(jako.fm) A journey through Georgia's Soviet past
Photographer Maurice Wolf was born in the Netherlands, but spent much of his formative years away from home living in places like Berlin and the United States. Eventually he made his way to Georgia. It was there that he met Helene Veilleux, a French photographer and an aficionado of Soviet architecture. The two formed an instant professional bond. Together, the two founded Brutal Tours, one of the most niche tours in Georgia. Brutal Tours takes you on a journey through the ghosts of Georgia's Soviet past, in which you can witness the melancholic beauty of Josef Stalin's cable car roads, the former glory of a Soviet sanitarium, and even explore the first astronomical observatory built in the former USSR hidden away in the remote hills of Abastumani. Whichever tour you choose, you senses will not be disappointed.
Photographers Maurice Wolf and Helene Veilleux discuss Brutal Tours and their time living in Georgia. © JAKO FM
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Wednesday, February 15, 2017
TRAVEL: A journey through Georgia's Soviet past - with the photographers Helene Veilleux & Maurice Wolf (jako.fm) via @JAKOFM
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Thursday, October 30, 2014
LESUNG: Terror und Traum. Moskau 1937. Von Karl Schlögel. 1.11.2014, 19:00 Uhr in Tbilisi (goethe.de)
Ilia Universität, G-Gebäude, G.Tseretelistr. 3, Auditorium G106
Deutsch und Georgisch
Eintritt frei
Moskau 1937: Die sowjetische Metropole auf dem Höhepunkt der stalinistischen Diktatur. In einem Orkan der Gewalt geht eine Gesellschaft vollständig zugrunde. Karl Schlögel rekonstruiert Monat für Monat, wie sich der Terror eines Notstandsregimes zum "Großen Terror" steigerte, dem binnen eines Jahres anderthalb Millionen Menschen zum Opfer fielen. Doch damit ist noch nicht die ganze Geschichte erzählt: Im Schatten des Terrors will das Regime um Stalin eine neue Gesellschaft aufbauen. Gestützt auf zahllose Dokumente, vergegenwärtigt Schlögel in seinem historischen Meisterwerk eine Zeit, in der Terror und Traum fließend ineinander übergingen.
Karl Schlögel, geboren 1948, hat an der FU Berlin, in Moskau und St. Petersburg Philosophie, Soziologie, Osteuropäische Geschichte und Slawistik studiert. Er ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Schlögel ist Autor und Herausgeber u.a. der Bücher: "Moskau lesen. Die Stadt als Buch"; "Das Wunder von Nishnij oder die Rückkehr der Städte"; "Der Große Exodus. Die russische Emigration und ihre Zentren 1917-1941"; "GO EAST oder die zweite Entdeckung des Ostens".
Tuesday, October 07, 2014
FILM & CROWDFUNDING: Tschetschenischer Kinoabend in Berlin - Crowdfunding-Aktion - „Erinnern verboten“ („Prikazano zabyt'“, 2014) . Von Hussein Erkenow
Am Donnerstag, dem 23. Oktober 2014, um 19 Uhr wird im Kino Krokodil der Regisseur Hussein Erkenow seinen Film vorstellen.
In seinem Spielfilm „Erinnern verboten“ („Prikazano zabyt'“, 2014) nimmt sich Hussein Erkenow einer traumatischen Geschichte an. Im kalten Februar 1944 sollen auf Stalins Befehl alle Tschetschenen nach Zentralasien deportiert werden. Viele, darunter auch das Liebespaar Daud und Seda, können sich in den Bergen verstecken. Als sie jedoch in ihr
Heimatdorf Haibach zurückkehren, ist es zerstört und menschenleer...
In den letzten Jahren kommen viele tschetschenische Flüchtlinge nach Deutschland. Wollt ihr mehr über die Geschichte
Tschetscheniens und das Land heute erfahren? Mit dem Projekt zErinnern verbotenoe wollen wir den in Russland verbotenen Film aus Tschetschenien in Berlin zeigen.
Damit der Regisseur nach Berlin reisen kann, haben wir eine Crowdfunding- Kampagne gestartet:
Video Prikazano zabyt from Dorothee Riese on Vimeo.
startnext.de
Video Prikazano zabyt from Dorothee Riese on Vimeo.
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Als Dankeschön für die Unterstützung gibt es Eintrittskarten, vom Regisseur signierte DVDs oder sogar eine Einladung zu einem nordkaukasischen Buffet in Berlin und vieles mehr. Ihr könnt das Projekt mit einem Beitrag unterstützen. Toll ist es auch, wenn ihr euch auf der Webseite als zFansoe eintragt und den Link an Freund_innen und Bekannte weiterleitet.
Schreibt uns gerne, wenn ihr Fragen habt!
Viele Grüße und herzlichen Dank,
Manarsha Isaeva und Dorothee Riese
--
Zur Filmvorführung:
Am Donnerstag, dem 23. Oktober 2014, um 19 Uhr wird im Kino Krokodil der Regisseur Hussein Erkenow seinen Film vorstellen. Im Anschluss gibt es ein Gespräch mit dem Regisseur. Das historische Drama "Erinnern verbotenoe ("Prikazano zabyt'", 2014) nimmt sich einer traumatischen Geschichte an. Im kalten Februar 1944 befiehlt Stalin die Deportation der Tschetschenen nach Zentralasien. Viele, darunter auch das Liebespaar Daud und Seda, können sich in den Bergen verstecken. Als sie jedoch in ihr Heimatdorf Haibach zurückkehren, ist es zerstört und menschenleer. In der Sowjetunion war es verboten zu erzählen, was mit den Dörflern geschah. Erkenow unternimmt einen ersten Versuch das Schweigen zu brechen. zErinnern verbotenoe, der auf dem Moskauer Filmfestival im Juni 2014 für Aufmerksamkeit sorgte, wurde unter dem Vorwurf, der Film schüre interethnischen Hass und es handele sich um eine historische "Fälschung", vom russischen Kulturministerium nicht für den Filmverleih freigegeben. Die Veranstaltung wird unterstützt von der Gesellschaft für Bedrohte Völker.
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Wednesday, April 30, 2014
INTERVIEW: Peter Voß fragt Jörg Baberowski: Peter Voß fragt Jörg Baberowski (3sat.de)
(3sat.de) "Die Ukraine (war) das Kernland des alten Imperiums. Der russische Gründungsmythos beginnt in Kiew", sagt der Historiker Jörg Baberowski. Was hat die Vergangenheit mit der aktuellen Krimkrise zu tun? Wie hat der Westen beim Konflikt in der Ukraine versagt?
Stalin und der Stalinismus ist ein ewiges Leit- und Leidthema der jüngeren russischen Geschichte, aber keineswegs nur dieser. Der Osteuropa-Experte Jörg Baberowski hat mit seiner 2012 erschienen Studie "Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt" über die Bedeutung Stalins im stalinistischen Terrorsystem kontroverse Diskussionen ausgelöst. Darin hatte er den Stalinismus als Rückfall in eine archaische Gewaltherrschaft, und damit als Fremdkörper im sowjetischen Modernisierungsprojekt gedeutet. Baberowski erzählt die Geschichte der stalinistischen Gewaltexzesse und beschreibt Stalin als einen Psychopathen und passionierten Gewalttäter.
Die Gewaltherrschaft Stalins
Das bolschewistische Projekt, so die These des Buches, bot eine Rechtfertigung für den Massenmord, aber es schrieb ihn nicht vor. Stalin war Urheber und Regisseur des Terrors. Laut seiner Studie über die stalinistische Herrschaft ließen sich deutliche Parallelen zum Nationalismus erkennen, so zum Beispiel im Ausmaß der Gewalt. Baberowski erforschte in den russischen Archiven, wie grausam Stalin und seine Schergen waren. Bereits 1918 gab es in Russland Konzentrationslager. Nahe Moskau haben vier Leute in einem Jahr 20.000 Menschen erschossen. Die Bolschewisten konnten ihre schwache Machtposition nur durch einen gnadenlosen Krieg gegen die eigene Bevölkerung durchsetzen.
Auf der Leipziger Buchmesse wurde Baberowski in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" ausgezeichnet. Die Jury begründet ihre Bewertung mit der Verbindung von Baberowskis Quellennähe und seiner klugen Kritik tradierter Deutungen. Er widerstehe der Versuchung, die Gewalt zu rationalisieren.
Warum einen ungewollten Staat erhalten?
In der Krimkrise rät Baberowski zu einem Verständnis für Putin und die Mehrheit der Russen. Er wirft dem Westen Europas und der USA vor, das sowjetische Imperium und die Rolle der Ukraine nicht verstanden zu haben. Für die Russen sei die Ukraine der mythische Geburtsort ihres Landes. Die Ukraine sei kein einheitlicher Nationalstaat, und die Krim habe immer eine Sonderrolle gespielt. Gegenüber dem Deutschlandradio Kultur wirft er die provokante Frage auf: "Warum kann die Krim nicht haben, was für die Südtiroler selbstverständlich ist? Wieso soll für alle Zeit ausgeschlossen sein, dass sich der östliche vom westlichen Teil der Ukraine trennt? Solches Recht haben auch Tschechen und Slowaken für sich in Anspruch genommen, und es ist kein Krieg daraus geworden."
Im Konflikt um die Ukraine verweist Jörg Baberowski auf die Autonomie der Südtiroler oder die Trennung von Tschechen und Slowaken. Dies seien Modelle in Westeuropa, die gewaltfrei erprobt wurden. Der Geschichtsprofessor sieht darin eine potentielle Lösung. Auch ein mögliches Auseinanderbrechen der Ukraine hält Baberowski nicht für tragisch, sofern gewalttätige Konflikte verhindert würden. "Der Souverän ist das Volk, und wenn die Mehrheit der Wähler im Osten nicht mehr Teil der Ukraine sein will, dann ist es eben so. Warum sollte man denn einen Staat erhalten, dessen Bürger ihn gar nicht wollen?", äußert er gegenüber der Deutschen Welle.
