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Sunday, November 10, 2013

ARMENIEN: Aufgerieben zwischen Putin und Ashton. Von Markus Bernath aus Eriwan (derstandard.at)

(derstandard.at) Armenien bezahlt als erster Staat für den neuen Ost-West-Konflikt: Brüssel manövrierte die Kaukasusrepublik in eine Position, in der sie zwischen der EU und Sicherheit durch Russland wählen musste.
 
Zum Greifen nah, aber doch unerreichbar: Ähnlich wie der Ararat ist auch die EU für Armenien dahin.
foto: markus bernath
Im Entwurf steht jetzt eine Lücke. Drei Wochen vor dem Gipfeltreffen in Vilnius weiß die EU nicht, was sie mit Armenien anfangen soll. "Ich verstehe sie nicht", sagt Arsen Ghasarjan, der Großunternehmer, über die Leute in der EU-Kommission. "Ganz Europa braucht den russischen Markt. Ich auch. Welchen Sinn macht es, Russland anzugreifen? Man kann nicht über verstärkte Integration reden und die Worte des Kalten Kriegs benutzen."
Arsen Ghasarjan ist sauer auf Brüssel, und Brüssel ist verstört über die Armenier und das diplomatische Debakel. Vier Jahre haben die Kommission und die EU-Außenpolitikbeauftragte Catherine Ashton mit der kleinen Kaukasusrepublik über ein Assoziierungsabkommen und den Beitritt zu einer Freihandelszone verhandelt. Im Sommer war alles unter Dach und Fach. Dann kam Wladimir Putin. Der russische Präsident lud Armenien in die neue Zollunion von Ex-Sowjetstaaten ein. Armeniens Präsident sagte Ja. Er hatte keine Wahl. Brüssel hätte es wissen müssen.

Der fatale Punkt

"Wir haben unseren EU-Partnern immer gesagt, dass es Armeniens Anliegen ist, seine Beziehungen mit der EU zu entwickeln, jedoch niemals auf Kosten seiner strategischen Partnerschaft mit Russland", sagt Samuel Farmanjan, der die armenische Delegation in der gemeinsamen Kommission des EU-Parlaments leitet. "Wenn wir an den Punkt kommen, an dem wir eine Wahl treffen müssen, hat Armenien keine andere Option, als seine Sicherheit zu wählen."
Die russische Zollunion ist unvereinbar mit einem Beitritt zu einer Freihandelszone der EU, so hat die Außenpolitikbeauftragte Ashton schon während der Verhandlungen gewarnt. Für Brüssel ist Armenien nur ein kleiner Markt von drei Millionen Menschen, eingeklemmt zwischen der Türkei und Aserbaidschan, zwei feindseligen Nachbarn, die ihre Grenzen geschlossen halten. Der politische Schaden aber scheint nun enorm. Es geht um Brüssel gegen Moskau, um großzügige Ideen gegen harte Machtpolitik. Die EU hat die "Ostpartnerschaft", 1000 Seiten lange Assoziationsabkommen, mit denen Armenien, Georgien, Moldau oder die Ukraine näher an die Union gebracht werden sollen. Russland aber hat das Gas und die Soldaten.
In Gyumri, Armeniens zweitgrößter Stadt, liegt die 102. Basis der russischen Armee, das größte Kontingent im Südkaukasus. Für die Armenier sind die russischen Soldaten ein psychologischer Puffer zum Nachbarn Türkei und eine Art Versicherung für den Fall, dass Aserbaidschan einen Krieg beginnt; Moskau - so die Hoffnung - wird wohl bei einem Konflikt um die Enklave Berg-Karabach einschreiten. Nichts, was die Europäer tun würden. Der Kaukasuskrieg 2008 war den Armeniern eine Lehre. Als Russland in Georgien einmarschierte, sah die EU erst zu und schrieb dann einen Friedensplan auf, an den sich Moskau bis heute nicht hält.
"Wenn Armenien in den zurückliegenden Jahren nur irgendeine Sicherheitsgarantie von der EU oder den USA erhalten hätte, wäre die Lage jetzt vielleicht anders", sagt eine Armenierin, die aus der Diaspora im Westen stammt und nun in Eriwan arbeitet. "Seien wir ehrlich: Die EU hat sich nie um die Karabach-Frage gekümmert", sagt Naira Sohrabjan, die Vorsitzende des Ausschusses für EU-Integration im armenischen Parlament.
Sohrabjan, eine führende Politikerin der unternehmerorientierten früheren Regierungspartei Wohlhabendes Armenien, ist frustriert. "Ich habe den Eindruck, dass einige in Brüssel nicht richtig kalkuliert haben." Armenien hätte nie in eine Position gedrängt werden sollen, in der es sich zwischen Europa und Russland entscheiden muss.
Farmanjan, ein aufsteigender Politiker der regierenden Republikanischen Partei, sieht ein anderes Versäumnis der EU. Diese hätte Druck auf Ankara machen müssen, damit die 2009 geschlossenen Normalisierungsabkommen mit Armenien auch ratifiziert und umgesetzt würden: "Hätte die Türkei die Grenzen geöffnet, hätte dies die gesamte Geopolitik und den Integrationsprozess in der Region geändert." Aus Solidarität mit Aserbaidschan hatte die Türkei während des Karabachkriegs vor 20 Jahren die Grenze nach Armenien geschlossen.
Die Stimmung in Eriwan ist dieser Tage gedrückt. "Es schmerzt mich, dass unsere Kooperation mit der EU geschwächt ist", sagt Naira Sohrabjan: "Unser Platz ist in der europäischen Familie." Putins Zollunion aber, der derzeit neben Russland nur Weißrussland und Kasachstan angehören, bedeutet für viele Politiker und NGO-Vertreter in Eriwan Stagnation, kein Modell für die weitere Demokratisierung Armeniens.
Einige behaupten tapfer das Gegenteil. "Unsere Produkte werden billiger" , glaubt Hermine Naghdaljan, Vizepräsidentin des armenischen Parlaments. Die Hälfte der armenischen Wirtschaft hänge ja von Russland ab. Das Bild ist differenzierter: Über ein Drittel der Exporte gehen in die EU, ein Fünftel nach Russland.
Arsen Ghasarjan, Chef des größten Frachtunternehmens in Armenien und Präsident eines Industriellenverbands, kritisiert die Frontstellung der EU gegen die Zollunion. "Weshalb zieht man Mauern hoch zwischen diesen beiden Zonen? Wirtschaftlich macht es keinen Sinn. Politisch vielleicht für einige Leute in Brüssel." Was für Armenien gelte, sei ebenso richtig für die viel größere Ukraine, sagt Ghasarjan: Die Abhängigkeit vom russischen Markt sei eine Tatsache. "Wenn die Ukraine allein der EU-Freihandelszone angehört, kann man sich leicht ausrechnen, dass in einem Jahr die Hälfte ihrer Wirtschaft zusammengebrochen ist. In der EU-Kommission wird dann dafür niemand die Verantwortung übernehmen."

