können wir eine Spendebescheinigung ausstellen. ggf. können wir gerne das Projekt vor Ort vorstellen.
Mehr Infos:
info@lile.de oder ov_kisi@yahoo.com, (+49 171 851 3635, (00995) 593 31 6070, Marika Lapauri-Burk
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Lile e.V.,
Marika Lapauri-Burk,
Telavi
Location:
Telawi, Georgien
Tuesday, September 11, 2012
THEATER: Frische Empörung, erfrorene Wut. Nino Haratischwilis Fassung von "Elektra" (web.de)
Im Jungen Schauspielhaus überzeugt Nino Haratischwilis Fassung von "Elektra"
Wieder zu Hause, wieder angekommen in der sogenannten normalen Welt, noch ein paar Takte Günther Jauch gesehen: vier Männer in dunklen Anzügen, eine Frau im beigen Kostüm - und ach, all dieses wabernde Gerede, mal hierhin, mal dorthin! Wie anders war da zuvor das Theater. Wie konzentriert auf den Konflikt ausgerichtet, wie konsequent und gültig in seiner Formsprache. Dieses altmodische Medium, ohne Kameraschwenk, ohne Einspieler, ohne flotte Schalte irgendwohin. In diesem Fall: "Elektra", der klassische Stoff in einer neuen Fassung von Nino Haratischwili, inszeniert von Klaus Schumacher und damit gegeben im Jungen Schauspielhaus.
Die Bühne eine grell-pinke Welt, eine flauschige Teppichlandschaft mit Blick auf einen nahezu abgeholzten Wald, Spielwiese und Tatort zugleich. In weißen Schleiflackvitrinen präsentieren sich Waffen wie Kunstexponate: vom Krummdolch von einst bis zum Maschinengewehr unserer Tage. Und mittendrin Elektra, die junge Frau, die so zornig wie erwartungsvoll auf ihren im Krieg verschollenen Bruder Orestes wartet. Denn kommt er, wird noch heute aufgeräumt werden mit dem verhassten Stiefvater Aigisthos und der treulosen Mutter, der Klytaimnestra; wird Vater Agamemnon gerächt werden, der vom Kampf gegen Troja zurückfand und ausgerechnet im eigenen Haus starb.
Orestes, er wird kommen. Doch nicht voller Tatendrang betritt der das Haus, wird nicht länger getragen von geschwisterlicher Liebe und dem gemeinsamen Entschluss für den Kampf der Jungen gegen die Alten: Gebrochen ist er, verwirrt und noch mehr desillusioniert. Er kommt nicht allein: Mit ihm kommt Polyxena, die Königstochter aus Troja, die als eine der wenigen das Gemetzel überlebt hat, das der geliebte Bruder und der so vergötterte Vater mit großer Selbstverständlichkeit angerichtet haben. "Vater, du warst kein Mörder! Oder?", muss Elektra ausrufen.
Das Stück ist gedacht für Menschen ab 15 Jahren aufwärts, und Haratischwili/Schumacher werden diesem Auftrag mehr als gerecht: Als eine Parabel auf unsere Weigerung, die Kriege unserer Tage zur Kenntnis zu nehmen, lässt es sich lesen - ausweitbar bis hin zum Afghanistan-Krieg, wenn Orestes sich als ein durch und durch vom Krieg erschütterter Jüngling präsentiert, der trinkend und um innere Ruhe flehend über die Bühne taumelt. Aber auch unmittelbarere Deutung bietet sich an: der Kampf der anfangs so radikal moralischen Kinder gegen die vom Realitätsprinzip korrumpierten Eltern.
Die wollen die Konflikte überdecken, wollen Frieden, und sei er noch so halbherzig angelegt: "Vielleicht sollten wir einmal versuchen, wie eine ganz normale Familie zu Abend zu essen!", ruft Aigisthos, der Ersatzvater, voller Inbrunst aus. Normal sein - das wird nicht gelingen. Vielschichtig hat Haratischwili ihre Personen angelegt, und Schumacher führt sie entsprechend: Hermann Book als pragmatischer, aber auch hilfloser Aigisthos und Christine Ochsenhofer als diffus fühlende Klytaimnestra bilden das Elternpaar.
Ihnen gegenüber schlüpft Jonathan Müller in die Rolle von Elektras jüngerem Bruder Theo als unbedarfter Partygänger, der doch ahnt, dass aller Spaß am Ende seinen Preis hat. Dazu gesellen sich Florens Schmidt als traumatisierter Orestes und Katharina Lütten als Polyxena, die verzeihen will, aber nicht kann. Und vorneweg Angelina Häntsch als Elektra, deren anfangs frische Empörung sich so überzeugend in erfrorene Wut wandelt. So gab es am Ende viel, viel Applaus für diese überaus sehenswerte Produktion, die es in sich hat: Sie hallt noch lange am nächsten Tag nach.
Quelle: welt.de
Wieder zu Hause, wieder angekommen in der sogenannten normalen Welt, noch ein paar Takte Günther Jauch gesehen: vier Männer in dunklen Anzügen, eine Frau im beigen Kostüm - und ach, all dieses wabernde Gerede, mal hierhin, mal dorthin! Wie anders war da zuvor das Theater. Wie konzentriert auf den Konflikt ausgerichtet, wie konsequent und gültig in seiner Formsprache. Dieses altmodische Medium, ohne Kameraschwenk, ohne Einspieler, ohne flotte Schalte irgendwohin. In diesem Fall: "Elektra", der klassische Stoff in einer neuen Fassung von Nino Haratischwili, inszeniert von Klaus Schumacher und damit gegeben im Jungen Schauspielhaus.
Die Bühne eine grell-pinke Welt, eine flauschige Teppichlandschaft mit Blick auf einen nahezu abgeholzten Wald, Spielwiese und Tatort zugleich. In weißen Schleiflackvitrinen präsentieren sich Waffen wie Kunstexponate: vom Krummdolch von einst bis zum Maschinengewehr unserer Tage. Und mittendrin Elektra, die junge Frau, die so zornig wie erwartungsvoll auf ihren im Krieg verschollenen Bruder Orestes wartet. Denn kommt er, wird noch heute aufgeräumt werden mit dem verhassten Stiefvater Aigisthos und der treulosen Mutter, der Klytaimnestra; wird Vater Agamemnon gerächt werden, der vom Kampf gegen Troja zurückfand und ausgerechnet im eigenen Haus starb.
