Saturday, January 28, 2006


Die Svanen, eines der "kleineren" Kaukasusvölker, wohnen innerhalb der Georgien in den Kreisen (Rajons) Mesṭia und Lenṭexi am Oberlauf der Flüsse Enguri und Cxenisc̣q̇ali, die in der westlichen Hälfte des Kaukasushauptkamms entspringen und zum Einzugsbereich des Schwarzen Meeres gehören. Die Svanen sind offenbar die Nachfahren eines bereits in der Antike bekannten Stammes, der z.B. bei Strabo (Σοάνες; Geogr. XI, 2 [14+19] = 497/499) und Plinius (Suanes; N.H. 6, 11) erwähnt wird und dabei ebenfalls im westlichen Teil des heutigen Georgien beheimatet war. Die Wohnsitze der antiken Suanes dürften allerdings weiter ausgedehnt gewesen sein als heute. Darauf weisen einige als svan. deutbare ON außerhalb des heutigen Siedlungsgebiets (in diesem Sinne äußert sich bereits Reineggs, Beschreibung 2, 16; cf. weiter die Ausführungen bei Čarḳviani, Svaneti, 47 f. [nach G. Melikišvili) sowie bei Kaldani, Lečx., 67.).

Vermutlich haben sich die Svanen unter Bedrängnis durch benachbarte mingrelische ("kolchische") Stämme weiter ins Gebirge zurückziehen müssen; (s. bereits Rosen, Suan., 417.) Das svan. Gebiet am Cxenisc̣q̇ali, das heute als Niedersvanetien bezeichnet wird, hieß in älterer "Dadianisches Svanetien"; der Name leitet sich von der (mingrelisch-westgeorgischen) Fürstendynastie der Dadiani ab, der die Region seinerzeit unterstand. Das Gebiet am oberen Enguri, heute Obersvanetien, zerfiel zur gleichen Zeit in zwei Hälften: das — ebenfalls nach seinen Feudalherren benannte — "Dadiškelianische Svanetien" im unteren Teil und das sog. "Freie Svanetien", ein keinem Feudalherren gehorchender Verband von Einzelgemeinden im oberen Teil12; die Grenze bildete der Gebirgszug Bali, der auf dem Weg den Enguri aufwärts zu überqueren ist. Während das Georg. bereits seit dem 5. Jhdt. n. Chr. mit reichhaltiger Literatur überliefert ist, haben weder das Svan. noch das Laz. oder Mgr. je den Status einer Schriftsprache, d.h. einer Schul- und Publikationssprache erlangt. Als Verwaltungssprache dient den Svanen vorrangig das Georg.

[mehr ...]

No comments: