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Friday, January 16, 2015

BLOG: Wiederentdeckungen deutscher Dörfer in Georgien. Von Stéphane Voell (stephanevoell.wordpress.com)

(stephanevoell.wordpress.com) Anfang des 19. Jahrhunderts machten sich württembergische Pietisten auf den Weg in den Kaukasus. Sie waren vom Zar eingeladen worden, sich an der Südgrenze des Reiches niederzulassen. In Georgien gründeten sie unter anderem die Orte Katharinenfeld (heute Bolnisi) und Elisabethtal (Asureti). 1941 wurden die deutschen Kolonisten von Stalin nach Zentralasien deportiert. Zurück blieben nur leere Fachwerkhäuser und Kirchen. Zusammen mit meiner Kollegin wohnten ich 2009 einige Wochen in Asureti, als Deutsche in einem ehemaligen deutschen Dorf. In den folgenden Jahren kammen wir immer wieder zurück nach Asureti. Der Dorfkern bestand nur aus maroden Fachwerkhäusern, doch mit teils blühender Phantasie berichteten uns die Georgier in Asureti von dem Leben und Errungenschaften der Deutschen.

Haus in Asureti (2009)
Das Interesse an den deutschen Dörfern in Georgien scheint zu wachsen. Der Landkreis Tetritskaro, in dem Asureti liegt, hat ein Projekt mit dem Titel “Deutsches Dorf” ins Leben gerufen. Hier soll es darum gehen, “die wirtschaftlichen Traditionen der deutschen Siedler – Weinbau, Bierherstellung, Getreide- und Kartoffelanbau, Viehhaltung und Herstellung der Milchprodukte – wieder herzustellen.” Sie haben auch schon eine Delegation nach Deutschland geschickt. Es wurde auch ein Verein in Tbilisi gegründet, in dem sich motivierte Deutsche und Georgier die Unterstützung des Erhalts des kulturellen Erbes auf die Fahnen geschrieben haben. Auch im Deutschlandfunk gab es einen Bericht über die Renovierungspläne für die ehemaligen deutschen Dörfer. — Ich finde es gut, dass die Dörfer jetzt renoviert werden sollen und es auch eine wirtschaftliche Perspektive für die aktuellen Bewohner gibt. Doch ich bin skeptisch, wenn man die anderen “Renovierungen” in der Region sieht.

Im Sommer 2013 arbeiteten wir mit einem studentischen Forschungsprojekt zu den Kaukasusdeutschen. Eine Gruppe forschte in Bolnisi und Asureti, eine andere Gruppe reiste nach Göygöl (Helenendorf). Letzteres liegt in Aserbaidschan und dort hat man schon seit einiger Zeit das deutsche Erbe entdeckt. Beispielsweise wurde die Kirche in Helenendorf als Museum hergerichtet oder man erfand den “letzten Deutschen“, in dessen Haus ein Museum geplant ist. Bemerkenswert ist allerdings die Renovierung der alten deutschen Häuser dort. Alle wurden gleichermaßen weiß gestrichen, im oberen Teil mit einfachen Kieferpanelen versehen und die Sockel mit überall gleichen Mustern beklebt, die den Eindruck von gemauerten Wänden erwecken sollen.
 
Die deutschen Dörfer in Georgien wirken gegen Helenendorf wie Bruchbuden, aber das soll sich nun ändern. Es ist wichtig, doch es macht mir gleichermaßen Angst. Wie werden Bolnisi und Asureti in Zukunft aussehen? Die bisherigen Renovierungsmaßnamen in Georgien stimmen zumindest nachdenklich. Stephan Wackwitz schreibt über Renovierungen der Altstadt von Tbilisi, dass Kritiker dieser Bauvorhaben anmerkten, die „historischen“ Bauten seien nur noch als „Anmutungen“ enthalten. Treffend scheibt er weiter: „Hätte man sich in den Kopf gesetzt, den kaukasischen Orientalismus der Tifliser Innenstadt in Disneyland zu rekonstruieren, wäre das Ergebnis genauso ausgefallen, wie die historischen Stadtteile von Tiflis nach ihrer Überarbeitung durch die Saakaschwili-Administration jetzt tatsächlich aussehen“.

Das gilt auch für Batumi, die Stadt am Schwarzen Meer: Sie erscheint wie ein bunter und schriller Themenpark in Las Vegas oder Mestia, dem Hauptort in Swanetien, erweckt nach den massiven Investitionen in die Entwicklung des Tourismus den Eindruck, als hätte man ein schweizer Bergdorf im Kaukasus errichten wollen. Was wird nun in den ehemaligen deutschen Dörfern passieren? Eine den Gebäuden angemessene Renovierung wäre teuer und langwierig. Darüber hinaus wurden viele Häuser seit der Deportation 1941 von den neuen Bewohnern erweitert und umgebaut: Müsste man das alles zerstören?

Vielleicht wird man mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein, denn die Häuser könnten – obwohl originalgetreu restauriert – nicht mehr “authentisch” wirken. Wackwitz schließt sein Kapitel zu den Renovierungen in der Hauptstadt damit, dass die Bewohner und Besucher in hundert Jahren vielleicht nicht mehr die Diskussionen über mangelnde Authentizität der Renovierungen nachvollziehen werden. Nun, lassen wir uns überraschen.

Sunday, February 02, 2014

GESCHICHTE: Katharinenfeld - Luxemburg - Bolnissi - ბოლნისი (bessarabia.bplaced.net)

(bessarabia.bplaced.net) Kaukasien, Grusien, heute Georgien

Mein herzlicher Dank gehört hier Herrn Prinz, seiner Familie und seinen Freunden, die mir helfen, den Namen der einstigen Bewohnern ein Gesicht zu geben und mit Fotos, Geschichten und Daten tatkräftige Unterstützung leisten, die Erinnerung an sie wach zu halten.

Wie ich bereits zur Auswanderung der Württemberger berichtete, zogen vor allem religiös motivierte Auswanderer nach Grusien.

Nachdem Prälat Bengel (1687-1752) die Offenbarung des Johannis neu deutete und daraus für den 18. Juni 1836 den Beginn des ersten eschatologischen Millenniums berechnete, leiteten weitere Theologen aus dieser Berechnung die persönlichen Wiederkunft Christi ab.

Die Württemberger hatten harte und entbehrungsreiche Zeiten hinter sich, die sie der Religion näher brachten, aber vor allem zahlreichen Schwärmern und Phantasten den Weg bahnten. Während die Pietisten in der Landeskirche verblieben, traten die Separatisten aus. Sie vermuteten hinter den Reformen der Kirche, diese würde dem Katholizismus erneut den Weg bereiten und strebe eine Vereinigung der beiden Konfessionen an. Die Separatistengemeinde weigerte sich daher, ihre Kinder taufen zu lassen und lehnte den Militärdienst ab, einige von ihnen wurden deshalb auf dem Hohenasperg in Arrest genommen.

Da das Weltende mit Umstürzen, Not und Kriegen angekündigt wurde, schienen die die Ereignisse der Jahre vor der Auswanderung darauf hinzudeuten, das Weltende sei nahe. Einige sahen ihre Rettung darin, nach Palästina auszuwandern.

Das Heiligen Land war wegen der osmanischen Herrschaft jedoch nicht zugänglich, so bot sich der Kaukasus als Ort des Wartens an, um dem wiederkommenden Christus möglichst nahe zu sein.

Bereits 1812 gründete der Weingärtner und Armenpfleger Georg Friedrich Fuchs die Stundengemeinschaft Schwaikheimer Harmonie der Kinder Gottes. Fuchs blieb der Kirche fern, nahm seine Tochter bereits vor der Konfirmation aus dem Religionsunterricht und predigte bei sich und anderen so mitreißend, das sich die Anhängerschar schnell vergrößerte. Der Kirche ging das zu weit und man orderte ihn vor den Konvent, da er diesem fern blieb, untersagte man ihm seine Versammlungen.

