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Monday, February 06, 2017

AUSSTELLUNG: Jenseits der Grenzen - Erkundungen bei den vergessenen Flüchtlingen des Süd Kaukasus. Fotografie von Jan Zychlinski (hausderdemokratie.de)

(hausderdemokratie.de) Vom 16. 02. 2017 bis 16. 03. 2017 | Robert-Havemann-Saal & Foyer in Berlin | Werktags von 10:00 - 17:00 & nach Vereinbarung

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 16.02. um 19:00 Robert-Havemann-Saal & Foyer 


Flucht und Vertreibung sind hochaktuelle Themen, und dies nicht erst seit Menschen auch in Deutschland und Europa verstärkt Zuflucht suchen. Menschen müssen vor Kriegen und bewaffneten Auseinandersetzungen fliehen – manchmal wird ihr Schicksal wahrgenommen, manchmal nicht.

Auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden Menschen zu Flüchtlingen und suchten aufgrund aufflammender Konflikte nach neuen Lebensorten. 26 Jahre später sind viele von ihnen immer noch nicht angekommen. Vom September 2014 bis Februar 2015 reiste der Fotograf Jan Zychlinski auf den Spuren dieser Vertriebenen durch den Süd-Kaukasus; durch Armenien, Georgien, nach Berg-Karabach und Aserbaidschan. Viele der sogenannten IDPs (Internally Displaced People) leben auch heute noch am Rande der Gesellschaften, die sie aufnahmen. In Lagern, Sammelunterkünften, den sogenannten Collective Houses (Kasernen, Krankenhäusern u.ä.) oder neugebauten Siedlungen. Die bewegenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen zeigen eine Realität, die in Westeuropa kaum bekannt ist. Diese Portraits aus einer scheinbar anderen Welt zeugen von Menschen, die nicht nur „vergessen“ wurden – ihr Schicksal war niemals in dem Maße präsent, wie sie es verdient hatten. Damit stehen sie exemplarisch für Millionen andere „vergessene“ Leben.

Veranstalter: Prof. Jan Zychlinski und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte


more here in english >>> 

Forgotten Refugees of South-Caucasus

Between Sept. 2014 and Febr. 2015 I traveled around the South-Caucasus to work on a documentary about the faith and current living conditions of the "forgotten" refugees from the conflicts of the last 25 years. I did more than 150 interviews and thousand of photos from people from Armenia, Georgia, Azerbaijan and the region of Nagorny Karabakh.

I want to show that regardless of the respective government this people more or less lives in the same bad condition and don’t have any real future. They are like puppets or stones in the hands of the officials and even the international organisations don’t do anything more than provide some houses and from time to time some material support. But nobody talks with this people, nobody want to hear their stories, nobody cares about their very often isolated lives and their separated communities. Through the storytelling I came very close to them and sometimes they forgot that I have a camera with me, because they want to tell their own stories.

Mostly this people disappeared behind numbers and reports about new "floods" of refugees are threaten our societies. 

more links: 
jz-photography.ch
photonews.de
photography-in.berlin
500px.com/jzychlinski

Wednesday, April 30, 2014

INTERVIEW: Peter Voß fragt Jörg Baberowski: Peter Voß fragt Jörg Baberowski (3sat.de)


(3sat.de) "Die Ukraine (war) das Kernland des alten Imperiums. Der russische Gründungsmythos beginnt in Kiew", sagt der Historiker Jörg Baberowski. Was hat die Vergangenheit mit der aktuellen Krimkrise zu tun? Wie hat der Westen beim Konflikt in der Ukraine versagt?

Stalin und der Stalinismus ist ein ewiges Leit- und Leidthema der jüngeren russischen Geschichte, aber keineswegs nur dieser. Der Osteuropa-Experte Jörg Baberowski hat mit seiner 2012 erschienen Studie "Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt" über die Bedeutung Stalins im stalinistischen Terrorsystem kontroverse Diskussionen ausgelöst. Darin hatte er den Stalinismus als Rückfall in eine archaische Gewaltherrschaft, und damit als Fremdkörper im sowjetischen Modernisierungsprojekt gedeutet. Baberowski erzählt die Geschichte der stalinistischen Gewaltexzesse und beschreibt Stalin als einen Psychopathen und passionierten Gewalttäter.



Die Gewaltherrschaft Stalins

Das bolschewistische Projekt, so die These des Buches, bot eine Rechtfertigung für den Massenmord, aber es schrieb ihn nicht vor. Stalin war Urheber und Regisseur des Terrors. Laut seiner Studie über die stalinistische Herrschaft ließen sich deutliche Parallelen zum Nationalismus erkennen, so zum Beispiel im Ausmaß der Gewalt. Baberowski erforschte in den russischen Archiven, wie grausam Stalin und seine Schergen waren. Bereits 1918 gab es in Russland Konzentrationslager. Nahe Moskau haben vier Leute in einem Jahr 20.000 Menschen erschossen. Die Bolschewisten konnten ihre schwache Machtposition nur durch einen gnadenlosen Krieg gegen die eigene Bevölkerung durchsetzen.



Auf der Leipziger Buchmesse wurde Baberowski in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik" ausgezeichnet. Die Jury begründet ihre Bewertung mit der Verbindung von Baberowskis Quellennähe und seiner klugen Kritik tradierter Deutungen. Er widerstehe der Versuchung, die Gewalt zu rationalisieren.

Warum einen ungewollten Staat erhalten?

In der Krimkrise rät Baberowski zu einem Verständnis für Putin und die Mehrheit der Russen. Er wirft dem Westen Europas und der USA vor, das sowjetische Imperium und die Rolle der Ukraine nicht verstanden zu haben. Für die Russen sei die Ukraine der mythische Geburtsort ihres Landes. Die Ukraine sei kein einheitlicher Nationalstaat, und die Krim habe immer eine Sonderrolle gespielt. Gegenüber dem Deutschlandradio Kultur wirft er die provokante Frage auf: "Warum kann die Krim nicht haben, was für die Südtiroler selbstverständlich ist? Wieso soll für alle Zeit ausgeschlossen sein, dass sich der östliche vom westlichen Teil der Ukraine trennt? Solches Recht haben auch Tschechen und Slowaken für sich in Anspruch genommen, und es ist kein Krieg daraus geworden."

Im Konflikt um die Ukraine verweist Jörg Baberowski auf die Autonomie der Südtiroler oder die Trennung von Tschechen und Slowaken. Dies seien Modelle in Westeuropa, die gewaltfrei erprobt wurden. Der Geschichtsprofessor sieht darin eine potentielle Lösung. Auch ein mögliches Auseinanderbrechen der Ukraine hält Baberowski nicht für tragisch, sofern gewalttätige Konflikte verhindert würden. "Der Souverän ist das Volk, und wenn die Mehrheit der Wähler im Osten nicht mehr Teil der Ukraine sein will, dann ist es eben so. Warum sollte man denn einen Staat erhalten, dessen Bürger ihn gar nicht wollen?", äußert er gegenüber der Deutschen Welle.