Die russische Sicht der Dinge
Nicht nur die Krim, sondern auch die Gebiete im Osten der Ukraine sollen sich abspalten dürfen, meint Baberowski. Der Westen habe in der ukrainischen Krise versagt, weil er die Geschichte der Ukraine nicht begreife. "Jetzt tut der Westen so, als könne man die Ukraine in die Nato aufnehmen - das ist naiv", postuliert er im Interview des Deutschlandradios. Die Westukrainer hätten mit Hitler kollaboriert, während die Ostukrainer als Soldaten in der Roten Armee kämpften. Die Geschichtserinnerung sei deshalb im Westen und im Osten grundsätzlich unterschiedlich. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe die Ukraine zu einer Nation werden müssen.
Die provokanten Thesen des Berliner Professors rufen viel Kritik hervor. Baberowski wird Blindheit gegenüber der Existenz einer selbständigen ukrainischen Geschichte vorgeworfen. Er vernachlässige, dass sich in der Ukraine nach über zwanzig Jahren staatlicher Unabhängigkeit eine demokratische Zivilgesellschaft gebildet habe, und übersehe die postsowjetische Generation, die sich nicht mehr in ethnischen, sondern in staatsbürgerlichen Kategorien definiere.
Sehen Sie am Montag, 28. April 2014, 23.10 Uhr ein Gespräch von Peter Voß mit Jörg Baberowski, in dem dieser den Historiker fragt: "Verstehen wir Russland?"
Vita
Jörg Baberowski ist Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität in Berlin. Der 1961 am Bodensee geborenen Historiker studierte Geschichte und Philosophie in Göttingen, erlernte selbstständig die russische Sprache und verfasste Studien über die politische Justiz im ausgehenden Zarenreiche und den Stalinismus im Kaukasus. 2012 erhielt er für sein Buch "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt" den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik".
Sunday, February 02, 2014
VIDEO: Der lange Schatten des Josef Stalin. Von Thomas Johnson, Marie Brunet-Debaines (arte.tv)

Dienstag, 28. Januar um 21:55 Uhr (91 Min.)
Wiederholung am Dienstag, 04.02. um 8:55 Uhr
Video >>>
(arte.tv) Josef Stalin, Russlands berühmtester Macht-haber und einer der grausamsten Diktatoren der Weltgeschichte, ist in seinem Land stets präsent. Sein Schatten begleitet den Alltag selbst 60 Jahre nach seinem Tod. Der Film deckt auf, wer Stalin wirklich war, abseits von Prunk, Pracht und Staatspropaganda.
Der Mythos Stalin lebt wieder auf - und das ausgerechnet in Russland, in dem Land, in dem die Menschen am meisten unter dem Mann gelitten haben, der als einer der grausamsten Diktatoren der Weltgeschichte gilt. 60 Jahre nach seinem Tod instrumentalisieren Teile der Bevölkerung und der Regierung die Ideen des Alleinherrschers, der nach einem sowjetischen Weltreich strebte und die westlichen Demokratien als Erzfeinde bezeichnete.
In seinem Dokumentarfilm setzten sich der Regisseur Thomas Johnson, der jahrelang als Journalist für die Zeitung "Actuel" in der ehemaligen UdSSR gearbeitet hatte, und seine Mitautorin Marie Brunet-Dabaines mit den Widersprüchen und Mysterien des Stalin-Kults auseinander. Dabei stützen sie sich auf die Arbeiten von Historikern und Freiwilligen der Menschenrechtsorganisation Memorial, die sich seit 25 Jahren in der Aufarbeitung des sowjetischen Terrorregimes engagiert. Denn dieses düstere Kapitel der russischen Geschichte wurde so lange verdrängt, dass es heute noch immer durch Köpfe, Gesellschaft und Regierung spukt und die Demokratisierung des Landes gefährdet.
Mit Augenzeugenberichten von GULag-Überlebenden und reichhaltigem Archivmaterial trägt der Dokumentarfilm zur Reflexion über die notwendige Dekonstruktion der totalitären Regimes des 20. Jahrhunderts bei.
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Wednesday, December 18, 2013
INTERVIEW: Stalin-Kult in Georgien: "Wir müssen uns trauen, auch unangenehme Fragen zu stellen" (Lasha Bakradze) (tagesspiegel.de)
(tagesspiegel.de) Das Gespräch führte Jana Demnitz
Bildergalerie: Stalin-Verehrung in Georgien
In der Ukraine wurde eine Lenin-Statur erst kürzlich vom Sockel gerissen. In Georgien soll nach nur drei Jahren eine Stalin-Statur wieder aufgestellt werden. Ein Interview über die Stalin-Verehrung mit dem georgischen Historiker Lasha Bakradze.
In Stalins Geburtsstadt Gori erlebt der Besucher ein bizarres Schauspiel. Stalin-Büsten, Stalin-Portraits, Stalin-Fotos. In diesem "Erinnerungsmuseum" werden weder Stalins Verbrechen noch die der kommunistischen Herrschaft ausführlich aufgearbeitet und thematisiert. Dabei wurden allein zwischen 1921 und 1941 72.000 Georgier erschossen und 200.000 deportiert. Wie beurteilen Sie als Historiker das aktuelle Verhältnis der Georgier zu der 70-jährigen sowjetischen Okkupation und Stalin selbst?
Ich glaube, zunächst muss man die kommunistische Ideologie bis zur georgischen Unabhängigkeit 1991 und die Stalin-Ära bis 1953 von einander trennen.
Meiner Meinung nach hat die in Georgien sehr verbreitete Stalin-Verehrung weniger etwas mit einem nostalgischen Rückblick auf die Sowjetzeit und der kommunistischen Herrschaft zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass Stalin ein Georgier war. Das sind ganz primitive Gründe und Verhaltensweisen. Da müssen wir uns gar nichts vormachen. Er war ein starker Georgier, der über ein großes Reich herrschte. Für viele Georgier ist das immer noch ein Grund, stolz zu sein. Sogar die Georgier, die antikommunistisch und antisowjetisch eingestellt waren, haben Sympathien für ihn. Ich habe oft Georgier sagen hören, wir wurden von Stalin unterdrückt und geknechtet, aber zumindest hat er auch das restliche Imperium geknechtet. Das ist einer dieser idiotischen Gründe, warum die Menschen ihn heute immer noch verehren.
Können Sie konkrete Zahlen über die Stalin-Verehrung in Georgien nennen?
Im vergangenen Jahr wurde von der Carnegie Stiftung für internationalen Frieden eine soziologische Umfrage in Russland, Armenien, Aserbaidschan und in Georgien zur Einstellung gegenüber Stalin durchgeführt. In Georgien war das bisher die erste wissenschaftliche Untersuchung dieser Art überhaupt. Demnach haben 45 Prozent der Georgier eine positive Einstellung gegenüber Stalin, 69 Prozent bezeichnen ihn sogar als einen "weisen Anführer". Ich hatte erwartet, dass viele Menschen ihn immer noch sympathisch finden, aber ich hatte nicht erwartet, dass es mehr Georgier als Russen sind. Die Stalin-Verehrung in Russland von rund 28 Prozent hat aber andere Gründe, die zudem vom Putin-Regime sehr gefördert wird. Putin betrachtet Stalin als Hauptfigur der alten Sowjetunion, um den Mythos des starken Führers aufrecht zu erhalten. Für ihn ist das ein Mittel des eigenen Machterhalts.
Wie erklären Sie sich diese mehrheitlich positive Einstellung gegenüber Stalin in Georgien?
Die Georgier haben sich bisher nicht ernsthaft mit Stalins Verbrechen auseinandergesetzt. Es gibt so gut wie keine Bücher auf Georgisch, die Stalin als Massenmörder und seine Verbrechen behandeln. In der Schule lernen die Kinder nicht, was detailliert das Totalitäre an dem Stalin-System war. Dabei forcierte Stalin gerade hier in Georgien auf brutalste Weise die Sowjetisierung. Er wollte Moskau beweisen, er ist kein georgischer Patriot.
In Deutschland begann gleich nach dem Fall des Hitler-Regimes mit den Nürnberger Prozessen die Aufarbeitung des Naziregimes. In den 1960er Jahren fragten die Jungen die Alten, was habt ihr damals eigentlich getan. So etwas gab es weder in der Sowjetunion noch in Georgien nicht. In den 1990er Jahren hatten wir hier fundamentale Probleme. Für diese kritische Aufarbeitung war keine Zeit. Aber auch heute wollen sich immer noch nicht viele Menschen mit dieser traumatischen Stalin-Zeit auseinandersetzen. Es gibt viele Bücher darüber auf Russisch und in anderen Sprachen, aber eben nicht auf Georgisch. Es gibt dazu so wenig Literatur, dass es schon peinlich ist. Wenn an den Schulen, in den Universitäten und auch im Fernsehen ausführlicher über die Verbrechen informiert werden würde, wäre schon viel getan in diesem Land.
Direkt im Zentrum von Tiflis gibt es seit wenigen Jahren das "Museum der sowjetischen Okkupation". Ist dieses Museum, wenn es um eine kritische Auseinandersetzung mit der georgischen Geschichte geht, also nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?
Absolut! Zudem findet in diesem Museum der Okkupationsgeschichte eine komplette Schwarz-Weiß-Malerei statt. Dafür habe ich das Museum auch schon mehrfach kritisiert. Schon der Name sagt ja, wir sind nur okkupiert worden. Das stimmt auch. 1921 wurde Georgien okkupiert und annektiert. Aber alles was danach kam wie die Kollaboration – darüber wird geschwiegen. Aber man kann der Sowjetzeit in Georgien nicht gerecht werden, wenn man sagt, wir sind nur okkupiert worden und ich habe meine Hände in Unschuld gewaschen. Dieses Museum wird der Realität nicht gerecht. Hier in Georgien waren 70 Jahre die Kommunisten an der Macht. Mit Ausnahme von wenigen Menschen haben die meisten mit ihnen kollaboriert. Eine Aufarbeitung wird nicht glücken, wenn wir Georgier uns nicht selbst kritisch fragen, warum das so war.
Sehen Sie dennoch Tendenzen einer schrittweisen Annäherung an dieses Thema?
Es scheint langsam ein Interesse daran zu geben. Vor allem auch in diesem Jahr, wo in verschiedenen Dörfern und Städten Stalin-Denkmäler wieder aufgetaucht sind. Ich habe selbst an mehreren Diskussionen dazu teilgenommen. Solche Debatten und Gesprächsrunden erlebe ich in dieser Form zum ersten Mal in Georgien. Ende der 1980er Jahre während der Perestroika wurde kurzzeitig schon einmal viel darüber geschrieben. Für viele waren das schockierende Geschichten. Mehr als zwanzig Jahre sind seit dem Zerfall der Sowjetunion vergangenen, vielen Menschen geht es langsam wirtschaftlich besser. Jetzt könnte die Zeit für die Aufarbeitung gekommen sein. Wir haben aber auch viel Zeit verloren. Heute leben nur noch sehr wenige Opfer und Täter, die über die Verbrechen in der Stalin-Ära sprechen können. Zusammen mit ein paar Mitstreitern habe ich deshalb die Gruppe "Topographie des Terrors" gegründet. Wir bieten Führungen zu Häusern hier in der Altstadt von Tiflis an, wo wir den Menschen erzählen, was unter der kommunistischen Herrschaft hinter diesen Fassaden passiert ist.
Wie zu besten Sowjetzeiten wird im Stalin-Museum in Gori mit diversen Exponaten an den Diktator erinnert. Was denken Sie über diese Art der Erinnerung?
Es ist ein schockierender Ort. Man überlegt schon seit Jahren, was man mit diesem Museum machen soll. Meiner Meinung nach gibt es jetzt unter der neuen Regierung tatsächlich den politischen Willen, etwas in Gori zu verändern. Im Kulturministerium wurde eine kleine Gruppe von Historikern und Ministeriumsmitarbeitern gegründet, die ernsthaft überlegt, was mit dem Stalin-Museum passieren soll. So grotesk dieses Museum auch ist, in der seit Jahrzehnten nicht veränderten Ausstellungsform ist es auch einmalig. Und diese Einmaligkeit muss bewahrt werden. Aber neben dieser primitiven, geschichtsfälschenden Stalin-Darstellung muss es in Zukunft auch eine parallele Ausstellung dazu geben. Es muss gezeigt werden, wie Geschichte zu Propagandazwecken genutzt wird. Wenn wir das schaffen, dann wird dieses Museum wirklich einmalig sein. Die internationalen Besucher werden auch weiterhin dorthin kommen, aber vor allem wird es eine Bildungsstätte für die Georgier sein.
In wenigen Tagen soll direkt vor dem Museum eine Stalin-Statur aufgebaut werden, die erst vor drei Jahren entfernt wurde. Wird ein in Stein gemeißelter Stalin bald wieder auf die Menschen in Gori hinunter schauen?
Die Statur wurde vor drei Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion beseitigt. Ich war damals dagegen, weil ich der Meinung war, die Menschen müssten erst über Stalins Verbrechen aufgeklärt werden, weil sonst genau das passieren könnte, was jetzt droht. Nach drei Jahren wird Stalin aus irgendeiner dunklen Ecke wieder vorgekramt. Der jetzige Wiederaufbau wäre noch peinlicher, als wenn die Statur bis heute dort stehen geblieben wäre.
Ich hoffe dennoch, dass mehr und mehr Menschen beginnen werden, über die Rolle von Stalin und die Rolle der Georgier im Kommunismus zu diskutieren. Vor allem die jungen Leute müssen verstehen, aus welcher Realität wir kommen. In der Bevölkerung sind immer noch sehr stark die sowjetischen Verhaltensmuster wie Obrigkeitsdenken und Kritiklosigkeit verankert. Über viele Themen wird nach wie vor nicht gesprochen. Daran merkt man, wie viel Sowjetisches in den Köpfen noch vorhanden ist. Wenn wir uns damit nicht auseinandersetzen, werden diese Verhaltensweisen immer weiter fortgesetzt. Man darf vor diesen zum Teil traumatischen Geschichten nicht die Augen verschließen. Wir Georgier müssen uns trauen, auch unangenehme Fragen zur unserer jüngeren Geschichte zu stellen. Wir können nicht in die Zukunft gehen, wenn wir uns dieser Zeit nicht stellen.
Bildergalerie: Stalin-Verehrung in Georgien
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Lasha Bakradze, Historiker und Leiter des georgischen Literaturmuseums in TiflisFoto Jana Demnitz |
In der Ukraine wurde eine Lenin-Statur erst kürzlich vom Sockel gerissen. In Georgien soll nach nur drei Jahren eine Stalin-Statur wieder aufgestellt werden. Ein Interview über die Stalin-Verehrung mit dem georgischen Historiker Lasha Bakradze.
In Stalins Geburtsstadt Gori erlebt der Besucher ein bizarres Schauspiel. Stalin-Büsten, Stalin-Portraits, Stalin-Fotos. In diesem "Erinnerungsmuseum" werden weder Stalins Verbrechen noch die der kommunistischen Herrschaft ausführlich aufgearbeitet und thematisiert. Dabei wurden allein zwischen 1921 und 1941 72.000 Georgier erschossen und 200.000 deportiert. Wie beurteilen Sie als Historiker das aktuelle Verhältnis der Georgier zu der 70-jährigen sowjetischen Okkupation und Stalin selbst?
Ich glaube, zunächst muss man die kommunistische Ideologie bis zur georgischen Unabhängigkeit 1991 und die Stalin-Ära bis 1953 von einander trennen.
Meiner Meinung nach hat die in Georgien sehr verbreitete Stalin-Verehrung weniger etwas mit einem nostalgischen Rückblick auf die Sowjetzeit und der kommunistischen Herrschaft zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass Stalin ein Georgier war. Das sind ganz primitive Gründe und Verhaltensweisen. Da müssen wir uns gar nichts vormachen. Er war ein starker Georgier, der über ein großes Reich herrschte. Für viele Georgier ist das immer noch ein Grund, stolz zu sein. Sogar die Georgier, die antikommunistisch und antisowjetisch eingestellt waren, haben Sympathien für ihn. Ich habe oft Georgier sagen hören, wir wurden von Stalin unterdrückt und geknechtet, aber zumindest hat er auch das restliche Imperium geknechtet. Das ist einer dieser idiotischen Gründe, warum die Menschen ihn heute immer noch verehren.
Können Sie konkrete Zahlen über die Stalin-Verehrung in Georgien nennen?
Im vergangenen Jahr wurde von der Carnegie Stiftung für internationalen Frieden eine soziologische Umfrage in Russland, Armenien, Aserbaidschan und in Georgien zur Einstellung gegenüber Stalin durchgeführt. In Georgien war das bisher die erste wissenschaftliche Untersuchung dieser Art überhaupt. Demnach haben 45 Prozent der Georgier eine positive Einstellung gegenüber Stalin, 69 Prozent bezeichnen ihn sogar als einen "weisen Anführer". Ich hatte erwartet, dass viele Menschen ihn immer noch sympathisch finden, aber ich hatte nicht erwartet, dass es mehr Georgier als Russen sind. Die Stalin-Verehrung in Russland von rund 28 Prozent hat aber andere Gründe, die zudem vom Putin-Regime sehr gefördert wird. Putin betrachtet Stalin als Hauptfigur der alten Sowjetunion, um den Mythos des starken Führers aufrecht zu erhalten. Für ihn ist das ein Mittel des eigenen Machterhalts.
Wie erklären Sie sich diese mehrheitlich positive Einstellung gegenüber Stalin in Georgien?
Die Georgier haben sich bisher nicht ernsthaft mit Stalins Verbrechen auseinandergesetzt. Es gibt so gut wie keine Bücher auf Georgisch, die Stalin als Massenmörder und seine Verbrechen behandeln. In der Schule lernen die Kinder nicht, was detailliert das Totalitäre an dem Stalin-System war. Dabei forcierte Stalin gerade hier in Georgien auf brutalste Weise die Sowjetisierung. Er wollte Moskau beweisen, er ist kein georgischer Patriot.
In Deutschland begann gleich nach dem Fall des Hitler-Regimes mit den Nürnberger Prozessen die Aufarbeitung des Naziregimes. In den 1960er Jahren fragten die Jungen die Alten, was habt ihr damals eigentlich getan. So etwas gab es weder in der Sowjetunion noch in Georgien nicht. In den 1990er Jahren hatten wir hier fundamentale Probleme. Für diese kritische Aufarbeitung war keine Zeit. Aber auch heute wollen sich immer noch nicht viele Menschen mit dieser traumatischen Stalin-Zeit auseinandersetzen. Es gibt viele Bücher darüber auf Russisch und in anderen Sprachen, aber eben nicht auf Georgisch. Es gibt dazu so wenig Literatur, dass es schon peinlich ist. Wenn an den Schulen, in den Universitäten und auch im Fernsehen ausführlicher über die Verbrechen informiert werden würde, wäre schon viel getan in diesem Land.
Direkt im Zentrum von Tiflis gibt es seit wenigen Jahren das "Museum der sowjetischen Okkupation". Ist dieses Museum, wenn es um eine kritische Auseinandersetzung mit der georgischen Geschichte geht, also nur ein Tropfen auf dem heißen Stein?
Absolut! Zudem findet in diesem Museum der Okkupationsgeschichte eine komplette Schwarz-Weiß-Malerei statt. Dafür habe ich das Museum auch schon mehrfach kritisiert. Schon der Name sagt ja, wir sind nur okkupiert worden. Das stimmt auch. 1921 wurde Georgien okkupiert und annektiert. Aber alles was danach kam wie die Kollaboration – darüber wird geschwiegen. Aber man kann der Sowjetzeit in Georgien nicht gerecht werden, wenn man sagt, wir sind nur okkupiert worden und ich habe meine Hände in Unschuld gewaschen. Dieses Museum wird der Realität nicht gerecht. Hier in Georgien waren 70 Jahre die Kommunisten an der Macht. Mit Ausnahme von wenigen Menschen haben die meisten mit ihnen kollaboriert. Eine Aufarbeitung wird nicht glücken, wenn wir Georgier uns nicht selbst kritisch fragen, warum das so war.
Sehen Sie dennoch Tendenzen einer schrittweisen Annäherung an dieses Thema?
Es scheint langsam ein Interesse daran zu geben. Vor allem auch in diesem Jahr, wo in verschiedenen Dörfern und Städten Stalin-Denkmäler wieder aufgetaucht sind. Ich habe selbst an mehreren Diskussionen dazu teilgenommen. Solche Debatten und Gesprächsrunden erlebe ich in dieser Form zum ersten Mal in Georgien. Ende der 1980er Jahre während der Perestroika wurde kurzzeitig schon einmal viel darüber geschrieben. Für viele waren das schockierende Geschichten. Mehr als zwanzig Jahre sind seit dem Zerfall der Sowjetunion vergangenen, vielen Menschen geht es langsam wirtschaftlich besser. Jetzt könnte die Zeit für die Aufarbeitung gekommen sein. Wir haben aber auch viel Zeit verloren. Heute leben nur noch sehr wenige Opfer und Täter, die über die Verbrechen in der Stalin-Ära sprechen können. Zusammen mit ein paar Mitstreitern habe ich deshalb die Gruppe "Topographie des Terrors" gegründet. Wir bieten Führungen zu Häusern hier in der Altstadt von Tiflis an, wo wir den Menschen erzählen, was unter der kommunistischen Herrschaft hinter diesen Fassaden passiert ist.
Wie zu besten Sowjetzeiten wird im Stalin-Museum in Gori mit diversen Exponaten an den Diktator erinnert. Was denken Sie über diese Art der Erinnerung?
Es ist ein schockierender Ort. Man überlegt schon seit Jahren, was man mit diesem Museum machen soll. Meiner Meinung nach gibt es jetzt unter der neuen Regierung tatsächlich den politischen Willen, etwas in Gori zu verändern. Im Kulturministerium wurde eine kleine Gruppe von Historikern und Ministeriumsmitarbeitern gegründet, die ernsthaft überlegt, was mit dem Stalin-Museum passieren soll. So grotesk dieses Museum auch ist, in der seit Jahrzehnten nicht veränderten Ausstellungsform ist es auch einmalig. Und diese Einmaligkeit muss bewahrt werden. Aber neben dieser primitiven, geschichtsfälschenden Stalin-Darstellung muss es in Zukunft auch eine parallele Ausstellung dazu geben. Es muss gezeigt werden, wie Geschichte zu Propagandazwecken genutzt wird. Wenn wir das schaffen, dann wird dieses Museum wirklich einmalig sein. Die internationalen Besucher werden auch weiterhin dorthin kommen, aber vor allem wird es eine Bildungsstätte für die Georgier sein.
In wenigen Tagen soll direkt vor dem Museum eine Stalin-Statur aufgebaut werden, die erst vor drei Jahren entfernt wurde. Wird ein in Stein gemeißelter Stalin bald wieder auf die Menschen in Gori hinunter schauen?
Die Statur wurde vor drei Jahren in einer Nacht- und Nebelaktion beseitigt. Ich war damals dagegen, weil ich der Meinung war, die Menschen müssten erst über Stalins Verbrechen aufgeklärt werden, weil sonst genau das passieren könnte, was jetzt droht. Nach drei Jahren wird Stalin aus irgendeiner dunklen Ecke wieder vorgekramt. Der jetzige Wiederaufbau wäre noch peinlicher, als wenn die Statur bis heute dort stehen geblieben wäre.
Ich hoffe dennoch, dass mehr und mehr Menschen beginnen werden, über die Rolle von Stalin und die Rolle der Georgier im Kommunismus zu diskutieren. Vor allem die jungen Leute müssen verstehen, aus welcher Realität wir kommen. In der Bevölkerung sind immer noch sehr stark die sowjetischen Verhaltensmuster wie Obrigkeitsdenken und Kritiklosigkeit verankert. Über viele Themen wird nach wie vor nicht gesprochen. Daran merkt man, wie viel Sowjetisches in den Köpfen noch vorhanden ist. Wenn wir uns damit nicht auseinandersetzen, werden diese Verhaltensweisen immer weiter fortgesetzt. Man darf vor diesen zum Teil traumatischen Geschichten nicht die Augen verschließen. Wir Georgier müssen uns trauen, auch unangenehme Fragen zur unserer jüngeren Geschichte zu stellen. Wir können nicht in die Zukunft gehen, wenn wir uns dieser Zeit nicht stellen.
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Tagesspiegel
Tuesday, December 03, 2013
LITERATUR: Historisch-literarischen Abend: "Unbekannte Bekannte" zum 100. Geburtstag der aserbaidschanischen Schriftstellerin Nigar Räfibäyli
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kaukasusinteressierte,
in diesem Jahr jährt sich der Geburtstag der aserbaidschanischen Dichterin und Übersetzerin Nigar Chudadat qızı Räfibäyli (1913–1981) zum 100. Mal.
Geboren als Tochter des ersten Gesundheitsministers der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik (1918-1920), gehörte sie mit ihrem Ehemann Rasul Rza zum Kreis jener Literaten der 1930/40er Jahre, die den aserbaidschanischen Realismus in der Literatur und im Filmschaffen prägten und den Gefahren des Stalinschen Regimes ausgesetzt waren. Mit ihren Gedichten setzte sie Traditionen romantischer Lyrik fort, wie sie von Dichterinnen wie Mächsäti Gäncävi oder Natävan gepflegt wurden.
Am Montag, den 09. Dezember 2013, veranstaltet der Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans in Kooperation mit KAD e.V. einen historisch-literarischen Abend anlässlich des Jubiläums der Literatin gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Schriftsteller und Vorsitzenden des aserbaidschanischen Schriftstellerverbandes Anar Rzayev. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und findet im Festsaal der Humboldt Universität (Luisenstr. 56, Berlin-Mitte, Karte) statt. Ich freue mich, Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
+++
PROGRAMM
18:00 bis 21:00 Uhr
Eröffnung und Moderation
Samira Patzer-Ismailova, Vorsitzende des Europakongresses der Aserbaidschaner
Einführungsvortrag zum Leben und Schaffen von Nigar Rafibäyli
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch, HU Berlin
Lesung
Margarete Steinhäuser
Gedichte von Nigar Rafibäyli in musikalischer Umrahmung
Gespräch
„Ohne Euch“ und doch mit ihnen: Familientraditionen der Gesellschaftsreflexion
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch und Theaterregisseur Peter Wittig im Gespräch mit dem Schriftsteller Anar Rzayev
Lesung
Margarete Steinhäuser, Berlin
Erzählung von Anar
Empfang
Veranstalter:
Lehrstuhl „Geschichte Aserbaidschans“ der Humboldt-Universität Berlin, Europakongress der Aserbaidschaner
In Zusammenarbeit mit dem Koordinationszentrum für Aserbaidschanischer in Deutschland
Mit freundlicher Unterstützung von: SOCAR-Germany
--
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften
Stiftungsprofessur Geschichte Aserbaidschans
Sitz: Friedrichstraße 191-193a
10117 Berlin
Raum 5101
Tel.: 030 2093 70577
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in diesem Jahr jährt sich der Geburtstag der aserbaidschanischen Dichterin und Übersetzerin Nigar Chudadat qızı Räfibäyli (1913–1981) zum 100. Mal.
Geboren als Tochter des ersten Gesundheitsministers der Aserbaidschanischen Demokratischen Republik (1918-1920), gehörte sie mit ihrem Ehemann Rasul Rza zum Kreis jener Literaten der 1930/40er Jahre, die den aserbaidschanischen Realismus in der Literatur und im Filmschaffen prägten und den Gefahren des Stalinschen Regimes ausgesetzt waren. Mit ihren Gedichten setzte sie Traditionen romantischer Lyrik fort, wie sie von Dichterinnen wie Mächsäti Gäncävi oder Natävan gepflegt wurden.
Am Montag, den 09. Dezember 2013, veranstaltet der Lehrstuhl Geschichte Aserbaidschans in Kooperation mit KAD e.V. einen historisch-literarischen Abend anlässlich des Jubiläums der Literatin gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Schriftsteller und Vorsitzenden des aserbaidschanischen Schriftstellerverbandes Anar Rzayev. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und findet im Festsaal der Humboldt Universität (Luisenstr. 56, Berlin-Mitte, Karte) statt. Ich freue mich, Sie auf der Veranstaltung begrüßen zu dürfen!