Orestes, er wird kommen. Doch nicht voller Tatendrang betritt der das Haus, wird nicht länger getragen von geschwisterlicher Liebe und dem gemeinsamen Entschluss für den Kampf der Jungen gegen die Alten: Gebrochen ist er, verwirrt und noch mehr desillusioniert. Er kommt nicht allein: Mit ihm kommt Polyxena, die Königstochter aus Troja, die als eine der wenigen das Gemetzel überlebt hat, das der geliebte Bruder und der so vergötterte Vater mit großer Selbstverständlichkeit angerichtet haben. "Vater, du warst kein Mörder! Oder?", muss Elektra ausrufen.
Das Stück ist gedacht für Menschen ab 15 Jahren aufwärts, und Haratischwili/Schumacher werden diesem Auftrag mehr als gerecht: Als eine Parabel auf unsere Weigerung, die Kriege unserer Tage zur Kenntnis zu nehmen, lässt es sich lesen - ausweitbar bis hin zum Afghanistan-Krieg, wenn Orestes sich als ein durch und durch vom Krieg erschütterter Jüngling präsentiert, der trinkend und um innere Ruhe flehend über die Bühne taumelt. Aber auch unmittelbarere Deutung bietet sich an: der Kampf der anfangs so radikal moralischen Kinder gegen die vom Realitätsprinzip korrumpierten Eltern.
Die wollen die Konflikte überdecken, wollen Frieden, und sei er noch so halbherzig angelegt: "Vielleicht sollten wir einmal versuchen, wie eine ganz normale Familie zu Abend zu essen!", ruft Aigisthos, der Ersatzvater, voller Inbrunst aus. Normal sein - das wird nicht gelingen. Vielschichtig hat Haratischwili ihre Personen angelegt, und Schumacher führt sie entsprechend: Hermann Book als pragmatischer, aber auch hilfloser Aigisthos und Christine Ochsenhofer als diffus fühlende Klytaimnestra bilden das Elternpaar.
Ihnen gegenüber schlüpft Jonathan Müller in die Rolle von Elektras jüngerem Bruder Theo als unbedarfter Partygänger, der doch ahnt, dass aller Spaß am Ende seinen Preis hat. Dazu gesellen sich Florens Schmidt als traumatisierter Orestes und Katharina Lütten als Polyxena, die verzeihen will, aber nicht kann. Und vorneweg Angelina Häntsch als Elektra, deren anfangs frische Empörung sich so überzeugend in erfrorene Wut wandelt. So gab es am Ende viel, viel Applaus für diese überaus sehenswerte Produktion, die es in sich hat: Sie hallt noch lange am nächsten Tag nach.
Quelle: welt.de
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Sunday, May 06, 2012
THEATER: Elektra. Von Nino Haratischwili in Hamburg (schauspielhaus.de)
»Die Wahrheit ist immer das Jetzt oder das Warten auf das Unmögliche.« Nino Haratischwili

Mit »Elektra« eröffnen wir die Spielzeit. Einer jungen Frau, die glaubt, die Wahrheit mit Löffeln gefressen zu haben, die aber im Zuge der Geschichte auf Wahrheiten gestoßen wird, von denen sie nicht einmal ahnte, dass es sie gibt.
Elektra wartet auf ihren Bruder Orest, den sie über alles liebt. Sie wartet auf die Einlösung nihres gemeinsamen Racheschwurs: die Mutter töten, den Stiefvater töten. Als Kinder versprachen sie einander, sich immer zu lieben und nie zu vergessen, was geschehen war. Die Mutter soll für den Tod des Vaters büßen. In den Augen ihrer Kinder
ist sie Hure und Mörderin. Elektra wartet seit zehn Jahren. All ihre Liebe und Hoffnung konserviert sie in ihrem Inneren für ihren Bruder. All ihren Hass richtet sie gegen Mutter und Stiefvater. Und Elektra rebelliert: gegen das Herrschaftssystem der Mutter und des Stiefvaters, das in ihren Augen eine verlogene, dekadente Oase ist. Elektra wartet
auf den Tag der Erlösung durch Orest: Dann endlich sollen sich ihre Liebe und ihre politische Vision von einer besseren Welt erfüllen.
Mit »Elektra« setzen wir die Zusammenarbeit mit der Hamburger Autorin Nino Haratischwili fort. Sie schreibt für das Junge Schauspielhaus eine Neufassung des antiken Stoffs und konzentriert sich dabei auf die jungen Protagonisten, die gegen die Elterngeneration rebellieren.
Uraufführung 9. September 2012, Malersaal | regie Klaus Schumacher, bühne Katrin
karolina fijas Plötzky, kostüme Heide Kastler, musik Tobias Vethake
Quelle:
www.schauspielhaus.de
www.kulturserver-hamburg.de
Quelle:
www.schauspielhaus.de
www.kulturserver-hamburg.de
Friday, April 13, 2012
PODCAST: Wenders sprechende Landschaften. Der Regisseur Wim Wenders als Fotograf war u.a. in Armenien. Von Dirk Schneider (dradio.de)
(dradio.de) Unter dem Titel "Places, strange and quiet" zeigt die Sammlung Falckenberg in Hamburg die bisher größte Ausstellungen mit Fotografien von Regisseur Wim Wenders. Wenders richtet seinen Blick auf menschenleere Orte und lässt sie ihre eigene Geschichte erzählen.
"Places, strange and quiet" - sie sind in der Tat seltsam und still, diese Orte, die Wim Wenders auf seinen Reisen gefunden hat. Friedhöfe, Hinterhöfe, Landschaften, in Japan, Russland, Armenien, Deutschland. Still heißt hier vor allem menschenleer, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein oder sich nur bleiern voranzuwälzen.
"Meine Filme sind auch sehr von Orten bestimmt, aber wenn man mal anfängt, einen Film zu erzählen, ziehen die Figuren eines Films auch alle Aufmerksamkeit auf sich. Da kann man machen, was man will. (...) In der Fotografie kann ich das mal umkehren und mein ganzes Interesse dem Ort gelten lassen. Und wenn ich warte, bis niemand mehr da ist, und meistens ist eh keiner da, ist auch die Aufmerksamkeit für den Ort da."