Die Behörden stellten eine Listen von Separatisten von Schwaikheim, Zillhardtshof und Neustadt auf und zählte 1815 bereits 56 Sektenmitglieder, u. a. die Schwaikheimer Kaspar Dautel und Frau, Kaspar Ott, Johann Klenk, Heinrich Wild, Christina Magdalena Schäfer, Anna Maria Müller, Regina Schwarz, Barbara Schäfer, Gottlieb Johann Koch und Barbara Bauer.

Da einige Sektenmitglieder gemeinsam mit dem "Separatisten-Fuchs" in Haft genommen wurden, und sich daraufhin vom ihm abwandten, ließ er sich von seinen Anhängern die schriftliche Bestätigung geben, dass sie bei ihm blieben. Nach seiner Haftentlassung begann er die Auswanderung zu organisieren.

Zar Alexander I hatte nach dem Sieg über Napoléon Bonaparte die erneute Einwanderung ermöglicht und Württemberg sein bestehendes strenges Auswanderungsverbot aufgehoben. Als sich die adlige Juliane von Krüdener, selbst religiös bekehrt, anbot, ihren Einfluss beim Zaren geltend zu machen*), kam es erneut zum Schwabenzug, von April 1815 bis März 1817 verließen 53% der Handwerker, 20% der Bauern, 15% der Weinbauern, sowie 13% der Tagelöhner und Hirten das Land.*)

Die Familien der Schwaikheimer Harmonie mussten auf ihre Bürgerrechte verzichten und Bürgen stellen, die für alle eventuell hinterlassenen Schulden aufzukommen hatten. Am 23. September 1816 brachen die ersten 10 Familien mit zusammen 53 Personen aus Schwaikheim und Umgebung auf, um ihren Weg die Donau hinab nach Ismail zu nehmen.

Von hier aus zogen sie auf dem Landweg nach Großliebenthal bei Odessa. Sie erreichten Großliebenthal am 31. Dezember 1816 und lagerten bis zum Juli des Folgejahres.

Alexei Petrowitsch Jermolow, Generalgouverneur der transkaukasischen Provinzen Russlands hatte den Plan, dreißig Familien zur "Hebung" der Landwirtschaft anzusiedeln, so öffnete er 31 Familien unter der Führung von Gottlieb Löffler den Weg nach Grusien. Sie zogen über Taganrog, Stavropol´, Mozdok, überquerten den 2000 Meter hohen Pass an der Südflanke des Kasbek und kamen am 20. September des selben Jahres in Tiflis an. Diese erste Gruppe von 148 Personen gründete die Kolonie Marienfeld (Sartitchala)*).

Im Laufe das Jahres 1817 folgten sechs weitere Schwaikheimer Familien mit 32 Personen und erreichten ebenfalls am 20. September 1817 Tiflis, den Ort, von welchem aus die Siedler in ihre zu gründenden Kolonien ziehen sollten.

Dem Aufruf der Brüder Koch aus Marbach und Schluchtern zur Gründung einer "brüderlichen Auswanderungsharmonie der Kinder Gottes" folgten in der Zeit von April bis August 1817 noch etwa 1400 Familien. In 14 Harmonie zogen sie auf dem rund 5800 km weiten Weg*). 1818 verließen sechs Personen und 1819 noch einmal eine Familie mit fünf Personen Schwaikheim. Aus dem ganzen Oberamtsgebiet wanderten 107 Familien mit insgesamt 635 Personen aus, davon allein 151 Schwaikheimer. Wie die Reise an Bord verlief, beschrieb Christoph Bidlingmaier in seinem Brief in die Heimat.

Die Flussfahrt brachte neben zahlreichen Entbehrungen auch Krankheiten mit sich, so dass bereits an Bord, aber noch mehr in der 42-tägigen Quarantäne in Ismail ihr Leben ließen. Von den 1400 Familien starben ca. 1000 Personen im Quarantänelager, nur etwa 300 Familien erreichten ihr fernes Ziel.*)

Der Traum Grusien war zum Albtraum geworden. Viele verließen die Gruppen und wanderten nach Ungarn weiter oder ließen sich in der Moldau nieder, 300 Familie gründeten 1819 Hoffnungstal (Zebrykowe), andere ließen sich in bereits bestehenden Kolonien nieder.

Der Kaukasus galt 1817/18 als unsicher für Kolonisten, so versuchten die Behörden in Tiflis, den weiteren Zuzug zu verhindern. 500 Familien wollten jedoch unbedingt weiterziehen und erwirkten durch die Vermittlung von Karl Robert Graf von Nesselrode (1780–1862), Außenminister und Kanzler des russischen Zarenreichs, in Moskau die Erlaubnis, ihr Lager in den Kolonien um Odessa verlassen zu dürfen.

Zu den Abgeordneten der Kolonisten gehörten der Altbacher Weingärtner Johann Georg Frick (*1777), Vorsteher der Eßlinger "Harmonie der Gläubigen", der Schluchtener Müller Johann Jakob Koch, Vorsteher der Marbacher Harmonie und Johannes Meyer, Vorsteher der Walddorfer Harmonie, die ein Bittschreiben an den Zaren am 20.2.1818 verfassten. Der Zar stellte die ausgesetzten Kolonistenprivilegien wieder her und richtete eine Regierungskommission für Sicherheit und Überwachung der Ansiedlung ein.*)

Insgesamt brachen 10 Gruppen vom Mai bis August 1818 auf, die durch ihre Ansiedlung im November 1818 die Orte Neu-Tiflis (eine Koloniegründung von 60 Handwerkerfamilien), Elisabethtal (Asureti) und Alexanderdorf (Liebknechtsdorf, Didube) gründeten. Unter ihnen einige Kolonisten aus Polen und Ungarn, sowie bereits angesiedelte Kolonisten der Region Odessa, zusammen etwa 100 Personen. Die vorgesehenen Ländereien waren zuvor von Johann Georg Frick, Jakob Barth, Vorsteher der Nagold-Freudenstädter Harmonie und Kindlieb besichtigt worden.*)

Allein zwischen 1818 und 1819 kamen insgesamt 2.629*) deutsche Siedler nach Transkaukasien, die in der Anfangszeit, wie auch in Bessarabien, in Erdhütten hausten, von Kronsgeldern lebten und teilweise in ihrer Not in Tiflis bettelten. Der Ehrgeiz, etwas aufzubauen, bestand zunächst nicht, da auf das vermeintliche Weltende gewartet werden sollte. Zudem hielten sich die Ansiedler für privilegiert durch ihren Glauben und grenzten sich von anderen ab, diese Vorstellungen wurden von der harten Wirklichkeit jedoch schnell eingeholt.

Die Auswandererharmonien zwei und fünf ließen sich etwa 180 Kilometer südöstlich von Tiflis nahe der Festungsruine Schamkor (Alt-Katharinenfeld) nieder. Dieser Platz erwies sich bald als klimatisch völlig ungeeignet für die 135 Siedlerfamilien und so starben im Sommer 1819 vor allem durch Malaria 256 von ihnen.

Die Kolonialverwaltung gab daraufhin ihrem Gesuch statt, an einem anderen Ort zu siedeln, diesen erreichten sie im Winter 1819 etwa 60 km südwestlich von Tiflis nahe des Fußes des Georgsberges, hier entstand Neu-Katharinenfeld (Luxemburg, Bolnissi). Der Name Katharinenfeld sollte Großfürstin Katharina Pawlowna, Tochter des russischen Kaiser Paul I. (1754–1801) ehren. *)

In Neu-Katharinenfeld begannen die ersten Ansiedler mit dem Bau von Fachwerkhäusern, die sie mit Lehm, später mit Steinen ausfachten, wie sie das von zu Hause kannten. So entstanden 95 Häuser für die etwa 500 Einwohner des Ortes, jeder hatte bei Ankunft kostenfrei 27,90 Deßjatinen Land erhalten. Der Ort begann zu blühen, die Weinstöcke fruchteten und alles schien so, wie es sich die Auswanderer erträumt hatten.

Im Jahre 1826 überschritten die Perser die Grenze und forderten die dort lebenden Tataren auf "in Muhammeds Namen gegen die Christen die Waffen zu ergreifen"*). Durch die Überfälle aufgebracht und zerstreut zogen sich die russischen Abteilungen und Grenzposten in die Bergstadt Schuscha zurück. Die Tatarenüberfälle auf die Kolonien Annenfeld (Shamkir) und Helenendorf (Xanlar, Göygöl) am 9. und 10. Mai 1826 erschütterten die Ruhe im Kaukasus. Die Katharinenfelder flüchteten sich gewarnt nach Elisabetthal, wurden jedoch in ihre Kolonie zurück geschickt, da die Behörden die Warnungen vor einem Überfall für übertrieben hielten.

In der Nacht vom 14./26. August 1826 ereignete sich der Überfall auf Katharinenfeld, der als "Schreckenstag von Katharinenfeld" in die Erinnerung der nachkommenden Generationen einzog. Über tausend Tataren und Kurden umzingelten das Dorf. Sie fanden keinen Widerstand unter den Schlafenden und so nahmen die Dinge ihren Lauf. Wer Widerstand leistete, wurde von Säbeln zerhackt, von Lanzen durchbohrt oder erschossen. Von den 431 Bewohnern starben 15 noch im Dorf, 104 Frauen, 59 Männer und zahllose Kinder kamen in Gefangenschaft, dort starben 14, nur von 66 ist das Datum der Rückkehr bekannt, der Rest blieb verschollen.*)

Einige von ihnen sollten literarischen Ruhm erlangen, so Jakob Noah Epp, geboren am 22.5.1808 in Reutlingen, nach dem Überfall Haussklave bei König Mohammed Ali in Kairo, losgekauft durch König Wilhelm I., kehrte er in seine deutsche Heimat zurück.*) oder "Fatma" Anna Maria Frick (1802-1883), die von ihrem Schwager freigekauft wurde, nachdem ihr Mann bei dem Überfall getötet und sie selbst in die Sklaverei verschleppt wurde.

Zur Erinnerung an diese Ereignisse und den anschließenden Wiederaufbau des zerstörten Dorfes wurde alljährlich ein "Aufbaufest" gefeiert. Pfingsten 1854*) weihten die Katharinenfelder ihre neue Kirche ein. Die letzte Konfirmation fand hier 1928 statt, danach wurde der Religionsunterricht in der Schule vom Staat verboten und nur noch heimlich in Privaträumen durchgeführt.*)

Bereits mit dem Ende des Krimkrieges 1856 änderten sich die Verhältnisse in Russland, die Privilegien der Kolonisten und ihre Selbstverwaltung wurden nach und nach aufgehoben, als Amts- und Unterrichtssprache wurde Russisch eingesetzt und ab 1874 wurde die allgemeine Wehrpflicht für die Deutschen eingeführt. Auch das Recht von Ausländern auf den Erwerb von Land und den Besitz von Immobilien wurde stark eingeschränkt.

Katharinenfeld war inzwischen auf 175 Häuser und 786 Einwohner angewachsen (1870), die Fläche von Katharinenfeld betrug 2794 Deßjatinen (1880). Im Jahre 1912 lebten ca. 2700 Einwohner in 250 Häusern. Durch den enormen wirtschaftlichen Erfolg entstanden u. a. eine deutsche Zeitung, ein Konsumverein, die Winzergenossenschaft "Union", eine Grundschule, ein Kirchenchor und ein Streichorchester, ein Jägerverein, eine Theatergruppe, fünf Fußballmannschaften, ein Fahrradclub und es gab sogar einen "Lustgarten". Hier fanden Kino- und Theaterveranstaltungen statt, es gab einen Musikpavillon und eine Tanzfläche sowie Springbrunnenanlagen.

Wie erfolgreich die ausgewanderten Winzer den Weinanbau auf den fruchtbaren Hängen um Tiflis betrieben, belegt die Tatsache, das sie nicht nur viermal so hohe Hektarerträge als in Deutschland erzielten, sondern in den schwachen Jahren 1925 bis 1927, als im Kaukasus nur 18 Hektoliter je Hektar erreicht wurden, einen Ertrag von 60 Hektolitern je Hektar erwirtschafteten. Der Anteil der Weinernte der Kaukasusdeutschen an der gesamten Weinerzeugung Russlands betrug zu diesem Zeitpunkt 8,6 Prozent. Die Winzergenossenschaft "Konkordia" Helendorf beispielsweise unterhielt eine Weinkellerei, die alle großen Städte Russlands versorgte.

Die antideutschen Stimmungen erreichten im Ersten Weltkrieg ihren ersten Höhepunkt. Mit der Oktoberrevolution von 1917 begannen die ersten Kollektivierungen in Russland. Georgien erklärte dagegen seine Unabhängigkeit am 26. Mai 1918.

Am 16. Februar 1921 besetzte die Rote Armee Georgien, der Name Katharinenfeld wurde in Luxemburg geändert.

Der Zensus von 1926 zählte 25.237 Deutsche in Transkaukasien (ZSFSR).

Es begannen Gerüchte zu kursieren, auch in Georgien würden die Kollektivierungen erfolgen, 1929 wurde dies zur Gewissheit. Damit es nicht zum Aufruhr kommt, wurden Versammlungen und Gruppenbildungen behördlich untersagt. Die Vorstellung, auf dem eigenen Land wie ein Tagelöhner zu arbeiten, sorgte dafür, das einige der Bewohner, die noch die deutsche Staatsbürgerschaft hatten, ihren Besitz verkauften und nach Deutschland übersiedelten.

Im Frühjahr 1931 sollte jeder Landbesitzer Mitglied der Kolchose sein, die Organisation war so desolat, das die Katharinenfelder zunächst weiter wirtschafteten wie bisher, jedoch im Frühjahr 1932 war endgültig Schluss, alle außer Kulaken und Ausländer mussten sich zusammen schließen.

Im Rahmen der so genannten Entkulakisierung zwischen 1929 und 1932 wurden in der ehemaligen Sowjetunion nicht nur Großgrundbesitzer, sondern vor allem unbequeme Personen als "Klassenfeinde" verhaftet, enteignet, in Arbeitslager deportiert oder erschossen. Zu ihnen gehörten auch die Pfarrer der Kolonien, die im August 1931 alle verhaftet wurden. Die Folgen der Enteignungen und der Verfolgungen führten spätestens 1932/33 zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Kolonien zu einer schweren Hungersnot (Holomodor).

Eine weitere Welle der Verhaftungen folgte 1934 in Katharinenfeld, ein Jahr später begannen erste Zwangsumsiedlungen der einstigen Bewohner, 1938, auf dem Höhepunkt der Grossen Säuberung befanden sich über zwei Millionen "Klassenfeinde" in Arbeitslagern, den so genannten "Sondersiedlungen" Kareliens, Kasachstans und Sibiriens. Im selben Jahr wurden die deutschen Kirchen in Kaukasien geschlossen, wer zu Hause predigte, wurde verhaftet. Nach vorhandenen Archivunterlagen wurden ungefähr 800.000 Gefangene unter Stalin exekutiert, 1,7 Millionen sind im Gulag gestorben und außerdem 389.000 Kulaken während der Umsiedlung umgekommen – insgesamt ungefähr drei Millionen Menschen.

Die Dunkelziffer dieser "Säuberungsaktion" ist ungleich höher, die Angaben schwanken daher in der Literatur erheblich..*) Bis zu Stalins Tod 1953 wurden schätzungsweise 15 Millionen Menschen im Gulag interniert, von denen jeder fünfte umgekommen ist. Unter den Opfern befanden sich mindestens 3 bis 4 Millionen Frauen. Weitere 5 Millionen Personen sind in Verbannungsgebiete deportiert worden.

Am 28. August 1941 wurde die Umsiedlung aller Russlanddeutschen durch Stalin befohlen, alle Kaukasiendeutschen, die nicht mit Georgiern verheiratet waren, wurden zwischen Oktober und November 1941 nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Zu diesem Zeitpunkt lebten in Katharinenfeld 6500 Einwohner, fast 6.000 Menschen mussten die Stadt verlassen. An der Verladestation Sandar traten 4193 namentlich bekannte Katharinenfelder die Deportation an.

Die Dunkelziffer dieser "Säuberungsaktion" ist ungleich höher, die Angaben schwanken daher in der Literatur erheblich..*) Bis zu Stalins Tod 1953 wurden schätzungsweise 15 Millionen Menschen im Gulag interniert, von denen jeder fünfte umgekommen ist. Unter den Opfern befanden sich mindestens 3 bis 4 Millionen Frauen. Weitere 5 Millionen Personen sind in Verbannungsgebiete deportiert worden.

Am 28. August 1941 wurde die Umsiedlung aller Russlanddeutschen durch Stalin befohlen, alle Kaukasiendeutschen, die nicht mit Georgiern verheiratet waren, wurden zwischen Oktober und November 1941 nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Zu diesem Zeitpunkt lebten in Katharinenfeld 6500 Einwohner, fast 6.000 Menschen mussten die Stadt verlassen. An der Verladestation Sandar traten 4193 namentlich bekannte Katharinenfelder die Deportation an.

Bereits 1944 erhielt die Stadt den neuen Namen Bolnissi, der Turm der evangelischen Kirche wurde nach dem 2. Weltkrieg von deutschen Kriegsgefangenen abgerissen, die Kirche selbst wurde in eine Sporthalle verwandelt.

Bis 1956 standen alle Deutschen in der Sowjetunion unter Bewachung von Kommandanturen. Wer ohne Erlaubnis seinen Zuweisungsort verließ, musste bis zu 20 Jahre ins Straflager.

Erst 1964 wurde der Erlass vom 28. August 1941 für teilweise nichtig erklärt. Die Zahl der Toten und Vermissten ist hoch, viele Schicksale blieben bis in die Gegenwart ungeklärt.

Heute sind 85 Prozent der Einwohner Georgier. An das Schicksal der einstigen deutschen Einwohner erinnert im Zentrum der Stadt eine zweisprachige Gedenktafel. Derzeit bestehen Pläne zum Bau einer neuen Sporthalle und zum Wiederaufbau des Kirchturms.*)

Friday, January 24, 2014

KULTUR: Deutsche Siedlungen in Georgien. Von Hans- Ulrich Trosien (trosien.info)

(trosien.info) Da ich ja viel Zeit in Tbilisi hatte, machte ich endlich mal, was ich schon lange tun wollte. Ich hatte von deutschen Siedlungen, den Schwabendörfern gehört und gelesen und wollte dort einmal hin.

Bolnisi ist der wichtigste Ort. Um 1820 waren „radikale Pietisten“, die sich von der Landeskirche absonderten, aus Württemberg entflohen und siedelten dort. Damals hieß der Ort Katharinenfeld.


Lange waren sie aber nicht glücklich, denn muslimische Freischärler überfielen die Stadt und versklavten und töteten viele von ihnen. Als die Russen 1921 kamen, nannten sie den Ort Luxemburg. Später, 1941, in der Stalinära, wurden die Deutschen ohne georgische Ehepartner nach Sibirien und Kasachstan deportiert. 1944 wurde der Ort auf den heutigen Namen umgetauft.


Das Erbe der Deutschen wird von der evangelischen Gemeinde getragen. Das Geschichtliche kann man bei Bedarf aber besser und ausführlicher bei Wikipedia nachlesen.

Also startete ich morgens in das 30 Kilometer entfernte Asureti, um danach nach Bolnisi, noch weitere 30 Kilometer von Tbilisi entfernt, zu reisen.

Auf der Hauptkreuzung des Dorfes standen jede Menge Männer herum, die ich fragte ob ich hier richtig sei. Ja! Ich outete mich auch als Deutscher und einer der Truppe zeigte in eine Richtung und sagte immer Manfred. Da war aber nichts.

Ich stellte mir Manfred als einen steinalten Mann vor, der vielleicht gerade noch den Gruß der Kriegszeit beherrscht und ansonsten alles vergessen hat. Ich bedankte mich und fuhr erst einmal das Dorf ab. In Asureti war von schwäbischer Häuslebauer Mentalität nicht mehr viel zu spüren. Es ist reichlich runtergekommen. Die Straße endete kurz hinter der Kirche mit deutscher Inschrift über der Vordertür. Hintertüren gab es nicht, denn fleißige Sowjetbürger hatten in der Zeit der ruhmreichen Sowjetunion eine Art Werkstatt oder Garage direkt an die Kirche angeflanscht.

Das Dorf bietet leider bis auf wenige Lichtblicke ein Bild der Trostlosigkeit.

Als ich wieder zur Kreuzung zurückfuhr, stand der Mann, der von Manfred sprach, schon vor einem Haus. Ich hielt natürlich an und er rief dann nach dem ominösen Manfred. Erst tat sich gar nichts, dann wurden die Hunde im Haus wohl aufmerksam und meldeten sich. Es ging ein Fenster auf und ein Mann schaute heraus. Ich sagte so mehr fragend, dass er ja wohl noch etwas Deutsch spricht. Ja, ja. Kann er und ob ich reinkommen will. Ja gerne. Ok, bloß die Hunde sind so wild. Macht nichts, ich mag Hunde.

Also nachdem ich drei freudig erregte Hunde beglückt hatte, kam ich erst einmal dazu, den Hausherren zu begrüßen. Er war weder steinalt noch hatte er Lücken in der deutschen Sprache. Wir sind fast gleichaltrig und sind beide in Schwerin geboren. Manfred ist aber bei Parchim aufgewachsen. Er lebt seit 8 Jahren dort, hat das Haus gekauft, baut es um und aus und hat sich dem Weinanbau und der Weinproduktion im kleinen Rahmen verschrieben. Eine kleine Pension richtet er gerade ein. Platz hat er wirklich genug.

Es war ein unheimlich anregendes und interessantes Gespräch. Er wollte eigentlich heute nach Bolnisi und fragte, ob ich nicht mitwill. Keine Frage, dahin wollte ich ohnehin fahren. So fuhren wir zusammen dorthin.

Unterwegs realisierte ich, dass ich schon einmal in dieser Kleinstadt war. Zur Hochzeit vom Freund meines Kollegen Davit haben wir da die Braut abgeholt. Keiner der Georgier hatte damals aber etwas zur Geschichte der Stadt gesagt. Gut, gefragt hatte ich aber auch nicht.

Auf jeden Fall bietet Bolnisi für Denkmalpfleger ein Betätigungsfeld über Jahre. Es ist eine wunderschöne alte, aber leider marode Bausubstanz vorhanden.

Natürlich kennt Manfred nach 8 Jahren dort viele Leute. Unter anderem auch den Besitzer einer alten Wassermühle. Auch ein Deutscher, der diese Mühle zum Hotel und Restaurant umgebaut hat. Eine Perle in der Gegend dort. Vom Feinsten. Allerdings, das investierte Geld wird er nicht mehr erwirtschaften können. Aber das spielt nicht die Rolle. Es ist ein Liebhaberstück.