Kampf um die Ukraine

Der "Kampf um die Ukraine", so heißt es in Eriwan, ist das eigentliche Thema des neuen Ost-West-Konflikts. Armenien hat nur als Erster dafür bezahlt. Wie es nun weitergehen soll? "Die Tür zur EU ist zu, aber sie ist nicht verriegelt", glaubt Samuel Farmanjan. Er sieht Spielraum für ein abgespecktes Abkommen zwischen der EU und Armenien beim Gipfel in Vilnius Ende des Monats. Ähnlich vage Hoffnungen verbreitet auch die Brüsseler Kommission. (Markus Bernath aus Eriwan, DER STANDARD, 6.11.2013)

Thursday, February 21, 2013

PRÄSIDENTENWAHL: Planwirtschaft der Oligarchen in Armenien. Von Benjamin Triebe (nzz.ch)

(nzz.chDie armenische Volkswirtschaft ist klein und «abgeschlossen». Weil niemand gegen sie vorging, haben Oligarchen ihre eigene Planwirtschaft errichtet.

Der alte Präsident Armeniens ist auch der neue, wie die Wahlkommission des kleinen Staates im Südkaukasus am Dienstag bestätigt hat. Sersch Sargsjan wird weitere fünf Jahre die Geschicke des rund 3 Mio. Einwohner zählenden Landes lenken. Auf den ersten Blick scheint es, als verfüge Armenien über eine von breitem Unternehmertum geprägte Wirtschaft: Im «Index of Economic Freedom» der Heritage Foundation belegt es Platz 38 von 177. Das Barometer «Ease of Doing Business» der Weltbank sieht Armenien auf Rang 32 von 185, vor Luxemburg, Belgien und Frankreich. Aber das ist nicht die ganze Wahrheit: Die Armenier leiden unter einer Vielzahl von Oligopolen, die das Leben absurd verteuern, die Entwicklung des Landes enorm behindern und zur verbreiteten Armut beisteuern.

Die eingangs genannten Rankings erfassen nur, wie leicht sich ein Unternehmen gründen und betreiben lässt. Sie verraten nicht, wie wettbewerbsfreundlich der Markt ist, in dem sich der Entrepreneur niederlassen will. Und in Armenien kontrolliert eine Handvoll einheimischer Oligarchen mit ihren Unternehmen fast jeden Markt der wichtigsten Waren des täglichen Bedarfs. Eine Mitte Februar publizierte Studie der Hrayr Maroukhian Foundation, eines Think-Tanks in Erewan, zeichnet ein düsteres Bild: Ein Rohwarenmarkt mit niedriger Konzentration, wo die drei grössten Unternehmen weniger als 45% des Umsatzes auf sich vereinen, ist selten zu finden (vgl. Tabelle). Das hält die Preise hoch, verhindert Innovationen und fördert die Schattenwirtschaft.

Berüchtigt ist der Zuckermarkt, wo de facto ein Monopol herrscht. Ein einziges Unternehmen importiert und kontrolliert 99% des Absatzes. Von 2003 bis 2011 wurde Zucker in Armenien mit einer durchschnittlichen Gewinnmarge von 238% verkauft (wenn man den Ladenpreis mit dem Wert am Weltmarkt vergleicht). Nicht viel besser ist die Lage bei Kraftstoff. Armenier mussten von 2005 bis 2011 durchschnittlich $ 0.98 für einen Liter Benzin bezahlen; am Weltmarkt waren es $ 0.55. Deswegen werden in Armenien nach Bloomberg-Daten drei Viertel der Autos mit Erdgas betrieben.

Der Missstand ist natürlich Präsident Sargsjan bekannt – aber die Stabilität der Elite beruhte bisher auf der Kollaboration mit den Oligarchen, die nicht selten selber politisch tätig waren. Jeder Widerstand stand unter Vorbehalt: 2009 verhängte die Wettbewerbskommission Sanktionen gegen die sieben grössten Firmen im Pharmahandel. Ein Jahr später hob die ausgetauschte Führung der Kommission den Entscheid auf. Beobachter hoffen, dass Sargsjan sich jetzt mit den Oligarchen anlegt, wo er um seine Wiederwahl nicht mehr fürchten muss (und laut Verfassung ein drittes Mal nicht gewählt werden kann).

Da die von Oligopolen kontrollierten Waren nicht nur im täglichen Leben eine sehr grosse Rolle spielen, sondern auch als Vorprodukte dienen, multiplizieren sich die Kosten im Laufe der Wertschöpfungskette. Und die ist kürzer als auch schon: Zur Zeit der sowjetischen Arbeitsteilung fertigte Armenien noch Maschinen und andere Ausrüstungsgüter; heute exportiert es meist unverarbeitete Waren wie Erze und andere Metalle. Von der globalen Wirtschaftskrise wurde das Land 2009 hart getroffen, die Schutzmacht Russland und der Internationale Währungsfonds (IMF) sprangen mit Krediten ein.

Laut dem IMF wird sich das BIP 2013 wohl auf 10,5 Mrd. $ belaufen, 4,3% mehr als im Vorjahr. Pro Armenier sind das rund 3100 $. Im benachbarten Aserbeidschan beträgt die Wirtschaftsleistung pro Kopf mehr als doppelt so viel. Aber Armenien besitzt nicht nur kein Erdöl und Erdgas, es ist auch mit Aserbeidschan zerstritten – genau wie mit dem westlichen Nachbarn Türkei. Offen sind die Grenzen nur zu Georgien und Iran, was der Wirtschaft im letzteren Fall nicht viel nützt. Armenien ist eine kleine, im Wortsinne «abgeschlossene» Volkswirtschaft. Das macht sie leicht kontrollierbar, und noch können die Oligarchen das nutzen.

Wednesday, December 19, 2012

WISSENSCHAFT: „Der neue Kaukasus beginnt an den Universitäten“. Von Tanja Eisenach (idw-online.de)

(idw-online.de) Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Giorgi Khubua, georgischer Gastprofessor an der Universität Bamberg, hält die Entwicklung einer gemeinsamen kaukasischen Identität nach dem Vorbild Europas für den erfolgversprechendsten Weg zur dauerhaften Friedenssicherung. Den Beginn eines solchen Prozesses sieht er in wissenschaftlichen Kooperationen, wie sie beispielsweise die Universität Bamberg in Form eines Kaukasus-Kompetenzzentrums realisieren will.

Giorgi Khubua hat sein ganzes berufliches Leben an Universitäten verbracht und eine rein akademische Karriere eingeschlagen. Er studierte Jura in Tiflis und kam für Forschungsarbeiten zum ersten Mal mit 30 Jahren nach Deutschland. Seitdem lehrte und forschte er an Universitäten in Tiflis, Speyer, Heidelberg, Hannover, Jena und München. Von 2006 bis 2010 war Giorgi Khubua Rektor der Staatlichen Universität in Tiflis und damit vornehmlich mit administrativen Aufgaben betraut – „mit der Gefahr der wissenschaftlichen Dequalifikation“, wie er zugibt.