Und doch, sagt Wenders, erzählen die Orte, wenn sie dann sprechen, von Menschen:
"… von all denen, die mal da waren, die da gelebt haben, die da durchgezogen sind, die da was verhunzt haben."
Etwas verhunzt haben sicher die Planer, die das inzwischen verrostete Riesenrad am Rand der armenischen Steppe haben aufbauen lassen. Oder hatten sie eine romantische Idee? Einen großen Gedanken dagegen muss den unbekannten Bildhauer getrieben haben, die einzelnen Buchstaben des armenischen Alphabets als Monument in die Weite der Landschaft zu stellen.
"Das Alphabet stand auf keiner Landkarte. Stand einfach da. Es war auch keine befahrene Straße."
Wenders spricht von einem inneren Radar, der ihn an solche Orte führt. Oft ist er zu Fuß unterwegs, und dass er an vielen dieser Orte lange Zeit verbracht hat, meint man den Bildern anzusehen, auch wenn man es ihnen eigentlich nicht ansehen kann.
60 meist großformatige Aufnahmen von Wenders zeigt die Ausstellung "Places, strange and quiet", so viele wie noch nie zuvor auf einmal. Viele erinnern in ihrem extremen Querformat an die Kinoleinwand. Und die großen Landschaftsaufnahmen der japanischen Küste bei Onomichi sind tatsächlich eine Hommage an Wenders großes Vorbild, den Regisseur Yasujiro Ozu. Anders als der Filmemacher ist der Fotograf Wenders ganz altmodisch. Seine Bilder entstehen komplett analog, ohne Kunstlicht, sogar ohne Stativ - was in der Tat bei vielen Aufnahmen schwer vorstellbar ist. Inspiriert sind sie von Malern. Von Edward Hopper, aber auch von älteren Meistern:
"Holländischen Malern, vor allem, Landschaftsmalern. Bevor ich überhaupt mal ein Foto gemacht habe, habe ich schon die Idee gehabt, wie man so eine Landschaft in den Rahmen setzt."
Das Erzählen kann der Filmemacher dann aber doch nicht ganz lassen, und so ist jedes Bild mit einem Kommentar versehen, um die Betrachter einzufangen:
"Das zwingt sie schon, stehen zu bleiben. Und nicht nur den Titel zu sehen, sondern auch die Geschichte. Und dann ist die Geschichte vielleicht auch eine, wo man dann auf dem Bild anfängt zu suchen: Wie kommt denn der Wenders dazu? Und schon sind Sie auf eine andere Art mit dabei. So ein bisschen. Ein 'Dirty Trick' sozusagen."
Etwa bei der Aufnahme einer Betonmauer im Freien. Ein Waschbecken ist daran montiert, daneben hängt ein Handtuch. Hinter der Mauer ragt ein Gebilde auf, es könnte der Sprungturm eines Freibads sein, vielleicht aber auch die Spitze eines postmodernen Sakralbaus. "In der Hoffnung auf irgendeine Erklärung", heißt es im Kommentar zum Bild, "habe ich hier lange gewartet. Doch es kam keine. Diese Mauer behielt alle Geheimnisse für sich."
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Hamburg, Deutschland
Saturday, April 07, 2012
ARMENIEN: Wim Wenders – Jedes Bild erzählt eine Geschichte. Von Belinda Grace Gardner (welt.de)
Zwei Ansichten des Riesenrades hat Wim Wenders
2008 in Armenien aufgenommen. Auf der anderen Seite des Riesenrads liegen die bröckelnden Häuser einer verwaisten Wohnanlage unter hellgrauer Wolkenwand. „Manchmal erzählt nur der Gegenschuss die Wahrheit“, so Wenders
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| © Courtesy Wenders Images |
Der Jahrmarkt ist vorbei. Die Menschen, die hier einst Vergnügen suchten, sind weitergezogen, ihre Rufe, ihre Gelächter sind verhallt. Vor verhangenem Himmel erhebt sich in struppiger Einöde die Ruine eines Riesenrads. Am korrodierten Gerüst rosten die Gondeln.
Die Kreise, die sie einst hoch über der Landschaft zogen, sind für immer angehalten. Auf der anderen Seite des Riesenrads liegen die bröckelnden Häuser einer verwaisten Wohnanlage unter hellgrauer Wolkenwand.
Wim Wenders hat beide Ansichten 2008 in Armenien aufgenommen. Sie sind Teil der jetzt in der Sammlung Falckenberg / Deichtorhallen in Zusammenarbeit mit Wenders Images Berlin realisierten Ausstellung „Places, strange and quiet“ mit rund 60 großformatigen Fotografien des prominenten Regisseurs, Künstlers
und Vertreters des „Neuen Deutschen Kinos“, die vom 14. April bis zum 5. August zu sehen ist.
„Manchmal erzählt nur der Gegenschuss die Wahrheit“
Die meisten Exponate der Schau, 2010 erstmals anlässlich der 29. Biennale São Paulo
im Museu de Arte präsentiert, waren noch nie in Deutschland zu sehen. „Das Sprichwort sagt: ‚Jedes Bild erzählt eine Geschichte ...‘“, heißt es in Wenders’ Aufzeichnungen zum rückwärtig fotografierten Riesenrad-Motiv im begleitenden Katalog. „Manchmal erzählt nur der Gegenschuss die Wahrheit.“
Den verborgenen Wahrheiten, die in den abgewandten Kehrseiten der Wirklichkeit schlummern, ist Wim Wenders seit vielen Jahren auf der Fährte. In den kargen Sehnsuchtslandschaften, die sich in seinen Filmen wie dem vielfach preisgekrönten Roadmovie „Paris, Texas“ (1984) ebenso ausdehnen wie in seinen Fotografien, fließt die Zeit in verlangsamtem Tempo.
Es sind Orte, denen das Warten innewohnt: verlassene und verlorene Gegenden, in denen die Zeichen früheren menschlichen Seins noch wie flüchtige Nachbilder erkennbar sind.
Gegen das Vergessen und Verschwinden gerichtet
Laut Wenders enthalten „Landschaften und Orte das Bedürfnis in sich, erzählt,
festgehalten und weitergezeigt zu werden.“ Seine gegen das Vergessen und Verschwinden gerichteten Fotografien, in denen die Landschaften und Orte vor der Auflösung bewahrt werden, sind auf seinen zahlreichen Reisen rund um den Globus von Ostdeutschland bis Armenien, Italien und Südostasien, vom Westen der USA bis Südamerika und Australien
entstanden.
Aber auch auf Erkundungen von Metropolen wie São Paulo, Moskau, oder Tokio und in der Hauptstadt Berlin, wo er wohnt, wurde der 1945 in Düsseldorf geborene, passionierte Augenmensch mit Sinn für die leisen Zwischentöne der Realität fündig.
Ein „eingebauter Radar“ führt ihn nach eigener Aussage in solche Ecken der
Welt, „die entweder sonderbar ruhig oder auf eine ruhige Art sonderbar sind“. Die ihnen implizit eingeschriebenen Geschichten setzt Wenders in seinen Bildern frei.
"Orte, seltsam und still" im Fokus des fotografischen Werks
Der Titel seiner jetzigen Ausstellung, die sich in den weitläufigen Räumen der Sammlung Falckenberg in Harburg über drei Stockwerke erstreckt, deutet auf genau diese „Orte, seltsam und still“, die im Fokus seines fotografischen Werks stehen und auch sein filmisches Schaffen durchwirken.
Losen Werkgruppen folgend, strahlen die oft menschenleeren oder nur sparsam
bevölkerten Szenen in der gezeigten Auswahl von Arbeiten eine kontemplative Stimmung aus. Diese prägt auch die markante Ansicht leerer Stuhlreihen in einem improvisierten Open-Air-Kino in Palermo, wo gerade keine Vorführung läuft.
Das in einem von Palmen durchbrochenen, städtisch umrahmten Nirgendwo befindliche Arrangement aus knallorangefarbenem Gestühl hat die magische Energie des Surrealen. In der Schwebe zwischen Tag und Traum erscheinen auch die japanischen Seestücke im sanften Dämmerlicht.
Immer wieder im Parcours der Ausstellungsräume in Durchblicken auftauchend, rufen sie jenes Ziehen in der %Seele hervor, das auch die von Schattenwürfen erfassten Kleinstadtfassaden des amerikanischen Malers der Melancholie Edward Hopper bestimmt.
Wenders gibt dem Beiläufigen, Flüchtigen Gewicht
Wim Wenders hat eine atmosphärisch nicht minder %intensive Situation an einer einsamen Straßenecke in Butte, Montana, eingefangen. Den schiefen Laternenmast, der dort neben einem winzigen roten Feuerhydranten steht, so schreibt Wenders in einer Notiz dazu, habe angeblich ein Einheimischer mit seinem Pick-up-Truck verbogen. Eine Legende des Alltags, fotografisch festgehalten.
Wenders gibt dem Beiläufigen, Flüchtigen Gewicht und lässt das Schwere zugleich so
leicht erscheinen wie der helle Dunst über der maroden Siedlung unweit des stillgelegten Riesenrads irgendwo in Armenien. Die fotografischen Arbeiten sind ein eigenständiger Strang in dessen Werk und enthalten doch immer erzählerische Momente, die eigene Filme in den Köpfen der Betrachter auszulösen vermögen.
Es sind Bilder von Landschaften und Orten, die auch in absentia von den Menschen
sprechen, die sie bewohnt und durchschritten haben. Wie Wenders im Buch zur Ausstellung feststellt, begibt er sich in fremden Städten und Ländern gern auf Friedhöfe. „Nicht, um mehr über die Toten zu erfahren, sondern um Auskunft über die Lebenden zu erhalten.
Ein Motiv: Menschen in ihrer kollektiven Lebensbewältigung
Die Ansichten aus den USA, von den Golanhöhen, aus Armenien oder Japan eint eben
dieses unterschwellig spürbare Anliegen des Künstlers, die Menschen in ihrer Eigenheit, aber auch in ihrer kollektiven Lebensbewältigung, ihren Wünschen und Hoffnungen, ihrem Scheitern und Vorwärtsgehen sichtbar werden zu lassen.
Auch wenn sie an den seltsamen, stillen Orten, die Wenders besonders anziehen, oftmals fehlen, hinterlassen sie überall in dessen Werk ihre Spur.
Wim Wenders, der als Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg
lehrt und dessen experimenteller Tanzfilm „Pina“ kürzlich für einen Oscar nominiert wurde, bewahrt diese Spur in unserer beschleunigten Zeit kraft seiner Poesie der Langsamkeit vor der Verflüchtigung
Die Ausstellung ist im Rahmen von Führungen zugänglich (jeweils Mi./Do.: 18
Uhr, Fr.: 17 Uhr, Sa./So.: 11 Uhr und 15 Uhr). Anmeldung erforderlich. Deichtorhallen Hamburg / Sammlung Falckenberg, Phoenix Fabrikhallen, Wilstorfer Straße 71, Tor 2, 21073 Hamburg-Harburg. Anmeldung: www.sammlung-falckenberg.de
Labels:
Armenien,
Art,
Art Club Caucasus International,
Belinda Grace Gardner,
Die Welt,
Exhibition,
Germany,
Hamburg,
Photographer,
Photography,
Wim Wenders
Location:
Hamburg, Deutschland
Tuesday, October 25, 2011
PHOTOGRAPHIE: Hamburg: Davide Monteleone in der FREELENS Galerie (fotoinfo.de)
Quelle: fotoinfo.de/freelens04.11.-23.12.2011 Hamburg FREELENS Galerie
Davide Monteleone: Red Thistle
Eröffnung: Donnerstag, 03.11.2011, 19.00 Uhr
Davide Monteleone, Gewinner des European Publishers Award 2011 und des FreeLens-Award 2010, stellt erstmals seine Fotografien aus der Serie "Red Thistle – the Northern Caucasus Journey" in Deutschland aus.