Leider war der gute Mann gerade in Deutschland. So verzehrten wir die wirklich schmackhaften Forellen in seinem schönen Restaurant alleine. Aber ich weiß, da fahre ich noch mindestens einmal hin. Manfred hat auch ein paar Mal gesagt, dass wir uns wieder treffen sollten. Weihnachten könnten wir Gans mit Rotkohl und Klößen zubereiten. Ich denke darüber nach, weil ich Weihnachten höchstwahrscheinlich in Georgien verleben werde, wo es natürlich keine deutschen Weihnachtstage gibt.


Dann besuchten wir noch eine Familie, wo alle Russisch sprachen, aber der Mann Tomas heißt. Die deutschen Wurzeln habe ich noch nicht ergründet. Vielleicht nächstes Mal.

Die Hausfrau hatte natürlich etwas zu Essen vorbereitet, aber nach den Forellen waren wir eigentlich schon satt. Es war schon etwas gewöhnungsbedürftig, wie die Familie dort lebt. Dafür aber umso herzlicher.

Auf den ersten Blick erscheint es gar nicht so, aber es ist eine spannende Gegend. Mit einem Stausee, der verschwunden ist, weil ein paar Trottel das Wehr öffneten, um Fische zu fangen. Dann haben sie es nicht mehr zubekommen. Seitdem ist die Natur dort durcheinander. Es gibt auch eine alte Goldmine dort und ehemals vollbewässerte Ackerflächen, aus denen jetzt andere Spinner die Stahlrohre ausbuddeln und verkaufen. So ist die eigentlich fruchtbare Ackerfläche braun wie in Australien, wenn es monatelang nicht geregnet hat.

Ich brachte Manfred nach Asureti zurück und er wusste viel über die Gegend dort zu berichten. Vor Allem Aserbaidschaner haben dort riesige Ländereien gekauft oder gepachtet und betreiben dort sehr fleißig Ackerbau und Viehzucht und schaffen es zu bescheidenem Wohlstand. Es gibt sogar einen McDonalds. Das soll schon was heißen.

Die Straße war auch einmal kurz blockiert, weil eine riesige Schafherde dort langlief. Die Schäfer waren allesamt Azeris. Einer fragte nach Wasser und zufällig hatte ich etwas davon im Auto, weil ein Mitfahrer es irgendwann vergessen hatte. So konnte es schließlich doch noch einem guten Zweck zugeführt werden.

Sonntag machte ich mich auf den Rückweg nach Batumi. Allerdings war das nur für eine kurze Zeit dort, weil ich am folgenden Sonntag, am 24. November, schon wieder in die Hauptstadt musste.

Thursday, January 09, 2014

A LETTER FROM GEORGIA: Sakdrisi "gold mine" & Romanian gold mine protest (examiner.com)

(examiner.com) We appeal to you on behalf of The Unity of Archeologists of Georgia, regarding the sensitive issue of the so-called “Sakdrisi Oldest Gold Mine” in Bolnisi Municipality, Georgia...

Recently, the problem regarding this archeological object has become the subject of wide discussions of the certain circles of the society, not only in Georgia but also abroad.

Georgian-German archeological team, headed by Mr. Stollner and Mrs. Ghambashidze think that the object represents the ancient goldmine and, hence, it shall be granted the status of monument. However, there are quite strong scientific opinions, stating that the existence of the gold mine in Sakdrisi 5,400 years ago is not proved.

Furthermore, this summer the Ministry of Culture and Monument Protection of Georgia founded an ad hoc professional commission, which has studied the problem and formulated the conclusion that the German-Georgian archeologists has provided no reliable and scientific proofs on the existence of the prehistoric goldmine, dated back to 4th-3rd millennia B.C. Moreover, there is no doubt that in 2006 the status of cultural heritage was assigned to the so-called “Sakdrisi-Kachagiani oldest gold mine” by falsification and full negligence of the Georgian laws.

Instead of appealing the decision of the Ministry of Culture in the Court of Justice, Mr. Stollner and Mrs. Ghambashidze launched a dirty PR campaign, which obliges us, The Unity of Archeologists of Georgia to provide you with all necessary documents in order to have a full picture of the up mentioned case.

The matter of our concern is that we would like you to understand the situation more clearly:
· - If the truth is not proved, the mining company, which paid US $150 million for the license, will withdraw from Georgia;
· - This will cause firing of about 3000 direct workers and in addition unemployment of 1000 men now completing logistic works for the company;
· - Cancelling of 85% of the Bolnisi regional budget;
· - Cancelling of about US$ 30 million annually paid by the company to the state budget as different taxes;
· - Huge ecological disaster as far as liquidation of the company will cause spills of heavy metal bearing water to the Mashavera Rivar, now purified by the company;
· - Huge damage to the image of Georgia as a country creating good environment for investors.

Contact: Giorgi Gagishvili, Director, LTD ''UNITY OF ARCHAEOLOGISTS''

Georgia,Tbilisi (via Paolo Biagi's e-mail pavelius@unive.it) for relevant documents

Links: 
Älteste Goldmine wird nach dubiosem Gutachten einer modernen Minengesellschaft preisgegeben [archaeologik.blogspot.de]
Georgia's Lost City of Gold
The Gold Mine of Sakdrissi: Results and analyses and a calculation of the prehistoric gold exploitation
THE So Called Ancient Gold Mine of Sakdrisi-Kachagiani – Myth or Reality?
Russian Owned Madneuli Plans New Investments In Georgia [gab-ibn.com]
Gold Race in Sakadrisi Layer [gardabaniherald.blogspot.de]
Video: Romanian Gold Mine protest

Gold in Georgia [gnmsciencecafe.wordpress.com]
Position to Sakdrisi Gold Mining Complex (Deutscher Verband für Archäologie)
Bronze Age gold in Southern Georgia [archeosciences.revues.org] 
THE So Called Ancient Gold Mine of Sakdrisi-Kachagiani – Myth or Reality? [georgiatoday.ge]
Culture Heritage Which We Neglect – Ancient Mine in Sakdrisi [humanrights.ge]  
Goldbergbau in Südostgeorgien – Neue Forschungen zum frühbronzezeitlichen Bergbau in Georgien [pdf]

Friday, January 03, 2014

SAVE: Help needed to locate the former German villages in Georgia (caucasusconflict.wordpress.com)

(caucasusconflict.wordpress.com) This summer 2013 we gone with CCC3 to the former German villages in the Caucasus. Most of the places and contemporary names of the former German viallages are clear, but some need to be confirmed or exactly located. In this post we ask you to help to locate some few villages in Georgia. The German villages in Azerbaijan will part of the next post.

Map: Kaukasusdeutsche Georgien 


In Katharinenfeld (Bonisi, GE). Picture by Argam Yeranosyan.Below you find a list of the German villages with some basic information related to them. The list is in alphabetical order. Underlined are the so-called “Mutterkolonien”, i.e. the first founded places from which other colonies did emerge. Then are listed other names of the colonies and its contemporary denomination. The list contains the number of the population (F=families, P=people/persons). Then are following the coordinates and link to Wikimapia, if the exact place is known.

First you find a map with the German villages in Georgia. Inverse are the names of the villages of which the place is not confmirmed. Please note that the villages in the map and listed below are those in which Germans originating from the region of Württemberg lived. There are also other former German villages (e.g. near Sokhumi), with Germans from other origins. These villages are not of interest here.