In der Zeit seines Rektorates gab es auch erste Kontakte zwischen ihm und der Bamberger Universitätsleitung. Als Rektor kämpfte er für die Freiheit der Wissenschaft: Die Universität Tiflis wahrte Distanz zur Politik, es gab kritische Veröffentlichungen der Professoren. „Die Universität darf keine Zweigstelle der Politik sein“, fordert der Wissenschaftler. Er ist sich bis heute nicht sicher, ob es diese Haltung war, die seine Karriere in Georgien beendete. „Vielleicht waren wir zu idealistisch. Nach den Wahlen und der Rosenrevolution 2003 haben wir gehofft, Georgien würde sich an demokratischen Standards nach europäischem Vorbild orientieren.“

2010 gab es verschiedene Vorwürfe gegen seine Person. Khubua versuchte zwar zunächst, seinen und vor allem den guten Ruf der Universität zu schützen, die sich auch zu Sowjetzeiten für Freiheit und Unabhängigkeit eingesetzt hatte. Die Professoren standen zu ihm. Trotzdem trat er unter politischem Druck gegen ihn und seine Familie im August 2010 als Rektor zurück, ein Jahr später wurde ihm auch sein Lehrstuhl entzogen. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bereits an der Universität in Jena, finanziert durch Stipendien der Alexander-von-Humboldt-Stiftung, des DAAD und der Volkswagenstiftung. Seit August 2012 ist er Gastprofessor am Institut für Geographie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, wo er das Wintersemester 2012/13 lehrend und forschend verbringend wird.

„Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird“

An seinem Glauben an die Wissenschaft konnten weder die Vorwürfe noch der politische Druck etwas ändern. Für Khubua ist eine wissenschaftliche Kooperation die Grundlage für politische Zusammenarbeit in der konfliktträchtigen Region Kaukasus, in der unterschiedlichste religiöse, ethnische und politische Interessen aufeinanderprallen und immer wieder zu blutigen Auseinandersetzungen führen. Seine politische Vision: die Entwicklung einer gemeinsamen kaukasischen Identität. „Im Moment steht die nationale Zugehörigkeit und Ethnozentrismus im Vordergrund.“ Die aktuellen Herausforderungen können die Nationalstaaten allein jedoch nicht lösen, dafür seien sie zu klein: Demokratie etablieren, Militärkonflikte vermeiden, Korruption bekämpfen, wirtschaftliche Stabilität schaffen. „Für die Politik ist es jedoch unpopulär und ein sehr unsympathischer Gedanke, eigene Souveränität aufzugeben, um eine regionale Institution zu gründen, die über den Nationalstaaten steht.

Der Wissenschaftler denkt dabei an eine Institution wie es die EU für Europa war. „Auch wenn das fast wie eine politische Utopie klingt.“ Für eine regionale Kooperation sei zuerst eine kritische Selbstreflexion der beteiligten Länder notwendig, und die könne am besten innerhalb der Wissenschaft beginnen. „Denn Wissenschaft ist mobiler, dynamischer und nicht der politischen Konjunktur unterworfen“, erklärt Khubua. „Der neue Kaukasus beginnt an den Universitäten. Schon der spanische Philosoph José Ortega y Gasset erklärte: Von dem, was man heute an den Universitäten denkt, hängt ab, was morgen auf den Plätzen und Straßen gelebt wird.“ Wenn der Diskurs erst einmal gestartet sei, werde er in Bewegung bleiben, auf wissenschaftliche Kooperation werden Kooperationen in weiteren Feldern folgen.

Kaukasus-Kompetenzzentrum in Bamberg

Doch damit eine solche wissenschaftliche Kooperation gelingt, braucht es neutrale Dritte – eine deutsche Universität wie Bamberg beispielsweise. Die Universität plant deshalb, ihre Kooperationen im Kaukasus zu intensivieren. Im September 2012 war eine Bamberger Delegation in Kutaisi (Georgien), um weitere Vorbereitungen für deren Masterstudiengang European Studies zu treffen: Georgische Studierende werden nun voraussichtlich ab dem Wintersemester 2014/15 ein Auslandssemester in Bamberg absolvieren. „Wir haben ohnehin vorhandene Module für diesen Studiengang ausgewiesen und bekommen dafür Austauschstudierende und damit auch Austauschplätze“, erklärt der Vizepräsident für Lehre und Studierende, Prof. Dr. Sebastian Kempgen.

Auch mit Eriwan (Armenien) soll ein Austauschprogramm vor allem im Bereich Geschichte, Politik und Kultur aufgebaut werden. Prof. Dr.-Ing. Rainer Drewello, Direktor des Instituts für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte an der Universität Bamberg, ist darüber hinaus gefragter Fachmann für Restaurationsvorhaben an Weltkulturerbestätten in Armenien. Das größte Projekt wird aber ein Kompetenzzentrum für die Region Kaukasus in Bamberg sein. „Im Augenblick diskutieren wir ganz unterschiedliche Kooperationsformen, zwischen einzelnen Instituten, wie z.B. Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft oder Germanistik bis hin zu einem gemeinsamen Area-Studies-Studiengang“, resümiert der Vizepräsident. Dabei wolle man die vornehmlich linguistischen Kompetenzen, die bereits an anderen Universitäten etabliert sind, nicht duplizieren, sondern eine interdisziplinäre Kombination aus Sprach-, Geschichts- und Kulturstudien anbieten, die mit geographischem, politischem, wirtschaftlichem und sozialwissenschaftlichem Verständnis für die Region angereichert wird.

Auch die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) soll mit ihren Möglichkeiten einbezogen werden. „Konkurrierende Projekte an anderen bayerischen Universitäten sind nicht in Sicht“, gibt Präsident Prof. Dr. Dr. habil. Godehard Ruppert seine Einschätzung wieder. Ein Stellenwunsch sei beim bayerischen Wissenschaftsministerium hinterlegt, denn: „Ohne zusätzliche Ressourcen geht es im Augenblick nicht. Erst wenn die großen Studierendenjahrgänge die Universität verlassen haben, ergibt sich unter Umständen eine Möglichkeit, neue Bereiche auch mit eigenen Ressourcen zu stärken“, so der Präsident. Die Universität Bamberg bringe jedenfalls für das Vorhaben beste inhaltliche Voraussetzungen mit, da sie mit den Fächern Slavistik, Turkologie und Iranistik bereits die Nachbarregionen abdecke.