Das Buch zur Ausstellung "Red Thistle – the Northern Caucasus Journey" erscheint Anfang 2012
Davide Monteleone: Red Thistle
”Red Thistle” – Die rote Distel ist das Symbol der kaukasischen Kämpfer und als solches auch ein Zeichen für Unabhängigkeit und Freiheit in einer Region, die schon seit Jahrhunderten umkämpft ist. Anfang 2008 hat Davide Monteleones lange Reise durch den Nordkaukasus begonnen. Sein Ziel war es, mit der Fotokamera zu erforschen, wie man an einem Ort leben kann, wo Explosionen, Entführungen und Extremsituationen alltäglich geworden sind. Gefunden hat er Menschen in einem Wartezustand, hoffend auf Veränderung, auf Demokratie, Modernität und vor allem Normalität. Monteleones Fotografien vermitteln dem Betrachter ein Gefühl des Innehaltens im Zentrum des Geschehens, das sich jeden Moment zum Guten oder zur Katastrophe wenden kann.
Von Davide Monteleones Farbaufnahmen geht eine poetische Kraft aus, eine Magie des Alltags, welche die grausame Wirklichkeit mancher Bilder fast vergessen macht. Rebellen tauchen aus dem dunklen Grün der Bilder auf – auch wenn sie außer dem Fotografen keiner zu sehen bekommt, sind sie doch allgegenwärtig. ”Trotz der atemberaubenden Schöhnheit des Landes, ist die gesamte Situation extrem klaustrophobisch”, beschreibt Davide Monteleone seinen Eindruck. Daher sei das Auge gezwungen, auf die Detals im Gegensatz zum Ganzen zu achten. Eben diese kleinen, beobachteten Details geben seine Fotografien wieder und erheben sie durch die Fotografie zu Symbolen des Widestands und (Vor-)Zeichen des Kommenden.
Davide Monteleone, geboren 1974, lebt in Italien und Russland. Nach Abschluss seines Fotografiestudiums zieht er 2001 nach Moskau, von wo aus er für zahlreiche, führende Magazine und Zeitungen weltweit berichtet, seit 2003 als Korrespondent der Agentur Contrasto. Heute wird er vertreten von VII Photo. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet u.a. World Press Photo 2007 und 2009, The International Photo Award 2008.
Text: PM Freelens
Das Buch zur Ausstellung ”Red Thistle – the Northern Caucasus Journey” erscheint Anfang 2012:
Davide Monteleone:
Red Thistle: A Northern Caucasus Journey
Dewi Lewis Publishing, Februar 2012
gebunden, 144 Seiten, EUR 36,99
ISBN 978-1907893162
04.11.-23.12.2011 Hamburg FREELENS Galerie
Davide Monteleone: Red Thistle
FREELENS Galerie
Steinhöft 5
D-20459 Hamburg
www.freelens.com
www.facebook.com/freelens.germany
Öffnungszeiten: Montag – Freitag von 11.00 – 18.00 Uhr
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Thursday, September 29, 2011
LESUNG: Der Kaukasus von innen und außen (romanfabrik.de)
Thomas Berscheid, Helga Kurzchalia, Nino Haratischwili und Zaza Burchuladze
Samstag, 15.10.2011 — 20.00 Uhr Der Kaukasus von innen und außen
Erneut veranstaltet der Literatursalon Euterpe in der Romanfabrik einen Literaturabend. Das Thema lautet dieses Mal: Der Kaukasus von innen und außen. Vier Autoren (Thomas Berscheid, Köln; Helga Kurzchalia, Berlin; Nino Haratischwili, Hamburg; ZaZa Burchuladze, Tbilisi), die aus ihren Werken lesen werden, zeigen die Entwicklung der modernen Literatur Kaukasiens und speziell Georgiens. Die Veranstaltung ergänzt das Programm, mit dem sich die Republik Georgien auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt präsentieren wird ("Have a look at Georgia", 12. Oktober 2011). Durch das Zusammenwirken von Schriftstellern aus Deutschland und Georgien sollen die unterschiedlichen Perspektiven fokussiert werden, die für die auf Georgien bezogene Gegenwartsliteratur charakteristisch sind.
Eine Gastveranstaltung des Georgischen Kulturforums e.V.
TEXT 20:00 Uhr Eintritt 5 Euro
Reservieren Sie jetzt Karten:Telefonisch unter 069/49084829 oder per E-Mail...
Samstag, 15.10.2011 — 20.00 Uhr Der Kaukasus von innen und außen
Erneut veranstaltet der Literatursalon Euterpe in der Romanfabrik einen Literaturabend. Das Thema lautet dieses Mal: Der Kaukasus von innen und außen. Vier Autoren (Thomas Berscheid, Köln; Helga Kurzchalia, Berlin; Nino Haratischwili, Hamburg; ZaZa Burchuladze, Tbilisi), die aus ihren Werken lesen werden, zeigen die Entwicklung der modernen Literatur Kaukasiens und speziell Georgiens. Die Veranstaltung ergänzt das Programm, mit dem sich die Republik Georgien auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt präsentieren wird ("Have a look at Georgia", 12. Oktober 2011). Durch das Zusammenwirken von Schriftstellern aus Deutschland und Georgien sollen die unterschiedlichen Perspektiven fokussiert werden, die für die auf Georgien bezogene Gegenwartsliteratur charakteristisch sind.
Eine Gastveranstaltung des Georgischen Kulturforums e.V.
TEXT 20:00 Uhr Eintritt 5 Euro
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Monday, January 03, 2011
MAGAZIN: Zeitschrift einBLICK Georgien - Hrsg. v. Dr. Frank Tremmel, Marika Lapauri-Burk (einblickgeorgien.blogspot.com)
Wir sind von der Notwendigkeit einer intensivierten Übersetzungstätigkeit, die es der deutschsprachigen Gesellschaft ermöglicht, an primäre Quellen zu gelangen, überzeugt.
Auf das Projekt legen wir im Sinne unseres Satzungsziels, der Völkerverständigung, großen Wert. Wir möchten unsere Themen in einen modernen Kontext stellen und mit dieser spannenden und anregenden Gedankenwelt am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen.
Wir gehen davon aus, dass nach der langen Zeit des `Eisernen Vorhangs´ und der komplizierten Phase danach, der wissenschaftliche Austausch zwischen Deutschland bzw. Westeuropa und den jeweiligen Ländern, hier konkret Georgien, schwierig war. Mit dem Zeitschrift einBLICK Georgien möchten wir ein Format schaffen, durch das wissenschaftlich-publizistische Artikel für ein interessiertes Publikum zugänglich gemacht werden.