Swabian Colonies/Villages

Alexanderdorf, founded 1918, “Mutterkolonie”, Other names: Avtochalo [?], Liebknechtsdorf, Today: თბილისი-დიდუბე [Tbilisi-Didube]), Population 1817: 23F; 1843: 36F; 1868: 44F, 239P; 1913: 790P; 1936: 879P; Coordinates 41°44’24″N – 44°47’0″E

Alexanderhilf, founded 1857 [or 1860?], resettled from Elisabethtal, Other names: Manavar (before), Rosenberg, Tschotschiani, Beshtasha, today: თრიალეთი [Trialeti]), Population 1857: 38F; 1868: 30F, 201P; 1913: 650P; 1936: 800P, Coordinates: 41°32’38″N – 44°6’28″E

TBC: Blumenfeld, founded 1905, resettled from Alexanderhilf, Other names: Blumental, Jakobli, Coordinates: it said to be near Alexanderhilf/Tsalka, but where?

Elisabethtal, founded 1818, “Mutterkolonie”, today (since 1914): ასურეთი [Asureti], Population 1818: 65F, 307P; 1843: 90F, 575P; 1868: 128F, 881P; 1886: 2440P; 1913: 2120P; 1936: 2128P, Coordinates: 41°35’30″N – 44°40’12″E

Katharinenfeld, founded 1819, “Mutterkolonie”, Other Names: Kamarlu, 1921: Luxemburg, today since 1944: ბოლნისი [Bolnisi], Population 1819: 116F; 1826: 431P; 1843: 153F, 482P; 1868: 158F, 786P; 1913: 2710P; 1936: 2713P, Coordinates: 41°27’2″N – 44°32’42″E

Marienfeld, founded 1817, “Mutterkolonie”, was later named Rosenfeld (together with Freudenthal and Petersdorf), today: სართიჭალა [Sartichala], Population 1817: 31F; 1843: 48F; 1868: 49F, 316P; 1913: 530P, 1936: 531P, Coordinates: 41°42’50″N – 45°10’22″E

TBC: Marxheim (near Marneuli), founded 1914, Population 1936: 105P, Coordinates: where is this place and how is it called today?

Neu-Tiflis, founded 1818 (?), “Mutterkolonie”, Today: Tbilisi-Kukia (suburbanized 1861), Population 1818(?): 60F; 1936: 4000P, Coordinates: 41°43’4″N – 44°48’50″E

Petersdorf, founded 1820, was later named Rosenfeld (together with Marienfeld and Freudenthal), today: სართიჭალა [Sartichala], population 1820: 17F; 1843: 12F; 1868: 21F, 149P; 1913: 300P, Coordinates: 41°42’50″N – 45°10’22″E

Steinfeld, founded 1922, Today: Kotishi, Population 1836: 95P, Coordinates: 41°31’40″N – 44°44’23″E

Traubenberg, Founded 1908, resettled from Katharinenfeld and Marienfeld, Other names: Allawar, today: თამარისი [Tamarisi]), Population 1913: 123P, 1936: 420P, Coordinates: 41°26’10″N – 44°44’36″E (is it really todays Tamarisi or the small village Alavari nearby?)

TBC Waldheim, founded 1911, Other Names: Ormashen, Bashitshet, Population 1936: 310P, Coordinates: it is said to be near Tsalka, but Ormasheni is near Dmanisi

TBC Wiesendorf, Founded 1921, Other names: Wiesenfeld, Wiesental, Marabental, Neu Marabda, Today: Akhali Marabda TBC, Population 1936: 86P, Coordinates: 41°32’2″N – 44°45’32″E

Not Clear

TBC Wiesenhof (near Asureti), Coordinates: Where is this place and how is it called today?

Left Villages

Kolonie der 12 Apostel, founded 1818; it had to be left in 1820 was was newly founded next to Marienfeld.

Non-Swabian Colonies

Freudenthal, founded 1847, Other names: Jammertal, later named Rosenfeld (together with Marienfeld and Petersdorf), today: სართიჭალა [Sartichala], population 1842: 10F; 1868: 13F, 70P; 1913: 100P; 1936: 104P, Coordinates: 41°42’50″N – 45°10’22″E

Georgsthal, founded 1910, mostly non-Swabians from the North Caucasus, but also some resettled from Katharinenfeld, today ძველი ქანდა [Dzveli Kanda] Coordinates 41°54’15″N – 44°35’57″E

TBC Gnadenberg, founded 1879, near Sokhumi, poopulation 1926: 163P

TBC Grüntal, founded 1922, other names: Neu-Grüntal, Karatapa, Karajasi, Ruisbolo (Rayon Korojazy), Population 1926: 120P, Where???

TBC Hoffnungsthal, founded 1922, other names: Karatapa, Karajasi (Rayon Karajazy), Population 1926: 92P, where???

TBC Lindau, founded 1879, where???

TBC Neudorf, founded 1879, near Sokhumi, Population 1926: 187P, where???

Please comment on any point listed above, especially those villages prececed with a TBC (to be confirmed). We will update this post with the incoming information. Any help is welcome! Thank you. (Please note: the sources which lead to the information are manifold and often even contradictous. For the sake of a clear presentation they are not listed here).

More: caucasusconflict.wordpress.com/german-villages-ccc3

Wednesday, June 26, 2013

GESCHICHTE: Deutsche Siedler im Suedkaukasus. Von Gerd Schwandt (european-news-agency.de)

(european-news-agency.de) Tbilisi/Georgien [Gerd Schwandt] Anfang des 19.Jahrhunders machten sich ueber 15 000 vorwiegend wuertemberger Schwaben auf den beschwerlichen Weg in den Suedkaukasus. Heute sind sie und ihre Geschichte weitesgehend vergessen. Doch ihre Hinterlassenschaften und Spuren ihres Wirkens sind noch immer existend. So sind heute in Aserbaidschan und Georgien noch zahlreiche durch Schwaben erbaute Hauser und Kirchenruien aus dem 19 en Jahrtausend zu sehen. Wenn diese Ortschaftenheute heute andere Namen tragen,so kann die Homepage des Goetheinstitutes Georgien eine erste Hilfe darstellen.

Nach dem Wort "Wer einmal eine Reise tut...“ so bin auch ich rein zufällig auf ein Stück der deutschen Geschichte und ihrer Spuren in Georgien gestossen. Nun machen nicht allzuviel Deutsche sich als Touristen zum Kaukasus und Georgien auf. Doch die, die es tun, werden zweifelsfrei mit der einzigartigen Geschichte, Kultur und Religion umfassend vertraut gemacht Wer sagt aber diesen deutschen Touristen oder allen Deutschen in Georgien: „Schaut her! Hier könnt Ihr noch die Spuren der Anfang des 19.Jahrhunderts nach Georgien gekommenen deutschen Kolonisten sehen“. Keiner, Niemand ?

Dabei wäre es doch so einfach. Gleich zwei ehemaligen deutschen Gemeinwesen - Elisabethtal und Katharinenfeld heute Assureti und Bolnisi – liegen keine 70 km von der georgischen Hauptstadt Tbilisi enfernt. Hier kann man noch Häuser im alten würtembergischen Stil sehen. Besonders die Fassaden und Raumaufteilung zeigt deren deutschen Ursprung. Hier giebt es dank der ELKG und der Patnerschaft mit dem Gymnasium Homburg ein deutsches Friedhofsmemorial mit vielen alten deutschen Grabsteinen, das es sich lohnt zu betrachten und die Namen und Daten der Aufschriften zu hinterfragen.

Assureti wurde zum Beispiel von 37 deutschen Siedlerfamilien zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Elisabethtal gegründet und konnte durch seinen Weinanbau und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen schnell einen geachteten Platz auf dem Markt erreichen. Selbst Namensänderung des Gemeinwesens und Repressalien vor allem gegen ihre Kirche liessen die Nackommen der deutschen Siedler nicht verzweifeln. Auch in der Zeit der Stalinherrschaft stellte Asureti ein Gemeinwesen deutschen Urprungs dar, dass es in der Landwirtschaft zu bemerkennswerten Erfolgen überregional kommen lies.