Die russische Sicht der Dinge

Nicht nur die Krim, sondern auch die Gebiete im Osten der Ukraine sollen sich abspalten dürfen, meint Baberowski. Der Westen habe in der ukrainischen Krise versagt, weil er die Geschichte der Ukraine nicht begreife. "Jetzt tut der Westen so, als könne man die Ukraine in die Nato aufnehmen - das ist naiv", postuliert er im Interview des Deutschlandradios. Die Westukrainer hätten mit Hitler kollaboriert, während die Ostukrainer als Soldaten in der Roten Armee kämpften. Die Geschichtserinnerung sei deshalb im Westen und im Osten grundsätzlich unterschiedlich. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion habe die Ukraine zu einer Nation werden müssen.

Die provokanten Thesen des Berliner Professors rufen viel Kritik hervor. Baberowski wird Blindheit gegenüber der Existenz einer selbständigen ukrainischen Geschichte vorgeworfen. Er vernachlässige, dass sich in der Ukraine nach über zwanzig Jahren staatlicher Unabhängigkeit eine demokratische Zivilgesellschaft gebildet habe, und übersehe die postsowjetische Generation, die sich nicht mehr in ethnischen, sondern in staatsbürgerlichen Kategorien definiere.

Sehen Sie am Montag, 28. April 2014, 23.10 Uhr ein Gespräch von Peter Voß mit Jörg Baberowski, in dem dieser den Historiker fragt: "Verstehen wir Russland?"

Vita

Jörg Baberowski ist Professor für Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität in Berlin. Der 1961 am Bodensee geborenen Historiker studierte Geschichte und Philosophie in Göttingen, erlernte selbstständig die russische Sprache und verfasste Studien über die politische Justiz im ausgehenden Zarenreiche und den Stalinismus im Kaukasus. 2012 erhielt er für sein Buch "Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt" den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie "Sachbuch/Essayistik".

Wednesday, April 09, 2014

PHOTO BOOTH: Dina Oganova’s Faces of Georgia. Posted by Thea Traff (newyorker.com)

(newyorker.com) At a time when many journalists in post-Soviet states have turned their attention to the encroaching threat of Russia, the photographer Dina Oganova has continued to document life in her home country of Georgia. Inspired by the Georgian photographer Yuri Mechitov, Oganova began studying photography in Tbilisi, the nation’s capital. Oganova prefers her subjects to be strangers, and she told me that most Georgian people readily agree to be photographed. “They don’t understand that a photographer is a profession,” she says. “Everyone loves to see how I make the photos.”

Oganova, who is twenty-seven, has seen a lot of change in Georgia. “I was a child when the first war started here,” she told me, referring to the 1992–93 war in Abkhazia. “Of course, I didn’t understand during that period. We called it a civil war, but now I understand that it was war with Russia. It’s crazy, but I can’t go to Abkhazia because I have a Georgian passport. When we had the five days of war with Russia, in 2008, we lost South Ossetia. No one said that it was a war; everyone said that it was a conflict. But I can’t say that. When a lot of people die, when you lose your friends, it’s not just a conflict. It’s a war.”

Above is a selection from “I am Georgia,” an ongoing project that Oganova began in 2007.

All photographs by Dina Oganova. more here >>>

dikarka.ge/i-am-georgia

Wednesday, March 05, 2014

KRIM-KRISE: Georgischer Schriftsteller Lascha Bakradse im Interview mit Tatjana Montik: «Ein Imperialismus des 19. Jahrhunderts» (nzz.ch)

Georgien bekennt sich ohne Wenn und Aber zu den westlichen Werten der Aufklärung. Im Bild: Eine zerstörte Militarbasis in Gori (Aufnahme vom 16. September 2008). (Bild: Keystone / EPA / Zurab Kurtsikidze)

(nzz.ch) Für Georgier bietet die russische Usurpation der ukrainischen Krim in Bezug auf Machtanspruch und Vorgehen ein Déjà-vu. Tatjana Montik hat sich mit dem georgischen Schriftsteller Lascha Bakradse unterhalten.

Ihre Heimat Georgien möchte demnächst einen Assoziierungsvertrag mit der EU unterzeichnen. Was hat Georgien Europa zu bieten?

Wir könnten viele neue Farben nach Europa bringen, denn wir besitzen eine eigenständige alte Kultur, die am Schnittpunkt zwischen Europa und Asien liegt. Unsere Tänze, unser polyfoner Gesang und unser Alphabet, um nur ein paar Dinge zu erwähnen, sind einzigartig. Und wir sind eine Landbrücke zwischen Europa und Asien. Wirtschaftlich könnte Georgien für eine europäische unabhängige Energiepolitik von Bedeutung werden, denn man sieht in Europa langsam ein, dass die Energieabhängigkeit von Russland gefährlich ist.

Welche europäischen Wurzeln besitzt Georgien?

Zur Zeit der Argonauten war Westgeorgien, Kolchis genannt, ein Teil der damals im Westen bekannten Welt. Dazumal gab es noch keine Grenze zwischen Europa und Asien. Neben der geografischen Lage ist es heute entscheidend, zu welchen Werten sich ein Land bekennt. Und Georgien bekennt sich ohne Wenn und Aber zu den westlichen Werten der Aufklärung. Hinzu kommt der christliche Glaube, der eine der wichtigsten Komponenten unserer Identität darstellt. Die Georgier haben sich immer als Teil der Christenheit verstanden.

Viele Europäer wissen gar nicht, wo Georgien liegt. Wann ist das Land Europa verloren gegangen?

Spätestens dann, als die Russen sich hier breitgemacht haben. Im 18. Jahrhundert wollte Georgien über Russland Europa näherkommen. Die georgischen Könige hatten Georgien während der Mongolenzeit jahrhundertelang gegenüber den muslimischen Nachbarn als christliches Land verteidigt und suchten schliesslich Hilfe bei Russland. Doch Russland hat in der Folge alle Verträge mit Georgien gebrochen – etwa den Vertrag von Georgijewsk von 1783, gemäss dem Georgien sich der Oberhoheit und dem Schutz Russlands unterstellte, seine Krone jedoch behalten durfte. Später hat Russland Georgien annektiert. Wir wurden zwar nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 unabhängig, doch viele sehen uns noch immer als Teil Russlands. Man hat im Westen die Geschichte der russischen Grossmachtpolitik im Süden nicht ordentlich studiert. Und daher fällt es dem Durchschnittseuropäer schwer, zu verstehen, was derzeit in der Ukraine und auch in Georgen passiert.

Was unterscheidet Russland von Europa?

Russland hat die europäische Aufklärung und die europäischen demokratischen Revolutionen verpasst. Der Autoritarismus und der Klientelismus seiner Politik speisen sich nach wie vor aus asiatisch-mongolischer Tradition der Machtausübung. Gerade jetzt in der Ukraine sehen wir deutlich, wie es funktioniert: Wer nicht kuscht oder sich kaufen lässt, wird drakonisch bestraft. Das ist nicht die Politik des 21. Jahrhunderts, sondern des 19. Jahrhunderts – klassisches imperialistisches Denken.