Verlag ARSI
ISSN 2191-1053
c/o Marika Lapauri-Burk
Max-Brauer-Allee 68
22765 Hamburg
Tel/Fax: +49 40 389 2222
E-Mail: info@lile.de
Frank-Tremmel@t-online.de
Bestellungen
per Fax +49 40 389 2222
oder
E-Mail: info@lile.de
Internet: einblickgeorgien.blogspot.com
EZ Preis 5,00 Euro zzg. Versand
Beim Bestellen von allen 4 Zeitschriften (so lange der Vorrat reicht) beträgt der Preis 10,00 Euro zzg. Versand
Beim Bestellen von mehr als 5 Exemplaren der aktuellen Ausgabe wird ein Rabatt von 20% gewährt.
Auf das Projekt legen wir im Sinne unseres Satzungsziels, der Völkerverständigung, großen Wert. Wir möchten unsere Themen in einen modernen Kontext stellen und mit dieser spannenden und anregenden Gedankenwelt am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnehmen.
Wir gehen davon aus, dass nach der langen Zeit des `Eisernen Vorhangs´ und der komplizierten Phase danach, der wissenschaftliche Austausch zwischen Deutschland bzw. Westeuropa und den jeweiligen Ländern, hier konkret Georgien, schwierig war. Mit dem Zeitschrift einBLICK Georgien möchten wir ein Format schaffen, durch das wissenschaftlich-publizistische Artikel für ein interessiertes Publikum zugänglich gemacht werden.
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Marika Lapauri-Burk
RÜCKBLICK: Jahresbericht 2010 - Deutsch-Kaukasische Gesellschaft e.V. - Lile e.V. (lile.de)
* Tourneen in Europa mit dem Antchis - Chati - Chor.* 13.08.2010 Aufräumarbeiten in Kissiskhevi. Zusammen mit dem Partnerverein "Our Village" in Kissiskhevi
* 13.09.2010 Lieder aus Georgien. Mit Nana Mjavanadze, Imke McMurtrie und Mme. Bray. In Zusammenarbeit mit GEOVINO Hamburg
* Projekt Sioni Kirche in Ateni: Sicherungskonzepte. Arbeitstreffen und Vortrag mit Prof. R. Barthel (TU München)
* Projekt "ZUSCHAUER RÄUME" von Giwi Margwelaschwili
* Zeitschrift Einblick-Georgien Dezember/Januer 2010 IV
Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freunde von Lile,
Im Jahr 2010 haben wir folgende Veranstaltungen / Aktionen durchgeführt:
* Deutschland / Österreich Tournee des Antchis - Chati - Chores im Mai 2010
Seit unser Gründung 1999 organisieren wir mit dem Antchis - Chati - Chor Tourneen in Europa. Bis jetzt ist es uns jedes Jahr gelungen, wichtige Partner für unsere Musikprojekte zu gewinnen. Durch diese Tourneen sind weitere Projekte entstanden, wie die Produktion einer Doppel CD (2003 zusammen mit RAUMKLANG), die bis heute als beste Dokumentation über georgische Musik auf dem Markt ist, oder die Vortrags- und Konzerttournee in Kooperation mit 8 deutschen Universitäten. Wir können stolz darauf sein, einen beachtlichen Beitrag geleistet zu haben, um die georgische Polyphonie in Europa bekannt zu machen.
Diesmal hatten wir wieder ein renommiertes Festival als Partner, das Leipziger "A Cappella Festival". Das Konzert wurde vom DLF live mitgeschnitten und im Juli gesendet. Außerdem gab es eine sehr gute Presse. Eines der Highlights war das Benefizkonzert zu Gunsten der Flüchtlinge des Krieges 2008 im Ernst Barlach Haus in Hamburg. Die Kosten für das Konzert hat die Familie Reemtsma als Förderer des Ernst Barlach Hauses übernommen. Hierfür unser herzlicher Dank. Als Ergebnis haben wir dann am 13.Juli ein Konzert im Flüchtlingsdorf in Georgien unter freiem Himmel gegeben. Die neue Botschafterin von Georgien in der Bundesrepublik, Frau Gabriela von Habsburg, hat die Veranstaltung besucht. Die Moderation übernahm Marika Lapauri-Burk.
Obwohl wir durch diese Arbeit viele wertvolle Kontakte knüpfen konnten, überfordert sie uns langfristig doch. Deshalb möchten wir unser eigenes Engagement in diesem Bereich zurückfahren. Wir konnten aber unsere Kontakte an eine Agentur weitergeben, die sicher stellt, dass die begonnene Arbeit weitergeführt wird.
* 13.08.2010 Aufräumarbeiten in Kissiskhevi
Das Projekt zur Sanierung der Kirche in Kissiskhevi konnten wir zusammen mit der auf Denkmalschutzprojekte spezialisierten Firma "Die Bauhütte" durchführen. Diese hatte das Sanierungskonzept ausgearbeitet, Materialforschungen durchgeführt und Begleitung des Projektes vor Ort übernommen.
Das Projekt lief leider trotz sehr guter Voraussetzungen schleppend. Ursache war auch das mangelnde Verständnis für solch komplexe Planungsvorgänge auf Seiten unseres georgischen Partners. Das Projekt sollte schon 2009 beenden sein. Im diesem Sommer haben wir dann eine sehr unordentlich verlassene Baustelle mit viel Baumüll vorgefunden, die wir mit den Mitgliedern des Vereins "Our Village" und anderen Dorfbewohnern aufgeräumt haben. Positiv zu verzeichnen ist lediglich, dass trotz des langsamen und problematischen Ablaufs an der Kirche keine weiteren Schäden entstanden. Wir hoffen deshalb trotzdem auf einen guten Abschluss.
Bis jetzt ging es um die Instandsetzung des Gebäudes. Unser Ziel ist, auch die Innenarbeiten zu Ende zu führen und den Hof neu zu gestalten. Wir werden versuchen, hierzu in 2011 einen Antrag bei der georgischen Denkmalschutzbehörde zu stellen. An einer entsprechenden Dokumentation arbeiten wir z. Zt. zusammen mit der Firma "Die Bauhütte".
Anlässlich dieses Projektes zur Sanierung der Kirche in Kissiskhevi konnten wir helfen, den Verein "Our Village" in Kissiskhevi zu gründen.