All dies wurde mit Beginn des II. Weltkrieges beendet. Bis Ende 1942 waren alle deutschstämmigen Einwohner (außer die mit Georgiern Verheirateten) deportiert oder kamen auf Grund stalinistischer Willkürmassnamen zu Tode. Viele konnten nie wieder an ihren alten Wohnort zurückkehren, da Ihnen das auch später noch verboten blieb. Die Ruine der alten Kirche, die auch heute noch den Ort beherrscht und ihre Geschichte sind ein Zeugnis deutscher Anwesenheit in diesem Teil des Kaukasus.

An dieser Stelle sei der ELKG, besonders Herrn Prof. Gert Hummel und seiner Frau Christiane gedankt, auf deren Wirken und Initiative die Gedenksstätten auf den Friedhöfen der ehemaligen deutschen Siedlungen entstanden. Nicht zuletzt wird dem unwissenden Deutschen jetzt bewusst, dass lange vor ihm Deutsche hier wohnten. Auch bei mir war das Auffinden eines solchen Friedhofsmemorials mit deutschen Grabsteinen rein zufällig, da mein georgischer Schwiegervater seine letzte Ruhestätte im Dorf Assureti fand. Ich bedauere, dass die deutschen Instituitionen und Organisationen diesem Aspekt deutsch-georgischer Geschichte so geringe Aufmerksamkeit schenken.

Wednesday, October 14, 2009

ARCHITEKTUR: Deutsche Häuser in der Ferne bei Kvemo Bolnisi. Von Hans Heiner Buhr (picasaweb.google.com)















Bildergalerie>>>

(wikipedia) Die Stadt wurde 1818 von schwäbischen Separatisten unter dem Namen Katharinenfeld gegründet. Der Name sollte die württembergische Königin Katharina, die Schwester von Zar Alexander I. ehren. Im Ort gab es fünf Fußballmannschaften, eine deutsche Zeitung, eine Grundschule, eine lutherische Kirche mit Chor, einen Jägerverein, eine Theatergruppe und einen Stadtpark.
Nach der Besetzung Georgiens durch die
Rote Armee 1921 wurde der Name in Luxemburg geändert. 1941 wurden alle Kaukasiendeutschen, die nicht mit Georgiern verheiratet waren, nach Sibirien und Kasachstan deportiert. Fast 6.000 Menschen mussten die Stadt verlassen. 1944 erhielt die Stadt den Namen Bolnissi.
Heute sind 85% der Einwohner Georgier. Die Stadt lebt vom
Weinbau sowie vom Obst- und Gemüseanbau. Es gibt eine Weinkellerei und eine Brauerei. Im nahe gelegenen Dorf Ratewani wird Gold abgebaut. Der Fußballverein heißt Sioni Bolnissi.
Bolnisi beherbergt eine der ältesten christlichen Kirchen Georgiens. Die Sioni-Kirche stammt aus dem
5. Jahrhundert. In ihrem Mauerwerk sind heidnische Elemente erkennbar. Das ursprüngliche Dach wurde durch eine Bedeckung aus dem 20. Jahrhundert ersetzt.

Bücher:
Ernst Allmendinger: Katharinenfeld, ein deutsches Dorf im Kaukasus, Selbstverlag, Neustadt 1989
Andreas Groß: Missionare und Kolonisten: Die Basler und die Hermannsburger Mission in Georgien am Beispiel der Kolonie Katharinenfeld; 1818 – 1870. Lit, Hamburg 1998,
ISBN 3-8258-3728-9

Sunday, July 08, 2007

BUCH:
Der Schreckenstag von Katharinenfeld

Link: Neues Buch über die Geschichte der Kaukasuskolonien von Roland und Elsa Ketschik

In mühevoller Kleinarbeit hat sich das Ehepaar Ketschik auf die Suche nach Spuren ihrer Ahnen begeben, die einstmals aus Württemberg nach Kaukasien (Katharinenfeld) auswanderten. Dabei haben Sie Bestände des Baseler Missionshauses (u.a. "Nachrichten aus der Heidenwelt") ausgewählt, kopiert, kommentiert, um sie in zwei Teilbänden einem interessierten Leser zur Verfügung zu stellen.

"Der Schreckenstag von Katharinenfeld", Teil 1 (2005) und 2 (2007), hrsg. von Franz Roland und Else Ketschik
ISBN 978-3-00-020637-5
zu beziehen über die Herausgeber:
Sommerweg 21, 75389 Neuweiler


Georgian Fortress and Chapel near Bolnisi

Uploaded on June 11, 2006 by Casey Niederhauser

Friday, June 22, 2007

PHOTOGRAPHY:


Ana Vaxvaxishvili from Bolnisi
Text and Photos by Gela Bedianashvili

Only one humen (woman:)) who remembers the period of being Germans in Bolnisi (for that time Bolnisi was called Ekaterinenfield); she was tellin the history of their (germans) living in Bolnisi with tears; now she is 92 years old and does not goes out to walk because as she says "after their leaving seems like the relationship between people with each other is almost broken and in my age I feel it too hard"



Don't see Bolnisi today this show will hurt you and make cry.. © Kurt Building Mayer

Uploaded on June 21, 2007 by Gela Bedianashvili

Bolnisi History of Ekatherinenfield (Set)


Gela Bedianashvili:

First Bilingual (Geo/Azer) Independent Newspaper "Timer" Published throughout Kvemo Kartli Region Founded by Civil Development Agency (CiDA)

Bilingual (Geo/Russ) Independent Newspaper "Informatori" Published throughout Rustavi and Gardabani

Sunday, May 20, 2007

PHOTOGRAPHY:
Story of one district in Bolnisi


Wednesday, May 09, 2007

GESCHICHTE:
Heimatverein Schwaikheim e.V.
Auswanderer nach Russland

Der Weg nach Tiflis

Routenverlauf der Auswanderung

In den Napoleonischen Kriegen klammerten sich die Leute wieder mehr an die Religion, um daraus Trost und Kraft für ihr recht mühseliges Dasein zu schöpfen. Der Pietismus kam dem damaligen Hang zur Mystik und Schwärmerei sehr entgegen. Während die Pietisten in der Landeskirche verblieben, traten die so genannten Separatisten aus. Sie warfen der Kirche, die mehrere Reformen durchführte, vor, sie sei Wegbereiterin des Katholizismus, strebe die Vereinigung der beiden Konfessionen an.

Die Separatistengemeinde hier, die so genannte Schwaikheimer Harmonie weigerte sich, ihre Kinder taufen zu lassen, und lehnte den Militärdienst ab. Die Folge davon war, dass einige von ihnen auf dem Asperg eingesperrt wurden. Wegen der Unterdrückung ihres Glaubens und der Unfreiheit fühlten sich viele nicht mehr wohl in der Heimat, in der sie zum Teil wegen der unruhigen Zeiten sowieso bettelarm wurden. Sie predigten das nahe Weltende und die Wiederkunft des "Tausendjährigen Reiches". Prälat Bengel (geboren in Winnenden) deutete in der Schrift eine Stelle so, dass der Blickpunkt nach Russland als einem Durchgangslager nach dem Heiligen Land gelenkt wurde. Das Weltende werde mit Umstürzen, Drangsalen und Kriegen angekündigt. Die unruhigen Zeiten schienen den Separatisten recht zu geben. Und so verstärkte sich in der fanatischen Sekte der Glaube, das Weltende sei nahe. Sie sahen ihre Rettung darin, beim Weltende dem Heiligen Lande möglichst nahe zu sein. Der Zar von Russland gestattete nach dem Sieg über Napoleon die Einwanderung und Württemberg hob das bestehende strenge Auswanderungsverbot auf.