Am Wochenende haben die Russen die Halbinsel Krim okkupiert nach einem Schema, das die Georgier von ihren Provinzen Abchasien und Südossetien kennen, die heute russische Protektorate sind. Zuerst stiftet man Unruhe und schürt «Gefahr» und lässt dann die russischstämmige Bevölkerung das Mutterland um Hilfe anrufen. Natürlich ist man dann schnell und gern da in der «Not».

Was über der Auseinandersetzung zwischen Ukrainer und Russen vergessen geht, ist, dass die Krimtataren die ursprüngliche Bevölkerung auf der Krim darstellen. Sie haben eine äusserst interessante Kultur und Geschichte, sind jedoch heute durch die russische Willkürherrschaft zu einer kleinen Minderheit geschrumpft. Die Krimtataren gehörten zu den Völkern, die Stalin während des Zweiten Weltkriegs wegen angeblicher Kollaboration mit den Deutschen als Ganze nach Zentralasien umgesiedelt hat. Innerhalb weniger Tage wurden über 180 000 Menschen unter fürchterlichen Bedingungen per Zug verfrachtet, rund ein Drittel kam beim Transport ums Leben. Erst nach dem Zerfall der UdSSR durften sie zurückkehren.

Als Opfer russischer Gewaltgeschichte gelten die Krimtataren heute als proukrainisch.

Sie sind eine proukrainische, aber auch eine proeuropäische Kraft. Der Modernisierungswille der russischen Tataren (nicht zuletzt in Bezug auf den Islam) folgte europäischen Vorbildern, dasselbe war in Georgien der Fall. Ismail Gaspirali war für sie als Aufklärer eine ebenso wichtige Figur wie für uns Ilja Tschawtschawadse.

Wie sehen Sie die Perspektiven Georgiens?

Für uns geht es heute nicht mehr darum, ob wir nach Asien oder nach Europa gehören. Wir wollen nach Europa – alle Umfragen sprechen eine deutliche Sprache. Allerdings müssen wir erkennen, wie effizient die russische Propaganda in Georgien arbeitet: Europa und der Westen werden verteufelt, wo immer es nur geht, und es gibt bei uns Leute, die auf diese Desinformation tatsächlich hereinfallen. Nach dem russischen moralischen Desaster auf der Krim wird diese Form der Aggression noch zunehmen. Wichtig ist, dass sich unsere Bevölkerung dagegen resistent zeigt.

Welche Möglichkeiten gibt es denn, den russischen Machtansprüchen wirksam entgegenzutreten?

Man sollte den Menschen die Wahrheit über Europa und den Westen noch eindringlicher und verständlicher erzählen. Europa unternimmt hier kaum etwas. Für viele Georgier ist es sehr schwer, ein Visum für europäische Länder zu bekommen. Wichtig ist auch Europas wirtschaftlicher Einfluss. Wir dürfen nicht das Gefühl bekommen, gegenüber Russland alleine gelassen werden.

Welche Rolle spielt denn die georgische orthodoxe Kirche?

Sie ist so etwas wie die fünfte Kolonne Russlands in Georgien. Der Idee der Einheit der orthodoxen Kirche verpflichtet, wirkt sie stark prorussisch, ob bewusst oder unbewusst.

Bald wird der russische Patriarch Kyrill nach Georgien reisen. Manche meinen, Georgien solle den Assoziierungsvertrag mit der EU unbedingt noch vor diesem Besuch unterzeichnen.

Ein Assoziierungsabkommen ist keine Garantie – man sollte davon nicht zu viel erwarten. Von europäischer Seite sollte noch deutlicher gesagt werden, dass uns dieser Vertrag die Türen öffnet. Es steht zu befürchten, dass die Russen auf uns einen ähnlichen Druck ausüben wie auf die Ukraine.

Nach dem Regierungswechsel im Herbst hat sich die neue georgische Führung wesentlich russlandfreundlicher gegeben. Hat das etwas genützt?

Ich glaube, unsere neue Regierung hat inzwischen eingesehen, dass die Politik der ausgestreckten Hand nicht viel Gutes bringt. Unser Premierminister Garibaschwili hat vor kurzem bei seiner Reise in die USA klare Worte gesprochen. Russland versteht die Politik der Sanftheit überhaupt nicht, weil es diese Sanftheit als Schwäche versteht. Zwanzig Prozent des georgischen Territoriums halten die Russen mittlerweile völkerrechtlich illegal besetzt. Jetzt ist die Krim an der Reihe. Wir selber haben im Georgien-Krieg geblutet, als wir versuchten, uns gegen diese Entwicklung zu stellen. Ich befürchte, dass es auch auf der Krim so weit kommen kann.

Interview: Tatjana Montik

Lascha Bakradse, geboren 1965 in Tiflis, ist Publizist, Historiker, Literaturwissenschafter, Journalist, Drehbuchautor und Schauspieler. Er studierte in Tiflis, Jena, Bern, Potsdam und Berlin. Derzeit unterrichtet Bakradse an den Universitäten von Tiflis und ist gleichzeitig Direktor des dortigen Giorgi-Leonidze-Literaturmuseums.

Tuesday, February 11, 2014

INTERVIEW: Friedliche Spiele im Kaukasus - Interview mit Uwe Halbach. Von Armin Siebert (german.ruvr.ru)

Dr. phil. Uwe Halbach(german.ruvr.ru) STIMME RUSSLANDS Der Kaukasus ist die Heimat vieler Völker und seit Jahrhunderten eine Gegend friedlichen Miteinanders, aber auch Brennpunkt vieler Konflikte. Die Tschetschenienkriege, der Konfrontation zwischen Russland und Georgien, die Unabhängigkeitsbestrebungen von Abchasien und Süd-Ossetien und der verbissene Kampf um die Region Bergkarabach sorgen seit dem Zerfall der Sowjetunion für Spannungen. In unmittelbarer Nachbarschaft finden nun die Olympischen Winterspiele statt. Kaukasus-Experte Uwe Halbach von der Stiftung Wissenschaft und Politik hofft auf friedliche Spiele.

Podcast hier >>>

Tuesday, October 08, 2013

BLOG: Occupation Continuum – New Berlin Wall in Georgia. By Tamar Lobjanidze (adjapsandali.wordpress.com)

“A good neighbor is a fellow who smiles at you over the back fence, but doesn’t climb over it”, Arthur Baer.
 