* 13.09.2010 Lieder aus Georgien. Mit Nana Mjavanadze, Imke McMurtrie und Mme. Bray. In Zusammenarbeit mit GEOVINO Hamburg
Zu Frau Imke McMurtrie halten wir schon seit langem guten Kontakt. Sie ist eine große Unterstützerin bei der Popularisierung der georgischen Musik.
Der Abend bei Geovino, dem neuen, auf georgische Weine spezialisierten Laden in Hamburg (www,geovino,de), war gut besucht und ist sehr gut gelaufen.
Wir freuen uns, auch in Zukunft mit Geovino einige georgische Abende oder Veranstaltungen zusammen zu gestalten und empfinden diesen Ort als eine wertvolle Bereicherung des georgischen Lebens in Hamburg.
* Projekt Sioni Kirche in Ateni: Sicherungskonzepte. Arbeitstreffen und Vortrag mit Prof. R. Barthel (TU München) in Tbilissi.
Das Projekt an der Sioni Kirche in Ateni weitete sich in den letzten Jahren immer mehr aus und wurde leider auch immer komplexer.
Ging es zunächst nur darum, die großzügige Spende eines deutschen Unternehmers zur Sanierung der Fresken in die richtigen Bahnen zu leiten, so stellte sich bald heraus, dass zuvor erhebliche Sicherungsmaßnahmen am Kirchengebäude selbst erforderlich sind. Wir konnten als Fachleute hierzu die Professoren Emmerling und Dr. Barthel von der TU München gewinnen, die uns mit sehr viel Engagement Lösungswege sowohl in statischer als auch restauratorischer Hinsicht geben konnten.
Natürlich kann ein solches Projekt nur in enger Zusammenarbeit mit dem georgischen Denkmalamt und dem Patriarchat durchgeführt werden. Nachdem uns im Jahr 2008 der Krieg bremste, waren in den vergangenen beiden Jahren viele Gespräche notwendig, um alle Beteiligten auf das technisch und künstlerisch Notwendige einzustimmen.
Hierzu fand in diesem Sommer ein Vortrag von Dr. Rainer Barthel in Tbilissi statt, der das erste Mal in einem größeren Rahmen die wichtigsten Aspekte zur Sicherung der Kirche darstellte. Diese Veranstaltung war sehr gut besucht und stimmt uns für die Zukunft zuversichtlich. Dennoch erfordert dieses Projekt weit mehr Aufwand, als wir ursprünglich erwartet hatten.
Interessenten senden wir gerne weitere Informationen zu.
* Projekt "ZUSCHAUER RÄUME" von Giwi Margwelaschwili
Das Projekt ist für uns deshalb so wichtig weil es die einzigartige Philosophie von Giwi Margwelaschwili dokumentiert und künstlerisch darstellt. Ausgangspunkt ist das bei der Veranstaltung auf der Fleet - Insel von Niko Tarielaschwili und Marika Lapauri-Burk aufgenommene Filmmaterial.
Darauf aufbauend wurde das oben stehende Theaterstück von Giwi Margwelaschwili ausgearbeitet (Redaktion Dr. Frank Tremmel, Marika Lapauri-Burk).
Zurzeit ist die Post-Produktion in Arbeit.
Mitarbeiter dabei sind auch Gia Lapauri-Burk und Dato Malazonia (Musik). Z. Zt. führen wir noch Gespräche, wo wir das Projekt platzieren können, um für die Post-Produktion finanzielle Unterstützung zu bekommen.
Das Projekt hat die Kulturbehörde mit 3.000,00 € bezuschusst, 500,00 € waren eine Spende des Schweizer georgischen Vereins, 1000,00 € eine private Spende. Ein vergleichbares Projekt würde normalerweise mindestens 25.000 Euro kosten. Schon jetzt vielen Dank allen, die uns hier unterstützt haben.
* Zeitschrift Einblick-Georgien Dezember/Januar 2010 IV
Mit dem Heft setzten wir unsere Verlagsarbeit fort. (Dr. Frank Tremmel, Marika Lapauri-Burk) Dieses Projekt betrachten wir als eine der wichtigsten Vereinsarbeiten. Wir haben das graphische Layout mit Hilfe von Niko Tarielaschwilis weiter verbessert. Das Konzept der Zeitschrift ist unverändert: Wir versuchen, exklusive Texte abzudrucken, die über die aktuellen Geschehnisse hinaus informieren. Dies ist das einzige Magazin mit diesem Niveau in einer europäischen Sprache. Trotz vieler Arbeit, die wir ohne jegliche Finanzierung geleistet haben, war es nicht möglich den Ausgaberhythmus beizubehalten. Die redaktionelle Arbeit und der Druck wurde zwar dieses Jahr abgeschlossen, aber das Heft wird erst ab Januar erhältlich sein.
Hierzu bitten wir um Unterstützung, was die Verbreitung des Heftes angeht. Wir können nicht nachvollziehen, warum die georgische Seite uns hierbei nicht unterstützt. Das Heft ist bis jetzt in der EU konkurrenzlos.
Am aufwendigsten ist die Übersetzungsarbeit. an dieser Stelle danken wir noch einmal Nana Tschelidze –Jacques und Tengiz Khatschapuridze, die uns 2 anspruchsvolle Texte ohne Honorar übersetzt haben. Unser Dank geht auch an Niko Tarielaschwili, der uns erneut mit seiner Graphik und Recherchearbeit so herzlich geholfen hat, als ob es ihm eine besondere Freude wäre, mehrere Stunden zu arbeiten und Probleme zu beseitigen.
Also, bei diesem Projekt ist allerhand zu tun und wir freuen uns über jede weitere Unterstützung.
Zum Schluss möchten wir noch einmal an die Zahlung der Mitgliedsbeiträge erinnern. Sie stellen die einzigen finanziellen Mittel dar, die wir ohne konkrete Zweckbindung für die Vereinsarbeit einsetzen können.
Anlässlich einer privaten Geburtstagsfeier (Marika Lapauri-Burk) kam eine Sammlung zustande, die 400,00 Euro für das Kirchenprojekt in Kissiskhevi erbrachte. Es wäre schön, wenn das eine Tradition von Lile-Freunde werden sollte.