Das bestätigt auch Giorgi Khubua, und er ist sich sicher: „Dies alles kann helfen, eine kaukasische Identität zu schaffen“. Die wäre dann zwar künstlich konstruiert – das sei die europäische aber ebenfalls. „Ich fühle mich noch nicht als Kaukasier, sondern als Georgier. Aber der europäische Gedanke gibt mir Hoffnung für den Kaukasus.“

Kontakt:
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tanja Eisenach, Pressereferentin
Kapuzinerstraße 16
96047 Bamberg
Tel. +49 (0) 951 / 863 1023
Ansprechpartner: Prof. Dr. Giorgi Khubua 
Tel.: 0176-32475521 

Saturday, September 29, 2012

RESEARCH: Presentation of the Regional Scholarship Programme in Yerevan (ge.boell.org)

(ge.boell.orgSince 2003, the Heinrich Böll Foundation has run a yearly “on site” scholarship programme for up-and-coming academics in the social sciences from all South Caucasus nations. The researchers (maximum age 35) work at their home places on individual interdisciplinary projects in the fields of contemporary history, politics, gender, critical sociology and sustainable urban development.

The scholarship program is orientated expressly at social science research in the South Caucasus.

It endeavors to:
support young social scientists in carrying out individual and interdisciplinary research; enact a methodological and substantive renewal of the study of history and social sciences in the South Caucasus; promote regional cooperation among young academics in the South Caucasus.

This year, the Heinrich Böll Foundation South Caucasus Regional Office announces a call for applications for obtaining funding for research projects in 2013. In this regard, the Foundation is pleased to invite interested young researchers and representatives of civil society in Armenia to the presentation of its Regional Scholarship Programme in Yerevan on Wednesday, 3 October, 2012, at 18:00.

Address:
15, Charents str., Yerevan (Library of the Institute of Archeology and Ethnography of the National Academy of Sciences of Armenia)

SCIENCE: Programme of the International Conference AUTOCHTHONOUS PEOPLES OF THE CAUCASIAN-CASPIAN REGION, 5-7 October, 2012, Yerevan, Armenia (armacad.info)

(armacad.info) INTERNATIONAL CONFERENCE ON THE AUTOCHTHONOUS PEOPLES OF THE CAUCASIAN-CASPIAN REGION

5-7 OCTOBER, 2012, YEREVAN

Conference Venue:

Department of Iranian Studies, Yerevan State University A.Manoukian street, 1 PROGRAMME

DAY 1

5 OCTOBER 2012

8.30-9.30 Registration; Department of Iranian Studies, Yerevan State University (The participants staying in Nork Residence hotel and Armenia Hostel Dormitory will be picked up by bus at 8.10 and 8.15 correspondingly)

9.30-11.30 OPENING CEREMONY (Charents Hall)

Introductory Note

Dr. Khachik Gevorgian (Secretary of the Organising Committee) -9.30-9.35
Report of the Organising Committee

Prof. Dr. Garnik Asatrian (YerevanStateUniversity) – 9.35-9.45.

Official Greetings:

H.E. Dr. Armen Ashotian (Minister of Science and Education, theRepublicofArmenia)
Prof. Dr. Aram Simonian (Rector,YerevanStateUniversity)

Greetings of the Organising Committee’s members and guests:

Ara Papian (President, Modus Vivendi Centre,Yerevan)
Prof. Dr. Adriano V. Rossi (Italy)
Dr. Ali Abdoli (Iran)
Prof. Dr. Fakhreddin Aboszoda (Russia)
Dr. Andrey Areshev (Russia)
Dr. Timirlan Aytberov (Russia)
Prof. Dr. Irina Natchkebia (Georgia)

Keynote Speaches

Adriano V. Rossi (Italy), Iran, the Caucasus and Europe – 11.00-11.15.
Андрей Арешев (Россия), Этноконфессиональная мозаика Кавказского региона: Проблемы и пути нахождения компромиссов – 11.15-11.30

11.30-12.00 COFFEE-BREAK

S E S S I O N S

12.00-13.30 SESSION 1

Ethno-Political Issues (Room I)

Chairs: Garnik Asatrian, Matthias Weinreich

Тимирлан Айтберов (Россия). Об азербайджанизации закавказских аварцев и путях решения проблемы.
Руслан Гереев (Россия). Этноконфессиональные проблемы коренных народов Кавказско-Каспийского региона.
Aра Марджанян (Армения). Oт этнического многообразия к этническому однообразию: демографическая статистика Азербайджанской республики.

Language and Literature (Room II)

Chairs: Adriano V. Rossi, Vardan Voskanian,

Pavel Basharin (Russia). On the Problem of the Hebrew, Akkadian and Arabic Loanwords in Imperial Aramaic (on the basis of the Pahlavi Ideograms).
Shadi Davari, Mehrdad Naghzguy Kohan (Iran). A Comparative Analysis of Auxiliary Verb Constructions in Talyshi,Tati and Kurdish.
Tadevos Charchian (Armenia). Middle and Classical Persian Literary Traditions in Dagestan and Shirvan.
Elahe Taghvaei (Armenia). Lexical Features of Mazandarani Dialect.
Mir Javad Yakhchali (Iran). Toponyms of the Caspian area.

13.30-15.00 LUNCH TIME

15.00-16.30 SESSION 2

History: Modern Issues (Room I)

Chairs: Ara Papian, Timirlan Aytberov

Шахбан Хапизов (Россия). Образовательная политика в АР и вопрос социального статуса аварского языка в Закатальском регионе.

Гамзат Изудинов (Россия). Современная этнополитическая ситуация в Закатальском районе Азербайджана.

Левон Мелик-Шахназарян (Армения). Лезгиноязычные народы Южного Кавказа: Возможно ли возрождение?

History: Mediaeval and Pre-Modern Periods (Room II)

Chairs: Dariush Borbor, Irina Nachqebia

Tomasz Polanski (Poland). The Destruction of Cultural Heritage in the Kingdoms of Pontus.
Denis Hermann (France). The Armenian Bazari Community of Tabriz and the Tobacco Protest.
Sohrab Ehsani (Iran). Bani-Saj in Great Armenia.
Marek Jan Olbrycht (Poland). Armenia and Albania between Parthian Iran and the Sarmatians.

16.30 – 17.00 COFFEE-BREAK

17.00 -18.30 SESSION 3

Identity Issues (Room I)

Chairs: Caspar ten Dam, Victoria Arakelova

Альберт Эседов (Россия). Лезгинский народ как основа сохранения малочисленных лезгиноязычных этносов Восточного Кавказа.
Preeti D. Das (India). Negotiating Cultural Identities.
Александр Крылов (Россия). Традиционная религия абхазов: прошлое и современность.
Sonatullo Jonboboev (Tajikistan). The Destiny of the Languages and Cultural Heritage of People in the Cross-road of Silk Way During and After the Great Games: Badakhshan (Pamirs) as an Example.

Language and Literature (Room II)

Chairs: Tadevos Charchian, Pavel Basharin

Люсия Казарян (Армения). Типологическое сравнение глагольной системы персидского языка и гилянского.
Фахриддин Абос-зода (Россия). Проект большого “Персидско-талышского словаря”.
Асмик Киракосян (Армения). Талышский элемент в гидронимии Каспийского бассейна.
Гарник Геворгян (Армения). Так называемый “азербайджанский” стиль в классической персидской поэзии.
Фейзудин Нагиев (Россия). Названия хлебов в лезгинской лексике.