http://adjapsandali.files.wordpress.com/2013/10/12.jpg(adjapsandali.wordpress.com) Post-Soviet conflicts are mostly referred to as “Frozen Conflicts”, but since the August war broke out in 08.08.08 we can no longer consider the unresolved dispute in South Ossetia/Tskhinvali Region “frozen”, as the dramatic events continue to occur ever since the active armed conflict has been brought to an end by the Cease-fire Agreement on August 12th, 2008.
To follow the Michael S. Lund’s Curve of Conflict theory, after the peace enforcement, conflicts are mitigated, therefore peacekeeping is launched to terminate and engage in post-conflict peace building process, that finally brings parties to the conflict stabilization and further resolution.
In the case of South Ossetia/Tskhinvali Region, the August heat completely melted the stagnant situation, and dramatically changed the dynamics of the ethnic conflict, first broken out in the years of 1988-1989. As a result, the inhabitants of the region witnessed a second wave of ethnic cleansing, expulsion, torture, captivity, destruction and degradation of their property and many more of the physical and moral damage a human brain could imagine. Consequently, the war resulted in the occupation of 127 Georgian villages; most of which have been entirely obliterated (Tamarasheni, Avnevi, Ergneti, Kekhvi, Dzartsemi etc.), while the neighboring villages left under the control of Georgia, continually witnessed cruelty and oppression from Russian-Ossetian militias.
Particularly, during the last five years, Georgians living around the Administrative Boundary Line (ABL), have been systematically exposed to arbitrary arrests, unlawful detentions and abductions, resulting in physical abuse and other inhumane treatments. The de facto authorities, together with Russian military forces, massively discriminated the ethnic Georgians – intimidation, harassment, humiliation and other acts of ill-treatment were designed to terrorize or to push Georgians to flee from their native territories. More precisely, during last five years, due to the mass militarization of South Ossetia/Tskhinvali Region (build up of military bases, deploying around 3500 Russian troops), the local population tremendously suffered from the violation of their basic rights – freedom of movement and the adverse impact on their livelihood, destruction and plunder of their property belongings, etc. and continue to suffer, as of the so called process of building new border with Georgia.
As a matter of fact, in the post war period, efforts are made to end the hostilities and switch to peacemaking and/or conflict management process, where the outside parties engaged in peace enforcement and conflict mitigation. In the case of the Russia-Georgia war, the Six-Point Ceasefire Agreement had been reached to end hostilities and an outside party, the European Union Monitoring Mission (EUMM), was set up to seek stabilization, normalization, confidence building amongst the relevant authorities and “help make sure that the local people are living in a safe and secure environment”. The efforts to keep the conflict from re-escalation succeeded, as the fighting subsided and military conflict terminated. Therefore, post-war activities helped to reduce tensions, moving the conflict from a state of war to a state of crisis. However, the efforts at peacemaking failed, as peace enforcement never actually happened.
One of the main reason, why a state of crisis constantly fluctuates and sends signals to re-escalation, is directly related to continual land appropriation. Instead of fulfilling the obligation as stated in the principle five of the Six-Point Ceasefire Agreement: “Russian armed forces to withdraw to the positions held before hostilities began in South Ossetia.”, The Russian Authorities continue to penetrate and seize Georgian territories along the ABL. Therefore, Russia plays its own game in the Caucasus and has no interest in managing conflicts and making peace. On the contrary, it deliberately continues to destabilize the situation and create chaos that seems to suit Russia’s interests.
Therefore, the process is, fairly, called the Crawling/Creeping Occupation, as for its character of jutting about 1000 meters south, further into Georgia – drawing a new border between Georgia and its breakaway province of South Ossetia/Tskhinvali Region, by installing a new Berlin Wall – metal border fences unilaterally – impeding the freedom of movement of ethnic Georgians and the appropriation of their belongings.
The installation of barbed wires and fences started after the August War and was in progress during 2009-2012 around the villages of Gori, Kareli and Kaspi region. The process intensively continues currently in 2013, and rapidly covers the villages belonging Gori, Kareli, Akhalgori regions, which raises tensions locally and internationally.
In September, the situation turned even more dramatic. Russians and Ossetians claimed the border is in fact deeper into villages of Ditsi and Dvani, and continue to build actual fences. While local Georgian civilians, together with Georgian armed forces, have no plans to resist. As a result, residents are currently forced to evict, as their houses are crossed by the Occupation line, Russian and Ossetian forces claim to be the new borderline. Sadly, three families – Mekarishvili, Makhachashvili and Korashvili living in Dvani, were pressured to abandon their homes. Consequently, families dismantled their property, took their belongings and fled.
The fact demonstrates, that Russia will never agree to stable peace in the region. Instead of following the Six-Point Ceasefire Plan, where Russian armed forces were to pull back on the line, preceding the start of hostilities, it purposely penetrates deeply in Georgia, to tease the new government, demoralize, raise tensions and finally break the country. Moreover, instead of finding solutions for peaceful co-existence, or building confidence and reconciliation, the Russian authorities decided to build a Berlin Wall of barbed wire entanglements and, whilst,  impeding the right of return of the displaced people.
In the meantime, the Georgian society has mobilized and has been planning to take  action against the occupation of their country. During the last week of September, civil society members, journalists and students organized protests against the crawling occupation, visiting the ABL and the local population to show their support. In total around 35 foreign journalists and analysts, high profile officials, Embassy representatives in Georgia arrived in Ditsi and Dvani to evaluate situation on the ground. Also 28 Ambassadors of the EU Member States went on patrol to Ditsi, Ergneti and Zardiantkari to witness the situation along the ABL. Activism in the region significantly raised interest and concerns on local and international levels.
“We note with concern the continued and increasing activities by Russian security forces to erect fences and other physical barriers along the administrative boundary lines of the occupied territories in Georgia,” U.S. State Department spokeswoman Marie Harf said.
“It has a negative impact on the situation on the ground, and it affects the lives of those citizens of Georgia who live on either side of the administrative boundary lines,” Rasmussen stated. “I call for the removal of these barriers.” He also called upon Russia “to reverse its recognition of the South Ossetia and Abkhazia regions of Georgia as independent states.”
Catherine Ashton, the EU’s high representative for foreign affairs and security policy, called on the barriers to be removed and expressed “profound concern” over “the continued and increasing activities by Russian security forces to erect fences and other obstacles along administrative boundary lines in Georgia.”
After the strong signals and statements were voiced towards Russia, on October 3, 2013, Dvani residents noticed how Russian border forces temporarily terminated the installation of fences and took all the equipment away. Hence, international involvement and peaceful activism appears to be helpful so far, although nobody assures, Russia is going to stop building a new Berlin Wall in Georgia in the future.
Nevertheless, it is a fact, that strong international support and on time engagement could have a positive impact to prevent conflicts and keep peace. Even though, on a longer perspective, due to Russia’s irrational politics and realism in the region, it will be hard to predict, whether Georgians should wait for 30 more years to “TEAR DOWN THIS WALL”.

Wednesday, August 21, 2013

GEOPOLITIC: Georgia: Is Moscow Building Another Berlin Wall? By Molly Corso (isnblog.ethz.ch)

Russian soldiers pullout of Gori city 18 Aug 2008. Image by Bohan Shen/Flickr.
(isnblog.ethz.ch) Whenever Ilya Beruashvili hears his dog bark, he knows the Russians are at the gate.

For the past five years, Beruashvili, 53, who lives on the outskirts of the Georgian village of Ditsi, has watched from his windows as Russian soldiers stationed in the neighboring separatist territory of South Ossetia have patrolled the fields he used to farm.

They are coming ever closer. A few months ago, soldiers started building a fence just a stone’s throw from his shed, a structure that will leave Beruashvili’s house and fields outside of Georgian jurisdiction and inside Russian-guarded, breakaway South Ossetia.

Under the terms of the 2008 cease-fire agreement between Georgia and Russia, the area, just a few kilometers east of the South Ossetian capital, Tskhinvali, lies in territory where Russian troops should not be. But that hasn’t stopped the Russians from building a barrier there.