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
+++
PROGRAMM
18:00 bis 21:00 Uhr
Eröffnung und Moderation
Samira Patzer-Ismailova, Vorsitzende des Europakongresses der Aserbaidschaner
Einführungsvortrag zum Leben und Schaffen von Nigar Rafibäyli
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch, HU Berlin
Lesung
Margarete Steinhäuser
Gedichte von Nigar Rafibäyli in musikalischer Umrahmung
Gespräch
„Ohne Euch“ und doch mit ihnen: Familientraditionen der Gesellschaftsreflexion
Prof. Dr. habil. Eva-Maria Auch und Theaterregisseur Peter Wittig im Gespräch mit dem Schriftsteller Anar Rzayev
Lesung
Margarete Steinhäuser, Berlin
Erzählung von Anar
Empfang
Veranstalter:
Lehrstuhl „Geschichte Aserbaidschans“ der Humboldt-Universität Berlin, Europakongress der Aserbaidschaner
In Zusammenarbeit mit dem Koordinationszentrum für Aserbaidschanischer in Deutschland
Mit freundlicher Unterstützung von: SOCAR-Germany
--
Prof. Dr. Eva-Maria Auch
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften
Stiftungsprofessur Geschichte Aserbaidschans
Sitz: Friedrichstraße 191-193a
10117 Berlin
Raum 5101
Tel.: 030 2093 70577
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Saturday, September 28, 2013
GEORGIEN: Täglich grüßt der Diktator. Von Friedrich Zimmermann (zeit.de)
(zeit.de) In Stalins Geburtsort Gori soll ein Denkmal des Sowjetherrschers wieder aufgerichtet werden. Auf Spurensuche in einer seltsamen Stadt. Ein Leserartikel
Im Zug von Tiflis Richtung Schwarzmeerküste. In Gori bin ich der einzige, der aussteigt. Bin nur ich so verrückt, mir den hiesigen Stalin-Kult anzuschauen? Oder sind die Verrückten einfach schon hier? Schließlich will die Stadt die monumentale Statue des Diktators wieder aufstellen, die der georgische Präsident Saakaschwili erst 2010 abreißen ließ. Was ist los mit dieser Stadt?
Der Taxifahrer bringt mich vom Bahnhof in die Innenstadt. Ich frage ihn, wo denn das Denkmal vor drei Jahren gestanden habe. "Genau vor dem Rathaus." Er scheint die Frage zu kennen. Ich steige aus und laufe auf der Stalin-Allee zum Stalin-Museum. Die Gartenanlage des Museums mit Springbrunnen, kleinen Brücken und Kandelabern ist das eigentliche Zentrum von Gori.
Erst einmal frühstücken. In dem neuen Gebäudekomplex hinter dem Museum gibt es ein modernes Restaurant. Kein Stalin-Bild an der Wand. Durchs Fenster sehe ich den Parkplatz. Reisebusse fahren vor, ein paar geländegängige Motorräder mit deutschen Nummernschildern und ein Unimog-Reisewohnmobil aus der Schweiz. Ich fühle mich als Teil dieser Gesellschaft neugieriger Globetrotter.
Als Stalin 1953 starb, war ich 13 Jahre alt. Die Erwachsenen um mich herum meinten damals, eine neue, bessere Zeit würde nun beginnen. Endlich könnten auch die deutschen Kriegsgefangenen zurückgeholt werden. Über die Verbrechen Stalins sprach man nur im Vergleich mit Hitler – wenn überhaupt.
Wo ist denn nun die Stalin-Statue?
Das Schild am Eingang zur Touristeninformation bringt mich zurück ins Heute. Ein kühler, praktisch eingerichteter Raum mit Ladentheke und Regalen. Auch hier kein Stalin an der Wand. Drei junge Frauen lächeln mich an, und ich habe das Gefühl, etwas sagen zu müssen. "Wo wird denn die Stalin-Statue im Moment gelagert?", frage ich. "Gut verschlossen, in einem Tresor!", antwortet eine der Frauen. Ich lache, deute auf den Stadtplan von Gori und frage, wo das Denkmal wieder aufgestellt werden soll. Sie zeigt mir den Standort: in der Parkanlage, direkt vor dem Museum. Nicht vor dem Rathaus, wo sie früher stand. Die Antwort klingt ganz selbstverständlich und ich verabschiede mich einigermaßen verblüfft.
Im Andenken-Laden, gleich hinter dem Museum, gibt es von allem etwas. Kunsthandwerk, Kitsch, Postkarten, Typisches aus der Region. Und wo ist Stalin? Da muss man schon genau hinschauen. Eine Kaffeetasse mit seinem Konterfei wird verkauft und ein T-Shirt mit Stalin neben Ché Guevara. Aber Gipsbüsten, Wandteppiche, Ikonen für den Hausaltar? Fehlanzeige.
Jetzt auf ins Museum. Drinnen ein bombastischer Treppenaufgang. Die Räume sind in sanftes Licht getaucht. Schön chronologisch werden die Stationen aus Stalins Leben vorgeführt, von der Geburtsurkunde bis zur Totenmaske. Man lernt einen sympathischen, außergewöhnlich intelligenten Georgier kennen, der die Welt verändert hat. Von den Opfern des Stalinismus kein Wort.
Zu einem Besuch in Gori gehört selbstverständlich auch die Besichtigung des Geburtshauses. Das gemauerte Häuschen steht unter einem großen Baldachin aus Beton und Glas, wetterfest konserviert für alle Ewigkeit. Stalins Eltern wohnten hier als junges Paar, erklärt die Museumsführerin, drei Jahre lang und zur Miete. So wie hier haben offenbar viele Bewohner des Städtchens im 19. Jahrhundert gewohnt: bescheiden und schlicht, aber nicht elend.
Wären da nicht die Insignien der Sowjetunion in der Glaskuppel, das Haus könnte in jedem beliebigen Freilichtmuseum stehen. So bleibt viel Raum für die Fantasie – und reichlich Gelegenheit für die Identifikation mit dem berühmtesten Georgier der Neuzeit.
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| Das Stalin-Museum in Gori, dem Geburtsort des Sowjetherrschers in Georgien | ©Friedrich Zimmermann |
Der Taxifahrer bringt mich vom Bahnhof in die Innenstadt. Ich frage ihn, wo denn das Denkmal vor drei Jahren gestanden habe. "Genau vor dem Rathaus." Er scheint die Frage zu kennen. Ich steige aus und laufe auf der Stalin-Allee zum Stalin-Museum. Die Gartenanlage des Museums mit Springbrunnen, kleinen Brücken und Kandelabern ist das eigentliche Zentrum von Gori.
Erst einmal frühstücken. In dem neuen Gebäudekomplex hinter dem Museum gibt es ein modernes Restaurant. Kein Stalin-Bild an der Wand. Durchs Fenster sehe ich den Parkplatz. Reisebusse fahren vor, ein paar geländegängige Motorräder mit deutschen Nummernschildern und ein Unimog-Reisewohnmobil aus der Schweiz. Ich fühle mich als Teil dieser Gesellschaft neugieriger Globetrotter.
Als Stalin 1953 starb, war ich 13 Jahre alt. Die Erwachsenen um mich herum meinten damals, eine neue, bessere Zeit würde nun beginnen. Endlich könnten auch die deutschen Kriegsgefangenen zurückgeholt werden. Über die Verbrechen Stalins sprach man nur im Vergleich mit Hitler – wenn überhaupt.
Wo ist denn nun die Stalin-Statue?
Das Schild am Eingang zur Touristeninformation bringt mich zurück ins Heute. Ein kühler, praktisch eingerichteter Raum mit Ladentheke und Regalen. Auch hier kein Stalin an der Wand. Drei junge Frauen lächeln mich an, und ich habe das Gefühl, etwas sagen zu müssen. "Wo wird denn die Stalin-Statue im Moment gelagert?", frage ich. "Gut verschlossen, in einem Tresor!", antwortet eine der Frauen. Ich lache, deute auf den Stadtplan von Gori und frage, wo das Denkmal wieder aufgestellt werden soll. Sie zeigt mir den Standort: in der Parkanlage, direkt vor dem Museum. Nicht vor dem Rathaus, wo sie früher stand. Die Antwort klingt ganz selbstverständlich und ich verabschiede mich einigermaßen verblüfft.
Im Andenken-Laden, gleich hinter dem Museum, gibt es von allem etwas. Kunsthandwerk, Kitsch, Postkarten, Typisches aus der Region. Und wo ist Stalin? Da muss man schon genau hinschauen. Eine Kaffeetasse mit seinem Konterfei wird verkauft und ein T-Shirt mit Stalin neben Ché Guevara. Aber Gipsbüsten, Wandteppiche, Ikonen für den Hausaltar? Fehlanzeige.
Jetzt auf ins Museum. Drinnen ein bombastischer Treppenaufgang. Die Räume sind in sanftes Licht getaucht. Schön chronologisch werden die Stationen aus Stalins Leben vorgeführt, von der Geburtsurkunde bis zur Totenmaske. Man lernt einen sympathischen, außergewöhnlich intelligenten Georgier kennen, der die Welt verändert hat. Von den Opfern des Stalinismus kein Wort.
Zu einem Besuch in Gori gehört selbstverständlich auch die Besichtigung des Geburtshauses. Das gemauerte Häuschen steht unter einem großen Baldachin aus Beton und Glas, wetterfest konserviert für alle Ewigkeit. Stalins Eltern wohnten hier als junges Paar, erklärt die Museumsführerin, drei Jahre lang und zur Miete. So wie hier haben offenbar viele Bewohner des Städtchens im 19. Jahrhundert gewohnt: bescheiden und schlicht, aber nicht elend.
Wären da nicht die Insignien der Sowjetunion in der Glaskuppel, das Haus könnte in jedem beliebigen Freilichtmuseum stehen. So bleibt viel Raum für die Fantasie – und reichlich Gelegenheit für die Identifikation mit dem berühmtesten Georgier der Neuzeit.
Wednesday, September 25, 2013
STALINISM: The Worst of the Madness November 11, 2010. By Anne Applebaum (nybooks.com)
Bloodlands: Europe Between Hitler and Stalin
by Timothy Snyder
Basic Books, 524 pages, $29.95
Stalin’s Genocides
by Norman M. Naimark
Princeton University Press, 163 pp., $26.95
(nybooks.com) Once, in an attempt to explain the history of his country to outsiders, the Polish poet Czesław Miłosz described the impact of war, occupation, and the Holocaust on ordinary morality. Mass violence, he explained, could shatter a man’s sense of natural justice. In normal times,
For all of these reasons, Miłosz explained, “the man of the East cannot take Americans [or other Westerners] seriously.” Because they hadn’t undergone such experiences, they couldn’t seem to fathom what they meant, and couldn’t seem to imagine how they had happened either. “Their resultant lack of imagination,” he concluded, “is appalling.”1
This region was also the site of most of the politically motivated killing in Europe—killing that began not in 1939 with the invasion of Poland, but in 1933, with the famine in Ukraine. Between 1933 and 1945, fourteen million people died there, not in combat but because someone made a deliberate decision to murder them. These deaths took place in the bloodlands, and not accidentally so: “Hitler and Stalin rose to power in Berlin and Moscow,” writes Snyder, “but their visions of transformation concerned above all the lands between.”
Beginning in the 1930s, Stalin conducted his first utopian agricultural experiment in Ukraine, where he collectivized the land and conducted a “war” for grain with the kulaks, the “wealthy” peasants (whose wealth sometimes consisted of a single cow). His campaign rapidly evolved into a war against Ukrainian peasant culture itself, culminating in a mass famine in 1933. In that same year, Hitler came to power and began dreaming of creating Lebensraum, living space, for German colonists in Poland and Ukraine, a project that could only be realized by eliminating the people who lived there.2 In 1941, the Nazis also devised the Hunger Plan, a scheme to feed German soldiers and civilians by starving Polish and Soviet citizens. Once again, the Nazis decided, the produce of Ukraine’s collective farms would be confiscated and redistributed: “Socialism in one country would be supplanted by socialism for the German race.”
Stalin
and Hitler also shared a hatred for the Jews who had long flourished in
this region, and who were far more numerous there than in Germany or
anywhere else in Western Europe. Snyder points out that Jews were fewer
than one percent of the German population when Hitler came to power in
1933, and many did manage to flee. Hitler’s vision of a “Jew-free”
Europe could thus only be realized when the Wehrmacht invaded the
bloodlands, which is where most of the Jews of Europe actually lived. Of
the 5.4 million Jews who died in the Holocaust, four million were from
the bloodlands. The vast majority of the rest—including the 165,000
German Jews who did not escape—were taken to the bloodlands to be
murdered. After the war, Stalin became paranoid about those Soviet Jews
who remained, in part because they wanted to perpetuate the memory of
the Holocaust. At the end of his life he purged and arrested many
thousands of them, though he died too soon to carry out another mass
murder.
Above all, this was the region where Nazism and Soviet communism clashed. Although they had signed the Molotov–Ribbentrop pact in 1939, agreeing to divide the bloodlands between them, Stalin and Hitler also came to hate each other. This hatred proved fatal to both German and Soviet soldiers who had the bad luck to become prisoners of war. Both dictators treated captured enemies with deadly utilitarianism. For the Germans, Soviet POWs were expendable: they consumed calories needed by others and, unlike Western POWs, were considered to be subhuman. And so they were deliberately starved to death in hideous “camps” in Poland, Russia, and Belarus that were not camps but death zones. Penned behind barbed wire, often in open fields without food, medicine, shelter, or bedding, they died in extraordinary numbers and with great rapidity. On any given day in the autumn of 1941, as many Soviet POWs died as did British and American POWs during the entire war. In total more than three million perished, mostly within a period of a few months.
In essence the Soviet attitude toward German POWs was no different. When, following the Battle of Stalingrad, the Red Army suddenly found itself with 90,000 prisoners, it also put them in open fields without any food or shelter. Over the next few months, at least half a million German and Axis soldiers would die in Soviet captivity. But as the Red Army began to win the war, it tried harder to keep captives alive, the better to deploy them as forced laborers. According to Soviet statistics, 2.3 million German soldiers and about a million of their allies (from Romania, Italy, Hungary, and Austria, but also France and Holland) eventually wound up in the labor camps of the Gulag, along with some 600,000 Japanese whose fate has been almost forgotten in their native land.3
Some were released after the war and others were released in the 1950s. There wasn’t necessarily any political logic to these decisions. At one point in 1947, at the height of the postwar famine, the NKVD unexpectedly released several hundred thousand war prisoners. There was no political explanation: the Soviet leadership simply hadn’t enough food to keep them all alive. And in the postwar world there were pressures—most of all from the USSR’s new East German client state—to keep them alive. The Nazis had operated without such constraints.
He also wants to show that this interaction had consequences for the
inhabitants of the region. From a great distance in time and space, we
in the West have the luxury of discussing the two systems in isolation,
comparing and contrasting, judging and analyzing, engaging in
theoretical arguments about which was worse. But people who lived under
both of them, in Poland or in Ukraine, experienced them as part of a
single historical moment. Snyder explains:
The vast majority of Hitler’s victims, Jewish and
otherwise, never saw a concentration camp. Although about a million
people died because they were sent to do forced labor in German
concentration camps, some ten million died in killing fields in Poland,
Ukraine, Belarus, and Russia—that means they were taken to the woods,
sometimes with the assistance of their neighbors, and shot—as well as in
German starvation zones and German gas chambers. These gas chambers
were not “camps,” Snyder argues, though they were sometimes adjacent to
camps, as at Auschwitz:
The image we have of the prisoner in wooden shoes, dragging himself to work every morning, losing his humanity day by day—the image also created in the brilliant writings of Primo Levi, Elie Wiesel, and Alexander Solzhenitsyn—is in this sense somewhat misleading. In fact, prisoners who could work had at least a chance of staying alive. Prisoners who were too weak to work, or for whom work could not be organized because of war and chaos, were far more likely to die. The 5.4 million Jews murdered in the Holocaust mostly died instantly, in gas chambers or mobile vans or in silent forests. We have no photographs of them, or of their corpses.
As the Stanford historian Norman Naimark explains in Stalin’s Genocides,
the UN’s definition of genocide was deliberately narrow: “Acts
committed with the intent to destroy, in whole or in part, a national,
ethnical, racial or religious group.” This was because Soviet diplomats
had demanded the exclusion of any reference to social, economic, and
political groups. Had they left these categories in, prosecution of the
USSR for the murder of aristocrats (a social group), kulaks (an economic
group), or Trotskyites (a political group) would have been possible.
Although Lemkin himself continued to advocate a broader definition of the term, the idea that the word “genocide” can refer only to the mass murder of an ethnic group has stuck. In fact, until recently the term was used almost exclusively to refer to the Holocaust, the one “genocide” that is recognized as such by almost everybody: the international community, the former Allies, even the former perpetrators.
Perhaps because of that unusually universal recognition, the word has more recently acquired almost magical qualities. Nations nowadays campaign for their historical tragedies to be recognized as “genocide,” and the term has become a political weapon both between and within countries. The disagreement between Armenians and Turks over whether the massacre of Armenians after World War I was “genocide” has been the subject of a resolution introduced in the US Congress. The leaders of the Orange Revolution in Ukraine campaigned to have the Ukrainian famine recognized as “genocide” in international courts (and in January 2010, a court in Kiev did convict Stalin and other high officials of “genocide” against the Ukrainian nation). But the campaign was deliberately dropped when their more pro-Russian (or post-Soviet) opponents came to power. They have since deleted a link to the genocide campaign from the presidential website.
As the story of Lemkin’s genocide campaign well illustrates, this discussion of the proper use of the word has also been dogged by politics from the beginning. The reluctance of intellectuals on the left to condemn communism; the fact that Stalin was allied with Roosevelt and Churchill; the existence of German historians who tried to downplay the significance of the Holocaust by comparing it to Soviet crimes; all of that meant that, until recently, it was politically incorrect in the West to admit that we defeated one genocidal dictator with the help of another. Only now, with the publication of so much material from Soviet and Central European archives, has the extent of the Soviet Union’s mass murders become better known in the West. In recent years, some in the former Soviet sphere of influence—most notably in the Baltic states and Ukraine—have begun to use the word “genocide” in legal documents to describe the Soviet Union’s mass killings too.
Like Snyder’s, Naimark’s work
has also ranged widely, from his groundbreaking book on the Soviet
occupation of East Germany to studies of ethnic cleansing. As a result
his argument is authoritative, clear, and hard to dispute. Yet if we
take the perspective offered in Bloodlands seriously, we also
have to ask whether the whole genocide debate itself—and in particular
the long-standing argument over whether Stalin’s murders “qualify”—is
not a red herring. If Stalin’s and Hitler’s mass murders were different
but not separate, and if neither would have happened in quite the same
way without the other, then how can we talk about whether one is
genocide and the other is not?
To the people who actually experienced both tyrannies, such definitions hardly mattered. Did the Polish merchant care whether he died because he was a Jew or because he was a capitalist? Did the starving Ukrainian child care whether she had been deprived of food in order to create a Communist paradise or in order to provide calories for the soldiers of the German Reich? Perhaps we need a new word, one that is broader than the current definition of genocide and means, simply, “mass murder carried out for political reasons.” Or perhaps we should simply agree that the word “genocide” includes within its definition the notions of deliberate starvation as well as gas chambers and concentration camps, that it includes the mass murder of social groups as well as ethnic groups and be done with it.
If
we remember the twentieth century for what it actually was, and not for
what we imagine it to have been, the misuse of history for national
political purposes also becomes more difficult. The modern Russian state
often talks about the “twenty million Soviet dead” during World War II
as a way of emphasizing its victimhood and martyrdom. But even if we
accept that suspiciously large round number, it is still important to
acknowledge that the majority of those were not Russians, did not live
in modern Russia, and did not necessarily die because of German
aggression. It is also important to acknowledge that Soviet citizens
were just as likely to die during the war years because of decisions
made by Stalin, or because of the interaction between Stalin and Hitler,
as they were from the commands of Hitler alone.
For different reasons, the American popular memory of World War II is also due for some revision. In the past, we have sometimes described this as the “good war,” at least when contrasted to the morally ambiguous wars that followed. At some level this is understandable: we did fight for human rights in Germany and Japan, we did leave democratic German and Japanese regimes in our wake, and we should be proud of having done so. But it is also true that while we were fighting for democracy and human rights in the lands of Western Europe, we ignored and then forgot what happened further east.
As a result, we liberated one half of Europe at the cost of enslaving the other half for fifty years. We really did win the war against one genocidal dictator with the help of another. There was a happy end for us, but not for everybody. This does not make us bad—there were limitations, reasons, legitimate explanations for what happened. But it does make us less exceptional. And it does make World War II less exceptional, more morally ambiguous, and thus more similar to the wars that followed.