Physical Anthropology (Room III)

Chairs: Khadizhat Dibirova, Samvel Margarian

Анастасия Агджоян (Россия). Тюркоязычные народы Кавказа: взгляд со стороны генетики (анализ Y-хромосомы).
Levon Yepiskoposian (Armenia). Eastern Armenians: Aborigines or Newcomers?
Хадижат Дибирова (Россия). Ведущая роль лингвистического родства в формировании генофонда коренного населения Кавказа (по данным об Y-хромосоме).

19.30 WELCOME PARTY

DAY 2

6 OCTOBER 2012

10.00 - 13.30 CULTURAL PROGRAMME

A tour to Echmiadzin, Centre of the Armenian Apostolic Church; Departure from the main entrance of Yerevan State University – Alek Manoukian street, 1; 10.00 am.

The participants staying in Nork Residence hotel and Armenia Hostel Dormitory will be picked up by bus at 9.30

13.30 -15.00 LUNCH

15.00 -16.30 SESSION 4

Modern History and Identity Issues (Room I)

Chairs: Vadim Mukhanov, Shahban Khapizov

Татьяна Интигринова (Россия). Роль миграционных процессов в формировании общей идентичности жителей Республики Дагестан.
Вадим Муханов (Россия). Игры вокруг черкесов (к вопросу о современных интерпретациях и оценках последствий Кавказской войны XIX в. и российской политики в регионе). Рубен Мелконян (Армения). О черкесской проблеме в Турции.
Rudik Yaralian (Armenia). Iraki Kurds: Ethnic and Religious Issues.


Social Anthropology, Religion, Folklore (Room II)

Chairs: Firouz Bagherzadeh, Levon Yepiskoposian

Sima Zolfaghari (The Netherlands). “Belit” and the Bakhtiaris The Role and Importance of the Oak Tree and the Acorn in Bakhtiari Culture and Language.
Firouz Begherzadeh (Iran). The Wedding of Qassem.
Arthur Rodziewicz (Poland). Parallels Between Theology of Yezidi and Some Ancient Greek Cosmogonies.
Mahmoud Joneidi Ja’fari (Iran). On the Iranian Identity.

16.30 -17.00 COFFEE-BREAK

17.00 -18.30 SESSION 5

Media and Political Issues (Room I)

Chairs: Fakhreddin Aboszoda, Ara Marjanian

Елена Рябцева (Россия). Геополитический имидж Кавказско-Каспийского региона в российских и зарубежных СМИ: история и современность.
Ануш Стамболцян (Армения). Роль западных центров в провоцировании шиитско-суннитских конфликтов в Иране.
Ваграм Петросян (Армения). Отношения регионального правительства Иракского Курдистана с государствами Закавказья.
Саргис Асатрян (Армения). Проиранские шиитские группировки в Азербайджанской Республике.

Social Anthropology and Religion (Room II)

Chairs: Ali Abdoli, Lina Melkonian

Ali Rafie (Iran). «ویری» رسمی کهن و انسانی در میان تالشان Viri, an Old Humanistic Tradition among the Talesh.

Lina Melkonian (Iran). On the Iranian Talishis.
Roushan Goldust (Iran). گیلکان آبکنار قوم اصیل جنوبی دریای خزر
Ebrahim Safari (Iran). The Galeshis – Traditional Cattle-breeders of the South Caspian.

19.30 DINNER

DAY 3

7 OCTOBER 2012 (3d Day)

10.00 -11.30 SESSION 6

History and Political Issues (Room I)

Chairs: Andrey Areshev, Ruslan Kurbanov

Ирина Начкебия (Грузия). Некоторые сведения генерала Трезеля о Гиляне и Мазендаране (начало ХIХ века).
Давид Мартиросян (Россия). “Аджарский вопрос” в политике Российской империи второй половины XIX – нач. XX в. (характерные черты и особенности).
Руслан Курбанов (Россия). Трансформация сознания мусульманской молодежи Северного Кавказа в свете процессов глобализации

History (Room II)

Chairs: Seyyed Said Jalali, Maziar Esqandari

Ali Abdoli (Iran). مهرانیان.
Yasir Karamzoda (Iran). بررسی اشعار وطنی و ملی در تالش
Maziar Esqandari (Iran). اتحادیۀ اقوام هندواروپایی
Armin Faridi Haftkhani (Iran). نقش مرز تحمیلی در سرنوشت قوم تالش

11.30 – 12.00 COFFEE-BREAK

12.00 – 13.30 SESSION 7

Modern Political Issues: (Room I)

Chairs: Clément Therme, Vahram Petrossian

Ali Granmayeh (Great Britain). Ethnic Fault Lines in the South Caucasus: Origins and Consequences.
Caspar ten Damm (The Nethelands). Grievances, Aspirations, Honour and Revenge in Chechnya, Kosovo and Nagorno Karabakh: Causes, Consequences, and the Validity of the Brutalisation Theory.
Clément Therme (Switzerland). Iranian-Armenian Relations After the Fall of the Soviet Union.
Victoria Arakelova (Armenia). Shaping the Azerbaijani Identity in Azerbaijan Republic: Historical Background and Modern Approaches.

Art and Archaeology (Room II)

Chairs: Hamed Vahdadi Nasab, Roya Rohanian

Majid Hajitabar, Seyed Abazar Shobairi (Iran). The So-called Kubachi Wares Pottery.
Ehsan Shavarebi Moghaddam (Iran). Few Notes on Some Historical Aspects of the Sasanian Relief of Salmās.
Hamed Vahdadi Nasab, Mozhgan Jayez (Iran). Trialetian Lithic Industry, to be or not to be?

13.30 – 15.00 LUNCH TIME

15.00 – 16.30 SESSION 8

Identity Issues (Room I)

Chairs: Anzhelika Pobedonostseva, Alexandr Krylov

Анжелика Победоносцева (Россия). Армяно-курдские отношения на примере деревни Ченгелли (Кагызман, Карс).
Нино Попиашвили (Грузия). Культурная идентичность в дискурсе стран черноморского бассейна.
Энвер Абдуллаев (Россия). Роль лезгинской молодежи в сохранении исторического наследия.
Самвел Маркарян (Армения). Проблема национальной амоидентификации турок-месхетинцев. History: Medieval and Pre-Modern Periods (Room II)

Chairs: Mahmoud Joneydi Ja’fari, Shadi Davari

Elham Malekzadeh (Iran). Armenian Business Rules in Sabzevar Qajar Manuscript.
Seyyed Said Jalali (Iran). The Ethnic Situation in Derbend According to Early Muslim Geographers.
Екатерина Андреева (Россия-Армения). Личность Мирза Абу-л-Хасан-хана Ширази и его роль в развитии отношений между Россией и Персией в XIX веке.
Hoorieh Saeidi (Iran). Iranians and Russians: a View Taken From Some Inherited Manuscripts From Nasser Al-Din Shah’s Period.