Zigzagging through 15 Georgian villages, the 27-kilometer-long fence has divided families and cut people off from their livelihoods, separating farmers from their fields and orchards. It cuts off access to cemeteries and water supplies for ethnic Georgians, as well as health services and pensions for some ethnic Ossetian families.

In Ditsi, the fence is made of green plastic material. In other villages, like Khurvaleti, a tiny farming hamlet about 69 kilometers west from the Georgian capital, Tbilisi, it is barbed wire.

Wherever it stretches, it stands as a reminder of Russia’s failure to abide by the terms of the 2008 cease-fire – and of the inability of Tbilisi and the international community to hold Moscow to account.

The structure, though, is nothing new. In 2010, Beruashvili recounted, Russian troops tried to set up markers to extend South Ossetia’s frontier into his front yard. He was able to keep them out then – allegedly, by yelling at them that they were frightening his mother.

Russian soldiers first started putting up fences in this area, in the Georgian region of Shida Kartli, after the August 8-12, 2008 war, according to Ann Vaessen, a spokesperson for the European Union Monitoring Mission (EUMM), the lone international body observing the cease-fire line.

But despite protests by Tbilisi, the North Atlantic Treaty Organization and the United States that the fences constituted a violation of international law, construction is continuing.

The process has even “intensified” over the past several months, Vaessen said.
“Villages are divided, people can’t talk to each other anymore, can’t go and visit their relatives. They can’t go to the funeral of one of their close relatives,” she said.

For Hans Schneider, the German chief of the EUMM’s field office in Gori, the closest Georgian-controlled town to the conflict zone, the structure brings to mind the Berlin Wall, which divided the German city from 1961-1989.

“I saw my mother crying when she received a letter from my sister living on the other side of the barbed wire,” Schneider said, speaking in a personal capacity not intended to reflect the EUMM’s official position. “I know that we cannot completely compare the situation with Georgia. But I have seen so many mixed ethnic Ossetians and Georgian families where the mother is crying for their daughter too.”

Locals like Beruashvili see the wall as a clear restriction on freedom of movement. “They have already gated the high road. … Now they have turned back and moved in this direction and it seems they want these houses as well,” he said of houses on the outskirts of Ditsi.

Kakhaber Kemoklidze, the head of the Analytical Department at the Ministry of Interior Affairs in Tbilisi, told EurasiaNet.org that the Georgian government has repeatedly raised the topic of Russia’s fence during peace talks in Geneva and monthly meetings with Russian and South-Ossetian envoys. So far, the Kremlin has been impervious to Georgian efforts to bring about a halt in construction.
“We have to keep updating our partners and every country that has relations with Russia,” Kemoklidze said. “Russia right now does not care about the borders [between separatist South Ossetia and Tbilisi-controlled territory], but next week, next month, next year there might be an issue that they need [a] compromise on.”

In the end, he said, Georgia has to have “strategic patience.” Yet, to date, “strategic patience” has not produced any tangible benefits.

Insisting that the fence runs inside South-Ossetian territory, Russian Deputy Foreign Minister Grigory Karasin has refused to address the issue at Geneva. Georgian State Minister of Reintegration Paata Zakareishvili, the head of Tbilisi’s efforts to normalize relations with the Abkhaz and the South Ossetians, admits that the Geneva process has hit a snag.

Zakareishvili claimed that while Tbilisi has demonstrated its readiness for constructive dialogue with Moscow, the fences show that Russia is not ready to respond in kind. “But we will step over those fences,” he said, without elaboration. “The Berlin Wall was destroyed, so, fences … that is just comical.”
Georgia, he added, is betting on patience and “pragmatically looking at the situation.”

Locals living near the conflict line, however, have little reason for patience. Since the war, security concerns have prompted Beruashvili to move his three children out of his house. Alone with his mother, he tends to the few acres of orchards he can reach without risking arrest by the Russians. He waits for Georgian police to patrol the area before venturing to see his father’s grave, or to gather greens, close to land now patrolled regularly by Russian soldiers.
“The women are afraid, the elderly are afraid, we cannot bring the children here,” Beruashvili said. Russian soldiers have become more verbally aggressive of late, he claimed. “They want to take this territory,” he added.

Beruashvili, like scores of other locals, remains determined to make a stand and do everything he can to prevent his house and land from becoming, de facto, part of Russian-guarded, separatist South Ossetia. “I have set my mind to not allowing them in,” he said.

Whether such determination can succeed where international measures have failed remains to be seen.

This article was originally published by EurasiaNet.orgMolly Corso is a freelance journalist who also works as editor of Investor.ge, a monthly publication by the American Chamber of Commerce in Georgia.

Sunday, August 18, 2013

VIDEO: Years After Russia-Georgia War, Fences And Fears Remain (youtube.com)


(youtube.com) Five years after Georgia and Russia fought a brief war over the breakaway region of South Ossetia, Russia troops remain in control of the territory, and continue to tighten the region's borders. For Georgians living in the Shida Kartli region, near the administrative border with South Ossetia, the presence of Russian troops and new barbed-wire fences has meant restricted movement and a constant fear of detention. But many say that there is no resentment between them and the civilians on the other side. Video by RFE/RL's Georgian Service

Thursday, August 15, 2013

RÜCKBLICK: Nur ein kleiner Krieg am Rande Europas? Krieg zwischen Georgien und Russland. Von Silvia Stöber (tagesspiegel.de)

(tagesspiegel.de) Vor fünf Jahren begann der Krieg zwischen Georgien und Russland. Es ging um das kleine Gebiet Südossetien - aber in den USA fühlten sich Beobachter an die Lage vor dem Ersten Weltkrieg erinnert. Und Georgiens Präsident verschärfte mit falschen Behauptungen über die US-Unterstützung für sein Land die Spannungen.

Vor fünf Jahren begann der Krieg zwischen Georgien und Russland. Hier zu sehen: Panzer der russischen Armee, die am 22.August 008 aus Südossetien abziehen. Foto: dpa
Foto: dpa
"Die georgischen Häfen und Flughäfen werden unter Kontrolle des Verteidigungsministeriums der USA gestellt, um humanitäre und andere Missionen auszuführen. Das ist eine sehr wichtige Aussage, um die Spannungen zu verringern", verkündete Georgiens Präsident Michail Saakaschwili am 13. August 2008 in einer Fernsehansprache. Doch Saakaschwilis Worte waren alles andere als hilfreich, um die Lage zu beruhigen.

Fünf Tage zuvor war der eskalierende Konflikt um das abtrünnige Gebiet Südossetien in einen Krieg zwischen Georgien und Russland umgeschlagen. Die russischen Truppen brachten nicht nur Südossetien und das zweite abtrünnige Gebiet Abchasien unter ihre Kontrolle, sondern auch die Stadt Gori, die Ost-West-Route Georgiens sowie den Schwarzmeer-Hafen in Poti.

Die verbliebenen georgischen Streitkräfte hatten sich an den Rand der Hauptstadt Tiflis zurückgezogen. Die Informationslage war diffus. Trotz Erklärung eines Waffenstillstandes gab es Meldungen, die russischen Truppen würden in Richtung Tiflis vorrücken. Dies versetzte viele Menschen in der georgischen Hauptstadt in panische Angst.