Weiter: Georg Friedrich Fuchs gründet die "Schwaikheimer Harmonie der Kinder Gottes"

Buchtipp: In dem Roman "Der Zug nach dem Kaukasus" (1940) schrieb Josef Ponten über Georg Friedrich Fuchs ...

Quelle: http://www.heimatverein-schwaikheim.de/

Wednesday, March 14, 2007

Radikale Pietisten im Kaukasus waren deutsche Schwaben

Im frühen 19. Jahrhundert wanderten württembergische und schwäbische Radikalpietisten ("Separatisten") aus Deutschland aus, gründeten in den Vereinigten Staaten und in Transkaukasien kommunitaristische Siedlungen. Der württembergische Separatistenführer Johann Georg Rapp (1757-1847), ein Leinenweber aus Iptingen, errichtete die Siedlungen Harmony (Pennsylvania) (1804-1814), New Harmony (Indiana) (1814-1824) und Economy (Pennsylvania) (seit 1824). In Georgien entstanden die Dörfer Katharinenfeld (heute Bolnissi), Marienfeld (heute Sartischala), Elisabethtal, Alexandersdorf und Petersdorf. In Aserbaidschan gründeten sie Helenendorf (heute Xanlar), Annenfeld, Grünfeld, Eichenfeld und Traubenfeld.

Mehr zum Radikalen Pietismus

Katharinenfeld (Bolnisi) Village Information
Region: Black Sea Founded: 1818 German Name: Katharinenfeld
Area: South Caucasus District: Tiflis

Village Coordinator: Bonnie Anderson
Notes: Also known as Luxemburg

Stumpp on page 99 says “All Evangelical and originally from Wuerttemberg, a few were later immigrants from Switzerland.” Same page reflects 116 families originally in 1818. (see details on pages 947 – 949.)

Books
* The Emigration from Germany to Russia in the Years 1763 – 1862 by Karl Stumpp (pages 99 & 947)
* From Catherine to Khruschev by Dr. Adam Giesinger (page 121)

Search the Letter Archives for this Village

Source: http://www.grhs.org/ (Germans from Russia Heritage Society)

Thursday, March 08, 2007

Kurzer Rückblick auf die schwäbische Colonie Katharinenfeld im Süd-Kaukasus von ihrer Gründung im Jahre 1819 bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1941
Ernst Allmendinger, geboren am l7. August 1883 in Katharinenfeld, gestorben am 18. November 1961 in Nordheim bei Heilbronn/ Württemberg, verdanken wir diese späte Veröffentlichung des vorliegenden Familienverzeichnisses, das nunmehr von seinem Bruder Gottlob Allmendinger unter Mithilfe von Aline Allmendinger in Neustadt-Hambach abgedruckt wurde als ein Blatt der Erinnerung an eine hundertjährige deutsche Arbeit im fernen Rußland.
Im Laufe von Jahrzehnten sammelte er in mühevoller Sucharbeit die Daten. Ihm lag es sehr am Herzen, die Herkunft seiner Familie, ihren Weg und die Verflechtung mit anderen Geschlechtern aufzuspüren und kennenzulernen. Sicherlich könnte er das Zahlen- und Namenregister mit mehr Leben erfüllen, weil für ihn Hinter diesem Gerüst viel Vorstellung und zum Teil auch persönliches Erlebnis standen. Doch auch uns noch lebenden Familienangehörigen gewährt es einen Einblick in eine Epoche unserer Familienchronik.
Andreas Groß: Missionare und Kolonisten
Die Basler und die Hermannsburger Mission in Georgien am Beispiel der Kolonie Katharinenfeld 1818-1870
Reihe: Studien zur Orientalischen Kirchengeschichte Bd. 6, 1998, 440 S., 30.90 EUR, br., ISBN 3-8258-3728-9

Amazon-Link: Missionare und Kolonisten. Die Basler und die Hermannsburger Mission in Georgien am Beispiel der Kolonie Katharinenfeld 1818-1870

In den Jahren 1817/1818 gründeten deutsche Aussiedler einige Siedlungen in Georgien. Die Basler Missionsgesellschaft verknüpfte mit dieser Ansiedlung besondere Hoffnungen: Man hatte den Plan, die Kolonien als "Stützpunkte" für eine Missionsarbeit zu nutzen. Zu diesem Zweck stellte man ihnen Prediger zur Verfügung. Eine "Mohammedanermission" ausgehend von den deutschen Kolonien begann jedoch erst im Jahr 1869, als der Hermannsburger Missionar Eduard Freiherr von Schlotheim in die Gemeinde Katharinenfeld gesandt wurde. Die deutschen Aussiedler äußerten sich kritisch gegenüber einer Mission. Ihr Verhältnis zu den Missionaren erwies sich daher als anhaltend spannungsvoll.

Anderer Buchtipp:
Allmendinger, Ernst, 1989: Katharinenfeld, ein deutsches Dorf im Kaukasus. Neustadt.

Saturday, February 03, 2007

Bolnisi, A Witness of History
By Nicolas Landru

Bolnisi is a city of 17 700 inhabitants in the Kvemo Kartli region, south of Tbilisi. It is the administrative centre of a district (rayon) where 65% of the population is Azeri.
The Azeri community of Georgia is highly concentrated in Kvemo Kartli, where it makes up a majority; it includes about 300.000 people in the whole country.
However, the city of Bolnisi is nowadays merely inhabited by ethnic Georgians (about 85%); the stranger walking around the city nowadays would not necessarily notice its singular history.
Nevertheless, the city was founded in 1819 as Katharinenfeld, by German pietistic settlers who came to the South Caucasus some years before in order to find religious freedom. They were brought here as the result of an agreement between the Tsar Alexander the 1st and the King of Württemberg. Throughout the 19th century, the city developed as an agricultural centre, while having the classical features a southern line’s Russian colony. It was defended by Cossacks, populated by German peasants, Armenian and Persian merchants. With the industrialization at the end of Russian and beginning of Soviet times, its significance as a regional centre changed again, when Azeri and Georgian workers were brought here in order to work in the few new factories.

In 1941, the situation drastically changed, when all the German inhabitants where, as well as most of Germans in the Soviet Union, deported to Central Asia, and to a lesser extend, to Siberia. Azeris and Georgian migrants from Imereti were given their houses. Soviet Germans could leave Central Asia in 1955 but could not join their homes until 1972. Finally, some 2.053 Germans were allowed to return to Georgia in 1979. Meanwhile, some German women who married with non-Germans, could stay in the country but were systematically persecuted until the late 1960’s.
The last dramatic event of Bolnisi was the chase of some 800 Azeri families out of the city by members of the Georgian nationalist Liberation Front in 1989. Svans, who came in the region as refugees of landslide in 1988, joined the local Georgian inhabitants to build up the nowadays’ ethnically quite homogeneous population.
Today, the strange mixture of south German and south Caucasian architecture in Bolnisi’s old streets is a witness of the city’s particular past, which is however hardly to be felt.


Main Street In Bolnisi, Photo by Birgit Kuch/Nicolas Landru

New Sports Ground In Bolnisi, Photot by Birgit Kuch/Nicolas Landru

Old Man In The Old City Bolnisi, Photo by Birgit Kuch/Nicolas Landru

Old House In Bolnisi, Photo by Birgit Kuch/Nicolas Landru

The Old Town Of Bolnisi, Photo by Birgit Kuch/Nicolas Landru
More Typical German Roof In The Caucasian Landscape, Photo by Ralph Hälbig

Restoration Is Indispensable, Photo by Ralph Hälbig

German Balcony, Photo by Ralph Hälbig

Tag: Bolnisi