If nothing else, a reassessment of what we know about Europe in the years between 1933 and 1953 could finally cure us of that “lack of imagination” that so appalled Czesław Miłosz almost sixty years ago. When considered in isolation, Auschwitz can be easily compartmentalized, characterized as belonging to a specific place and time, or explained away as the result of Germany’s unique history or particular culture. But if Auschwitz was not the only mass atrocity, if mass murder was simultaneously taking place across a multinational landscape and with the support of many different kinds of people, then it is not so easy to compartmentalize or explain away. The more we learn about the twentieth century, the harder it will be to draw easy lessons or make simple judgments about the people who lived through it—and the easier it will be to empathize with and understand them.
1 Czesław Miłosz, The Captive Mind (1953; Penguin, 2001), pp. 26–29.
2 Typical is the story of a house I own in northwest Poland: intending to "Germanize" the region, the Nazis evicted the Polish owners in 1939 and installed a German family from Lithuania in their place. These Germans were evicted again in 1944, and the house became state property. ↩
3 These figures come from Richard Overy, Russia's War (Penguin, 1997), p. 297, and from Voennoplennye v SSSR, 1939–1956: dokumenty i materialy, edited by M.M. Zagorul'ko (Moscow: Logos, 2000), pp. 331–333. ↩
by Timothy Snyder
Basic Books, 524 pages, $29.95
Stalin’s Genocides
by Norman M. Naimark
Princeton University Press, 163 pp., $26.95
(nybooks.com) Once, in an attempt to explain the history of his country to outsiders, the Polish poet Czesław Miłosz described the impact of war, occupation, and the Holocaust on ordinary morality. Mass violence, he explained, could shatter a man’s sense of natural justice. In normal times,
had he stumbled upon a corpse on the street, he would have called the police. A crowd would have gathered, and much talk and comment would have ensued. Now he knows he must avoid the dark body lying in the gutter, and refrain from asking unnecessary questions….Murder became ordinary during wartime, wrote Miłosz, and was even regarded as legitimate if it was carried out on behalf of the resistance. In the name of patriotism, young boys from law-abiding, middle-class families became hardened criminals, thugs for whom “the killing of a man presents no great moral problem.” Theft became ordinary too, as did falsehood and fabrication. People learned to sleep through sounds that would once have roused the whole neighborhood: the rattle of machine-gun fire, the cries of men in agony, the cursing of the policeman dragging the neighbors away.
For all of these reasons, Miłosz explained, “the man of the East cannot take Americans [or other Westerners] seriously.” Because they hadn’t undergone such experiences, they couldn’t seem to fathom what they meant, and couldn’t seem to imagine how they had happened either. “Their resultant lack of imagination,” he concluded, “is appalling.”1
But
Miłosz’s bitter analysis did not go far enough. Almost sixty years
after the poet wrote those words, it is no longer enough to say that we
Westerners lack imagination. Timothy Snyder, a Yale historian whose past
work has ranged from Habsburg Vienna to Stalinist Kiev, takes the point
one step further. In Bloodlands, a brave and original history of
mass killing in the twentieth century, he argues that we still lack any
real knowledge of what happened in the eastern half of Europe in the
twentieth century. And he is right: if we are American, we think “the
war” was something that started with Pearl Harbor in 1941 and ended with
the atomic bomb in 1945. If we are British, we remember the Blitz of
1940 (and indeed are commemorating it energetically this year) and the
liberation of Belsen. If we are French, we remember Vichy and the
Resistance. If we are Dutch we think of Anne Frank. Even if we are
German we know only a part of the story.
Snyder’s ambition is to persuade the West—and the
rest of the world—to see the war in a broader perspective. He does so by
disputing popular assumptions about victims, death tolls, and killing
methods—of which more in a moment—but above all about dates and
geography. The title of this book, Bloodlands, is not a metaphor.
Snyder’s “bloodlands,” which others have called “borderlands,” run from
Poznan in the West to Smolensk in the East, encompassing modern Poland,
the Baltic states, Ukraine, Belarus, and the edge of western Russia
(see map on page 10). This is the region that experienced not one but
two—and sometimes three—wartime occupations. This is also the region
that suffered the most casualties and endured the worst physical
destruction.
More to the point, this is the region that
experienced the worst of both Stalin’s and Hitler’s ideological madness.
During the 1930s, 1940s, and early 1950s, the lethal armies and vicious
secret policemen of two totalitarian states marched back and forth
across these territories, each time bringing about profound ethnic and
political changes. In this period, the city of Lwów was occupied twice
by the Red Army and once by the Wehrmacht. After the war ended it was
called L’viv, not Lwów, it was no longer in eastern Poland but in
western Ukraine, and its Polish and Jewish pre-war population had been
murdered or deported and replaced by ethnic Ukrainians from the
surrounding countryside. In this same period, the Ukrainian city of
Odessa was occupied first by the Romanian army and then by the Wehrmacht
before being reoccupied by the Soviet Union. Each time power changed
hands there were battles and sieges, and each time an army retreated
from the city it blew up the harbor or massacred Jews. Similar stories
can be told about almost any place in the region. This region was also the site of most of the politically motivated killing in Europe—killing that began not in 1939 with the invasion of Poland, but in 1933, with the famine in Ukraine. Between 1933 and 1945, fourteen million people died there, not in combat but because someone made a deliberate decision to murder them. These deaths took place in the bloodlands, and not accidentally so: “Hitler and Stalin rose to power in Berlin and Moscow,” writes Snyder, “but their visions of transformation concerned above all the lands between.”
Beginning in the 1930s, Stalin conducted his first utopian agricultural experiment in Ukraine, where he collectivized the land and conducted a “war” for grain with the kulaks, the “wealthy” peasants (whose wealth sometimes consisted of a single cow). His campaign rapidly evolved into a war against Ukrainian peasant culture itself, culminating in a mass famine in 1933. In that same year, Hitler came to power and began dreaming of creating Lebensraum, living space, for German colonists in Poland and Ukraine, a project that could only be realized by eliminating the people who lived there.2 In 1941, the Nazis also devised the Hunger Plan, a scheme to feed German soldiers and civilians by starving Polish and Soviet citizens. Once again, the Nazis decided, the produce of Ukraine’s collective farms would be confiscated and redistributed: “Socialism in one country would be supplanted by socialism for the German race.”
Not
accidentally, the fourteen million victims of these ethnic and
political schemes were mostly not Russians or Germans, but the peoples
who inhabited the lands in between. Stalin and Hitler shared a contempt
for the very notions of Polish, Ukrainian, and Baltic independence, and
jointly strove to eliminate the elites of those countries. Following
their invasion of western Poland in 1939, the Germans arrested and
murdered Polish professors, priests, intellectuals, and politicians.
Following their invasion of eastern Poland in 1939, the Soviet secret
police arrested and murdered Polish professors, priests, intellectuals,
and politicians. A few months later, Stalin ordered the murder of some
20,000 Polish officers at Katyn and in other forests nearby as well.
Above all, this was the region where Nazism and Soviet communism clashed. Although they had signed the Molotov–Ribbentrop pact in 1939, agreeing to divide the bloodlands between them, Stalin and Hitler also came to hate each other. This hatred proved fatal to both German and Soviet soldiers who had the bad luck to become prisoners of war. Both dictators treated captured enemies with deadly utilitarianism. For the Germans, Soviet POWs were expendable: they consumed calories needed by others and, unlike Western POWs, were considered to be subhuman. And so they were deliberately starved to death in hideous “camps” in Poland, Russia, and Belarus that were not camps but death zones. Penned behind barbed wire, often in open fields without food, medicine, shelter, or bedding, they died in extraordinary numbers and with great rapidity. On any given day in the autumn of 1941, as many Soviet POWs died as did British and American POWs during the entire war. In total more than three million perished, mostly within a period of a few months.
In essence the Soviet attitude toward German POWs was no different. When, following the Battle of Stalingrad, the Red Army suddenly found itself with 90,000 prisoners, it also put them in open fields without any food or shelter. Over the next few months, at least half a million German and Axis soldiers would die in Soviet captivity. But as the Red Army began to win the war, it tried harder to keep captives alive, the better to deploy them as forced laborers. According to Soviet statistics, 2.3 million German soldiers and about a million of their allies (from Romania, Italy, Hungary, and Austria, but also France and Holland) eventually wound up in the labor camps of the Gulag, along with some 600,000 Japanese whose fate has been almost forgotten in their native land.3
Some were released after the war and others were released in the 1950s. There wasn’t necessarily any political logic to these decisions. At one point in 1947, at the height of the postwar famine, the NKVD unexpectedly released several hundred thousand war prisoners. There was no political explanation: the Soviet leadership simply hadn’t enough food to keep them all alive. And in the postwar world there were pressures—most of all from the USSR’s new East German client state—to keep them alive. The Nazis had operated without such constraints.
Though
some of the anecdotes and statistics may be surprising to those who
don’t know this part of the world, scholars will find nothing in Bloodlands
that is startlingly new. Historians of the region certainly know that
three million Soviet soldiers starved to death in Nazi camps, that most
of the Holocaust took place in the East, and that Hitler’s plans for
Ukraine were no different from Stalin’s. Snyder’s original contribution
is to treat all of these episodes—the Ukrainian famine, the Holocaust,
Stalin’s mass executions, the planned starvation of Soviet POWs, postwar
ethnic cleansing—as different facets of the same phenomenon. Instead of
studying Nazi atrocities or Soviet atrocities separately, as many
others have done, he looks at them together. Yet Snyder does not exactly
compare the two systems either. His intention, rather, is to show that
the two systems committed the same kinds of crimes at the same times and
in the same places, that they aided and abetted one another, and above
all that their interaction with one another led to more mass killing
than either might have carried out alone.