Die Führung um Saakaschwili war in Endzeitstimmung. Der damalige Reintegrationsminister Temuri Jakobaschwili erinnert sich: "Es gab das Angebot, die Regierung in Sicherheit zu bringen. Wir lehnten ab. Wir entschieden: Wenn wir sterben, dann sterben wir in unseren Büros. Wir weichen nicht zurück." Saakaschwili glaubte, die Russen seien nur durch ein militärisches Eingreifen der Amerikaner zu stoppen. Als dies aber nicht geschah, behauptete er einfach, die US-Armee werde Häfen und Flughäfen Georgiens unter Kontrolle nehmen. USA wollten Konfrontation mit Russland vermeiden

Denn Saakaschwilis Behauptung war gelinde gesagt übertrieben. US-Präsident George W. Bush hatte lediglich humanitäre Hilfe an Bord von Schiffen und Flugzeugen der US-Armee angekündigt. Dies war geplant als fein austariertes Signal an die russische Regierung. Zwar hatte Bush mit einigen Kabinettsmitgliedern über die Option militärischer Hilfe für Georgien beraten. Doch war klar, dass dies auf eine direkte Konfrontation mit Russland hinauslaufen konnte. Dies wollte die US-Regierung verhindern. So beschrieb es der inzwischen verstorbene US-Diplomat Ron Asmus. Der damalige Chefberater für Europa im Nationalen Sicherheitsrat, Damon Wilson, bestätigt diese Version. Wilson zufolge hatten die US-Fregatten im Schwarzen Meer nur die übliche Bewaffnung an Bord. Saakaschwili behauptet bis heute, es hätten sich darauf auch schwere Raketenwerfer befunden.

Auf die Widersprüche in den Aussagen Saakaschwilis und der US-Regierung angesprochen, antwortet Jakobaschwili: "Details machen manchmal einen großen Unterschied." So habe zu der Zeit auf dem Flughafen von Tiflis ein amerikanisches Militärtransportflugzeug vom Typ C-17 gestanden. Die Russen hätten gefordert, es von dort zu entfernen, weil sie zwar den Flughafen angreifen, aber kein US-Flugzeug treffen wollten. Mit anderen Worten: Jakobaschwili sieht Saakaschwilis Behauptungen als legitim an, weil sie die Russen von einem weiteren Vormarsch abhalten sollten.

Doch dies hätte die Lage weiter eskalieren können, die nach Einschätzung von Fiona Hill bereits brandgefährlich war. Hill war von 2006 bis 2009 Russland-Beraterin des obersten US-Geheimdienstchefs. "Als ich die Ereignisse von Washington aus verfolgte, dachte ich an die Lage vor dem Ersten Weltkrieg. Als Studentin habe ich mich immer gefragt, wie eine solche Situation entstehen kann. In diesem Moment dachte ich: So passiert es."

Entstanden war die Situation aus einer schrittweisen Eskalation, die nicht Tage und Monate, sondern bereits Jahre zuvor begonnen hatte. Zu den eigentlichen Konflikten der Georgier mit den nach Unabhängigkeit strebenden Südosseten und Abchasen kamen wachsende Spannungen zwischen Tiflis und Moskau, bedingt durch sich widersprechende Einfluss- und Sicherheitsinteressen. Ein weiteres Element ist die tiefe persönliche Abneigung zwischen Wladimir Putin und Saakaschwili. Verschärft durch internationale Entwicklungen wie die Anerkennung des Kosovo und den NATO-Gipfel in Bukarest nahm die Eskalation Anfang 2008 ihren Lauf.

Bereits im Mai 2008 drohte ein Ausbruch offener Kampfhandlungen um die georgische Teilrepublik Abchasien. Direkte Verhandlungen zwischen Abchasen und Georgiern, teils unter Vermittlung Schwedens und der USA halfen, die Lage zu beruhigen, aber nicht zu klären. Auch der damalige deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier schaltete sich in Absprache mit den Amerikanern ein. Doch gab es Abstimmungsschwierigkeiten mit Washington. Die US-Regierung drängte auf ein Engagement der EU mit Beobachtern und Polizeiausbildern. Darauf ließ Brüssel sich aber nicht ein. Die Georgier misstrauten Steinmeier

Auch war das Misstrauen der Georgier gegenüber Steinmeier enorm. Jakobaschwili erzählt, Steinmeier habe bereits im Juli bei einem Treffen in Batumi das Szenario beschrieben, das sich Wochen später in Südossetien abspielen würde. Was als Warnung gemeint war, interpretierte die georgische Führung als Hinweis auf verdächtig enge Beziehungen Steinmeiers zu Moskau.

Auch Warnungen der US-Regierung kamen nicht an. US-Diplomaten wie Matthew Bryza beschwören, sie hätten Saakaschwili einerseits gewarnt, nicht in die russische Falle zu tappen. Andererseits hätten sie wiederholt in aller Deutlichkeit erklärt, dass die USA keine militärische Unterstützung leisten würden. Fiona Hill bestätigt indes, dass manche Personen Saakaschwili ermutigten, Namen und Herkunft will sie aber nicht nennen. So gab der georgische Präsident am 7. August den Befehl zum Angriff auf Südossetien, die russische Kriegsmaschinerie setzte sich in Gang.

Am 11. August forderte Russlands Außenminister Sergej Lawrow in einem Telefongespräch mit US-Außenministerin Condoleezza Rice nicht nur, dass die georgischen Truppen in die Kasernen zurückkehren und die Regierung in Tiflis einen Gewaltverzicht erklärt. Er verlangte auch, dass Saakaschwili zurücktritt. Rice beschreibt dies in ihren Memoiren als einen schweren Affront. In Washington rechnete man auch damit, dass die russische Armee in Tiflis einmarschieren und womöglich auch auf der ukrainischen Halbinsel Krim aktiv werden könnte. So fiel die Entscheidung für ein deutliches, aber begrenztes Signal an Russland: humanitäre Hilfe für Georgien an Bord von US-Militärschiffen und -flugzeugen.

Hill erzählt, dass es zu der Zeit praktisch nur noch einen Kommunikationskanal nach Moskau gegeben habe. Missverständnisse, widersprüchliche Informationen über die Lage im Konfliktgebiet und Fehlkalkulationen hätten die Lage erschwert. Dass aus dem kleinen Krieg am Rande Europas kein Flächenbrand wurde, sei letztlich einigen wenigen Personen mit klarem und nüchternen Kopf zu verdanken, sagt Hill. Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy habe mit seinem beherzten Eingreifen die Lage gerettet, auch wenn er für seine Vorgehensweise und die Vereinbarungen im ausgehandelten Waffenstillstand viel kritisiert worden sei. Am Ende führte Sarkozy herbei, was die EU zuvor immer abgelehnt hatte: Seit Oktober 2008 ist sie mit einer Beobachtersituation vor Ort. Die Beobachter tragen seither dazu bei, dass die Lage relativ ruhig geblieben ist.