Art and Archaeology (Room III)

Chairs: Hamed Vahdadi Nasab, Garnik Gevorgian

Roya Rohanian (Iran). Analysis of Sky and Earth Symbols on Painted Pottery of Marlik, Iran.
Ali Nurallahy (Iran). The Rock Art in the Northwest of Iran: Gird i kuhe Zanjan.
Seyyed Rasoul Mousavi Haji, Morteza Ataie, Rahele Koulabadi (Iran). Investigation of the Islamic Potteries Ascribed to the Southern Strip of Caspian Sea: Types Called Amol and Sari.

16.30 – 17.00 COFFEE-BREAK

17.00 -18.00 CLOSING CEREMONY

(Firdawsi Hall/Erkanian Hall)

Matthias Weinreich (YerevanStateUniversity). NOT ONLY IN THE CAUCASUS: ETHNO-LINGUISTIC DIVERSITY ON THE ROOF OF THE WORLD (Special presentation)

Khachik Gevorgian. On New Publications.
General discussions.
Closing speeches.

19.00. FARWELL PARTY

Monday, September 24, 2012

SCIENCE: Sociologist Thomas Luckmann to participate in conference in Yerevan

PanARMENIAN.Net - Yerevan State University (YSU) Faculty of Sociology, in partnership with DAAD Alumni Association, will organize an international science conference titled “Social Construction of Reality: Chances and Risks for Human Communications“, with famous sociologist Thomas Luckmann participating.

The opening of the conference is scheduled for September 25, 9 am.

Luckmann is a follower of the phenomenological school of sociology, established by the German-American scholar Alfred Schütz. In his works, he has developed a theory, known as social constructionism, which argues that all knowledge, including the most basic common sense knowledge of everyday reality, is derived from and maintained by social interactions. Luckmann is probably best known for the books The Social Construction of Reality, written together with Peter L. Berger in 1966, and Structures of the Life-World, which he wrote with Alfred Schütz in 1982.

Luckmann is a member of the Slovenian Academy of Sciences and Arts and holds honorary doctorates from the Universities of Linköping and Ljubljana.

Thursday, August 16, 2012

PUBLIKATION: Die Postsowjetische Stadt. Urbane Aushandlungsprozesse im Südkaukasus. (panama-verlag.de)

(panama-verlag.de) Berliner Blätter Sonderheft 59/2012



Die aktuellen Entwicklungen von Politik und Kultur in Baku, Tbilisi und Yerevan lassen sich nicht länger allein aus ihrer sozialistischen Vergangenheit heraus erklären. Denn die Vorbilder der südkaukasischen Hauptstädte heißen heute Dubai, Singapur oder New York. Auf die zentrale Frage der Stadtforschung, wie Städte in ihrer scheinbar widersprüchlichen Vielfalt und weltweiten Vernetzung zu analysieren und beschreiben sind, sucht dieser Band erste Antworten. Er betont v.a. die analytische Perspektive auf die lokalen »Übersetzungen« von historischen Materialitäten und Symboliken einerseits und von neuen globalen und kulturellen Einflüssen andererseits.

Mit Beiträgen von Tsypylma Darieva, Susanne Fehlings, Sevil Huseynova, Wolfgang Kaschuba, Ketevan Khutsishvili, Melanie Krebs, Madlen Pilz, Irakli Pipia, Judith Rädlein und Christine Schmid

196 S., Klappenbroschur, 16 x 23 cm
ISSN 1434-0542
ISBN 978-3-938714-23-2
14,90 € (D), 15,50 € (A), 24,90 sFr

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Saturday, July 21, 2012

PUBLIC LECTURE: Disintegrating Progress: On the Emergence of Contemporary Art Practices in Armenia. By Vardan Azatyan. (geoairresidency.blogspot.de)


GeoAIR Residency 
(geoairresidency.blogspot.de) 5 Tabukashvilis st. (behind Qashveti church), Tbilisi state academy of art. department of restoration, art history and theory. 2 fl.main hall. 24.07.2012 14.00

In his lecture art historian Vardan Azatyan intends to discuss the conditions and dynamics of the emergence of contemporary art practices in Armenia in 1970s. He considers contemporary art practices in Armenia as a last spark in the long history of the disintegration of the Bolshevik cultural policies introduced by the Sovietization of Armenia in 1920. He argues that precisely because of being the final point of the breakdown of those policies, contemporary art practices in Armenia are in structural opposition to, and therefore haunted by the cultural policies of Bolshevism.

http://ijn5.epress.am/wp-content/uploads/2011/06/Vardan_Azatyan1.jpg?05aa0a
Vardan Azatyan is an art historian and translator specialized in the history of contemporary art and art historiography. He is Associate Professor in art history at Yerevan State Academy of Fine Arts, Armenia. He was a Visiting Professor at Columbia University and a Guest Teacher at Dutch Art Institute. His recent publications include articles in Oxford Art Journal, Human Affairs, Springerin, The Internationaler. He is a member of International Association of Art Critics and a co-editor, with Malcolm Miles, of the volume Cultural Memory (University of Plymouth Press, 2010). He is the translator of major works by George Berkeley and David Hume into Armenian. 

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06.20.2011 23:16 epress.am
Art and the State: Why the Conversation is Failing. Interview with Vardan Azatyan

Art critic and curator Vardan Azatyan left the curatorial team responsible for Armenia’s Pavilion at the 54th International Art Exhibition of la Biennale di Venezia (the Venice Art Biennial) due to the lack of a budget for the project. Azatyan said this himself in an interview with Epress.am.

Why did you leave the curatorial team?

As you know, the Pavilion’s commissioner has two functions: to appoint curators and to secure a budget. The second function, due to various reasons, became impossible to ensure — even during the critical period in implementing the project, about 20 days before the Pavilion’s official opening. From that point on, the project did not have a budget, but financial assistance from the commissioner, who, through local leverage available to him, had to save the project and with it, his reputation as commissioner.

This put the implementation of the project before unpredictable risks and our had to enter emergency mode; that is, the curators were no longer going to supervise the project implementation process at least to the extent necessary for the project not to fail. And I’m convinced, the calling of any intellectual (be that an artist or curator) is to be able to perceive that unacceptable point when his involvement in a process passes the divide when the vicious social relations within society become more powerful than the possibilities of changing them. In this case, the last option in such change is to resign from one’s own involvement.

Indeed, the project could’ve failed at every step purely due to time or technical difficulties. The project’s being or not being was dependent on the companies preparing the works to be exhibited, the people packaging the works, the workers shipping them, the catalogue printers and so on and so on. Any … or delay during their work (circumstances from which no one is ensured) could’ve overthrown the project. Moreover, let’s say it wouldn’t have been possible to get the works from the company preparing them since the necessary invoice wasn’t paid. And in the absence of a budget, this payment process itself has unpredictable consequences. The project being partially displayed during the exhibit was one of the consequences of this uncontrollable and emergency situation: as you know, it was not possible to display Astghik Melkonyan’s work on the official opening day.