The Nazi and Soviet regimes were sometimes allies, as in the joint occupation of Poland [from 1939–1941]. They sometimes held compatible goals as foes: as when Stalin chose not to aid the rebels in Warsaw in 1944 [during the Warsaw uprising], thereby allowing the Germans to kill people who would later have resisted communist rule…. Often the Germans and the Soviets goaded each other into escalations that cost more lives than the policies of either state by itself would have.In some cases, the atrocities carried out by one power eased the way for the other. When the Nazis marched into western Belarus, Ukraine, and the Baltic states in 1941, they entered a region from which the Soviet secret police had deported hundreds of thousands of people in the previous few months, and shot thousands of prisoners in the previous few days. The conquering Germans were thus welcomed by some as “liberators” who might save the population from a genuinely murderous regime. They were also able to mobilize popular anger at these recent atrocities, and in some places to direct some of that anger at local Jews who had, in the public imagination—and sometimes in reality—collaborated with the Soviet Union. It is no accident that the acceleration of the Holocaust occurred at precisely this moment.
To look at the
history of mid-twentieth-century Europe in this way also has
consequences for Westerners. Among other things, Snyder asks his readers
to think again about the most famous films and photographs taken at
Belsen and Buchenwald by the British and American soldiers who liberated
those camps. These pictures, which show starving, emaciated people,
walking skeletons in striped uniforms, stacks of corpses piled up like
wood, have become the most enduring images of the Holocaust. Yet the
people in these photographs were mostly not Jews: they were forced
laborers who had been kept alive because the German war machine needed
them to produce weapons and uniforms. Only when the German state began
to collapse in early 1945 did they begin to starve to death in large
numbers.
Under German rule, the concentration camps and the death factories operated under different principles. A sentence to the concentration camp Belsen was one thing, a transport to the death factory Bełz·ec something else. The first meant hunger and labor, but also the likelihood of survival; the second meant immediate and certain death by asphyxiation. This, ironically, is why people remember Belsen and forget Bełz·ec.He makes a similar point about Stalin’s victims, arguing that although a million died in the Soviet Gulag between 1933 and 1945, an additional six million died from politically induced Soviet famines and in Soviet killing fields. I happen to think Snyder’s numbers are a little low—the figure for Gulag deaths is certainly higher than a million—but the proportions are probably correct. In the period between 1930 and 1953, the number of people who died in labor camps—from hunger, overwork, and cold, while living in wooden barracks behind barbed wire—is far lower than the number who died violently from machine-gun fire combined with the number who starved to death because their village was deprived of food.
The image we have of the prisoner in wooden shoes, dragging himself to work every morning, losing his humanity day by day—the image also created in the brilliant writings of Primo Levi, Elie Wiesel, and Alexander Solzhenitsyn—is in this sense somewhat misleading. In fact, prisoners who could work had at least a chance of staying alive. Prisoners who were too weak to work, or for whom work could not be organized because of war and chaos, were far more likely to die. The 5.4 million Jews murdered in the Holocaust mostly died instantly, in gas chambers or mobile vans or in silent forests. We have no photographs of them, or of their corpses.
The chronological and geographical arguments presented in Bloodlands
also complicate the debate over the proper use of the word “genocide.”
As not everybody now remembers, this word (from the Greek genos, tribe, and the French -cide)
was coined in 1943 by a Polish lawyer of Jewish descent, Raphael
Lemkin, who had long been trying to draw the attention of the
international community to what he at first called “the crime of
barbarity.” In 1933, inspired by news of the Armenian massacre, he had
proposed that the League of Nations treat mass murder committed “out of
hatred towards a racial, religious or social collectivity” as an
international crime. After he fled Nazi-occupied Poland in 1940, Lemkin
intensified his efforts. He persuaded the Nuremburg prosecutors to use
the word “genocide” during the trials, though not in the verdict. He
also got the new United Nations to draft a Convention on Genocide.
Finally, after much debate, the General Assembly passed this convention
in 1948.
Although Lemkin himself continued to advocate a broader definition of the term, the idea that the word “genocide” can refer only to the mass murder of an ethnic group has stuck. In fact, until recently the term was used almost exclusively to refer to the Holocaust, the one “genocide” that is recognized as such by almost everybody: the international community, the former Allies, even the former perpetrators.
Perhaps because of that unusually universal recognition, the word has more recently acquired almost magical qualities. Nations nowadays campaign for their historical tragedies to be recognized as “genocide,” and the term has become a political weapon both between and within countries. The disagreement between Armenians and Turks over whether the massacre of Armenians after World War I was “genocide” has been the subject of a resolution introduced in the US Congress. The leaders of the Orange Revolution in Ukraine campaigned to have the Ukrainian famine recognized as “genocide” in international courts (and in January 2010, a court in Kiev did convict Stalin and other high officials of “genocide” against the Ukrainian nation). But the campaign was deliberately dropped when their more pro-Russian (or post-Soviet) opponents came to power. They have since deleted a link to the genocide campaign from the presidential website.
As the story of Lemkin’s genocide campaign well illustrates, this discussion of the proper use of the word has also been dogged by politics from the beginning. The reluctance of intellectuals on the left to condemn communism; the fact that Stalin was allied with Roosevelt and Churchill; the existence of German historians who tried to downplay the significance of the Holocaust by comparing it to Soviet crimes; all of that meant that, until recently, it was politically incorrect in the West to admit that we defeated one genocidal dictator with the help of another. Only now, with the publication of so much material from Soviet and Central European archives, has the extent of the Soviet Union’s mass murders become better known in the West. In recent years, some in the former Soviet sphere of influence—most notably in the Baltic states and Ukraine—have begun to use the word “genocide” in legal documents to describe the Soviet Union’s mass killings too.
Naimark’s
short book is a polemical contribution to this debate. Though he
acknowledges the dubious political history of the UN convention, he goes
on to argue that even under the current definition, Stalin’s attack on
the kulaks and on the Ukrainian peasants should count as genocide. So
should Stalin’s targeted campaigns against particular ethnic groups. At
different times the Soviet secret police hunted down, arrested, and
murdered ethnic Poles, Germans, and Koreans who happened to be living in
the USSR, and of course they murdered 20,000 Polish officers within a
few weeks. A number of small nations, notably the Chechens, were also
arrested and deported en masse during the war: men, women, children, and
grandparents were put on trains, and sent to live in Central Asia,
where they were meant to die and eventually disappear as a nation. A
similar fate met the Crimean Tatars.
To the people who actually experienced both tyrannies, such definitions hardly mattered. Did the Polish merchant care whether he died because he was a Jew or because he was a capitalist? Did the starving Ukrainian child care whether she had been deprived of food in order to create a Communist paradise or in order to provide calories for the soldiers of the German Reich? Perhaps we need a new word, one that is broader than the current definition of genocide and means, simply, “mass murder carried out for political reasons.” Or perhaps we should simply agree that the word “genocide” includes within its definition the notions of deliberate starvation as well as gas chambers and concentration camps, that it includes the mass murder of social groups as well as ethnic groups and be done with it.
Finally, the arguments of Bloodlands
also complicate the modern notion of memory—memory, that is, as opposed
to history. It is true, for example, that the modern German state
“remembers” the Holocaust—in official documents, in public debates, in
monuments, in school textbooks—and is often rightly lauded for doing so.
But how comprehensive is this memory? How many Germans “remember” the
deaths of three million Soviet POWs? How many know or care that the
secret treaty signed between Hitler and Stalin not only condemned the
inhabitants of western Poland to deportation, hunger, and often death in
slave labor camps, but also condemned the inhabitants of eastern Poland
to deportation, hunger, and often death in Soviet exile? The Katyn
massacre really is, in this sense, partially Germany’s responsibility:
without Germany’s collusion with the Soviet Union, it would not have
happened. Yet modern Germany’s very real sense of guilt about the
Holocaust does not often extend to Soviet soldiers or even to Poles.
For different reasons, the American popular memory of World War II is also due for some revision. In the past, we have sometimes described this as the “good war,” at least when contrasted to the morally ambiguous wars that followed. At some level this is understandable: we did fight for human rights in Germany and Japan, we did leave democratic German and Japanese regimes in our wake, and we should be proud of having done so. But it is also true that while we were fighting for democracy and human rights in the lands of Western Europe, we ignored and then forgot what happened further east.
As a result, we liberated one half of Europe at the cost of enslaving the other half for fifty years. We really did win the war against one genocidal dictator with the help of another. There was a happy end for us, but not for everybody. This does not make us bad—there were limitations, reasons, legitimate explanations for what happened. But it does make us less exceptional. And it does make World War II less exceptional, more morally ambiguous, and thus more similar to the wars that followed.
If nothing else, a reassessment of what we know about Europe in the years between 1933 and 1953 could finally cure us of that “lack of imagination” that so appalled Czesław Miłosz almost sixty years ago. When considered in isolation, Auschwitz can be easily compartmentalized, characterized as belonging to a specific place and time, or explained away as the result of Germany’s unique history or particular culture. But if Auschwitz was not the only mass atrocity, if mass murder was simultaneously taking place across a multinational landscape and with the support of many different kinds of people, then it is not so easy to compartmentalize or explain away. The more we learn about the twentieth century, the harder it will be to draw easy lessons or make simple judgments about the people who lived through it—and the easier it will be to empathize with and understand them.
Letters
'The Worst of the Madness' December 23, 20101 Czesław Miłosz, The Captive Mind (1953; Penguin, 2001), pp. 26–29.
2 Typical is the story of a house I own in northwest Poland: intending to "Germanize" the region, the Nazis evicted the Polish owners in 1939 and installed a German family from Lithuania in their place. These Germans were evicted again in 1944, and the house became state property. ↩
3 These figures come from Richard Overy, Russia's War (Penguin, 1997), p. 297, and from Voennoplennye v SSSR, 1939–1956: dokumenty i materialy, edited by M.M. Zagorul'ko (Moscow: Logos, 2000), pp. 331–333. ↩
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