Wednesday, August 14, 2013

PODCAST: Verhärtete Fronten im Kaukasus - Fünf Jahre nach dem Krieg um Südossetien. Von Gesine Dornblüth (dradio.de)

Podcast hören: Verhärtete Fronten im Kaukasus
Fünf Jahre nach dem Krieg um Südossetien
Von Gesine Dornblüth

(dradio.de) Am Abend des 7. August 2008 feuerte die georgische Armee Granaten auf die abtrünnige Teilrepublik Südossetien. Russland kam mit seiner Militärmacht den Südosseten zu Hilfe - und erkannte die Region als Staat an. Hoffnung auf eine Annäherung von Georgien und Russland gibt es derzeit kaum.

Russische Panzer ziehen sich aus dem georgischen Gebiet außerhalb von Südossetien zurück. (Bild: AP)
In Südossetien legen die Menschen Kränze zum Gedenken an die Opfer des Krieges vor fünf Jahren nieder. Es ist ein Trauertag. Dabei haben der Krieg und vor allem die dann folgende Anerkennung Südossetiens durch Russland den Menschen das Gefühl von Sicherheit gebracht. Das sagt jeder, mit dem man in Südossetien spricht. Auch Inal Plijew, der ausländische Journalisten betreut.

"Ich habe meine Angst verloren. Dass Russland uns von der Angst befreit hat, ist eine große Tat. Zwanzig Jahre lang musste jeder damit rechnen, von irgendeinem durchgeknallten georgischen Heckenschützen erschossen zu werden. Jeden Tag. Oder, dass sein Haus beschossen wird."

Immer schon hätten die Georgier versucht, die Südosseten zu vernichten. So wird im Nachhinein die Geschichte schwarz-weiß gefärbt. In Wirklichkeit hatten Südosseten und Georgier über Jahrzehnte, auch noch in den 90ern und Anfang der 2000er-Jahre, weitgehend in guter Nachbarschaft gelebt.

Dazu, dass es im August 2008 zur Gewalt kam, hatte eine Reihe Provokationen von russischer Seite beigetragen. Russland hatte zum Beispiel völkerrechtswidrig russische Pässe an die Bewohner Südossetiens ausgegeben. Den ersten entscheidenden Schritt tat aber Georgien, als es Südossetien am Abend des 7. August mit Granaten befeuerte. Das hat eine Kommission der EU unter Leitung der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini herausgefunden.

In Georgien wurde diese georgische Schuld lange bestritten. Georgien sah sich als Opfer eines russischen Überfalls. Präsident Saakaschwili hat oft behauptet, zuerst hätten russische Panzer die Grenze überquert. Mittlerweile hat das Land eine neue Regierung. Sie will die Augustereignisse aufarbeiten. Paata Tsakareischwili, der Minister Georgiens für Reintegration:

"Der Tagliavini-Bericht ist einzigartig. Niemand hat vor, ihn umzudeuten. Wir wollen aber der damaligen Regierung unter Saakaschwili Fragen stellen, die noch offen sind. Zum Beispiel hat der Krieg am 7. August begonnen, aber Saakaschwili hat erst am Abend des 9. August den Kriegszustand verhängt. An dem Abend hat er nicht erwähnt, dass die Russen bereits am 7. August einmarschiert seien. Das hat er erst später immer wieder gesagt. Wir wollen wissen, wann er gelogen hat."

Der Tagliavini-Report der EU kam auch zu dem Ergebnis, Russland habe im August 2008 überreagiert. Das russische Militär kam damals nicht nur den Südosseten zu Hilfe, sondern rückte weiter in georgisches Kernland vor, bombardiert die Städte Gori, Poti, Kutaissi. Premierminister Dmitrij Medwedew, vor fünf Jahren Staatspräsident und Oberbefehlshaber der Truppen, wies diese Vorwürfe vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem Staatssender Russia Today zurück.

"Krieg ist Krieg. Da muss man die militärischen Objekte des Gegners zerstören. Sie hätten die Russische Armee und Zivilisten in Südossetien und Abchasien, russische Bürger, verletzen können. Wir haben keine zivilen Ziele angegriffen, auch wenn Saakaschwilis Propaganda das sagt. Das war eine rein militärische Entscheidung."

Zumindest in Gori fielen Bomben aber auch auf Wohnhäuser. Angesichts so widersprüchlicher Positionen besteht kaum Hoffnung auf Annäherung zwischen Georgien und Russland. Georgien beharrt darauf, dass Südossetien zu Georgien gehört, ebenso wie das zweite Separationsgebiet Abchasien. Russland hat Fakten geschaffen und will die Anerkennung Südossetiens und Abchasiens nicht rückgängig machen. Der russische Außenpolitiker Andrej Klimow schlägt deshalb vor:

"Wenn wir mit Georgien verhandeln, müssen wir Abchasien und Südossetien ausklammern. Denn dort finden wir erst mal sowieso keinen Kompromiss. Stattdessen sollten wir über wirtschaftliche Zusammenarbeit reden, über Kooperation in der Wissenschaft oder im Verkehr. Da gibt es vieles."

Seit einigen Wochen ist georgisches Mineralwasser wieder auf dem russischen Markt. Russland hat dabei langfristige Ziele im Blick. Es will Georgien in den postsowjetischen Wirtschaftsraum zwingen, genauer, in die Eurasische Union - eine Art Gegenstück zur EU und strategisches Projekt von Präsident Wladimir Putin. Für Georgien kommt das bisher nicht infrage. Die beiden großen politischen Lager dort sehen Georgiens Zukunft in der EU.

Saturday, August 11, 2012

FEATURE: Does Russia-Georgia-War Film Signal A Rift Between Putin And Medvedev? By Robert Coalson (rferl.org)

(rferl.org) A slickly produced film featuring some leading Russian military figures who accuse then-President Dmitry Medvedev of indecisiveness on the eve of Russia's brief August 2008 war with Georgia continues to produce shockwaves among the country's political elite.

The film has been seen as an attack on Medvedev, who is now prime minister, and a bid to portray President Vladimir Putin as a far-seeing and reliable leader.

Timed to coincide with the fourth anniversary of the conflict, in which Russian forces routed Georgian troops in just five days and which led to Moscow's recognition of the breakaway Georgian regions of South Ossetia and Abkhazia, "The Lost Day" asserts that Medvedev and his team in the Kremlin were "afraid to give the command" to launch the operation.

They had to be given a "kick" from then Prime Minister Putin, who was in Beijing for the Olympic Games at the time.

It features a number of military figures, most prominently former chief of the General Staff General Yury Baluyevsky.

As the ominous-sounding narrator of the film states, the main message of "The Lost Day" is that avoidable causalities were incurred because of Medvedev's indecision.

"All the experts in this film agree that there was an inexplicable and tragic loss of time," the narrator says. "And what was needed from the country's leaders at that moment? That they would stop thinking about their own image. That they would stop conducting humiliating consultations with foreign partners. That they would acknowledge that a war had been launched and remember their obligation to protect civilian lives and military personnel. This is really a matter of great official responsibility."

No Longer In Tandem

Igor Bunin, head of the Moscow-based Center for Political Technologies, told the Russian news agency RosBalt that there are elements within the ruling elite who want to remove all vestiges of the "tandem" arrangement that prevailed while Medvedev was president.