Could that have been a cause of the problems that arose in Armenia’s Pavilion?

I think it’s clear from what I’ve said that my resigning [from the curatorial team] was not the reason for the problems that arose during the process of implementing the Pavilion, but the move that was made as a result of the existence of these problems. My curator colleagues and I worked together in full harmony. In truth, one of the greatest achievements of this year’s Armenian Pavilion was this: people very different from one another were able to work together for the greater good. This fact, in a way, valued also the commissioner, but it seems he didn’t wholly realize the full importance of this reality.

As a result, it became so that he preferred the option of placing the project under risk instead of (taking on) the risk of ensuring a necessary budget. It’s odd, but from what I can judge, as a result, a much greater expense was made for implementing a project that was partial and for me unacceptable in terms of the human cost than that minimum budget which was needed for implementing the project successfully. I have to say, as a result of the harmonious cooperation among us three curators, all of our decisions were approved and carried out with agreement on all sides. It might sound surprising, but in the absence of a budget, the decision to resign from the project was approved together. At a regular working meeting with the commissioner, we gave him a deadline, for ensuring the minimum budget we agreed to, and we said if there was still no budget by that date, us — the three of us — would resign from our curatorial duties. Regretfully, it was only I who stayed true to this decision that the three of us jointly agreed to. Thus, the decision to resign from the curatorial team was not my personal decision. But, the truth is perceived as such that it was a decision I made alone.


How do you assess Armenia’s participation in the festival generally and compare it to previous years?

I’ve always been of the conviction that the success of national pavilions is not the success of its representation, no matter how that is, but first and foremost, it is the possibility of bringing positive changes to art and cultural policies inside the country. The latter should be the subject or topic of the conversation that the pavilion offers to foreign audiences.

The success of any national pavilion depends on whether the given country, without fears of appearing bad to others, is able to formulate its internal issues and propose in such a way that their not being “purely internal” is revealed — this way becoming a subject of overall dialogue and debate.

We, the curators, conceived our Pavilion particularly from this view, and the project conception is excellent evidence of this. The beneficial difference of this year’s project from previous years was in that fact. The curators hadn’t adopted a so-called sports approach. Contemporary art is neither football, with its corresponding diplomacy, nor an ethnographic ensemble, with its success depending on representation. A discursive and participatory approach was adopted this year (which was repeatedly stated during the press conference and in our speeches preceding the start of the project). As one of the curators, Nazareth Karoyan, often says, “We don’t want to present; we want to talk.” The project was envisaged in such a way that the exhibited works were not representative, but were rather a physical and conceptual platform for dialogue. The project was to include a number of international conferences on issues of concern to us today.

I particularly want to emphasize that this wasn’t simply a component of the project, but a constructive aspect of it. As a result of problems I have noted, it didn’t become possible to successfully implement even the exhibit part of the project. And I have to say that this pains me greatly, when I see that my colleagues found themselves in a situation in which they are forced to see the success of what was done not in “speaking” but in “presenting.”

What impact did the precedent of state support and involvement in the organizing of Armenia’s participation in the Venice Biennale have on the final result and preliminary work? Can this be considered a new page in relations between the state and contemporary art?

One of the most important features of this year’s Armenian Pavilion was the state assistance you refer to. Though there has been state support before, past pavilions and no individual was fully dependent on local financial resources. In this sense, this year’s pavilion was a new page for the Republic of Armenia in the Venice Biennale. And this was the reason that my two colleagues and I became involved in implementing the project. As you can assume from what I said before, for none of us was curating the pavilion an end to itself; rather, it was a means, an opportunity to lay the foundation for local sponsorship of contemporary art in Armenia, to establish such working relationships which would be the foundation for consistent and effective activities in this issue.

It truly pains me that those who were officially responsible for these changes — the RA Ministry of Culture and the commissioner — for various reasons, were unable to successfully fulfill their functions. As a result, the vicious work method common in Armenia was again employed — based on sacrifice, or as the people say, on the principal of “tearing the flesh to give.” This testifies to the fact that the institutionalization of society in Armenia (ministries, establishments, departments, plenipotentiaries and so on) are essentially fictitious by nature. Instead of carrying out their direct duties, they act as symbolic bureaus, which in the name of the “homeland,” in the name of “the nation’s honor,” are “authorized” to exploit and decimate the country’s most expensive resource — human energy. If this was taking place in a disguised or concealed fashion in previous Armenian pavilions, then the unprecedented significance of this year’s Armenian Pavilion was these social relations common in Armenia coming to Yerevan at the contemporary art project level.

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Friday, June 01, 2012

CALL: Applications for cinema journalism across borders training open until 10 June (enpi-info.eu)

The EU-funded Directors Across Borders (DAB) project, which is part of the Eastern Partnership Culture Programme, has announced a call for applications for the Cinema Journalism Across Borders (CJAB) training programme. The three-day training is to be held in Yerevan, Armenia, from 4-7 July 2012. The deadline for entries is 10 June.


The Dutch professional film critic Peter Van Bueren will provide the theory and practice of cinema journalism and film criticism.


The participants will stay on for the whole of the GOLDEN APRICOT IFF (8-15 July 2012) and have the opportunity to work over the Festival Daily, covering the festival events including the DAB Regional Co-production Forum and Armenia -Turkey Cinema Platform.


CJAB is implemented by the GOLDEN APRICOT Fund for Cinema Development in Armenia and its partners - MAIA (Italy), INTERFILM (Ukraine), Cinema Art Center Prometheus (Georgia) and INTERNEWS (Armenia).


The aim of the 36-month Directors Across Borders project is to foster the development of conditions and structures through which cinema can be a vector for sustainable economic, social and human development within and between Eastern Partnership countries.


The €12 million Eastern Partnership Culture Programme aims at assisting the Partner Countries in their cultural policy reform at government level, as well as capacity building and improving professionalism of cultural operators in the region. It seeks to strengthen regional cultural links and dialogue within the Eastern Partnership region, and between the EU and ENP Eastern countries' cultural networks and actors. (EU Neighbourhood Info Centre)


Read more
Press release
Directors Across Borders Eastern Partnership Programme
Directors Across Borders - website
Eastern Partnership Culture Programme – website
EU Neighbourhood Info Centre – fiche and news


Should you have any questions, please, contact CJAB Coordinator: 
Artsvi Bakhchinyan: artsvi@dabhub.com
Source: www.dabhub.com

Thursday, April 12, 2012

CALL FOR APPLICATIONS: STORY DEVELOPMENT WORKSHOP IN YEREVAN (dabhub.com)

June 11-15, 2012 ٭ Yerevan, Armenia  

(dabhub.com) Directors Across Borders (DAB) is currently accepting applications for a Story Development Workshop for feature films which will take place in Yerevan, Armenia June 11-15, 2012. The Workshop will focus on the creative aspects of story development and will help to provide emerging scriptwriters, producers and directors the fundamental skills to create more engaging cinematic stories and package them in ways that will make them more competitive in the global film market.
 