Wir danken Ihnen für Ihr Interesse und wünschen Ihnen ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2011.
Hamburg im Dezember 2010
Lile e.V.
Marika Lapauri - Burk & Andreas Blendinger
Sunday, July 25, 2010
INTERVIEW: "Eine spannende Odyssee" - Prosa- und Theaterautorin Nino Haratischwili (taz.de)
Vergeblich habe ich heute in taz.de den Artikel der Wochenendbeilage "Arsenikblüten und Selbstironie" über die in Hamburg lebende georgische Autorin Nino Haratischwili und ihres neuen Romans über ein selbstmordauslösende Buch gesucht. Abgründe faszinieren die Autorin - allerdings mit gebotener literarischer Distanz. (Von Nina Apin).
hier aber stattdessen ein Interview mit der Autorin vom Oktober letzten Jahres:
DAS MONTAGS-INTERVIEW
"Eine spannende Odyssee"
Über die Ungeduld ihrer Landsleute wird sie schon manchmal wütend, auch über die Dominanz der Familie, mit der jede Entscheidung abgesprochen werden muss. Aufgeben würde die in Hamburg lebende junge Prosa- und Theaterautorin Nino Haratischwili ihre Heimat Georgien aber nie.
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Tuesday, June 29, 2010
AUSSTELLUNG: Malerei des Georgischen Künstlers Giorgi Dundua am 2. Juli (dundua.de)

Eröffnung am Freitag, den 2.7. 2010 in Hamburg
Ausstellungsort: Weinladen "GeoVino - Weine und Spezialitäten aus Georgien"
www.geovino.de
Webseite von Gio unter www.dundua.de
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Thursday, May 27, 2010
DISKUSSION: Die "Östliche Partnerschaft" das neue Nachbarschaftsprogramm der Europäischen Union
Öffentliche Podiums- und Diskussionsveranstaltung
Im Mai 2009 wurde die 'Östliche Partnerschaft' von der Europäischen Union und Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldawien und der Ukraine verabschiedet. Das Programm zielt vor allem auf ökonomische Reformen in diesen Partnerländern ab. Konkrete erste Projekte sind u. a. ein integriertes Grenzverwaltungsprogramm, Förderung regionaler Strommärkte, der Energieeffizienz und erneuerbarer Energieträger.
Wie weit sind die genannten Projekte gediehen? Wie steht es um die Kooperation der Partnerländer miteinander? Inwiefern sind Drittländer beteiligt?
Veranstalter: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg und dem Ost- und Mitteleuropaverein Hamburg
Der Eintritt ist kostenfrei.
WO: Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg.
WANN: Donnerstag, 27. Mai 2010, 19.30 bis 21.30 Uhr
Im Mai 2009 wurde die 'Östliche Partnerschaft' von der Europäischen Union und Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldawien und der Ukraine verabschiedet. Das Programm zielt vor allem auf ökonomische Reformen in diesen Partnerländern ab. Konkrete erste Projekte sind u. a. ein integriertes Grenzverwaltungsprogramm, Förderung regionaler Strommärkte, der Energieeffizienz und erneuerbarer Energieträger.
Wie weit sind die genannten Projekte gediehen? Wie steht es um die Kooperation der Partnerländer miteinander? Inwiefern sind Drittländer beteiligt?
Veranstalter: Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg und dem Ost- und Mitteleuropaverein Hamburg
Der Eintritt ist kostenfrei.
WO: Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg.
WANN: Donnerstag, 27. Mai 2010, 19.30 bis 21.30 Uhr
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Thursday, April 08, 2010
THEATER: Nina Mattenklotz, Hamburg: Radio Universe (kampnagel.de)
SCHAUSPIEL MI 07.04. / DO 08.04. / SA 10.04. / SO 11.04. / DI 13.04. / MI 14.04. / DO 15.04. K2
Die junge georgische Autorin Nino Haratischwili und die junge deutsche Regisseurin Nina Mattenklotz schreiben unter dem Eindruck des Blitzkrieges in Georgien im August 2008 Emails zwischen Tiflis und Hamburg – zwei Menschen derselben Generation, in unterschiedlichen Realitäten zur gleichen Zeit. Die Erlebnisse können unterschiedlicher kaum sein: die unmittelbare Bedrohung in Georgien und im fernen Westeuropa die mediengesteuerte Information. Ist es überhaupt möglich, eine gemeinsame Sprache, ein gemeinsames Erlebnisuniversum zu finden für ein solches Ereignis?
RADIO UNIVERSE ist die Auseinandersetzung mit dieser Frage ein Jahr später. Ausgangspunkt ist die Nacht nach der Katastrophe. Fünf Figuren, fünf lose miteinander verknüpfte Episoden, die alle zum selben Zeitpunkt stattfinden – die Momentaufnahme unterschiedlicher Biografien, vom Kriegsgeschehen überschattet.
Das Projekt begegnet der Frage, wie ein gemeinsamer Erlebnishorizont gefunden werden kann in einer Welt, in der Kommunikation in einem nie da gewesenen Ausmaß möglich ist, in der sich die Erfahrungshorizonte aber trotzdem vor dem Hintergrund von traumatischen Ereignissen grundlegend unterscheiden können und oft kaum vermittelbar erscheinen.
[Text] Nino Haratischwili
[Regie] Nina Mattenklotz
[Bühne] Silke Rudolph
[Kostüme] Lina Antje Gühne
[Musik] Tobias Gronau
[Video] Janos Szeymies
[Produktionsleitung] Andrea Tietz/att
[Ausstattungsassistenz] Daniela Herzberg
[Regieassistenz] Rayka Kobiella
[Hospitanz] Isabell Albrecht
[Mit] Phillip Engelhardt, Yuri Englert, Britta Firmer, Vincent Heppner, Zoe Hutmacher, Susanne Pollmeier
RADIO UNIVERSE ist eine Produktion von Nina Mattenklotz in Koproduktion mit Kampnagel.
Gefördert durch die Behörde für Kultur, Sport und Medien Hamburg und dem Fonds Darstellende Künste e.V.
DO 08.04. 20:00 +++ SA 10.04. 20:00 +++ SO11.04. 20:00 +++ DI13.04. 20:00 +++ MI14.04. 20:00 +++ DO15.04. 20:00
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