Those elements want to see Medvedev reduced to the role of "a technical prime minister" with no room for independent action, Bunin says.

Nikolai Petrov, an analyst with the Moscow Carnegie Center, doesn't go as far as Bunin, arguing that Medvedev is already a very weak prime minister. But he does see a "revision" being undertaken of Medvedev's time at the helm.

"It is clear that a revision is going on of the already not-very-rich inheritance of the Medvedev presidency," he said. "In this sense, we can say this film is a continuation of what parliament and United Russia have been doing quite openly by reversing a whole series of [Medvedev's] initiatives."

Petrov argues that, Putin is psychologically uncomfortable with the idea of Medvedev receiving credit for things that happened during his presidency when Putin himself was actually the one in charge.

But he adds that Putin is nevertheless satisfied with the current political arrangement -- for the time being, at least:

"Medvedev -- no matter how weak and even comical he looks now -- nonetheless still embodies some sort of stability for some people in the West and some sort of hopes for Russia's democratic development," he said. "I think that Putin isn't interested in belittling Medvedev or weakening his image because then this effect will be lost."

Political Ambitions

However, an analysis by journalist Mikhail Rostovsky in the daily "Moskovsky komsomolets" on August 9 notes that Medvedev genuinely expected to be allowed to run for a second term as president.

It also claims that Putin was not pleased when Medvedev said he would step down peacefully only in exchange for being named prime minister.

Medvedev has made no secret of the fact that he would like to run for president again in 2018. However, he has never had the support of the powerful siloviki faction of the ruling elite -- those with ties to the military, the security services, and the defense industry -- informally headed by former Deputy Prime Minister and close Putin insider Igor Sechin.

According to Vladimir Pribylovsky, a Moscow-based political analyst, this is where Medvedev will face the greatest challenge to his political ambitions.

"The main political conflict in the country is between Sechin and Medvedev," he said.

Written in Prague by Robert Coalson based on reporting from Moscow by RFE/RL Russian Service correspondents Valeria Shabayeva and Danila Galperovich


Thursday, August 09, 2012

REPORTAGE: Georgia: War IDPs Fight Ongoing Battle with Povert. By Molly Corso (eurasianet.org)

(eurasianet.org) On the fourth anniversary of the 2008 war between Georgia and Russia over the breakaway region of South Ossetia, many of the tens of thousands of Georgians who were displaced by the conflict are still fighting – to find a job.

Those Georgians who fled South Ossetia (and the Upper Kodori Gorge in breakaway Abkhazia) in 2008 for Georgian-controlled territory received millions of dollars’ worth of emergency and humanitarian aid in the months following the war. But that assistance dried up in 2010.

The transition to self-reliance has not been easy, said Nana Chkareuli, an Internally Displaced Person (IDP) from the South Ossetian village of Akhalgori who runs an organization for youth on both sides of the conflict.

“When you go on the street, you can see that people have built things, and they are planting things in their yard. It shows that people are living here and they can fight [to survive],” said Chkareuli, referring to Tserovani, an IDP settlement of 22,000 people. It is located about a 20-minute drive from South Ossetia.

“But it is still very hard,” Chkareuli added. “Someone is doing something, but others don’t have any work or income.”

For 39-year-old Tserovani resident Ia Ikaladze, the daily scramble to restore a semblance of normalcy has eclipsed dreams of returning home to South Ossetia. Ikaladze, her husband and two children were forced to flee Tamarasheni, an ethnic Georgian village near Tskhinvali, South Ossetia’s main city, at the outbreak of the August 8-12, 2008 war. They arrived in Tbilisi with just the clothes on their back, and took refuge in a temporary shelter.

Today, Ikaladze earns 200 lari ($120.60) a month as a shop clerk. Together with her husband’s salary and a 112-lari ($67.64) monthly state allowance, the family is making ends meet, she said. “At least I work here. I have a little salary,” Ikaladze said. “There are other families that don’t even have that, and imagine [how difficult it is] during the winter.”

Finding a job is hard anywhere in Georgia; official unemployment stands at 15.1 percent, but unofficial estimates are much higher. Just over two-thirds of 6,299 respondents in a June survey for the Washington, DC-based National Democratic Institute identified themselves as unemployed.

State employment, however, has been helpful, with the government hiring IDPs to serve in a variety of capacities, including police officers, teachers, nurses, and soldiers. Data on the number of IDPs so employed is not available.

In the rural areas where the government built most of the 38 IDP settlements, agriculture offers the only real employment opportunities.

Although many IDPs are farmers by background, few have resumed working in the fields. In Tsintskaro, an IDP settlement in rural southern Georgia, families have received a one-hectare land plot with each house. But many say they lack the money for seeds, fertilizer and other basic necessities for farming.

A boy rides his bike in Tserovani, an IDP settlement a 20-minute drive away from the South Ossetia border. (Photo: Molly Corso.)The $477 million in aid provided by foreign donors like the US Agency for International Development and the European Union addressed agricultural development, among other projects, but one American academic who has researched the 2008 war’s IDPs says the assistance didn’t foster what displaced families really needed – a steady, living wage.

“People who were poor and destitute before now are much more poor and destitute,” said anthropologist Elizabeth Dunn, an associate professor of geography and international affairs at the University of Colorado at Boulder.

While non-governmental organizations and the Georgian government have been “super helpful getting infrastructure in place” for the IDP settlements, it’s a salary that can “change the fortunes for a family,” Dunn said.

IDPs with easily transferable skills -- wedding singers or craftsmen, for instance -- have been better able to support their families, but farming, at best, only “supplements people’s diet,” she added.

IDP rights advocate Zurab Bendiashvili agreed, calling the NGO and government programs “a drop in the ocean” of need.

Over the next four years, the government has pledged to spend 4 billion laris ($2.4 million) on agriculture, an economic sector that employs the majority of Georgians, but accounts for less than 10 percent of Gross Domestic Product.

How those reforms will impact IDPs is not yet clear. Tamar Martiashvili, a deputy minister at the Ministry of Internally Displaced Persons, told EurasiaNet.org that the government is creating a “new assessment program” that will set up programs to help IDPs address the pressing issues, like employment. The government’s newly established State Employment Ministry also will include IDPs in its database of job hunters, she added. Representatives of the State Employment Ministry could not be reached to elaborate on its plans for IDPs.

The lack of job opportunities adds to IDPs’ general sense of insecurity, noted Chkareuli. “We don’t know if we will be here or there… We don’t see where our place will be in five years,” she said. “I think that everything starts from [stability] … and economic development.”

For IDP Ikaladze hope for a better future persists despite the economic difficulties. “I don’t know where the hope comes from, but I still hope,” she said. “If you just think nothing will happen, you could go crazy.”

Editor's note: Molly Corso is a freelance journalist who also works as editor of Investor.ge, a monthly publication by the American Chamber of Commerce in Georgia. 

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Foto: Millions of dollars in humanitarian aid poured in to Georgia after the 2008 war over South Ossetia, assuring housing for the displaced, but the transition to self-reliance since 2010 has been difficult. Here, a boy rides his bike in Tserovani, an IDP settlement near the South Ossetia border. (Photo: Molly Corso.)