The Story Development Workshop is part of the DAB Eastern Partnership Program which is supported by the European Union and implemented by GOLDEN APRICOT Fund for Cinema Development in Armenia and its partners - MAIA (Italy), INTERFILM (Ukraine), Cinema Art Center Prometheus (Georgia) and INTERNEWS (Armenia). The Workshop will be composed of lectures, case studies, group work and one-to-one meetings.

Who can apply?

The Workshop is limited to filmmakers from the European Union Eastern Partnership countries which include Armenia, Azerbaijan, Belarus, Georgia, Moldova and Ukraine.

Applicants should meet the following criteria:

• applicants should have completed a university education in a related cinema discipline or have some practical experience in the film development and production;
• applicant must have a treatment (script at least in the first draft) which they are seeking to improve and refine;
• if the Applicant is not the scriptwriter, they must be working actively in the development of the story either as a producer or director;
• the minimum length of the project shouldn’t exceed 70 minutes.

How can I apply?

Applicants must submit all the following documents to Directors Across Borders by the email below no later than 15 April 2012:

► duly compiled application form (see attached);
► CV of the candidate, including language skills;
► a brief presentation of the company for which the candidate works (if applicable);
► a letter of motivation, including expected benefits from attending the workshop;
► two letters of recommendation from active professionals in the film industry;
► one page synopsis of the project that the applicant is currently working on;
► description of the stage of development, including estimated production budget and tentative financing plan.

You can download the Application Form and detailed announcement just over HERE and HERE.
Please, note that the deadline is 15 April 2012:
For more information regarding other workshops, trainings and networking opportunities, please visit www.dabhub.com (coming soon) or contact
Tatevik Manoukyan, Coordinator of DAB Project E-mail: t.manoukyan@gaiff.am

Website: dabhub.com

Saturday, February 25, 2012

AUSSTELLUNG: Armenien. Abdrücke einer Zivilisation. 16. Dezember 2011 bis 10. April 2012 in Venedig

Venedig, Correr Museum, Archäologisches Nationalmuseum, Nationalbibliothek Marciana


Anlässlich  des fünfhundertjährigen Jubiläums des armenischen Buchdrucks wird  in Venedigeine Ausstellung eröffnet. Die Gastgeber der Ausstellung, die der armenischen Zivilisation gewidmet ist, sind  das Correr Museum, das  National-archäologische Museum und die Nationalbibliothek Marciana. Diese venezianische Ausstellung steht unter dem Schirm der armenischen und italienischen  Präsidenten. Ihr offizieller Auftakt geht  einer Reihe von Festakten in Armenien voraus, die unter der Führung der armenischen Hauptstadt Jerewan stattfindet, die von UNESCO zu Welthauptstadt des Buchs für das Jahr 2012 gewählt wurde.


Die Initiatoren der Ausstellung sind das staatliche Gremium des fünfhundertjährigen armenischen Buchdrucks unter Vorsitz des Präsidenten der  Armenischen Republik, das Kultusministerium der Armenischen Republik, die Stiftung der Museen der Stadt Venedig, die armenische  Botschaft in Rom, die Kongregation der Mechitaristen, die  spezielle Aufsichtsbehörde  für Museen  der Stadt Venedig und Lagunenkommune, die für das geschichtliche, kulturelle und ethno-anthropologische Erbe zuständig ist, sowie die Nationale Bibliothek Marciana. Die Organisation der Ausstellung obliegt dem Kulturministerium der Armenischen Republik und dem Institut der Museen der Stadt Venedig, die in Zusammenarbeit stehen.


Die Koordinatoren und wissenschaftlichen Betreuer der Ausstellung sind Gabriella UluhogianBoghos Levon Zekiyan und Vartan Karapetian. Die Ausstellung will die Besucher thematisch durch die Zeitgeschichte  führen, damit sie die Errungenschaften der armenischen Zivilisation aus Religion, Kunst, Architektur, Wissenschaft und Wirtschaft kennen lernen. Zu diesem Zweck werden über zweihundert Kunstgegenstände aus den Museen und Bibliotheken Armeniens und Europas repräsentiert – unter anderem  seltene Handschriften und Illuminationen, die zum ersten Mal zusammen ausgestellt werden. Der Ausstellungskatalog, der von international anerkannten Armenologen vor allem aus Italien zusammengestellt  werden soll, soll im SkiraVerlag veröffentlicht werden.


Kreuzsteine, Reliefe, Illuminationen, Dekorstücke sakraler Architektur, mit Edel-steinen geschmückte Reliquiare, die Jahrhunderte lang bei dem Heiligen Stuhl von St. Echmiadzin der armenischen apostolischen Kirche aufbewahrt wurden,  werden gemeinsam mit antiker, armeni-schen Musik die Reise des Besuchers in die armenische, christliche Zivilisation des Mittelalters begleiten. Die Ausstellung rückt vor allem die jahrhundertelangen und vielfältigen Beziehungen der Armenier zu den  unterschiedlichen Völkern und Kulturen Europas bis nach Fernost ins Licht. In diesem Zusammen- hang werden insbesondere jene histori-schen Dokumente, Handschriften und Kunstgegenstände hervorgehoben, die die Präsenz der Armenier in Venedig,  ihre Tätigkeit in Politik, Wirtschaft und Kultur sowie die Meinung der Venezianer über sie repräsentieren.


Die letzte Sektion der Ausstellung möchte den Besucher anhand wertvoller Handschriften auch Einblicke in die armenische Wissenschaft, Theologie, Philosophie, Historiographie und Literatur gewähren. Ein eigener Raum ist dem Buchdruck seit 1512, seinem Vordringen in die armenische Öffentlichkeit und seiner Entwicklung innerhalb der Ausstellung gewidmet. Hier werden die besten Druckexemplare, die in der weltweiten und eng vernetzten armenischen Diaspora entstanden sind, ausgestellt. In diesem Rahmen spielt vor allem die Tradition des armenischen Buchdrucks in Venedig eine große Rolle, die dank dem Wirken der Mechitaristen Kongregation und dank der wissenschaftlichen Tätigkeit ihrer Väter fortgeführt und vollendet wurde.


Anschließend haben die Besucher der Ausstellung die Möglichkeit, jene Plätze und Denkmäler außerhalb der Ausstellung zu besuchen, die mit der Präsenz der Armenier in Venedig zu tun hatten und haben. Die Route, die auf der Insel- kloster S. Lazzaro beginnt, wurde von den Koordinatoren der Ausstellung ausgewählt und speziell markiert. Die Ausstellung  zieht  nach ihrer Beendigung ins Museum des Inselklosters S. Lazzaro um, damit sie dort weiterhin für Interessierte  zugänglich  bleibt. Der Teil der Ausstellung, die der Tradition  des armenischen Buchdrucks und der armenisch-venezianischen Beziehungen  gewidmet ist, ist  bis Sommer 2012 zu sehen.


Mehr hier: venedig-ebb.blogspot.com

Katalog: buchhandlung-walther-koenig.de